-
Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Vermessen oder/und Herstellen
eines optischen Elements, welches eine optische Fläche mit
einer Soll-Gestalt aufweist. Ferner betrifft die Erfindung einen
optischen Apparat, welcher wenigstens zwei Linsen und eine Halterung
hierfür
aufweist.
-
Das
optische Element mit der optischen Fläche ist beispielsweise eine
optische Komponente, wie etwa eine Linse oder ein Spiegel, welche
in optischen Systemen, wie etwa einem in der Astronomie verwendeten Teleskop
und einem System zum Abbilden von Strukturen, welche beispielsweise
auf einer Maske ausgebildet sind, auf ein strahlungsempfindliches
Substrat, wie etwa einen in einem lithographischen Verfahren verwendeten
Resist, eingesetzt werden. Der Erfolg eines solchen optischen Systems
ist wesentlich bestimmt durch eine Genauigkeit, mit der die optische
Fläche
hergestellt und dahingehend bearbeitet werden kann, daß deren
Gestalt einer Soll-Gestalt entspricht, welche durch einen Designer
des optischen Systems bei dessen Auslegung festgelegt wurde. Im
Rahmen einer solchen Herstellung ist es notwendig, die Gestalt der
bearbeiteten optischen Fläche
mit deren Soll-Gestalt zu vergleichen und Differenzen bzw. Abweichungen
zwischen der gefertigten Oberfläche
und der Soll-Oberfläche
zu bestimmen. Die optische Fläche
kann dann in solchen Bereichen bearbeitet werden, wo Differenzen
zwischen der bearbeiteten Fläche
und der Soll-Fläche
beispielsweise vorbestimmte Schwellenwerte überschreiten.
-
Herkömmlicherweise
werden Interferometer für
hochgenaue Messungen an optischen Flächen eingesetzt. Beispiele
für solche
Interferometer sind in
US 4,732,483 ,
US 4,340,306 ,
US 5,473,434 ,
US 5,777,741 und
US 5,488,477 offenbart. Die gesamten
Inhalte dieser Dokumente werden durch Inbezugnahme in die vorliegende
Anmeldung aufgenommen.
-
Die
herkömmliche
Interferometervorrichtung zum Messen einer sphärischen optischen Fläche umfaßt typischerweise
eine Quelle kohärenten
Lichts und eine Interferometeroptik, um einen Meßlichtstrahl zu erzeugen, welcher
auf die zu vermessende Fläche
derart auftrifft, daß Wellenfronten
des Meßlichts
an einem Ort der zu vermessenden Fläche eine gleiche Gestalt aufweisen
wie die Soll-Gestalt der zu vermessenden Fläche. In einer solchen Situation
trifft das Licht des Meßlichtstrahls
an jedem Ort der zu vermessenden Fläche orthogonal auf diese auf
und wird dann von dieser in sich selbst zurückreflektiert, so daß es wieder
in die Interferometeroptik eintritt. Das zurückreflektierte Meßlicht wird
sodann mit Referenzlicht überlagert,
welches von einer Referenzfläche
reflektiert wurde. Aus einer hierbei entstehenden Interferenz können sodann
Abweichungen zwischen der Gestalt der vermessenen Fläche und
ihrer Soll-Gestalt
ermittelt werden.
-
Während sphärische Wellenfronten
zum Vermessen von sphärischen
optischen Flächen
mit relativ hoher Genauigkeit durch herkömmliche Interferometeroptiken
erzeugt werden können,
sind fortgeschrittenere Techniken notwendig, um Meßlichtstrahlen
zu erzeugen, deren Wellenfronten asphärisch sind, so daß das Meßlicht an
einem jeden Ort einer zu vermessenden asphärischen optischen Fläche orthogonal
auf diese auftrifft. Um derartige Meßlichtstrahlen zu erzeugen,
werden Optiken eingesetzt, welche als Null-Linsen, K-Systeme oder Kompensatoren
bezeichnet werden. Hintergrundinformation hinsichtlich solcher Null-Linsen oder Kompensatoren
kann dem Kapitel 12 des Lehrbuches von Daniel Malacara, "Optical Shop Testing", 2nd Edition, John
Wiley & Sons,
Inc. 1992, entnommen werden.
