-
Die
Erfindung betrifft eine Zündkerze
mit einem einen Isolator umgebenden Gehäuse, mit einem Anschlussbolzen
und mit einer über
einen elektrisch leitenden Bereich damit verbundene Mittelelektrode gemäß der im
Oberbegriff des Patentanspruches 1 näher definierten Art.
-
Bei
aus der Praxis bekannten fremdgezündeten Verbrennungsmotoren,
bei welchen die im Kraftstoff enthaltene Energie in Bewegungsenergie umgewandelt
wird, wird ein in einen Brennraum eingespritztes Kraftstoffgemisch über eine
zeitlich gesteuerte Fremdzündung
entflammt. Die Zündung
des Ottomotors erfolgt elektrisch, wobei eine vom Motor gesteuerte
Zündanlage
periodisch eine Hochspannung erzeugt. Diese Hochspannung bewirkt
jeweils einen Funkenüberschlag
zwischen den Elektroden der Zündkerzen
im Verbrennungsraum. Die in dem Funken enthaltene Energie entzündet das
verdichtete Luft-Kraftstoffgemisch,
wobei die Zündkerze
unter allen Betriebsbedingungen die Zündenergie in dem Brennraum
einbringen muss, ohne undicht oder heiß zu werden.
-
Im
Betrieb sind die Elektroden einer Zündkerze hohen Belastungen durch
den Zündfunken
sowie durch chemisch-thermische Angriffe ausgesetzt, welche Erosion
sowie Korrosion an den Elektroden hervor rufen. Um dem im Betrieb
durch Funkenerosion sowie Korrosion im Brennraum auftretenden Elektrodenverschleiß entgegentreten
zu können,
werden die Zündkerzenelektroden
aus Werkstoffen hergestellt, die durch eine geringe Oxidations-
und Korrosionsneigung sowie eine hohe Verschleißbeständigkeit gegen funkenerosive
Angriffe gekennzeichnet sind. Hierbei zeigen Werkstoffe aus reinen
Edelmetallen oder auf Edelmetallbasis, wie Platin oder Platin- und Iridiumbasislegierungen,
die besten Eigenschaften. Weitere geeignete Elektrodenwerkstoffe
sind Nickel und Silber sowie Nickel- und Silberbasislegierungen, wobei
Zündkerzenelektroden
aus Nickellegierungen gegen Funkenerosion sowie gegen Hochtemperaturkorrosion
im Bereich bis 900°C
beständig
sind. Des Weiteren werden Nickellegierungen auch als Trägermaterialien
für Edelmetallstifte
eingesetzt, die typischerweise in etwa 0.8 mm Durchmesser aufweisen und
mit ca. 1 mm Länge
ausgeführt
sind.
-
Aus
der Praxis bekannte Zündkerzen
sind aus Metall, Keramik und Glas hergestellt. Diese Werkstoffe
haben unterschiedliche Eigenschaften, die durch materialgerechte
Konstruktion einer Zündkerze
genutzt werden. Die wichtigsten Bestandteile der Zündkerze
sind ein Anschlussbolzen, ein Isolator, ein Gehäuse, eine Mittelelektrode sowie
eine Masseelektrode, wobei ein in dem Isolator angeordneter und
elektrisch leitender Bereich, der aus einer an sich bekannten Glasschmelze
besteht, die Mittelelektrode im Inneren des Isolators mit dem Anschlussbolzen verbindet.
Der Anschlussbolzen besteht meist aus Stahl und ist im Isolator
in der leitfähigen
Glasschmelze gasdicht eingeschmolzen. Der Isolator ist wiederum
von einem Gehäuse
umgeben, auf das die Masseelektrode geschweißt ist.
-
Im
Allgemeinen emitieren Zündkerzen
eine sogenannte elektromagnetische Störstrahlung, welche durch die
ein Widerstandspaket dar stellende elektrisch leitfähige Glasschmelze
begrenzt ist. Die elektromagnetische Störstrahlung einer Zündkerze ist
umso geringer, je weiter sich das Widerstandspaket einer Zündkerze
ausgehend vom Anschlussbolzen in Richtung der Mittelelektrodenspitze
erstreckt. Das bedeutet, dass zur Erzielung optimaler Entstöreigenschaften
ein langes, möglichst
weit in Richtung der Mittelelektrodenspitze vorgezogenes Widerstandspaket
erforderlich ist.
