-
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines als Schlitzbuchse ausgelegten elastomeren Buchsenlagers. Bei dem Buchsenlager weisen die Außenhülse und eventuelle Zwischenteile beziehungsweise zwischen dem Lagerinnenteil und der Außenhülse des Lagers eingelegte Einlegebleche mindestens einen axial verlaufenden Längsschlitz auf.
-
Vor allem im Fahrzeugbau kommen Gummibuchsen an unterschiedlichen Stellen und mit, in Abhängigkeit von ihrer jeweiligen Funktion, unterschiedlicher Bauform zum Einsatz. Ein wesentliches Einsatzgebiet ist die Lagerung von Teilen der Radaufhängung und der Querlenker. Für die zur Lagerung der Querlenker eingesetzten Buchsenlager wird durch die Fahrzeughersteller im Allgemeinen eine hohe radiale Steifigkeit bei einer gleichzeitig niedrigen Torsionsfederrate gefordert. Die Buchsenlager sollen radial eingetragene Kräfte wirksam dämpfen, es aber dabei ermöglichen, dass sich der Querlenker leicht auf und ab bewegen kann. Ein gutes Verhältnis zwischen radialer Steifigkeit und Torsionsfederrate wird durch den Einsatz von Schlitzbuchsen erreicht. Derartige Buchsen bestehen, wie andere elastomere Buchsenlager auch, aus einem im Wesentlichen zylinderförmigen Innenteil, einer das Innenteil konzentrisch umgebenden Außenhülse und einem, zwischen dem Innenteil und der Außenhülse angeordneten und zumeist mit beiden Teilen durch Vulkanisation verbundenen elastomeren Lagerkörper. Je nach Ausführungsform sind gegebenenfalls ein oder mehrere Zwischenteile beziehungsweise Zwischenbleche zwischen dem Innenteil und der Außenhülse angeordnet. Bei Buchsenlagern, welche als Schlitzbuchse ausgeführt sind, weisen die Außenhülse und die gegebenenfalls vorhandenen Zwischenteile zumindest einen axial verlaufenden Längsschlitz auf. Der Schlitz führt in vorteilhafter Weise zu einer Reduzierung der Schrumpfspannungen nach der Vulkanisation der Lagerteile. Im Zuge eines sich an die Vulkanisation anschließenden Kalibrierungsvorganges wird der Durchmesser der Außenhülse reduziert. Hierdurch wird der Schlitz zumindest weitgehend geschlossen und eine Vorspannung auf den elastomeren Lagerkörper aufgebracht, durch welche sich die radiale Steifigkeit des Lagers erhöht. Dabei ist durch den Schlitz ein höherer Kalibrierungsgrad möglich. Hierdurch können zur Reduktion der Torsionsfederrate weichere Mischungen beziehungsweise Elastomere mit einer geringeren Shore-Härte für den Lagerkörper verwendet werden, wobei dieser, aufgrund des hohen Kalibrierungsgrades, dennoch eine hohe statische radiale Steifigkeit aufweist. Das Verhältnis zwischen statischer radialer Steifigkeit und Torsionsfederrate wird folglich in vorteilhafter Weise erhöht. Je größer dabei der Winkel der den Schlitz ausbildenden Kerböffnung, das heißt die Schlitzbreite, ist, desto größer ist die im Zuge der Kalibrierung einstellbare radiale Steifigkeit des Lagers. Allerdings sind der Größe dieses Winkels und damit der äußeren Breite des Schlitzes Grenzen gesetzt, da bei einer zu hohen Schlitzbreite die Gefahr eines Herausquellens des den elastomeren Lagerkörper ausbildenden Gummis besteht.
-
Eine Schlitzbuchse wird beispielsweise in der
DE 1 955 308 A beschrieben. Eine Erhöhung der radialen Steifigkeit lässt sich weiterhin durch den schon angesprochenen Einsatz von Zwischenteilen erreichen, welche zwischen dem Innenteil und der Außenhülse in den Lagerkörper eingelegt werden. Auch dieses wird durch die bereits zitierte
DE 1 955 308 A offenbart. Zum Erreichen einer möglichst hohen radialen Steifigkeit werden häufiger auch mehrere solcher Zwischenteile konzentrisch zueinander angeordnet. Hierbei ergibt sich jedoch eine Grenze durch den am Einbauort des Lagers zur Verfügung stehenden Bauraum. Zudem ist der Einsatz mehrerer Zwischenteile fertigungstechnisch schwierig und führt daher neben erhöhten Materialkosten auch zu höheren Fertigungskosten. Mit zunehmender Zahl von Zwischenteilen erhöht sich außerdem die Gefahr des Entstehens von Haftungsfehlern zwischen den Zwischenteilen und dem Elastomer.
