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Die
Erfindung betrifft allgemein ein Verfahren zum Steuern oder Regeln
des Steuerdruckes eines Steuerluftsystems und ein entsprechendes
Steuerluftsystem. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung
ein solches Verfahren, wobei mit dem Steuerluftdruck das Bremsmoment
eines hydrodynamischen Retarders gesteuert beziehungsweise geregelt
wird, und ein entsprechendes Steuerluftsystem.
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Hydrodynamische
Retarder werden in der Regel mit Druckluft gesteuert. Unter Steuerung
ist dabei im weiteren Sinne im Rahmen der Beschreibung der vorliegenden
Erfindung sowohl eine Steuerung als auch eine Regelung zu verstehen,
das heißt entweder
das Vorsehen eines offenen Steuerkreises (bei einer sogenannten
Steuerung) oder eines geschlossenen Regelkreises (bei einer sogenannten Regelung).
Wenn im Rahmen der vorliegenden Erfindung somit von einer Steuerung
die Rede ist, soll dieser Begriff sowohl die Steuerung als auch
eine Regelung umfassen, wenn dies nicht ausschließlich im Einzelfall
anders dargestellt wird.
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Die
Menge von Arbeitsmedium, welche in den Retarderarbeitsraum geleitet
wird, kann bei Ölretardern
beispielsweise dadurch bestimmt werden, dass ein Steuerluftdruck
auf den Ölspiegel
(Arbeitsmediumspiegel) im Sammelbehälter des Öls aufgebracht wird. Entsprechend
dieses Luftdruckes wird der Ölspiegel
nach oben oder nach unten verschoben, so dass einmal weniger und
einmal mehr Öl
in den Retarderölkreislauf
eingeleitet wird und hierüber die
Menge von Öl
bestimmt wird, die im Retarderarbeitsraum zur Übertragung eines Drehmomentes umgewälzt wird.
Je mehr Öl
sich im Retarderarbeitsraum befindet, umso größer ist das vom Rotor auf den
Stator übertragene
Drehmoment, das heißt umso
größer ist
die Bremsleistung des Retarders.
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Alternativ
oder zusätzlich
kann der Steuerluftdruck unmittelbar zur Betätigung von Schaltventilen genutzt
werden, welche in Strömungsrichtung des
Arbeitsmediums vor und/oder hinter dem Arbeitsraum des Retarders
angeordnet sind.
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Insbesondere
bei einem sogenannten Wasserretarder, das heißt bei einem Retarder, dessen
Arbeitsmedium Wasser, beispielsweise das Kühlwasser eines Kraftfahrzeugs
ist, erfolgt eine Steuerung häufig
nicht wie oben beschrieben über
das Aufbringen eines Steuerluftdruckes auf den Arbeitsmediumspiegel
in einem Sammelbehälter,
sondern über
eine direkte Betätigung
von Schaltventilen vor und hinter dem Retarder.
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Die
vorliegende Erfindung ist bei beiden beschriebenen Retardersystemen
beziehungsweise Steuerungsverfahren zum Einstellen eines gewünschten
Bremsmomentes eines hydrodynamischen Retarders anwendbar, eignet
sich jedoch insbesondere für Ölretarder,
da hier mit dem Steuerluftdruck in kurzer Zeit große Ölmengen
in den und aus dem Retarderölkreislauf
bewegt werden müssen.
Um den Retarder rasch auszuschalten, ist es daher erforderlich,
den Arbeitsraum des Steuerluftsystems möglichst rasch zu entlüften, um
den Steuerluftdruck, welcher in diesem Arbeitsraum des Steuerluftsystems eingestellt
wird, schnell in etwa oder vollständig auf den Umgebungsdruck
abzusenken.
