Es
ist bekannt, dass optische, magnetische, auf Ultraschall basierende
oder andersartige Vorrichtungen und Verfahren zur Bewegungsanalyse
(z.B.
DE 69810264
T2 ,
US 5 744 953 )
immer die Relation zum physischen Raum des analysierten Objekts
benutzen. Dies geschieht mindestens durch den Bezug der Position der
Sensoren am Körper
des analysierten Objekts zu einer Kamera oder zu sonst einem Aufnehmer.
Kapazitive
Bewegungssensoren werden schon seit langem zur Erfassung der Bewegung
einer Person eingesetzt. Insbesondere für Vorrichtungen und Verfahren
zur Lagebestimmung nach dem Prinzip der Masseträgheit bekannt (oft als „Headtracker" bezeichnet, z.B.
US 5 645 077 , z.B.
US 6 681 629 )). Diese dreiachsigen Systeme
erfassen nur eine Orientierung im Raum jedoch keine Bewegung.
Zudem
sind Kombinationen dieser Bewegungsanalysevorrichtungen und -verfahren
mit Vorrichtungen und Verfahren zu Lagebestimmung zur Analyse einer
Raumbewegung mit Orientierung des Körpers zum Raum bekannt. Diese
so genannten Trackingsysteme, die sechs Achsen verwenden (z.B. IS-1200
von der Firma InterSense, siehe dazu auch Foxlin, 2002) benutzen
für die
drei Raumkoordinaten, die die Bewegung relational zum Raum analysieren
eine der unter Absatz 1 ausgeführten
Technologien und sind daher bezugssystemabhängige Messungen. Hierbei ist
entscheidend, dass diese Vorrichtungen und Verfahren immer die absolute
Raumorientierung von mindestens zwei Komponenten benutzen oder zumindest
deren Relation zueinander (z.B. einer im Raum verankerten Kamera
und einem am Körper
befestigten Leuchtpunkt).
Zur
Erfassung der Häufigkeit
von Körperbewegungen
sind Vorrichtungen und Verfahren bekannt, die Beschleunigungssensoren
z.B. bei der Langzeit EKG Messung einsetzen. Diese Beschleunigungsmessungen machen
dabei keinen qualitativen Aussagen über die Bewegungsarten (z.B.
US 5,080,105 ).
Herkömmliche
immersive VR-Steuerungslösungen
benötigen
in der Regel eine große
Halle, in der sich die Person frei bewegen kann. Die registrierte
Bewegung im realen Raum wird in eine identische Bewegung im virtuellen
Raum umgesetzt.
Um
diesen Platzbedarf zu reduzieren sind Vorrichtungen und Verfahren
bekannt, die Bewegungen auf einem Laufband, bzw. Laufbändern, Kreisel,
mobilen Platten, zum teil kombiniert mit unter „Stand der Technik Bewegungsanalyse" beschriebenen Verfahren,
erfassen (z.B.
DE
19713805 A1 ).
Des
Weiteren sind Vorrichtungen und Verfahren bekannt, bei denen der
Steuernde sich in oder auf einer großen Kugel bewegt, die anlog
zu einer Computermaus die Steuerung vornimmt (z.B.
DE 10361417 B3 , z.B. das
Produkt VirtuSphere).
Zur
Steuerung von Hard- und Software durch Körperbewegungen auf begrenztem,
physischem Raum sind Vorrichtungen und Verfahren bekannt, die durch
das Berühren
von Sensoren auf einer Bodenvorrichtung Steuerungssignale erzeugen
(z.B.
US 6,410,835 ).
Zudem
sind Vorrichtungen und Verfahren bekannt bei denen Bewegungen beispielhaft
an Arm- und Beinbewegung
mit binären
Druckschaltern abgenommen werden (z.B. WO 33168).
Nachteile
des Standes der Technik
Der
Hauptmangel bisheriger Vorrichtungen und Verfahren zur Bewegungsanalyse
ist der notwendige Bezug zu einem realen Raum. Aus diesem Mangel
ergeben sich verschiedene Fehlerquellen.
Der
notwendige Bezug zu einem Aufnehmer macht eine mobile Messung, wie
z.B. für
die medizinische Langzeitbewegungsanalyse, unmöglich.