-
Aus der
DE 1 525 131 A ist ein Buchsenlager ohne Schlitz bekannt, bei dem zur Erhöhung seiner axialen Steifigkeit, an den axialen Enden der Außenhülse ein Bund ausgebildet ist. Dem gegenüber weisen jedoch die bisher aus dem Stand der Technik bekannten Schlitzbuchsen, aus fertigungstechnischen Gründen, nur eine verhältnismäßig geringe axiale Steifigkeit auf. Hierdurch besteht die Gefahr, dass zur Lagerung des Querlenkers eingesetzte elastomere Schlitzbuchsen beim Auftreten höherer axialer Belastungen axial auswandern. Unter diesem Gesichtspunkt ist es wünschenswert, dass das auch Schlitzbuchsen möglichst eine hohe axiale Steifigkeit aufweisen. Ein Problem stellt bei den aus dem Stand der Technik bekannten Schlitzbuchsen auch die Möglichkeit des Eindringens von Schmutz aus der axialen Richtung dar.
-
Die
DE 26 08 553 A1 offenbart ein Buchsenlager mit einem aus zwei inneren Metallhalbschalen bestehenden Innenteil sowie einer aus zwei Metallhalbschalen bestehenden Außenhülse. Zwischen jeweils einer inneren und einer äußeren Metallhalbschale ist ein Lagerkörper angeordnet, der mit den Metallhalbschalen über Vulkanisation verbunden ist. Die äußeren Metallhalbschalen sind in ihren axialen Endbereichen radial einwärts umgeformt.
-
Die
US 2 562 381 A offenbart ein elastomeres Buchsenlager mit einem zylindrischen Innenteil, welches in seinem zentralen Bereich einen gegenüber den Endbereichen vergrößerten Durchmesser aufweist. Umgeben wird das Innenteil von zwei die Außenhülse bildenden Halbschalen, wobei zwischen den Halbschalen und dem Innenteil ein jeweils mit dem Innenteil und den Halbschalen verbundener Lagerkörper angeordnet ist. Die Halbschalen sind in ihren axialen Endbereichen radial einwärts umgeformt, derart, dass sich in axialer Erstreckung des Buchsenlagers eine Überdeckung der Halbschalen mit dem im Durchmesser vergrößerten zentralen Bereich des Innenteils ergibt. Beim Einsetzen des Buchsenlagers in eine Lageraufnahmeöffnung werden die Halbschalen der Außenhülse im Bereich der Anlage in einer Lageraufnahmeöffnung in ihrem Durchmesser verkleinert, so dass der Lagerkörper radial vorgespannt wird.
-
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit zur Schaffung einer elastomeren Schlitzbuchse anzugeben, die bei einem geringen fertigungstechnischen Aufwand ein möglichst großes Verhältnis zwischen statischer radialer Steifigkeit und Torsionsfederrate und vorzugsweise außerdem eine möglichst hohe axiale Steifigkeit aufweist.
-
Die Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Herstellung eines als Schlitzbuchse ausgelegten elastomeren Buchsenlagers mit den Merkmalen des Hauptanspruchs gelöst. Vorteilhafte Ausbeziehungsweise Weiterbildungen der Erfindung sind durch die Unteransprüche gegeben.
