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Die
Erfindung betrifft eine hydraulisch betätigte Gießeinheit gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
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Derartige
Gießeinheiten
werden bei Druckgussmaschinen (Kaltkammermaschinen, Warmkammermaschinen),
Tixomoulding-, Kunststoffspritzgießmaschinen oder ähnlichen
Maschinen eingesetzt, bei denen ein aufgeschmolzenes oder teigiges
Formmaterial in eine Kavität
einer Form eingebracht werden muss.
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Der
Gießvorgang
lässt sich
in drei Hauptphasen unterteilen, wobei in einer ersten Vorfüllphase das
aufgeschmolzene oder teigige Formmaterial in eine Gießbüchse eingebracht
und dann vergleichsweise langsam in Richtung zum Anschnitt der Form verschoben
wird. Dabei soll die Formmassebewegung langsam und ruckfrei bei
geringer Geschwindigkeit erfolgen.
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Das
Füllen
der Kavität
erfolgt dann während der
Formfüllphase,
bei der die Formmasse mit vergleichsweise hoher Fließgeschwindigkeit
in die Form gedrückt
wird.
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Zum
vollständigen
Füllen
der Form, zum Verdichten und zum Ausgleich der Schrumpfung der Formmasse
während
des Erstarrungsprozesses schließt
sich eine Nachdruckphase an, bei der ein vergleichsweise hoher Druck
aufgebaut wird. Im Anschluss an diese drei Phasen wird die Gießeinheit dann
in ihre Ausgangsposition zurück
bewegt und ist bereit für
den nächsten
Schuss.
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In
der
US 5,622,217 ist
eine Gießeinheit
einer Druckgussmaschine gezeigt, bei der die Formmasse mittels eines Gießzylinders
mit Druck beaufschlagt wird. Die Ansteuerung des Gießzylinders
erfolgt über
eine hydraulische Steuerventilanordnung, über die ein in Ausfahrrichtung
des Gießzylinders (Druckaufbaurichtung)
wirksamer Zylinderraum während
der beiden ersten Phasen (Vorfüllphase,
Füllphase)
mit dem Druck in einem Niederdruckspeicher und während der Nachdruckphase mit
dem Druck in einem Hochdruckspeicher verbindbar ist. Die Ausfahrgeschwindigkeit
des Gießzylinders
wird dabei ablaufseitig über
ein Steuerventil gesteuert, das eine Verbindung zum Tank auf- oder zusteuert.
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Für einen
qualitativ hochwertigen Gießvorgang
ist es erforderlich, dass der Gießzylinder während der Formfüllphase
ruckfrei anfährt
und sich anschließend
mit vergleichsweise langsamer Geschwindigkeit bewegt, so dass das
Formmaterial entsprechend "sanft" eingezogen und zur
Kavität
hin gefördert
wird.
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Wichtig
ist, dass das Formmaterial während der
Vorfüllphase
druckfrei mit geringer Geschwindigkeit in Richtung zur Form geschoben
wird. Dazu muss beim Zuschalten des Niederdruckspeichers zunächst auf
der Ablaufseite des Gießzylinders
ein Gegendruck aufgebaut worden sein, der eine Kompression der Ringseite
beim Zuschalten des Niederdruckspeichers auf der Kolbenseite verhindert.
Hierdurch wird ein Anfahrrucken vermieden und die Bewegung kann
gezielt über
die Menge des rücklaufenden Druckmittels
kontrolliert werden. Da in dieser Phase noch kein Lastdruck (durch
das Füllen
der Form) vorhanden ist, ist die gesamte Kolbenkraft des Gießzylinders
auf seiner Ringseite zu kompensieren. Dies führt zu hohen Drücken und
somit zu einem hohen Druckverlust an dem ablaufseitigen Regelventil,
das aufgrund der großen
Druckmittelmengen, die insbesondere während der Formfüllphase über dieses Ventil
strömen,
relativ groß ausgelegt
sein muss und entsprechend eine niedrige Auflösung hat. Das Aufbringen des
Gegendrucks auf der Ringseite ist bei den bekannten Lösungen nur
mit hohem Aufwand möglich.
