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Die
Erfindung betrifft eine Stützwand,
insbesondere eine gegen eine Erdreichhinterfüllung geneigte Stützwand,
aus einzelnen Formsteinen, wobei die Formsteine in Lagen übereinander
angeordnet sind und wobei die Formsteine benachbarter Lagen jeweils
miteinander formschlüssig
im Bereich von Oberseiten und Unterseiten der Formsteine im Eingriff
stehen, gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
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Derartige
Stützwände sind
aus der Praxis in zahlreichen Varianten bekannt. Dabei ist es sowohl bekannt
die Lagen aus Formsteinen mit Mörtel
untereinander zu verbinden oder als so genannte Schwergewichtsstützwand ohne
Mörtel
auszuführen.
Weiterhin ist es bekannt die einzelnen Formsteine der Stützwand durch
Verbindungsstücke
zu koppeln.
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Eine
Stützwand
der eingangs genannten Art ist beispielsweise aus dem aus dem Hause
der Anmelderin stammenden DE-Gebrauchsmuster 90 15 718 bekannt.
Durch die formschlüssige
Verbindung der Formsteine im Bereich der Oberseiten und Unterseiten
entsteht ein Verbund innerhalb der Lagen. Auf diese Weise entsteht
ein Wandelement, das durch den Verbund der Formsteine statisch als
Scheibenelement zu betrachten ist. Das gleiche gilt bei Vermörtelung
der Formsteine.
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Ein
Problem der vorstehend beschriebenen Stützwand besteht darin, dass
das Scheibenelement bei sich verändernder
Belastung insgesamt versagen kann, so dass die Stützwand beschädigt oder
sogar zerstört
wird. Zu derartigen Belastungsänderungen kann
es beispielsweise durch wechselnde Belastungen durch die Erdreichhinterfüllung kommen,
insbesondere durch wechselnde Auflasten oder wechselnde Feuchtigkeitszustände.
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Hiervon
ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, Stützwände der
eingangs genannten Art weiterzuentwickeln, insbesondere Stützwände vorzuschlagen,
die Belastungsänderungen besser
standhalten.
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Zur
Lösung
dieser Aufgabe weist eine erfindungsgemäße Stützwand die Merkmale des Anspruchs
1 auf. Es ist demnach vorgesehen, dass Oberseiten und Unterseiten
der Formsteine derart ausgebildet bzw. ausgerichtet sind, dass einzelne
Lagen bei seitlichem Druck quer zur Stützwandlängsachse in entsprechender
Richtung verschiebbar sind. Diese Lösung weist insbesondere den
Vorteil auf, dass die Stützwand
nicht insgesamt ein einziges Scheibenelement bildet, sondern dass
sich durch belastungsbedingte Verschiebung einzelner Lagen eine Entspannung
einstellen kann.
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Es
wird somit vorgeschlagen, dass einzelne der formschlüssig ineinander
greifenden Lagen aus Formsteinen aus der Mauerachse verschoben werden,
um eine Zerstörung
der Stützwand
insgesamt zu verhindern. Hierzu sind die Formsteine derart ausgebildet,
dass trotz des Formschlusses im Bereich der Oberseiten und Unterseiten
eine Verschiebung möglich
ist. Auf diese Weise bleiben die Vorteile erhalten, die sich durch
die "Verzahnung" der Lagen ergeben.
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Gemäß einer
bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass in
der bestimmten Lage der Stützwand
angeordneten Formsteine abweichend von den Formsteinen der jeweils
benachbarten Lagen ausgebildet sind, um eine Verschiebung der Formsteine
zu ermöglichen.
Es wird mit anderen Worten vorgeschlagen, dass die Formsteine aus
denen die Stützwand
gebildet wird nicht identisch sind, sondern zumindest lagenweise
voneinander abweichen können.
Dabei ist vorgesehen, dass in bestimmten Lagen besondere Formsteine
vorgesehen sind, die jeweils abweichend von den Formsteinen benachbarter
Lagen ausgebildet sind. Dies ermöglicht
die gezielte Anordnung von Lagen, die bei Belastungsänderungen
verschoben werden können. Auf
diese Weise kann der Aufbau der Stützwand unter statischen Gesichtspunkten
gezielt vorgegeben werden, um die Gefahr einer Beeinträchtigung
der gesamten Stützwand
zu vermeiden.