-
Das elastomere Buchsenlager besteht, in an sich bekannter Weise, aus einem im Wesentlichen zylinderförmigen Innenteil, einer das Innenteil konzentrisch umgebenden Außenhülse und einem, zwischen dem Innenteil und der Außenhülse angeordneten, mit ihnen durch Vulkanisation verbundenen elastomeren Lagerkörper. Da das Lager als Schlitzbuchse ausgeführt ist, ist in seiner Außenhülse mindestens ein, sich in axialer Richtung über die gesamte Länge der Außenhülse erstreckender Schlitz (Axialschlitz) ausgebildet. Die metallische oder aus einem Kunststoff bestehende Außenhülse des Lagers weist an wenigstens einem ihrer axialen Enden eine Bördelung auf. Im Zuge des Kalibriervorgangs, bei welchem der Durchmesser der Außenhülse reduziert und dabei der Axialschlitz des Lagers weitgehend geschlossen wird, erfährt das Lager aufgrund des Axialflansches beziehungsweise der Axialflansche neben der radialen Kalibrierung auch eine axiale Kalibrierung, durch welche eine in axialer Richtung wirkende Vorspannung auf den elastomeren Lagerkörper aufgebracht wird. Hierdurch erhöht sich in vorteilhafter Weise deutlich die axiale Steifigkeit des Lagers. Durch die Bördelung wird aber zugleich auch die radiale Steifigkeit des Lagers, bei gleich bleibend niedriger Torsionsfederrate, weiter erhöht. In der Praxis wird das Lager in der Regel axial beidseitig mit einer Bördelung ausgestattet sein, so dass im Weiteren vornehmlich Ausbildungsformen mit beidseitiger Bördelung betrachtet werden. In Ausnahmefällen, nämlich dann, wenn das Lager mit einem seiner axialen Enden gegen eine axiale Anschlagfläche verbaut wird, wäre allerdings auch eine Ausführungsform mit einer Bördelung an nur einem der axialen Enden möglich. Auch eine solche Ausführungsform soll daher vom Schutz umfasst sein. Für den hier betrachteten Haupteinsatzfall, nämlich die Lagerung der Lenker von Kraftfahrzeugen, weist die Außenhülse des Lagers jedoch beidseitig eine Bördelung auf.
-
Unabhängig davon sind aber auch Ausbildungsformen der Schlitzbuchse vorgesehen, bei denen zur weiteren Erhöhung der radialen Steifigkeit Zwischenteile zwischen dem Innenteil und der Außenhülse des Lagers angeordnet sind. Diese Zwischenteile, bei denen es sich vorzugsweise um Metallbleche handelt, weisen dann ebenfalls Axialschlitze auf, welche bezogen auf den Umfang des Lagers an gleicher Position angeordnet sind, wie die Axialschlitze in der Außenhülse. Aus fertigungstechnischen Gründen weisen derartige Zwischenteile zudem vorzugsweise Durchbrüche auf, durch welche das Elastomer beim Einspritzen beziehungsweise während des Vulkanisationsvorganges hindurchtreten kann. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass sich das Elastomer beziehungsweise der Gummi radial beidseits der Zwischenteile gleichmäßig verteilt.
-
Weiterhin sind Ausführungsformen des Lagers vorgesehen, bei denen die Außenhülse und gegebenenfalls vorhandene Zwischenteile axial zweigeteilt oder mehrteilig ausgebildet sind. Auf diese Weise ist es möglich, mehrere axial verlaufende Schlitze zu realisieren. Die in der Außenhülse des Lagers ausgebildeten Axialschlitze sind gemäß einer bevorzugten Ausbildungsform so gestaltet, dass sich ihre Breite nach radial außen verringert. Im Hinblick darauf, dass die Außenhülse eine gewisse Materialstärke aufweist, stellt dies sicher, dass die Schlitze nach der Kalibrierung und dem Einbau des Lagers in ein Aufnahmeauge vollständig geschlossen sind und ein Austreten des Elastomers durch die Schlitze verhindert wird.
-
Die axialen Bördelungen der Außenhülse sind entsprechend einer bevorzugten Ausgestaltungsform durch eine Verringerung des Durchmessers der Außenhülse an ihren axialen Enden realisiert. Dabei geht die Mantelfläche der Außenhülse von einem parallel zur Lagerachse verlaufenden Flächenabschnitt in einen kurzen, zumindest hauptsächlich radial verlaufenden Flächenabschnitt und von diesem in eine wiederum parallel zur Lagerachse verlaufende Auslauffläche über. Im Bereich der Übergänge zwischen den Flächenabschnitten bildet das Material jeweils einen Radius aus.
