DE102005030797A1 - Käfigläufer einer Induktionsmaschine - Google Patents
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Abstract
Um die Umfangsgeschwindigkeit von Induktionsmaschinen (1) mit Käfigläufern (3) zu erhöhen, wird ein Käfigläufer (3) vorgeschlagen mit in Nuten (9) des Käfigläufers (3) befindlichen Formstäben (10, 110, 210), die hohl ausgeführt sind und stirnseitig axial überstehen.
Description
- Die Erfindung betrifft einen Käfigläufer einer Induktionsmaschine für hohe Drehzahlen und ein Verfahren zu dessen Herstellung.
- Zur Erhöhung der mechanischen Drehzahlgrenze der Käfigläufer von Induktionsmaschinen, die durch die Festigkeitswerte von Aluminium oder Kupfer vorgegeben sind, werden, um Umfangsgeschwindigkeiten von bis zu mehr als 150 m/s zu erreichen die Kurzschlussringe der Käfigläufer speziell armiert. Hierzu muss der Käfigläufer bearbeitet werden und ein spezieller Ring zur Aufnahme der Fliehkräfte separat montiert werden.
- Eine derartige Konstruktion ist aus der
DE 195 21 700 A1 bekannt. Dabei wird der vom Blechpaket beabstandete Kurzschlussring u.a. mit einem Schrumpfring versehen. - Aus der
DE 199 27 279 A1 sind Pressverbände eines von einem Blechpaket beabstandeten Kurzschlussrings bekannt, die die Fliehkräfte des Kurzschlussrings aufnehmen sollen. - Diese Maßnahmen sind konstruktiv äußerst aufwendig umzusetzen und dementsprechend ist der Käfigläufer nur aufwändig herzustellen.
- Ausgehend davon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Käfigläufer zu schaffen, der in einfacher Art und Weise Umfangsgeschwindigkeiten von bis zu mehr als 150 m/s standhält und einfach zu montieren bzw. herzustellen ist.
- Die Lösung der gestellten Aufgabe gelingt durch einen Käfigläufer einer Induktionsmaschine mit in Nuten des Käfigläufers befindlichen Formstäben, die hohl ausgeführt sind und stirnseitig axial überstehen.
- Die Lösung der gestellten Aufgabe gelingt auch durch ein Verfahren zur Herstellung eines Käfigläufers durch folgende Schritte:
- – Paketieren eines Blechpakets, das im wesentlichen axial verlaufende Nuten aufweist,
- – einsetzen von Formstäben in die Nuten des Blechpakets, derart, dass die Formstäbe einen gegenüber der Stirnseite des Blechpakets axial vorgebbaren Überstand aufweisen,
- – einsetzen des Blechpakets mit den Formstäben in eine geeignete Vorrichtung,
- – Vergießen des Käfigläufers derart, dass die Formstäbe, zumindest an ihren Enden, also dem Überstand der Formstäbe mit einem leitfähigen Metall vergossen werden, derart, dass sich an den Stirnseiten des Blechpakets Kurzschlussringe ergeben.
- Durch die erfindungsgemäße Gestaltung und Herstellung eines Käfigläufers lassen sich nunmehr wesentlich höhere Umfangsgeschwindigkeiten erreichen, ohne dass die dadurch erhöhten Fliehkraftbeanspruchungen den Käfigläufer zerstören.
- Die hohlen Formstäbe werden mit Aluminium oder Kupfer vorzugsweise in einem Druckgussverfahren gefüllt. In einer bevorzugten Ausführungsform wird durch das Druckgussverfahren lediglich der Kurzschlussring am den Stirnseiten des Käfigläufers gebildet, der elektrische Leiter in der Nut des Käfigläufers, also der Formstab bleibt hohl. Dadurch reduziert sich vorteilhafterweise die Masse und die Massenträgheit des Käfigläufers.
- In einer weiteren Ausführungsform sind pro Nut mehrere Formstäbe vorhanden. Damit ergibt sich durch Ineinanderstecken der einzelnen Formstäbe ein schichtartiger Aufbau des Leiters in der Nut.
- In einer weiteren Ausführungsform wird beispielsweise der Hohlraum zwischen zwei Formstäben einer Nut durch ein Druck grußverfahren mit Aluminium oder Kupfer gefüllt mit gleichzeitigem Gießen des Kurzschlussringes.
- Durch das Anbringen eines zusätzlichen Formbleches an den Stirnseiten des Käfigläufers, wird die Fliehkraftgrenze durch den Stützbalkeneffekt weiter erhöht.
- Vorteilhafterweise ist dieses Formblech aus einem hochfesten und hochleitfähigen Blech hergestellt. Das Formblech wird durch den axialen Überstand der Formstäbe und/oder den Druckgussvorgang fixiert.
