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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Gewinnung von mechanischer
oder elektrischer Energie aus Wärme.
Daneben betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Durchführen des
Verfahrens.
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Das
Erzeugen mechanischer oder elektrischer Energie erfolgt heutzutage
hauptsächlich durch
Umwandeln anderer Energieformen in Wärme, welche dann dazu genutzt
wird, bspw. eine Turbine anzutreiben. Beispiele für diese
Art der Energiegewinnung sind Öl-,
Gas- oder Kohlekraftwerke, in denen in chemischen Verbindungen gespeicherte
Energie in Wärme
umgewandelt wird, sowie Atomkraftwerke, in denen in Atomkernen gespeicherte
Energie in Wärme
umgewandelt wird. Dabei fällt
ein Großteil der
Wärme als
zur Gewinnung mechanischer oder elektrischer Energie nicht nutzbare
Abwärme
an. Diese wird gelegentlich im Rahmen der Kraft-Wärme-Kopplung
als Heizwärme
genutzt; häufig
wird die Abwärme
jedoch ungenutzt an die Umgebung abgegeben. Eine Nutzung der Restwärme zur
Gewinnung weiterer mechanischer oder elektrischer Energie kommt
zumeist nicht in Betracht, da die Resttemperatur für die verwendeten
Prozesse zur Gewinnung mechanischer oder elektrischer Energie nicht
hoch genug ist.
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Der
zunehmende Energiebedarf macht es erforderlich, bei der Gewinnung
mechanischer Energie und elektrischer Energie neue Wege zu beschreiten
und insbesondere den Anteil an umweltverträglicher Energiegewinnung zu
erhöhen.
Dabei sind bspw. die Gewinnung von mechanischer und elektrischer
Energie aus Sonnenlicht oder Windkraft zu nennen. Eine Kraftstation,
die in der Lage ist, Wärme auf
einem niedrigen Temperaturniveau zu nutzen und die z.B. für Solarenergie
zum Einsatz kommen kann, ist in
DE 101 26 403 A1 offenbart. Die Kraftstation umfasst
einen Kreislauf mit einem Hochdruckbehälter, einem Niederdruckbehälter, einer
zwischen die beiden Druckbehälter
geschaltete Turbine oder Kolbenmaschine und einer Druckaufbereitungseinrichtung.
In dem Kreislauf zirkuliert flüssiges
Kohlendioxid unter hohem Druck, welches die Turbine oder Kolbenmaschine
antreibt. In der Kraftstation liegt der Druck des flüssigen Kohlendioxids
bei 10°C
bei 50 Atmosphären
und bei 20°C
bei 100 Atmosphären.
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Neben
der Gewinnung von mechanischer und elektrischer Energie aus Sonnenlicht
oder Windkraft wird auch die Gewinnung von mechanischer oder elektrischer
Energie aus Erdwärme
in Betracht gezogen. Die Energiegewinnung aus geothermischen Vorkommen
ist weltweit grundsätzlich
an jedem Punkt der Erde möglich.
Bisher sind geothermische Systeme jedoch fast ausschließlich bei
der Gewinnung von Wärme
und ggf. der Gewinnung von Kälte
sowie der Heißwasseraufbereitung
im Einsatz. Die Gewinnung von Energie beispielsweise in Form von
mechanischer oder elektrischer Energie ist bis auf wenige Versuchsanlagen,
die diese Energie erzeugen können,
bisher kaum realisiert. Die Gewinnung mechanischer oder elektrischer
Energie unter wirtschaftlich vertretbaren Kosten ist daher eine
große
Herausforderung. Das Gelingen dieses Vorhabens entlastet die Umwelt
und ermöglicht
es, fossile Energiereserven anderen Nutzzwecken zuzuführen.
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Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ist es, ein verbessertes Verfahren und
eine verbesserte Vorrichtung zur Gewinnung von mechanischer oder elektrischer
Energie aus Wärme
zur Verfügung
zu stellen, mit denen auch die Gewinnung mechanischer oder elektrischer
Energie aus Wärmereservoiren
mit relativ niedrigen Temperaturen und insbesondere aus Erdwärme möglich ist.
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Diese
Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Gewinnung von mechanischer
Energie aus Wärme nach
Anspruch 1 bzw. eine Vorrichtung zur Gewinnung von mechanischer
Energie aus Wärme
nach Anspruch 9 gelöst.
Die abhängigen
Ansprüche
enthalten vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
zur Gewinnung von mechanischer Energie aus Wärme umfasst die Schritte:
- – Entziehen
von Wärme
aus einer Wärmequelle;
- – Übertragen
der entzogenen Wärme
auf ein in einem geschlossenen Wärmekreislauf
zirkulierendes Wärmefluid
und Verdampfen des Wärmefluids
mittels der übertragenen
Wärme unter
Erhöhung
des Druckes im verdampften Wärmefluid;
wobei
- – das
unter hohem Druck stehende verdampfte Wärmefluid eine Strömungsmaschine,
bspw. eine Turbine, durchströmt
und dabei unter Abkühlung und
Entspannung Arbeit leistet;
- – das
nach dem Durchströmen
der Strömungsmaschine
entspannte und abgekühlte
Wärmefluid wieder
kondensiert wird; und
- – der
Druck des kondensierten Wärmefluids
wieder mittels des der Wärme
der Wärmequelle
erhöht
wird.
