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DE102005027788B4 - Verfahren und Vorrichtung zur Detektion von Analyten in flüssigen Medien - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Detektion von Analyten in flüssigen Medien Download PDF

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Abstract

Verfahren zur Detektion von Analyten in flüssigen Medien mittels einer Cantileversonde, dadurch gekennzeichnet, daß eine säulen- oder pfeilerartige Cantileversonde verwendet wird, deren Mantelfläche von einem Luftspalt umgeben ist, wobei der Spaltabstand so gewählt wird, daß das flüssige Medium aufgrund der Oberflächenspannung den Luftspalt nicht benetzt und wobei der Deckel der Cantileversonde dem fluiden Medium ausgesetzt wird und die sensitive Fläche darstellt.

Description

  • Die Erfindung betrifft Verfahren und eine Vorrichtung zur Detektion von Analyten in flüssigen Medien mittels einer Cantileversonde. Sie betrifft weiterhin die Verwendung des Verfahrens bzw. der Vorrichtung.
  • Es ist bekannt, beispielsweise aus "Cantilever-based biosensors", Ch. Ziegler, Review, Sonderausgabe von Analytical and Bioanalytical Chemistry über "Nanotechnologies for the Biosciences", Anal. Bioanal. Chem. 379 (2004) 946-959 bzw. aus "Thickness shear mode resonators ("mass-sensitive devices") in bioanalysis", M. Kaspar, H. Stadler, T. Weiß, Ch. Ziegler, Sonderausgabe des Fresenius Journal of Analytical Chemistry über "Bioanalysis", Fres. J. Analyt. Chem. 366 (2000) 602-610, Analyten in fluiden Medien durch Messung der Verschiebung der Resonanzfrequenz eines mechanischen Schwingers, auf den die genannten Objekte (möglicherweise selektiv) adsorbiert wurden, nachzuweisen. Die Detektion erfolgt üblicherweise auf Grundlage der Änderung der Resonanzfrequenz, der Schwingungsdämpfung, der Schwingungsamplitude oder der (statischen) Verbiegung.
  • Bisher wurden zu diesem Zweck entweder sogenannte Schwingquarze oder plattenartige konventionelle Cantileversonden aus der Rasterkraftmikroskopie in eine Flüssigkeitszelle getaucht und die Änderung der Resonanzfrequenz bei Massenzunahme, d.h. Adsorption von Material, gemessen (siehe "Trendbericht Physikalische Chemie 2003", U. Weimar, H.-D. Wiemhöfer, Ch. Ziegler, Nachrichten aus der Chemie 52, März 2004, 317-320). Beide Verfahren sind aber beispielsweise nicht für eine Einzelzellen- oder Einzelmoleküldetektion geeignet.
  • Bei Cantileversonden liegt dies darin begründet, daß aufgrund der Tatsache, daß die Schwingung senkrecht zur Oberfläche des Cantilevers erfolgt, sehr viel Flüssigkeit verdrängt werden muß. Die Folge ist eine sehr hohe Dämpfung, die zu einer breiten Resonanzkurve (schlechte Güte des Schwingers) und damit einer geringen Meßempfindlichkeit führt. Weiterhin wird Material auf dem ganzen Cantilever aufgetragen, so daß von vornherein eine Auswertung der Meßergebnisse schwer fällt, da nicht bekannt ist, wo das Material anhaftet. Eine Parallelisierung ist zwar möglich, aber die Anzahldichte der Cantilever ist aufgrund der üblichen Cantilevergrößen sehr gering. Die Bestimmung der aktuellen Position z.B. einer biologischen Zelle als Funktion der Zeit ist daher praktisch unmöglich. Die Herstellung der Cantilever ist relativ aufwendig und kostenintensiv.
  • Aus der WO 00/66266 A1 ist ein Verfahren zur Detektion von Analyten in fluiden Medien mittels einer säulen- oder pfeilerartigen Cantileversonde bekannt, bei der jedoch die Detektionsempfindlichkeit durch die geringe mechanische Güte des Cantileverschwingers in dem Fluid stark reduziert ist.
  • Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren bzw. eine Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff mit höherer Meßempfindlichkeit zu schaffen.
  • Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren gemäß dem Oberbegriff erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß eine säulen- oder pfeilerartige Cantileversonde verwendet wird, deren Mantelfläche von einem Luftspalt umgeben ist, wobei der Spaltabstand so gewählt wird, daß das flüssige Medium aufgrund der Oberflächenspannung den Luftspalt nicht benetzt und wobei der Deckel der Cantileversonde dem flüssigen Medium ausgesetzt wird und die sensitive Fläche darstellt.
  • Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird eine säulen- oder pfeilerartige Cantileversonde so von einem Mantel eingefaßt, daß der Deckel dem flüssigen Material ausgesetzt ist und die Mantelfläche durch einen Luftspalt eingefaßt wird. Hierfür wird der Spaltabstand so gewählt, daß die Flüssigkeit auf Grund der Oberflächenspannung den Spalt nicht benetzen kann und somit die Cantileversonde mit Ausnahme des Deckels von Luft umgeben bleibt. Dadurch wird die Dämpfung deutlich reduziert und dennoch die Möglichkeit gegeben, in flüssigen Medien zu messen. Der mechanische Schwinger insgesamt wird im Gegensatz zum Stand der Technik nicht mehr dem flüssigen Medium ausgesetzt, sondern nur noch der Deckel, der auch als sensitive Fläche wirkt. Dadurch werden die oben beschriebenen Dämpfungsprobleme deutlich reduziert.
  • Durch Verwendung der säulen- oder pfeilerartigen Cantileversonde, also einen einseitig eingespannten mechanischen Schwinger, dessen Eigenschwingungen (alle Arten von Schwingungen wie longitudinal, transversal oder hybride Formen der Eigenschwingungen) durch Materialablagerung aus einem flüssigen Medium auf dem Deckel des säulen- oder pfeilerartigen Cantilevers gedampft werden und somit seine Resonanzfrequenz, Dämpfung bzw. Amplitude durch die Massenzunahme verändert, wird die Meßempfindlichkeit gegenüber bekannten Verfahren deutlich erhöht.
  • Die Adsorption von Materialien erfolgt immer an der gleichen Position der Cantileversonde, so daß eine Quantifizierung der Resonanzfrequenzen vereinfacht wird. Vorteilhaft sind die deutlich kleineren Schwingungsstrukturen mit erhöhten Resonanzfrequenzen. Eine gewünschte Änderung der Flüssigkeit in der Flüssigkeitszelle macht sich nur noch am Deckel bemerkbar so daß Flüssigkeitsänderungen von geringeren meßtechnischen Problemen begleitet werden. Diese Eigenschaften des neuen Verfahrens führen wiederum zu einer erhöhten Empfindlichkeit. Da die erfindungsgemäße Cantileversonde nur noch an einer eingeengten Stelle empfindlich ist, ergibt sich ein einfacher zu interpretierendes Meßergebnis.
  • Darüber hinaus ist die erfindungsgemäße Cantileversonde durch die einfachere Herstellbarkeit kostengünstiger und eine höhere Integrationsdichte ist möglich.
  • Eine bevorzugte Ausführungsform besteht darin, daß mehrere säulen- oder pfeilerartige Cantileversonden verwendet werden.
  • Es können viele Cantileversonden in einer oder zwei Dimensionen' nebeneinander angeordnet werden. Es ist denkbar, daß die Cantileversonden so dicht stehen, daß kein weiteres umgebendes Material notwendig ist. In solchen Konfigurationen ist es weiterhin denkbar, daß Material wie Moleküle oder Zellen von einer Cantileversonde zur nächsten weitergegeben werden, indem z.B. eine mechanische Welle durch den "Wald" von Cantileversonden geleitet wird. Dies beschreibt also eine Aktorenfunktion, weil der Transport durch Beschichtung oder auch fehlende Beschichtung selektiv erfolgen kann.