-
Bei einer weiteren möglichen Ausgestaltungsform weist das Innenteil des Buchsenlagers Abschnitte mit unterschiedlichen Durchmessern auf, wobei vorzugsweise der Durchmesser des Innenteils in einem axial mittigen Abschnitt gegenüber den beidseitig dieses Abschnitts angrenzenden Abschnitten verringert ist. Insbesondere bei Lagern mit zusätzlich eingefügten Zwischenteilen lässt sich hierdurch, wie später noch erläutert werden soll, die radiale Gesamtsteifigkeit vorteilhaft beeinflussen. Gegebenenfalls ist es dadurch aber auch möglich, das Lager mit, bezogen auf seine axiale Erstreckung, unterschiedlichen radialen Steifigkeiten zu versehen. Vorzugsweise weist die Außenhülse des Lagers bereits vor der Montage beziehungsweise der Vulkanisation mit dem Innenteil und dem Lagerkörper an ihren axialen Enden eine Bördelung auf.
-
Das zur Ausbildung des Lagers geeignete Verfahren weist folgende Verfahrensschritte auf:
Realisierung der die Außenhülse des Lagers ausbildenden Teile als Blechstanzteile oder aus Kunststoff, mit Ausformungen zur Ausbildung von Bördelungen an den, bezogen auf die Verbauung im Lager, axialen Seiten des oder der die spätere Außenhülse ausbildenden Teile. Die Ausformung der Bördelungen erfolgt bei Kunststoffteilen im Zuge des Spritzgussprozesses und bei Blechstanzteilen vorzugsweise, jedoch nicht zwingend, während des Stanzvorgangs, aber in jedem Falle vor der Montage des Lagers Umgeben eines metallischen, zylindrischen Innenteils mit den die Außenhülse ausbildenden, mit den Bördelungen versehenen Stanz- oder Spritzgussteilen innerhalb einer Vulkanisierungsform Einspritzen des Elastomers zwischen Innenteil und Außenhülse mit sich anschließendem Vulkanisationsprozess Kalibrierung des Lagers durch Reduzierung des Durchmessers seiner Außenhülse, wobei die Axialschlitze in der Lageraußenhülse weitgehend geschlossen werden.
-
In Abhängigkeit vom Einsatzfall werden gemäß einer anderen Verfahrensgestaltung vor dem Einspritzen des Elastomers zwischen dem Innenteil und der Außenhülse zusätzliche, vorzugsweise aus Blech bestehende Zwischenteile angeordnet.
-
Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen nochmals erläutert werden. In den zugehörigen Zeichnungen zeigen:
-
1a: Eine grundsätzliche Ausbildungsform eines Lagers in einem Axialschnitt
-
1b: Die Schlitzbuchse nach 1a vor der Kalibrierung in einer Draufsicht auf eine axiale Stirnfläche
-
1c: Die Schlitzbuchse nach 1a nach der Kalibrierung in einer Draufsicht auf eine axiale Stirnfläche
-
2a: Eine Ausbildungsform mit einer axial mehrteiligen Außenhülse in einem Axialschnitt
-
2b: Die Ausbildungsform nach 2a vor der Kalibrierung in einer Draufsicht auf eine axiale Stirnfläche
-
2c: Die Ausbildungsform nach 2a nach der Kalibrierung in einer Draufsicht auf eine axiale Stirnfläche
-
3a: Eine Ausbildungsform mit Zwischenteilen und einem hinsichtlich der Form modifizierten Innenteil
-
3b: Die Ausbildungsform nach 3a vor der Kalibrierung in einer Draufsicht auf eine axiale Stirnfläche
-
3c: Die Ausbildungsform nach 3a nach der Kalibrierung in einer Draufsicht auf eine axiale Stirnfläche
-
Die 1a zeigt eine grundsätzliche Ausbildungsform eines Lagers in einer axial geschnittenen Darstellung. Dabei ist das Lager entsprechend seinem bevorzugten Verwendungszweck von dem Aufnahmeauge 13 des Lenkers eines Kraftfahrzeugs aufgenommen. Das Lager besteht im Wesentlichen aus einem metallischen, hohlzylindrischen Innenteil 1, der das Innenteil 1 konzentrisch umgebenden Außenhülse 2 und dem zwischen Innenteil 1 und Außenhülse 2 angeordneten elastomeren Lagerkörper 3. Die Außenhülse 2 des Lagers weist an ihren beiden axialen Enden eine Bördelung 4 auf. Die Ausbildung dieser Bördelungen 4 erfolgte bereits vor dem Verbinden der Lagerkomponenten, das heißt vor dem Einspritzen