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Im
erfindungsgemäßen Verfahren
ist das Wärmefluid
derart ausgewählt,
dass sich durch Ausnutzung einer Temperaturspreizung mit einer Maximaltemperatur
von nicht mehr als 130°C,
insbesondere mit einer Maximaltemperatur von nicht mehr als 60°C und vorzugsweise
einer Maximaltemperatur von nicht mehr als 30°C eine Dampfdruckdifferenz von
wenigstens 0,5 MPa, vorzugsweise wenigstens 1,0 MPa und insbesondere
wenigstens 2,0 MPa realisieren lässt.
Insbesondere kann das Wärmefluid
so gewählt
sein, dass bereits bei den genannten Temperaturen und einer Temperaturspreizung
von nicht mehr als 50°C
die Dampfdruckdifferenz von wenigstens 0,5 MPa, vorzugsweise wenigstens
1,0 MPa und insbesondere wenigstens 2 MPa erzielbar ist. Als Wärmefluid
eignen sich bspw. Ammoniak (NH3), Ethan
(C2H6), Propan (C3H8) und insbesondere
Kohlendioxid (CO2). Darüber hinaus können auch
Mischungen der genannten Stoffe Verwendung finden. Die beim Kondensieren
des Wärmefluids
frei werdende Wärme
kann entweder in den Kreislauf zurückgespeist werden, also zusammen
mit der Wärme der
Wärmequelle
zum Verdampfen des Wärmefluids eingesetzt
werden, oder als Heizwärme
dienen.
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Im
erfindungsgemäßen Verfahren
ist die Wärmeübertragung
auf das Wärmefluid
auf eine möglichst
große
Drucksteigerung im Wärmefluid
ausgelegt. So kann bereits bei einer niedrigen Maximaltemperatur
und einer relativ geringen nutzbaren Temperaturdifferenz die Strömungsmaschine,
bspw. eine Turbine, angetrieben werden. Insbesondere wenn Kohlendioxid
oder Ethan als Wärmefluid
Verwendung findet, genügt
sogar eine nutzbare Temperaturdifferenz unter 10°C, um eine zum Antreiben der Strömungsmaschine
nutzbare Druckdifferenz herbeizuführen. Das erfindungsgemäße Verfahren
kann daher insbesondere überall
dort eingesetzt werden, wo nur niedrige Temperaturen zur Energiegewinnung herangezogen
werden können
oder sollen. Denkbar ist es bspw., die Abwärme industrieller Prozesse
zur Energiegewinnung heranzuziehen. Insbesondere kann das Verfahren
aber zur Gewinnung von mechanischer oder elektrischer Energie aus
Erdwärme
Verwendung finden. Im Unterschied zur in
DE 101 26 403 A1 beschriebenen
Kraftstation, in der im Bereich von 10°C und 20°C Drücke zwischen 50 Atmosphären und
100 Atmosphären
herrschen, sind im erfindungsgemäßen Verfahren
die Drücke
im gasförmigen
Kohlendioxid bei 10°C
und 20°C
deutlich niedriger, so dass die Druckbehälter einfacher ausgestaltet sein
können.
Außerdem
ist der nutzbare Temperaturbereich größer, da selbst bei gasförmigem Kohlendioxid
mit einer Temperatur von 30°C
der Druck noch unter dem Druck des flüssigen Kohlendioxids aus
DE 101 26 403 A1 bei
20°C liegt.
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Bei
Verwendung eines geeigneten Wärmefluids
reicht eine Temperaturspreizung von 10°C bis 20°C völlig aus, um die Turbine anzutreiben.
So hat beispielsweise Ethan (C2H6) bei 20°C
einen Dampfdruck von ca. 4 MPa, also von etwa 40 Atmosphären. Kohlendioxid
hat bei 20°C
sogar einen Dampfdruck von ca. 6 MPa, also 60 Atmosphären. Die
Dampfdrücke
von Ethan und Kohlendioxid bei 0°C
liegen hingegen bei ca. 2,5 MPa (Ethan), was ca. 25 Atmosphären entspricht,
bzw. ca. 3,5 MPa (Kohlendioxid), was etwa 35 Atmosphären entspricht.
Der Temperaturunterschied zwischen 0°C und 20°C kann daher im Falle von Ethan
einen Druckunterschied von etwa 15 Atmosphären und bei Kohlendioxid von
etwa 25 Atmosphären
herbeiführen.
Bei einer Minimaltemperatur von 10°C bleiben immer noch Druckunterschiede
von etwa 1 MPa, also 10 Atmosphären.
Diese Druckunterschiede können
zur Gewinnung von mechanischer Energie in der Strömungsmaschine
ausgenutzt werden. Diese lässt
sich bei Bedarf bspw. mittels eines von der Strömungsmaschine angetriebenen
Generators in elektrische Energie umwandeln.