Insbesondere
im Einsatz als Steuerungsgerät,
führt der
Raumbezug zu einem sehr großen
Platzbedarf dieser Vorrichtungen und Verfahren, da die ausgeführte Bewegung
(in der virtuellen Umgebung oder z.B. des Roboters) gleich der realen,
steuernden Bewegung ist.
Der
Raumbezug der Sensoren zum Aufnehmer muss für jede Messung durch aufwändige Kalibrierung hergestellt
werden. Die Sensoren können
am Körper
verrutschen etc. und benötigen
so weitere korrigierende Kalibrierungen im Betrieb.
Ein
weiterer Mangel sind die hohen Kosten bisheriger Vorrichtungen und
Verfahren, die sich aus den komplexeren Dateninterpretationen, aus
der Menge der verwendeten Komponenten bzw. aus den Aufbauten zur
Reduzierung des Platzbedarfes ergibt.
Dadurch
dass die Bewegungen relational zum Raum erfasst werden, aber vielen
Anwendungen nur die quantitative und qualitative Interpretation
der Bewegung als Resultat benötigen,
muss letzte erst durch hohe Rechenleistung erzeugt werden.
Zudem
benötigen
bisherige Vorrichtungen und Verfahren zum Erfassen einer drei dimensionalen
Bewegung mindestens einen Aufnehmer was hohe Materialkosten mit
sich bringt.
Insbesondere
die Kosten für
die Lösungen
mit bewegten Bodenelementen sind sehr hoch (z.B. Produkt VirtuSphere
zwischen $50.000 und $100.000).
Bei
der direkten Interpretation von Beschleunigungsdaten für medizinische
Langzeitanwendungen sind bisherige Vorrichtungen und Verfahren zu
ungenau und fehleranfällig.
Zum Beispiel bei der Bluttdruckmessung ist es wichtig zu wissen,
wie zu einem bestimmten Messzeitpunkt z.B. der gemessene Arm gehalten wurde
und zu differenzieren, ob der Patient dabei schnell lief oder durch
ein Transportmittel bewegt wurde.
Der
Hauptmangel bisheriger Vorrichtungen und Verfahren zur VR-Steuerung
ist die stark artifizielle Form der Bewegung die zur Steuerung benötigt wird.
Die
Steuerungsvorrichtungen die mit binären Druckschaltern oder durch
das Berühren
von Sensoren auf einer Bodenvorrichtung arbeiten verlangen vom Lenkenden
unnatürliche
Bewegungsabläufe,
z.B. das Hüpfen
auf einen Vorwärtspfeil
auf einer Bodenmatte für
ein Vorwärtsgehen
in der VR.
Zudem
ist bei Steuerungsverfahren durch eine Bodenvorrichtung die Steuerung
auf maximal zwei Dimensionen reduziert, d.h. es können nur
Bewegungsrichtungen und keine Bewegungsqualitäten differenziert werden (z.B.
nicht springen oder niederknien).
Zudem
hat die Steuerung diverse Restriktionen (Geschwindigkeitslimits,
Sichtkontakt mit der Steuerungsmatte).
Dadurch
dass die gesehen Bewegungen nicht mit den gefühlten übereinstimmten kommt es bei
diesen Systemen oft zu einer Art Reisekrankheit (so genannte Cyber
Sickness).
Insgesamt
sind also Lösungen
nach dem Stand der Technik aufwendig in der praktischen Handhabung,
benötigen
großen
physischen Raum, sind sehr teuer oder/und bieten nur eine artifizielle
Steuerung durch Körperbewegungen
und verursachen Cyber Sickness.
Aufgabe der
Erfindung
Die
Aufgabe der Erfindung ist die Entwicklung einer robusten, leicht
handhabbaren und kostengünstigen
Vorrichtung und Verfahren zur Signalgewinnung aus intuitiven Bewegungen
mittels Beschleunigungssensoren und ihre Weiterverarbeitung dergestalt,
dass eine Aussage über
die quantitativ und qualitativ Art der Bewegung möglich ist.
Weiterhin ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine neue
Vorrichtung und Verfahren zu entwickeln, welche ohne die Nebenwirkung
der Cyber Sickness beim Anwender einsetzbar sind.
