DE102005038469A1 - Verfahren zum Herstellen eines Spritzguss-Kunststoffbauteils und entsprechend hergestelltes Kunststoffbauteil - Google Patents
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Abstract
Das Verfahren dient zum Herstellen eines Spritzguss-Kunststoffbauteils (10), insbesondere für ein Fahrzeug, wobei das Kunststoffbauteil (10) einen ersten Kunststoffanteil (12) mit einer Sichtfläche (14) an einer Bauteilaußenseite (16) und einen zweiten Kunststoffanteil (18) mit geometrisch strukturierten Außenfläche (20) an einer Bauteilinnenseite (22) enthält. DOLLAR A Hierbei ist vorgesehen, dass die zwei Kunststoffanteile (12, 18) aus unterschiedlichen Kunststoffmaterialien bestehen unter Ausbildung eines Zweikomponenten-Kunststoffbauteils (10), das mittels eines Innendruck-Spritzgießverfahrens oder mittels eines Außendruck-Spritzgießverfahrens hergestellt wird, zur Erzielung einer in Bezug auf die Genauigkeit der Oberflächenkontur definierten Sichtfläche (14) am ersten Kunststoffanteil (12). DOLLAR A Ferner ist ein entsprechendes Kunststoffbauteil (10) vorgesehen, das mittels des Verfahrens hergestellt worden ist.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Spritzguss-Kunststoffbauteils, insbesondere für ein Fahrzeug, wobei das Kunststoffbauteil einen ersten Kunststoffanteil mit einer Sichtfläche an einer Bauteilaußenseite und einen zweiten Kunststoffanteil mit einer geometrisch strukturierten Außenfläche an einer Bauteilinnenseite enthält, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
- Ferner betrifft die Erfindung ein Kunststoffbauteil entsprechend dem Oberbegriff des Anspruchs 6.
- Verfahren und Kunststoffbauteile der eingangs genannten Art sind bekannt. Beispielsweise offenbart die
DE 43 34 012 C1 einen Deckel eines Schiebe-/Hebedaches für Fahrzeuge mit einem Deckel aus Kunststoff, der eine Platte und wenigstens einen an deren Unterseite einstückig angeformten Steg umfasst. Der Steg des durch Spritzgießen gemäß dem Gasinnendruck-Verfahren hergestellten Deckels weist einen Hohlraum auf und die dem Steg gegenüberliegende Oberseite der Platte wird einfallstellenfrei gebildet. - Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zur Herstellung eines alternativen Spritzguss-Kunststoffbauteils vorzuschlagen.
- Ferner ist es Aufgabe der Erfindung, ein geeignetes Kunststoffbauteil, das mittels des Verfahrens hergestellt ist, anzugeben.
- Zur Lösung der Aufgabe wird ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 vorgeschlagen. Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass die zwei Kunststoffanteile aus unterschiedlichen Kunststoffmaterialien bestehen, unter Ausbildung eines Zweikomponenten-Kunststoffbauteils, das mittels eines Innendruck-Spritzgießverfahrens und/oder mittels eines Außendruck-Spritzgießverfahrens hergestellt wird, zur Erzielung einer in Bezug auf die Genauigkeit der Oberflächenkontur definierten Sichtfläche am ersten Kunststoffanteil. Hierbei wird unter einer in Bezug auf die Oberflächenkontur definierte Sichtfläche insbesondere eine Fläche ohne augenscheinlich erkennbare Einfallstellen verstanden. Dabei kann die Sichtfläche gekrümmt und/oder eben und/oder anders definiert geformt sein. Die Sichtfläche muss somit einer besonders hohen Qualitätsanforderung genügen, die der Anforderung an eine Spiegelfläche entspricht. Das Verfahren erlaubt die Herstellung eines Zweikomponenten-Kunststoffbauteils unter Gewährleistung der erwähnten hohen Qualitätsanforderung an die Sichtfläche. Durch den Einsatz von zwei artunterschiedlichen Kunststoffmaterialien kann konstruktionstechnisch besonders flexibel ein multifunktionelles Kunststoffbauteil geschaffen werden, d.h. ein Kunststoffbauteil mit hoher Steifigkeit und Funktionalität einerseits (zweiter Kunststoffanteil mit geometrisch strukturierter Außenfläche) und einer formexakten Sichtfläche andererseits (erster Kunststoffanteil).