So werden beispielsweise für
die Vorkompression Druckübersetzer
eingesetzt. Diese erfordern jedoch einen erheblichen vorrichtungstechnischen
Aufwand.
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Demgegenüber liegt
der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine hydraulisch betätigte Gießeinheit
zu schaffen, bei der ein ruckfreies Anfahren mit geringem vorrichtungstechnischen
Aufwand realisierbar ist.
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Diese
Aufgabe wird durch eine hydraulisch betätigte Gießeinheit mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 gelöst.
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Erfindungsgemäß hat die
hydraulisch betätigte
Gießeinheit
einen Gießzylinder
zum Druckbeaufschlagen einer Formmasse, dessen in Ausfahrrichtung
wirksamer Zylinderraum über
eine Steuerventilanordnung während
einer Formfüllphase
mit einer Niederdruckquelle und während einer Nachdruckphase
mit einer Hochdruckquelle verbindbar ist. Ein in Einfahrrichtung
wirksamer Ringraum des Gießzylinders
ist dabei mit einem Gegendruck beaufschlagt. Erfindungsgemäß ist die
Gießeinheit
mit einer Hochdruckpumpe versehen, die zum Aufbringen des Gegenhaltedrucks über ein
Gegendruckventil direkt mit dem Ringraum des Gießzylinders verbindbar ist.
Das heißt,
erfindungsgemäß wird der
ringseitige Gegenhaltedruck vor Beginn der Formfüllphase direkt über eine
Hochdruckpumpe aufgebracht, die vorzugsweise auch zum Aufladen eines
Hochdruckspeichers verwendet wird. Dadurch kann der Gegenhaltedruck
mit äußerst geringem
vorrichtungstechnischen Aufwand im Bereich von 0 bar bis zum Maximaldruck
(beispielsweise 400 bar) aufgebracht werden. Die Hochdruckpumpe
ist vorzugsweise druckgeregelt.
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Die
Einstellung des Gegenhaltedruckes während der Formfüllphase
und der Nachdruckphase erfolgt über
ein Drosselventil, über
das der Ringraum mit einem Tank verbindbar ist.
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Das
Gegendruckventil, über
das die Hochdruckpumpe mit dem Ringraum des Gießzylinders verbindbar ist,
ist vorzugsweise als Sitzventil mit einer Sperrposition und einer
Durchgangsposition ausgeführt.
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Das
stetig verstellbare Drosselventil ist ebenfalls vorzugsweise als
stetig verstellbares Sitzventil ausgeführt.
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Die
Druckmittelverbindung des Zylinderraums des Gießzylinders mit einem Hochdruckspeicher
erfolgt vorzugsweise über
ein stetig verstellbares Hochdruckregelventil.
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Die
Verbindung zu einem Niederdruckspeicher kann über ein sperrbares ND-Sperrventil
gesperrt werden, das vorzugsweise als vorgesteuertes Logikventil
ausgeführt
ist.
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Zur
Druckentlastung und zur Einleitung der Rückbewegung eines Kolbens kann
der Zylinderraum des Gießzylinders über ein
Wegesitzschaltventil mit dem Tank verbunden werden.
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Das
Aufladen des Niederdruckspeichers erfolgt vorzugsweise über eine
Niederdruckpumpe.
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Bei
einem Ausführungsbeispiel
ist ein stetig verstellbares Wegeventil zur Steuerung der Gießzylinderbewegung
vorgesehen.
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Sonstige
vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand weiterer
Unteransprüche.
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Im
Folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele
der Erfindung an Hand schematischer Zeichnungen näher erläutert. Es
zeigen:
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1 einen
Schaltplan einer hydraulisch betätigten
Gießeinheit;
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2 eine
Teildarstellung des Schaltplans gemäß 1 und
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3 einen
Schaltplan eines weiteren Ausführungsbeispiels
einer erfindungsgemäßen Gießeinheit.
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In 1 ist
der Hydraulikschaltplan einer Gießeinheit 1 einer Druckgießmaschine
dargestellt. Die Gießeinheit 1 hat
einen Gießzylinder 2,
dessen Kolben 4 einen in einer nicht dargestellten Gießbüchse geführten Gießkolben
betätigt.
