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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Staufach für ein Kraftfahrzeug, insbesondere
einen Handschuhkasten, sowie eine Instrumententafel mit einem Staufach.
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Aus
dem Stand der Technik sind verschiedene Staufächer für Kraftfahrzeuge bekannt. Insbesondere
ist aus der
EP 0 668
189 B1 eine Instrumententafel für ein Kraftfahrzeug bekannt,
die zwei Stauräume
beinhaltet, welche durch entsprechende Deckel abgedeckt werden.
Die Deckel sind nach oben bzw. unten aufschwenkbar.
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Der
Erfindung liegt dem gegenüber
die Aufgabe zu Grunde, ein verbessertes Staufach für ein Kraftfahrzeug,
insbesondere einen Handschuhkasten, zu schaffen sowie eine verbesserte
Instrumententafel mit einem solchen Staufach.
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Die
der Erfindung zu Grunde liegenden Aufgaben werden jeweils mit den
Merkmalen der unabhängigen
Patentansprüche
gelöst.
Bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung sind in den abhängigen
Patentansprüchen
angegeben.
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Erfindungsgemäß wird ein
Staufach für
ein Kraftfahrzeug geschaffen, welches zumindest erste und zweite
Stauräume
beinhaltet. Die beiden Stauräume
werden durch entsprechende Deckel abgedeckt. Eine Fuge zwischen
den Deckeln wird durch einen der Deckel überdeckt.
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Dies
hat den Vorteil, dass eine Doppelpassung der Deckel vermieden werden
kann, wodurch die Toleranzsituation zwischen den beiden Deckeln entschärft werden
kann. Durch die Überdeckung
der Fuge von einem der beiden Deckel wird ferner ein verbessertes
Design des Staufachs bzw. des Kraftfahrzeug-Innenraums ermöglicht.
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In
einer Ausführungsform
der Erfindung ist einer der Deckel so ausgebildet, dass er die Fuge von
einer Sitzposition im Kraftfahrzeug-Innenraum her betrachtet verdeckt.
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In
einer Ausführungsform
der Erfindung sind die Stauräume übereinander
angeordnet. Die untere Kante des oberen Deckels ist dabei relativ
zu der Sitzposition im Kraftfahrzeug-Innenraum vor der oberen Kante
des unteren Deckels angeordnet. Hierdurch wird die obere Kante des
unteren Deckels aus der Sitzposition betrachtet, verdeckt.
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In
einer Ausführungsform
der Erfindung erstreckt sich der obere Deckel über eine Trennwand der Stauräume hinweg.
Durch den sich über
die Trennwand hinweg erstreckenden Bereich des oberen Deckels wird
ein oberer Bereich des unteren Deckels und damit eine Fuge zwischen
den Deckeln verdeckt.
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In
einer Ausführungsform
der Erfindung sind die Deckel so miteinander gekoppelt, dass bei Öffnung eines
der Deckel, der jeweils andere Deckel ebenfalls geöffnet wird.
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Dies
hat den Vorteil, dass einerseits der Stauraum in zwei Stauräume unterteilt
ist, so dass verschiedene Gegenstände in die Stauräume einsortiert
werden können,
und andererseits beide Stauräume
durch eine einzige Nutzeraktion zugänglich sind, indem nämlich entweder
nur der eine oder der andere der beiden Deckel betätigt wird.
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Dadurch
kann insbesondere vermieden werden, dass ein Benutzer die beiden
Deckel nacheinander jeweils gesondert öffnen muss, wenn er oder sie einen
bestimmten Gegenstand in den Stauräumen sucht und entnehmen möchte.
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Die
Kopplung der Deckel kann auf unterschiedliche Arten erfolgen. Beispielsweise
kann die Kopplung der Deckel mechanisch, insbesondere über einen
Hebelmechanismus, realisiert sein. Alternativ oder zusätzlich kann
die Kopplung elektromechanisch erfolgen. Hierbei wird durch Betätigung eines
der beiden Deckel ein Aktuator, wie zum Beispiel ein Elektromotor,
eingeschaltet, der den jeweils anderen Deckel oder beide Deckel
antreibt, um sie zu öffnen.