-
Besteht
eine Aufgabe darin, eine optische Fläche mit einer vorgegebenen
asphärischen
Soll-Oberfläche
herzustellen, so ist es zunächst
notwendig, ein Interferometer mit einem Null-Linsensystem bereitzustellen,
welches einen Meßlichtstrahl
erzeugt, dessen Wellenfronten an einem bestimmten Ort entlang des
Strahls genau eine solche asphärische
Gestalt aufweisen, welche der Gestalt der zu fertigenden asphärischen
optischen Fläche
entspricht. Für
viele Typen von asphärischen
optischen Flächen
ist es möglich,
eine Auslegung für
ein entsprechendes Null-Linsensystem aus ein oder mehreren Linsen
zu entwickeln. Das entwickelte Null-Linsensystem ist dann spezifiziert hinsichtlich
von Scheitelabständen,
Krümmungsradien,
freien Durchmessern von Oberflächen
der einzelnen Linsen des Null-Linsensystems und hinsichtlich von
Glassorten, aus denen diese Linsen zu fertigen sind. Daraufhin werden
die verschiedenen notwendigen Linsen mit einer erforderlichen Präzision hergestellt
und zu dem Null-Linsensystem zusammengefügt.
-
Das
so erstellte Null-Linsensystem wird dann dazu eingesetzt, die zu
fertigende optische Fläche
zu vermessen, Abweichungen zwischen einer Gestalt der vermessenen
optischen Fläche
und deren Soll-Gestalt zu ermitteln und in Abhängigkeit von den ermittelten
Abweichungen die zu fertigende Oberfläche nachzubearbeiten im Hinblick
darauf, deren Gestalt an die Soll-Gestalt anzunähern.
-
Es
hat sich herausgestellt, daß nach
einem solchen herkömmlichen
Verfahren gefertigte asphärische Linsen
in der Praxis oft nicht hohe Anforderungen hinsichtlich ihrer Wirkung
in einem optischen System, in welches diese integriert sind, erfüllen.
-
Demgemäß ist es
eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Vermessen
oder/und Herstellen eines optischen Elements vorzuschlagen, welches
es erlaubt, eine optische Fläche
des optischen Elements auf vergleichsweise einfache Weise mit einer
erhöhten
Genauigkeit zu vermessen und herzustellen.
-
Die
Erfindung geht dabei aus von einem Verfahren zum Vermessen oder/und
Herstellen eines optischen Elements, welches eine optische Fläche mit
einer Soll-Gestalt aufweist, und wobei das Verfahren umfaßt:
Verwenden
eines Interferometers, welches eine Interferometeroptik zum Erzeugen
eines Meßlichtstrahls
und eine Halterung zum Anbringen des optischen Elements derart aufweist,
daß die
optische Fläche
des optischen Elements an einer Meßposition in dem Meßlichtstrahl
angeordnet ist, wobei die Interferometeroptik eine Mehrzahl von
optischen Elementen aufweist, welche derart konfiguriert sind, daß das Meßlicht an
im wesentlichen einem jedem Ort auf einer reflektierenden Fläche im wesentlichen
orthogonal auf diese fällt,
wenn die reflektierende Fläche
mit einem vorbestimmten Abstand von der Interferometeroptik in dem
Meßlichtstrahl
angeordnet ist.
-
Weiterhin
umfaßt
das Verfahren ein Messen von wenigstens einer optischen Eigenschaft
der Interferometeroptik, wobei die wenigstens eine optische Eigenschaft
einen Parameter einer Gestalt einer optischen Fläche eines optischen Elements
der Interferometeroptik oder/und einen Abstand zwischen zwei verschiedenen
optischen Flächen
der Interferometeroptik umfaßt
oder/und einen Brechungsindex eines Mediums zwischen zwei benachbarten
optischen Flächen
der Interferometeroptik.
-
Das
Verfahren umfaßt
ferner ein Anordnen des optischen Elements mit seiner optischen
Fläche
an im wesentlichen der Meßposition
in dem Meßlichtstrahl
und ein Ausführen
von wenigstens einer interferometrischen Messung durch Überlagern
von Referenzlicht mit dem von der reflektierenden Fläche reflektiertem
Meßlicht.
-
Schließlich werden
Abweichungen einer Gestalt der optischen Fläche des ersten optischen Elements von
deren Soll-Gestalt in Abhängigkeit
von der interferometrischen Messung und der wenigstens einen gemessenen
optischen Eigenschaft der Interferometeroptik ermittelt. Es ist
dann möglich,
die optische Fläche
des optischen Elements in Abhängigkeit
von den ermittelten Abweichungen dahingehend zu bearbeiten, daß die Gestalt
des optischen Elements an dessen Soll-Gestalt angenähert wird.