- Das Kunststoffbauteil wird vorzugsweise durch ein Gasinnendruck-Spritzgießverfahren und/oder durch ein Gasaußendruck-Spritzgießverfahren hergestellt. Das Gasinnendruck- und das Gasaußendruck-Spritzgießverfahren sind zur Herstellung von Kunststoffbauteilen an sich bekannt. Bei dem Zweikomponenten-Kunststoffbauteil wird vorzugsweise der zweite Kunststoffanteil, d. h. der Kunststoffanteil ohne Sichtfläche, mittels des Gasinnendruck- und/oder mittels des Gasaußendruck-Spritzgießverfahrens hergestellt zur Vermeidung von Einfallstellen an der Sichtfläche des ersten Kunststoffanteils.
- Der erste Kunststoffanteil kann aus einem transparenten Kunststoffmaterial hergestellt sein. Ferner kann der zweite Kunststoffanteil aus einem nicht-transparenten und insbesondere schwarzen Kunststoffmaterial hergestellt sein. Derartige Kunststoffbauteile kommen insbesondere bei Kraftfahrzeugen als Sichtteile zum Einsatz. Dabei ermöglicht die Zweikomponenten-Spritzgießtechnik ggf. auch die Realisierung eines Leichtbaukonzepts bei der Konzipierung des Kunststoffbauteils.
- Die Druckmediumzufuhr erfolgt vorzugsweise an der geometrisch strukturierten Außenfläche des zweiten Kunststoffanteils in Bereichen potenzieller Sichtflächen-Einfallstellen des ersten Kunststoffanteils. Als Druckmedium kann insbesondere Gas zum Einsatz kommen. Da die geometrisch strukturierte Außenfläche des zweiten Kunststoffanteils keine Sichtfläche ist, kann eine flexible Ausgestaltung der Anbindungsstellen für die Druckmediumzufuhr erfolgen, ohne dass es zu unerwünschten Qualitätseinbußen an der Sichtfläche kommen muss.
- Ferner wird die Aufgabe erfüllt durch ein Kunststoffbauteil mit den Merkmalen des Anspruchs 6. Das erfindungsgemäße Kunststoffbauteil zeichnet sich dadurch aus, dass die Sichtfläche eine in Bezug auf die Genauigkeit ihrer Oberflächenkontur definierte Außenfläche ist. Ein derartiges Kunststoffbauteil kommt insbesondere bei Kraftfahrzeugen zum Einsatz, da es sowohl die erhöhten Steifigkeitsanforderungen im Rahmen eines Leichtbaukonzepts als auch die erhöhten Qualitätsanforderungen in Bezug auf die Formgenauigkeit der Sichtfläche erfüllt. Es ist somit als ein Fahrzeugkarosserie-Außenteil einsetzbar, das höchste Qualitäts- und Steifigkeitsanforderungen erfüllen kann.
- Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung.
- Die Erfindung wird anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf eine schematische Zeichnung näher erläutert.
- Dabei zeigen:
-
1 eine schematische Schnittdarstellung eines Kunststoffbauteils bei der Herstellung mittels des Gasinnendruck-Spritzgießverfahrens und -
2 ein Kunststoffbauteil, während dessen Herstellung mittels des Gasaußendruck-Spritzgießverfahrens. -
1 zeigt ein allgemein mit10 bezeichnetes Kunststoffbauteil, während dessen Herstellungsphase mittels des Gasinnendruck-Spritzgießverfahrens. Bei dem Kunststoffbauteil10 kann es sich beispielsweise um ein Fahrzeugkarosserie-Außenteil handeln. Zur Herstellung des Kunststoffbauteils10 ist ein Werkzeug26 vorgesehen, das einen Gaszufuhrkanal28 (oder ggf. mehrere Gaszufuhrkanäle) enthält. Das Kunststoffbauteil10 weist einen ersten Kunststoffanteil12 mit einer Sichtfläche14 an einer Bauteilaußenseite16 auf. Ferner enthält das Kunststoffbauteil10 einen zweiten Kunststoffanteil18 mit einer geometrisch strukturierten Außenfläche20 an einer Bauteilinnenseite22 . Die zwei Kunststoffanteile12 ,18 sind aus unterschiedlichen Kunststoffmaterialien hergestellt und bilden somit ein Zweikomponenten-Kunststoffbauteil10 . Der erste Kunststoffanteil12 kann aus einem transparenten Kunststoffmaterial hergestellt sein, während der zweite Kunststoffanteil18 vorzugsweise aus einem nicht-transparenten und insbesondere schwarzen Kunststoffmaterial hergestellt ist. - Bei der Ausführungsvariante gemäß