-
Nachteilhafterweise
sind die Abmessungen des Widerstandspaketes einer Zündkerze
durch die Mittelelektrode und auch den Anschlussbolzen in derartigem
Umfang begrenzt, dass die von in einer Brennkraftmaschine angeordneten
Zündkerzen
ausgehenden elektromagnetischen Störstrahlungen nur durch aufwändige und
kostenintensive motorseitige konstruktive Maßnahmen auf ein angestrebtes
Maß einstellbar
sind, da der aus elektrisch leitfähiger Glasschmelze hergestellte
elektrisch leitende Bereich im Betrieb einer Zündkerze gegenüber den
Funkenüberschlägen zwischen
der Masseelektrode und der Mittelelektrode abgeschirmt sein muss,
um ein Abbrennen der Glasschmelze und damit einen Funktionsausfall
der Zündkerze
wirkungsvoll zu vermeiden.
-
Der
vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Zündkerze
mit geringer elektromagnetischer Störstrahlung zur Verfügung zu
stellen, die einfach und kostengünstig
herzustellen ist und die eine hohe Lebensdauer aufweist.
-
Erfindungsgemäß wird diese
Aufgabe mit einer Zündkerze
mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst.
-
Vorteile der
Erfindung
-
Die
erfindungsgemäße Zündkerze
ist mit einem einen Isolator umgebenden Gehäuse, mit einem Anschlussbolzen
und mit einer über
einen elektrisch leitenden Bereich damit verbundenen Mittelelektrode ausgeführt, die
mit einer Masseelektrode zum Generieren eines Zündfunkens zusammenwirkt. Der
Anschlussbolzen, der elektrisch leitende Bereich und die Mittelelektrode
sind wenigstens bereichsweise innerhalb des Isolators angeordnet.
-
Erfindungsgemäß ist der
elektrisch leitende Bereich aus einem keramischen und elektrisch
leitenden Material hergestellt, das wenigstens 60 Gew.-% MoSi2 aufweist.
-
Damit
ist die Zündkerze
im elektrisch leitenden Bereich aus einer elektrisch leitfähigen Keramik hergestellt,
die auch in dem funkenaktiven Bereich der Mittelelektrode nahen
Zündkerzenbereichen
vorgesehen werden kann, da eine MoSi2 aufweisende Keramik
eine hohe Widerstandsfähigkeit
gegenüber funken-erosiven
Verschleiß aufweist.
Dadurch ist eine erfindungsgemäß ausgeführte Zündkerze
im Vergleich zu herkömmlichen
Zündkerzen
auch in einem funkenaktiven Abschnitt der Mittelelektrode nahen
Bereichen mit einem derartigen Entstörwiderstand ausbildbar, dass
die elektromagnetische Störstrahlung
gegenüber
aus der Praxis bekannten Zündkerzen
erheblich reduziert ist.
-
MoSi2 wird in der Praxis unter anderem als Heizleiterbasismaterial
für Ofenapparate
verwendet, bei welchen Betriebstemperaturen über 1600°C auftreten, und findet zudem
bei keramischen Glühstiftkerzen
bei Dieselbrennkraftmaschinen Verwendung.
-
Aufgrund
einer sehr guten Oxidationsbeständigkeit,
die auf der Bildung einer dünnen,
festhaftenden Quarzglasschicht beruht, sowie einer guten elektrischen
Leitfähigkeit
eignet sich ein MoSi2 aufweisender Basiswerkstoff
zum Verbinden der Mittelelektrode und des Anschlussbolzens innerhalb
des Isolators und bietet die Möglichkeit,
Zündkerzen
fremdgezündeter
Verbrennungsmotoren mit einer ausreichenden Lebensdauer kostengünstig herzustellen.
-
Weitere
Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes nach
der Erfindung sind der Beschreibung, der Zeichnung und den Patentansprüchen entnehmbar.
-
Zeichnung
-
In
der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele
einer erfindungsgemäßen Zündkerze
schematisch vereinfacht dargestellt und werden in der nachfolgenden
Beschreibung näher
erläutert.
Es zeigen:
-
1 ein
erstes Ausführungsbeispiel
einer erfindungsgemäß ausgeführten Zündkerze
im Halblängsschnitt;
und
-
2 ein
zweites Ausführungsbeispiel
einer Zündkerze
nach der Erfindung in einer 1 entsprechenden
Darstellung.