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Um
den Formschluss zwischen den Lagen herzustellen kann vorzugsweise
vorgesehen sein, dass die Formsteine im Bereich der Oberseite und der
Unterseite jeweils Formschlussmittel, insbesondere Vorsprünge und/oder
Versätze
und/oder Schrägflächen, aufweisen,
zum formschlüssigen
Eingriff der Formsteine benachbarter Lagen quer zur Stützwandlängsachse.
Auf diese Weise wird die Verzahnung der Lagen gewährleistet.
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Vorzugsweise
ist weiterhin vorgesehen, dass die Formschlussmittel von Formsteinen
benachbarter Lagen korrespondierend zueinander ausgebildet sind,
wobei die Formschlussmittel der Formsteine einzelner Lagen derart
ausgebildet sind, dass bei seitlichem Druck auf eine (obere bzw.
untere) Lage der Druck über
die Formschlussmittel auf Formsteine benachbarter (mittlerer) Lagen
weiterleitbar ist und dass die Formschlussmittel anderer Lagen so
ausgebildet sind, dass sie die Aufnahme von Druck von Formsteinen
benachbarter Lagen ermöglichen,
aber bei direktem seitlichem Druck jedoch aus der Wandachse verschiebbar
sind.
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In
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung ist vorgesehen, dass an der Oberseite und Unterseite
der Formsteine jeweils Schrägflächen zum
formschlüssigen
Eingriff mit Formsteinen benachbarter Lagen ausgebildet sind, wobei
vorzugsweise die Schrägflächen jeweils
mit Abstand von einer Sichtseite und einer Rückseite der Formsteine angeordnet
sind.
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Um
die Verschiebung einzelner Lagen zu ermöglich ist weiterhin vorgesehen,
dass korrespondierende Schrägflächen der
Formsteine einer Lage der Stützwand
an der Oberseite und Unterseite divergierend in Richtung der Rückseite
verlaufen und dass die korrespondierenden Schrägflächen der Formsteine benachbarter
Lagen der Stützwand
an der Oberseite und Unterseite konvergierend in Richtung der Rückseite
verlaufen. Auf diese Weise ergibt sich bei seitlichem Druck auf
einzelne Lagen eine Verteilung des Drucks auf benachbarte Lagen,
wobei gleichzeitig direkter Druck auf einzelne, gezielt angeordnete Lagen
eine Verschiebung der entsprechenden Lage bewirken kann und damit
eine Entspannung gegenüber
der Belastungsänderung.
Selbstverständlich kann
die geometrische Ausbildung der Formsteine der Lagen auch umgekehrt
gewählt
sein, so dass korrespondierende Schrägflächen der Formsteine einer Lage
der Stützwand
an der Oberseite und Unterseite konvergierend in Richtung der Rückseite
verlaufen und dass korrespondierende Schrägflächen der Formsteine benachbarter
Lagen der Stützwand
an der Oberseite und Unterseite divergierend in Richtung der Rückseite
verlaufen.
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Eine
andere Weiterbildung, bei der es sich auch um eine eigenständige Erfindung
handeln kann, weist die Besonderheit auf, dass Rückseiten wenigstens einiger
Formsteine Mittel zur Verzahnung mit einer Erdreichhinterfüllung der
Stützwand
aufweisen. Dies kann zu einer Verringerung des Wandreibungswinkels
führen,
wodurch der auf die Stützwand
einwirkende aktive Erddruck anteilig entfällt bzw. verringert werden
kann. Auf diese Weise kann die erfindungsgemäße Stützwand höhere Lasten aufnehmen als herkömmliche
Stützwände.
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In
einer bevorzugten Weiterbildung der vorstehenden Erfindung ist vorgesehen,
dass die Rückseiten
eine aufgeraute und/oder profilierte Oberfläche aufweisen, um die geotechnische
Wandreibung der Erdreichhinterfüllung
zu erhöhen.
Vorzugsweise sind an den Rückseiten
einiger oder aller Formsteine Vorsprünge als Verzahnungsmittel ausgebildet,
die voneinander beabstandet angeordnet sind, wobei die Vorsprünge vorzugsweise
eine würfel-
oder quaderförmige
Struktur aufweisen.
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Eine
andere Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Formsteine
an aufrechten Seitenflächen
Mittel zur Verzahnung mit benachbarten Formsteinen der gleichen
Lage aufweisen, insbesondere korrespondierende Nuten und/oder Vorsprünge, die
vorzugsweise formschlüssig
ineinander greifen.