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Bei
den bisher bekannten Steuerluftsystemen erfolgt die Modulation des
pneumatischen Druckes in einem geschlossenen Arbeitsraum mit dem Steuerluftdruck
(Bezugszeichen A2 in den Figuren) durch eine wechselseitige Ansteuerung
eines Einlassventils und eines Auslassventils, von denen eines in
einer Druckluftzuleitung zum Zuführen
von Druckluft in den Arbeitsraum und eines in einer Druckluftableitung
zum Abführen
von Druckluft aus dem Arbeitsraum vorgesehen ist. Das Einlassventil hat
somit die Funktion, den Arbeitsraum von einem Vorratsdruck in einer
Druckluftquelle abzutrennen, wenn der Steuerluftdruck im Arbeitsraum
einen gewünschten
Wert erreicht hat oder oberhalb von einem gewünschten Wert liegt, und durch
definiertes Öffnen
und Schließen
des Einlassquerschnittes für Druckluft
in den Arbeitsraum einen Druckanstieg im Arbeitsraum zu ermöglichen,
wenn der Wert des Steuerluftdruckes im Arbeitsraum unterhalb eines vorgegebenen
Wertes liegt. Unter definiertem Öffnen und
Schließen
ist dabei das vollständige Öffnen und Schließen für jeweils
eine vorgegebene Zeitspanne zu verstehen. Bei sehr kurzen Schaltzeiten
kann auch der Zustand auftreten, dass zwar der Befehl zum vollständigen Öffnen oder
Schließen
gegeben wird, jedoch bevor die vollständig geöffnete Position oder geschlossene
Position erreicht wird, bereits wieder ein komplementärer Befehl
zum vollständigen Schließen oder Öffnen gegeben
wird. Somit können Systemzustände auftreten,
bei welchem unter definiertem Öffnen
und Schließen
nur ein sehr kurzes Öffnen
und Schließen
verstanden wird, ohne dass die vollständige Öffnungs- beziehungsweise Schließbewegung
ausgeführt
wird, weil die dafür
zur Verfügung
stehende Zeitspanne vor dem nächsten
Befehl zu kurz ist. Selbstverständlich
ist der Druckanstieg in dem Arbeitsraum des Steuerluftsystems auf
den Vorratsdruck der Druckluftquelle abzüglich der Druckverluste bis
zum Arbeitsraum begrenzt.
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Das
Auslassventil hat die Aufgabe, den Steuerluftdruck im Bedarfsfall
durch definiertes Öffnen und
Schließen
des Auslassquerschnittes abzusenken, das heißt immer dann, wenn der gewünschte Steuerluftdruck
im Arbeitsraum unterhalb des tatsächlichen Steuerluftdruckes
liegt. Gleichzeitig öffnet das
Auslassventil immer dann vollständig
und dauerhaft, wenn der Arbeitsraum möglichst schnell entlüftet werden
soll, das heißt
entweder auf eine Anforderung von einem Steuersystem oder bei Vorliegen
eines Fehlerzustandes, bei welchem der Arbeitsraum des Retarders
möglichst
rasch entleert werden soll und daher eine schnelle und vollständige Entlüftung des
Arbeitsraums des Steuerluftsystems erforderlich ist.
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Um
ein rasches Entlüften
des Arbeitsraums des Steuerluftsystems, insbesondere bei Vorliegen eines
Fehlzustandes, sicherzustellen, ist es daher erforderlich, das Auslassventil
mit einem vergleichsweise großen
maximalen Strömungsquerschnitt
zu versehen. Um ein optimales Zusammenspiel zwischen dem Einlassventil
und dem Auslassventil zu ermöglichen,
ist es ferner erforderlich, die Größe des Einlassventils, das
heißt
insbesondere den Strömungsquerschnitt
desselben, dem Auslassventil anzupassen. Somit werden herkömmlich bei
Steuerluftsystemen für hydrodynamische
Retarder vergleichsweise große
Ventile zum Einstellen des Steuerluftdruckes im Arbeitsraum verwendet,
was einerseits zu hohen Kosten bei der Herstellung und der Wartung führt und
andererseits – besonders
wesentlich – zu einer
vergleichsweise „groben" Regelung des Steuerluftdruckes
im Arbeitsraum führt.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Steuern
oder Regeln des Steuerluftdruckes eines Steuerluftsystems, insbesondere für die Einstellung
eines Bremsmomentes eines hydrodynamischen Retarders, und ein entsprechendes Steuerluftsystem
anzugeben, welche gegenüber dem
Stand der Technik verbessert sind und die oben genannten Probleme
vermeiden. Insbesondere soll einerseits eine besonders schnelle
Entlüftung
des Arbeitsraumes des Steuerluftsystems möglich sein und zugleich die
Stufbarkeit des Steuerluftdruckes mit möglichst kleinen Stufen möglich sein.
Vorteilhaft soll das Verfahren mit bereits vorhandenen Ventilen
herkömmlicher
Steuerluftsysteme auskommen.
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Die
erfindungsgemäße Aufgabe
wird durch ein Verfahren mit den Schritten von Anspruch 1 und ein
Steuerluftsystem gemäß Anspruch
7 gelöst.