-
Beschreibung
der Ausführungsbeispiele
-
Bezug
nehmend auf 1 ist eine Teilschnittansicht
einer an einem Zylinderkopf einer Brennkraftmaschine anordenbaren
Zündkerze 1,
die mit einem an einem Gehäuse 2 ausgebildeten
Außengewinde 3 in
ein Innengewinde des Zylinderkopfes einschraubbar ist, dargestellt.
-
Die
Zündkerze 1 besteht
vorliegend aus Metall und Keramik. Die Wirkstoffe haben unterschiedliche
Eigenschaften, die durch materialgerechte Konstruktion der Zündkerze 1 genutzt
werden. Die wichtigsten Bestandteile der Zündkerze 1 sind ein
Anschlussbolzen 5, ein Isolator 6 und das Gehäuse 2, eine
Mittelelektrode 7 sowie eine Masseelektrode 8, wobei
ein in dem Isolator 6 angeordneter und elektrisch leitender
Bereich 9 die Mittelelektrode 7 mit dem Anschlussbolzen 5 verbindet.
-
Der
Anschlussbolzen 5 besteht aus Stahl und ist im Isolator 6 gasdicht
mit dem elektrisch leitenden Bereich 9 verbunden. Des Weiteren
wird am Anschlussbolzen 5 an dem aus dem Isolator 6 herausragenden
Ende ein Anschlussstecker bzw. ein Kerzenstecker der Zündleitung
angebracht.
-
Der
Isolator 6 besteht aus einer Spezialkeramik und hat die
Aufgabe, die Mittelelektrode 7 und den Anschlussbolzen 5 vom
Gehäuse
zu isolieren. Das dichte Gefüge
der Spezialkeramik sorgt für
eine hohe Sicherheit gegen elektrische Durchschläge. Die Oberfläche der
Isolator-Anschlussseite ist glasiert. Auf der glatten Glasur haftet
Feuchtigkeit und Schmutz weniger gut, wodurch Kriechströme weitgehend
vermieden werden.
-
Die
Forderungen nach guter Wärmeleitfähigkeit
bei hohem elektrischem Isoliervermögen stehen in starkem Gegensatz
zu den Eigenschaften der meisten Isolierstoffe. Der vorliegend für den Isolator 6 verwendete
Werkstoff besteht aus Aluminiumoxid, dem in geringem Anteil andere
Stoffe zugemischt sind. Nachdem diese Spezialkeramik gebrannt und glasiert
ist, erfüllt
sie die an den Zündkerzenisolator gestellten
Forderungen nach hoher Isolierfähigkeit und
guter Wärmeleitfähigkeit
sowie nach mechanischer und chemischer Festigkeit.
-
Das
Gehäuse
ist aus Stahl gefertigt und dient zur Befestigung der Zündkerze 1 im
Zylinderkopf. Am oberen Teil des Gehäuses 2 befindet sich
ein Sechskant 10, zum Ansetzen des Zündkerzenschlüssels und
im unteren Teil ist das Außengewinde 3 vorgesehen.
Auf der Oberfläche
des Gehäuses 2 ist
galvanisch eine Nickelschicht aufgebracht, um Korrosion zu vermeiden,
das Außengewinde
leitfähig
zu halten und um ein Festfressen, besonders in Aluminiumzylinderköpfen, zu
verhindern. Die Zündkerze 1 kann
je nach Ausführungsform
des Gehäuses 2 mit
einem Dichtring bzw. einem Bördelring
versehen sein. Nach dem Einsetzen des Isolators 6 in das
Gehäuse 2 der Zündkerze 1 erfolgt
ein Einbördeln
und anschließendes
Einschrumpfen durch resistive Erwärmung unter hohem Druck in
einem Arbeitsgang.
-
Die
Mittelelektrode 7 und die Masseelektrode 8 sind
während
des Betriebs der Brennkraftmaschine einem hohen Verschleiß ausgesetzt,
der aufgrund von Erosion und Korrosion hervorgerufen wird. Beide
Faktoren können
in ihrer Auswirkung auf den Verschleiß nicht getrennt behandelt
werden. Der Verschleiß bewirkt
eine Erhöhung
der Zündspannung. Weiter
wird ein gutes Wärmeableitvermögen von
den Elektroden verlangt. Die Anforderungen können je nach Betriebsbedingungen
und Anwendungsfall unterschiedliche Elektrodenformen und Elektrodenwerkstoffe
erforderlich machen.
