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Die
Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Verhindern einer Bewuchsbildung
oder zum Abtöten eines
Bewuchses auf einem Reetdach, dessen First mit einer Dachbahn abgedichtet
ist, die mit Heidekraut o.dgl. überdeckt
ist, das mit Hilfe von Maschendraht auf dem Reetdachfirst festgemacht
ist.
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Bei
dem Bewuchs auf einem Reetdach handelt es sich bspw. um Moos, Pilze,
Algen, Flechten o.dgl. Der Bewuchs macht sich auf dem Reetdach optisch
störend
bemerkbar , bzw. er ist störend,
weil er zu einem vorzeitigen Verrotten des Reets führt.
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Bei
der den First eines Reetdaches abdichtenden Dachbahn handelt es
sich bspw. um eine Bitumen-Dachbahn. Eine solche Bitumen-Dachbahn liegt
auf dem abzudichtenden First nicht ebenflächig sondern mehr oder weniger
gewellt bzw. buckelig auf. Daraus resultiert ein ungleichmäßiger Regenwasserabfluß und/oder
stehendes Wasser auf der Dachbahn.
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Das
mittels Maschendraht auf dem Reetdachfirst festgelegte Heidekraut
dient dazu, die abdichtende Dachbahn nach außen hin unsichtbar abzudecken
und gegen UV-Strahlung zu schützen.
Der Maschendraht wird mit Hilfe von Spanndrähten am First des Reetdaches
befestigt, die sich von der Firstkrone beabstandet in Längsrichtung
des Firstes erstrecken.
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Zum
Bedecken der Dachbahn kann anstelle von Heidekraut auch Grassoden
o.dgl. zur Anwendung gelangen.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung der eingangs
genannten Art zu schaffen, mit der es optimal möglich ist, eine Bewuchsbildung
an einem neuen Reetdach zu verhindern oder einen Bewuchs an einem älteren Reetdach abzutöten und
zu beseitigen.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die
Merkmale des Anspruches 1, d.h. bei einer gattungsgemäßen Einrichtung
dadurch gelöst,
dass auf der Dachbahn sich in Firstlängsrichtung erstreckende, länglich streifenförmige Flächenelemente
aus einem Metallblech, das bei einer Reaktion mit Niederschlags-
bzw. Regenwasser auf dem Reetdach gebildeten Bewuchs abtötende und/oder
eine Bewuchsbildung verhindernde Metallionen erzeugt, angeordnet
sind, wobei das jeweilige Flächenelement
in Firstlängsrichtung
orientierte, in Traufrichtung voneinander beabstandete Längsfaltungen
und in Traufrichtung orientierte, in Firstlängsrichtung voneinander beabstandete
Wasserablaufrinnen aufweist.
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Die
Wasserablaufrinnen weisen voneinander bspw. einen Abstand von größenordnungsmäßig 5 cm
auf. Selbstverständlich
kann dieser Abstand auch kleiner oder größer sein. Durch die Wasserablaufrinnen
ergibt sich ein relativ gleichmäßiger Wasserablauf
entlang des Reetdaches von dessen First zur Traufe hin, wobei das
besagte Wasser Bewuchs verhindernde und -abtötende Metallionen enthält.
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Bei
der erfindungsgemäßen Einrichtung kann
das jeweilige Flächenelement
aus Metallblech ein einteiliges Flächenelement mit zwei Seitenabschnitten
und einem integralen Firstkronenabschnitt sein. Desgleichen ist
es möglich, dass
das Flächenelement
ein zweiteiliges Flächenelement
mit jeweils einem Seitenabschnitt und einem Firstkronenteilabschnitt
ist. Während
sich also bei der zuerst genannten Ausbildung das einteilige Flächenelement
sich von der einen Dachseite des Reetdaches über dessen First zur anderen
Dachseite erstreckt, erstreckt sich bei der zuletzt genannten zweiteiligen
Ausbildung des Flächenelementes
jedes Flächenelementteil
von der entsprechenden Dachseite bis zur Firstkrone. An der Firstkrone überlappen
sich die beiden Flächenelementteile
geringfügig.
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Noch
eine andere Möglichkeit
besteht darin, dass das jeweilige Flächenelement der erfindungsgemäßen Einrichtung
ein dreiteiliges Flächenelement
mit zwei Seitenschenkelteilen und einem diese partiell überdeckenden
Firstkronenteil ist.
