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Die
Erfindung betrifft eine Raumzelle, insbesondere eine Fertiggarage,
mit mehreren Seitenwänden,
wobei in zumindest einer Seitenwand eine Belüftungsvorrichtung ausgebildet
ist.
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Eine
vorgefertigte Raumzelle besitzt üblicherweise
die Form eines Quaders und kann beispielsweise aus Beton oder Stahl
bestehen. Eine entsprechende Raumzelle findet als Bedarfsunterkunft, d.h.
als sogenannter Wohn-Container, und insbesondere als Fertiggarage
Verwendung. Im Folgenden soll beispielhaft von einer Raumzelle in
Form einer Fertiggarage ausgegangen werden, jedoch ist die Erfindung
darauf nicht beschränkt.
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Eine
Fertiggarage weist auf einer stirnseitigen Seitenwand ein Garagentor
auf, durch das ein Fahrzeug in die Garage hineingefahren bzw. aus
dieser herausgefahren werden kann. Aus sicherheitstechnischen Gründen muss
der Innenraum der Fertiggarage belüftet sein. Dies wird bei einer
herkömmli chen
Fertiggarage dadurch erreicht, dass in zumindest einer Seitenwand
eine Belüftungsvorrichtung
in Form eines Durchgangsloches ausgebildet ist, durch das ein Luftaustausch
zwischen dem Innenraum der Fertiggarage und deren Außenseite,
d.h. der umgebendenden Atmosphäre
erfolgen kann. Es hat sich jedoch gezeigt, dass der mit einem Durchgangsloch zu
erreichende Luftaustausch relativ gering ist. Es ist zwar möglich, in
das Durchgangsloch einen elektrisch betriebenen Ventilator einzubauen,
um eine stetige Luftströmung
zu erzielen, jedoch ist diese Maßnahme relativ teuer und erfordert
Folgearbeiten, da der Ventilator an eine Spannungsquelle angeschlossen
werden muss.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Raumzelle und insbesondere
eine Fertiggarage, der genannten Art zu schaffen, bei der ein effektiver Luftaustausch
zwischen dem Innenraum der Raumzelle und der umgebenden Atmosphäre erreicht
ist.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einer
Raumzelle, insbesondere einer Fertiggarage mit den kennzeichnenden
Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Dabei ist vorgesehen, dass die Belüftungsvorrichtung einen außenseitigen
Vorsprung mit einer äußeren, zur
Außenseite
der Seitenwand konvex gewölbten
Luftleitfläche
aufweist, in der zumindest ein Luftdurchlaß ausgebildet ist, der den
Innenraum der Raumzelle mit deren Außenseite verbindet. Durch den
außenseitigen
Vorsprung mit der nach außen konvex
gewölbten
Luftleitfläche
ist eine geometrische Anordnung geschaffen, mit der der sogenannte Venturi-
oder Bernoulli-Effekt zur Belüftung
des Innenraums der Fertiggarage genutzt werden kann. Wie es auch
im Zusammenhang mit der Querschnittsform von Flugzeugflügeln bekannt
ist, erhöht sich
die Strömungsgeschwindigkeit
in einer seitlich anströmenden
und über
die konvex gewölbte
Luftleitfläche
hinwegströmenden
Luftströ mung
im Bereich der konvex gewölbten
Luftleitfläche,
was dazu führt, dass
sich in diesem Bereich der Druck vermindert. Auf diese Weise stellt
sich auf der Außenseite
der konvex gewölbten
Luftleitfläche
ein Unterdruck gegenüber
dem Druck im Innenraum der Fertiggarage ein, der zu einer Sogwirkung
führt,
durch die die Luft aus dem Innenraum der Fertiggarage durch den
Luftdurchlaß hindurch
zur Außenseite
der Fertiggarage gesaugt wird. Erfindungsgemäß wird somit alleine die Formgebung
der Luftleitfläche
ausgenutzt, um eine Luftströmung
vom Innenraum der Fertiggarage zu deren Außenseite zu erreichen, ohne
dass es dazu elektrisch angetriebener Hilfsmittel wie Ventilatoren
bedarf.