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Wenn
die Wärmequelle
das Erdreich ist, kann das erfindungsgemäße Verfahren die folgenden weiteren
Schritte umfassen:
- – Entziehen von Wärme aus
dem Erdreich unter Verwendung eines in flüssiger Form in eine im Erdreich
angeordnete Erdwärmesonde
mit einem Verdampfungsraum injizierten Kältefluids, welches vor dem
Erreichen des Verdampfungsraumes expandiert wird, im Verdampfungsraum
unter Entziehung von Wärme
aus dem umgebenden Erdreich verdampft und in gasförmiger Form
dem Verdampfungsraum entnommen wird.
- – Übertragen
der vom komprimierten gasförmigen Kältefluid
transportierten Wärme
auf das im geschlossenen Wärmekreislauf
zirkulierende Wärmefluid
und Erhöhen
des Druckes im Wärmefluid durch
die übertragene
Wärme,
wobei das gasförmige
Kältefluid
kondensiert.
- – Injizieren
des kondensierten Kältefluids
in die Erdwärmesonde.
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Das
derart ausgestaltete erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht es
bereits bei relativ niedrigen Temperaturen im Erdreich, beispielsweise
ca. 20°C, die
Erdwärme
zum Antreiben der Strömungsmaschine
zu nutzen. Als Kältefluid
kommen Fluide in Betracht, welche bei niedrigem Druck in einem Temperaturbereich
von 0°C
bis –30°C verdampfen,
etwa Ammoniak (NH3), Propan (C3H8), Butan (C4H10), Kohlendioxid (CO2),
etc. Selbstverständlich
können
auch Mischungen der genannten Stoffe Verwendung finden. Wenn die
Temperatur des Erdreichs im Bereich des Verdampfungsraumes etwa
20°C beträgt, so verdampft
das Kältefluid.
Auf Grund der geringen Dichte des gasförmigen Kältefluids steigt dieses selbständig aus
dem Verdampfungsraum auf. Die nutzbare Temperaturspreizung beträgt dabei
20°C und
mehr. Im vom Wärmefluid
durchströmten
Kreislauf wird die Kondensationswärme des Kältefluids zum Verdampfen des
Wärmefluids
und zum Druckaufbau im verdampften Wärmefluid genutzt.
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Das
Kältefluid
kann durch geeignete Verdichtung vor der Wärmeübertragung auf das Wärmefluid
sogar auf höhere
Temperaturen als die 20°C
des Erdreiches erwärmt
werden. Bei einfacher Verdichtung sind bei einer Temperatur von
20°C im
Erdreich Temperaturen von bis zu 55°C im verdichteten Kältefluid
möglich.
Bei doppelter Verdichtung können
sogar Temperaturen von bis zu ca. 130°C im verdichteten Kältefluid
erzielt werden. Die hohen Temperaturen erhöhen die Anzahl der als Wärmefluid
nutzbaren Stoffe. Der vom Kältefluid
durchlaufene Kreislauf stellt dabei eine so genannte Kompressionskälteanlage
dar, die als Wärmepumpe
betrieben wird.
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Die
mechanische bzw. elektrische Leistung der Strömungsmaschine kann über den
zirkulierenden Kältefluidstrom
geregelt werden.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
kann insbesondere dazu Verwendung finden, mittels der Strömungsmaschine,
bspw. einer Turbine, einen elektrischen Generator zum Erzeugen von
Strom anzutreiben.
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Eine
erfindungsgemäße Vorrichtung
zur Gewinnung von mechanischer Energie aus Wärme, bspw. aus Erdwärme, die
zum Durchführen
des erfindungsgemäßen Verfahrens
geeignet ist, umfasst
- – wenigstens einen mittels
eines Wärmetauschers mit
einer Wärmequelle
gekoppelten geschlossenen Wärmekreislauf
mit einem darin zirkulierenden Wärmefluid,
wobei der Wärmetauscher
derart angeordnet ist, dass die Wärme der Wärmequelle auf das Wärmefluid übertragen
werden kann, um das Wärmefluid
zu verdampfen und den Druck im verdampften Wärmefluid zu erhöhen;
- – wenigstens
eine im Wärmekreislauf
stromab des Wärmetauschers
derart angeordnete Strömungsmaschine,
dass sie vom unter hohem Druck stehenden dampfförmigen Wärmefluid durchströmt wird,
wobei das dampfförmige
Wärmefluid
entspannt und abkühlt
und
- – einem
Verdichter, welcher strömungstechnisch der
Strömungsmaschine
nach- und dem Wärmetauscher
vorgeschaltet ist und zum Kondensieren des Wärmefluids ausgestaltet ist.
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Das
Wärmefluid
ist derart gewählt,
dass sich durch Ausnutzung einer Temperaturspreizung mit einer Maximaltemperatur
von nicht mehr als 130°C, insbesondere
mit einer Maximaltemperatur von nicht mehr als 60°C und vorzugsweise
einer Maximaltemperatur von nicht mehr als 30°C eine Dampfdruckdifferenz von
wenigstens 0,5 MPa, insbesondere wenigstens 1,0 MPa und vorzugsweise
wenigstens 2,0 MPa realisieren lässt.
