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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Präformierung von Oxidationskatalysatoren,
das dadurch gekennzeichnet ist, dass der Katalysator-Precursor in
einer Atmosphäre
beinhaltend Luft mit einer eingespeisten Luftmenge von 0,05 bis
4,0 Nm3/h auf eine Temperatur von mindestens
350°C aufgeheizt
wird und der Katalysator-Precursor mindestens 9 Stunden bei mindestens
350°C aktiviert
wird.
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Als
Oxidationskatalysatoren haben sich so genannte Schalenkatalysatoren
bewährt,
bei denen die katalytisch aktive Masse schalenformig auf einem inerten
Trägermaterial,
wie Steatit aufgebracht ist. Als katalytisch aktiver Bestandteil
der katalytisch aktiven Masse dieser Schalenkatalysatoren dient
beispielsweise neben Titandioxid (in Form seiner Anatasmodifikation)
Vanadiumpentoxid. Des weiteren können
in der katalytisch aktiven Masse in geringen Mengen eine Vielzahl
anderer oxidischer Verbindungen enthalten sein, die als Promotoren
die Aktivität
und Selektivität
des Katalysators beeinflussen.
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Zur
Herstellung derartiger Schalenkatalysatoren wird eine wässrige und/oder
ein organisches Lösungsmittel
enthaltende Lösung
oder Suspension der Aktivmassenbestandteile und/oder deren Vorläuferverbindungen
auf das Trägermaterial
bei erhöhter
Temperatur aufgesprüht,
bis der gewünschte
Aktivmassenanteil am Katalysatorgesamtgewicht erreicht ist.
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Um
die Qualität
der Beschichtung zu verbessern, wurde in der Technik dazu übergegangen,
der Suspension organische Binder, bevorzugt Copolymere, vorteilhaft
in Form einer wässrigen
Dispersion, von Vinylacetat/Vinyllaurat, Vinylacetat/Acrylat, Styrol/Acrylat,
Vinylacetat/Ethylen oder Acrylsäure/Maleinsäure zuzusetzen.
Die Beschichtung wird in der Regel bei Temperaturen von Raumtemperatur
bis 200°C
durchgeführt. Der
Binderzusatz hat zudem den Vorteil, dass die Aktivmasse gut auf
dem Träger
haftet, so dass Transport und Einfüllen des Katalysators erleichtert
werden.
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Die
Präformierung
wird üblicherweise
bei Temperaturen über
200 bis 500 °C
durchgeführt.
Bei dieser thermischen Behandlung entweicht der Binder durch thermische
Zersetzung und/oder Verbrennung aus der aufgetragenen Schicht. Meist
erfolgt die thermische Behandlung/Präformierung in situ im Oxidationsreaktor.
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DE-A
25 50 686 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung von Katalysatoren
für Oxidationsreaktion
in der Gasphase. Als Bindemittel, welche zur Beschichtungslösung zugegeben
werden, werden Harnstoffverbindungen, wie z. B. Harnstoff, Thioharnstoff,
Cyanamidverbindungen oder Dicyanamide offenbart. Es wird beschrieben,
dass die Dauer der Aktivierungsbehandlung nicht kritisch ist, wobei
eine Minimaldauer von 5 Stunden einzuhalten ist. Im Beispiel wird
der beschichtete Träger
unter Luftdurchsatz gleichmäßig von
280 auf 400°C
aufgeheizt und für
6 Stunden bei dieser Temperatur belassen.
US 4,489,204 offenbart ein Verfahren
zur Herstellung von Phthalsäureanhydrid
unter Verwendung von ringförmigem
Trägermaterial.
Im Beispiel 1 wird beschrieben, dass der Katalysator unter Verwendung
einer Luftmenge von 0,5 Nm
3/h auf 300°C aufgeheizt wird
und die Präformation
fortgesetzt wird, in dem der Katalysator mit einer Aufheizrate von
10°C/h auf
390°C aufgeheizt
wird, wobei die zweite Phase der Aufheizung 9 Stunden dauert.