-
Die
Masseelektrode ist vorliegend über
eine Verschweißung
mit dem Gehäuse 2 der
Zündkerze 1 verbunden,
während
die Mittelelektrode 7 mit einem der Masseelektrode 8 abgewandten
Ende gasdicht mit dem elektrisch leitfähigen Bereich 9 der
Zündkerze 1 verbunden
ist.
-
Des
Weiteren überragt
die Mittelelektrode 7 den Isolator 6 mit ihrem
der Masseelektrode 8 zugewandten Ende axial um eine vordefi nierte
Länge,
wobei eine der Masseelektrode 8 zugewandte Stirnfläche der
Mittelelektrode 7 im Betrieb der Zündkerze durch Funkenüberschläge zwischen
der Masseelektrode 8 und der Mittelelektrode 7 befunkt
wird und somit die sogenannte Funkenstrecke der Zündkerze 1 begrenzt.
Die Mittelelektrode ist bei dem in 1 dargestellten
Ausführungsbeispiel
der Zündkerze 1 im
funkenaktiven Bereich aus einem später näher beschriebenen Material
hergestellt.
-
Der
elektrisch leitende Bereich 9 ist aus einem keramischen
und elektrisch leitenden Material hergestellt, das wenigstens 60
Gew.-MoSi2 aufweist. Zusätzlich weist der elektrisch
leitende Bereich 9 der Zündkerze 1 wenigstens
ein Element aus der Gruppe Al2O3,
AlN oder Si3N4 mit
Anteilen bis zu 40 Gew.-% auf, die sogenannte Füllstoffe darstellen und zum Einstellen
eines für
die Funktionsweise der Zündkerze 1 erforderlichen
Widerstandes des elektrisch leitenden Bereiches 9 vorgesehen
werden.
-
Der
aus leitendem keramischen Material bestehende elektrisch leitende
Bereich 9 erstreckt sich entlang der Längsachse der Zündkerze 1 bezogen auf
die Längserstreckung
eines Innenleiters der Zündkerze 1,
unter dem vorliegend nur der innerhalb des Isolators 6 angeordnete
Bereich der Zündkerze verstanden
wird, über
mindestens 50 %, vorzugsweise mindestens 70 %, womit eine von der
Zündkerze 1 ausgehende
elektromagnetische Störstrahlung
im Vergleich zu herkömmlich
ausgeführten
Zündkerzen auf
einfache und kostengünstige
Art und Weise reduziert wird. Dies wird dadurch erreicht, dass die
Zündkerze 1 mit
einem weit in Richtung der Spitze der Mittelelektrode 7 vorgezogenen
Entstörwiderstand
ausgebildet ist, der aus der vorgenannten elektrisch leitenden Keramik
besteht, die im Vergleich zu bei herkömmlichen Zündkerzen verwendeten Glasschmelzen
durch eine höhere
Verschleißbeständigkeit
gekennzeichnet ist.
-
Die
mit dem elektrisch leitenden Bereich 9 elektrisch leitend
und gasdicht verbundene Mittelelektrode 7 kann auf an sich
bekannte Art und Weise ausgeführt
sein oder in der nachfolgend näher
beschriebenen Art und Weise zumindest bereichsweise einstückig mit
dem elektrisch leitenden Bereich 9 ausgeführt und
ebenfalls aus einem MoSi2 aufweisenden Elektrodenbasismaterial
hergestellt sein.
-
Bei
weiteren Ausführungsbeispielen
der Zündkerze 1 weist
das Elektrodenmaterial der Mittelelektrode 7 im funkenaktiven
Bereich wenigstens 90 Gew.-% MoSi2 und wenigstens
ein eine Funkenerosionsbeständigkeit
der Mittelelektrode 7 erhöhendes Edelmetall, wie beispielsweise
Pt, Ir, Rh, Pd und/oder eine Legierung aus wenigstens zwei dieser
Elemente auf, wobei der Anteil eines oder mehrerer Edelmetalle im
Elektrodenmaterial bis zu 10 Gew.-% sein kann.
-
Alternativ
hierzu kann die Mittelelektrode im funkenaktiven Bereich, d. h.
im Bereich der Stirnfläche 7A aus
einem Elektrodenmaterial hergestellt sein, das 60 Gew.-% bis 80
Gew.-% MoSi2 und 20 Gew.-% bis 40 Gew.-%
der vorgenannten Edelmetalle und/oder eine Legierung aus wenigstens
zwei dieser Elemente aufweist.