Insbesondere kann das Wärmefluid
so gewählt
sein, dass bereits bei den genannten Temperaturen und einer Temperaturspreizung
von nicht mehr als 50°C
die Dampfdruckdifferenz von wenigstens 0,5 MPa, insbesondere wenigstens
1,0 MPa und vorzugsweise wenigstens 2 MPa erzielbar ist. Als Wärmefluid
eignen sich insbesondere bspw. Ammoniak (NH3),
Ethan (C2H6), Propan (C3H8) und insbesondere
Kohlendioxid (CO2). Darüber hinaus können auch
Mischungen der genannten Stoffe Verwendung finden.
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Durch
die von der Wärmequelle
zugeführte Wärme wird
die Temperatur im Wärmefluid
erhöht,
so dass das zuvor flüssige
Wärmefluid
verdampft, wobei eine Drucksteigerung im entsprechenden Teil des Wärmekreislaufes
stattfindet. Nach dem Durchströmen
der Strömungsmaschine,
wobei das gasförmige Wärmefluid
unter Entspannung uns Abkühlung
Arbeit leistet, wird das Wärmefluid
mittels des Verdichters wieder verdichtet und in den flüssigen Zustand überführt, um
den Ausgangsdruck wieder herzustellen. Die beim Verdichten entstehende
Wärme kann über einen
Sekundärwärmekreislauf,
der über
einen Wärmetauscher
mit dem Verdichter gekoppelt ist, abgeführt werden. Die beim Kondensieren
des Wärmefluids
auf den Sekundärwärmekreislauf übertragene Wärme kann
dem Wärmefluid
zusammen mit der Wärme
der Wärmequelle
wieder zugeführt
und damit in den Wärmekreislauf
rückgespeist
werden.
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Die
erfindungsgemäße Vorrichtung
kann insbesondere Teil einer Vorrichtung zum Gewinnen von mechanischer
oder elektrischer Energie aus Erdwärme als Wärmequelle sein. Eine derartige
Vorrichtung ist dann zusätzlich
mit einem Kältekreislauf
mit einem darin zirkulierenden Kältefluid
ausgestattet. Der Kältekreislauf
umfasst eine in eine Erdbohrung zu versenkende Erdwärmesonde,
in die flüssiges
Kältefluid injiziert
wird und in der das flüssige
Kältefluid
aufgrund der Erdwärme
des die Erdwärmesonde
umgebenden Erdreiches verdampft. Außerdem umfasst der Kältekreislauf
einen Wärmetauscher,
in dem das dampfförmige
Kältefluid
kondensiert und der den Kältekreislauf
mit dem Wärmekreislauf
koppelt. Der Kältekreislauf
kann zudem einen zwischen die Erdwärmesonde und den Wärmetauscher
geschalteten Verdichter umfassen. Ein geeigneter Kältekreislauf
ist bspw. in
DE
10 2004 018 480 B3 beschrieben.
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Diese
Ausgestaltung ermöglicht
die Nutzung von Erdwärme
zur Erzeugung von mechanischer oder elektrischer Energie bereits
bei Temperaturen im Erdreich von ca. 20°C. Derartige Temperaturen sind
fast überall
auf der Welt in relativ geringer Tiefe ganzjährig im Erdreich zu finden.
Die beschriebene Vorrichtung ist daher grundsätzlich weltweit zur Energiegewinnung
aus Erdwärme
einsetzbar.
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Außerdem kann
diese Vorrichtung eine Einrichtung zum Beeinflussen des im Kältekreislauf
zirkulierenden Kältefluidstroms
umfassen. Über
eine Regulierung des Kältefluidmassenstroms
lässt sich dann
die mechanische bzw. elektrische Leistung der Anlage steuern.
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In
einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
umfasst der wenigstens eine Wärmekreislauf
einen der Strömungsmaschine in
Strömungsrichtung
vorgeschalteten Druckaufbauraum, in welchem der Wärmetauscher
angeordnet ist. Der Strömungsmaschine
in Strömungsrichtung nachgeschaltet
ist ein Reservoir vorhanden, in dem das wieder verdichtete Wärmefluid
gesammelt wird. Das Reservoir ist mit dem Druckaufbauraum über eine
Fluidleitung verbunden, in der ein Ventil, bspw. ein Rückschlagventil,
derart angeordnet ist, dass eine Strömung vom Druckaufbauraum in
das Reservoir unter Umgehung der Strömungsmaschine verhindert wird.
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Der
Druckaufbauraum wird dazu genutzt, den zum Betreiben bspw. einer
Turbine als Strömungsmaschine
nötigen
Druck aufzubauen. Hierzu wird Wärme
von der Wärmequelle
auf das Wärmefluid übertragen,
welches durch die Erwärmung
im Druckaufbauraum verdampft und eine Drucksteigerung erfährt. Das
unter hohem Druck stehende Wärmefluid
strömt
durch die Turbine ab, wobei es in der Turbine unter Entspannung
und Abkühlung
Arbeit leistet. Da die Turbine aufgrund der Trägheit weiter rotiert, wenn
der Druck im Druckaufbauraum nicht mehr ausreicht, die Turbine anzutreiben,
wirkt sie noch für
eine Weile als Pumpe, welche Wärmefluid aus
dem Druckaufbauraum pumpt.
