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Die Erfindung betrifft einen Achshalter für Fördererrollen, insbesondere Motorrollen eines Stückgutförderers, deren Achsenden drehfest in einem mit einem Rahmen des Förderers verbindbaren Achshalter aufnehmbar sind gemäß den Merkmalen des Oberbegriffes des Anspruches 1.
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Die Förderrollen eines Rollenförderers werden üblicherweise in den Seitenwangen des Fördererrahmens gelagert, entweder direkt in Aufnahmeöffnungen der Rahmenlängsseiten oder in speziellen Achshaltern, die am Rahmen befestigt werden. Die Montage der Förderrollen soll einfach sein, das Auswechseln von einzelnen Förderrollen problemlos möglich sein. In der letzten Zeit werden vermehrt Förderrollen mit integriertem Antriebsmotor, zumeist als Motorrollen bezeichnet, eingesetzt, die Platz sparend sind und die angeflanschte Motoren und Getriebe herkömmlicher Fördererantriebe ersetzen.
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Gegenüber nicht angetriebenen Rollen besteht beim Einsatz von Motorrollen die Notwendigkeit, das antreibende Motormoment des in den Rollenkörper integrierten Motors aufzufangen und gegen den Rahmen des Förderers abzustützen, in dem die Förderrollen gelagert sind. Da sonst beim Antrieb der Rolle deren Rollenachse in der entgegengesetzten Richtung zu drehen versucht, muss das Achsende drehfest im Rahmen bzw. im Achshalter gelagert sein.
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Es ist bekannt, die Achsenden von Förderrollen im Querschnitt profiliert auszubilden, beispielsweise als Vierkant, der in einer entsprechend geformten Aufnahmeöffnung am Rahmen des Förderers eingesteckt wird und so das Drehmoment aufzunehmen vermag. Ein dabei auftretendes Problem wurde bislang zu wenig beachtet. Bei Förderrollen mit integriertem Antriebsmotor kommt es systembedingt beim Motorlauf zu Vibrationen und Schwingungen, die sich über die am Rahmen gelagerten Achsenden der Förderrolle auf den Rahmen des Förderers selbst und damit auf den gesamten Förderer übertragen. Diese Schwingungen erzeugen nicht nur störende Geräusche, sie können darüber hinaus den Förderers zum Schwingen anregen und dadurch beträchtliche Schäden anrichten.
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Es ist bekannt (
DE 28 01 879 A1 ), insbesondere bei Förderbandrollen, zwischen dem Rollenmantel und dem Lager der Achse der Rolle elastische Zwischenringe vorzusehen, die dort der Abdichtung dienen, aber gleichzeitig dämpfend wirken. Eine derartige Konstruktion ist aufwändig und verhindert auch nicht, dass Schwingungen aus der Achse in die Achshalter oder Lager eingeleitet werden.
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Aus der
DE 1 132 051 A ist ein Rollenförderer mit einem Gestellrahmen aus Profilteilen, mit Lagern, die abnehmbar zwischen den Schenkeln der Profilteile angeordnet sind und mit Rollen, die an beiden Enden Lagerzapfen tragen, die in die Lager eingesetzt sind bekannt. Die Profilteile haben in ihrem oberen Teil einen nach innen hin offenen u-förmigen Querschnitt, in den die Lager mit geringem Spiel frei eingesetzt sind, wobei zwischen den Lagern Abstandstücke angeordnet sind, deren Enden in Fassungen an den Lagern derart eingreifen, dass durch Austausch der Abstandstücke gegen solche von anderer Länge der Abstand der Rollen und damit die Rollenzahl veränderbar ist Ferner sind an den Enden des Gestellrahmens Anschläge so befestigt, dass die dazwischen liegenden Lager und Abstandstücke in Anlage aneinander gehalten werden.
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Aus der
US 6 112 875 A ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Reparatur von ausgeleierten Gestellen von Rollenförderern bekannt. Dabei wird ein Verstärkungsblech eingesetzt, das mehrschichtig ist und eine einseitig elastisch aufgebrachte Zwischenschicht aufweist.