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Alternativ
oder zusätzlich
kann die Kopplung der Deckel auch elektronisch erfolgen. Hierzu
wird eine Betätigung
eines der beiden Deckel durch den Benutzer sensiert. Dies hat ein
Steuerungssignal zur Folge, durch welches ein oder mehrere Aktuatoren, insbesondere
Elektromotoren angesteuert werden, um die beiden Deckel zu öffnen. Zur
Eingabe eines Öffnungskommandos
für die Öffnung der
beiden Deckel kann auf einem oder beiden der Deckel oder an der
Instrumententafel ein Schalter, wie zum Beispiel ein Druckschalter,
berührungsloser
Schalter, also zum Beispiel ein kapazitiver oder induktiver Näherungssensor,
oder dergleichen angeordnet sein. Die Betätigung eines solchen Schalters
wird durch ein Steuergerät,
beispielsweise eine sogenannte Electronic Control Unit (ECU) sensiert,
so dass die ECU ein oder mehrere Aktuatoren ansteuert, so dass die Deckel
geöffnet
werden.
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Die
Kopplung der Deckel kann so ausgebildet sein, dass das Schließen der
Deckel unabhängig voneinander
erfolgen kann, wie zum Beispiel durch manuelles Schließen der
Deckel. Die Kopplung der Deckel kann auch so ausgebildet sein, dass
durch Schließen
eines der Deckel auch der jeweils andere Deckel automatisch mit
geschlossen wird. Die hierfür erforderliche
Kopplung der Deckel kann wiederum mechanisch, elektromechanisch
und/oder elektronisch ausgebildet sein.
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In
einer Ausführungsform
der Erfindung sind die Deckel so miteinander gekoppelt, dass das Öffnen und/oder
das Schließen
der Deckel im wesentlichen synchron erfolgt.
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In
einer Ausführungsform
der Erfindung ist einer der Stauräume in einer Einbauposition
des Staufachs oberhalb des anderen Stauraums angeordnet. Der den
oberen Stauraum abdeckende Deckel ist dabei so ausgebildet, dass
er in seiner geschlossenen Position eine Fuge zwischen den Deckeln
verdeckt.
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In
einer Ausführungsform
der Erfindung hat nur der untere Deckel einen Betätigungsgriff.
Die Betätigung
des oberen Deckels kann so erfolgen, dass ein Benutzer an einer
die Fuge zwischen den Deckeln überdeckenden
Kante des oberen Deckels zieht.
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In
einer Ausführungsform
der Erfindung verläuft
zwischen den beiden Stauräumen
eine in Einbauposition im wesentlichen horizontale Trennwand. Vorzugsweise
verdeckt der obere der beiden Deckel die Trennwand, wenn er geschlossen
ist.
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In
einer Ausführungsform
der Erfindung sind die beiden Deckel über einen Hebel mechanisch
gekoppelt. Der Hebel hat eine Achse, die bezüglich eines Gehäuses des
Staufachs schwenkbar gelagert ist.
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In
einer Ausführungsform
der Erfindung weist die mechanische Kopplung einen weiteren Hebel
auf, der an dem schwenkbar gelagerten Hebel angreift.
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In
einer weiteren Ausführungsform
erfolgt die schwenkbare Lagerung der Achse des erstgenannten Hebels
durch einen weiteren Hebel, der seinerseits mittels einer Schwenkachse
an dem Gehäuse des
Staufachs befestigt ist.
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In
einer Ausführungsform
der Erfindung hat der dritte Hebel eine Anschlagfläche zur
Begrenzung der Schwenkbewegung.
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Die
mechanische Kopplung der Deckel mit Hilfe von ein oder mehreren
Hebeln hat den Vorteil, dass diese robust und mit relativ geringem
Aufwand realisierbar ist.
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Nach
einer Ausführungsform
der Erfindung wird durch das Staufach ein Handschuhkasten zur Verfügung gestellt.
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In
einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung eine Instrumententafel
mit einem integrierten erfindungsgemäßen Staufach.
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In
einer Ausführungsform
der Erfindung erfolgt die Kopplung der das Staufach abdeckenden Deckel
mechanisch, zum Beispiel über
ein oder mehrere Hebel, elektromechanisch und/oder elektronisch.