Lösung der Aufgabe, Vorteile
der Erfindung
Die
erfundene Vorrichtung und Verfahren zur Signalgewinnung aus intuitiven
Bewegungen mittels Beschleunigungssensoren und ihre Weiterverarbeitung
lösen diese
Aufgabe durch die Messung und quantitative und qualitative Interpretation
von einer oder mehreren Körperbewegungen
ohne einen Bezug zu bekannten räumlichen
Koordinaten.
Optional
beinhaltet die Lösung
durch diese Vorrichtung und Verfahren auch, diese resultierenden quantitativen
und qualitativen Bewegungsdaten in Signale zur Steuerung von Software
und/oder Hardware umzuwandeln.
Die
beanspruchte Vorrichtung besteht aus mindestens einem Beschleunigungssensor
(a) mit mindestens einer Messachse, die an einem oder diversen Körperstellen
befestigt sind, welcher/welche dann drahtgebunden oder drahtlos
ihre Messwerte an einen Mess- bzw. Steuerungsapparat (b) übertragen.
Dieser Mess- bzw. Steuerungsapparat interpretiert mittels spezieller
Algorithmen die eingehenden Beschleunigungssignale in quantitative
und qualitative Bewegungsdaten. Diese werden dann von dem Mess-
bzw. Steuerungsapparat selbst gespeichert (bzw. zur Weiterverarbeitung
an einen Computer (c) weiterleitet) und/oder als Steuersignale für Soft-
oder Hardware ausgegeben (siehe Zeichnung 1).
Im
Gegensatz zu bisherigen Vorrichtungen und Verfahren, die Bewegungen
anhand von Positionsänderungen
von Sensoren in einem Bezugssystem messen, ermittelt diese Vorrichtung
die Quantität
und Qualität der
Bewegungen alleine aus der Interpretation der gemessenen Beschleunigungswerte
und benötigt
somit kein äußeres Bezugssystem.
Durch
den Wegfall eines notwenigen Bezugssystems entstehen diverse Vorteile.
Diese
Vorrichtung ist mobil einsetzbar, da es keinen Aufnehmer bzw. Empfänger benötigt, die
den Bezug zum realen Raum herstellen.
Durch
Wegfall der Infrastruktur eines Bezugssystems (Raummiete, Materialkosten)
ist die Vorrichtung sehr platz sparend und deutlich kostengünstiger.
Durch
den Wegfall von Arbeitsschritten zur Kalibrierung und den verringerten
technischen Bedarf bei der Erzeugung von Steuersignalen ist der
praktische Aufwand beim Betrieb deutlich reduziert, so dass die
Vorrichtung z.B. von einer einzelnen Person verwendet werden kann.
In
der Verwendung als VR-Steuerung auf begrenztem physischem Raum ist
die einzige artifizielle Restriktion, dass die Körperbewegung auf einer Stelle
ausgeführt
werden muss. Bei optionaler Verwendung einer Haltevorrichtung muss
diese Restriktion nicht bewusst von dem Steuernden eingehalten werden.
Insbesondere in Kombination mit dem Einsatz immersiver VR-Technologie wird
subjektiv trotzdem ein uneingeschränktes Bewegungsgefühl erzeugt.
Ansonsten können
alle Körberbewegungen
vollkommen natürlich
ausgeführt
werden.
Durch
dieses natürliche
Bewegungsgefühl
wird auch das Entstehen von Cyber Sickness vermieden.
Aufgrund
dieser Vorteile ergibt sich für
die beanspruchte Vorrichtung und Verfahren eine Eignung für Anwendungsgebiete,
die mit bisherigen Realisierungen nicht erschlossen werden konnten,
beispielsweise in der privaten Unterhaltungstechnik oder für Bereiche
der Medizin, sowie eine ergänzende
oder überlegene
Eignung für
Einsatzgebiete, in denen Vorrichtungen und Verfahren nach dem Stand
der Technik eingesetzt wurden.
Die
Vorrichtung ist in allen Versionen abhängig von der Nutzung von Vorrichtungen
zur Beschleunigungsmessung und Vorrichtungen zur Analog-Digital-Signalwandlung.
Beschreibung
der Erfindung und Ausführungsbeispiele
In
der entwickelten Vorrichtung erfassen die Sensoren (A) Beschleunigung
(und damit Körperbewegung)
und liefern Signale drahtlos an ein Mess- und Steuergerät (B), dort
werden die Signale digital gewandelt und mittels spezieller Software
(C) interpretiert und Steuersignale und/oder Messsignale an einen
Computer ausgeben (siehe Zeichnung 2).