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Aus der
WO 2001/27004 A1 ist ein Förderer bekannt, der ein Paar gegenüberliegender Seitenwände umfasst, die sich allgemein entlang einer Förderrichtung erstrecken, mehrere Förderrollen, die sich allgemein seitlich über den Förderer erstrecken und eine Wellenstütze, die so konfiguriert ist, dass sie ein Ende mindestens einer der mehreren Förderrollen stützt, wobei die Wellenstützte am Ende der mindestens einen Förderrolle um eine erste um eine zweite allgemein autogonale Achse schwenkbar ist, wobei die erste Achse allgemein parallel zur Förderrichtung und die zweite Achse allgemein rechtwinklig zur Förderrichtung verläuft. Dabei umfasst die Wellenstützte ein Montagejoch und einen Aufnahmeblock, wobei das Montagejoch schwenkbar mit dem Förderer verbunden werden kann und um die zweite Achse schwenkbar ist, wobei der Aufnahmeblock schwenkbar am Montagejoch montiert ist und bezüglich des Montagejochs um die erste Achse geschwenkt werden kann.
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Aus der
FR 1 169 232 A ist ein Achshalter bekannt, bei dem die Rollen am Gestell über ein Kunststoffteil gehalten werden, das im Wesentlichen tropfenförmig ist und mit seiner spitzen Seite in eine entsprechende seitliche Ausnehmung der Achsrollen greift und mit seinem hinteren Teil in eine entsprechende Nut zur Ausbildung eines Hinterschnitts befestigbar ist.
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Aus der
US 2 107 822 A ist ein Rollenförderer bekannt, bei dem die einzelnen Rollen über ihre Achsen an einem in Längsrichtung des Förderers angeordneten Blech befestigt sind, wobei diese dazu mit einem u-förmigen Halteteil verschraubt und gesichert werden, wobei das u-förmige Halteteil wiederum über einen Gummipuffer an dem Gestellblech verschraubt ist.
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Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Achshalter für eine Förderrolle der eingangs beschriebenen Art so auszugestalten, dass die Förderrolle leicht montierbar ist, dass das Motordrehmoment sicher aufgenommen werden kann und dass vor allem störende Schwingungen aus der Förderrolle nicht in den Rahmen des Förderers übertragen werden.
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Die Aufgabe wird durch einen Achshalter mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
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Um sicherzustellen, dass das Achsende der Förderrolle zudem sicher in dem Achshalter fixiert ist, ist nach einem weiteren Merkmal der Erfindung vorgesehen, dass das Achsende der Förderrolle die Aufnahmeöffnung durchdringt und an dem aus der Ausnahmeöffnung herausragenden Bereich des Achsendes gegenüber dem Tragkörper festlegbar ist. Die Festlegung gegenüber dem Tragkörper ist dabei von besonderer Bedeutung, weil eine Festlegung gegenüber dem Grundkörper nicht möglich ist, denn sie würde die Wirkung der Erfindung zu Nichte machen und Vibrationen über diese Verbindung in den Rahmen leiten.
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Der erfindungsgemäße Achshalter ist vergleichbar einem so genannten Gummimetall aufgebaut, wie es z. B. aus dem Fahrzeugbau bekannt ist. Der Grundkörper des Achshalters, der mit dem Rahmen des Förderers fest verschraubt wird, ist auf der dem Förderer abgewandten Seite mit einem elastischen Material bestückt, auf dem der Tragkörper befestigt bzw. in diesen eingebettet ist. Das Achsende der Förderrolle steht ausschließlich mit dem Tragkörper, nicht jedoch mit dem Grundkörper oder Rahmen des Förderers in Kontakt und leitet deshalb auftretende Schwingungen ausschließlich in den Tragkörper. Durch die Entkopplung des Tragkörpers von dem Grundkörper des Achshalters mittels der elastischen Zwischenlage werden die Schwingungen des Tragkörpers weitgehend gedämpft und nicht oder nur in sehr geringem Maß an den mit dem Rahmen verbundenen Grundkörper weitergegeben.
