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DE102005022883B4 - Stuhl für Lernpraxis Konzentration und Gelassenheit - Google Patents

Stuhl für Lernpraxis Konzentration und Gelassenheit Download PDF

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DE102005022883B4
DE102005022883B4 DE200510022883 DE102005022883A DE102005022883B4 DE 102005022883 B4 DE102005022883 B4 DE 102005022883B4 DE 200510022883 DE200510022883 DE 200510022883 DE 102005022883 A DE102005022883 A DE 102005022883A DE 102005022883 B4 DE102005022883 B4 DE 102005022883B4
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seat
chair according
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central
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DE200510022883
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Christine Tackenberg
Verstorben + Martin Dr. Paukner
Johann Lindenmeyer
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Abstract

Stuhl (1) für Gelassenheits- und Aufmerksamkeitspraxis mit einer Sitzfläche (3) und einer Rückenstütze (15), bei dem die Rückenstütze zwei getrennt voneinander in der Höhe verstellbare, in Richtung auf die Vorderseite des Stuhls, d. h. den Rücken eines Benutzers, verschiebbare angeordnete Berührungsfelder (17, 19) aufweist, die jeweils in der Horizontalen zur Stellfläche des Stuhls verschiebbar sind und bei dem die Sitzfläche (3) in einem Winkel zwischen 4° und 8° gegenüber der Horizontalen der Stellfläche des Stuhls nach vorne geneigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorderkante der Sitzfläche sich in einer Höhe von mindestens 50 cm über der Stellfläche des Stuhls befindet, die Stange (15) oberhalb der Sitzfläche (3) in ein an der Rückseite des Stuhls (1) senkrecht zur Stellfläche des Stuhls runter verlaufendes, zentrales Stuhlbein (11) einführbar und fixierbar ist, und das zentrale Stuhlbein (11) eine quer verlaufende Nut (9) aufweist, in welcher die hintere Kante der Sitzfläche (3) im montierten...

Description

  • Die Erfindung bezieht sich auf einen Stuhl für Gelassenheits- und Aufmerksamkeitspraxis mit einer Sitzfläche und einer Rückenstütze, bei dem die Rückenstütze zwei getrennt voneinander in der Höhe verstellbare, in Richtung auf die Vorderseite des Stuhls, d. h. den Rücken eines Benutzers, verschiebbare angeordnete Berührungsfelder aufweist, die jeweils in der Horizontalen zur Stellfläche des Stuhls verschiebbar sind und bei dem die Sitzfläche in einem Winkel zwischen 4° und 8° gegenüber der Horizontalen der Stellfläche des Stuhls nach vorne geneigt ist.
  • Ein solcher Stuhl ist aus der Patentschrift Nr. 328 654 (Österreichisches Patentamt) bekannt. Das Sitzmöbel ist auf ein rollbares Plateau gebaut, an dem eine im Verhältnis zum Boden schrägstehende Schiene mit zwei Teilstützen befestigt ist. Beide Teillehnen sind sowohl der Höhe nach, als auch in der Horizontalen verstellbar. Die Sitzfläche ist leicht nach hinten geneigt, so dass auf der Schiene die zweiebenfalls nach hinten geneigten-Teilstützen zur Sitzfläche, verschoben werden können. Das Sitzmöbel ermöglicht eine körpergerechte und bequeme Möglichkeit des Sitzens und des rollenden Bewegens auf dem Stuhl im Raum.
  • Vorliegender Stuhl wird eingesetzt, um menschliche Aufmerksamkeitsnetzwerke zu schulen: Konzentration, Vigilanz, Resonanzfähigkeit, Empathie. Diese Fertigkeiten gelten auch als meist nicht bewusste Grundlage von Wahrnehmungs-, Erkenntnis- und Gedächtnisleistungen.
  • Der Stuhl ist ein Medium das in eine ruhevolle, wache Form des Sitzens einführt. In Verbindung mit Konzentrationspraktiken kann das Sitzen in ruhevoller, dynamischer Versunkenheit auch als Selbstbildung verstanden werden. Die Dimensionen einer solchen Selbstbildung sind je nach Werteausrichtung, Zielsetzung und Methodik vielfältig. Traditionell werden Konzentration und Gelassenheit in Kursen und Kontexten von Meditation und Kontemplation seit ca. 2 ½ Jahrtausenden unterwiesen und geschult. Dieses methodische Training galt schon immer als Evolutionschance des Menschen durch Lernprozesse.