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Bei
der erfindungsgemäßen Einrichtung
können
die Längsfaltungen
des jeweiligen länglich
streifenförmigen
Flächenelementes – unabhängig davon, ob
es ein-, zwei- oder dreiteilig ausgebildet ist – als Längsrippen oder als Längsrinnen
ausgebildet sein. Dabei kann es zweckmäßig sein, das jeweilige länglich streifenförmige Flächenelement
im Bereich der Firstkrone mit Längsrippen
auszubilden, um eine Wasserspeicherwirkung zu erzielen, und die
Längsfaltungen
im Bereich der Seitenabschnitte des jeweiligen Flächenelementes
als Längsrinnen
auszubilden, die optimal ausgewaschen werden. Dabei können die
Längsrippen
einfach umgekehrt u-förmig
und die Längsrinnen
einfach u-förmig
ausgebildet sein.
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Als
zweckmäßig hat
es sich erwiesen, wenn die Längsfaltungen
ein enges z-Profil
mit einer schmalen Wasserrinne und einem schmalen Wulst aufweisen.
Bei einer solchen Ausbildung ist es bevorzugt, wenn die schmalen
Wasserrinnen dem Reetdach zugewandt innen und die schmalen Wülste von Reetdach
abgewandt außen
vorgesehen sind. Desweiteren ist es vorteilhaft, wenn das Metallblech-Flächenelement
der erfindungsgemäßen Einrichtung mit einer
engteiligen Noppung ausgebildet ist, um die durch Regenwasser bewirkte
Metallionen-Erzeugung zu optimieren. Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Einrichtung
ist es in vorteilhafter Weise möglich,
ein Reetdach nicht nur innerhalb einer relativ kleinen Steifenbreite – ausgehend
von der Firstkrone – bewuchsfrei
zu halten oder bewuchsfrei zu machen, sondern vom First bis hinunter
zur Traufe.
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Erfindungsgemäß können die
in Firstlängsrichtung
voneinander beabstandeten Wasserablaufrinnen des ein- oder mehrteiligen
Flächenelementes in
Falllinienrichtung orientiert sein, zweckmäßig kann es jedoch sein, wenn
die in Firstlängsrichtung
voneinander beabstandeten Wasserablaufrinnen gegen die Falllinienrichtung
schräg
geneigt orientiert sind, weil hierdurch die Wasserspeicher- und
Strömungseigenschaften
und somit die Metallionenerzeugung und Wirkung weiter verbesserbar
ist.
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Wie
bereits erwähnt
worden ist, kann es vorteilhaft sein, wenn das Metallblech des jeweiligen, mindestens
einteiligen Flächenelementes
eine engteilige Noppung aufweist, um die Metallionenerzeugung zu
optimieren.
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Weitere
Einzelheiten, Merkmale und Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines in der Zeichnung schematisch verdeutlichten Reetdaches
mit einer erfindungsgemäßen Einrichtung,
bzw. wesentlicher Einzelheiten derselben in schematischen Darstellungen.
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Es
zeigen:
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1 schematisch
abschnittweise eine Stirnansicht eines Firstabschnittes eines Reetdaches mit
einer erfindungsgemäßen Einrichtung,
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2 abschnittweise
in einer Seitenansicht eine Ausbildung eines Flächenelementes der erfindungsgemäßen Einrichtung,
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3 eine
Vorderansicht einer einteiligen Ausbildung des Flächenelementes
in Blickrichtung des Pfeiles III in 2,
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4 eine
der 3 ähnliche
Vorderansicht eines zweiteiligen Flächenelementes,
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5 eine
den 3 und 4 ähnliche Vorderansicht eines
dreiteiligen Flächenelementes der
erfindungsgemäßen Einrichtung,
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6 schematisch
in einem größeren Maßstab das
Detail VI in 5,
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7 in
einem größeren Maßstab eine
Ausbildung des Details VII in 2, und
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8 eine
andere Gestaltung des Details VII gemäß 2.
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1 verdeutlicht
schematisch einen Firstabschnitt 10 eines Reetdaches 12.
Mit der Bezugsziffer 14 sind Dachsparren des Reetdaches 12 bezeichnet,
an welchen in an sich bekannter Weise Dachlatten 16 befestigt
sind. Auf den Dachlatten 16 sind in an sich bekannter Weise
Bündel 18 aus
Schilfrohr eng nebeneinander und versetzt übereinander dicht angeordnet,
die sich bis zur Firstkrone 20 erstrecken. Zum Abdichten
der Firstkrone 20 ist eine Dachbahn 22 vorgesehen,
bei der es sich bspw. um eine Bitumen-Dachbahn handelt.