Die
Vorrichtung wird hier zur VR-Steuerung auf begrenztem physischem
Raum verwendet und ist Teil eines größeren Aufbaus zur Erzeugung
virtueller Realität.
Bestandteil des Anspruchs auf die Vorrichtung sind nur die Sensoren
(bzw. mindestes ein Sensor), das Mess- und Steuergerät sowie
dessen Software. Optional kann die Vorrichtung durch weitere Hard-
und/oder Software, die in dieser Konfiguration verwendet wird, wie z.B.
das HMD (D), der Kopfhörer
(E), die Sicherungshalterung (F), der Computer zur Erzeugung der
VR (G) und die benutzte 3D-Engine-Software (H) (siehe Zeichnung 2) ergänzt werden.
Die
Sensoren (wie in Zeichnung 2 beispielhaft dargestellt und mit „A" bezeichnet) erfassen
an verschiedenen Punkten des Körpers
Beschleunigungssensoren Körperbewegung
beispielhaft der Beine, des Operkörpers und der Arme.
Als
Beschleunigungssensoren werden beispielhaft ADXL103 (einachsig)
und/oder ADXL203 (zweiachsig) vom Hersteller Analog Devices verwendet,
sie arbeiten nach dem Biegebalken-Prinzip und werden kapazitiv ausgelesen.
Mindestens
ein mindestens einachsiger Sensor an einem Bein (= Beinsensor) erfasst
Geh- und Laufbewegungen, bzw. Hinknien, Kriechen und andere qualitative
Beinbewegungen.
Mindestens
ein mindestens einachsiger Sensor auf beispielhaft Brust oder Rücken erfasst
die Neigung des Körpers.
In diesem Fall wird erfindungsgemäß die Köperneigung aus der Stellung
des Beschleunigungssensors zur Erdbeschleunigung abgelesen, welche
sich als unterschiedliches Basisniveau darstellt (= Neigungssensor).
Weitere
Sensoren an beispielhaft Unterarmen und Händen erfassen diverse Arm-
und Handbewegungen.
Das
Steuergerät
(wie in Zeichnung 2 erfindungsgemäß dargestellt und mit „B" bezeichnet) erhält die analogen,
kapazitiven Beschleunigungsdaten aus den Sensoren und wandelt sie
in digitale Signale um, die dann von der Software quantitativ und
qualitativ interpretiert und somit nutzbar gemacht werden. Diese
Signale werden dann abhängig
von der Zielapplikation mittels der Software in kontinuierliche
Steuerungssignale übersetzt.
Optional
erfolgt die Ausgabe als normale Tastatursignale. Die Ausgabe der
Taustursignale erfolgt in Form von konfigurierbaren Tastencodes
beispielhaft über
den PS/2-Bus oder USB-Bus.
Somit lässt
sich jede mit der Tastatur bedienbare Software (es handelt sich
hierbei also um eine Standardlösung,
die daher universell einsetzbar ist) nutzen. Im konkreten Fall wird
beispielhaft ein Programm zum erstellen von virtuellen Welten, „Cryengine" der Firma Crytek,
eingesetzt.
Die
Mess- und Steuerungssoftware (wie in Zeichnung 2 erfindungsgemäß dargestellt
und mit „C" bezeichnet) ermittelt
die Qualität
der Bewegung und ihrer Intensität.
Dazu wertet die Software die Eingabedaten von den Beschleunigungssensoren
abhängig
von eingestellten Steuerungsparametern aus und generiert eine passende
Folge von Steuerungssignalen, optional auch in Form von Tastaturausgaben.
Das
Programm konvertiert also mehrere analoge, kontinuierliche Messwerte
in Werte aus einer Reihe von diskreten Bewegungsarten mit verschiedener
Geschwindigkeit (beispielhaft schleichen, gehen, laufen, sowie kniende
Position und darin Kriechbewegungen, sowie Sprünge und Seitwärtsbewegungen
und diverse Arm- oder Handbewegungen).
Die
Steuerungsparameter können
beispielhaft über
ein Softwareinterface manuell eingestellt werden oder/und durch
ein einmal ablaufendes, selbst lernendes Kalibrierungsprogamm eingestellt
werden. Für
die meisten Menschen liefert eine generelle Voreinstellung dieser
Parameter bereits sehr gute Resultate.