- Die Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung werden anhand schematisch dargestellter Ausführungsbeispiele näher erläutert. Darin zeigen:
-
1 prinzipieller Aufbau einer Induktionsmaschine mit Käfigläufer, -
2 ,4 Teillängsschnitt des Käfigläufers, -
3 ,5 Teilquerschnitt des Käfigläufers, -
6 bis11 verschiedene Formstäbe in Nuten des Käfigläufers. -
1 zeigt in prinzipieller Darstellung eine Asynchronmaschine1 mit einem Ständer2 und einem Käfigläufer3 . In dieser Darstellung sind Ständer2 und Käfigläufer3 durch Ständerbleche4 bzw. Läuferbleche5 aufgebaut. In den nur angedeuteten Nuten des Ständers2 ist ein nicht näher dargestelltes Wicklungssystem angeordnet, das an den Stirnseiten des Ständers2 Wickelköpfe6 bildet. Der Käfigläufer3 ist auf eine Welle7 aufgeschrumpft. An den Stirnseiten des Käfigläufers3 befinden sich Kurzschlussringe8 , die die in dieser Darstellung nicht sichtbaren Leiter elektrisch verbinden. - In
2 ist ein Detailausschnitt des Käfigläufers3 näher dargestellt. In Nuten9 , die geschlossen oder halboffen ausgeführt sein können, befindet sich ein hohler Formstab10 , der axial bzgl. des Pakets der Läuferbleche5 übersteht. Vor teilhafterweise befindet sich an den Enden der Formstäbe10 eine Anfasung11 . Die Enden werden vom Kurzschlussring8 umfasst, der an die Formstäbe10 angegossen ist. Um die Massenträgheit des Käfigläufers3 zu reduzieren sind dabei die Hohlräume der Formstäbe10 nicht ausgegossen. - Durch die an der Stirnseite des Käfigläufers
3 axial überstehenden Formstäbe10 stellt sich ein Stützbalkeneffekt ein, der Umfangsgeschwindigkeiten des Käfigläufers3 von mehr als 150 m/gestattet. - In einer weiteren Ausführungsform sind die Hohlräume der Formstäbe
10 mit Aluminium oder Kupfer ausgegossen und bilden zusammen mit den Formstäben10 und den Kurzschlussringen8 an den Stirnseiten die Käfigwicklung des Käfigläufers3 . -
3 zeigt in einem Teilquerschnitt hohle Formstäbe10 in Nuten9 des Käfigläufers3 . Die Nuten9 weisen Nutschlitze12 auf, sie sind also halboffen. Die Formstäbe10 sind in dieser Ausführungsform mit einem axial verlaufenden Schlitz13 versehen, der u.a. gestattet, dass beim Gießvorgang die Nutschlitze12 mit vergossen werden können. Idealerweise entspricht dann die Breite des Schlitzes13 der Breite des Nutschlitzes12 . Durch den Schlitz13 lässt sich auch die axiale Montage des Formstabes10 in die Nut9 durch zusammendrücken vergleichsweise leicht bewerkstelligen. - In einer weiteren Ausführungsform nach
4 weisen die Stirnseiten der Läuferbleche5 im Bereich der axialen Überstände der Formstäbe10 zusätzliche Formbleche14 auf, die die Enden der Formstäbe10 umfassen. Zur Aufnahme der Fliehkräfte ist es allerdings auch ausreichend wenn die Formbleche14 lediglich den äußeren Rand der Formstäbe10 stützen. Die Kurzschlussringe8 werden dann über die Formbleche14 , oder wie oben ausgeführt, über angegossene Kurzschlussringe8 gebildet. - Die Kurzschlussringe
8 liegen dabei an den Stirnseiten der Läuferbleche5 an. -
5 zeigt in einem weiteren Teilquerschnitt Nuten9 mit Nutschlitzen12 , wobei pro Nut9 zwei Formstäbe10 und110 vorgesehen sind. In der linken Darstellung sind die beiden Formstäbe10 ,110 koaxial angeordnet, so dass sich zwischen den Formstäben10 und110 ein gleichmäßiger Hohlraum15 nahezu konstanter Dicke ergibt, der ausgegossen wird. Dabei bleibt der Nutschlitz12 frei. In der rechten Darstellung dieser Figur sind die beiden Formstäbe10 und110 so angeordnet und ausgegossen, dass sich in der Nähe des Nutgrundes der Nut9 ein Hohlraum16 ergibt. Damit steigen die Grundschwingungsverluste bei großem Schlupf der Asynchronmaschine weniger als proportional zur Querschnittsverringerung, da bei Vollstabläufern ohnehin eine Stromverdrängung in Richtung Staboberseite, also in Richtung des Luftspalt der Asynchronmaschine auftritt. -