  • In den letzten Jahrtausenden hat sich die Menschheit durch ihre zunehmende Lernbegabung ausgezeichnet. Seit ca. 10 Tausend Jahren hat sich die Menschheit nicht mehr durch die Veränderung ihrer Gene, sondern wohl überwiegend durch Lernpraxis weiterentwickelt. Selbstbildung bewusst und reflexiv mitzugestalten ist somit jüngeren Datums in der Menschheitsgeschichte. Im Leben des einzelnen Menschen sind die Vorraussetzungen zur reflexiven Selbstbildung bei optimaler Entwicklung ab dem 16. Lebensjahr gegeben. Diese dem Menschen als Lernmöglichkeit gegebene Entwicklung stellt sich allerdings nicht von alleine ein. Der Mensch braucht hierzu günstige äußere Bedingungen, kompetente Unterweisung und möglichst tägliche Übungspraxis. Früher waren Methoden wie Meditation, Kontemplation oder Yoga an ein soziales oder religiöses System gebunden, dies ist heute nicht mehr so, obwohl dies hilfreich sein kann. Meditative Qualitäten und Entwicklung zu ermöglichen sind nicht leicht, da die Gefahren in alte Gewohnheiten abzugleiten, z. B. Unaufmerksamkeit, Abschalten von Gedanken und Gefühlen, Träumen, Dösen, Erstarren, Erschlaffen groß sind. Besonders in der vom östlichen Kulturkreis kommende Zen-Meditation werden die Leiblichkeit und der Atemrhythmus zum Ausgangsübungsfeld genommen um zu tiefer geistiger Erfahrung und Entwicklung zu kommen.
  • Um Körper und Atmung optimal für das Übungsgeschehen zu disponieren, wird in Ost und West heute traditionell der „Bodensitz" eingeübt: der "Lotus-Sitz" beziehungsweise, Yoga-Sitz; „Seiza", ein Reitersitz auf einem festen Kissen oder einem kleinen Holzbänkchen (siehe 6 meditative Sitzweisen). Hierbei werden für längeres ruhevolles Sitzen über Bodenkontakt und Beinverschränkung die erforderliche Stabilität des Beckengürtels und der Wirbelsäulenaufrichtung erreicht. Diese Sitzweisen brauchen längere Eingewöhnungszeit und sind oft mit erheblichen Schmerzen verbunden. Weltweit verlernen die Menschen gelöst auf dem Boden zu sitzen. Außerdem können bei längerem Sitzen Schäden an den Gelenken, Venen und Sehnen auftreten. Viele Menschen beginnen heute erst gar nicht mit meditativen Konzentrationspraktiken wegen Fuß-Rücken- oder Gelenkproblemen.
  • Das Sitzen auf Hockern und Stühlen schont zwar Füße und Gelenke, stabilisiert aber nicht Becken und Wirbelsäulenaufrichtung. Außerdem besteht die Gefahr in gewohnheitsmäßiges Sitzen abzugleiten. Solche Gefahren sind besonders ein Absacken, die so genannte „Bananenhaltung" (siehe 7A) oder ein Überspannen, die so genannte „Fahnenstangenhaltung" (7B). Beim gewohnheitsmäßigen Sitzen geht es meist um eine Entlastung der Füße, um bequemes, bewegliches, anstrengungsfreies und/oder orthopädisches Sitzen. Hierfür sind Bürostühle, Gesundheitsstühle, Designerstühle und Funktionsstühle- oft mit viel technischem Aufwand erfunden worden.