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Noch
eine andere Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Stützwand aus
mehreren unterschiedlichen Steintypen gebildet ist, wobei die Steintypen
bei im Wesentlichen übereinstimmender Gestalt
und Abmessungen unterschiedlich ausgebildete Sichtseiten aufweisen.
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Die
erfindungsgemäßen Formsteine
sind nicht nur geeignet zur Erstellung von Stützwänden, sondern auch zur Erstellung
von Wänden
im Allgemeinen, beispielsweise von frei stehenden Wänden oder
Vorhangfassaden etc. Weiterhin sind die Formsteine geeignet zur
Erstellung von Bodenbelägen.
Insofern wird auch Schutz für
derartige Einsatzzwecke beansprucht, sowie für einen Bausatz aus erfindungsgemäßen Formsteinen.
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Weitere
Einzelheiten und bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen
und der Beschreibung im Übrigen.
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Ein
bevorzugtes Ausführungsbeispiel
der Erfindung wird nachfolgend anhand der ' Zeichnung beschrieben. In dieser zeigt:
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1 einen
Formstein für
eine Stützwand
in räumlicher
Darstellung,
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2 eine
Draufsicht auf den Formstein gemäß 1,
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3 eine
Seitenansicht auf die Sichtseite des Formsteins gemäß 1,
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4 eine
Seitenansicht des Formsteins gemäß 1,
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5 ein
weiterer Formstein für
eine Stützwand
in einer räumlichen
Darstellung,
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6 bis 8 der
Formstein gemäß 5 in
Darstellungen gemäß 2 bis 4,
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9 ein
dritter Formstein für
eine Stützwand
in räumlicher
Darstellung,
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10 bis 12 der
Formstein gemäß 9 in
Darstellungen gemäß 2–4,
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13 ein
vierter Formstein für
eine Stützwand
in räumlicher
Darstellung,
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14 bis 16 der
Formstein gemäß 13 in
Darstellungen gemäß 2–4,
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17 eine
Stützwand
aus Formsteinen in einer Seitenansicht bzw. einem Vertikalschnitt,
und
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18 die
Formsteine gemäß 1 bis 16 in
räumlicher
Darstellung im Bereich der Sichtseiten.
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Die
in den 1 bis 18 dargestellten Formsteine 20, 21, 22, 23 dienen
zur Erstellung einer Stützwand 24.
Die Formsteine 20..23 werden vorzugsweise aus
Beton hergestellt und verfügen über eine
Oberseite 25, eine Unterseite 26, eine aufrechte Sichtseite 27,
eine aufrechte Rückseite 28,
sowie zwei aufrechte Seitenflächen 29.
Die Sichtseiten 27 der Formsteine 20..23 bilden
eine entsprechende Sichtseite der Stützwand 24, wohingegen
die Rückseiten 28 der
Formsteine 20..23 üblicherweise einer nicht dargestellten
Erdreichhinterfüllung
zugewandt sind. Die beiden verbleibenden Seitenflächen 29 erstrecken
sich zwischen Sichtseite 27 und Rückseite 28 einerseits
sowie zwischen Oberseite 25 und Unterseite 26 andererseits.
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Bei
der Stützwand 24 kann
es sich wie in 17 gezeigt, um eine im Wesentlichen
lotrechte Stützwand 24 handeln.
Die Stützwand 24 kann
aber auch als gegenüber
einer gedachten vertikalen Ebene geneigte Stützwand 24 ausgebildet
sein.
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Innerhalb
der Stützwand 24 sind
die Formsteine 20..23 in Lagen 30 übereinander
angeordnet. Die Formsteine 20..23 benachbarter
Lagen 30 stehen dabei formschlüssig miteinander im Eingriff.
Der formschlüssige
Eingriff erfolgt durch entsprechende Anlage von einander zugewandten
Oberseiten 25 und Unterseiten 26 benachbarter
Formsteine 20..23.
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Um
den Formschluss herzustellen, verfügen die Formsteine 20..23 im
Bereich der Oberseite 25 und der Unterseite 26 über Formschlussmittel.
Bei den Formschlussmitteln kann es sich um beliebige Mittel handeln,
die für
einen Formschluss zwischen den Lagen 30 aus Formsteinen 20..23 sorgen,
derart, dass Belastungen, insbesondere aus der Erdreichhinterfüllung von
einer Lage 30 auf benachbarte Lagen 30 übertragen
werden können.