-
Die
Erfindung zeichnet sich hierbei dadurch aus, daß wenigstens eine optische
Eigenschaft, insbesondere eine körperliche
Eigenschaft, des Interferometers bzw. der Interferometeroptik unabhängig gemessen wird
und daß bei
der Ermittlung der Abweichungen der Gestalt der optischen Fläche des
optischen Elements von deren Soll-Gestalt nicht nur das Ergebnis
der interferometrischen Messung sondern auch die wenigstens eine
gemessene optische Eigenschaft berücksichtigt wird.
-
Da
bei dem herkömmlichen
Verfahren letztlich die Gestalt der zu fertigenden optischen Fläche des
optischen Elements mit der Gestalt der Wellenfronten des von der
Interferometeroptik erzeugten Meßlichtstrahls verglichen wird,
ist es zur Erreichung einer gewünschten
Meßgenauigkeit
erforderlich, daß die
Gestalt der Wellenfronten des Meßlichtstrahls mit einer entsprechenden
hohen Genauigkeit bereitgestellt wird. Allerdings ist es in der
Praxis oft schwierig und wenn nicht gar unmöglich, die Gestalt der Wellenfronten
des von der Interferometeroptik erzeugten Meßlichtstrahls zu qualifizieren,
so daß hinsichtlich
der Frage, ob eine Interferometeroptik die an sie gestellten Anforderungen
erfüllt,
eine beträchtliche
Unsicherheit besteht.
-
Deswegen
wird erfindungsgemäß bei der
Ermittlung der Abweichungen zwischen der Gestalt der optischen Fläche des
optischen Elements und deren Soll-Gestalt eine vorgegebene Gestalt
der Wellenfronten des Meßlichtstrahls
nicht als Voraussetzung hingenommen, sondern es wird vielmehr eine
unabhängige
optische, insbesondere körperliche,
Eigenschaft der Interferometeroptik, welche insbesondere nicht die
Gestalt der Wellenfronten des Meßlichtstrahls umfaßt, unabhängig bestimmt.
Diese optische Eigenschaft wird dann bei der Bestimmung der Abweichungen
der Gestalt der optischen Fläche
des optischen Elements von deren Soll-Gestalt berücksichtigt.
-
Die
wenigstens eine optische Eigenschaft umfaßt hierbei solche Eigenschaften
des Interferometers, welche unabhängig bestimmbar sind. Es kann
sich hierbei insbesondere um diejenigen geometrischen Eigenschaften
bzw. Parameter handeln, welche durch die Auslegung des Interferometers
und insbesondere der Interferometeroptik vorgegeben sind. Es sind
dies beispielsweise ein Krümmungsradius
einer Fläche
wenigstens eines optischen Elements der Interferometeroptik, beispielsweise
einer Linse der Interferometeroptik, ein Abstand zwischen benachbarten
Linsenflächen
der Interferometeroptik, ein Brechungsindex eines Materials wenigstens
einer Linse der Interferometeroptik oder/und eine Inhomogenität eines
Brechungsindex' eines
Materials einer Linse der Interferometeroptik. Ein weiteres Beispiel
für solch
eine optische Eigenschaft umfaßt
eine Abweichung einer Gestalt einer optischen Fläche wenigstens eines optischen
Elements der Interferometeroptik von einer Soll- Gestalt dieses optischen Elements der
Interferometeroptik gemäß der Auslegung
der Interferometeroptik, beispielsweise eine Abweichung der Gestalt
der optischen Fläche
der Linse der Interferometeroptik von einer Soll-Gestalt der optischen
Fläche
der Linse der Interferometeroptik gemäß einer Auslegung der Interferometeroptik.
-
Ferner
kann die wenigstens eine optische Eigenschaft auch eine Temperatur,
einen Druck oder eine Feuchtigkeit eines Gases umfassen, welches
in wenigstens einem von dem Meßlichtstrahl
durchsetzten Raum vorgesehen ist. Die Temperatur, der Druck oder/und
die Feuchtigkeit des Gases können
durch übliche
Sensoren gemessen oder indirekt auf andere Weisen ermittelt werden,
die bekannt sind und daher hier nicht erläutert werden.