In diese Gießbüchse oder
Füllkammer
wird das aufgeschmolzene Formmaterial eingeführt und dann durch Axialvorschub
des Gießkolbens
in Richtung zu einer Form bewegt, so dass diese während der
eingangs beschriebenen Formfüllphase
mit Schmelze gefüllt
und während
der Nachdruckphase die in der Form aufgenommene Schmelze verdichtet
und eventueller Schwund ausgeglichen wird.
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Die
Druckmittelversorgung des Gießzylinders 2 erfolgt über einen
Hochdruckspeicher HD oder einen Niederdruckspeicher ND sowie – wie im
Folgenden noch näher
erläutert – über eine
Niederdruckpumpe 6 oder eine Hochdruckpumpe 8,
die auch den Hochdruckspeicher HD auflädt. Das Aufladen des Niederdruckspeichers
ND erfolgt über
die Niederdruckpumpe 6 oder eine eigene Niederdruckpumpe 9.
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Bei
dem üblicherweise
in derartigen Druckgießmaschinen,
beispielsweise Kaltkammermaschinen verwendeten Druckmitteln handelt
es sich um HFC-Flüssigkeiten,
die aus einer Lösung
von Polymeren in Wasser bestehen und als schwer entflammbar eingestuft
sind. Diese wässrigen
Lösungen
bereiten insbesondere bei den Pumpen Probleme hinsichtlich der Wellenabdichtung,
so dass sie einen erhöhten
Verschleiß aufweisen.
Darüber
hinaus können
bei derartigen Druckmitteln Kavitationen auftreten, die den Verschleiß weiter
erhöhen.
Die Anmelderin hat eine Hochdruckpumpe entwickelt, über die auch
bei HFC-Flüssigkeiten
Drücke
in dem für
Druckgießmaschinen
erforderlichen Bereich bis zu 450 bar aufgebracht werden können.
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Die
Ansteuerung des Gießzylinders
erfolgt über
die in 1 dargestellte Steueranordnung, die im Wesentlichen
aus einem stetig verstellbaren Wegeventil 10, einem Gegendruckventil 12,
einem Drosselventil 14, zwei sperrbaren Sperrventilen 16, 18,
einem ND-Sperrventil 20, einem HD-Regelventil 22 und
einem Wegesitzschaltventil 24 besteht, deren Verschaltung
an Hand der 1 und 2 erläutert wird.
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Gemäß der vergrößerten Darstellung
in 2 ist das stetig verstellbare Wegeventil 10 mit
einem Druckanschluss P, einem Tankanschluss T und zwei Arbeitsanschlüssen A,
B ausgeführt
und lässt sich
aus seiner dargestellten federvorgespannten Grundposition über elektrisch
betätigte
Vorsteuerventile 26, 28 in Positionen (a) oder
(b) verschieben. Die Axialverschiebung eines Ventilschiebers des
Wegeventils 10 wird dabei über eine Wegmesseinrichtung 30 erfasst.
Das entsprechende Signal wird an die Steuerung der Druckgießmaschine
weiter geleitet.
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Der
Druckanschluss P des Wegeventils 10 ist über eine
Druckleitung 32 mit der ND-Pumpe 6 verbunden.
An den Tankanschluss T ist über
eine Tankleitung 34 ein Tank T angeschlossen. Die beiden Arbeitsanschlüsse A, B
sind über
Arbeitsleitungen 36, 38 mit Eingangsanschlüssen A der
Sperrventile 16, 18 verbunden. In der dargestellten
Grundposition des Wegeventils ist der Druckanschluss P abgesperrt und
die beiden Arbeitsanschlüsse
A, B sind über Drosseln
mit dem Tank T verbunden. In den Positionen (a) ist der Arbeitsanschluss
B und damit die Arbeitsleitung 38 mit dem Druckanschluss
P und der Arbeitsanschluss A mit dem Tankanschluss T und damit die
Arbeitsleitung 36 verbunden. Bei Umsteuern des Wegeventils 10 in
die mit (b) gekennzeichneten Positionen ist der Druckanschluss P
mit dem Arbeitsanschluss A und der Tankanschluss T mit dem Arbeitsanschluss
B verbunden. Die Positionen (a) werden angesteuert, um den Kolben 4 des
Gießzylinders 2 in
der Vorfüllphase
auszufahren, die mit (b) gekennzeichneten Positionen werden beim
Zurückfahren des
Kolbens 4 in seine eingezogene Position angesteuert.