6 bis10 zeigt verschiedene Querschnittformen der elektrischen Leiter im Käfigläufer3 , die als hohle Formstäbe10 ,110 ausgeführt sind. - So zeigt
6 und7 zwei koaxial angeordnete Formstäbe10 ,110 bei geschlossenen oder halboffenen Nuten9 des Käfigläufers3 . -
8 zeigt zwei Formstäbe10 ,110 , wobei der äußere Formstab10 geschlitzt ausgeführt ist. Der Schlitz13 ist dabei dem Nutschlitz12 zugeordnet. -
9 zeigt zwei geschlossene Formstäbe10 ,110 , die derart angeordnet sind, dass sich nach einem Gießvorgang auf dem Nutgrund der Nut9 ein Hohlraum16 ergibt. -
10 zeigt, dass die Formstäbe10 ,110 auch aus einer oder mehreren Lagen von Runddrähten50 gebildet werden können, die sich ggf. um einen Kern bzgl. Ihrer axialen Länge spiralförmig winden. -
11 zeigt mehrere ineinander gesteckte Formstäbe10 ,110 ,210 , die zusammen einen Formstab einer Nut9 bilden. - Grundsätzlich sind unterschiedliche Formstäbe ohne Schlitz
13 , mit Schlitz13 , oder aus Runddrähten50 kombinierbar. - Des Weiteren können die Formstäbe
10 ,110 ,210 auch über ihre Länge betrachtet unterschiedliche Dicken aufweisen und/oder konisch zulaufend sein. - Außerdem können die Formstäbe unterschiedliche Querschnittsformen aufweisen, wie z.B. rund, tropfenförmig, oder doppelstabförmig.
- Durch Isolation der Formstäbe gegenüber den Läuferblechen
5 sind parasitäre Querströme unterdrückbar. - Durch die verschiedensten Ausführungsformen, die in einfacher Art und Weise herzustellen sind, wird die Fliehkraftgrenze bisheriger Kurzschlussringläufer nach oben verschoben, so dass nunmehr Umfangsgeschwindigkeiten von mehr als 150 m/s möglich sind.
Claims (9)
- Käfigläufer (
3 ) einer Induktionsmaschine (1 ) mit in Nuten (9 ) des Käfigläufers (3 ) befindlichen Formstäben (10 ,110 ,210 ), die hohl ausgeführt sind und stirnseitig axial überstehen. - Käfigläufer (
3 ) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Käfigläufer (3 ) geblecht oder aus gesintertem Material aufgebaut ist. - Käfigläufer (
3 ) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Formstäbe (10 ,110 ,210 ) aus hochfesten, elektrisch hochleitfähigem Metall bestehen. - Käfigläufer (
3 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Nuten (9 ) des Käfigläufers (3 ) geschlossen oder halboffen ausgeführt sind. - Käfigläufer (
3 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kurzschlussringe (8 ) direkt an den Stirnseiten Käfigläufers (3 ) anliegen. - Käfigläufer (
3 ) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Enden der Formstäbe (10 ,110 ,210 ) angeschrägt ausgeführt sind, derart, dass der äußere Teil der Formstäbe (10 ,110 ,210 ) stirnseitig axial weiter übersteht. - Verfahren zur Herstellung eines Käfigläufer (
3 ) nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch folgende Schritte – Paketieren von Läuferblechen (5 ), die im wesentlichen axial verlaufende Nuten (9 ) aufweisen, – einsetzen von Formstäben (10 ,110 ,210 ) in die Nuten (9 ) die Läuferbleche (5 ), derart dass die Formstäbe (10 ,110 ,210 ) einen gegenüber der Stirnseite des Pakets der Läuferbleche (5 ) axial vorgebbaren Überstand aufweisen, – einsetzen der Läuferbleche (5 ) mit den Formstäben (10 ,110 ,210 ) in eine geeignete Vorrichtung, – Vergießen der Läuferbleche (5 ) mit den Formstäben (10 ,110 ,210 ) derart, dass die Formstäbe (10 ,110 .210 ), zumindest an ihren Enden, also dem Überstand der Formstäbe (10 ,110 ,210 ) mit einem leitfähigen Metall vergossen werden, derart, dass sich an den Stirnseiten der Läuferbleche (5 ) Kurzschlussringe (8 ) ergeben. - Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Formstäbe (
10 ,110 ,210 ) vorab mit Flussmittel behandelt werden. - Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Nuten (
9 ) geschrägt ausgeführt werden.
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8130 | Withdrawal |