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In
einer weiteren Ausführungsform
ist die Kopplung zwischen den Deckeln unterbrochen bzw. eine solche
Kopplung nicht vorhanden. Einer der beiden Stauräume beinhaltet einen Energieabsorptionskörper zur
Absorption von Stoßenergie.
Beispielsweise beinhaltet der untere der beiden Stauräume einen solche
Energieabsorptionskörper
als Knieaufprallschutz, d.h. als sog. Kneepad. Der Energieabsorptionskörper kann
beispielsweise aus einem Schaumstoff, einem Schaumverbundstoff,
einer wabenförmigen
Struktur oder dergleichen bestehen.
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In
der Ausführungsform
mit Energieabsorptionskörper
ist der entsprechende Deckel, der den den Energieabsorptionskörper beinhaltenden
Stauraum abdeckt, mit einem Gehäuse
des Staufachs und/oder der Instrumententafel fest verbunden.
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Dies
ist zur Realisierung von verschiedenen Varianten eines Kraftfahrzeug-Models
mit oder ohne Beifahrer Kneepad besonders vorteilhaft, da unabhängig von
dem Vorhandensein oder Nichtvorhandensein des Kneepads dasselbe
oder im wesentlichen dasselbe Design der Instrumententafel verwendet
werden kann. In der Variante mit Energieabsorptionskörper, insbesondere
Kneepad, ist keine Kopplung zwischen den Deckeln gegeben. Der Deckel, welcher
den den Energieabsorptionskörper
beinhalteten Stauraum abdeckt, ist fest mit der Instrumententafel
verbunden. Dieser Deckel wirkt also als Aufprallfläche für die Energieabsorption
bei einem Frontalaufprall.
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Die
Realisierung der verschiedenen Varianten eines Kraftfahrzeugmodels
mit oder ohne Kneepad bei Beibehaltung desselben äußeren Designs der
Instrumententafel ist besonders vorteilhaft für die Realisierung verschiedener
Ländervarianten
des Kraftfahrzeug-Models,
da in einigen Ländern
Kneepads gesetzlich vorgeschrieben sind, sowie auch zur Verfügungstellung
unterschiedlicher Ausstattungsoptionen je nach Kundenwunsch.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung ist zumindest einer der beiden Deckel versenkbar.
Wenn der betreffende Deckel geöffnet
wird, schwenkt oder fährt
er teilweise oder vorzugsweise vollständig hinter die Oberfläche der
Instrumententafel zurück.
Hierdurch kann das Verletzungsrisiko bei einem Aufprall des Kraftfahrzeugs,
insbesondere bei einem Frontalaufprall, minimiert werden.
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Insbesondere
können
hierdurch Verletzungen an einem geöffneten und in dem Kraftfahrzeug-Innenraum
hinein ragenden Deckel vermieden werden. Beispielsweise kann vermieden
werden, dass ein geöffneter,
in den Kraftfahrzeug-Innenraum hineinragender Deckel durch den Airbag
gelöst
oder beschädigt
werden kann. Durch den abgelösten
Deckel, Deckelteile oder von dem Deckel abgelöste Partikel bestünde sonst
u.U. ein Verletzungsrisiko für
die Insassen des Kraftfahrzeugs.
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Ferner
kann hierdurch auch vermieden werden, dass ein sich aufgrund des
Aufpralls entfaltender Airbag aufgrund seiner Entfaltungsbewegung den
geöffneten
Deckel ganz oder teilweise schließt, wobei Körperteile eingequetscht werden
könnten.
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In
einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung eine Instrumententafel
mit einem Staufach, insbesondere mit einem Handschuhkasten. Der
Handschuhkasten hat beispielsweise zwei übereinander angeordnete Deckel,
die in entgegengesetztem Richtungssinn geöffnet werden können. Die
zwischen den Deckeln gebildete Fuge wird durch den oberen der beiden
Deckel überdeckt.
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Das Öffnen und
Schließen
der Deckel kann mit einer Dreh-, Schwenk- und/oder translatorischen Bewegung
erfolgen. Vorzugsweise wird der obere Deckel beim Öffnen teilweise
oder vollständig
in der Instrumententafel versenkt, so dass der geöffnete obere
Deckel nicht oder fast nicht in den Innenraum des Kraftfahrzeugs
hinein ragt.