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Die
beiden Sperrventile 16, 18 haben einen im Wesentlichen
identischen Aufbau und sind jeweils als ein vorgesteuertes Logikventil
ausgeführt,
wobei ein 2-Wege-Einbauventil 40 bzw. 42 jeweils
mit einem Steuerdeckel 44 bzw. 46 versehen ist,
auf dem ein Vorsteuerventil 48 bzw. 50 angeordnet
ist, das beim dargestellten Ausführungsbeispiel
jeweils als 4/2-Wegeventil ausgeführt ist.
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Die
Einbauventile 40, 42 haben jeweils einen Stufenkolben 52, 54,
wobei das Flächenverhältnis des
Stufenkolbens 54, d. h, das Verhältnis zwischen der größeren Stirnfläche und
der Ringfläche
beim Stufenkolben 54 genauso groß wie beim Stufenkolben 52 ist.
Da der Grundaufbau derartiger Sperrventile bekannt ist, kann auf
weitere Ausführungen
unter Verweis auf beispielsweise das Datenblatt RD 21 010/11.98
der Anmelderin verzichtet werden.
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Die
Federräume 56, 58 der
Einbauventile 40, 42 werden in der dargestellten
Grundposition der Vorsteuerventile 48, 50 mit
einem Steueranschluss X des Steuerdeckels 44, 46 verbunden.
An diesem Steueranschluss X liegt jeweils der Druck der ND-Pumpe 6 an,
der über
eine Steuerleitung 60 am Ausgang der Pumpe 6 abgegriffen
wird. Durch Bestromung eines Schaltmagneten der Vorsteuerventile 48, 50 wird
der Federraum 56, 58 zum Tank T hin druckentlastet,
der über
einen Steueranschluss Y an den Steuerdeckel 44, 46 angeschlossen
ist. Das heißt,
in der Grundposition der Vorsteuerventile 48, 50 sind die
Einbauventile 40, 42 jeweils durch den auf die große Schließfläche wirkenden
Pumpendruck gesperrt. Bei Druckentlastung der Federräume 56, 58 ist
eine Druckmittelströmung
in beiden Richtungen möglich,
wobei der gegen die Federkraft erforderliche Öffnungsdruck jedoch in beiden
Strömungsrichtungen
auf Grund der unterschiedlichen Größe von Stirn- und Ringfläche unterschiedlich
ist.
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Sollte
während
einer Phase, in der der bodenseitige Zylinderraum 68 mit
dem Niederdruckspeicher oder dem Hochdruckspeicher verbunden ist,
die ND-Pumpe 6 ausgeschaltet oder auf einen niedrigen Druck
geregelt sein, so ist der Steueranschluss X des Sperrventils 18 nicht
mit der Steuerleitung 60, sondern mit der Leitung 66 zu
verbinden, so dass das 2-Wege-Einbauventil 40 sicher geschlossen
gehalten wird.
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Der
Anschluss B des Einbauventils 42 ist gemäß 1 über eine
Rücklaufleitung 62 mit
einem von einer Kolbenstange des Kolbens 4 begrenzten Ringraum 64 verbunden.
Der Anschluss B des Einbauventils 40 ist über eine
Vor laufleitung 66 mit einem bodenseitigen Zylinderraum 68 des
Gießzylinders 2 verbunden.
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Von
der Rücklaufleitung 62 zweigt
eine Tankzweigleitung 70 (1) ab, in
der das stetig verstellbare Drosselventil 14 angeordnet
ist. Dieses ist als stetig verstellbares Wegesitzventil ausgeführt und lässt sich
aus einer Sperrposition proportional aufsteuern. Die Vorlaufleitung 66 ist über eine
Leitung 71 und das Wegesitzschaltventil 24 ebenfalls
mit dem Tank T verbindbar. Das Wegesitzschaltventil 24 ist mittels
einer Feder in seine Schließstellung
vorgespannt. Durch Bestromung eines Elektromagneten kann es in eine
Durchgangsstellung gebracht werden, um den Druck im Zylinderraum 68 abzubauen.