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DE-A
103 35 346 offenbart Katalysatoren für Gasphasenoxidationen, die
einen inerten Träger
und eine darauf aufgebrachte Übergangsmetalloxide
enthaltende katalytisch aktive Masse umfasst. Als Binder wird ein Copolymer
eines α-Olefins
und eines Vinyl-C2-C4-carboxylats
offenbart, dessen Vinyl-C2-C4-carboxylatgehalt wenigstens
62 Mol-% beträgt.
Es wird beschrieben, dass durch thermische Behandlung des Katalysators
bei Temperaturen über
200 bis 500 °C
das Bindemittel durch thermische Zersetzung und/oder Verbrennung
aus der aufgetragenen Schicht entweicht.
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EP-A
0 744 214 und DE-A 197 17 344 beschreiben Trägerkatalysator und ein Verfahren
zur Herstellung von Katalysatoren, bei dem ein Gemisch von Oxiden
in Gegenwart von Wasser gemahlen und anschließend auf Trägerkörper aufgetragen wird. Als
organische Binder sind Vinylacetat/Vinyllaurat, Vinylacetat/Acrylat,
Styrol/Acrylat, Vinylacetat/Maleat sowie Vinylacetat/Ethylen genannt.
Es wird beschrieben, dass der Binder nach dem Einfüllen des
Katalysators in den Reaktor innerhalb kurzer Zeit im Luftstrom quantitativ herausbrennt.
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Die
US-A 4,397,768 beschreibt einen Katalysator zur Phthalsäureanhydridherstellung.
Die aktive Masse wird mittels organischer Binder wie Vinylacetat/Vinyllaurat,
Vinylacetat/Acrylat, Styrol/Acrylat, Vinylacetat/Maleat oder Vinylacetat/Ethylen
auf einen inerten Träger
aufgebracht. Um den Binder herauszubrennen, werden die Katalysatoren
im Reaktor auf 380°C
mit einer eingespeisten Luftmenge von 1 Nm3/h
erhitzt.
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Aus
der DE-A 198 24 532 ist ein Bindemittel zur Herstellung von Schalenkatalysatoren
bekannt, das aus einem Polymerisat von ethylenisch ungesättigten
Säureanhydriden
und einem Alkanolamin mit mindestens 2 OH-Gruppen, höchstens
2 Stickstoffatomen und höchstens
8 C-Atomen besteht. Zur Überprüfung, ob beim
Abbrand des Binderzusatzes geruchsbelästigende bzw. umweltbeeinträchtigende
Stoffe freigesetzt werden, wurde der Katalysator unter Durchleiten
von Luft von 30°C
auf 610°C
mit einer Temperatursteigerung von 5°C/min erhitzt.
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Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand darin, ein verbessertes
Verfahren zur Präformierung von
Oxidationskatalysatoren aufzuzeigen. Insbesondere sollte das Ab brennen
der eingesetzten Binder optimiert werden. Ferner sollte durch ein
verbessertes Abbrennverfahren die Bildung von Koks minimiert und
das Anfahrverhalten der Katalysatoren optimiert werden. Eine Optimierung
des Anfahrverhaltens kann beispielsweise dadurch erreicht werden,
dass sich beim Anfahren des Reaktors ein ausgeprägter Hot-spot in der ersten Katalysator-Lage
bildet.
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Demnach
wurde ein Verfahren zur Präformierung
von Oxidationskatalysatoren gefunden, das dadurch gekennzeichnet
ist, dass der Katalysator-Precursor in einer Atmosphäre beinhaltend
Luft mit einer eingespeisten Luftmenge von 0,05 bis 5,0 Nm3/h auf eine Temperatur von mindestens 350°C aufgeheizt
wird und der Katalysator-Precursor mindestens 9 Stunden bei mindestens
350°C aktiviert
wird.
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Unter
dem Begriff "Luft", wie er im Rahmen
der vorliegenden Erfindung verwendet wird, wird ein Gas oder eine
Gasmischung verstanden, die im wesentlichen aus Stickstoff, bevorzugt
mit Stickstoffgehalten von größer 75 Vol.-%,
und aus Sauerstoff, bevorzugt mit Sauerstoffgehalten von größer 15 Vol.-%,
besteht. Je nach Quelle, aus der die Luft stammt, kann deren Zusammensetzung
im Rahmen der dem Fachmann geläufigen Grenzen
schwanken. Als Luftquelle wird zweckmäßigerweise die Raumluft verwendet.