  • Die Erfindung des Stuhls für Konzentration und Gelassenheit wird gesehen als ein konkretes, mobiles Medium mit einer bedeutsamen Vermittlungsleistung. Das Sitzen selbst steht nicht im Mittelpunkt. Auch in der bisherigen meditativen Tradition bis heute wird der stille unbewegliche Sitz als geschicktes Mittel für die Koordination von Körper und Kognition genutzt. Die Unbeweglichkeit des menschlichen Leibes soll die Wende und intensiven Sammlung der Aufmerksamkeit auf eine seelisch-geistige Dimension erleichtern. Somit wird einer gelassenen Selbstbildung der Boden bereitet. Je nach Disposition und Übungsintensität gibt es Grade der Reifung, aber auch wenige Minuten regelmäßigen Übens können ihre Wirkung zeigen.
  • Die meisten technischen Neuerungen im Meditationsbereich wenden sich einer Verbesserung und Erleichterung des Bodensitzes zu. Hierbei werden die optimalen individuellen Einstellungsmöglichkeiten ermöglicht wie in DE 196 03 932 C2 . Diese Sitzvorrichtung zur Durchführung von Meditationen mit zwei plattenartig ausgebildeten, etwa 10–30 cm langen, mit einem Abstand zueinander angeordneten Füßen und einer auf geneigt verlaufenden Sitzfläche mit 5–30 Grad ist hilfreich bei kniender Sitzhaltung. Die ergometrisch günstige Höhe entlastet die Kniegelenke und die Neigung der Sitzfläche regt zum aufrechten Sitz an. Die Belastung der Oberseite der Füße durch den Bodendruck kann allerdings unangenehm werden und die Gefahr des Absackens oder Überspannes der Wirbelsäule bleibt.
  • Aus dem japanischen Patent 08112162 ist eine Meditationsvorrichtung eines bodennahen Sitzes mit Rückenlehne bekannt. Zwei unterschiedlich große Bretter mit kleinen Polstern sind in einem rechten Winkel zueinander angebracht. Die Rückenstütze reicht bis zum Kopf. Um eine günstige aufrechte Haltung zu erreichen, sind jeweils im Hüftbereich, am Brustkorb und in der Höhe des Hinterkopfes Vorrichtungen für ein Gürtelsystem angebracht, die dann um die jeweiligen Körperteile geschnallt werden können und somit den Oberkörper in Ruhe fixieren. Hier wird eine übertriebene Ruhigstellung des Körpers angestrebt, die eher hin zu Körperkontrolle tendiert und somit eine Unterdrückung der menschlichen Sinnlichkeit und Lebendigkeit bewirken und nicht wie angestrebt eine höhere oder integrierte Lebendigkeit entwickeln hilft.
  • Die französische Erfindung Nr. 2447169 ist gut auf die Anforderungen eines gelassenen Sitzes ausgerichtet. Sie ermöglicht eine stabile Beckenlage und ein leichtes Einnehmen der korrekten Körperhaltung durch anschmiegsame Sitzoberfläche und leichte Rückenlehne, die nicht über den 5. Lendenwirbel hinausgeht. Diese Funktionalität ist eine erleichternde Weiterentwicklung des Yoga-Sitzes. Allerdings bedient auch dieser Sitz das bodennahe mit verschränkten Beinen sitzende Modell. Wenn eine meditativ-gelassene Übungsweise nicht getrennt vom Alltag sondern in normalen Lebenssituationen wie Arbeit, Lernen und Hausarbeit gelingen soll, sind Bodensitz nicht nur durch die Gelenkigkeit und Dehnfähigkeit, sondern auch durch die moderne Kleiderordnung Grenzen gesetzt.
  • In DE 19908592 C1 wird ein Funktionsstuhl mit hoher Lehne zur Entlastung der Wirbelsäule und zur Aktivierung der oberen Muskelgruppen für sitzende Tätigkeit im Büro vorgestellt. Die Gestaltung des Stuhles ist einfach und kostengünstig. Während der Arbeit werden Training des Rückens, der Halswirbelsäule und Durchblutungsförderung möglich. Ausgelegt ist der Stuhl auf Körpertraining und nicht auf eine Koordination von Körper und Kognition, die zwar auch in Bewegung gelingen kann, allerdings leichter in wacher aufgerichteter Ruheposition geschieht. Der Stuhl ist nicht reisetauglich und unter ästhetischen Gesichtspunkten z. B. im Wohnbereich nicht so leicht zu integrieren.