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In
der Nachbarschaft der Firstkrone 20 verläuft an jeder
Seite des Reetdaches 12 jeweils ein Spanndraht 24 in
Firstlängsrichtung.
An jedem der beiden Spanndrähte 24 ist
ein Maschendraht 26 befestigt. Die beiden Maschendrähte 26 erstrecken
sich nach der Befestigung an den Spanndrähten zuerst von der Firstkrone 20 weg
am Reetdach 12 nach unten, um auf der Dachbahn 22 problemlos
Heidekraut 28 o.dgl. anbringen zu können. Das Heidekraut 28 dient
dazu, die Dachbahn 22 unsichtbar zu verdecken bzw. gegen
UV-Strahlung z schützen.
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Bevor
jedoch auf dem First das Heidekraut 28 angebracht wird,
wird auf der Dachbahn 22 ein Flächenelement 30 der
erfindungsgemäßen Einrichtung
angeordnet, wobei in 1 ein dreiteiliges Flächenelement 30,
bestehend aus zwei Seitenschenkelteilen 32 und einem Firstkronenteil 34,
angeordnet wird. Erst nach dem Anbringen des Flächenelementes 30,
d.h. einer Anzahl solcher Flächenelemente 30 in
Firstlängsrichtung,
wird auf diesen das Heidekraut 28 angeordnet, um das Flächenelement 30 nach
Außen
hin unsichtbar zu machen. Nach oder gleichzeitig mit dem Anbringen
des Heidekrautes 28 werden die beiden Maschendrähte 26 über das
Heidekraut 28 gebogen bzw. gestülpt und die beiden freien,
von den Spanndrähten 24 entfernten
Längsränder 36 der beiden
Maschendrähte 26 miteinander
verbunden.
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Das
Flächenelement 30 der
erfindungsgemäßen Einrichtung
besteht aus einem Metallblech. Das Metall des Bleches reagiert mit
Niederschlags- bzw. Regenwasser in der Weise, dass Metallionen erzeugt
werden, die mit dem Regenwasser dann an der Außenoberfläche 38 des Reetdaches 12 abfließen und
dabei einen an der Außenoberfläche 38 vorhandenen
Bewuchs abtöten
und abschwemmen oder bei einem neuen Reetdach 12 einen
solchen Bewuchs von vorne herein verhindern.
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2 zeigt
schematisch in einer Seitenansicht ein Flächenelement 30 aus
Metallblech, das ein-, zwei- oder dreiteilig ausgebildet sein kann.
Das länglich
streifenförmige
Flächenelement 30 ist
mit in Firstlängsrichtung
orientierten, in Traufrichtung voneinander beabstandeten Längsfaltungen 40 und
mit in Traufrichtung orientierten, in Firstlängsrichtung voneinander beabstandeten
Wasserablaufrinnen 42 ausgebildet. Die Längsfaltungen
können
bspw. als Rippen, Rinnen, Sicken, Falten o.dgl. ausgebildet sein.
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Auf
die Längsfaltungen 40 kann
gegebenenfalls auch verzichtet werde.
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3 stellt
in einer Vorderansicht eine einteilige Ausbildung eines Flächenelementes 30 dar,
dessen Längsfaltungen 40 im
Bereich des Firstkronenabschnittes als Längsrippen 44 und dessen
Längsfaltungen 40 im
Bereich des jeweiligen Seitenabschnittes des Flächenelementes 30 als
Längsrinnen 46 ausgebildet
sind. Die Bezugsziffer 42 bezeichnet auch in 4 eine
der Wasserablaufrinnen des Flächenelementes 30.
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4 verdeutlicht
in einer der 3 ähnlichen Vorderansicht ein
zweiteiliges Flächenelement 30 mit
jeweils einem Seitenabschnitt 48 und einem materialeinstückigen Fristkronenteilabschnitt 50.
Die Firstkronenteilabschnitte 50 liegen aneinander eng an
oder vorzugsweise überdecken
sich geringfügig. Das
Flächenelement 30 gemäß 4 ist
mit Längsrippen 44 ausgebildet.
Wichtiger als die Längsrippen 44 sind
die in Firstlängsrichtung
voneinander beabstandeten Wasserablaufrinnen 42 des zweiteiligen Flächenelementes 30,
um das Metallionen enthaltende Regenwasser in Firstlängsrichtung
gesehen gleichmäßig über das
Reetdach hinunterrinnend zu verteilen.