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Vorteilhaft
wird der Katalysator-Precursor auf mindestens 370°C, bevorzugt
auf 390 bis 470°C,
aufgeheizt. Die Temperatur sollte zweckmäßigerweise einen Wert von 500°C nicht überschreiten.
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Nach
Erreichen der gewünschten
Temperatur wird der Katalysator-Precursor zweckmäßigerweise für mindestens
9 Stunden bei dieser Temperatur aktiviert, d.h. bei mindestens 350°C, vorteilhaft
bei mindestens 370°C
und insbesondere bei 390 bis 470°C.
Vorteilhaft wird der Katalysator-Precursor für mindestens 12 Stunden, bevorzugt
für mindestens
15 Stunden, insbesondere für
mindestens 24 Stunden bei der genannten Temperatur aktiviert.
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Zweckmäßigerweise
wird der Katalysator-Precursor mit einer Aufheizrate von 3 bis 12°C/h aufgeheizt, bevorzugt
mit einer Aufheizrate von 5 bis 10°C/h. Die Aufheizphase dauert
folglich zweckmäßigerweise
25 bis 120 Stunden, vorteilhaft 40 bis 70 Stunden.
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Die
verwendete Luftmenge beträgt
beim Aufheizen zweckmäßigerweise
0,05 bis 5,0 Nm3/h. Die Luft kann gegebenenfalls
mit einem inerten Gas verdünnt
werden. Beispielsweise wird die Luft in einem Verhältnis von
Luft zu inertem Gas von 1:0,1 bis 1:1, bevorzugt in einem Verhältnis von
1:0,1 bis 1:0,2 verdünnt.
Als inerte Gase können
alle dem Fachmann bekannten verwendet werden, beispielsweise Stickstoff,
Kohlenstoffdioxid, Argon und/oder Helium.
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Die
Aufheizphase kann sich gegebenenfalls in mehrere, zweckmäßigerweise
zwei bis zehn, Unterstufen aufteilen.
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Beispielsweise
teilt sich die Aufheizphase in drei Unterstufen auf:
In einer
ersten Aufheizstufe wird der Katalysator-Precursor bei niedrigen
Temperaturen von ca. Raumtemperatur auf 80-120°C unter Verwendung einer geringen
Luftmenge von vorteilhaft 0,05 bis 3 Nm3/h,
bevorzugt 0,1 bis 1 Nm3/h, aufgeheizt; in
einer zweiten Aufheizstufe wird der Katalysator-Precursor bei mittleren
Temperaturen von ca. 80-120°C
auf 250-290°C
unter Verwendung einer mittleren Luftmenge von vorteilhaft 1 bis
4,5 Nm3/h, insbesondere von 2 bis 4 Nm3/h, aufgeheizt; und in einer dritten Aufheizstufe
wird der Katalysator-Precursor bei hohen Temperaturen von ca. 250-290°C auf 350-470°C unter Verwendung
einer geringen Luftmenge von vorteilhaft 0,05 bis 2,5 Nm3/h, insbesondere von 0,05 bis 1,5 Nm3/h, aufgeheizt.
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Gegebenenfalls
können
sich nach den einzelnen Stufen oder auch innerhalb der einzelnen
Stufen Haltezonen befinden, bei denen der Katalysator-Precursor
für eine
gewisse Zeit, beispielsweise für
10 bis 120 Minuten, bei der erreichten Temperatur gehalten wird.
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Besonders
wichtig ist die Steuerung der Stufe im Temperaturbereich von 80-120°C bis 250-290°C, da im
wesentlichen in diesem Temperaturbereich die exotherme Bindermittelabbrennung
auftritt. Diese Stufe kann gegebenenfalls mit einer kleineren Aufheizrate,
beispielsweise von 3 bis 10°C
pro Stunde, bevorzugt 3 bis 5°C
pro Stunde, aufgeheizt werden. Ferner kann diese Stufe gegebenenfalls
mehrere Zonen konstanter Temperatur (Temperaturplateaus) enthalten.
Insbesondere sind Temperaturplateaus in den Temperaturbereichen
der thermischen Zersetzung der eingesetzten Bindemittel vorteilhaft.
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Gegebenenfalls
kann beim Aufheizen der Katalysatorprecursor für einen kurzen Zeitraum die
Luftzufuhr unterbrochen werden.