  • Die Aufgabe die der Erfindung zugrunde liegt ist es, die Vorteile und Wirkungen des Bodensitzes „aufzuheben" (im dialektischen Sinne von Hegel) in ein für die heutige Zeit und Identität nützliches Sitzmedium zur Selbstbildung. Dabei soll der Stuhl leicht transportabel sein. D. h. er sollte mit einer Hand getragen werden können und im zusammengeklappten Zustand so flach sein, dass er beim Gehen nicht seitlich an das Knie anstößt.
  • Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Vorderkante der Sitzfläche sich in einer Höhe von mindestens 50 cm über der Stellfläche des Stuhls befindet, die Stange oberhalb der Sitzfläche in ein an der Rückseite des Stuhls senkrecht zur Stellfläche des Stuhls runter verlaufendes, zentrales Stuhlbein einführbar und fixierbar ist, und das zentrale Stuhlbein eine quer verlaufende Nut aufweist, in welcher die hintere Kante der Sitzfläche im montierten Zustand abgestütz ist.
  • Alle drei Merkmale in Kombination und Zusammenspiel ermöglichen die Vermeidung der zuvor geschilderten Nachteile. Durch die entsprechend geneigte und erhöhte Sitzfläche werden die Sitzbeinhöcker (tuber ischiadicum) und das Beckenboden-Muskelnetz aktiviert und das Becken in eine Haltung gebracht, die den unteren Rücken schont und die Wirbelsäule reflexartig aufrichtet. Anders als bei bekannten Sitzgewohnheiten auf einem Stuhl wird dabei das Gewicht des Körpers sowohl von den Füßen und Beinen, als auch vom Beckenboden (diaphragma pelvis) ausgeglichen aufgenommen. Die beiden getrennten Berührungsfelder können individuell eingestellt werden. Die Berührung des Muskelkreuzpunktes von Rücken und Beckenbodenmuskelnetz im Bereich des Kreuzbeines stabilisiert und energetisiert den Sitz. Das obere Berührungsfeld belebt den Bereich der Brustwirbelsäule und der Schulterblätter. Entspannung des Kopf- und Schulterbereiches werden durch die dosierte Berührung günstig beeinflusst. Eine präzise Ausrichtung des Kopfes in Verbindung mit entspannten Augen ermöglicht eine konzentrierte gelassene Haltung des ganzen Menschen. Der Mensch sitzt so geerdet und in eutonischer Balance in seiner Personmitte verankert (siehe 7C ). Die Wirbelsäule wird durch die propriozeptive Wirkung und Koordination der Berührungsfelder in eine Kraft sparende, ruhige Dehnspannung versetzt. (siehe 1) Das Atemgeschehen wird dadurch beruhigt und vertieft.
  • Für kürzere Sitzzeiten liegen die Hände zweckmäßigerweise auf den Oberschenkeln. Bei längeren Sitzeinheiten (ca. ab 10 min) werden die Hände zusammengelegt zur harmonisierenden Meditationsgeste (mudra) in eine aus Stoff genähte so genannte „Handschaukel". Sie entlastet die Schultern von der Haltearbeit oder Überstreckung der Arme.
  • Zur eutonischen Einnahme dieser Position wiederum ist die beanspruchte Mindesthöhe geboten. Als besonders vorteilhaft hat sich dabei ein Winkel zwischen 5° und 7°, insbesondere 6° herausgestellt. Ein solcher Winkel verhindert ein Abgleiten vom Stuhl oder eine Anspannung der Beine zur Verhinderung des Abgleiten als auch ein Drücken der vorderen Sitzkante an der Unterseite des Oberschenkels, was zu einem unerwünschten Blutstau führen kann.
  • Einen Beitrag zu einer kompakten Transportbeschaffenheit des Stuhls liefert das Merkmal, die Berührungsfelder längsverschiebbar an einer ersten, senkrechten Stange zu befestigen. Die Stange kann demontiert werden und an einem zentralen Stuhlbein befestigt werden, welches im Wesentlichen senkrecht am Boden aufsetzt. An der ersten Stange sind dann die Berührungsfelder gleitbar in der Höhe einstellbar, wobei die Abmessungen des unteren Berührungsfeldes vorzugsweise kleiner sind als die des oberen Berührungsfeldes.