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Gemäß
1 ist
der Zylinderraum
68 des Gießzylinders
2 über einen
Druckanal
72 mit einem Anschluss A des ND-Sperrventils
20 verbunden.
Dieses ist ebenfalls als vorgesteuertes Logikventil ausgebildet
und hat ein Einbauventil
74 und ein auf einem Steuerdeckel
76 aufgebautes
Vorsteuerventil
78. Der Grundaufbau dieses Sperrventils
20 entspricht
demjenigen der Sperrventile
16,
18, so dass hier
nur auf die Unterschiede eingegangen wird. Dieser Unterschied besteht
im Wesentlichen darin, dass in einem Federraum
80 der größere der
Drücke
am Arbeitsanschluss A des Vorsteuerventils
78 oder im Druckkanal
72 anliegt.
Dieser größere Druck
wird über
ein Wechselventil
82 ausgewählt, dessen einer Eingang mit
dem Arbeitsanschluss A des Vorsteuerventils
78 und dessen
anderer Eingang über
einen Steueranschluss X und einen Steuerkanal
84 mit dem
Druckkanal
72 verbunden ist. Am Druckanschluss P des Vorsteuerventils
78 liegt
der Druck am anderen Anschluss B des Einbauventils
74 an.
Dieser Druck wird von einer ND-Leitung
86 abgegriffen, über die
der Niederdruckspeicher ND an den Anschluss B des Einbauventils
angeschlossen ist. In dem Fall, in dem der Druck im Druckkanal
72 etwa dem
Niederdruck entspricht und bei Umschalten des Vorsteuerventils
78 in
seine Schaltposition, liegt im Federraum
80 der Niederdruck
an, so dass das Einbauventil
74 gesperrt ist. Dieses Sperren
erfolgt mit noch größerem Druck,
wenn im Druckkanal
72 der Hochdruck anliegt. Durch Umschalten
des Wegeventils
78 wird der eine Eingang des Wechselventils
82 über einen
Anschluss Y des Steuerdeckels
76 zum Tank T hin entlastet,
so dass im Federraum
80 der Druck am Arbeitsanschluss A
des Einbauventils
74 ansteht und dieses für eine Druckmittelströmung von B
nach A wie ein Rückschlagventil
arbeitet. Bei Hochdruck im Druckkanal
72 wird das Einbauventil
74 auch
bei umgeschaltetem Vorsteuerventil
78 in seine Sperrstellung
umgeschaltet. Anstelle des in
1 dargestellten
ND-Sperrventils
20 kann auch ein Rückschlagventil eingesetzt werden,
wie es in der parallel hinterlegten Anmeldung der Anmelderin beschrieben
ist (
DE 10 2004 061 562.4 ).
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Vom
Druckkanal 72 zweigt des Weiteren eine zum Hochdruckspeicher
HD führende
HD-Leitung 88 ab, in der das HD-Regelventil 22 angeordnet ist.
Dieses hat im Prinzip den gleichen Aufbau wie das Drosselventil 14.
Es hat somit eine Sperrstellung, aus der es über eine Vorsteuerung stetig
in Richtung Öffnen
verstellbar ist. Der Hub eines Kolbens der beiden Ventile 14, 22 wird
jeweils über
ein Wegmesssystem erfasst und an die Maschinensteuerung gemeldet.
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Das
Laden des Hochdruckspeichers HD erfolgt über die Hochdruckpumpe 8.
Deren Ausgang ist über
eine Gegendruckleitung 90 und das Gegendruckventil 12 mit
dem Ringraum 64 des Gießzylinders 2 verbunden.
Das Gegendruckventil 12 ist ein elektrisch betätigtes Schaltventil,
das vorzugsweise als Sitzventil ausgeführt ist und über eine
Feder in seine Sperrposition vorgespannt ist. Durch Bestromung des
Elektromagneten lässt
es sich in seine dargestellte Durchgangsposition bringen, in der
der Ausgang der HD-Pumpe 8 direkt
mit dem Ringraum verbunden ist. Das heißt, bei dieser Lösung erfolgt
im Unterschied zur herkömmlichen
Lösung
der Aufbau des Gegendrucks nicht durch Verbindung mit einem Druckspeicher
sondern direkt über
die Hochdruckpumpe, die allerdings so ausgebildet sein muss, dass sie
auch die erforderlichen Drücke
(beispielsweise bis zu 450 bar) aufbringen kann.
