DE102005045897A1 - Telefonspule für eine Hörvorrichtung mit zusätzlichem elektrischen Bauteil - Google Patents
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Abstract
Die
Bauform einer Hörvorrichtung und
insbesondere eines Hörgeräts soll
verkleinert werden, ohne die EMV-Festigkeit des Hörgeräts zu beeinträchtigen. Hierzu
ist ein Telefonspulenmodul vorgeschlagen, das einen Spulenkern (1)
und eine Wicklung (2), die um den Spulenkern (1) gewickelt ist,
aufweist. Mindestens ein elektrisches Bauteil, z. B. ein Koppelkondensator
(3) und/oder ein Ferrit Bead (4), ist zur Kopplung an einen Verstärker bzw. Unterdrückung von
Störsignalen
vorgesehen. Dieses elektrische Bauteil ist an die Wicklung (2) elektrisch
angeschlossen und direkt an den Spulenkern (1) oder die Wicklung
(2) montiert. Das Telefonspulenmodul lässt sich beispielsweise als
SMD-Bauteil fertigen. In vorteilhafter Weise wird durch das Telefonspulenmodul
nur dann ein Koppelkondensator (3) oder ein Ferrit Bead (4) als
EMV-Bauteil in die Hörvorrichtung
eingebaut, wenn eine Telefonspule eingebaut werden soll.
Description
- Die vorliegende Erfindung betrifft eine Telefonspule für eine Hörvorrichtung, insbesondere für ein Hörgerät, mit einem Spulenkern und einer Wicklung, die um den Spulenkern gewickelt ist.
- Es besteht ständig der Bedarf, Hörgeräte kleiner und kompakter zu gestalten. Dies bedeutet, dass entweder möglichst wenig Bauteile verwendet werden sollen und/oder die Bauteile möglichst klein ausgestaltet sein sollen. Dem läuft teilweise der Zwang zuwider, für mehrere Hörgerätetypen baugleiche Leiterplatinen zu verwenden bzw. die Bestückung automatisch vorzunehmen. In diesem Spannungsfeld gilt es entsprechende Kompromisse zu finden.
- Darüber hinaus muss jedes Hörgerät einer gewissen Störfestigkeit genügen. Diese Stör- bzw. EMV-Festigkeit (elektromagnetische Verträglichkeit) ist speziell gegenüber Radiosendern, Mobiltelefonen und dergleichen zu gewährleisten. Dies bedeutet, dass die Eingangsimpedanz an die jeweilige Hochfrequenzanwendung angepasst sein muss. Hierzu werden in bekannter Weise EMV-Bauteile eingesetzt, die die entsprechenden Störfrequenzen ausfiltern.
- Zum Empfang von Telefonsignalen werden gängigerweise Telefonspulen verwendet, die abhängig von der Bauform des Hörgeräts entweder direkt auf die Leiterplatte montiert oder an einer anderen Stelle an dem Hörgerät untergebracht werden. Zur Erhöhung der EMV-Festigkeit wird vor die Telefonspule ein EMV-Bauteil geschaltet. Dieses EMV-Bauteil ist üblicherweise ein ferromagnetisches Bauteil und wird häufig als „Ferrit Bead" bezeichnet. Es dient zur Unterdrückung unerwünschter Frequenzanteile im Eingangssignal. Die Leiterplatte des Ver stärkers ist daher mit dem entsprechenden Ferrit Bead bestückt.
- Um die Varianz an Leiterplatten für Verstärker möglichst gering zu halten, wird ein Ferrit Bead auch dann auf die Leiterplatte aufgebracht, wenn das Hörgerät nicht mit einer Telefonspule versehen wird. Dies führt unweigerlich zu erhöhtem, unnötigem Platzbedarf.
- Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht somit darin, den Platzbedarf der elektronischen Komponenten einer Hörvorrichtung zu verringern, ohne den Herstellungsaufwand für unterschiedliche Typen von Vorrichtungen zu erhöhen.
- Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch ein Telefonspulenmodul für eine Hörvorrichtung, insbesondere für ein Hörgerät, mit einem Spulenkern und einer Wicklung, die um den Spulenkern gewickelt ist, sowie mindestens einem elektrischen Bauteil, das an die Wicklung elektrisch angeschlossen ist, und das direkt an den Spulenkern oder die Wicklung montiert ist.