  • Neben dem zentralen Stuhlbein sind vier weitere Stuhlbeine vorhanden sind, die alle vier an ihrem oberen Ende auf einer gemeinsamen Linie angelenkt und um diese schwenkbar sind. Dabei sind auf der gemeinsamen Linie zwei getrennte Achsen vorgesehen, auf denen jeweils ein äußeres und ein inneres der vier weiteren Stuhlbeine angelenkt sind. Stuhl nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Achsen bezüglich der Sitztiefe ungefähr mittig an der Sitzfläche befestigt sind und im Wesentlichen quer, d. h. in Richtung der Breite der Sitzfläche verlaufen.
  • Die beiden außen liegenden Stuhlbeine sind an ihrem unteren Ende und die beiden innen liegenden Stuhlbeine an ihrem unteren Ende miteinander mittels Stangen verbunden. Die zweite und die dritte Stange wiederum sind mittels eines Gurtes miteinander verbunden, der den Schwenkbereich der vier weiteren Stuhlbeine um die gemeinsame Achse begrenzt. Aufgrund der durch den Gurt begrenzten Verschwenkungsmöglichkeit ergibt sich ein Spreizwinkel zwischen den äußeren und den inneren Stuhlbeinen zwischen 30° und 36°, insbesondere 33°.
  • Die beiden äußeren Stuhlbeine sind kürzer als die beiden inneren Stuhlbeine, so dass sie im zusammengefalteten Zustand des Stuhls alle vier in einer Ebene liegen. Wenn das untere Ende des zentralen Stuhlbeins zusammen mit den beiden innen liegenden Stuhlbeinen an der dritten Stange angelenkt ist, so liegen im zusammengefalteten Zustand des Stuhls alle fünf Stuhlbeine in einer Ebene. Diese Ausführungsform wird als besonders vorteilhaft angesehen, da sie den Transport des Stuhls erleichtert. Zusammen mit der Ausführung, sowohl die beiden inneren als auch die beiden äußeren Stuhlbeine mit zwei Bohrungen zu versehen, die im zusammengeklappten Zustand miteinander fluchten und zur Aufnahme von Befestigungsstangen dienen, die an der Rückseite der Berührungsflächen vorgesehen sind, ergibt sich ein Stuhl, der kompakt zusammenlegbar ist und dessen maximale Dicke durch die Höhe der Berührungsfelder bestimmt wird. Der komplette Stuhl ist mit einer Hand transportabel und so schmal, dass er beim Gehen nicht an die Beine anschlägt. Bei entsprechender Wahl der Materialien, wie z. B. Magnesium, Aluminium, Kohlefaser-Verbundwerkstoffe etc. lässt sich ein leichter Stuhl herstellen der einfach auch im Flugzeug mit auf Reisen genommen werden kann.
  • Weitere Vorteile und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der Figuren. Es zeigen:
  • 1 Eine schematische Seitenansicht eines Stuhls mit Benutzer,
  • 2 eine Seitenansicht des Stuhls mit einer eingetragenen vorteilhaften Bemaßung,
  • 3 eine Frontansicht des Stuhls,
  • 4 eine Teilaufsicht auf den Stuhl im zusammengeklappten Zustand,
  • 5 eine Detailansicht der Befestigung der Sitzfläche an den Stuhlbeinen, und
  • 6, 7 verschiedene Sitzweisen zum Verständnis der Erfindung.