-
Zusätzlich ist
es bei einer weiteren Ausführungsform
der in 1 dargestellten Zündkerze 1 vorgesehen,
dass die Mittelelektrode 7 zumindest in einem der Funkenstrecke
nahen Mittelelektrodenbereich aus einem Elektrodenmaterial hergestellt
ist, das mindestens 60 Gew.-% MoSi2 und
mindestens ein Element aus der Gruppe Al2O3, AlN oder Si3N4 aufweist, wobei der Anteil des mindestens
einen Elementes aus der vorgenannten Gruppe bis zu 40 Gew.-% betragen
kann.
-
Zusätzlich weist
das Elektrodenmaterial der Mittelelektrode 7 im Bereich
zwischen der Glasschmelze 9 und dem funkenaktiven Bereich
zur Erhöhung
der Oxidationsbeständigkeit
vorzugsweise Y2O3 und/oder SiC
auf, wobei der Anteil am gesamten Elektrodenmaterial der Mittelelektrode 7 bis
zu 20 Gew.-% betragen kann und mit zunehmendem Abstand vom funkenaktiven
Bereich einem vordefinierten Konzentrationsprofil entsprechend ansteigend vorgesehen
sein kann.
-
Bei
einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Zündkerze 1 gemäß 1 ist
die Mittelelektrode 7 als Nickel-Basis-Elektrode ausgeführt, die
im funkenaktiven Bereich mit einem Beschichtungsmaterial beschichtet
ist, welches mindestens 90 Gew.-% MoSi2 aufweist,
das wiederum wenigstens ein Element aus der Gruppe Pt, Ir, Rh, Pd
und/oder einer Legierung aus wenigstens zwei dieser Elemente aufweist.
-
Dabei
kann es weiter vorgesehen sein, dass der Anteil an MoSi2 und
auch der Edelmetall-Anteil im Beschichtungsmaterial ausgehend vom
funkenaktiven Bereich der Mittelelektrode 7 in Richtung
der Glasschmelze 9 abnimmt, da zur Einstellung des Widerstandes
der Mittelelektrode wenigstens ein Element aus der Gruppe Al2O3, Aln oder Si3N4 vorgesehen ist,
dessen Anteil vorzugsweise mit zunehmendem Abstand vom funkenaktiven
Bereich der Mittelelektrode 7 zunimmt.
-
In 2 ist
ein zweites Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäß ausgebildeten
Zündkerze dargestellt,
dessen Mittelelektrode in der Funkenstrecke nahen Elektrodenbereichen
sowie in seinem funkenaktiven Bereich jeweils in einer den vorbeschriebenen
Ausführungsformen
entsprechenden Art und Weise ausgebildet sein kann. Zusätzlich ist
der elektrisch leitende Bereich 9 der Zündkerze 1 gemäß 2 in
derselben Art und Weise wie der Bereich 9 der Zündkerze 1 gemäß 1 ausgeführt.
-
D.
h., dass der elektrisch leitende Bereich 9 der Zündkerze 1 gemäß 2 aus
einem keramischen Verbund aus MoSi2 und
wenigstens einem Element aus der Gruppe Al2O3, AlN, SiC und/oder Si3N4 besteht. Dabei wird der Bereich zwischen
dem Anschlussbolzen 5 und dem funkenaktiven Abschnitt der
Mittelelektrode 7 wie bei der einteiligen Ausführung des
Bereichs 9 und der Mittelelektrode 7 der Zündkerze 1 gemäß 1 wahlweise
mit einem stufenförmigen
Konzentrationsprofil oder einem kontinuierlichen Konzentrationsprofil
ausgeführt,
wobei der Anteil an MoSi2 ausgehend vom
funkenaktiven Bereich der Mittelelektrode 7 in Richtung
des dem Anschlussbolzen 5 zugewandten Ende reduziert ist
und gleichzeitig der Anteil an Al2O3, AlN, SiC und/oder Si3N4 ansteigt, um die Verbindung zwischen dem
funkenaktiven Bereich der Mittelelektrode 7 und dem Anschlussbolzen 5 mit
dem für
die Funktionsweise der Zündkerze 1 erforderlichen
elektrischen Widerstand auszuführen.