des Elastomers zwischen Innenteil 1 und Außenhülse 2 und dem Vulkanisationsprozess. Die Bördelungen 4 sind dadurch realisiert, dass sich beidseits eines parallel zur Lagerachse a verlaufenden, in der Zeichnung an der Innenwandung des Aufnahmeauges des Lenkers 13 anliegenden Flächenabschnitts 9 der Außenhülse 2, ein im Wesentlichen radial verlaufender Flächenabschnitt 10 und an diesen wiederum ein parallel zur Lagerachse a verlaufender Flächenabschnitt 11 anschließt. Im Bereich des letztgenannten Flächenabschnitts 11, also der axialen Auslauffläche, weist die Außenhülse 2 demnach einen, gegenüber dem, an der Innenwandung des Aufnahmeauges anliegenden Abschnitt 9 einen reduzierten Durchmesser auf. Der Übergang zwischen den einzelnen Flächenabschnitten 9, 10, 11 ist durch je einen in dem Material ausgebildeten Radius gegeben. Durch die geraden Auslaufflächen 11 der Außenhülse 2 wird erreicht, dass das Bauteil während des Vulkanisationsvorgangs im Bereich der axialen Enden sicher abgedrückt werden kann, so dass das Austreten von Gummi, welcher über die Stirnfläche auf die Außenfläche der Außenhülse 2 fließen würde, verhindert wird. Die 1b zeigt das Lager gemäß 1a vor der Kalibrierung in einer Draufsicht auf eine seiner axialen Stirnflächen. In dieser Darstellung ist der in der Außenhülse 2 ausgebildete Schlitz 5 erkennbar, welcher sich axial über die gesamte Außenhülse 2 erstreckt. Über diesen Axialschlitz 5 wird bei der Fertigung des Lagers in den Zwischenraum, welcher zwischen dem Innenteil 1 und der das Innenteil 1 umgebenden Außenhülse 2 besteht, das Elastomer beziehungsweise der Gummi zur Realisierung des Lagerkörpers 3 eingespritzt. Durch einen Vulkanisationsvorgang werden das Innenteil 1, der Lagerkörper 3 und die Außenhülse 2 haftend miteinander verbunden. Danach wird das Lager aus der Vulkanisationsform entnommen und durch eine Reduzierung des Durchmessers seiner Außenhülse 2 kalibriert.
-
Die 1c zeigt das Lager nach der Kalibrierung, ebenfalls in einer Draufsicht auf eine axiale Stirnfläche, wobei das Lager hier zur Prüfung in eine so genannte Prüfbuchse 14 eingefügt ist. Im Zuge der Kalibrierung des Lagers, bei welchem der Axialschlitz 5 weitgehend geschlossen wird, wird über die Bördelungen 4 der Außenhülse 2 eine axiale Vorspannung auf den Lagerkörper 3 aufgebracht. In vorteilhafter Weise wird hierdurch die axiale Steifigkeit gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten Schlitzbuchsen deutlich erhöht. Die Torsionsfederrate bleibt dennoch niedrig. Durch die axialen Bördelungen 4 wird außerdem die radiale Steifigkeit des Lagers, also seine Steifigkeit gegenüber einer aus radialer Richtung einwirkenden Kraft F in vorteilhafter Weise weiter erhöht.
-
In den 2a bis 2b ist eine Ausbildungsform der Schlitzbuchse gezeigt, bei welcher die Außenhülse 2 axial zweigeteilt ausgebildet ist. Das heißt, die Außenhülse 2 ist durch zwei Schalen 2', 2'' gebildet, zwischen denen zwei axiale Längsschlitze 5, 5' angeordnet sind. Jedoch auch diese beiden Halbschalen 2', 2'' sind axial beidseitig mit einer Bördelung 4 versehen. Die 2a zeigt das Lager wiederum in einem Axialschnitt, während es in den 2b und 2c ein Mal vor der Kalibrierung (2b) und ein Mal nach der Kalibrierung (2c) in einer Draufsicht auf eine axiale Stirnfläche wiedergegeben ist. In der 2b ist erkennbar, dass die Buchse, aufgrund der axial zweigeteilten Außenhülse 2 zwei Axialschlitze 5, 5' aufweist. Diese werden jedoch bei der Kalibrierung des Lagers ebenfalls weitgehend geschlossen, wobei sie aber jedenfalls nach dem Einfügen in ein bestimmungsgemäßes Aufnahmeauge eines Fahrzeuglenkers 13 im Grunde vollständig geschlossen sind. In der 2b ist das Lager, vergleichbar mit der Einbausituation am Lenker 13, wiederum in eine Prüfbuchse 14 eingefügt.