  • In den 1 und 2 ist ein in seiner Sitzhöhe nicht verstellbarer Stuhl 1 für Konzentrations- und Gelassenheitspraxis dargestellt, der eine um 6° nach vorne geneigte Sitzfläche 3 aufweist. An der Unterseite der Sitzfläche 3 sind ungefähr mittig zwei äußere Stuhlbeine 5a, 5b und zwei innere Stuhlbeine 7a, 7b angelenkt, von denen in der Seitenansicht jeweils nur jeweils eines 5a bzw. 7a sichtbar sind. Die Sitzfläche 3 ist, wie es später gezeigt wird, so konstruiert, dass sie eine unverstellbare, fixierte Lage einnimmt. Die Sitzfläche 3 ist zur Vorderseite des Stuhls 1 hin geneigt und an ihrer hinteren Kante in eine Nut oder einen Einschnitt 9 eines zentralen Stuhlbeines 11 abgestützt. Knapp oberhalb der Sitzfläche 3 ist am zentralen Stuhlbein 11 mittels einer Rändelschraube 13 eine erste Stange 15 befestigt, an der ein unteres Berührungsfeld 17 und ein oberes Berührungsfeld 19 verschiebbar angeordnet sind. Dazu weisen die Berührungsfelder 17, 19 an ihrer Rückseite jeweils eine Befestigungsstange 21, bzw. 23 auf, die jeweils mittels eines Doppelspanngelenks 25, bzw. 27 an beliebiger Stelle mit der ersten Stange 15 verklemmt werden können. Die Berührungsfelder 17, 19 sollen beide am Rücken des Benutzers zur Anlage kommen, woraus sich eine Länge der Stange 15 gemessen ab der Sitzfläche 3 von ca. 55 cm–65 cm, insbesondere 60 cm ergibt. Zur Aufbewahrung und zum Transport des zusammengeklappten Stuhls 1 befinden sich in den inneren und äußeren Stuhlbeinen 7a, 5a je zwei Löcher 28, die im zusammengeklappten Zustand des Stuhls 1 miteinander fluchten und zur Aufnahme der Befestigungsstangen 21, 23 dienen. In den 1 und 2 ist noch ein Spann- oder Begrenzungsgurt zu sehen, der den Schwenkbereich der beiden inneren Stuhlbeine 7a, 7b gegenüber den beiden äußeren Stuhlbeinen 5a, 5b, begrenzt (im gezeigten Beispiel auf 33°).
  • In der 3 ist der Stuhl in seiner Frontansicht dargestellt. Es ist ersichtlich, dass die äußeren Stuhlbeine 5a, 5b, die inneren Stuhlbeine 7a, 7b sowie das zentrale Stuhlbein 11 seitlich versetzt zueinander angeordnet sind, so dass im zusammengefalteten Zustand des Stuhls 1 alle Stuhlbeine 5a, 5b, 7a, 7b und 11 nebeneinander zu liegen kommen. Zusätzlich ist in der 3 noch eine zweite Stange 31 zu sehen, die die äußeren Stuhlbeine 5a und 5b miteinander verbindet.
  • Die 4 zeigt eine Teilansicht auf den zusammengeklappten Stuhl 1 mit einer zweckmäßigen Bemaßung. Zuunterst befindet sich die Sitzfläche 3, auf der die oberen Enden aller Stuhlbeine (gezeigt 5a, 7a, 11) anliegen. Am unteren Ende sind die beiden äußeren Stuhlbeine 5a, 5b mit der zweiten Stange 31 verbunden. Es ist gut erkennbar, dass die inneren Stuhlbeine 7a, 7b kürzer sind als die beiden äußeren Stuhlbeine 5a, 5b. Dadurch wird es möglich, auch die inneren Stuhlbeine 7a, 7b mit einer dritten Stange 33 zu verbinden. An diese dritte Stange 33 ist auch das untere Ende des zentralen Stuhlbeines angelenkt. Wie es bereits in Verbindung mit der 2 ausgeführt wurde, sind die Stuhlbeine 5 und 7 an ihrem oberen Ende unterhalb der Sitzfläche befestigt. Die Befestigung erfolgt mittels zweier Montagewinkel 35, die mit einer Bohrung versehen sind, durch welche eine erste Achse 37a geführt ist. Auf der gegenüberliegenden rechten Seite des Stuhls befinden sich dann analog die nicht gezeigten Stuhlbeine 5b, 7b mit einer entsprechenden zweiten Achse (37b). Die Montagewinkel 35 sind z. B. mittels Schrauben an der Unterseite der Sitzfläche fixiert.