  • Ein zusätzlicher Vorteil ergibt sich daraus, daß das Verfahren von Seiten der Sensorherstellung leicht zu parallelisieren ist, indem viele Säulen matrixartig angeordnet werden. Damit ist auch ein bildgebendes Verfahren (z.B. das Verfolgen von Molekülen durch eine Flüssigkeitszelle) möglich.
  • Zur Erfindung gehörig ist auch, daß die Cantileversonde durch externe Anregung in Schwingung versetzt wird.
  • Unter externer Anregung wird jegliche Anregung verstanden, die auf einer externen Energiezufuhr beruht, so daß diese auch eine Anregung durch Temperaturvariation, piezoelektrische Materialien, magnetostriktive Materialen, etc. umfaßt.
  • Weiterhin ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß als Mittel zur Detektion der Bewegung der Cantileversonde optische, kapazitative, elektrische, impedimetrische, magnetische, piezoelektrische, piezoresistive oder akustische Verfahren eingesetzt werden.
  • Zur Detektion der Bewegung der säulen- oder pfeilerartigen Cantileversonde können insbesondere die obengenannten Verfahren eingesetzt werden. So ist jedes bereits aus der Rastersondenmikroskopie bekannte Verfahren, insbesondere das Lichtzeigerverfahren, aber auch andere Meßtechniken basierend auf der dynamischen optischen Beugung oder Streuung an solchen Strukturen oder basierend auf nicht-linearen mechanischen oder optischen Effekten (z.B. Heterodynverfahren zur Frequenzmischung) einsetzbar.
  • Im Rahmen der Erfindung liegt auch eine Vorrichtung zur Detektion von Analyten in flüssigen Medien mittels einer Cantileversonde, wobei eine säulen- oder pfeilerartige Cantileversonde vorgesehen ist, deren Mantelfläche von einem Luftspalt umgeben ist, wobei der Spaltabstand so gewählt ist, daß das flüssige Medium aufgrund der Oberflächenspannung den Luftspalt nicht benetzt und wobei der Deckel der Cantileversonde dem flüssigen Medium ausgesetzt ist und die sensitive Fläche bildet..
  • Sowohl der Querschnitt der Cantileversonden (der z.B. rund, oval, polygonal oder auch von unregelmäßiger Form sein kann) als auch deren Geometrie sowie die Geometrie und die Tiefe des Luftspaltes sind frei wählbar. Auch die Form der Cantileversonde kann beliebig ausgelegt werden. Denkbar ist beispielsweise ein relativ großer Deckel auf einer dünneren Cantileversonde oder umgekehrt. Die Oberflächenform des Deckels der Cantileversonde ist ebenfalls variabel. So können beispielsweise halbkugelförmige Vertiefungen eine bessere Adhäsion von Zellen ermöglichen. Weiterhin kann auch eine sich durch den Deckel und auch die Säule erstreckende Bohrung vorgesehen sein. Schließlich ist auch eine von einem Luftspalt eingefaßte Cantileversonde möglich, die auf einem mechanischen Schwingungssystem (Membran, Cantilever oder ähnliches) montiert ist und über dieses leicht anregbar ist.
  • Neben den oben zum Verfahren beschriebenen Vorteilen ist auch die Herstellung der neuartigen Cantileversonden deutlich einfacher und kostengünstiger als die der bisher bekannten. Da sie eingebettet sind, können sie auch nicht abbrechen.
  • Eine Weiterbildung der Erfindung besteht darin, daß die Cantileversonde zumindest in Teilbereichen mindestens eine Funktionalisierung aufweist.
  • Dies kann sowohl eine Beschichtung des Deckels und/oder auch der Seitenwände beinhalten, um beispielsweise die Oberflächenenergie an das flüssige Medium anzupassen oder diese Bereiche zu passivieren, aber auch beispielsweise die Integration einer Elektrode auf dem Deckel beinhalten, um dessen elektrochemische Eigenschaften variieren zu können oder den Deckel zu erwärmen, um dort thermische Effekte, wie chemische Reaktion oder Desorption zu erzielen. Weiterhin ist eine optische Anregung rückseitig durch das Säulenmaterial denkbar.
