DE102005032673A1 - Geteiltes aktives Magnetlager - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein aktives Magnetlager zur drehbaren Lagerung eines Rotors (4) mit einer in einem Lagergehäuse (1, 6, 17) angeordneten Statorblechung (2, 5, 16), die mit Wicklungen (10) versehen ist und über den Umfang verteilte Polpaare von Elektromagneten bildet, wobei die Statorblechung (2, 5, 16) und das Lagergehäuse (1, 6) jeweils in mindestens einer Ebene (3) geteilt sind und mindestens zwei fügbare Halbschalen (7, 11) bilden, wobei die geteilte Statorblechung (2, 5, 16) durch Verspannkräfte in eine vorgegebene schalenförmige Gestalt bringbar ist.
Description
- Die Erfindung betrifft ein geteiltes aktives Magnetlager gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
- Magnetische Lager erlauben eine berührungs- und verschleißfreie Lagerung von bewegten Teilen. Sie benötigen keine Schmiermittel und können reibungsarm konstruiert werden. Sogenannte aktive Magnetlager mit Elektromagneten benötigen eine aktive Lageregelung, die über Lagesensoren und einen Regelkreis die Ströme der Tragemagnete steuert und Abweichungen des Rotationskörpers aus seiner Soll-Lage entgegenwirkt. Für die Erzeugung der erforderlichen Lagerkraft sind Verstärker vorgesehen, welche die Stellenenergie in Form entsprechender elektrischer Ströme bereitstellen.
- Die Statoren aktiver Magnetlager bestehen aus mehreren über den Umfang verteilten Polpaaren und sind in der herkömmlichen Bauweise mit ungeteilten Blechen ausgeführt, in welche der Rotor bei Luftspalten von wenigen Zehntelmillimetern zur Montage axial eingeführt werden muss. Dies erfordert eine hohe Präzision und bedingt – insbesondere bei großen Maschinen – einen komplizierten Montageaufwand.
- Aus der Firmenschrift "ACTIDYNE NEWS" Nr. 5 vom Mai 1995, der Firma S2M, Frankreich ist ein mehrteiliges aktives radiales Magnetlager für eine vertikale Hydroturbine bekannt. Die Radialbelastungen sind bei solchen Vertikalmaschinen in der Regel sehr gering und fallen bei Horizontalmaschinen – aufgrund des Eigengewichts des Rotors – wesentlich höher aus.
- Hiervon ausgehend ist es die Aufgabe der Erfindung, ein aktives Magnetlager für Wellen mit großen Radialbelastungen zu schaffen, das sich einfach und unkompliziert montieren lässt.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
- Erfindungsgemäße Lager werden besonders vorteilhaft bei horizontal zu lagernden Wellen verwendet.
- Durch die erfindungsgemäße Ausführung der Statorblechung in geteilter Form als zwei Halbschalen ist es in vorteilhafter Weise möglich, die gesamte Montage der Maschine von unten nach oben vorzunehmen. Auf das komplizierte und aufwendige axiale Einfädeln des Rotors kann verzichtet werden. Der Rotor kann einfach in die untere Lagerhälfte eingelegt werden, und die obere Lagerhälfte kann danach aufgesetzt sowie befestigt werden. Insbesondere bei Maschinen mit großen Abmessungen kann die Montage somit erheblich vereinfacht werden.
- Die Statorblechhälften können aus weichmagnetischem Blech als Rohmaterial gefertigt werden. Der Zuschnitt kann z. B. mittels Laser- oder Wasserstrahlschneiden erfolgen.
- Ebenso können auch ISO-Normblechschnitte für Elektromotoren verwendet werden, die nachträglich in der Mitte getrennt werden.
- Weitere Merkmale und Vorteile ergeben sich aus den Unteransprüchen in Verbindung mit der Beschreibung.