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Das
entspannte und abgekühlte
Wärmefluid wird
verdichtet, wobei es wieder kondensiert, und schließlich im
Reservoir gesammelt. Sobald der Druck im Reservoir höher als
im – nun
leeren und damit druckarmen – Druckaufbauraum
ist, wird das Ventil in der Fluidleitung geöffnet, so dass das wieder verdichtete
Wärmefluid
aus dem Reservoir über
die Fluidleitung in den Druckaufbauraum strömt. Das über die Fluidleitung in den
Druckaufbauraum rückgespeiste
Wärmefluid
steht dann einer erneuten Erwärmung
und Druckerhöhung
zur Verfügung.
Die Turbine durchläuft
dabei im Wechsel Phasen, in der sie vom Wärmefluid angetrieben wird und
Phasen, in denen Wärmefluid
aus dem Reservoir in den Druckaufbauraum rückgespeist und im Druckaufbauraum verdampft
wird.
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Wenn
mehrere Wärmekreisläufe über Wärmetauscher
mit der Wärmequelle,
gekoppelt sind, und diese Wärmekreisläufe jeweils
einen Druckaufbauraum, ein Reservoir und bspw. eine Turbine als Strömungsmaschine
umfassen, ist es möglich,
die Phasen des Druckaufbaus in den Druckaufbauräumen der einzelnen Kreisläufe so zu
steuern, dass sie gegeneinander phasenverschoben sind. Auf diese Weise
kann die Erzeugung mechanischer Energie durch die erfindungsgemäße Vorrichtung
vergleichmäßigt werden.
Das Steuern der Phasen kann bei Vorhandensein eines Kältekreislaufes
bspw. mittels Steuerventilen im Kältekreislauf erfolgen, welche
die Zufuhr von Kältefluid
zu den einzelnen Wärmetauschern
phasenverschoben freigeben und unterbrechen.
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Wenn
mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
elektrische Energie erzeugt werden soll, wird die Strömungsmaschine
mit wenigstens einem elektrischen Generator gekoppelt, um diesen
anzutreiben.
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In
der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ist es möglich,
dem Kältekreislauf
einen weiteren Wärmekreislauf
zuzuordnen, welcher nicht zum Antreiben der Turbine genutzt wird,
sondern zum Heizen einer Einrichtung, beispielsweise einer Maschine
oder eines Gebäudes.
Auch die beim Kondensieren des Wärmefluids
in einem Verdichter auf den zugehörigen Sekundärwärmekreislauf übertragene
Wärme kann
als Heizwärme
Verwendung finden, anstatt sie über
den Druckaufbaubehälter
wieder dem Wärmekreislauf
zuzuführen.
Diese Ausgestaltung kann insbesondere dann sinnvoll und vorteilhaft
sein, wenn die Vorrichtung für
Endverbraucher geeignet sein soll, die bspw. ein Gebäude sowohl
mit Strom als auch mit Wärme
versorgen wollen.
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Weitere
Merkmale, Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden Erfindung
ergeben aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
unter Bezugnahme auf die beiliegenden Figuren.
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1 zeigt
ein Schaltbild für
eine erfindungsgemäße Vorrichtung
zum Gewinnen mechanischer bzw. elektrischer Energie aus Erdwärme.
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2 zeigt
eine Erdwärmesonde,
wie sie in der erfindungsgemäßen Vorrichtung
Verwendung finden kann, in einer schematischen Darstellung.
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3 zeigt
die Dampfdruckkurven verschiedener Fluide.
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Ein
Ausführungsbeispiel
für die
erfindungsgemäße Vorrichtung
zur Gewinnung von mechanischer Energie aus Erdwärme ist in 1 dargestellt. Die
dargestellte Vorrichtung umfasst einen Kältekreislauf 1 und
drei über
Wärmetauscher 3, 5, 7 mit dem
Kältekreislauf 1 gekoppelte
Wärmekreisläufe 100, 200, 300.
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Der
Kältekreislauf 1 umfasst
eine Erdwärmesonde 9,
die drei Wärmetauscher 3, 5, 7 und
einen Verdichter 11. Die drei Wärmetauscher 3, 5, 7 sind
in getrennten Zweigen des Kältekreislaufes 1 angeordnet,
die mittels steuerbarer Absperrventile 13a, 13b, 13c individuell
gesperrt oder freigegeben werden können. Im Kältekreislauf 1 zirkuliert
ein Kältefluid, welches
dazu dient, Erdwärme
in der Erdwärmesonde 9 aufzunehmen,
zu den Wärmetauschern 3, 5, 7 zu
transportieren und dort an ein in dem jeweiligen Wärmekreislauf 100, 200, 300 zirkulierendes
Wärmefluid
abzugeben.
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Die
Funktionsweise des Kältekreislaufs 1 wird
nachfolgend mit Bezug auf 2 erläutert, die eine
Erdwärmesonde 9 in
einer schematischen Darstellung zeigt.