  • Ebenso können komplexere elektronische Bauelemente (Impedanzen (Kondensator, Spule, Ohmscher Widerstand und Kombinationen), Diode, Transistor, etc.) zum Zweck der Beeinflussung des Nachweises oder zur Messung integriert werden.
  • Weiterhin ist vorgesehen, daß die Cantileversonde aus mehreren Schichten oder aus verschiedenen Materialien bzw. Materialgemischen besteht.
  • Die Cantileversonde (und auch das umgebende Material) kann aus verschiedenen Schichtstapeln oder Materialgemischen bestehen.
  • Weiterhin ist es zweckmäßig, daß das die Cantileversonde umgebende Material von dem die Cantileversonde tragenden Material trennbar ist.
  • Dies ermöglicht es, das umgebende Material inklusive des flüssigen Mediums abzuheben. Die auf dem Substrat freistehenden Cantileversonden mit dem auf dem Deckel chemi- oder physisorbierten Material können so von dem flüssigen Medium getrennt werden. Die Trennung kann beispielsweise durch Herauslösen einer Opferschicht erfolgen.
  • Es kann auch vorteilhaft sein, daß das die Cantileversonde tragende Material eine Membran ist.
  • Um beispielsweise bei optischen Messungen das Schwingverhalten der Cantileversonden außerhalb des Fluidums zu erreichen, kann das die Cantileversonden tragende Material eine Membran sein, die sich bei Bewegung der Cantileversonde verformt. Die Verformung kann rückseitig sehr empfindlich, z.B. interferometrisch oder durch Lichtzeigerverfahren bestimmt werden.
  • Eine Weiterbildung besteht darin, daß sich die Cantileversonde über die Membran hinweg erstreckt.
  • Wird die Cantileversonde über die Membran hinweg verlängert, so daß die eine Seite in Kontakt zum Fluidum steht und die andere Seite auf der dieser abgewandten Seite der Membran angeordnet ist, reicht es aufgrund der starren Kopplung beider, die Bewegung der nicht im Medium befindlichen Cantileversonde zu untersuchen.
  • Weiterhin ist es vorteilhaft, daß die Cantileversonde oder das umgebende Material aus einem aktuatorisch wirksamen (piezoelektrisches, piezoresistives Material oder elektromechanische Wandler aus Polymeren) Material bestehen.
  • Bestehen die Cantileversonden (inklusive ihres Substrates) oder das umgebende Material aus piezoelektrischem Material, so ist es möglich, durch externe elektrische Anregung die Schwingung der Säulen anzuregen und/oder zu detektieren (piezokalorischer Effekt). Analog kann die Anregung bei magnetostriktivem Material durch äußere Magnetfelder erfolgen.
  • Es ist zweckmäßig, daß optische, kapazitative, elektrische, impedimetrische, magnetische, piezoelektrische, piezoresistive oder akustische Mittel zur Detektion der Bewegung der Cantileversonde vorgesehen sind.
  • Es können verschiedene der obenaufgeführten Mittel zur Detektion (z.B. piezoresistive oder piezoelektrische) als Sensoren inklusive signalverstärkender oder signalverändernder Bauelemente am Boden oder Fuß der Cantileversonde integriert werden, um eine direkte elektrische Messung des Schwingverhaltens zu ermöglichen.
  • Im Gegensatz zu konventionellen Cantileversonden ist es hierdurch möglich, die Bewegung der Cantileversonde auf der Rückseite, also der dem fluiden Medium abgewandten Seite zu bestimmen und so den Problemen durch die Änderung der optischen, elektrischen oder elektrochemischen Eigenschaften des flüssigen Mediums aufgrund der Änderung einer anderen Eigenschaft des flüssigen Mediums (Konzentrationsänderung der gelösten Spezies in dem flüssigen Medium, Temperatur, etc.), zu entgehen.
  • Schließlich liegt auch die Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Detektion von Adsorbaten in flüssigen Medien, insbesondere von Einzelmolekülen oder Einzelzellen im Rahmen der Erfindung.
  • Da die erfindungsgemäßen Cantileversonden sehr klein sein können, ist eine Integration in eine mikrofluidische Umgebung einfach durchführbar.
  • Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
  • Es zeigen
  • 1a und 1b eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Cantileversonde,
  • 2a bis 2h einen beispielartigen Herstellungsprozeß für die in den 1a und 1b dargestellte Cantileversonde,
  • 3 eine schematische Darstellung einer anderen erfindungsgemäßen Cantileversonde.
  • In den 1a und 1b ist eine säulenartige Cantileversonde 1 mit kreisförmigem Querschnitt dargestellt, deren Mantelfläche von einem Luftspalt 2 umgeben ist und deren Deckel 3, der die sensitive Fläche bildet, dem flüssigen Medium 4 ausgesetzt ist. Die Doppelpfeile deuten vereinfachend die komplexen Eigenschwingungen des Systems an. Die Breite des Luftspaltes 2 ist so gewählt, daß das flüssige Medium aufgrund der Oberflächenspannung den Luftspalt 2 nicht benetzen kann. Der sich bildende Meniskus 5 des flüssigen Mediums ist deutlich erkennbar.
  • Eine derartige Cantileversonde 1 kann beispielsweise wie folgt hergestellt werden:
    Ein Substrat 10, vorzugsweise (001) orientiertes monokristallines Siliziumsubstrat, wird mit einer Maskierungsschicht 11 (im Fall von Silizium z.B. Siliziumdioxid, Siliziumnitrid oder auch Metallschichten bzw. Photoresistschichten) versehen (2a).
  • Anschließend wird ein Photoresistfilm 12 durch Aufschleudern oder Aufsprühen aufgebracht (2b).
  • Der Photoresistfilm 12 wird dann durch einen Lithographieprozeß (üblicherweise optische Lithographie und bei sehr kleinen Strukturen durch Elektronenstrahllithographie) belichtet und anschließend entwickelt. Für einen im Querschnitt kreisförmigen Cantileversensor 1 wird dabei eine ringförmige Öffnung 13 im Photoresistfilm 12 erzeugt. Die Breite der Öffnung 13 entspricht später im wesentlichen dem Spaltabstand 2 zwischen der Cantileversonde 1 und dem diese umgebenden Material (2c).
  • Die Struktur in dem Photoresistfilm 12 wird durch subtraktive Methoden (naßchemisches Ätzen, Plasmaätzen, etc.) in die Maskierungsschicht 11 übertragen (2d).
  • Optional kann der Photoresistfilm 12 durch Plasmaveraschen oder chemisches Lösen entfernt werden. Er kann aber auch verbleiben, um die effektive Dicke der Maskierungsschicht 11 für den nachfolgenden Plasmaätzsschritt zu vergrößern (2e).
  • Ein stark anisotroper Ätzschritt wirkt nun in dem Bereich ein, der von der Maskierungsschicht 11 nicht geschützt wird. Er sorgt dafür, daß das Material vorwiegend am Boden entfernt wird, die Seitenwände jedoch nicht angegriffen werden. Durch die Dauer des Ätzschrittes wird die Höhe der Cantileversonde 1 definiert (2f).
  • Im Fall von Silizium kann z.B. ein sogenannter gas chopping Prozeß (auch Bosch-Prozeß genannt) eingesetzt werden. Es handelt sich hierbei um eine Folge von zwei nacheinander ablaufenden Plasmaprozessen. In dem ersten Schritt wird durch reaktives Ionenätzen (RIE, reactive ion etching), z.B. mit halogenhaltigen Gasen, wie z.B. SF6 und Beimischungen anderer Gase (Ar, O2, etc.) das Silizium anisotrop, d.h. vorwiegend am Boden, geätzt. Um die Anisotropie des Ätzprozesses zu unterstützen, d.h. den Ätzprozeß im wesentlichen auf den Boden der Struktur zu konzentrieren, werden in einem zweiten Schritt die Wände der geätzten Struktur durch Plasmapolymerisation (typische Gase: CH4, CHF3, etc.) passiviert, d.h. gegenüber dem Siliziumätzschritt geschützt. Durch fortwährende Wiederholung dieser beiden Schritte wird die Höhe der säulenförmigen Cantileversonde 1 mit nahezu senkrechten Wänden definiert. Auch ein stark anisotroper Ätzschritt ist denkbar. Durch das dabei auftretende starke Unterätzen der Maskierungsschicht wird der Luftspalt deutlich vergrößert und das Schwingungsverhalten des Schwingers wird dem in Luft ähnlicher. Die Maskierungsschicht kann dann als Sensorfläche und somit auch als Element der Eigenschwingung verbleiben.