- Erfindungsgemäß ist somit die Telefonspule in ein Modul mit weiteren für den Betrieb der Telefonspule notwendigen Bauelementen integriert. Damit können Hörvorrichtungen mit dem gesamten Modul bestückt werden, wenn typbedingt eine Telefonspule vorgesehen sein soll. Andernfalls wird die Verstärkerplatine nicht mit unnötigen EMV-Bauteilen oder Koppelkondensatoren bestückt.
- Vorzugsweise handelt es sich bei dem mindestens einen elektrischen Bauteil um einen Kondensator. Dieser dient zur Kopplung bzw. Impedanzanpassung an die Verstärkerschaltung.
- Das mindestens eine elektrische Bauteil kann auch eine Filtereinrichtung sein. Vorteilhafterweise handelt es sich bei der Filtereinrichtung um eine Filterspule zum Unterdrücken ausgewählter Frequenzen. Dadurch kann kostengünstig eine geeignete EMV-Festigkeit hergestellt werden.
- Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das elektrische Bauteil an der Stirnfläche der Wicklung koaxial mit dieser ausgebildet. Damit lässt sich das elektrische Bauteil gleichzeitig als Wicklungsbegrenzung nutzen, so dass kein weiteres Bauteil für die Spule verwendet werden muss.
- Günstigerweise ist das elektrische Bauteil ringförmig ausgestaltet, und der Spulenkern verläuft durch die Bohrung des Bauteils. Dadurch lässt sich das elektrische Bauteil in einfacher Weise hinreichend, direkt an der Telefonspule fixieren.
- Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist an eine Stirnseite der Wicklung unmittelbar eine Filtereinrichtung und an die andere Stirnseite der Wicklung unmittelbar ein Kondensator jeweils als elektrisches Bauteil montiert und angeschlossen. Damit befinden sich in dem Telefonspulenmodul sämtliche wesentliche Bauteile, die für den Einsatz einer Telefonspule als Eingangswandler notwendig sind.
- Es kann aber auch notwendig sein, an beide Stirnseiten der Wicklung jeweils eine Filtereinrichtung zu montieren und anzuschließen. Dies ist besonders dann der Fall, wenn eine hohe Störleistung zu erwarten ist bzw. mehrere Störbänder zu unterdrücken sind.
- Entsprechend einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist das erfindungsgemäße Telefonspulenmodul als SMD-Bauteil ausgestaltet. Dadurch kann der Automatisierungsgrad für die Herstellung der Hörvorrichtung erhöht werden, wenn die Telefonspule auf der Elektronikplatine der Hörvorrichtung angeordnet werden kann. Wenn das Telefonspulenmodul nicht als SMD-Bauteil ausgestaltet werden soll, werden geeignete flexible Drähte oder Litzen von dem Ferrit Bead und/oder dem Koppelkondensator nach außen geführt, so dass das Telefonspulenmo dul an einer beliebigen Stelle in der Hörvorrichtung angeordnet werden kann.
- Die vorliegende Erfindung wird nun anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert, in denen zeigen:
-
1 den prinzipiellen Aufbau eines erfindungsgemäßen Telefonspulenmoduls und -
2 ein SMD-Telefonspulenmodul. - Das nachfolgend näher geschilderte Ausführungsbeispiel stellt eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung dar.