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In
dem unteren Stauraum des Handschuhkastens kann ein Energieabsorptionskörper angeordnet
sein. In diesem Fall ist der untere Deckel nicht öffnenbar,
das heißt,
er ist fest mit dem Gehäuse
des Handschuhkastens und/oder mit der Instrumententafel fest verbunden.
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Statt
mit zwei separaten Deckeln können
die Stauräume
in dem Staufach auch mit einem einzigen Deckel abgedeckt werden,
dessen äußere Kontur der
Kontur der beiden separaten Deckel in deren jeweiliger Schließposition
entspricht. Optional kann dabei auch die Trennwand entfallen, die
die beiden Stauräume
voneinander trennt.
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Die
vorliegende Erfindung schafft also ein Handschuhkastenmodulsystem,
welches verschiedene Ausstattungsvarianten bei jeweils gleichem oder
im wesentlichen gleichen äußeren Erscheinungsbild
des Staufachs, insbesondere des Handschuhkastens, bzw. der Instrumententafel
bietet.
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Im
weiteren werden verschiedene Ausführungsformen der Erfindung
anhand der Zeichnungen näher
erläutert.
Es zeigen:
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1 eine
schematische Schnittansicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Staufachs.
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2 eine
perspektivische Ansicht einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Staufachs
mit mechanischer Kopplung der Deckel.
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3 die
Ansicht der 2 bei geöffneten Deckeln.
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4 eine
Seitenansicht einer Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Instrumententafel
mit einem Handschuhkasten,
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5 eine
perspektivische Ansicht der Instrumententafel vom Kraftfahrzeug-Innenraum her bei
geöffneten
Deckeln,
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6 eine
Seitenansicht einer Ausstattungsvariante der in der 4 gezeigten
Ausführungsform
mit Knieaufprallschutz,
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7 die
Ansicht der 5 in der Ausstattungsvariante
mit Knieaufprallschutz,
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8 eine
perspektivische Ansicht einer Ausstattungsvariante der Instrumententafel
mit einem einzigen Deckel,
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9 eine
perspektivische Ansicht einer Ausstattungsvariante der Instrumententafel
gemäß 8 mit
einem einzigen Stauraum,
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10 eine
perspektivische Ansicht einer drehbaren Lagerung für den oberen
Deckel zur Versenkung in der Instrumententafel,
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11 eine
perspektivische Ansicht einer Antriebsvorrichtung mit einer Kulissenführung für den oberen
Deckel.
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Einander
entsprechende Elemente in der nachfolgenden Figurenbeschreibung
sind mit denselben Bezugszeichen gekennzeichnet.
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Die 1 zeigt
ein Staufach 100 für
ein Kraftfahrzeug, wie zum Beispiel einen Handschuhkasten oder dergleichen.
Das Staufach 100 hat ein Gehäuse 102, welches durch
eine Trennwand 104 in einen oberen Stauraum 106 und
einen unteren Stauraum 108 unterteilt ist. In dem hier
betrachteten Ausführungsbeispiel
verläuft
die Trennwand 104 in ihrer Einbauposition im wesentlichen
in horizontale Richtung.
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Ein
Deckel 110 ist an dem Gehäuse 102 um eine Achse 112 nach
oben schwenkbar gelagert. In seiner in der 1 dargestellten
geschlossenen Position deckt der Deckel 110 den Stauraum 106 ab.
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Ein
weiterer Deckel 114 des Staufachs 100 ist um eine
Achse 116 an dem Gehäuse 102 nach
unten schwenkbar gelagert. In seiner in der 1 gezeigten
geschlossenen Position deckt der Deckel 114 den unteren
Stauraum 108 ab.
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In
der hier betrachteten Ausführungsform
erstreckt sich der Deckel 110 über die Trennwand 104 hinweg.
Dadurch wird an dem Deckel 110 ein Kantenbereich 118 gebildet.
Ein Benutzer kann den Deckel 110 in dem Kantenbereich 118 bequem
anfassen, um diesen in die Schwenkrichtung 120 nach oben
aufzuschwenken. Der Kantenbereich verdeckt den bei geschlossenen
Deckeln 110, 114 vom Fahrzeuginnenraum betrachtet
dahinter liegenden Bereich 119 des Deckels 114,
der eine Fuge 121 mit dem anderen Deckel 110 bildet.