1 wird das gasförmige Druckmedium an der geometrisch strukturierten Außenfläche20 des zweiten Kunststoffanteils18 in Bereichen potenzieller Sichtflächen-Einfallstellen24 des ersten Kunststoffanteils12 derart mit Hilfe des Gasinnendruck-Spritzgießverfahrens (auch unter der Bezeichnung „Standard-Gasinjektionsverfahren" bekannt) zugeführt, dass ein Hohlraum30 im zweiten Kunststoffanteil18 derart mit dem Druckmedium durch den Gaszufuhrkanal28 beaufschlagt wird, dass die potenziellen Sichtflächen-Einfallstellen24 nach Fertigstellen des Kunststoffbauteils10 nicht auftreten. Diese potenziellen Sichtflächen-Einfallstellen24 sind deshalb in1 gestrichelt dargestellt. Der erste Kunststoffanteil12 enthält somit eine Sichtfläche14 , die im vorliegenden Ausführungsbeispiel exakt eben ausgebildet ist und die an ein Fahrzeugkarosserie-Außenteil gestellten hohen Qualitätsanforderungen erfüllt. - Beim Gasinnendruck-Spritzgießverfahren erfolgt die Gaseinspritzung entweder zusammen mit dem Kunststoff an derselben Stelle oder auch getrennt von der Kunststoffmaterialzufuhr. Es wird zunächst eine bestimmte Menge Kunststoff in die Werkzeugform eingespritzt, die allerdings zur vollständigen Formfüllung nicht ausreichend ist. Der verbleibende Freiraum in der Werkzeugform wird durch das in das Innere der Kunststoffschmelze eingespritzte Gas ausgefüllt. Die Entstehung von Einfallstellen
24 aufgrund von Schwindungseffekten an der Sichtfläche14 des ersten Kunststoffanteils12 insbesondere in Bereichen von z.B. Wanddickenerhöhungen bzw. Domen am zweiten Kunststoffanteil18 werden hierdurch zuverlässig unterdrückt. -
2 zeigt ein alternatives Ausführungsbeispiel, gemäß welchem das Kunststoffbauteil10 mittels des Gasaußendruck-Spritzgießverfahrens hergestellt wird. Das Gasaußendruck-Spritzgießverfahren ist auch unter der Bezeichnung „Gashinterdruckverfahren" an sich bekannt. Zur Vermeidung der ebenfalls gestrichelt dargestellten Einfallstellen24 an der Sichtfläche14 der Bauteilaußenseite16 des ersten Kunststoffanteils12 sind im Werkzeug26 beispielsweise zwei voneinander beabstandet angeordnete Gaszufuhrkanäle28 in den Bereichen der potenziellen Einfallstellen24 direkt gegenüber der geometrisch strukturierten Außenfläche20 des zweiten Kunststoffanteils18 vorgesehen, wobei das somit die Bauteilinnenseite22 beaufschlagende Druckmedium die Bildung von Einfallstellen32 an der geometrisch strukturierten Außenfläche20 begünstigt, jedoch gleichzeitig die Ausbildung einer gemäß diesem Ausführungsbeispiel exakt ebenen Sichtfläche14 am ersten Kunststoffanteil12 gewährleistet. - Beim Gasaußendruck-Spritzgießverfahren gemäß
2 erfolgt die Gaszufuhr auf die noch plastische Kunststoffschmelze großflächig in Richtung Bauteilinnenseite22 (Formteilrückseite), d.h. auf der sogenannten „Schwarzseite" (Außenfläche20 des zweiten Kunststoffanteil18 ) des noch nicht fertiggestellten Kunststoffbauteils10 (Formteil). Das Druckgaspolster wirkt zwischen dem Werkzeug26 und dem zweiten Kunststoffanteil18 derart, dass Kunststoffschmelze auch in solche Bauteilbereiche nachgeschoben wird, in denen das Kunststoffmaterial des ersten Kunststoffanteils12 auf der Sichtfläche14 ansonsten zum Einfall neigen würde. Dabei entsteht auf der Gasdruck beladenen Bauteilfläche (Außenfläche20 des zweiten Kunststoffanteil18 ) eine Einfallstelle, die allerdings nicht auf die Ästhetik des Kunststoffbauteils10 störend wirkt, da sich die Einfallstelle auf der Schwarzseite des Kunststoffbauteils10 , d.h. in einem nicht von außen sichtbaren Bereich bei montiertem Kunststoffbauteils10 , befindet. - Somit eignet sich sowohl das Gasinnendruck-Spritzgießverfahren als auch das Gasaußendruck-Spritzgießverfahren als auch eine Kombination der beiden Spritzgießverfahren zur Herstellung eines Zweikomponenten-Kunststoffbauteils, das an der Bauteilinnenseite
22 eine geometrische Strukturierung und an der Bauteilaußenseite16 eine formexakte Sichtfläche aufweist. - Da das Gasinnendruck-und das Gasaußendruck-Spritzgießverfahren an sich bekannt sind, wird auf eine diesbezüglich eingehendere Beschreibung hier verzichtet.