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In
bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass in
der Luftleitfläche
mehrere Luftdurchlässe
vorgesehen sind, die vorzugsweise als im wesentlichen parallel verlaufende
Schlitze ausgebildet sind. Darüber
hinaus kann die Raumzelle bzw. Fertiggarage mehrere der genannten
Vorsprünge
mit jeweils einer konvex gewölbten
Luftleitfläche
aufweisen.
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Die
konvex gewölbte
Luftleitfläche
besitzt einen Scheitelbereich, in dem ihr Abstand zu der zugeordneten
Seitenwand der Fertiggarage ein Maximum ist. In bevorzugter Ausgestaltung
der Erfindung ist vorgesehen, dass der Luftdurchlaß oder die
Luftdurchlässe
an oder nahe dem Scheitelbereich der konvexen Wölbung der Luftleitfläche angeordnet sind.
Dies ist sinnvoll, da dort die höchste
Strömungsgeschwindigkeit
und somit die größte Druckdifferenz zu
dem Luftdruck im Innenraum der Fertiggarage auftritt.
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In
bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die
Luftleitfläche
nur eindimensional gewölbt
ist, d.h. im wesentlichen die Form eines Ausschnitts des Mantels
eines Zylinderkörpers aufweist.
Die gewölbte
Luftleitfläche ist
dabei vorzugsweise so ausgerichtet, dass eine Scheitellinie der
Luftleitfläche
im wesentlichen vertikal verläuft. Dies
führt dazu,
dass Wind, der im wesentlichen horizontal bzw. in Längsrichtung
der Fertiggarage strömt, über die
gewölbte
Luftleitfläche
in genannter Weise umgelenkt wird.
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Es
hat sich als sinnvoll erwiesen, die Belüftungsvorrichtung mit der konvex
gewölbten
Luftleitfläche
im oberen Bereich der Fertiggarage, d.h. nahe oder unmittelbar unterhalb
der Dachfläche
vorzusehen. Als besonders sinnvoll hat sich herausgestellt, wenn
die Belüftungsvorrichtung
im oberen, einer Toröffnung
der Fertiggarage abgewandten Endbereich einer Längs-Seitenwand der Fertiggarage
ausgebildet ist. Alternativ oder zusätzlich dazu kann vorgesehen
sein, dass die Belüftungsvorrichtung
im oberen Bereich derjenigen Rückwand
der Fertiggarage ausgebildet ist, die der Toröffnung abgewandt ist.
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In
einer möglichen
Ausgestaltung der Erfindung wird die Belüftungsvorrichtung vorgefertigt
und dann an der Fertiggarage montiert. Die Fertiggarage weist eine
entsprechende Öffnung
auf, bei der es sich auch um eine Fensteröffnung handeln kann, in die
die Belüftungsvorrichtung
mit einem Tragrahmen eingesetzt und festgelegt wird. Alternativ
ist es möglich,
den die konvex gewölbte
Luftleitfläche
aufweisenden Vorsprung einstückig
bzw. monolitisch in die zugeordnete Seitenwand der Fertiggarage
zu integrieren, wenn diese aus Beton besteht.
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In
Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Luftleitfläche mehrere
parallele rinnenförmige
Nuten aufweist und dass im Boden der Nuten jeweils ein Luftdurchlass
ausgebildet ist. Die Nuten, die sich vorzugsweise im wesentlichen
horizontal bzw. in Längsrichtung
der Fertigga rage erstrecken, unterstützen die Luftströmung beim Überstreichen
der Luftleitfläche.
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Um
den Luftaustausch zwischen dem Innenraum der Fertiggarage und der
umgebenden Atmosphäre
bei Bedarf vermindern oder unterbrechen zu können, kann eine Verschlussvorrichtung
vorgesehen sein, mittels der der Luftdurchlass bzw. die Luftdurchlässe verschlossen
werden können.
Bei der Verschlussvorrichtung kann es sich beispielsweise um eine
Verschlussklappe, einen Verschlussschieber oder auch eine einsetzbare
Abdeckung oder Absperrung handeln.