- Die Erfindung wird nachfolgend anhand der zugehörigen schematischen Zeichnung näher erläutert. Die
-
1 zeigt die prinzipielle Gestaltung eines erfindungsgemäß geteilten Magnetlagers, -
2 zeigt eine Statorblechung, und in -
3 ist eine Hälfte eines starren Statorgehäuses gezeigt. - Die
1 zeigt die prinzipielle Teilung eines erfindungsgemäßen Magnetlagers am Beispiel eines horizontal gelagerten Rotors4 . Das Magnetlager besteht aus einer oberen Lagerbockhälfte1 mit einer ersten Statorblechhälfte2 und einer unteren Lagerbockhälfte6 mit einer zweiten Statorblechhälfte5 , die jeweils eine Halbschale7 bzw.11 bilden. Die beiden Halbschalen7 und11 lassen sich an einer Teilfuge3 zusammenfügen und werden vorzugsweise miteinander verschraubt. Für die exakte Ausrichtung der beiden Hälften7 und11 zueinander können Stifte8 vorgesehen werden, die in Bohrungen9 an der anderen Hälfte aufgenommen werden. - Die Statorblechhälften
2 ,5 sind mit Wicklungen10 versehen, um über einen elektrischen Strom einen magnetischen Fluss in den Statorblechpaketen2 ,5 zu induzieren. Die erforderlichen Verkabelungen der einzelnen Wicklungen können separat von den beiden Halbschalen7 ,11 weggeführt werden und außerhalb des Lagergehäuses1 ,6 entsprechend mit einer Verstärkereinrichtung verbunden werden. Ebenso ist es auch möglich, in der Teilfuge3 Steckverbindungen vorzusehen, welche die elektrischen Anschlüsse der Wicklungen10 der einzelnen Halbschalen7 ,11 entsprechend miteinander verbinden und die einzelnen Verkabelungen der beiden Lagerbockhälften1 ,6 zunächst zu einem gemeinsamen Strang zusammenführen. Die Verbindung bzw. der Anschluss an eine Verstärkereinrichtung kann dann über eine einzige Vielfachsteckverbindung erfolgen. - Die für die aktive Lageregelung des Rotors erforderlichen Sensoren können in besonders vorteilhafter Weise in die Statorblechpakete
2 ,5 integriert werden, so dass sie die Lage des Rotors4 in der Ebene des Kraftangriffs aufnehmen. Die technischen Einzelheiten dazu sind aus der parallelen Anmeldung DE (internes AZ des Anmelders: PB04631) zu entnehmen. - Die Verkabelungen der Sensorik und Steuerungs-/Regelungseinrichtung für die Lageregelung des Rotors
4 können ebenfalls separat von den Halbschalen7 ,11 weggeführt werden oder in den gemeinsamen Strang mit den Zuleitungen zu den Wicklungen10 integriert werden. Für die Signalleitungen kann es vorteilhaft sein, entsprechende Schirmungen vorzusehen. - Durch die zusätzliche Integration der Verstärkereinrichtung und/oder der Steuerungs-/Regelungseinrichtung für die Lageregelung kann ein vollständig integriertes Magnetlager erreicht werden. In diesem Zusammenhang wird auf die parallele Anmeldung DE (internes AZ des Anmelders: PB04630) verwiesen.