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Die
verwendete Luftmenge beträgt
beim Aktivieren zweckmäßigerweise
0,05 bis 5,0 Nm3/h, bevorzugt 0,05 bis 3
Nm3/h und besonders bevorzugt 0,05 bis 1
Nm3/h. Wie weiter oben für das Aufheizen beschrieben, kann
auch beim Aktivieren die Luft mit inerten Gasen verdünnt werden.
Während
des mindestens neunstündigen
Aktivierens kann die Luftmenge konstant gehalten, erhöht oder
erniedrigt werden. Vorteilhaft wird die Luftmenge während der
Aktivierung erhöht
oder konstant gehalten. Beispielsweise kann die Luftmenge nach zwei bis
vier Stunden von vorteilhaft 0,05 bis 0,2 auf 0,7 bis 1 Nm3/h erhöht
werden. Die Erhöhung
der Luftmenge kann gegebenenfalls auch durch Verdünnen mit
inerten Gasen erreicht werden.
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Die
Präformierung
wird zweckmäßigerweise
in einer Luft-Atmosphäre
ohne Edukt-Beladung
durchgeführt.
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Üblicherweise
wird die Präformierung
in einem Eingangsüberdurckbereich
von 0 bis 0,45 barg durchgeführt.
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Die
Präformierung
wird zweckmäßigerweise
in einem Salzbad geheiztem/gekühltem
Festbettreaktor durchgeführt.
Der Festbettreaktor beinhaltet zweckmäßigerweise einen Hauptreaktor,
der aus einem mehrlagigen Katalysatorsystem besteht, und gegebenenfalls
einem nachgeschalteten Finishing-Reaktor. Nach dem Hauptreaktor
ist zweckmäßigerweise
ein Gaskühler
und eine Vorrichtung zum Abtrennen des gebildeten Produkts angeordnet,
bzw. ist nach dem Gaskühler
ein Finishing-Reaktor, gegebenenfalls ein weiterer Gaskühler und
eine Vorrichtung zum Abtrennen des gebildeten Produkts angeordnet.
Das gebildete Produkt wird beispielsweise durch Desublimation oder
durch entsprechende Gaswäsche
aus dem Reaktionsgas erhalten. Bei der Präformierung wird der Luftstrom
vorteilhaft direkt nach dem Hauptreaktor, d.h. vor dem Gaskühler, abgetrennt.
Die Abtrennung kann nach allen den Fachmann bekannten Wegen erfolgen.
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Als
Bindemittel können
alle dem Fachmann bekannten Bindemittel verwendet werden. Beispielsweise werden
Copolymere, vorteilhaft in Form einer wässrigen Dispersion, von Vinylacetat/Vinyllaurat,
Vinylacetat/Acrylat, Styrol/Acrylat, Vinylacetat/Ethylen sowie Acrylsäure/Maleinsäure, oder
Copolymere eines α-Olefins und
eines Vinyl-C2-C4-carboxylats, dessen
Vinyl-C2-C4-carboxylatgehalt
wenigstens 62 Mol-% beträgt,
verwendet. Bevorzugt werden Copolymere eines α-Olefins und eines Vinyl-C2-C4-carboxylats, dessen
Vinyl-C2-C4-carboxylatgehalt
wenigstens 62 Mol-% beträgt,
verwendet, wie sie in der DE-A 103 35 346 beschrieben sind.
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Die
Binder sind als wässrige
Dispersionen handelsüblich,
mit einem Feststoffgehalt von beispielsweise 35 bis 65 Gew.-%. Die
eingesetzte Menge solcher Binderdispersionen beträgt zweckmäßigerweise
1 bis 30 Gew.-% bezogen auf die eingesetzte Suspensionsmenge. Bevorzugt
werden 1 bis 20 Gew.-%, insbesondere 3 bis 12 Gew.-% eingesetzt.
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Unter
Verwendung von einem geringen Bindemittelanteil von ca. 1 bis 5
Gew.-% kann die Luftmenge in der zweiten Stufe im Temperaturbereich
von 80-120°C
auf 250-290°C
auf 0,01 bis 2 Nm3/h reduziert werden. Ferner
kann die Luftmenge in der dritten Stufe im Temperaturbereich von
250-290°C
auf 350-470°C
auf 0,05 bis 1 Nm3/h reduziert werden. Gegebenenfalls
kann im Temperaturbereich von 250-290°C auf 350-470°C auf eine
Luftzufuhr verzichtet werden.