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Zusätzlich zu
der auf der Außenoberfläche zumindest
einer Seitenwand ausgebildeten konvex gewölbten Luftleitfläche kann
auch im Bereich zumindest einer vertikalen Eckkante, die von zwei
aneinander angrenzenden Seitenwänden
gebildet ist, ein zusätzlicher
Lüftungseinsatz
angeordnet sein. Der Lüftungseinsatz
erstreckt sich über
zumindest einen Teilbereich der Höhe der vertikalen Eckkante
und weist zumindest einen Luftdurchlaß auf, der mit dem Innenraum
der Raumzelle bzw. Fertiggarage verbunden ist. Eine derartige Eckbelüftung der
Fertiggarage nutzt die Tatsache aus, dass es in den Ecken der Fertiggarage
zu Wind-Soglasten kommt, die zu einem außenseitigen Unterdruck führen, in
Folge dessen eine Luftströmung
vom Innenraum der Fertiggarage zu deren Außenseite erfolgt. Der eckseitige
Lüftungseinsatz
kann an seiner Außenseite
eine scharfe Abrißkante
aufweisen, um die Entstehung von Wind-Sog zu unterstützen. Alternativ
dazu kann der Lüftungseinsatz
jedoch auch eine außenseitige
konvex gewölbte
Oberfläche
aufweisen, wodurch beim Überströmen dieser
konvex gewölbten
Oberfläche ein
zusätzlicher
Windsog erzeugt wird.
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Weitere
Einzelheiten und Merkmale der Erfindung sind aus der folgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen
unter Bezugnahme auf die Zeichnung ersichtlich. Es zeigen:
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1 eine
perspektivische Ansicht einer erfindugnsgemäßen Fertiggarage,
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2 einen
Horizontalschnitt durch eine Belüftungsvorrichtung,
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3 eine 2 entsprechende
alternative Ausgestaltung der Belüftungsvorrichtung,
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4 eine
ausschnittsweise perspektivische Darstellung eines eckseitigen Lüftungseinsatzes
gemäß einer
ersten Ausführungsform
und
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5 eine
ausschnittsweise perspektivische Darstellung eines eckseitigen Lüftungseinsastzes gemäß einer
zweiten Ausführungsform.
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1 zeigt
eine perspektivische Ansicht einer Fertiggarage 10, die
eine quaderförmige
Gestalt aufweist und eine vordere Seitenwand 11, Längs-Seitenwände 12,
eine hintere Seitenwand 13 und eine Decke 14 bzw.
ein Dach aufweist. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist in der vorderen Seitenwand 11 ein
Tor 16 ausgebildet.
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In
der Längs-Seitenwand 12 ist
im hinteren Bereich nahe der hinteren Seitenwand 13 sowie
im oberen Bereich nahe der Decke 14 eine Belüftungsvorrichtung 20 vorgesehen,
die in 2 im Schnitt dargestellt ist.
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In
der Längs-Seitenwand 12 ist
eine Öffnung 15 ausgebildet,
in die die Belüftungsvorrichtung 20 eingesetzt
und dort festgelegt ist. Die Belüftungsvorrichtung 20 umfasst
einen Tragrahmen 24, der mit der Längs-Seitenwand 12 verbunden
ist, sowie einen sich zur Außenseite
der Längs-Seitenwand 12 auswölbenden
Vorsprung 21, der auf seiner Außenseite eine konvex gewölbte Luftleitfläche 22 bildet.
Wie 1 zeigt, ist die Luftleitfläche 22 nur in einer
Richtung bzw. eindimensional gewölbt,
wobei eine Scheitellinie S, die die Punkte des maximalen Abstands der
Luftleitfläche 22 von
der Längs-Seitenwand durchläuft, im
wesentlichen vertikal, d.h. normal zu einer unteren Auflagerfläche der
Fertiggarage 10 verläuft.
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In
dem Vorsprung 21 der Belüftungsvorrichtung 20 sind
mehrere schlitzförmige
Luftdurchlässe 23 vorgesehen,
durch die der Innenraum der Fertiggarage mit der umgebenden Atmosphäre verbunden ist.