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Die Zwischenlage besteht in einer möglichen Ausgestaltung aus auf die Oberfläche des Tragkörpers und des Grundkörpers aufvulkanisiertem Gummi oder einem hochelastischen Kunststoff. Naturkautschuk hat z. B. hervorragende Dämpfungs- und Verschleißeigenschaften und wird mit dem Grundkörper wie mit dem Tragkörper verbunden.
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Es bietet sich nach einem anderen Merkmal der Erfindung an, den Grundkörper und den Tragkörper aus Metall auszubilden; dadurch werden die nötige Festigkeit und die Stabilität erreicht, die zum Tragen der Förderrolle und zur Aufnahme deren Antriebsmomentes erforderlich sind.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, das Achsende der Förderrolle in dem Tragkörper formschlüssig aufzunehmen. Der Formschluss bietet sich an, weil zur Aufnahme des Antriebsdrehmomentes ein Gegenmoment erzeugt werden muss, wenn ein Drehen der Förderrollenachse in entgegengesetzter Richtung bei deren Antrieb verhindern werden soll.
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Aus diesem Grund ist nach einem weiteren Merkmal der Erfindung vorgesehen, dass der Tragkörper eine Achsaufnahmeöffnung mit einer dem Querschnitt des Achsendes der Förderrolle entsprechenden Vieleckform aufweist. Dabei kann die Aufnahmeöffnung einer Sechskantform entsprechen.
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Der Klemmkeil kann so ausgebildet sein, dass seine dem Achsende zugewandte Seite der Vieleckform des Achsendes entsprechend profiliert ist. Wenn das Achsende mit seiner Vieleckform einerseits gegen den korrespondierend profilierten Tragkörper geklemmt wird und der Klemmkeil selbst ein gleiches Vieleckprofil aufweist, ist ein sicherer nicht nur drehfester, sondern auch in Längsrichtung gesicherter Halt der Förderrolle gewährleistet.
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Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung wird vorgeschlagen, dass der Achshalter symmetrisch mit zwei identischen Aufnahmen für die Achsenden der Förderrolle im Tragkörper ausgebildet ist, wobei die zentrale Bohrung zum Verschrauben des Achshalters mit dem Rahmen zentrisch im Grundkörper vorgesehen ist. Diese Lösung bietet sich an, wenn die Achshalter sowohl für die rechte wie auch linke Rahmenseite des Förderers verwendet werden sollen. Auch ist die Einleitung der Befestigungskräfte bei dieser Lösung besonders günstig, weil die Befestigungsschraube für den Grundkörper zentrisch in dem Grundkörper vorgesehen ist. Darüber hinaus eignet sich die jeweils nicht von dem Achsende durchdrungene Achsaufnahmeöffnung zur Durchführung von Steuer- und Antriebskabeln für die Förderrolle mit integriertem Antriebsmotor.
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Schließlich kann der Grundkörper topfförmig oder u-förmig gestaltet sein und die darin eingelegte oder einvulkanisierte Zwischenlage seitlich umgreifen.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beschrieben. Es zeigt.
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1 den Achshalter in dreidimensionaler Darstellung
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2 eine Seitenansicht des Achshalters, teilweise geschnitten.
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In 1 ist der erfindungsgemäße Achshalter in dreidimensionaler Explosionsdarstellung gezeigt, so dass die Einzelteile gut zu erkennen sind. Der Achshalter insgesamt ist mit 1 bezeichnet, er besteht aus dem Grundkörper 2, vorzugsweise aus Metall, der wie bei 2a und 2b zu erkennen ist, seitlich u-förmig gebogen ist. Auf die Innenoberfläche des Grundkörpers 2 ist eine Zwischenlage 3 aus Kautschuk aufvulkanisiert und somit fest mit dem Grundkörper verbunden. Mit der Zwischenlage ihrerseits ist der mit 4 bezeichnete Tragkörper durch aufvulkanisieren verbunden; in dem Tragkörper sind Achsaufnahmeöffnungen 5 für die Achsenden 6 (2) eingebracht. Mit 7 und 8 sind Klemmkeile bezeichnet, die mit Bohrungen 10 für die Schrauben 9 versehen sind. Die Schrauben 9 werden durch die ausreichend dimensionierten Bohrungen 10 hindurch gesteckt und im Tragkörper 4 verschraubt. Die Klemmkeile entsprechen auch in einem Teil ihrer dem Achsende 6 zugewandten Stirnseite 11 dem Profil des Achsendes 6 und werden beim Andrehen der Befestigungsschrauben 9 gegen das durch die Achsaufnahmeöffnung 5 hindurchgesteckte Achsende gepresst. Die Achsaufnahmeöffnung 5 ist ebenfalls entsprechend dem Querschnittsprofils des Achsendes 6 als Sechskant ausgebildet und sichert das Achsende 6 dadurch gegen Drehen.