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Unter
Verwendung von einem hohen Bindemittelanteil von ca. 15 bis 30 Gew.-%
kann in einem Temperaturbereich von 80-120°C auf 250-290°C eine langsame
Aufheizrate von 1 bis 5°C
pro Stunde gewählt
werden. Ferner wird die Luftmenge gegebenenfalls mit inerten Gasen
verdünnt.
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Die
Herstellung der Katalysator-Precursor ist dem Fachmann bekannt und
beispielweise in der WO 2005 30380 beschrieben. Als katalytische
Masse können
alle dem Fachmann bekannten Zusammensetzungen verwendet werden,
diese sind beispielweise in der WO 2004 103944 beschrieben.
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Bei
der Beschichtung des Katalysatorträgers mit der katalytisch aktiven
Masse werden üblicherweise Beschichtungstemperaturen
von 75 bis 120 °C
angewandt, wobei die Beschichtung unter Atmosphärendruck oder unter reduziertem
Druck erfolgen kann.
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Die
Schichtdicke der katalytisch aktiven Masse beträgt in der Regel 0,02 bis 0,25
mm, vorzugsweise 0,05 bis 0,20 mm. Der Aktivmasseanteil am Katalysator
beträgt üblicherweise
5 bis 25 Gew.-%, meist 7 bis 15 Gew.-%.
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Ferner
betrifft die Erfindung Oxidationskatalysatoren die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellt werden. Beispielsweise betrifft die Erfindung Oxidationskatalysatoren
zur Herstellung von Carbonsäuren
und/oder Carbonsäureanhydriden
durch eine katalytische Gasphasenoxidation von aromatischen Kohlenwasserstoffen,
wie Benzol, den Xylolen, Naphthalin, Toluol, Durol oder β-Picolin.
Man kann auf diese Weise z. B. Benzoesäure, Maleinsäureanhydrid,
Phthalsäureanhydrid,
Isophthalsäure,
Terephthalsäure,
Pyromellithsäureanhydrid
oder Niazin erhalten.
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Ferner
ist das Verfahren zur Herstellung von Benzoesäure, Maleinsäureanhydrid,
Phthalsäureanhydrid,
Isophthalsäure,
Terephthalsäure,
Pyromellithsäureanhydrid
oder Niazin allgemein bekannt.
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Das
erfindungsgemäße Präformierungsverfahren
unterscheidet sich gegenüber
dem Stand der Technik darin, dass genau definierte Präformierungsschritte
eingehalten werden. Durch das erfindungsgemäße Präformierungsverfahren kann ein
verbessertes Abbrennen des Bindemittels und somit ein optimiertes
Anfahrverhalten erreicht werden.
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Im
Fall von Phthalsäureanhydrid-Katalysatoren
wird in den Beispielen gezeigt, dass der erfindungsgemäße Katalysator
gegenüber
dem Vergleichs-Katalysator folgende Vorteile (siehe Tabelle 2) aufweist:
- – eine
bessere Produktqualität
bezüglich
der Phthalid-Konzentration bei niedriger Salzbadtemperatur,
- – eine
bessere Phthalsäureanhydrid
(PSA)-Ausbeute und
- – kürzere Hochfahrzeit
(Zeit zur Erreichung einer höheren
g/Nm3 o-Xylol-Beladung).
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A. Herstellung der Katalysatoren
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A.1. Herstellung des Katalysators
1
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Erste Katalysator-Lage:
Lage 1,1
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29,3
g Anatas (BET-OF 7 m2/g), 69,8 g Anatas
(BET-OF 20 m2/g), 7,8 g V2O5, 1,9 g Sb2O3, 0,49 g Cs2CO3 wurden in 550 ml entionisiertem Wasser
suspendiert und 18 h gerührt.
Dieser Suspension wurden 50 g organischer Binder (d.h. 10 Gew.-%
Bindemitteldispersion), bestehend aus einem Copolymer aus Vinylacetat
und Vinyllaurat (Gewichtsverhältnis
75:25) in Form einer 50 Gew.-%igen wässerigen Dispersion zugegeben.