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Zum
besseren Verständnis
der Funktion der vorbeschriebenen Schaltung wird ein Gießzyklus
erläutert.
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Demgemäß soll der
Kolben 4 des Gießzylinders 2 während der
Vorfüllphase
zunächst
relativ langsam anfahren und ruckfrei auf eine vergleichsweise niedrige
Geschwindigkeit beschleunigt werden und dann mit konstant niedriger
Geschwindigkeit verfahren. Beim Umschalten auf die Formfüllphase
soll der Kolben dann in kurzer Zeit (ca. 10 ms) nahezu auf seine
Maximalgeschwindigkeit beschleunigt und dann wieder abgebremst werden.
Dazwischen kann eine Strecke mit konstant hoher Geschwindigkeit
liegen. Anschließend
wird auf die Nachdruckphase umgeschaltet, in der der Kolben nur
noch einen vergleichsweise geringen Resthub durchfährt, dabei aber
mit dem maximalen Druck (400–450
bar) beaufschlagt ist. Nach dem vollständigen Füllen und nach Ablauf der Nachdruckphase
wird der Kolben wieder in seine Ausgangsposition zurück gefahren.
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Es
sei angenommen, dass der Kolben 4 des Gießzylinders
vollständig
eingefahren ist und sich somit an seinem Anschlag befindet. Das
Gegendruckventil 12 ist vor Beginn der Vorfüllphase
geöffnet
und die druckregelbare HD-Pumpe 8 steuert in den Ringraum 64 des
Gießzylinders 2 einen
Gegenhaltedruck ein, der unter Berücksichtigung des Flächenverhältnisses
des Kolbens 4 so hoch ist, dass auch nach dem Öffnen des
ND-Sperrventils 20 und Beaufschlagung des Zylinderraums 68 mit
Niederdruck der Kolben 4 des Gießzylinders 2 an seinem
Anschlag verbleibt.
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Zum
Einleiten der Vorfüllphase
wird das Gegendruckventil 12 geschlossen und das ND-Sperrventil 20 geöffnet, so
dass der Niederdruck in Ausfahrrichtung des Kolbens 4 aufgeschaltet
ist. Das Vorsteuerventil 50 wird umgeschaltet, so dass
der Federraum 58 des Sperrventils 16 druckentlastet
ist und dieses gegen die Kraft der vergleichsweise schwachen Schließfeder geöffnet werden
kann. Das Sperrventil 18 sollte oder kann in der Vorfüllphase
geschlossen bleiben, prinzipiell jedoch ebenfalls geöffnet werden.
Das stetig verstellbare Wegeventil 10 wird dann durch Ansteuerung
des Vorsteuerventils 26 in eine seiner mit (a) (2)
gekennzeichneten Arbeitspositionen verschoben und steuert dann während der
Vorfüllphase
die anfängliche
Beschleunigung und anschließend
die konstante, langsame Bewegung des Kolbens 4 des Gießzylinders
mit seiner Ablaufkante, die den Querschnitt einer Ablaufdrossel bestimmt.
Diese Steuerung hat eine höhere
Auflösung
als eine Steuerung mit dem vergleichsweise großen Drosselventil 14 und
ist deshalb schneller und genauer. Der Ringraumdruck ist dabei unabhängig von
der Einstellung des stetig verstellbaren Wegeventils 10.
Nimmt man an, dass die Schmelze ihrem Verschieben während dieser
Vorfüllphase
immer den gleichen Widerstand entgegensetzt, so ist die Last für den Kolben 4 immer
die gleiche. Außerhalb einer
Beschleunigung oder Verzögerung
ist dann der Druck im Ringraum 64 unter Berücksichtigung
des Flächenverhältnisses
gleich dem Niederdruck minus dem Lastdruck. Ist beispielsweise der
Niederdruck 150 bar und der Lastdruck 30 bar, so beträgt der Ringraumdruck
bei einem Flächenverhältnis von
2:1 240 bar – der
Ringraumdruck ist somit unabhängig
von der Größe der Ablaufdrossel
des Wegeventils 10.