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Der
untere Deckel 114 kann einen Betätigungsgriff 122 aufweisen.
Durch Ziehen an dem Betätigungsgriff 122 kann
ein Benutzer den unteren Deckel 114 in Schwenkrichtung 124 nach
unten aufschwenken.
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Die
beiden Deckel 110 und 114 können über eine Kopplung 126 miteinander
gekoppelt sein, so dass bei Öffnung
eines der beiden Deckel der jeweils andere Deckel ebenfalls geöffnet wird.
Die Kopplung 126 kann so ausgebildet sein, dass das Gleiche
auch für
das Schließen
der Deckel 110, 114 gilt, das heißt, das
bei Schließung
eines der Deckel der jeweils andere Deckel ebenfalls automatisch
mit geschlossen wird.
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Die
Kopplung 126 kann hierzu mechanisch, elektromechanisch
und/oder elektronisch ausgebildet sein.
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In
dem hier betrachteten Ausführungsbeispiel
ist die Kopplung 126 so ausgebildet, dass beim Schließen der
Deckel 110, 114 der Deckel 114 dem Deckel 110 voreilt,
so dass der Deckel 144 seine in der 1 gezeigte
geschlossene Position erreicht hat bevor der Deckel 110 seine
in der 1 gezeigte geschlossene Position erreicht. Dadurch
wird vermieden, dass die Deckel 110, 144 kurz
vor erreichen der jeweiligen geschlossenen Position mit deren äußeren Kanten
aufeinanderprallen.
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Die 2 zeigt
in perspektivischer Ansicht eine mechanische Ausführung der
Kopplung 126 mit Hilfe eines Hebelmechanismus.
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Die
Kopplung 126 hat in der Ausführungsform der 2 einen
Hebel 128. Der Hebel 128 ist um eine an dem Gehäuse 102 befestigte
Achse 130 schwenkbar gelagert. Hierzu hält die Achse 130 einen
weiteren Hebel 132, der zwei einander gegenüberliegende
Schenkel aufweist, durch die hindurch der Hebel 128 verläuft. Der
Hebel 128 ist mit einer zwischen den gegenüberliegenden
Schenkeln des Hebels 132 verlaufenden Achse 134 mit
dem Hebel 132 verbunden.
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Ein
Ende des Hebels 128 ist mit einem unteren Bereich 136 des
unteren Deckels 114 schwenkbar verbunden. An dem anderen
Ende des Hebels 128 ist ein weiterer Hebel 138 schwenkbar
gelagert. Das andere Ende des Hebels 138 ist mit einem
oberen Bereich 140 des oberen Deckels 110 schwenkbar verbunden.
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In
der Ausführungsform
der 2 hat der Hebel 132 an seinem der Achse 130 gegenüberliegenden
Ende eine Anschlagfläche 142,
die die beiden gegenüberliegenden
Schenkel des Hebels 132 miteinander verbindet. Die Anschlagfläche 142 hat ein
gekrümmtes
Profil. Durch die Anschlagfläche 142 wird
eine Schwenkbewegung des Hebels 128 um die Achse 134 zum Öffnen bzw.
Schließen
der Deckel 110 und 114 begrenzt.
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Zum Öffnen der
Deckel 110 und 114 betätigt ein Benutzer einen der
beiden Deckel, indem er oder sie beispielsweise den Deckel 110 an
dem Kantenbereich 118 ergreift und nach oben zieht, oder
indem er oder sie den Deckel 114 mit Hilfe des Betätigungsgriffs 122 in
die Schwenkrichtung 124 nach unten zieht.
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Wenn
die Betätigungskraft
an dem oberen Deckel 110 angreift, um diesen in Schwenkrichtung 120 aufzuschwenken,
wird die Betätigungskraft über den
Hebel 138 auf den Hebel 128 übertragen, so dass dieser eine
Schwenkbewegung um seine Achse 134 und um die Achse 130 ausführt, die
durch die Anschlagfläche 142 begrenzt
wird. Hierdurch wird der untere Deckel 114 in Schwenkrichtung 124 geöffnet.