Die erhaltene Suspension wurde anschließend auf 1200 g Steatit (Magnesiumsilikat)
in Form von Ringen mit einem äußere Durchmesser
von 7 mm, einer Länge
von 7 mm und einer Wandstärke
von 1,5 mm aufgesprüht
und getrocknet.
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Eine
Analysenprobe zeigte, dass die auf diese Weise aufgebrachte katalytisch
aktive Masse nach einer Stunde Kalzination bei 450°C 7,1 Gew.-%
Vanadium (berechnet als V2O5),
1,8 Gew.-% Antimon (berechnet als Sb2O3) und 0,36 Gew.-% Cäsium (berechnet als Cs) enthielt.
Die BET-Oberfläche
der TiO2 Mischung betrug 15,8 m2/g.
Das Gewicht der aufgetragenen Schale betrug 8 % des Gesamtgewichtes
des fertigen Katalysators.
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Zweite Katalysator-Lage:
Lage 2,1
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24,6
g Anatas (BET-OF 7 m2/g), 74,5 g Anatas
(BET-OF 20 m2/g), 7,8 g V2O5, 2,6 g Sb2O3, 0,35 g Cs2CO3 wurden in 550 ml entionisiertem Wasser
suspendiert und 18 h gerührt.
Dieser Suspension wurden 50 g organischer Binder (d.h. 10 Gew.-%
Bindemitteldispersion), bestehend aus einem Copolymer aus Vinylacetat
und Vinyllaurat (Gewichtsverhältnis
75:25) in Form einer 50 Gew.-%igen wässerigen Dispersion zugegeben.
Die erhaltene Suspension wurde anschließend auf 1200 g Steatit (Magnesiumsilikat)
in Form von Ringen mit einem äußere Durchmesser
von 7 mm, einer Länge
von 7 mm und einer Wandstärke
von 1,5 mm aufgesprüht
und getrocknet.
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Eine
Analysenprobe zeigte, dass die auf diese Weise aufgebrachte katalytisch
aktive Masse nach einer Stunde Kalzination auf 450°C 7,1 Gew.-%
Vanadium (berechnet als V2O5),
2,4 Gew.-% Antimon (berechnet als Sb2O3) und 0,26 Gew.-% Cäsium (berechnet als Cs) enthilet.
Die BET-Oberfläche
der TiO2 Mischung betrug 16,4 m2/g.
Das Gewicht der aufgetragenen Schale betrug 8 % des Gesamtgewichtes
des fertigen Katalysators.
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Dritte Katalysator-Lage:
Lage 3,1
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24,8
g Anatas (BET-OF 7 m2/g), 74,5 g Anatas
(BET-OF 20 m2/g), 7,8 g V2O5, 2,6 g Sb2O3, 0,13 g Cs2CO3 wurden in 550 ml entionisiertem Wasser
suspendiert und 18 h gerührt.
Dieser Suspension wurden 50 g organischer Binder (d.h. 10 Gew.-%
Bindemitteldispersion), bestehend aus einem Copolymer aus Vinylacetat
und Vinyllaurat (Gewichtsverhältnis
75:25) in Form einer 50 Gew.-%igen wässerigen Dispersion zugegeben.
Die erhaltene Suspension wurde anschließend auf 1200 g Steatit (Magnesiumsilikat)
in Form von Ringen mit einem äußere Durchmesser
von 7 mm, einer Länge
von 7 mm und einer Wandstärke
von 1,5 mm aufgesprüht
und getrocknet.
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Eine
Analysenprobe zeigte, dass die auf diese Weise aufgebrachte katalytisch
aktive Masse nach einer Stunde Kalzination auf 450°C 7,1 Gew.-%
Vanadium (berechnet als V2O5),
2,4 Gew.-% Antimon (berechnet als Sb2O3) und 0,10 Gew.-% Cäsium (berechnet als Cs) enthielt.
Die BET-Oberfläche
der TiO2 Mischung betrug 16,4 m2/g.
Das Gewicht der aufgetragenen Schale betrug 8 % des Gesamtgewichtes
des fertigen Katalysators.