- Die Statorblechhälften
2 ,5 können mittels Laser- oder Wasserstrahlschneiden aus weichmagnetischem Blech zugeschnitten werden. Ebenso ist es auch möglich, ungeteilte ISO-Normblechschnitte, wie sie für Elektromotoren vorgesehen sind, nachträglich mittig zu trennen. - Bei der Montage eines erfindungsgemäßen Magnetlagers wird zunächst die untere Lagerbockhälfte
6 auf einem Fundament angebracht. Danach kann die untere Statorblechung5 in die untere Lagerbockhälfte6 eingesetzt und der Rotor4 eingelegt werden. Abschließend kann die obere Lagerbockhälfte1 mit der oberen Statorblechung2 aufgesetzt werden. Die obere – vorzugsweise vormontierte – Halbschale11 wird beispielsweise durch eine Verschraubung mit der unteren Halbschale7 verbunden. - Neben der dargestellten Ausführung als Radiallager zur horizontalen Lagerung von Rotoren
4 , ist mit einem erfindungsgemäßen aktiven Magnetlager auch eine vertikale Lagerung möglich. Ebenso kann ein erfindungsgemäß geteiltes Magnetlager auch als Axiallager zur Aufnahme von Axialkräften ausgeführt werden. - Die
2 zeigt im linken Bereich eine Statorblechung15 als Rohmaterial in ungeteilter Form. Oben links ist die – als dünnwandiger Hohlzylinder ausgeführte – Statorblechung15 im Längsschnitt und unten links im Querschnitt dargestellt. Aus den beiden Ansichten ergibt sich die zylindrische Form der ungeteilten Statorblechung15 . - Im mittleren Bereich der
2 ist die Statorblechung15 nach der Trennung in zwei Halbschalen16 dargestellt. Aus dem oben in der Mitte gezeigten Längsschnitt ist ersichtlich wie die Halbschale16 über ihre Länge durch eine Wölbung verformt ist. Der darunter dargestellte Querschnitt veranschaulicht eine Einschnürung des Durchmessers eines aus den beiden Halbschalen16 hergestellten Magnetlagers. - Im rechten Bereich der
2 ist eine Hälfte eines starren Statorgehäuses17 dargestellt, an welchem eine halbschalenförmige Ausnehmung angeformt ist. In der formstabilen halbschalenförmigen Ausnehmung wird eine Halbschale16 aufgenommen und durch Verspannkräfte18 an die Wand der halbschalenförmigen Ausnehmung gedrückt. Durch das Andrücken an die Ausnehmung nimmt die geteilte verformte Halbschale16 wieder ihre gewünschte zylindrische Gestalt an. - Die Verspannkräfte
18 werden vorzugsweise über die gesamte Länge der Teilfuge der Halbschalen16 aufgebracht. - In
3 ist nochmals eine Hälfte eines starren Statorgehäuses17 gezeigt, in weiche unter der Wirkung der Verspannkräfte18 eine Halbschale16 eingedrückt ist. Zum Aufbringen der Verspannkräfte18 in Umfangsrichtung der Halbschale16 können entsprechende Spannmittel in der Teilfuge zwischen den zwei Hälften ei nes Statorgehäuses17 vorgesehen werden. Die Verspannkräfte18 wirken entgegen der Zugkraft19 der Magnetpole, welche als Betriebskraft die zu lagernde Welle anziehen. Die Verspannkräfte18 müssen somit mindestens die Größe der Betriebskräfte19 aufbringen. Es ist vorteilhaft, Spannmittel vorzusehen, durch welche die Größe der Verspannkräfte18 gezielt auf vorgebbare Größen eingestellt werden kann. - Statt einer Teilungsebene können auch mehrere vorgesehen werden, so dass statt Halbschalen Kreissegmente mit kürzeren Bogenlängen entstehen.
- Der wesentliche Kern der vorliegenden Erfindung ist darin zu sehen, dass die instabilen schalenförmigen Segmente der in mindestens zwei Hälften geteilten Statorblechung durch Verspannkräfte in eine die Lagergestalt bildende Ausnehmung eines starren Lagergehäuses gedrückt werden, wodurch die zerteilten Segmente der Statorblechung die entsprechend vorgegebene Gestalt annehmen und unter den Verspannkräften auch im Betrieb beibehalten.