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Im
vorliegenden gezeigten Ausführungsbeispiel
sind die Formschlussmittel dadurch gebildet, dass die Oberseiten 25 und
die Unterseiten 26 jeweils in mehreren zueinander versetzten
Ebenen angeordnet sind, zwischen denen Schrägflächen 31 verlaufen.
Die Schrägflächen 31 sind
jeweils mit Abstand zur Sichtseite 27 bzw. zur Rückseite 28 angeordnet.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
sind die Abstände
der Schrägflächen 31 zu
den Sichtseiten 27 und zu den Rückseiten 28 bei allen
Formsteinen 20..23 übereinstimmend gewählt. Auf
diese Weise liegen die Schrägflächen 31 von
Formsteinen 20..23 benachbarter Lagen 30 korrespondierend
aneinander an.
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Wie
aus 17 ersichtlich, sind in den einzelnen Lagen 30 jeweils
unterschiedliche Formsteine 20..23 angeordnet.
Im vorliegenden Fall besteht die oberste Lage 30 gemäß 17 aus
Formsteinen 20, 21, wohingegen die darunter angeordnete
Lage 30 aus Formsteinen 22, 23 besteht.
Die nächste
Lage 30 unterhalb der vorstehend beschriebenen Lage 30 besteht
wiederum aus Formsteinen 20, 21 usw. Der Hintergrund
dieser Anordnung ist folgender: Die Formsteine 20, 21 verfügen jeweils über Schrägflächen 31 an
der Oberseite 25 sowie an der Unterseite 26, die
zur Rückseite 28 hin
divergierend ausgebildet sind. Entsprechend konvergieren die Schrägflächen 31 an
der Oberseite 25 und Unterseite 26 zur Sichtseite 27 hin.
Die Formsteine 22, 23 hingegen sind so ausgebildet,
dass die Schrägflächen 31 an
der Oberseite 25 und der Unterseite 26 zur Rückseite 28 hin konvergieren
und zur Sichtseite 27 hin divergieren. Auf diese Weise
liegen die Schrägflächen 31 benachbarter
Formsteine 20..23 formschlüssig derart aneinander an,
dass schräg-
bzw. quergerichtete Belastungen, also z.B. seitlicher Druck aus
der Erdreichhinterfüllung
auf benachbarte Lagen 30 verteilt werden kann. So kann
z.B. seitlicher Druck auf die Rückseite 28 der
Formsteine 20, 21 der obersten Lage 30 der
Stützwand 24 gemäß 17 über die
Schrägfläche 31 im
Bereich der Unterseite 26 auf die formschlüssig anliegende
Schrägfläche 31 im
Bereich der Oberseite 25 der darunter liegenden Lage 30 aus Formsteinen 22, 23 übertragen
werden. Auf diese Weise verteilt sich der horizontale Druck auf
die unterhalb der obersten Lage 30 angeordnete Lage 30. Entsprechend
verteilt sich seitlicher Druck auf die in 17 gezeigte
mittlere Lage 30 aus Formsteinen 20, 21 auf
die unterhalb und oberhalb angeordneten Lagen 30 aus Formsteinen 22, 23,
nämlich
jeweils über
die korrespondierenden Schrägflächen 31 im Bereich
der Oberseiten 25 und Unterseiten 26.
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Die
vorstehend beschriebene Anordnung bzw. Gestaltung der Formsteine 20..23 ermöglicht auch
eine weitere Besonderheit. Dadurch, dass die Formsteine 22, 23 Schrägflächen 31 aufweisen,
die zur Sichtseite 27 hin divergieren, kann seitlicher Druck
auf die Rückseite 28 nicht über die
Schrägflächen 31 auf
andere Lagen 30 aus Formsteinen 20, 21 übertragen
werden. Zur Übertragung
derartigen Drucks stehen dann nur die Reibungskräfte zwischen den Lagen und
eine eventuelle Vermörtelung
der Lagen 30 zur Verfügung.
Als Folge dieser speziellen Anordnung der Formsteine 20..23 ist
es möglich, dass
eine oder mehrere Lagen 30 bei zu hohem seitlichen Druck
aus der Stützwandachse
herausgleiten (quer zur Stützwandlängsachse)
und so zu einer Entspannung beitragen. Auf diese Weise wird eine
Zerstörung
der gesamten Stützwand 24 entgegengewirkt.