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Bei
jedem Durchlauf durch den Kältekreislauf 1 erfährt das
Kältefluid
zwei Phasenübergänge, nämlich einmal
einen Phasenübergang
von flüssig
zu gasförmig
in der Erdwärmesonde
und einmal eine Rückumwandlung
vom gasförmigen
in den flüssigen Zustand,
welcher in den Wärmetauschern
stattfindet. Die Erdwärmesonde 9 ist
in einem Bohrschacht versenkt, der lediglich eine geringe Tiefe
im Bereich zwischen 100 m und 1000 m zu haben braucht. In diesen Tiefen
ist die Erdwärme
bereits hoch genug, um die erfindungsgemäße Vorrichtung sinnvoll betreiben
zu können.
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Die
Erdwärmesonde 9 umfasst
einen Ringraum 14, der zum Führen des flüssigen Kältefluids 15 zu einem
Verdampfungsraum 17 dient. Der Ringraum 14 ist
im Wesentlichen durch den Zwischenraum zwischen einem Außenrohr 12 und
einem Steigrohr 16 der Erdwärmesonde 9 gebildet.
Das flüssige
Kältefluid 15 fließt hauptsächlich an
der Innenwand des Außenrohres 12 zum
Verdampfungsraum 17. Um das flüssige Kältefluid 15 in einen
verdampfungsfähigen
Zustand zu überführen, wird
sein Druck mit dem Eintritt in den Verdampfungsraum 17 entsprechend
seiner thermodynamischen Dampfdruckkurve bezüglich der im Verdampfungsraum 17 herrschenden
Temperatur eingestellt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel dient ein Drosselventil 18 am Übergang
zwischen dem Ringraum 14 und dem Verdampfungsraum 17 zum
Einstellen des Druckes. Das Drosselventil 18 vermindert
den hydrostatischen Druck des flüssigen
Kältefluids 15 im
Ringraum auf Verdampfungsniveau, so dass dieses im Verdampfungsraum 17 unter
Aufnahme von Wärme
aus dem umgebenden Erdreich 20 verdampft. Das nun gasförmige Kältefluid 19 steigt
durch das zentrale Steigrohr 16 nach oben. Um Temperatur-
und Druckverluste zu minimieren weist das Steigrohr 16 einen
ausreichenden Strömungsquerschnitt
auf und ist zum Ringraum 14 hin wärmeisoliert. Über Tage
wird das aufgestiegene gasförmige
Wärmefluid 19 im
Verdichter 11 verdichtet. Durch das Verdichten wird die
Kondensationstemperatur des gasförmigen
Wärmefluids 19 so weit
angehoben, dass es in den Wärmetauschern 3, 5, 7 kondensiert
und die dabei frei werdende Kondensationswärme an das im entsprechenden
Wärmekreislauf
zirkulierende Wärmefluid überträgt. Das nunmehr
wieder flüssige
Kältefluid 15 wird
anschließend
wieder dem Ringraum 14 zugeführt, wo es aufgrund der Schwerkraft
an der Innenwand des Außenrohres
12 zum Verdampfungsraum 17 fließt. Geeignete Kältefluide
zum Zirkulieren im Kältekreislauf 1 sind
beispielsweise Kohlendioxid, Propan, Butan, Ammoniak, etc.
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Die
beschrieben Erdwärmesonde
stellt lediglich ein Beispiel für
eine geeignete Erdwärmesonde dar.
Andere Erdwärmesonden
können
ebenfalls im Kältekreislauf 1 eingesetzt
werden, solange sich mit ihnen eine als Wärmepumpe zu betreibende Kondensationskälteanlage
aufbauen lässt.
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Der
Wärmekreislauf 100,
welcher über
den Wärmetauscher 3 an
dem Kältekreislauf 1 angekoppelt
ist, stellt einen konventionellen Heizkreislauf, beispielsweise
zum Beheizen eines Gebäudes
oder einer Maschine dar und wird an dieser Stelle nicht weiter erläutert.
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Der
Wärmekreislauf 200,
welcher über
den Wärmetauscher 5 an
den Kältekreislauf 1 angekoppelt
ist, dient zur Gewinnung mechanischer Energie aus der im gasförmigen Kältefluid 15 gespeicherten Erdwärme. Der
Wärmekreislauf 200 umfasst
einen Druckbehälter 201 als
Druckaufbauraum, in dem der Wärmetauscher 5 angeordnet
ist, eine Turbine 22, einen zweistufigen Verdichter 204a, 204b und
ein Reservoir 205. Die Turbine 22 ist dabei strömungstechnisch
hinter dem Druckbehälter 201 aber
vor den Verdichterstufen 204a, 204b angeordnet.
Zwischen dem Reservoir 205 und dem Druckbehälter 201 ist
eine Fluidleitung 207 mit einem darin angeordneten Ventil 209 vorhanden.
Mittels weiterer Ventile 211, 213 und 215 kann
die Strömung
des Wärmefluids
zwischen dem Druckbehälter 201 und
der Turbine 22, zwischen dem Verdichter 204a, 204b und
dem Reservoir 205 bzw. zwischen der Turbine 22 und
dem Verdichter 204a, 204b unterbunden werden.