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In.
dieser Vorfüllphase
wird die Schmelze vergleichsweise langsam zum Formanschnitt hin
verschoben und die Einfüllöffnung der
Gießbüchse durch
den Gießkolben überfahren
und geschlossen.
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In.
der sich anschließenden
Formfüllphase wird
die Form mit hoher Fließgeschwindigkeit
gefüllt. Dazu
werden das Wegeventil 10 und das Sperrventil 16 (ggf.
auch das Sperrventil 18) geschlossen und das Drosselventil 14 relativ
weit geöffnet,
so dass der Kolben 4 beschleunigt wird, evtl. ein Stück mit konstanter
Geschwindigkeit gefahren und dann durch geeignete Ansteuerung des
Drosselventils 14 abgebremst wird. Der Druck im Ringraum 64 ist
dabei wegen der notwendigen Beschleunigung des Kolbens 4 und
der Zunahme des Lastdrucks relativ gering.
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In
der sich anschließenden
Nachdruckphase wird die Schmelze bis in den letzten Formhohlraum hinein
mit hohem Druck verdichtet und der Materialschwund kompensiert.
Dabei wird das HD-Regelventil 22 geöffnet und das ND-Sperrventil 20 möglichst schnell
geschlossen, so dass der Kolben 4 zum Nachverdichten der
Schmelze mit Hochdruck beaufschlagt ist.
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Die
Dekompression im Zylinderraum 68 und der Rückzug des
Kolbens 4 erfolgt durch Öffnen des Wegesitzschaltventils 24 bzw.
durch Verstellen des stetig verstellbaren Wegeventils 10 in
eine seiner mit (b) gekennzeichneten Positionen – die Gießmaschine ist bereit für den nächsten Zyklus.
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Bei
dem vorbeschriebenen Ausführungsbeispiel
wird über
die Ablaufkante des stetig verstellbaren Wegeventils 10 die
Bewegung des Kolbens 4 während der Vorfüllphase
(Beschleunigung und langsame Bewegung) gesteuert. Wie in
-
3 dargestellt
ist, können
die vorbeschriebenen Phasen auch ohne das stetig verstellbare Wegeventil 10 gesteuert
werden. Bei dem in 3 dargestellten Ausführungsbeispiel
ist das Wegeventil 10 nicht vorhanden, so dass die ND-Pumpe 6 direkt über die
Arbeitsleitung 36 mit dem stirnseitigen Eingangsanschluss
des Sperrventils 16 und. der Tank T über die Arbeitsleitung 38 mit
dem stirnseitigen Eingangsanschluss des Sperrventils 18 verbunden
ist. Im Übrigen
entspricht die Schaltung aus 3 dem vorbeschriebenen
Ausführungsbeispiel,
so dass keine weiteren Erläuterungen
erforderlich sind.
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Vor
Beginn der Vorfüllphase
wird wiederum der Gegendruck aufgebaut, wobei sich der Kolben 4 an
seinem Anschlag befindet und das Gegendruckventil 12 geöffnet wird. Über die
druckregelbare HD-Pumpe 8 wird in den Ringraum 64 des
Gießzylinders 2 wie
beim vorbeschriebenen Ausführungsbeispiel
der Gegenhaltedruck eingesteuert.
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Zum
Einleiten der Vorfüllphase
wird das Gegendruckventil 12 geschlossen und das ND-Sperrventil 20 geöffnet, so
dass der Niederdruck im Zylinderraum 68 anliegt. Das Drosselventil 14 wird
so angesteuert, dass es über
eine Feinsteuerkerbe öffnet und
somit die anfängliche
Beschleunigung und die sich daran anschließende konstante, langsame Bewegung
des Kolbens 4 des Gießzylinders
steuert. Der Ringraumdruck ist, wie beim vorbeschriebenen Ausführungsbeispiel
bezüglich
des Wegeventils 10 erläutert,
unabhängig
von der Öffnung
des Drosselventils 14.