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Mit Hilfe der Befestigungsschraube 12, die durch eine Bohrung 12a im Zentrum des Tragkörpers 4, ohne diesen zu berühren, hindurch gesteckt wird, wird der Grundkörper 2 am Rahmen 13 (2) des Förderers fixiert.
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Die konstruktiven Verhältnisse sind in 2 in einer Seitenansicht des Achshalters deutlich dargestellt, wobei zum besseren Verständnis die rechte Seite der Zeichnung zentral geschnitten dargestellt ist. Gleiche Teile sind in dieser Zeichnung gleich beziffert.
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Der Rahmen, oder besser eine Seitenwange des Rahmens des Förderers ist in 2 mit 13 bezeichnet, in diese Wange des Rahmens 13 ist die Befestigungsschraube 12 für den Grundkörper 2 des Achshalters eingeschraubt. Erkennbar steht die Befestigungsschraube 12 in keiner Verbindung zu dem Tragkörper 4, der ausschließlich über die Zwischenlage 3 mit dem Grundkörper 2 verbunden, wobei sowohl Tragkörper 4 wie Grundkörper 2 fest mit der Zwischenlage durch Vulkanisieren verbunden sind. In der rechten geschnitten dargestellten Hälfte der Zeichnungsfigur 2 ist das Achsende 6 erkennbar, das durch den Rahmen 13 und den Grundkörper 2 hindurchgesteckt ist, ohne die beiden Teile zu berühren. Das Achsende 6 durchdringt die Achsaufnahmeöffnung 5 im Tragkörper 4, wobei im unteren Bereich das Profil des Achsendes 6 vollständig in der ebenso profilierten Achsaufnahmeöffnung 5 anliegt und im oberen Bereich etwa die halbe Umfangsfläche des Achsendes 6 an dem entsprechend ausgebildeten Tragkörper 3 anliegt. An die nicht am Tragkörper 3 anliegende gegenüberliegende freie Seite des Achsendes 6 wird der Klemmkeil 8 mit der entsprechend ausgebildeten Stirnseite 10 angepresst; die Presswirkung entsteht durch die abgeschrägte Seitenfläche 15 am Tragkörper 2, die den Klemmkeil 12 beim Andrehen der Befestigungsschraube 9 gegen die Seitenfläche des Achsende 6 presst. Erkennbar ist die Befestigungsschraube 9 lediglich in den Tragkörper 4 eingedreht und steht in keiner Verbindung zum Grundkörper 2.
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Aus den Zeichnungsfiguren lässt sich erkennen, dass die Rollenachse mit dem Achsende 6 vollständig vom Rahmen 13 und Grundkörper 3 des Achshalters 1 entkoppelt ist, so dass Vibrationen unmittelbar in den Tragkörper 4 eingeleitet und von der elastischen Zwischenschicht 2 weitgehend vernichtet werden. In den Grundkörper 2 gelangen nur ganz geringe vom elastischen Material nicht abgefangene Schwingungen, die für die Geräuschentwicklung und den Verschleiß des Achshalters unschädlich sind.
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Neben der günstigen Dämpfung weist der Achshalter 1 noch den Vorteil auf, dass er sehr leicht und schnell an die Wange eines Rahmens 13 eines erfindungsgemäßen Förderers montierbar ist und entsprechend schnell die Befestigung gelöst werden kann. Somit lässt sich das bei Motorrollen auftretende Geräusch- und Schwingungsproblem mit sehr einfachen und funktionellen und vor allem kostengünstigen Mitteln lösen.