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Vierte Katalysator-Lage:
Lage 4,1
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17,2
g Anatas (BET-OF 7 m2/g), 69,1 g Anatas
(BET-OF 27 m2/g), 21,9 g V2O5, 1,5 g NH4H2PO4 wurden in 550
ml entionisiertem Wasser suspendiert und 18 h gerührt. Dieser
Suspension wurden 55 g organischer Binder (d.h. 10 Gew.-% Bindemitteldispersion),
bestehend aus einem Copolymer aus Vinylacetat und Vinyllaurat (Gewichtsverhältnis 75:25)
in Form einer 50 Gew.-%igen wässerigen
Dispersion zugegeben. Die erhaltene Suspension wurde anschließend auf
1200 g Steatit (Magnesiumsilikat) in Form von Ringen mit einem äußere Durchmesser
von 7 mm, einer Länge
von 7 mm und einer Wandstärke
von 1,5 mm aufgesprüht
und getrocknet.
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Eine
Analysenprobe zeigte, dass die auf diese Weise aufgebrachte katalytisch
aktive Masse nach einer Stunde Kalzination auf 450°C 20,00 Gew.-%
Vanadium (berechnet als V2O5)
und 0,38 Gew.-% Phosphor (berechnet als P) enthielt. Die BET-Oberfläche der
TiO2 Mischung betrug 20,9 m2/g.
Das Gewicht der aufgetragenen Schale betrug 8 % des Gesamtgewichtes
des fertigen Katalysators.
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A.2. Herstellung des Katalysators
2 und 3
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Erste Katalysator-Lage:
Lage 1,2
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Suspension 1:
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150
kg Steatit in Form von Ringen mit Abmessungen von 8 mm × 6 mm × 5 mm (Außendurchmesser × Höhe × Innendurchmesser)
wurden in einer Fließbettapparatur
erhitzt und mit 24 kg einer Suspension aus 155,948 kg Anatas mit
einer BET-Oberfläche
von 21 m2/g, 13,193 kg Vanadiumpentoxid,
35,088 kg Oxalsäure, 5,715
kg Antimontrioxid, 0,933 kg Ammoniumhydrogenphosphat, 0,991 g Cäsiumsulfat,
240,160 kg Wasser und 49,903 kg Formamid, zusammen mit 37,5 kg eines
organischen Binders in Form einer 48 Gew.-%igen wässerigen
Dispersion, bestehend aus einem Copolymer von Acrylsäure/Maleinsäure (Gewichtsverhältnis 75:25)
besprüht
(d.h. 7,5 Gew.-% Bindemitteldispersion).
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Suspension 2:
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150
kg des erhaltenen Schalenkatalysators wurden in Fließbettapparatur
erhitzt und mit 24 kg einer Suspension aus 168,35 kg Anatas mit
einer BET-Oberfläche
von 21 m2/g, 7,043 kg Vanadiumpentoxid,
19,080 kg Oxalsäure,
0,990 g Cäsiumsulfat,
238,920 kg Wasser und 66,386 kg Formamid, zusammen mit 37,5 kg eines
organischen Binders in Form einer 48 Gew.-%igen wässerigen
Dispersion, bestehend aus einem Copolymer von Acrylsäure/Maleinsäure (Gewichtsverhältnis 75:25)
besprüht
(d.h. 7,5 Gew.-% Bindemitteldispersion).
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Nach
einstündiger
Wärmebehandlung
bei 450 °C
zeigte eine Analysenprobe zeigte, dass die auf diese Weise aufgebrachte
katalytisch aktive Masse im Mittel aus 0,08 Gew.-% Phosphor (berechnet
als P), 5,75 Gew.-% Vanadium (berechnet als V2O5), 1,6 Gew.-% Antimon (berechnet als Sb2O3), 0,4 Gew.-%
Cäsium
(berechnet als Cs) und 92,17 Gew.-% Titandioxid bestand. Das Gewicht
der aufgetragenen Schichten betrug 9,3 % des Gesamtgewichts des
fertigen Katalysators.