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In
der sich anschließenden
Formfüllphase wird
das Drosselventil 14 weit auf gesteuert und entsprechend
der Kolben 4 beschleunigt und evtl. ein Stück mit konstanter
Geschwindigkeit gefahren und dann abgebremst. Der Druck im Ringraum 64 ist
dabei wegen der notwendigen Beschleu nigung des Kolbens 4 und
der Zunahme des Lastdrucks (unbestimmt) niedrig.
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In
der sich anschließenden
Nachdruckphase wird das HD-Regelventil 22 geöffnet und
das ND-Sperrventil 20 schnell geschlossen, so dass die Schmelze
durch den Hochdruck im Zylinderraum 68 nachverdichtet wird.
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Die
Dekompression des Zylinderraums 68 und der Rückzug des
Kolbens 4 erfolgen in geeigneter Weise, beispielsweise über das
Wegesitzschaltventil 24 und über die beiden Sperrventile 16, 18 oder über ein
einfaches, nicht dargestelltes Wegeventil in der Position des stetig
verstellbaren Wegeventils 10 aus 1.
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Bei
dem in 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist das stetig
verstellbare Wegeventil 10 in seinen Arbeitsstellungen
(a) mit einer Kreuzstellung ausgeführt. Prinzipiell könnte das
Wegeventil 10 auch mit einer Differentialstellung ausgeführt sein.
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Wie
erläutert,
ist das erfindungsgemäße Konzept
nicht auf die Anwendung bei Druckgießmaschinen beschränkt, sondern
allgemein bei allen Gießeinheiten,
beispielsweise der Gießeinheit
einer Kunststoffspritzgießmaschine
einsetzbar. Die Pumpen 6, 9 oder alle 3 Pumpen 6, 9, 8 können zu
einer Pumpe zusammengefasst werden.
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Anstelle
der Speicher (HD, ND) können
auch Druckübersetzer
oder dergleichen eingesetzt werden.
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Offenbart
ist eine hydraulisch betätigte
Gießeinheit
mit einem Gießzylinder,
dessen in Ausfahrrichtung wirksamer Zylinder während einer Formfüllphase über eine
Steuerventilanordnung mit einem Niederdruckspeicher und in einer
Nachdruckphase mit einem Hochdruckspeicher verbind bar ist. Ein in Einfahrrichtung
wirksamer Ringraum des Gießzylinders
ist dabei vor einer Vorfüllphase
mit einem Gegenhaltedruck beaufschlagbar. Dieser Gegenhaltedruck
wird erfindungsgemäß durch
eine Hochdruckpumpe aufgebracht, die über ein Gegendruckventil direkt
mit dem Ringraum des Gießzylinders
verbindbar ist.
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- 1
- Gießeinheit
- 2
- Gießzylinder
- 4
- Kolben
- 6
- ND-Pumpe
- 8
- HD-Pumpe
- 9
- ND-Pumpe
- 10
- Wegeventil
- 12
- Gegendruckventil
- 14
- Drosselventil
- 16
- Sperrventil
- 18
- Sperrventil
- 20
- ND-Sperrventil
- 22
- HD-Regelventil
- 24
- Wegesitzschaltventil
- 26
- Vorsteuerventil
- 28
- Vorsteuerventil
- 30
- Wegmesseinrichtung
- 32
- Druckleitung
- 34
- Tankleitung
- 36
- Arbeitsleitung
- 38
- Arbeitsleitung
- 40
- 2-Wege-Einbauventil
- 42
- 2-Wege-Einbauventil
- 44
- Steuerdeckel
- 46
- Steuerdeckel
- 48
- Vorsteuerventil
- 50
- Vorsteuerventil
- 52
- Einbauventil
(Logik)
- 54
- Einbauventil
(Logik)
- 56
- Federraum
- 58
- Federraum
- 60
- ND-Steuerleitung
- 62
- Rücklaufleitung
- 64
- Ringraum
- 66
- Arbeitsleitung
- 68
- Zylinderraum
- 70
- Tankzweigleitung
- 71
- Leitung
- 72
- Druckkanal
- 74
- Einbauventil
- 76
- Steuerdeckel
- 78
- Vorsteuerventil
- 80
- Federraum
- 82
- Wechselventil
- 84
- Steuerkanal
- 86
- ND-Leitung
- 88
- HD-Leitung
- 90
- Gegendruckleitung