-
Die
Mittelelektrode 7 bildet mit ihrem innerhalb des Isolators 6 angeordneten
Bereich zusammen mit dem elektrisch leitenden Bereich 9 den
vorgenannten und als Innenleiter der Zündkerze 1 bezeichneten
Abschnitt der Zündkerze 1 aus,
der in dem funkenaktiven Bereich der Mittelelektrode 7 zugewandten
Bereichen mit höheren
elektrischen Widerständen
ausgebildet ist, als in dem Anschlussbolzen 5 zugewandten
Bereichen. Der Gesamtwiderstand des elektrisch leitenden, keramischen
Materials des Innenleiters der Zündkerze 1 wird
in Abhängigkeit
des jeweils vorliegenden Anwendungsfalles im Bereich von 500 Ohm
bis 10 kOhm eingestellt, um die Funktionsweise der Zündkerze 1 in
gewünschtem Umfang
zu gewährleisten.
-
Die
Ausgestaltung der Zündkerze 1 mit
einer elektrisch leitfähigen
Keramik zwischen dem funkenaktiven Bereich der Mittelelektrode 7 und
dem Anschlussbolzen 5 bietet auf einfache Art und Weise
die Möglichkeit,
eine Zündkerze
mit optimalen Entstöreigenschaften auszuführen, da
die MoSi2 enthaltende Keramik des Innenleiters
der Zündkerze 1 über die Höhe der Zündkerze 1 mit
einem derartig definierten Konzentrationsprofil ausführbar ist,
dass die Zündkerze 1 auch
in Bereichen nahe der Funkenstrecke der Zündkerze 1 ein für gute Entstöreigenschaften
erforderliches Widerstandspaket aufweist, welches gegenüber den
im Betrieb der Zündkerze
auftretenden Beanspruchungen entsprechend resistenter ausgeführt ist
als eine aus dem Stand der Technik bekannte und in herkömmlichen
Zündkerzen
eingesetzte Glasschmelze.
-
Durch
einen langen, weit zur Mittelelektrodenspitze vorgezogenen Entstörwiderstand
wird die elektromagnetische Störstrahlung
von Zündkerzen erheblich
reduziert. Die Ausführung
der Mittelelektrode 7 aus einem Elektrodenbasiswerkstoff,
der eine MoSi2 aufweisende, elektrisch leitfähige Keramik
darstellt, bietet auf einfache Art und Weise durch Variation der
Zusammensetzung der Keramik die Möglichkeit, das zur Reduzierung
der elektromagnetischen Störstrahlung
einer Zündkerze
erforderliche Widerstandspaket in axialer Erstreckung der Zündkerze 1 im
Vergleich zu herkömmlich
ausgeführten
Zündkerzen
weiter in Richtung des funkenaktiven Bereichs der Mittelelektrode 7 zu
erstrecken, womit die elektromagnetische Störstrahlung einer Zündkerze
erheblich reduziert wird.
-
Die
elektromagnetische Störstrahlung
der Zündkerze 1 gemäß 2 ist
gegenüber
herkömmlichen
Zündkerzen
noch stärker
reduziert, da auch der Anschlussbolzen 5 aus keramisch
leitendem Material, welches MoSi2 aufweist,
hergestellt ist.
-
Dabei
ist es vorgesehen, dass der im inneren Bereich des Isolators 6 angeordnete
Innenleiter der Zündkerze 1,
der zumindest aus dem vom Isolator 6 umgebenen Bereich
der Mittelelektrode 7 sowie die Mittelelektrode 7 und
den Anschlussbolzen 5 miteinander verbinden den elektrisch
leitenden Bereich 9 besteht, und der Anschlussbolzen 5 selbst
zunächst in
Form einer das für
eine gute Entstörung
erforderliche vordefinierte Konzentrationsprofil aufweisenden Pulvermischung
vorliegen, die anschließend
während
eines Sinterprozesses in die endgültige feste Form des Innenleiters
der Mittelelektrode 7 und des Anschlussbolzens 5 überführt wird.
-
Vorzugsweise
ist der funkenaktive Bereich der Mittelelektrode 7 mit
einem verschleißbeständigen Platinstift,
der in den Isolator 6 und die elektrisch leitfähige Keramik
der Mittelelektrode 7 eingesintert wird, ausgebildet.