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Greift
die Betätigungskraft
dagegen an den unteren Deckel 114 an, um diesen in Schwenkrichtung 124 zu öffnen, so
wird die Betätigungskraft über den
Hebel 128 und den Hebel 138 zu dem oberen Deckel 110 übertragen,
so dass dieser in Schwenkrichtung 120 aufschwenkt, wobei
der Hebel 128 wiederum Schwenkbewegungen um die Achsen 134 und 130 ausführt, die
durch die Anschlagfläche 142 begrenzt
werden.
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Die 3 zeigt
die Stellung der Hebel 128, 132 und 138 bei
geöffneten
Deckeln 110 und 114.
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Zum
Schließen
der Deckel 110 und 114 kann entsprechend vorgegangen
werden. Hierzu kann ein Benutzer den oberen Deckel 110 in
die Schwenkrichtung 144 nach unten drücken oder den Deckel 114 in die
Schwenkrichtung 146 nach oben ziehen. Die entsprechenden
Schließkräfte werden
dabei über
die Kopplung 126 von dem betätigten Deckel auf den jeweils
anderen Deckel übertragen.
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Die 4 zeigt
einen Querschnitt einer Instrumententafel 148 mit einem
Staufach 100. Das Staufach 100 ist unterhalb eines
Beifahrerairbags 150 angeordnet. Der obere Deckel 110 des Staufachs 100 erstreckt
sich über
die Trennwand 104 hinweg, so dass er eine Fuge 121 zwischen
dem oberen Deckel 110 und dem unteren Deckel 114 überdeckt.
Aufgrund dessen ist die Fuge 121 für einen Beifahrer 152 nicht
sichtbar, wenn sich dieser in seiner normalen Sitzposition auf einem
Beifahrersitz 154 befindet.
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Der
obere Deckel 110 hat eine untere Kante 158, die
aus Richtung des Beifahrers 152 betrachtet vor einer oberen
Kante 160 des unteren Deckels 114 liegt. Daher überdeckt
der Deckel 110 die zwischen der unteren Kante 158 und
der oberen Kante 160 gebildete Fuge 121, so dass
diese in Blickrichtung 162 des Beifahrers 152 unsichtbar
ist, wenn die Deckel 110 und 114 geschlossen sind.
In der hier betrachteten Ausführungsform
wird zwischen einer oberen Wandung 164 des Gehäuses 102 und
einer oberen Begrenzung 166 des Stauraums 106 ein
Aufnahmebereich 168 für
den Deckel 110 gebildet. Der Aufnahmebereich 168 befindet
sich in Einbauposition des Staufachs 100 im Inneren der
Instrumententafel 148.
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Beim Öffnen des
Deckels 110 wird dieser zumindest teilweise in dem Aufnahmebereich 168 versenkt,
wie mit gestrichelten Linien in der 4 dargestellt.
Dies kann durch eine Drehbewegung und/oder eine translatorische
Bewegung erfolgen, wie weiter unten näher anhand der Ausführungsbeispiele
der 10 und 11 erläutert.
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Zur Öffnung des
Staufachs 100 ergreift der Beifahrer 152 den oberen
Deckel 110 im Bereich von dessen unterer Kante 158 und
zieht die untere Kante nach oben, wobei der Deckel 110 eine Öffnungsbewegung
durchführt,
durch welche er in den Aufnahmebereich 168 gedreht oder
verfahren wird. Falls die beiden Deckel 110 und 114 miteinander
gekoppelt sind, öffnet
sich gleichzeitig der untere Deckel 114 durch eine Schwenkbewegung
in seine in der 4 ebenfalls mit gestrichelten
Linien dargestellte, geöffnete
Position.
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Alternativ
kann die Öffnung
der beiden miteinander gekoppelten Deckel 110 und 114 auch durch
Betätigung
des Betätigungsgriffs 122 initiiert werden.
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Zum
Schließen
der Deckel 110 und 114 kann der Beifahrer 152 den
zumindest teilweise in dem Aufnahmebereich 168 versenkten
Deckel 110 im Bereich von dessen unterer Kante 158 ergreifen
und aus dem Aufnahmebereich 168 herausziehen. Bei miteinander
gekoppelten Deckeln 110 und 114 führt dies
gleichzeitig zur Schließung
des unteren Deckels 114.