Weiter
unten (s. Überschrift „Detaillierte
Beschreibung des in der Mess- und Steuerungssoftware...") wird detailliert
dargestellt wie die Mess- und Steuerungssoftware aus den Beschleunigungsrohwerten
mittels der Einstellungen der Steuerungsparameter beispielhaft Bewegungsart
und Trittfrequenz differenzieren kann.
Vereinfachend
zusammengefasst besteht der Vorteil dieser Berechnungsmethode darin,
dass aus den eingehenden Rohwerten mehrere unabhängige Werte für verschiedene
Bewegungsintensitäten
gebildet werden. So kann bei gleicher Bewegungshäufigkeit leicht zwischen verschiedenen
Bewegungsarten unterschieden werden. Außerdem lösen einzelne fehlerhafte Messwerte
dadurch keine störenden
Steuersignale aus.
Zusätzlich ist
diese Mess- und Steuerungssoftware auch dazu in der Lage sowohl
die Rohwerte als auch die ausgegebenen Steuerungssignale in einer
Datei abzuspeichern, im konkreten Fall bis zu 100 Hz.
Zusätzliche
Einrichtungen
Zusätzlich wird
im gesamten Aufbau ein mindestens 2-achsiger Headtracker eingesetzt,
der über Maus-Bewegungssignale
die Blickrichtung in der virtuellen Realität lenkt und so einerseits eine
realistische Wahrnehmungsillusion im Head-Mounted-Display (HMD)
erzeugt, andererseits die Richtung der Bewegung festlegt.
Dieses
HMD stellt die von der Grafik-Engine erstellte künstliche Realität dreidimensional,
stereoskopisch und daher immersiv dar.
Ein
Dolby-Surround Köpfhörersystem
wird für
die Tonausgabe verwendet.
Durch
ein Gurtzeug ist der Steuernde über
ein Seil so an der Decke aufgehängt,
dass er mit den Beinen auf dem Boden steht und sich aber auch noch
in eine hockende/vierfüßige Position
begeben kann.
Die
Verwendung dieser Vorrichtung ist nicht an diese Umgebungshardware
gebunden. Zum Beispiel könnte
die Apparatur auch nur zur Messung von Bewegungssignalen genutzt
werden, ausschließlich
zur Steuerung einer virtuellen Welt, die beispielhaft auf einem
Monitor oder einem Videobeamer wiedergegeben wird oder zur Fernsteuerung
eines Roboters.
Detaillierte Beschreibung
des in der Mess- und Steuerungssoftware verwendeten Algorithmus
zur Umwandlung von Beschleunigungsdaten in Steuersignale
Eingangsdaten
Folgende
Sensormesswerte stehen der Software zur Verfügung, in Klammern die Entsprechung
im Quellcode:
- • al:
Beschleunigungskomponente parallel zum linken Unterschenkel (valk1)
- • ar: Beschleunigungskomponente parallel zum
rechten Unterschenkel (valk3)
- • bl: Beschleunigungskomponente senkrecht zum
linken Unterschenkel (valk2)
- • br: Beschleunigungskomponente senkrecht zum
rechten Unterschenkel (valk4)
- • c:
Beschleunigung senkrecht zur Körperachse
auf Brusthöhe
Alle
diese Werte sind digitalisierte Spannungswerte der Beschleunigungssensoren
Geschwindigkeit
Zur
Ermittlung der Geschwindigkeit werden die Eingangsdaten al und ar verwendet.
Zunächst werden
aus den eingehenden Beschleunigungswerten Beschleunigungsänderungen
ermittelt, dazu wird der Betrag der Ableitung der beiden Werte gebildet:
im Quellcode wird das durch
die Bildung des Betrags der Differenz der letzten beiden Messwerte
realisiert:
Diese
Beschleunigungsänderungen
werden mit verschiedenen Schwellwerten verglichen und das Ergebnis
in drei verschiedene Listen aufgenommen. Die Intensität der Bewegung
bestimmt also, in welchen Listen „1"-Elemente gesetzt werden, die Bewegungshäufigkeit
bestimmt, wie viele.
im Code:
vor jedem Messdurchgang werden
die Werte in der Liste auf den nächsten
Platz verschoben:
Diese
drei Listen werden nun bis zu einem Längenparameter aufsummiert und
mit einem Gewichtungsparameter multipliziert und ergeben drei Summenwerte.
im Code:
Ursprünglich war
geplant, jeweils einen Summenwert für die Bewegungsarten Schleichen,
Gehen bzw. Laufen zu verwenden, allerdings erwies sich das während der
Erprobungsphase als unpraktikabel.