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5 zeigt
in einer Vorderansicht ein länglich
streifenförmiges
Flächenelement 30,
das dreiteilig ausgebildet ist und zwei Seitenschenkelteile 52 und
ein Firstkronenteil 54 aufweist. Das Firstkronenteil 52 überdeckt
die beiden Seitenschenkelteile 52 geringfügig und
ist mit Längsrippen 44 ausgebildet. Die
beiden Seitenschenkelteile 52 des Flächenelementes 30 sind
mit Längsrinnen 46 ausgebildet.
Das Firstkronenteil 54 und die Seitenschenkelteile 52 sind mit
in Firstlängsrichtung
voneinander beabstandeten Wasserablaufrinnen 42 ausgebildet.
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6 verdeutlicht
schematisch die Ausbildung des Firstkronenteiles 54 des
Metallionen erzeugenden Flächenelementes 30 gemäß 5 mit
den von Längsrippen 44 gebildeten
Längsfaltungen
und den in Firstlängsrichtung
voneinander beabstandeten Wasserablaufrinnen 42 und den
Längsrinnen 46 bildenden
Längsfaltungen
des jeweiligen Seitenschenkelteiles 52, wobei die Längsrinnen 46 durch Längsfaltungen
gebildet sind die ein enges z-Profil 56 besitzen. Jedes
z-Profil 56 weist außenseitig
einen schmalen Wulst 58 und innenseitig eine schmale Wasserrinne 46 auf.
Wichtiger als die schmalen Wasserrinnen 46 sind die Wasserablaufrinnen 42 des
jeweiligen Seitenschenkelteiles 52.
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7 verdeutlicht
abschnittweise ein Flächenelement 30 mit
in Traufrichtung voneinander beabstandeten, in Firstlängsrichtung
orientierten Längsfaltungen 40 und
in Firstlängsrichtung
voneinander beabstandeten Wasserablaufrinnen 42, die in der
durch den Pfeil 60 schematisch angedeuteten Falllinienrichtung
des Regenwassers orientiert sind. Demgegenüber verdeutlicht die 8 schematisch in
einer der 7 ähnlichen abschnittweisen Darstellung
Längsfaltungen 40 kombiniert
mit Wasserablaufrinnen 42, die gegen die Falllinienrichtung 60 schräg geneigt
orientiert sind.
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Das
ein- oder mehrteilig ausgebildete Flächenelement 30 besteht
aus einem Metallblech 62, dessen Metall durch Reaktion
mit Niederschlags- d.h. Regenwasser Metallionen erzeugt, die einen
Bewuchs an der Außenoberfläche 38 des
Reetdaches 12 (s. 1) verhindern
oder abtöten.
Bei diesem Metall kann es sich um Zink, Blei oder vorzugsweise um
Kupfer handeln.
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Das
Metallblech 62 des jeweiligen Flächenelementes 30 ist
vorzugsweise mit einer engteiligen Noppung 64 ausgebildet.
Einige dieser in einem Rastergitter enger Teilung vorgesehenen Noppen 66 sind in
den 7 und 8 angedeutet. Selbstverständlich ist
zweckmäßigerweise
das Metallblech 62 insgesamt mit solchen Noppen 66,
d.h. mit einer Noppung 64, ausgebildet.
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- 10
- Firstabschnitt
(von 12)
- 12
- Reetdach
- 14
- Dachsparren
(von 12)
- 16
- Dachlatten
(an 14 für 18)
- 18
- Schilfrohr-Bündel (von 12)
- 20
- Firstkrone
(von 12)
- 22
- Dachbahn
(für 20)
- 24
- Spanndraht
(für 26)
- 26
- Maschendraht
(für 28)
- 28
- Heidekraut
(auf 20)
- 30
- Flächenelement
(an 20 auf 22)
- 32
- Seitenschenkelteile
(von 30)
- 34
- Firstkronenteil
(von 30)
- 36
- Längsränder (von 26)
- 38
- Außenoberflächen (von 12)
- 40
- Längsfaltungen
(von 30)
- 42
- Wasserablaufrinnen
(von 30)
- 44
- Längsrippen
(von 40)
- 46
- Längsrinnen
(von 40)
- 48
- Seitenabschnitt
(von 30)
- 50
- Firstkronenteilabschnitt
(von 30)
- 56
- z-Profil
(für 46)
- 58
- schmaler
Wulst (von 56)
- 60
- Pfeil/Falllinienrichtung
(von 12)
- 62
- Metallblech
(für 30)
- 64
- Noppung
(von 62)
- 66
- Noppen(
von 64)