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Es
ist dabei denkbar, dass nur eine einzelne Lage 30 aus Formsteinen 22, 23 seitlich
bewegt bzw. verschoben wird. Denkbar ist aber auch, dass eine Gruppe
von Lagen 30 herausgedrückt
wird, beispielsweise eine Lage 30 aus Formsteinen 22, 23, eine
darüber
angeordnete Lage 30 aus Formsteinen 20, 21 und
eine weitere oberhalb angeordnete Lage 30 aus Formsteinen 22, 23.
Bei der vorstehend beschriebenen wechselseitigen Verlegung können also immer
Pakete mit 3, 5, 7 usw. Lagen 30 innerhalb einer Stützwand 24 verschoben
werden.
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Denkbar
ist aber auch, dass ein oberer Abschnitt der Stützwand 24, also ein
oberster Formstein 20..23 durchgehend bis zu einer
bestimmten Tiefe der Stützwand 24 verschoben
wird.
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Wie
vorstehend beschrieben bestehen die Lagen 30 jeweils ausschließlich aus
Formsteinen 20, 21 einerseits oder Formsteinen 22, 23 andererseits. Jede
Lage 30 der Stützwand 24 besteht
damit im Hinblick auf die Anordnung bzw. Ausrichtung der Schrägflächen 31 aus
identischen Formsteinen 20, 21; 22, 23.
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Der
Unterschied zwischen den Formsteinen 20 und 21 besteht
lediglich darin, dass diese im Bezug auf eine Profilierung der beiden
Seitenflächen 19 unterschiedlich
ausgebildet sind. Wie aus den 1 bis 8 ersichtlich
ist, weisen die Formsteine 20, 21 im Bereich der
beiden aufrechten Seitenflächen 29 Mittel
zur Verzahnung mit benachbarten Formsteinen 20, 21 innerhalb
der gleichen Lage 30 auf. Die Verzahnungsmittel an den
beiden Formsteinen 20, 21 sind dabei korrespondierend
ausgebildet, sodass sich ein Formschluss im Bereich der Seitenflächen 29 ergibt,
wenn die Formsteine 20, 21 nebeneinander innerhalb
der gleichen Lage 30 verlegt werden. Im vorliegenden Fall
sind die Verzahnungsmittel als horizontal gerichtet verlaufende
und vorspringende Nuten 32 und korrespondierende Vertiefungen 33 ausgebildet.
Die Nuten 32 und Vertiefungen 33 erstrecken sich
abwechselnd durchgehend über
die gesamten Seitenflächen 29.
Die Nuten 32 und Vertiefungen 33 sind parallel
zueinander ausgerichtet.
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Auch
die Formsteine 22, 23 weisen entsprechende Nuten 32 und
Vertiefungen 33 auf, die miteinander korrespondieren, sodass
benachbarte Formsteine 22, 23 innerhalb einer
Lage 30 unter wechselseitiger Verzahnung miteinander verlegbar
sind.
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Eine
weitere Besonderheit der gezeigten Formsteine 20..23 betrifft
eine besondere Gestaltung der Rückseiten 28 aller
Formsteine 20..23. Die Rückseiten 28 weisen
nämlich
Mittel zur Verzahnung der Formsteine 20..23 bzw.
einer entsprechenden Fläche der
Stützwand 24 mit
einer nicht gezeigten Erdreichhinterfüllung auf.
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Zu
diesem Zweck können
die Rückseiten 28 eine
aufgeraute und/oder profilierte Oberfläche aufweisen. Vorzugsweise
sind aber an den Rückseiten 28 voneinander
beabstandete Vorsprünge
ausgebildet, beispielsweise als Fortsetzung der Nuten 32 an den
Seitenflächen 29.
Es ist aber auch denkbar, dass die Vorsprünge nicht durchgehend ausgebildet
sind, sondern als Würfel
oder quaderförmige
Strukturen an der Rückseite 28 angeformt
sind. Dies führt
zu einer Verringerung des Wandreibungswinkels, wodurch der auf die
Stützwand 24 einwirkende
aktive Erddruck anteilig entfällt
bzw. verringert werden kann. Auf diese Weise kann die beschriebene
Stützwand 24 höhere Lasten
aufnehmen als herkömmliche Stützwände.