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Alternativ
kann der Beifahrer 152 auch die beiden Deckel 110 und 114 schließen, wenn
beide miteinander gekoppelt sind, indem er den unteren Deckel 114 betätigt. Dadurch
wird der obere Deckel 110 aus seinem Aufnahmebereich 168 heraus
in seine geschlossene Position gedreht bzw. verfahren.
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Diese
Ausführungsform
ist besonders vorteilhaft, da ein Ergreifen des oberen Deckels 110 im Bereich
von dessen unterer Kante 158 für den Beifahrer 152 mit
Schwierigkeiten verbunden sein kann, insbesondere wenn der Deckel 110 vollständig in
den Aufnahmebereich 168 versenkt worden ist. In diesem Fall
ist die Schließung
des oberen Deckels 110 aufgrund einer Betätigung des
unteren Deckels 114 vorteilhaft.
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Ein
weiterer Vorteil der Ausführungsform
der 4 besteht darin, dass aufgrund der zumindest teilweisen
Versenkbarkeit des Deckels 110 in dem Aufnahmebereich 168 vermieden
werden kann, dass der Beifahrer-Airbag 150 bei seiner Entfaltung
auf dem geöffneten
Deckel 110 aufschlägt,
wodurch Verletzungen resultieren könnten.
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Die 5 zeigt
die Instrumententafel 148 in perspektivischer Ansicht vom
Kraftfahrzeug-Innenraum her betrachtet, bei geöffneten Deckeln 110 und 114.
In der hier dargestellten Ausführungsform
ist das Staufach 100 als geteilter Handschuhkasten mit
zwei übereinander
liegenden Stauräumen 106 und 108 (vgl. 1 und 4)
ausgebildet. Der obere Deckel 110 ist in seiner dargestellten Öffnungsposition
fast vollständig
in die Instrumententafel 148 hinein versenkt.
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Die 6 zeigt
eine Ausstattungsvariante der in den 4 und 5 dargestellten
Ausführungsform.
Bei dieser Ausführungsform
befindet sich in dem unteren Stauraum 108 ein Energieabsorptionskörper 170.
Durch den unteren Deckel 114 wird eine dem Energieabsorptionskörper 170 vorgelagerte
Aufprallfläche
gebildet. Der Deckel 114 ist in dieser Ausführungsform
nicht zu öffnen,
sondern mit der Instrumententafel 148 fest verbunden.
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Durch
den Energieabsorptionskörper 170 und
den vorgelagerten Deckel 114 wird hier also ein Knieaufprallschutz,
das heißt
ein sogenanntes Kneepad, geschaffen. Die äußere Kontur der Instrumententafel 148 ist
dabei im wesentlichen identisch zu der äußeren Kontur in der Ausführungsform
der 4 mit dem Unterschied, dass der Betätigungsgriff 122 entfällt, da
sich ja der untere Deckel 114 nicht öffnen lässt.
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Der
Energieabsorptionskörper 170 kann
zum Beispiel aus einem Schaumstoff oder einem Schaumverbundwerkstoff
bestehen und/oder eine wabenförmige
Struktur zur Energieabsorption aufweisen.
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Die 7 zeigt
die Ausführungsvariante
der Instrumententafel der 6 in perspektivischer
Ansicht bei geöffnetem
oberen Deckel 110. Bei dieser Ausführungsvariante ist die Kopplung 126 (vgl. 1, 2 und 3)
zwischen den Deckeln 110 und 114 nicht realisiert
oder aufgehoben, so dass sich der Deckel 110 unabhängig von
dem Deckel 114 öffnen
und schließen
lässt.
Beispielsweise wird die Kopplung der Deckel 110 und 114 dadurch
aufgehoben, dass die Hebel 128, 132 und 138 (vgl. 2 und 3)
nicht montiert werden.
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Die 8 zeigt
eine weitere Ausstattungsvariante der in den 4 bis 7 dargestellten
Ausführungsformen
der Instrumententafel 148. In dieser Ausstattungsvariante
werden die Stauräume 106 und 108 durch
einen einzigen Deckel 172 abgedeckt, der um die untere
Achse 116 schwenkbar ist. Der Deckel 172 hat im
wesentlichen dieselbe Kontur, wie die Deckel 110 und 114,
wenn sich diese in ihrer geschlossenen Position befinden.