-
Alternativ
hierzu ist es bei einer weiteren Ausführungsform der Zündkerze 1 gemäß 2 auch
vorgesehen, dass die Mittelelektrode 7 im funkenaktiven
Bereich anstelle des Platinstiftes aus einem Elektrodenmaterial
besteht, das 20 bis 30 Gew.-%, vorzugsweise bis zu 10 Gew.-%, wenigstens
eines Elementes aus der Gruppe mit Pt, Ir, Rh und/oder Pd oder einer
Legierung aus wenigstens zwei dieser Elemente und 60 bis 80 Gew.-%
MoSi2, vorzugsweise mindestens 90 Gew.-%,
aufweist, wobei die Mittelelektrode 7 in vorbeschriebener
Art und Weise durch sintern einstückig mit dem elektrisch leitenden
Bereich 9 und dem Anschlussbolzen 5 der Zündkerze 1 ausgebildet
sein kann.
-
Wesentlich
für die
Funktion der Zündkerze ist,
dass eine gasdichte Verbindung zwischen dem Isolator 6 und
der den inneren Bereich des Isolators 6 ausfüllenden
elektrisch leitfähigen
Keramik der Mittelelektrode 7 bzw. des Innenleiters der
Zündkerze 1 vorliegt,
wobei die gasdichte Verbindung durch Aufschrumpfen des Isolators
während
eines Sinterprozesses oder während
eines gemeinsamen Sinterprozesses des Isolators 6 und der
im Inneren des Isolators 6 angeordneten elektrisch leitfähigen Keramik herstellbar
ist.
-
Der
Anteil des MoSi2-Gehaltes im Bereich der
Mittelelektrode 7, im Bereich des Innenleiters und im Bereich
des Anschlussbolzens 5 wird sowohl zur Einstellung der
elektrischen Eigenschaften als auch zum Einstellen des thermischen
Ausdehnungsverhaltens der elektrisch leitenden Keramik derart variiert,
dass die thermische Ausdehnung der Keramik an die physikalischen
Eigenschaften des Isolator 6 angepasst ist.
-
Selbstverständlich liegt
es im Ermessen des Fachmannes, die Masseelektrode 8 der
Zündkerze 1 gemäß 1 oder
der Zündkerze 1 gemäß 2 ebenfalls
im funkenaktiven Bereich aus einem 70 Gew.-% bis 80 Gew.-% MoSi2, vorzugsweise mindestens 90 Gew.-% MoSi2, aufweisenden Elektrodenmaterial herzustellen,
wobei das Elektrodenmaterial im funkenaktiven Bereich der Masseelektrode
zur Erhöhung
einer Funkenerosionsbeständigkeit
wenigstens eines der Elemente aus der Gruppe Pt, Ir, Rh, Pd und/oder
einer Legierung aus wenigstens zwei dieser Elemente mit Anteilen
zwischen 20 Gew.-% bis 30 Gew.-%, vorzugsweise bis zu 10 Gew.-%
aufweisen kann.
-
Zusätzlich kann
die Masseelektrode 8 der Zündkerze 1 gemäß 1 oder
gemäß 2 in
der Funkenstrecke nahen Bereichen aus einem wenigstens 60 Gew.-%
MoSi2 aufweisenden Elektrodenmaterial hergestellt
sein, das bis zu 40 Gew.-% mindestens eines Elementes aus der Gruppe
Al2O3, AlN oder
Si3N4 mit enthält, um die
Masseelektrode mit einem für
die Funktionsweise der Zündkerze
erforderlichen elektrischen Widerstand darstellen zu können.
-
Alternativ
hierzu oder zusätzlich
kann die Masseelektrode in dem funkenaktiven Bereich auch mit einem
mit dem Elektrodengrundkörper
fest verbundenen und aus Edelmetall, vorzugsweise Platin, hergestellten
Bereich ausgeführt
sein, wobei der Elektrodengrundkörper der
Masseelektrode aus einem Elektrodenmaterial mit einer der vorgenannten Zusammensetzungen
hergestellt sein kann.
-
Zudem
kann es bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Zündkerze
gemäß 1 oder
gemäß 2 auch
vorgesehen sein, dass die Masseelektrode als Nickelbasiselektrode
ausgeführt
ist, die zumindest bereichsweise, vorzugsweise zumindest in einem
der Funkenstrecke nahen Bereich, mit einem Elektrodenmaterial beschichtet
ist, welches eine der vorbeschriebenen Zusammensetzungen aufweist.