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Eine
weitere Besonderheit betrifft die Gestaltung der Sichtseiten 27 der
Formsteine 20..23. Wie sich aus dem Vorstehenden
ergibt, wird die Stützwand 24 aus
insgesamt vier unterschiedlich ausgebildeten Formsteinen 20..23 hergestellt.
Dabei kommen je Lage 30 zwei unterschiedlich ausgebildete
Formsteine 20, 21 einerseits oder zwei unterschiedlich
ausgebildete Formsteine 22, 23 andererseits zum
Einsatz. Die Sichtseiten 27 der vier Formsteine 20..23 sind
jedoch insgesamt abweichend voneinander ausgestaltet.
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Im
Ausführungsbeispiel
gemäß 18 weisen
die Sichtseiten 27 eine mosaikartige Prägung auf. Es können jedoch
auch andere Effekte vorgesehen sein, um die Sichtseiten 27 unterschiedlich
zu gestalten. Denkbar ist auch, dass die Sichtseiten 27 durch
unterschiedlich gestaltete Vorsatzkörper gebildet sind.
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Der
Vorteil dieser Lösung
besteht darin, dass die Stützwand 24 einerseits
ansprechend gestaltet erscheint, wohingegen die Stabilität keinerlei
Einbußen
erfährt.
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Eine
weitere Besonderheit besteht drin, dass die Formsteine 20..23 in
Bezug auf die Verzahnungsmittel und die Formschlussmittel symmetrisch
zu einer gedachten horizontalen Mittelebene ausgebildet sind. Auf
diese Weise können
die Formsteine 20..23 ohne Verzicht auf die vorstehend
genannten Funktionalitäten
sowohl mit der Oberseite 25 nach oben als auch mit der
Oberseite 25 nach unten weisend verlegt werden. Auf diese
Weise ist eine vielfältige
Gestaltung der Sichtseite 27 der Stützwand 24 möglich, ohne
dass gleichförmige
Muster oder ein eventueller Moiré-Effekt eintreten.
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Die
vorstehend beschriebenen Besonderheiten der Formsteine 20..23 können unabhängig oder kumulativ
verwirklicht sein. Insbesondere sind beliebige Kombinationen der
Besonderheiten möglich.
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Im
Hinblick auf die Ausgestaltung der Schrägflächen 31 ist es natürlich auch
denkbar, dass sich die Schrägflächen 31 durchgehend
von der Sichtseite 27 bis zur Rückseite 28 erstrecken,
sodass die Formsteine 20..23 im Querschnitt eine
trapezartige Form aufweisen. Denkbar ist natürlich auch, dass sich die Schrägflächen 31 ausgehend
von der Sichtseite 27 erstrecken und mit Abstand zur Rückseite 28 enden
oder umgekehrt. Wichtig ist lediglich, dass einige Lagen 30 aus
Formsteinen 20..23 seitlichen Druck aus der Erdreichhinterfüllung auf
einige andere Lagen 30 übertragen
können,
wohingegen das bei anderen Lagen 30 aus Formsteinen 20..23 nicht
vorgesehen ist.
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Der
vorstehend beschriebene Satz aus Formsteinen 20..23 ist
auch geeignet zur Erstellung von insbesondere frei stehenden Wänden im
Allgemeinen sowie Vorhangfassaden oder dergleichen. Die Formsteine 20..23 können dabei
wie vorstehend beschrieben ausgebildet sein.
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Weiterhin
eignen sich die Formsteine 20..23 auch zur Erstellung
von Bodenbelägen
oder Erdreichabdeckungen, wobei die Formsteine 20..23 entsprechend
der vorstehenden Beschreibung zusammen verlegt werden, jedoch die
Sichtseiten 27 der Formsteine 20..23 nach
oben weisen und die Pflasterfläche
bilden.
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Der
beschriebene Bausatz aus (vier) Formsteinen 20..23 ist
somit vielfältig
einsetzbar, beispielsweise zur Erstellung von Stützwänden 24, Mauern, Bodenbelägen, etc.
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- 20
- Formstein
- 21
- Formstein
- 22
- Formstein
- 23
- Formstein
- 24
- Stützwand
- 25
- Oberseite
- 26
- Unterseite
- 27
- Sichtseite
- 28
- Rückseite
- 29
- Seitenfläche
- 30
- Lage
- 31
- Schrägfläche
- 32
- Nut
- 33
- Vertiefung