Die abhängigen
Ansprüche
beschreiben vorteilhafte und besonders zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
beziehungsweise das erfindungsgemäße Steuerluftsystem ermöglicht die
Verwendung von vergleichsweise kleinen Ventilen im Steuerluftsystem,
das heißt
von Ventilen mit einem vergleichsweise geringen Strömungsquerschnitt
für die
Steuerluft, wobei es zugleich trotzdem eine besonders schnelle Entlüftung des
Arbeitsraums sicherstellt. Durch die vergleichsweise geringen Strömungsquerschnitte
kann die Regelgüte
besonders hoch ausgeführt
werden, das heißt
der Steuerluftdruck im Arbeitsraum kann besonders fein in minimalen
Stufen geregelt werden. Der Einfluss der Größe der den Arbeitsraum des Steuerluftsystems
begrenzenden Ventile auf die Genauigkeit der Druckregelung des Steuerluftdruckes ist
besonders groß,
wenn sogenannte Auf-Zu-Ventile als Einlass- und Auslassventile verwendet
werden, welche ausschließlich
in einen vollständig
geöffneten und
einen vollständig
geschlossenen Zustand geschaltet werden können, und somit die Menge von einströmender und
ausströmender
Druckluft in den Arbeitsraum beziehungsweise aus dem Arbeitsraum durch
die Dauer der Ventilöffnung
bestimmt wird. Die tatsächlich
einströmende
beziehungsweise ausströmende
Druckluft hängt
in der Regel neben der Dauer der Ventilöffnung auch von Faktoren wie
dem Strömungswiderstand
und der Druckdifferenz über
dem Ventil ab. Insbesondere ist jedoch die Dauer der Ventilöffnung die
maßgebliche
Größe.
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Das
erfindungsgemäße Steuerluftsystem, welches
insbesondere für
die Einstellung eines Bremsmomentes eines hydrodynamischen Retarders
eingerichtet ist, umfasst einen Arbeitsraum, der zur Bereitstellung
des Steuerluftdruckes mit Druckluft befüllbar ist. Um Druckluft aus
einer Druckluftquelle, insbesondere mit einem konstanten Vorratsdruck,
in den Arbeitsraum des Steuerluftsystems zuzuführen, ist eine Druckluftzuleitung
vorgesehen in welcher beziehungsweise an welcher ein Einlassventil
angeordnet ist, das den Strömungsquerschnitt
für Druckluft
in den Arbeitsraum einstellt, und zwar zwischen einer vollständig geöffneten
Position und einer vollständig geschlossenen
Position. Ferner ist eine Druckluftableitung vorgesehen, das heißt eine
Auslassleitung aus dem Arbeitsraum heraus, um Druckluft im Bedarfsfall
abzuleiten, nämlich
einerseits, um den Steuerluftdruck im Arbeitsraum auf einen vorgegebenen Überdruck,
das heißt
einen Druck oberhalb des Umgebungsdruckes, abzusenken, und um andererseits den
Arbeitsraum schnell und vollständig
zu entlüften, beispielsweise
bei Erfassung eines Fehlzustandes im Retardersystem, im Retarder
selbst, im Arbeitsmediumkreislauf des Retarders und/oder im Steuerluftsystem
selbst.
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Zusätzlich ist
in Strömungsrichtung
der Steuerluft aus der Druckluftquelle in den Arbeitsraum dem Einlassventil
ein zusätzliches
Absperrventil vorgeschaltet, mittels welchem die Druckluftquelle
unabhängig
von der Schaltstellung des Einlassventils oder wenn gewünscht auch
in Abhängigkeit
der Schaltstellung desselben gegenüber dem Einlassventil und dem
Arbeitsraum für
Steuerluft absperrbar ist.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
sieht vor, neben der bekannten Druckregelung durch Öffnen des
Einlassventils und Schließen
des Auslassventils, um den Steuerluftdruck im Arbeitsraum zu erhöhen, und
dem Öffnen
des Auslassventils und dem Schließen des Einlassventils, um
den Steuerluftdruck auf einen gewünschten Druckwert abzusenken
oder den Arbeitsraum des Steuerluftsystems „schnell" zu entleeren, in einem zusätzlich vorgesehenen
Schaltzustand sowohl das Einlassventil als auch das Auslassventil
zu öffnen,
in der Regel jeweils vollständig
und dauerhaft, um einen gegenüber
den herkömmlichen Ausführungen
vergrößerten Entlüftungsquerschnitt für Druckluft
aus dem Arbeitsraum zur Verfügung
zu stellen.