  • Weiterhin ist in 4 eine Aussparung 39 erkennbar, die im montierten Zustand des Stuhls 1 in die Nut 9 des zentralen Stuhlbeins passt. Auf diese Weise liegt die Längskante der Aussparung an dem Nutgrund an und die beiden Seitenkanten 43 der Aussparung 39 umgreifen die Seiten des zentralen Stuhlbeins 11. Die noch gezeigte Bohrung 45 in der Sitzfläche 3 dient zur Durchführung der ersten Stange 15, wie es in den 2 und 5 zu sehen ist.
  • Die 5 verdeutlicht nochmals die Gegebenheiten im oberen Bereich des Stuhls 1, wo die Sitzfläche 3 mit dem zentralen Stuhlbein 11 verbunden ist. Es sind die Montagewinkel 35 ersichtlich, durch die die erste Achse 37a gehalten wird. An dem zentralen Stuhlbein 11 ist noch eine weitere Bohrung 47 vorgesehen, durch welche die Rändelschraube 13 zum Verklemmen der ersten Stange mit dem zentralen Stuhlbein geführt wird.
  • 1
    Stuhl
    3
    Sitzfläche
    5a, 5b
    äußere Stuhlbeine
    7a, 7b
    innere Stuhlbeine
    9
    Nut
    11
    zentrales Stuhlbein
    13
    Rändelschraube
    15
    erste Stange
    17
    unteres Feld
    19
    oberes Feld
    21, 23
    Befestigungsstangen
    25, 27
    Doppelspanngelenk
    28
    Löcher
    29
    Begrenzungsgurt
    31
    zweite Stange
    33
    dritte Stange
    35
    Montagewinkel
    37a, b
    Achsen
    39
    Aussparung
    41
    Längskante Aussparung
    43
    Seitenkanten Aussparung
    45
    Bohrung
    47
    weitere Bohrung

Claims (22)

  1. Stuhl (1) für Gelassenheits- und Aufmerksamkeitspraxis mit einer Sitzfläche (3) und einer Rückenstütze (15), bei dem die Rückenstütze zwei getrennt voneinander in der Höhe verstellbare, in Richtung auf die Vorderseite des Stuhls, d. h. den Rücken eines Benutzers, verschiebbare angeordnete Berührungsfelder (17, 19) aufweist, die jeweils in der Horizontalen zur Stellfläche des Stuhls verschiebbar sind und bei dem die Sitzfläche (3) in einem Winkel zwischen 4° und 8° gegenüber der Horizontalen der Stellfläche des Stuhls nach vorne geneigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorderkante der Sitzfläche sich in einer Höhe von mindestens 50 cm über der Stellfläche des Stuhls befindet, die Stange (15) oberhalb der Sitzfläche (3) in ein an der Rückseite des Stuhls (1) senkrecht zur Stellfläche des Stuhls runter verlaufendes, zentrales Stuhlbein (11) einführbar und fixierbar ist, und das zentrale Stuhlbein (11) eine quer verlaufende Nut (9) aufweist, in welcher die hintere Kante der Sitzfläche (3) im montierten Zustand abgestützt ist.
  2. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel zwischen 5° und 7°, insbesondere 6° beträgt.
  3. Stuhl nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Berührungsfelder (17,19) längsverschiebbar an der ersten, senkrechten Stange (15) befestigt sind.
  4. Stuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Abmessungen des unteren Berührungsfeldes (17) kleiner sind als die des oberen Berührungsfeldes (19).
  5. Stuhl nach einem der Ansprüche 3 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die zum Rücken des Benutzers gewandte Seiten der Berührungsfelder (17,19) in einem Abstand zwischen 20 mm und 80 mm zur Stange (15) verschiebbar sind
  6. Stuhl nach einem der Ansprüche 5 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass neben dem zentralen Stuhlbein (11) vier weitere Stuhlbeine (5a, 5b, 7a, 7b) vorhanden sind, die alle vier an ihrem oberen Ende auf einer gemeinsamen Linie angelenkt und um diese schwenkbar sind.
  7. Stuhl nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass auf der gemeinsamen Linie zwei getrennte Achsen (37a, 37b) vorgesehen sind, auf denen jeweils ein äußeres (5a) und ein inneres (7a) der vier weiteren Stuhlbeine angelenkt sind.