- An einem derartig hergestellten Kunststoffbauteil
10 werden auch bei größeren Wanddickensprüngen bei Integration von Rippen, Domen, Sicken und weiteres mehr optische Defekte in Form von reflexionsoptischen Störungen an der Sichtfläche14 vermieden. Es kann dabei ein Standard-Spritzgießverfahren zur Herstellung des Kunststoffbauteils10 eingesetzt werden. Es erfolgen keine Materialmodifikationen wie z.B. beim Schäumen. Das Kunststoffbauteil10 kann aufgrund des flexibleren Einsatzes von Kunststoffmaterialien (Einsatz von Kunststoffmaterialien mit verbesserten mechanische Eigenschaften) beispielsweise durch eine höhere Wärmeformbeständigkeit gekennzeichnet sein. Auch ist die Gestaltungsfreiheit bei der Konzeption des Kunststoffbauteils10 größer und eine Reduzierung der Kühlzeit desselben bei dessen Herstellung erzielbar.
Claims (7)
- Verfahren zum Herstellen eines Spritzguss-Kunststoffbauteils (
10 ), insbesondere für ein Fahrzeug, wobei das Kunststoffbauteil (10 ) einen ersten Kunststoffanteil (12 ) mit einer Sichtfläche (14 ) an einer Bauteilaußenseite (16 ) und einen zweiten Kunststoffanteil (18 ) mit einer geometrisch strukturierten Außenfläche (20 ) an einer Bauteilinnenseite (22 ) enthält, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Kunststoffanteile (12 ,18 ) aus unterschiedlichen Kunststoffmaterialien bestehen unter Ausbildung eines Zweikomponenten-Kunststoffbauteils (10 ), das mittels eines Innendruck-Spritzgießverfahrens und/oder mittels eines Außendruck-Spritzgießverfahrens hergestellt wird, zur Erzielung einer in Bezug auf die Genauigkeit der Oberflächenkontur definierten Sichtfläche (14 ) am ersten Kunststoffanteil (12 ). - Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Kunststoffbauteil (
10 ) durch ein Gasinnendruck-Spritzgießverfahren und/oder durch ein Gasaußendruck-Spritzgießverfahren hergestellt wird. - Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Kunststoffanteil (
12 ) aus einem transparenten Kunststoffmaterial hergestellt ist. - Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Kunststoffanteil (
18 ) aus einem nicht-transparenten und insbesondere schwarzen Kunststoffmaterial hergestellt ist. - Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckmediumzufuhr an der geometrisch strukturierten Außenfläche (
20 ) des zweiten Kunststoffanteils (18 ) in Bereichen potentieller Sichtflächen-Einfallstellen des ersten Kunststoffanteils (12 ) erfolgt. - Kunststoffbauteil, hergestellt mittels des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Kunststoffbauteil (
10 ) einen ersten Kunststoffanteil (12 ) mit einer Sichtfläche (14 ) an einer Bauteilaußenseite (16 ) und einen zweiten Kunststoffanteil (18 ) mit einer geometrisch strukturierten Außenfläche (20 ) an einer Bautelinnenseite (22 ) enthält, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei Kunststoffanteile (12 ,18 ) aus unterschiedlichen Kunststoffmaterialien bestehen unter Ausbildung eines Zweikomponenten-Kunststoffbauteils (10 ) und dass die Sichtfläche (14 ) eine in Bezug auf die Genauigkeit ihrer Oberflächenkontur definierte Außenfläche ist. - Kunststoffbauteil nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Fahrzeugkarosserie-Außenteil ist.
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