  • Abschließend wird die Maskierungsschicht durch subtraktive Verfahren entfernt werden (2g).
  • 2h zeigt eine Draufsicht auf die erhaltene Struktur mit einer säulenförmigen Cantileversonde 1.
  • 3 zeigt eine andere Form einer erfindungsgemäßen Cantileversonde in geschnittener Darstellung, bei der der Deckel 3 der Cantileversonde auf einer kegel- oder pyramidenstumpfförmigen Säule 6 angeordnet ist und seitlich deutlich über diese hinausragt. Bei derartigen Cantileversonden ist die Säule 6, nicht jedoch der Deckel 3 vom fluiden Medium 4 entkoppelt und es wird das Schwingungsverhalten der gesamten Anordnung analysiert.

Claims (14)

  1. Verfahren zur Detektion von Analyten in flüssigen Medien mittels einer Cantileversonde, dadurch gekennzeichnet, daß eine säulen- oder pfeilerartige Cantileversonde verwendet wird, deren Mantelfläche von einem Luftspalt umgeben ist, wobei der Spaltabstand so gewählt wird, daß das flüssige Medium aufgrund der Oberflächenspannung den Luftspalt nicht benetzt und wobei der Deckel der Cantileversonde dem fluiden Medium ausgesetzt wird und die sensitive Fläche darstellt.
  2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere säulen- oder pfeilerartige Cantileversonden verwendet werden.
  3. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Cantileversonde durch externe Anregung in Schwingung versetzt wird.
  4. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Mittel zur Detektion der Bewegung der Cantileversonde optische, kapazitative, elektrische, impedimetrische, magnetische, piezoelektrische, piezoresistive oder akustische Verfahren eingesetzt werden.
  5. Vorrichtung zur Detektion von Analyten in flüssigen Medien mittels einer Cantileversonde, dadurch gekennzeichnet, daß eine säulen- oder pfeilerartige Cantileversonde vorgesehen ist, deren Mantelfläche von einem Luftspalt umgeben ist, wobei der Spaltabstand so gewählt ist, daß das flüssige Medium aufgrund der Oberflächenspannung den Luftspalt nicht benetzt und wobei der Deckel der Cantileversonde dem flüssigen Medium ausgesetzt ist und die sensitive Fläche bildet.
  6. Vorrichtung gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Cantileversonde zumindest in Teilbereichen mindestens eine Funktionalisierung aufweist.
  7. Vorrichtung gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Cantileversonde aus mehreren Schichten oder aus verschiedenen Materialien bzw. Materialgemischen besteht.
  8. Vorrichtung gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das die Cantileversonde umgebende Material von dem die Cantileversonde tragenden Material trennbar ist.
  9. Vorrichtung gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das die Cantileversonde tragende Material eine Membran ist.
  10. Vorrichtung gemäß Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Cantileversonde über die Membran hinweg erstreckt.
  11. Vorrichtung gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Cantileversonde oder das umgebende Material aus einem aktuatorisch wirksamen Material bestehen.
  12. Vorrichtung gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß optische, kapazitative, elektrische, impedimetrische, magnetische, piezoelektrische, piezoresistive oder akustische Mittel zur Detektion der Bewegung der Cantileversonde vorgesehen sind.
  13. Vorrichtung gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zur Detektion der Bewegung der Cantileversonde am Boden bzw. am Fuß der säulen- oder pfeilerartigen Cantileversonde angeordnet sind.
  14. Verwendung des Verfahrens gemäß der Ansprüche 1 bis 4 bzw. der Vorrichtung gemäß den Ansprüchen 5 bis 13 zur Detektion von Adsorbaten in flüssigen Medien, insbesondere von Einzelmolekülen oder Einzelzellen.
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