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Insbesondere
erfolgt die Entlüftung
des Arbeitsraums des Steuerluftsystems über den vom Einlassventil freigegebenen
Strömungsquerschnitt durch
das Absperrventil, welches beispielsweise als 3/2-Wegeventil ausgeführt ist,
und welches eine entsprechende Schaltstellung aufweist, die einerseits die
Verbindung zur Druckluftquelle absperrt und andererseits von dem
Einlassventil und damit dem Arbeitsraum eine Verbindung gegenüber der
Umgebung oder einer Drucksenke freigibt. Zusätzlich oder alternativ kann
im Leitungsbereich zwischen dem Absperrventil und dem Einlassventil
ein zusätzlicher Entlüftungsquerschnitt
zur Schnellentlüftung
des Arbeitsraums freigegeben werden, beispielsweise indem ein Rückschlagorgan
vorgesehen ist, das in Abhängigkeit
des Druckes an jenem Anschluss des Absperrventils, der dem Einlassventil
zugewandet ist, einen zusätzlichen
Strömungsquerschnitt
zur Umgebung beziehungsweise zu einer Drucksenke freigibt oder verschließt, um den
genannten zusätzlichen Querschnitt
zur Schnellentlüftung
zur Verfügung
zu stellen.
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Im
Hinblick auf die Auslegung des sogenannten „sicheren Zustandes" des Steuerluftsystems
im Fehlerfall können
die Ventile derart ausgelegt werden, dass das Absperrventil im Ruhezustand,
das heißt
bei der Verwendung von elektromagnetischen Ventilen im stromlosen
Zustand, schließt,
wohingegen sowohl das Einlassventil als auch das Auslassventil im
Ruhezustand beziehungsweise stromlosen Zustand öffnet. Insbesondere ist jedoch
vorgesehen, dass das Einlassventil im stromlosen Zustand geschlossen
wird, und das Auslassventil im stromlosen Zustand öffnet. Somit
wird der Arbeitsraum des Steuerluftsystems im Fehlerfall sicher
und schnell entlüftet.
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Die
Erfindung soll nachfolgend anhand von zwei Ausführungsbeispielen exemplarisch
beschrieben werden.
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Es
zeigen:
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1 eine
erste vorteilhafte Ausführung
eines Steuerluftsystems;
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2 eine
zweite vorteilhafte Ausführungsform
eines Steuerluftsystems.
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In
der 1 erkennt man in dem strichpunktiert umrandeten
Bereich das Steuerluftsystem mit einem Arbeitsraum 1, der
druckluftleitend mit der Luftseite eines Vorratsbehälters 12 eines
Arbeitsmediums, beispielsweise Wasser, Öl oder ein Wassergemisch, für einen
hydrodynamischen Retarder 10 verbunden ist. Durch Einstellen
des Steuerluftdruckes im Arbeitsraum 1 wird der Druck und
die zirkulierende Arbeitsmediummenge im Arbeitsmediumkreislauf des
Retarders 10 eingestellt und somit das von dem Retarder 10 erzeugte
Bremsmoment gesteuert.
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Im
Arbeitsmediumkreislauf des Retarders 10 ist ferner ein
Wärmetauscher 13 zum
Abführen
von Wärme
aus dem Arbeitsmedium und ein Umschaltventil 11 in Strömungsrichtung
vor dem Retarder 10 beziehungsweise am Retardereinlass
vorgesehen. Das Umschaltventil 11 dient dem Umschalten
des Arbeitsmediumstroms entweder in den Arbeitsraum des Retarders 10 oder
an dem Retarder 10 vorbei, wobei Zwischenzustände bei
einem besonders gestalteten Umschaltventil 11 möglich sind.
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Das
Umschaltventil 11 wird durch Steuerluft aus dem zusätzlich zu
dem Arbeitsraum 1 vorgesehenen Arbeitsraum 9 des
Steuerluftsystems geschaltet beziehungsweise vorgesteuert.
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Selbstverständlich können weitere
Ventile im Arbeitsmediumkreislauf des Retarders 10 vorgesehen
sein, oder gemäß einer
besonderen Ausführung kann
auch das Umschaltventil 11 eingespart werden. Auch ist
es möglich,
die Arbeitsmediummenge im Arbeitsraum des Retarders 10 ohne
Ausüben
eines Steuerluftdruckes auf einen Vorratsbehälter einzustellen, und zwar
nur durch eine entsprechende Ventilschaltung von entsprechend vorgesehenen
Schaltventilen und/oder Regelventilen, die durch das Steuerluftsystem
gesteuert werden.