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Das
im Druckbehälter 201 befindliche
Wärmefluid
ist so gewählt,
dass es bei Aufnahme der Kondensationswärme des Kältefluids verdampft und dabei
eine große
Drucksteigerung im Druckbehälter 201 erfährt. Im
vorliegenden Ausführungsbeispiel kommt
Kohlendioxid als Wärmefluid
zum Einsatz, es sind grundsätzlich
aber auch andere Fluide geeignet, so lange sie im relevanten Temperaturbereich
eine ausreichende Drucksteigerung ermöglichen. Insbesondere seien
Ammoniak, Ethan und Propan als weitere mögliche Wärmefluide genannt.
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Wenn
das Wärmefluid
aufgrund der Erwärmung
verdampft ist und unter hohem Druck steht, wird das während des
Erwärmens
geschlossene Ventil 211 zwischen dem Druckbehälter 201 und
der Turbine 22 geöffnet
und das Wärmefluid
der Turbine 22 zugeführt,
wo es unter Entspannung und Abkühlung
Arbeit leistet. Die so erzeugte mechanische Energie wird dann dazu
verwendet, einen Generator 24 anzutreiben, der elektrische
Energie erzeugt. Das Ventil 209 stellt dabei sicher, dass
das unter hohem Druck stehende Wärmefluid
nicht über
die Fluidleitung 207 in das Reservoir 205 gelangen
kann. Das aus der Turbine 203 austretende abgekühlte und entspannte
Wärmefluid
wird schließlich
in den Verdichterstufen 204a und 204b durch Verdichten
verflüssigt und
anschließend
im Reservoir 205 gesammelt. Die beim Verdichten frei werdende
Wärme wird über einen
Sekundärwärmekreislauf 206 abgeführt und
zu Heizzwecken verwendet.
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Da
Wärmefluid
aus dem Druckbehälter 201 durch
die Turbine 22 in das Reservoir 205 strömt, ohne
dass währenddessen
Wärmefluid
aus dem Reservoir 205 in den Druckbehälter 201 eingespeist wird,
nimmt der Druck im Druckbehälter 201 immer weiter
ab, bis er nicht mehr ausreicht, die Turbine 22 anzutreiben
und die Strömung
vom Druckbehälter 201 zur
Turbine 22 abbricht. Es wird dann das Ventil 211 zwischen
dem Druckbehälter 201 und
der Turbine 22 geschlossen.
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Wenn
die Strömung
in das Reservoir 205 zum Erliegen kommt, wird das Ventil 213 geschlossen,
um ein Rückströmen des
verdichteten Wärmefluids
zu den Verdichterstufen 204a, 204b zu verhindern.
In diesem Stadium ist der Druck im Reservoir 205 höher als
im nun leeren Druckraum 201. Nun wird das Ventil 209 geöffnet, so
dass ein Druckausgleich zwischen dem Druckbehälter 201 und dem Reservoir 205 stattfindet.
Auf diese Weise wird flüssiges Wärmefluid
aus dem Reservoir 205 in den Druckbehälter 201 rückgespeist.
Nachdem ein Druckausgleich zwischen dem Druckbehälter 201 und dem Reservoir 205 stattgefunden
hat, wird das Ventil 209 wieder geschlossen und das Ventil 13b geöffnet. Infolgedessen
beginnt sich das rückgespeiste
Wärmefluid
wieder zu erwärmen,
was schließlich
zu einem erneuten Verdampfen des Wärmefluids und zum erneuten
Druckanstieg im Druckbehälter 201 führt, so dass
nach einem erneuten Öffnen
des Ventils 211 die Turbine 22 durch das Wärmefluid
wieder angetrieben werden kann. Auf diese Weise findet ein zyklischer Betrieb
der Wärmekreislaufes 200 statt,
welcher zwei Phasen aufweist. In der ersten Phase wird vom durch die
Turbine 22 strömenden
Wärmefluid
Arbeit geleistet, welche zur Energiegewinnung Verwendung findet.
Ein Teil der Arbeit findet zudem zum Antreiben der Verdichterstufen 204a, 204b Verwendung.
In der zweiten Phase, in der keine Arbeit in der Turbine 22 geleistet
wird, erfolgt das Rückspeisen
von Wärmefluid
aus dem Reservoir 205 in den Druckbehälter 20. Die Steuerung
der Phasen erfolgt mittels der steuerbaren Ventile 13b, 209, 211 und 213.
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Der
dritte Wärmekreislauf 300 weist
weitgehend denselben Aufbau wie der zweite Wärmekreislauf 200 auf.
Elemente im dritten Wärmekreislauf,
die Elementen des zweiten Wärmekreislaufes 200 entsprechen,
sind mit um den Wert 100 erhöhten Referenznummern bezeichnet.
Lediglich der Sekundärwärmekreislauf 306 zum
Abführen
der Kondensationswärme
in den Verdichterstufen 304a, 304b wird anders
genutzt als im ersten Wärmekreislauf 200. Statt
zu Heizzwecken genutzt zu werden, wird die Kondensationswärme zusätzlich zur
Kondensationswärme
des Kältefluids
zum Heizen des Wärmefluids im
Druckbehälter 301 genutzt.