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Wenn
Wind die Fertiggarage 10 im wesentlichen horizontal anströmt und in
Längsrichtung
der Fertiggarage über
die Längs-Seitenwand 12 strömt, kommt
es an der Belüftungsvorrichtung 20 in
Folge der konvex gewölbten
Luftleitfläche 22 zu
einer Luftumlenkung, wie sie in 2 angedeutet
ist. Im Bereich der Luftleitfläche 22 erhöht sich
die Strömungsgeschwindigkeit
der Luft, was zu einem Unterdruck relativ zum Druck im Innenraum
der Fertiggarage führt,
wodurch eine Saugströmung
S1 erzeugt wird, infolge der die Luft aus
dem Innenraum der Fertiggarage 10 durch die Luftdurchlässe 23 zur
Außenseite
der Fertiggarage 10 gesaugt und mit der Windströmung weggerissen
wird.
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2 zeigt
eine Ausführungsform,
bei der die Belüftungsvorrichtung 20 als
eigenes Bauteil ausgebildet und in der Öffnung 15 der Längs-Seitenwand festsgelegt
wird. 3 zeigt eine alternative Ausgestaltung, bei der
die Längs-Seitenwand 12 aus
Beton besteht und der Vorsprung 21 einstückig bzw.
monolitisch mit der Längs-Seitenwand 12 verbunden
ist. Die Wirkungsweise der Ausgestaltung gemäß 3 entspricht
der anhand der 2 erläuterten Wirkungsweise. Zusätzlich ist
gemäß 3 auf
der Innenseite der Längs-Seitenwand 12 eine
Verschlußvorrichtung
in Form von Verschlußschiebern 17 vorgesehen,
die aus der dargestellten Offenstellung in eine Verschlußstellung
gebracht werden können,
in der sie die Luftdurchlässe 23 auf
der Innenseite der Längs-Seitenwand
verschließen
und somit eine Luftströmung
durch die Luftdurchlässe 23 unterbinden.
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In 1 ist
dargestellt, dass die Belüftungsvorrichtung 20 auf
einer der Längs-Seitenwände 12 der
Fertiggarage 10 angeordnet ist. Es ist jedoch auch möglich, auf
einer oder beiden Längs-Seitenwänden 12 und/oder
auf der Rückwand 13 eine
oder mehrere der genannten Belüftungsvorrichtungen 20 vorzusehen.
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4 zeigt
einen zusätzlichen
Lüftungseinsatz 30,
der im Bereich einer vertikalen Eckkante ausgebildet ist, die von
zwei aneinandergrenzenden Seitenwänden 12 und 13 gebildet
ist. Im oberen Bereich der Eckkante ist der Lüftungseinsatz 30 angeordnet,
der aus einem Hohlprofil besteht und auf seiner inneren, dem Innenraum
der Fertiggarage zugewandten Seite in nicht dargestellter Weise
zumindest einen Durchlaß zum
Innenraum der Fertiggarage aufweist. Auf der Außenseite besitzt der Lüftungseinsatz
eine Vielzahl von parallelen, im wesentlichen horizontal verlaufenden
Luftdurchlässen 31,
so dass eine strömungstechnische
Verbindung zwischen dem Innenraum der Fertiggarage 10 und
der umgebenden Atmosphäre
gebildet ist. Der Lüftungseinsatz 30 ist
so geformt, dass eine außenseitige
scharfe Abrisskante 32 gebildet ist, die im wesentlichen
vertikal, d.h. in Höhenrichtung
der Fertiggarage 10 verläuft. Wenn der Wind längs der
Fertiggarage an dieser vorbeiströmt,
kommt es an der Abrisskante 32 zu ei ner Windsogwirkung,
wodurch eine Luftströmung
vom Innenraum der Fertiggarage zur umgebenden Atmosphäre unterstützt wird.
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5 zeigt
eine Abwandlung des Lüftungseinsatzes 30 gemäß 4 und
unterscheidet sich von diesem lediglich dadurch, dass hierbei statt
einer außenseitigen
scharfen Abrisskante nunmehr eine außenseitige konvex gewölbte Oberfläche 33 vorgesehen
ist, die zu einer Umlenkung der an ihr außenseitig vorbeiströmenden Luft
führt.