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Der
Steuerluftdruck im Arbeitsraum 9 wird durch das Absperrventil 7,
welches als 3/2-Wegeventil ausgeführt ist, eingestellt. Hierzu
ist das Absperrventil 7 mit seinem ersten Luftanschluss 7.1 mit
einer Druckluftquelle 6 mit einem vorgegebenen, insbesondere
konstanten oder im wesentlichen konstanten, Vorratsluftdruck verbunden.
Der Luftanschluss 7.2 des Absperrventils 7 ist
mit einer Leitung verbunden, die einerseits zu dem Arbeitsraum 9 und
andererseits zu dem ersten Anschluss 3.1 des Einlassventils 3 führt.
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Der
zweite Anschluss 3.2 des Einlassventils 3, welches
als 2/2-Wegeventil ausgeführt
ist, ist mit der Druckluftzuleitung 2 verbunden, welche
zu dem Arbeitsraum 1 führt.
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Von
dem Arbeitsraum 1 führt
die Druckluftableitung 4 zu dem ersten Anschluss 5.1 des
Auslassventils 5, dessen zweiter Anschluss 5.2 zur
Umgebung, das heißt
einer Stelle mit Umgebungsdruck, oder allgemein zu einer Drucksenke
führt.
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Sowohl
das Einlassventil 3 als auch das Auslassventil 5 sind
als elektromagnetische Schaltventile (2/2-Wegeventile) ausgeführt, welche
genau zwei Schaftstellungen aufweisen, nämlich eine erste Schaltstellung,
in der sie einen maximalen Strömungsquerschnitt
von ihrem ersten Anschluss 3.1, 5.1 zu ihrem zweiten
Anschluss 3.2, 5.2 freigeben, und eine zweite
Schaltstellung, in der sie den Strömungsquerschnitt von ihrem
ersten Anschluss 3.1, 5.1 zu ihrem zweiten Anschluss 3.2, 5.2 vollständig absperren.
Dem Fachmann sind solche Ventile bekannt, welche in der Regel mit
einer Feder, insbesondere Druckfeder, vorgespannt werden, um einen
definierten Ruhezustand aufzuweisen, und deren Ventilkörper durch
eine elektromagnetische Spule im bestromten Zustand entgegen der
Kraft der Feder verschoben wird.
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Das
Absperrventil 7 weist ebenfalls zwei Schaltstellungen auf,
nämlich
eine erste Schaltstellung, in welcher es einen maximalen Strömungsquerschnitt
von seinem ersten Luftanschluss 7.1 zu seinem zweiten Luftanschluss 7.2 freigibt
und den dritten Luftanschluss 7.3 gegenüber der Umgebung beziehungsweise
allgemein einer Drucksenke absperrt. In der zweiten Schaltstellung
sperrt das Absperrventil 7 den ersten Luftanschluss 7.1,
das heißt
den Strömungsquerschnitt
zur Druckluftquelle 6 vollständig ab, während es den zweiten Luftanschluss 7.2 und damit
den Arbeitsraum 1 über
das Einlassventil 3 mit dem Luftanschluss 7.3 und
damit der Umgebung oder allgemein einer Drucksenke verbindet. Das
Absperrventil 7 ist dabei entsprechend der obigen Beschreibung
als elektromagnetisches Auf-Zu-Ventil ausgeführt.
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Wenn
nun der Steuerluftdruck im Arbeitsraum 1 erhöht werden
soll, so schaltet das Absperrventil 7 in die beschriebene
erste Schaltstellung, in welcher es die Druckluftquelle 6 mit
dem ersten Anschluss 3.1 des Einlassventils 3 verbindet.
Das Einlassventil 3 schaltet ebenfalls in die geöffnete Stellung,
das heißt
es lässt
die Druckluft aus der Druckluftquelle 6 in den Arbeitsraum 1 durchströmen. Zugleich
wird das Auslassventil 5 in seine geschlossene Schaltstellung
geschaltet, das heißt
es verhindert durch Absperren des Strömungsquerschnittes, dass Druckluft
aus dem Arbeitsraum 1 ausströmt.
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Wenn
der Steuerluftdruck im Arbeitsraum 1 auf einen vorgegebenen
Wert, der oberhalb des Umgebungsdruckes liegt, vermindert werden
soll oder der Arbeitsraum 1 nur langsam entlüftet werden
soll, so wird das Einlassventil 3 in seine geschlossene Schaltstellung
geschaltet, und das Auslassventil 5 wird in seine geöffnete Schaltstellung
geschaltet. Somit kann keine Druckluft über das Einlassventil 3 in den
Arbeitsraum 1 nachströmen,
und der Druck im Arbeitsraum 1 sinkt durch Ausströmen von
Druckluft „langsam" ab.