-
Gemäß einer
beispielhaften Ausführungsform
umfaßt
das Ermitteln der Abweichungen der Gestalt der optischen Fläche des
optischen Elements von deren Soll-Gestalt ein Abwandeln von Auslegungsdaten
der Interferometeroptik in Abhängigkeit
von der wenigstens einen gemessenen optischen Eigenschaft und eine Strahldurchrechnung
von die Interferometeroptik durchsetzenden Strahlen unter Verwendung
der abgewandelten Auslegungsdaten der Interferometeroptik. Mit Hilfe
der Strahldurchrechnung, welche auch im Englischen als "ray tracing" bezeichnet werden
kann, ist es möglich,
die Gestalten der Wellenfronten des von der Interferometeroptik
erzeugten Meßlichtstrahls
zu simulieren bzw. zu errechnen. Das Ergebnis hängt dann davon ab, welche optischen
Parameter des simulierten Systems der Rechnung zugrunde gelegt werden.
Werden der Berechnung die Auslegungsparameter des optischen Systems
zugrunde gelegt, so sollte ein Ergebnis der Strahldurchrechnung
Gestalten von Wellenfronten ergeben, welche im wesentlichen genau
der Soll-Gestalt der zu vermessenden optischen Fläche entsprechen,
da ja die Inter ferometeroptik genau im Hinblick auf die Erzeugung
dieser Wellenfronten ausgelegt ist.
-
Zur
Durchführung
einer solchen Strahldurchrechnung sind Softwarepakete verfügbar, wie
beispielsweise unter der Produktbezeichnung CODE V von Optical Research
Associates, Pasadena, Kalifornien, unter der Produktbezeichnung
ZEMAX von ZEMAX Development Corporation, San Diego, Kalifornien
und andere.
-
Da
in der Praxis die Interferometeroptik nicht mit genau den Eigenschaften
gefertigt werden kann, wie diese durch die Auslegung der Optik vorgegeben
sind, so werden die von der realen Interferometeroptik erzeugten
Wellenfronten von dieser Soll-Gestalt abweichen. Beispielsweise
kann ein Scheitelabstand zwischen zwei benachbarten Linsen der Interferometeroptik
in der Praxis nicht exakt dem durch die Auslegung der Optik vorgegebenen
Abstand entsprechen, und allein aus diesem Grund können gewisse
Abweichungen der Gestalt der Wellenfronten von deren Soll-Gestalt
entstehen. Nun kann dieser Scheitelabstand allerdings unabhängig als
eine optische Eigenschaft der Interferometeroptik gemessen werden,
und es wird dann statt dem durch die Auslegung vorgegebenen Abstand
zwischen den beiden Linsen der unabhängig gemessene Scheitelabstand als
Grundlage für
die Strahldurchrechnung verwendet. Damit wird die durch die Strahldurchrechnung
ermittelte Gestalt der Wellenfronten des von dem realen Interferometer
erzeugten Meßlichtstrahls
besser den Gegebenheiten entsprechen als die ursprünglich vorausgesetzte
Soll-Gestalt der Wellenfronten. Es ist somit möglich, die aus der Strahldurchrechnung
unter Zugrundelegung des wenigstens einen gemessenen optischen Parameters
errechneten Wellenfronten des Meßlichtstrahls bei der Auswertung
der interferometrischen Messung korrigierend zu berücksichtigen
und damit die Abweichungen der Gestalt der optischen Fläche des
optischen Elements von deren Soll-Gestalt mit erhöhter Genauigkeit
zu ermitteln.
-
Gemäß einer
exemplarischen Ausführungsform
stellt die optische Fläche
des optischen Elements die reflektierende Fläche bereit, wenn das optische
Element mit seiner optischen Fläche
an im wesentlichen der Meßposition
in dem Meßlichtstrahl
angeordnet ist. Damit wird der Meßlichtstrahl von der zu vermessenden
optischen, Fläche
selbst zurück
reflektiert. Das heißt,
die zu vermessende optische Fläche
wird in Reflexion vermessen.
-
Gemäß einer
alternativen Ausführungsform
hierzu ist die reflektierende Fläche
separat von der optischen Fläche
des optischen Elements ausgebildet, und das optische Element wird
von dem Meßlichtstrahl durchsetzt,
wenn das optische Element mit seiner optischen Fläche an im
wesentlichen der Meßposition
in dem Meßlichtstrahl
angeordnet ist. Dies bedeutet, die optische Fläche wird im Durchtritt vermessen.