Es sei darauf hingewiesen, dass die unterschiedliche Ausgestaltung
der Sekundärwärmekreisläufe 206, 306 im
vorliegenden Ausführungsbeispiel
hauptsächlich
der Darstellung der verschiedenen Möglichkeiten, die in den Verdichterstufen
anfallende Kondensationswärme
zu nutzen, dient. In der Realität
wird es in der Regel aber so sein, dass beide Sekundärwärmekreisläufe 206, 306 gleich
ausgestaltet sind.
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Im
dritten Wärmekreislauf 300 findet
wie im zweiten Wärmekreislauf 200 ein
zweiphasiger Zyklus statt, in dem in der ersten Phase das unter
hohem Druck stehende Wärmefluid
die Turbine 22 antreibt und in der zweiten Phase Wärmefluid
aus dem Reservoir 305 in den Druckbehälter 301 rückgespeist wird.
Im Vergleich zum Wärmekreislauf 200 ist
der Wärmekreislauf 300 jedoch
so gesteuert, dass er die Phase des Rückspeisens durchläuft, während das Wärmefluid
im Wärmekreislauf 200 in
der Turbine 22 Arbeit leistet. Auf diese Weise kann die
Stromerzeugung durch den Generator 24 vergleichmäßigt werden.
Je höher
hierbei die Anzahl der Wärmekreisläufe 200, 300,
etc. ist, desto gleichmäßiger kann
Strom in ein Netz eingespeist werden. Es sei daher an dieser Stelle
betont, dass im Unterschied zum dargestellten Ausführungsbeispiel
auch mehr als zwei zur Gewinnung mechanischer Energie genutzte Wärmekreisläufe vorhanden
sein können.
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Zur
weiteren Erläuterung
der Erfindung wird nachfolgen ein Zahlenbeispiel präsentiert:
Ab
einer Tiefe von ca. 100 m weist das Erdreich ganzjährig eine
stabile Temperatur von ca. 18°C
auf. Wenn Propan (C3H8)
oder Ammoniak (NH3) oder eine Mischung daraus,
ggf. auch eine Mischung aus Ammoniak, Propan und Kohlendioxid, als
Kältefluid
eingesetzt wird, so kann das Kältefluid
in seiner gasförmigen
Phase eine Temperatur von 18°C
aufweisen. Als Wärmefluid
kann in diesem Fall beispielsweise CO2 eingesetzt
werden. Dieses hat bei 18°C
einen Dampfdruck von rund 6 MPa, also von 60 Atmosphären (vgl. 3).
Bei einer Temperatur von 0°C
hat Kohlendioxid hingegen lediglich einen Dampfdruck von ca. 3,5
MPa, also etwa 35 Atmosphären.
Die Druckdifferenz von 25 Atmosphären ist ausreichend, um eine
Turbine zu betreiben. Eine Temperaturdifferenz von 18°C im Wärmefluid
ist mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
jedoch einfach zu erreichen.
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Wenn
Ethan an Stelle von Kohlendioxid als Wärmefluid Verwendung findet,
so beträgt
der Dampfdruck bei 18°C
noch immer etwa 4 MPa (ca. 40 Atmosphären) und der Dampfdruck bei
0°C ca. 2,5
MPa, also etwa 25 Atmosphären.
Zwar liegt der Druckunterschied bei Ethan nur bei 15 Atmosphären, jedoch
reicht auch dieser Druckunterschied noch aus, um die Turbine zu
betreiben.
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In
beiden Beispielen wird die Temperatur des kondensierten Wärmefluids
in der Regel tatsächlich sogar
unter 0°C
liegen.
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Wenn
der Verdichter 11 zwischen die Erdwärmesonde 9 und den
Wärmetauschern 3, 5, 7 die Temperatur
des gasförmigen
Kältefluids 19 durch Kompression
weiter erhöht,
sind im vorausgegangenen Zahlenbeispiel Temperaturen von bis zu
55°C im komprimierten
gasförmigen
Kältefluid
erreichbar. Bei doppelter Verdichtung können sogar Temperaturen von über 100°C erreicht
werden.
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Es
erwähnenswert,
dass sich im Erdreich 20 um den Verdampfungsraum 17 der
Erdwärmesonde 9 herum
ein Eismantel bildet. Dieser kann dazu verwendet werden, einen Kühlkreislauf
aufzubauen, mit welchem beispielsweise eine Klimaanlage betrieben werden
kann. Auf diese Weise kann die eigentlich als Abfallprodukt anfallende
Kühlleistung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung
einer sinnvollen Nutzung zugeführt
werden. Dabei schmilzt der Eismantel größtenteils wieder ab, so dass
ein Schaden der vegetativen Zone im Erdreich vermieden werden kann,
insbesondere dann, wenn das Erdreich bereits bei geringen Tiefen
die Temperatur von ca. 18°C
erreicht und die Erdwärmesonde
daher oberflächennah
angeordnet ist.
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Das
beschrieben Verfahren zum Erzeugen von mechanischer Energie aus
Wärme kann
auch zum Antreiben von mobilen Systemen, bspw. Fahrzeugen, genutzt
werden.