  8. Stuhl nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Achsen (37a, 37b) jeweils an zwei unmittelbar unten an der Sitzfläche (3) montierten Montagewinkeln (35) befestigt sind.
  9. Stuhl nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Achsen 37a, 37b) bezüglich der Sitztiefe ungefähr mittig an der Sitzfläche (3) befestigt sind und im Wesentlichen quer, d. h. in Richtung der Breite der Sitzfläche (3) verlaufen.
  10. Stuhl nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden außen liegenden Stuhlbeine (5a, 5b) an ihrem unteren Ende und die beiden innen liegenden Stuhlbeine (7a, 7b) an ihrem unteren Ende miteinander verbunden sind.
  11. Stuhl nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung jeweils mittels einer zweiten bzw. dritten Stange (31 bzw. 33) erfolgt.
  12. Stuhl nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite und die dritte Stange (31,33) mittels eines Gurtes (29) miteinander verbunden sind, der den Schwenkbereich der vier weiteren Stuhlbeine (5a, 5b, 7a, 7b) um die gemeinsame Achse begrenzt.
  13. Stuhl nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der sich aufgrund der durch den Gurt (29) begrenzten Verschwenkung ergebende Spreizwinkel zwischen den äußeren (5a, 5b) und den inneren (7a, 7b) Stuhlbeinen zwischen 30° und 36° liegt und insbesondere 33° beträgt.
  14. Meditationsstuhl nach Anspruche 13, dadurch gekennzeichnet, dass die hintere Kante der Sitzfläche (3) in ihrem zentralen Bereich eine Aussparung (39) aufweist, die mit der Nut (9) fluchtet, so dass im montierten Zustand die Längskante (41) der Aussparung (39) an dem Nutgrund anliegt und die beiden Seitenkanten (43) der Aussparung (39) die Seiten des zentralen Stuhlbeins (11) umgreifen.
  15. Stuhl nach einem der Ansprüche 7 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden äußeren Stuhlbeine (5a, 5b) länger sind als die beiden inneren Stuhlbeine (7a, 7b), so dass sie im zusammengefalteten Zustand des Stuhls (1) alle vier in einer Ebene liegen.
  16. Stuhl nach einem der Ansprüche 7 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass das untere Ende des zentralen Stuhlbeins (11) zusammen mit den beiden innen liegenden Stuhlbeinen (7a, 7b) an der dritten Stange (33) angelenkt ist, so dass im zusammengefalteten Zustand des Stuhls (1) alle fünf Stuhlbeine (5a, 5b, 7a, 7b, 11) in einer Ebene liegen.
  17. Stuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Berührungsflächen (17, 19) durch gegebenenfalls gepolsterte Platten gebildet werden, an deren Rückseite in Normalenrichtung zur Platte Befestigungsstangen (21, 23) angebracht sind.
  18. Stuhl nach Anspruche 17, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine der beiden inneren als auch zumindest eine der beiden äußeren Stuhlbeine (5a, 7a) mit zwei Bohrungen (28) versehen sind, die im zusammengeklappten Zustand miteinander fluchten und zur Aufnahme der Befestigungsstangen (21, 23) der Berührungsflächen (17, 19) beim Transport dienen.
  19. Stuhl nach einem der Ansprüche 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Stange (15) und die Befestigungsstangen (21, 23) jeweils mittels eines Doppelspanngelenks (25, 27) miteinander verbunden sind.
  20. Stuhl nach einem der Ansprüche 4 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass das untere Berührungsfeld (17) eine Breite von 130 mm bis 200 mm und einer Höhe zwischen 70 mm und 110 mm aufweist und das obere Berührungsfeld (19) eine Breite zwischen 170 mm und 240 mm und eine Höhe zwischen 90 mm und 140 mm.
  21. Stuhl nach einem der Ansprüche 3 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Tiefe der Sitzfläche (3) bis zur ersten Stange (15) gemessen zwischen 210 mm und 250 mm liegt.
  22. Stuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass seine Sitzfläche und/oder deren Neigung in der Höhe bzw. in dem Neigungswinkel nicht verstellbar ist.
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