Schließlich werden
diese drei Summenwerte zu einem Gesamtsummenwerte addiert:
sum1 = bin1sum + bin2sum + bin3sum
Diese
sum1 kann durch Anpassung der Parameter bin1factor bis bin3factor
sowie schwelle1 bis schwelle3 so eingestellt werden, dass sie proportional
zur Laufgeschwindigkeit ist. Zur weiteren Verfeinerung könnten weitere
Schwellen und Parameter hinzugefügt
werden.
Der
Vorteil dieser Berechnungsmethode besteht darin, dass aus den eingehenden
Signalen mehrere unabhängige
Werte für
verschiedene Bewegungsintensitäten
gebildet werden. So kann bei gleicher Bewegungshäufigkeit leicht zwischen verschiedenen
Bewegungsarten unterschieden werden. Außerdem lösen einzelne fehlerhafte Messwerte
noch keine störenden
Steuersignale aus.
Bewegungsart „Gehen"
Während der
Erprobung hat sich gezeigt, dass die Ausgabe des Steuersignals für die Bewegungsart „Gehen" nicht wie geplant
aus bin2sum ermittelt werden kann, sondern anders ermittelt werden
muss, um einen flüssigen
Bewegungseindruck in der angeschlossenen 3-D Software zu erhalten.
In
sum2 werden die aktuellen Werte von bin1
l/r,
bin2
l/r, bin3
l/r jeweils
mit dem Gewichtungsfaktor multipliziert und immer weiter aufsummiert:
sum2(t) = sum2(t–1)
+ (bin1l(t) + bin1r(t))·bin1factor
+ (bin2l(t) + bin2r(t))·bin2factor
+ (bin3l(t) + bin3r(t))·bin3factor
Wenn
für eine
bestimmte Zeit keine Bewegung zu verzeichnen ist (wenn in der bin1-Liste
weniger als (hier) 3*Gewichtungsfaktor Elemente auf „1" gesetzt wurden)
wird die sum2 auf 0 gesetzt:
Die
sum2 kann einen Maximalwert nicht überschreiten, hier ist dieser
Maximalwert 2 *schwelle4.
Überschreitet
sum2 den Parameterwert schwelle4, wird die Ausgabe des Steuersignals „Gehen" aktiviert.
Gleichzeitig
wird sum2 um schwelle4 reduziert und die Zählvariable countw um schwelle5
erhöht. Schwelle5
ist die Dauer der Aktivierung.
Die
Zählvariable
countw dient dazu, den Zeitpunkt zum deaktivieren der Ausgabe des
Steuersignals zu bestimmen.
Bewegungsart „Laufen"
Die
Bewegungsart "Laufen" wird aktiviert,
wenn bin3sum den Parameterwert schwelle6 überschreitet. Das Steuersignal
für „Laufen" wird ausgegeben.
Bewegungsart „Schleichen"
Die
Ausgabe des Steuersignals „Schleichen" ist so lange aktiv,
bis bin2sum den Parameterwert schwelle 10 übersteigt.
Bewegungsart „Kriechen"
zur
Ermittlung der Bewegungsart „Kriechen" werden bl und br überprüft. Wenn
beide den Parameterwert schwelle7 überschreiten, wird die Bewegungsart „Kriechen" aktiviert. Die bl/r-Werte
entsprechen der Beschleunigungskomponente senkrecht zum Unterschenkel.
Stehend haben sie also Werte gegen 0, kriechend aufgrund der Gewichtskraft
gegen 1.
Bewegungsart „Vorwärts", „Rückwärts", und „Keine
Bewegung"
Zur
Unterscheidung der Bewegungsrichtung wird der Messwert c verwendet.
Unterschreitet
c ein Fenster um den Parameterwert schwelle8 mit der Breite schwelle9,
ist die Bewegungsart „Rückwärts" aktiviert, überschreitet
er es, dann ist „Vorwärts aktiviert.
Liegt der Wert innerhalb des Fensters, ist „keine Bewegung" aktiviert.