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Zweite Katalysator-Lage:
Lage 2,2
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150
kg Steatit in Form von Ringen mit Abmessungen von 8 mm × 6 mm × 5 mm (Außendurchmesser × Höhe × Innendurchmesser)
wurden in einer Fließbettapparatur
erhitzt und mit 57 kg einer Suspension aus 140,02 kg Anatas mit
einer BET-Oberfläche
von 21 m2/g, 11,776 kg Vanadiumpentoxid,
31,505 kg Oxalsäure, 5,153
kg Antimontrioxid, 0,868 kg Ammoniumhydrogenphosphat, 0,238 g Cäsiumsulfat,
215,637 kg Wasser und 44,808 kg Formamid, zusammen mit 33,75 kg
eines organischen Binders (d.h. 7,5 Gew.-% Bindemitteldispersion),
bestehend aus einem Copolymer von Acrylsäure/Maleinsäure (Gewichtsverhältnis 75:25)
besprüht,
bis das Gewicht der aufgetragenen Schicht 10,5 % des Gesamtgewichts
des fertigen Katalysators betrug (Analysenprobe nach einstündiger Wärmebehandlung
bei 450 °C).
Die auf diese Weise aufgebrachte katalytisch aktive Masse, also
die Katalysatorschale, bestand im Mittel aus 0,15 Gew.-% Phosphor
(berechnet als P), 7,5 Gew.-% Vanadium (berechnet als V2O5), 3,2 Gew.-% Antimon (berechnet als Sb2O3), 0,1 Gew.-% Cäsium (berechnet
als Cs) und 89,05 Gew.-% Titandioxid.
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B. Katalysatorschüttung
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B.1. Katalysator 1
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Von
unten nach oben wurden jeweils 0,70 m des Katalysators Lage 4,1,
0,70 m des Katalysators Lage 3,1, 0,50 m des Katalysators Lage 2,1
und 1,30 m des Katalysators Lage 1,1 in ein 3,5 m langes Eisenrohr
mit einer lichten Weite von 25 mm eingefüllt. Das Eisenrohr war zur
Temperaturregelung von einer Salzschmelze umgeben; eine 4 mm Außendurchmesser
Thermohülse
(max. Länge
2,2 m von Oben) mit eingebautem Zugelement diente der Katalysatortemperaturmessung.
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B.2. Katalysator 2 und
3
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Von
unten nach oben wurden jeweils 1,30 m des Katalysators Lage 2,2
und 1,50 m des Katalysators Lage 1,2 in ein 3,5 m langes Eisenrohr
mit einer lichten Weite von 25 mm eingefüllt. Das Eisenrohr war zur Temperaturregelung
von einer Salzschmelze umgeben; eine 4 mm Außendurchmesser Thermohülse (max. Länge 1,9
m von Oben) mit eingebautem Zugelement diente der Katalysatortemperaturmessung.
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C. Präformierung der Katalysatoren
-
Tabelle
1 verdeutlicht die erfindungsgemäße Präformierung
der Katalysatoren 1 und 2 und die Präformierung des Vergleichskatalysators
3. Die Katalysatoren wurden kontinuierlich im Rohr-Reaktor aufgeheizt, wobei
die verwendete Luftmenge stufenweise geändert wurde. Bei der erfindungsgemäßen Präformierung wurden
der Katalysator 1 bei 400°C
24 Stunden lang unter einer eingespeisten Luftmenge von 0,5 Nm
3/h kalziniert. Der Katalysator 2 wurde bei
390°C 24
Stunden lang unter einer eingespeisten Luftmenge von 0,1 Nm
3/h kalziniert. Der Vergleichskatalysator
3 wurde bei 390°C
6 Stunden lang unter einer eingespeisten Luftmenge von 0,1 Nm
3/h kalziniert.
Tabelle
1: Präformierung
der Katalysatoren 1 bis 3
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D. Oxidation von o-Xylol
zu PSA
-
D.1 Modellrohrtest der
Katalysatoren
-
Durch
das Reaktor-Rohr wurden stündlich
von oben nach unten 4,0 Nm
3-Luft mit Beladungen
an 99,2 Gew.-%igem o-Xylol von 0 bis 100 g/Nm
3 geleitet.
Dabei wurden bei 45-70 g o-Xylol/Nm
3 die
in Tabelle 2 zusammengefassten Ergebnisse erhalten ("PSA-Aubeute" bedeutet das erhaltene
Phthalsäureanhydrid
in Gewichtprozent, bezogen auf 100%iges o-Xylol).
Tabelle
2: Herstellung von PSA bei 45-70 g/Nm
3 o-Xylol-Beladung
bei 4,0 Nm
3/h Luft mit einem 2- und 4-Lagenkatalysator
(PSA-Ausbeute ist eine durchschnittliche PSA-Ausbeute).