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Die 9 zeigt
eine perspektivische Ansicht einer weiteren Ausstattungsvariante,
die weitgehend der Ausführungsform
der 8 entspricht, wobei die Trennwand 104 entfallen
ist.
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Wie
anhand der 4 bis 9 dargestellt, wird
also ein Handschuhkastensystem geschaffen, welches verschiedene
Ausstattungsvarianten ermöglicht,
wobei das äußere Erscheinungsbild
der Instrumententafel 148 jeweils im wesentlichen unverändert bleibt.
Durch den modularen Aufbau lassen sich so kostengünstig verschiedene
Ausstattungs varianten, je nach Kundenwunsch und je nach den in den
jeweiligen Ländern
bestehenden gesetzlichen Regelungen schaffen.
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Die 10 zeigt
in perspektivischer Ansicht ein Befestigungselement 174,
durch welches der Stauraum 106 (vgl. 1 und 4 bis 8)
nach vorne abgeschlossen wird. In dem Befestigungselement 174 ist
eine Öffnung 176 gebildet,
durch die der Stauraum 106 bei geöffnetem Deckel 110 zugänglich ist.
Durch das Befestigungselement 174 wird der Deckel 110 schwenkbar
befestigt, indem das Befestigungselement 174 eine Achse 112 definiert,
die bei dieser Ausführungsform
in etwa auf der Höhe
der Trennwand 104 (vgl. 1 und 4 bis 9)
verläuft.
An dem Deckel 110 sind seitliche Schenkel 178 angeordnet, über die
der Deckel 110 mit der Achse 112 verbunden ist.
Wenn der Deckel 110 um die Achse 112 verschwenkt
wird, fährt
der zumindest teilweise in den Aufnahmebereich 168 (vgl. 4 und 6)
ein.
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Die 11 zeigt
in perspektivischer Ansicht eine weitere Ausführungsform des Befestigungselements 174.
In der Ausführungsform
der 11 wird durch das Befestigungselement 174 eine
Kulissenführung 180 gebildet,
entlang derer der Deckel 110 geöffnet und geschlossen werden
kann. In der hier betrachteten Ausführungsform wird die Öffnungs- und
Schließbewegung
des Deckels durch einen Elektromotor 182 über ein
Zahnrad 184, welches in eine an der Rückseite des Deckels 110 angeordnete Zahnung 186 eingreift,
angetrieben. Auch in dieser Ausführungsform
kann der Deckel 110 bei seiner Öffnungsbewegung entlang der
Kulissenführung 180 zumindest
teilweise in den Aufnahmebereich 168 (vgl. 4 und 6)
verfahren werden.
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Das
Einschalten des Elektromotors 182 erfolgt beispielsweise
durch Betätigung
eines Schalters an der Instrumententafel 148 (vgl. 4 bis 9) und/oder
durch Betätigung
des Betätigungsgriffs 122 (vgl. 1, 4 und 5).
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- 100
- Staufach
- 102
- Gehäuse
- 104
- Trennwand
- 106
- Stauraum
- 108
- Stauraum
- 110
- Deckel
- 112
- Achse
- 114
- Deckel
- 116
- Achse
- 118
- Kantenbereich
- 120
- Schwenkrichtung
- 121
- Fuge
- 122
- Betätigungsgriff
- 124
- Schwenkrichtung
- 126
- Kopplung
- 128
- Hebel
- 130
- Achse
- 132
- Hebel
- 134
- Achse
- 136
- Bereich
- 138
- Hebel
- 140
- Bereich
- 142
- Anschlagfläche
- 144
- Schwenkrichtung
- 146
- Schwenkrichtung
- 148
- Instrumententafel
- 150
- Beifahrerairbag
- 152
- Beifahrer
- 154
- Beifahrersitz
- 158
- untere
Kante
- 160
- obere
Kante
- 162
- Blickrichtung
- 164
- Wandung
- 166
- Begrenzung
- 168
- Aufnahmebereich
- 170
- Energieabsorptionskörper
- 172
- Deckel
- 174
- Befestigungselement
- 176
- Öffnung
- 178
- Schenkel
- 180
- Kulissenführung
- 182
- Elektromotor
- 184
- Zahnrad
- 186
- Zahnung