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Das
Absperrventil 7 kann dabei je nach gewünschter Einstellung des Steuerluftdruckes
im zweiten Arbeitsraum 9 in seine erste oder seine zweite
Schaltstellung geschaltet werden.
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Zum
Schnellentlüften
des Arbeitsraums 1 wird sowohl das Einlassventil 3 als
auch das Auslassventil 5 jeweils in seine geöffnete Schaltstellung
geschaltet. Zugleich wird das Absperrventil 7 in seine beschriebene
zweite Schaltstellung geschaltet, die in der 1 dargestellt
ist. Steuerluft strömt
somit aus dem Arbeitsraum 1 sowohl über das Auslassventil 5 als
auch über
das Einlassventil 3 und das Absperrventil 7 in
die Umgebung heraus.
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Gemäß der in
der 2 dargestellten Ausführung ist in die Leitung von
dem Absperrventil 7 zu dem Einlassventil 3 zusätzlich ein
Rückschlagorgan 8 geschaltet.
Dieses Rückschlagorgan 8 weist
drei Anschlüsse 8.1 bis 8.3 auf.
Der erste Anschluss 8.1 ist mit dem zweiten Luftanschluss 7.2 des
Absperrventils 7 verbunden. Der zweiten Anschluss 8.2 ist mit
der Umgebung beziehungsweise einer Leitung zur Umgebung oder allgemein
einer Drucksenke verbunden. Der dritte Anschluss 8.3 ist
mit dem ersten Anschluss 3.1 des Einlassventils verbunden.
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Das
Rückschlagorgan 8 weist
einen Rückschlagkörper 8.4 auf,
welcher in Abhängigkeit
der Druckzustände
an dem ersten Anschluss 8.1 und dem dritten Anschluss 8.3 des
Rückschlagorgans 8 zwischen
einer ersten Position und einer zweiten Position geschaltet wird.
In der ersten Position (nicht dargestellt) sperrt der Rückschlagkörper 8.4 den zweiten
Anschluss 8.2 strömungsdicht
ab. Dabei wird der Rückschlagkörper 8.4 in
diese erste Position bewegt, wenn am ersten Anschluss 8.1 des
Rückschlagorgans 8 ein Überdruck,
insbesondere entsprechend des anstehenden Druckes aus der Druckluftquelle 6 anliegt.
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In
die zweite Schaltstellung wird der Rückschlagkörper 8.4, wie in der 2 dargestellt
ist, bewegt, wenn der Druck am dritten Anschluss 8.3 größer ist
als am ersten Anschluss 8.1 des Rückschlagorgans 8,
beziehungsweise wenn der erste Anschluss 8.1 drucklos ist,
das heißt
hier kein oder im wesentlich kein Überdruck anliegt. Insbesondere wenn
das Einlassventil 3 in seine geöffnete Stellung geschaltet
wird (nicht gezeigt), so dass am dritten Anschluss 8.3 der
Druck aus dem Arbeitsraum 1 anliegt, und das Absperrventil 7 in
jene Schaltstellung geschaltet ist, in welcher der zweite Luftanschluss 7.2 mit
dem dritten Luftanschluss 7.3 und damit der Umgebung verbunden
ist, so dass der erste Anschluss 8.1 des Rückschlagorgans 8 drucklos
ist, gibt der Rückschlagkörper 8.4 den
zweiten Anschluss 8.2 des Rückschlagorgans 8 zur
Umgebung frei.
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Wenn
zugleich das Auslassventil 5 in seine geöffnete Schaltstellung
geschaltet wird, steht somit ein besonders großer Entlüftungsquerschnitt für Druckluft
aus dem Arbeitsraum 1 zur Verfügung, obwohl das Einlassventil 3 und
das Auslassventil 5 mit einem vergleichsweise kleinen Strömungsquerschnitt
ausgeführt
werden können.
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Die
in der 2 dargestellte Variante weist gegenüber der
in der 1 gezeigten Ausführung den Vorteil auf, dass über den
zweiten Anschluss 8.2 des Rückschlagorgans 8 ein
größerer Strömungsquerschnitt
zur Verfügung
gestellt werden kann, als dies das Absperrventil 7 ermöglicht.