- Das in
1 dargestellte erfindungsgemäße Telefonspulenmodul besteht aus einem Spulenkern1 und einer Wicklung2 , die um den Spulenkern gewickelt ist. An der einen Stirnseite ist auf den Spulenkern ein ringförmiger Kondensator3 geschoben. Er ist mit der Wicklung2 elektrisch verbunden, wie dies in -
1 symbolisch angedeutet ist. vorzugsweise ist der Kondensator3 auf den Spulenkern1 geklebt. Die Abmessungen des Kondensators3 betragen in einem typischen Anwendungsbeispiel: Außendurchmesser 1,5 mm, Innendurchmesser 0,5 mm und Dicke 0,5 mm. - Der Kondensator
3 dient zur Ankopplung der Telefonspule1 ,2 an einem Verstärker beispielsweise eines Hörgeräts. Der elektrische Ausgang des Kondensators hierzu ist in1 nicht dargestellt. wird das Telefonspulenmodul als SMD-Bauteil hergestellt, so befindet sich ein elektrischer Ausgangskontakt beispielsweise an der Mantelfläche des Koppelkondensators3 . Wird hingegen das Telefonspulenmodul an einer beliebigen Stelle in einem Hörgerät eingebaut, so ist an dem Koppelkondensator3 eine Litze als Ausgangsanschluss vorgesehen. - Auf die andere Stirnseite der Telefonspule
1 ,2 wird, wie in1 angedeutet ist, ein ebenfalls ringförmiger Ferrit Bead4 aufgeschoben und verklebt oder anderweitig befestigt. Hinsichtlich der Abmessungen kann der Ferrit Bead4 dem Koppelkondensator3 entsprechen. Der Ferrit Bead4 ist ebenfalls, wie symbolisch angedeutet ist, elektrisch an die Wicklung2 angeschlossen. Der Eingangsanschluss des Ferrit Beads4 ist ebenfalls nicht dargestellt und kann wie bei dem Ausgangsanschluss des Koppelkondensators3 je nach Anwendung variieren. - Der Ferrit Bead
4 erhöht die EMV-Festigkeit der Telefonspule als Eingangswandler. Er unterdrückt die gewünschten hochfrequenten Störanteile beispielsweise von Radiosendern und Mobiltelefonen. - In
2 ist ein erfindungsgemäßes Telefonspulenmodul in einer konkreten Ausgestaltung wiedergegeben. Das Telefonspulenmodul ist hier als SMD-Bauteil realisiert. Auf den Spulenkern1 sind an den Stirnseiten der Wicklung2 ein Koppelkondensator3 und ein von der Bauform gleicher Ferrit Bead4 geklebt. Aufgrund der SMD-Technologie sind die Anschlüsse von Koppelkondensator3 und Ferrit Bead4 an deren Außenumfang vorgesehen. - Mit Hilfe eines derartigen erfindungsgemäßen Telefonspulenmoduls können kleinere Hörgeräteverstärker entwickelt werden, da sich die Telefonspule aufgrund der Integration des Koppelkondensators
3 und/oder des Ferrit Beads4 kaum ändert, jedoch auf diese Bauteile auf der Verstärkerplatine verzichtet werden kann. Wenn darüber hinaus in dem Hörgerät keine Telefonspule benötigt wird, werden automatisch auch der oder die Ferrit Beads sowie der Koppelkondensator eingespart, da diese nicht mehr grundsätzlich auf der Verstärkerplatine angelötet werden. Diese Vorteile kommen insbesondere In-dem-Ohr-Hörgeräten zugute. Selbstverständlich können aber auch Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte, Headsets und andere Hörvorrichtungen davon profitieren.
Claims (9)
- Telefonspulenmodul für eine Hörvorrichtung, insbesondere für ein Hörgerät, mit – einem Spulenkern (
1 ) und – einer Wicklung (2 ), die um den Spulenkern (1 ) gewickelt ist, gekennzeichnet durch – mindestens ein elektrisches Bauteil (3 ,4 ), das an die Wicklung (2 ) elektrisch angeschlossen ist, und das direkt an den Spulenkern (1 ) oder die Wicklung (2 ) montiert ist. - Telefonspulenmodul nach Anspruch 1, wobei das elektrische Bauteil (
3 ,4 ) ein Kondensator ist. - Telefonspulenmodul nach Anspruch 1 oder 2, wobei das elektrische Bauteil (
3 ,4 ) eine Filtereinrichtung ist. - Telefonspulenmodul nach Anspruch 3, wobei die Filtereinrichtung eine Filterspule zum Unterdrücken ausgewählter Frequenzen ist.
- Telefonspulenmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das elektrische Bauteil (
3 ,4 ) an der Stirnfläche der Wicklung (2 ) koaxial mit dieser ausgebildet ist. - Telefonspulenmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das elektrische Bauteil (
3 ,4 ) ringförmig ausgestaltet ist und der Spulenkern (1 ) durch die Bohrung des Bauteils verläuft. - Telefonspulenmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei an eine Stirnseite der Wicklung (
2 ) unmittelbar eine Filtereinrichtung und an die andere Stirnseite der Wicklung (2 ) unmittelbar ein Kondensator jeweils als elektrisches Bauteil (3 ,4 ) montiert und angeschlossen ist. - Telefonspulenmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei an beiden Stirnseiten der Wicklung (
2 ) jeweils eine Filtereinrichtung montiert und angeschlossen ist. - Telefonspulenmodul nach einem der vorhergehenden Ansprüche, die als SMD-Bauteil ausgestaltet ist.
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- 2005-09-26 DE DE200510045897 patent/DE102005045897A1/de not_active Withdrawn
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