-
Eine weitere Ausbildungsform ist durch die 3a bis 3c gegeben, wobei das Lager wiederum in der 3a im Axialschnitt und in den 3b und 3c, vor beziehungsweise nach der Kalibrierung und Einfügung in eine Prüfbuchse 14, in einer Draufsicht auf eine axiale Stirnfläche dargestellt ist. Bei dieser Ausbildungsform ist zwischen dem Innenteil 1 und der Außenhülse 2 zur weiteren Erhöhung der radialen Steifigkeit der Buchse ein zusätzliches Zwischenteil 6 in den Lagerkörper 3 eingelegt. Das Zwischenteil 6 besteht aus Stahl, Aluminium oder Kunststoff. Es weist, wie aus der 3b ersichtlich, an gleicher Stelle wie die Außenhülse 2 einen Axialschlitz 7 auf. Eine weitere Erhöhung der radialen Steifigkeit kann durch das Einbringen weiterer, konzentrisch zu dem im Beispiel gezeigten Zwischenteil 6 angeordneter Zwischenteile erreicht werden, welche dann ebenfalls an gleicher Umfangsposition einen Axialschlitz aufweisen. Das im Beispiel gezeigte Lager weist jedoch nur ein Zwischenteil 6 auf, so dass ein Lager mit zwei konzentrisch zueinander angeordneten Gummipaketen gebildet ist. In Verbindung mit einer, in der 3a erkennbaren besonderen Gestaltung des Innenteils 1 und der axial beidseitigen Bördelung 4 der Außenhülse 2 lässt sich dabei die radiale Steifigkeit des Lagers besonders gut beeinflussen. Wie aus der 3a erkennbar ist, weist das Innenteil 1 des Lagers gemäß dem gezeigten Ausführungsbeispiel axial mittig einen Abschnitt 12 mit reduziertem Durchmesser auf. Das radial äußere Gummipaket der Schlitzbuchse wird durch die beidseitigen Bördelungen 4 quasi eingekapselt, so dass dessen radiale Steifigkeit gegenüber Lagern ohne Axialbördelungen 4 erhöht ist. Gleichzeitig wird aber das radial innere Gummipaket, aufgrund der besonderen Ausbildung des Innenteils 1, von diesem und dem äußeren Gummipaket eingekapselt. Dadurch kommt es zum Ausgleich der Einzelsteifigkeiten beider Gummipakete und somit zu einer homogenen Erhöhung der radialen Gesamtsteifigkeit. Es kann somit eine noch höhere radiale Steifigkeit und folglich eine Erhöhung des Verhältnisses zwischen radialer Steifigkeit und Torsionsfederrate erreicht werden. Durch die Bördelungen 4 erhöht sich außerdem die axiale Steifigkeit. Zudem wird das Lager aufgrund der Einkapselung seiner Gummipakete lebensdauerfester, da eine erhöhte Progression der Dämpfung mit zunehmendem Federweg, radial und/oder axial, gegeben ist. Das in den 3a bis 3c dargestellte Gummilager ist für geringe Kardanikwinkel ausgelegt. Bei allen zuvor erläuterten, in den 1 bis 3 dargestellten Ausbildungsformen bestehen das hohlzylindrische Innenteil 1 des Lagers aus Stahl oder Aluminium und seine Außenhülse 2 aus Stahl, Aluminium oder Kunststoff.
-
Bezugszeichenliste
-
- 1
- Innenteil
- 2
- Außenhülse
- 2', 2''
- Halbschalen
- 3
- Lagerkörper
- 4
- Bördelung
- 5, 5'
- (Axial-)Schlitz
- 6
- Zwischenteil bzw. Einlegeblech
- 7
- Schlitz
- 8, 8'
- Durchbruch
- 9, 10
- Flächenabschnitt
- 11
- Flächenabschnitt bzw. Auslauffläche
- 12
- axialer Abschnitt des Innenteils
- 13
- Lenker
- 14
- Prüfbuchse
- a
- Lagerachse
- b
- Breite
- F
- Kraft aus radialer Richtung