-
- 1
- Obere Lagerbockhälfte
- 2
- Statorblechhälfte
- 3
- Teilfuge
- 4
- Rotor
- 5
- Statorblechhälfte
- 6
- Untere Lagerbockhälfte
- 7
- Halbschale
- 8
- Stift
- 9
- Bohrung
- 10
- Wicklung
- 11
- Halbschale
- 15
- Statorblechung, Rohmaterial ungeteilt
- 16
- Statorblechung, geteilt
- 17
- Statorgehäuse
- 18
- Verspannkraft
- 19
- Zugkraft Magnetlagerpole
Claims (11)
- Aktives Magnetlager zur drehbaren Lagerung eines Rotors (
4 ) mit einer in einem Lagergehäuse (1 ,6 ,17 ) angeordneten Statorblechung (2 ,5 ,16 ), die mit Wicklungen (10 ) versehen ist und über den Umfang verteilte Polpaare von Elektromagneten bildet, dadurch gekennzeichnet, dass die Statorblechung (2 ,5 ,16 ) und das Lagergehäuse (1 ,6 ,17 ) jeweils in mindestens einer Ebene (3 ) geteilt sind und mindestens zwei fügbare Halbschalen (7 ,11 ) bilden, wobei die geteilte Statorblechung (2 ,5 ,16 ) durch Verspannkräfte in eine vorgegebene schalenförmige Gestalt bringbar ist. - Aktives Magnetlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine als dünnwandige Halbschale (
16 ) ausgeführte Statorblechung (2 ,5 ,16 ) durch die Verspannkräfte (18 ) an eine Wand einer halbschalenförmigen Ausnehmung einer Hälfte eines Statorgehäuses (1 ,6 ,17 ) andrückbar ist. - Aktives Magnetlager nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass Spannmittel vorgesehen sind, durch welche die Größe der Verspannkräfte (
18 ) auf vorgebbare Größen einstellbar ist. - Aktives Magnetlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Halbschalen (
7 ,11 ) miteinander verschraubt sind und zur exakten Ausrichtung der Halbschalen (7 ,11 ) Verstiftungen (8 ,9 ) vorgesehen sind. - Aktives Magnetlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrischen Anschlüsse der Wicklungen (
10 ) und/oder der Sensorik der einzelnen Halbschalen (7 ,11 ) aus den Lagerbockhälften (1 ,6 ) herausgeführt werden und außerhalb des Lagergehäuses (1 ,6 ) entsprechend mit einer Verstärkereinrichtung und/oder einer Steuerungs-/Regelungseinrichtung verbunden werden. - Aktives Magnetlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Teilfuge (
3 ) Steckverbindungen vorgesehen sind, welche die elektrischen Anschlüsse der Wicklungen (10 ) und/oder der Sensorik der einzelnen Halbschalen (7 ,11 ) entsprechend miteinander verbinden und die Verkabelungen der beiden Lagerbockhälften (1 ,6 ) zu einem gemeinsamen Strang zusammenführen, und dass eine einzige Vielfachsteckverbindung zum Anschluss an eine Verstärkereinrichtung und/oder eine Steuerungs-/Regelungseinrichtung vorgesehen ist. - Aktives Magnetlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sensoren zur Lageermittlung des Rotors in der Wirkebene der Lagerkraft angeordnet sind und die Verstärkereinrichtung und/oder die Steuerungs-/Regelungseinrichtung innerhalb des Lagergehäuses (
1 ,6 ) angeordnet sind. - Aktives Magnetlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Statorblechhälften (
2 ,5 ) mittels Laser- oder Wasserstrahlschneiden aus weichmagnetischem Blech zugeschnitten sind. - Aktives Magnetlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Statorblechhälften (
2 ,5 ) durch mittige Trennung von ungeteilten Normblechschnitten, wie sie für Elektromotoren vorgesehen sind, hergestellt werden. - Aktives Magnetlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Lager zur horizontalen oder vertikalen Lagerung des Rotors (
4 ) vorgesehen ist. - Aktives Magnetlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Lager als Radiallager zur Aufnahme von Radialkräften oder als Axiallager zur Aufnahme von Axialkräften vorgesehen ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE102005032673A DE102005032673A1 (de) | 2005-07-13 | 2005-07-13 | Geteiltes aktives Magnetlager |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE102005032673A DE102005032673A1 (de) | 2005-07-13 | 2005-07-13 | Geteiltes aktives Magnetlager |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE102005032673A1 true DE102005032673A1 (de) | 2007-01-18 |
Family
ID=37563464
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE102005032673A Withdrawn DE102005032673A1 (de) | 2005-07-13 | 2005-07-13 | Geteiltes aktives Magnetlager |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| R119 | Application deemed withdrawn, or ip right lapsed, due to non-payment of renewal fee |
Effective date: 20120201 |