-
Das
Verfahren eignet sich besonders zum Vermessen von optischen Flächen mit
einer asphärischen Gestalt,
wobei des Verfahren nicht unbedingt hierauf beschränkt ist,
denn auch optische Flächen
mit einer sphärischen
Gestalt können
mit diesem Verfahren vermessen werden.
-
Im
Rahmen der vorliegenden Anmeldung wird eine optische Fläche dann
als eine asphärische
Fläche betrachtet,
wenn ihre Soll-Gestalt von der einer idealen sphärischen Gestalt abweicht. Dies
ist insbesondere dann der Fall, wenn die asphärische Fläche von einer die asphärische Fläche am besten
approximierenden Sphäre
stärker
abweicht, als dies einem bestimmten Kriterium entspricht. Ein solches
Kriterium basiert auf einem Gradienten der Differenz zwischen der
asphärischen
Fläche
und ihrer best approximierenden Sphäre. Die optische Fläche wird
als eine Asphäre
betrach tet, wenn der Gradient einen Wert von 6 μm geteilt durch den effektiven
Durchmesser der optischen Fläche übersteigt.
-
Gemäß einer
exemplarischen Ausführungsform
weist die Interferometeroptik eine Referenzfläche auf, von welcher das Referenzlicht
reflektiert wird und welche von dem Meßlichtstrahl durchsetzt wird.
Eine solche Referenzfläche
ist insbesondere bei Interferometern vom Fizeau-Typ vorgesehen.
-
Gemäß einer
weiteren exemplarischen Ausführungsform
umfaßt
das Verfahren ferner ein Bearbeiten der optischen Fläche des
optischen Elements in Abhängigkeit
von den ermittelten Abweichungen. Die Bearbeitung kann insbesondere
dahingehend erfolgen, daß die
Gestalt der optischen Fläche
an deren Soll-Gestalt angenähert
wird.
-
Eine
solche Bearbeitung kann insbesondere Schleifen, Polieren, Ionenstrahlformen,
magneto-rheologisches Formen oder eine Endbearbeitung der optischen
Fläche
des optischen Elements umfassen. Die Endbearbeitung wiederum kann
insbesondere ein Aufbringen einer Beschichtung auf die optische
Fläche
umfassen, wobei die Beschichtung insbesondere eine reflektierende
Beschichtung, eine anti-reflektierende Beschichtung oder eine Schutzbeschichtung
umfassen kann.
-
Unter
einem zweiten Aspekt sieht die Erfindung ein Verfahren zum Vermessen
oder/und Herstellen eines weiteren optischen Elements vor, welches
eine optische Fläche
mit einer Soll-Gestalt aufweist. Die optische Fläche des weiteren optischen
Elements wird wiederum mittels eines Interferometers vermessen,
welches wenigstens eine Linse aufweist. Um dieses Interferometer
mit einer hohen erforderlichen Genauigkeit bereitzustellen, wird
diese Linse des Interferometers mit Hilfe des vorangehend erläuterten
Verfahrens hergestellt und vermessen und sodann in die Interferometeroptik
zum Vermessen des weiteren optischen Elements integriert.
-
Unter
einem weiteren Aspekt der Erfindung ist ein optischer Apparat vorgeschlagen,
welcher wenigstens zwei Linsen und eine Halterung, um die beiden
Linsen mit änderbarem
Abstand voneinander und mit änderbarer
Orientierung zueinander zu haltern, umfaßt, wobei wenigstens eine erste
der beiden Linsen wenigstens eine gewölbte optische Fläche aufweist
und wobei die Halterung drei Stützpunkte
bereitstellt, auf denen die erste Linse mit ihrer gewölbten optischen
Fläche
aufliegt.
-
Hierbei
ist ein jeder der Stützpunkte
an einem Ende eines Zylinderbolzens bereitgestellt, welcher an einem
Teil seiner Mantelfläche
ein Außengewinde
aufweist. Die Halterung umfaßt
drei Löcher,
wobei ein jedes der drei Löcher
ein Innengewinde aufweist, in welches das Außengewinde jeweils eines Gewindebolzens
eingreift. Drehen eines Gewindebolzens bewirkt dann, daß sich der
Gewindebolzen in seiner axialen Richtung bewegt, so daß sich auch
der Stützpunkt,
auf dem die erste Linse aufliegt, bewegt.
-
Die
Löcher
in der Halterung des optischen Apparates sind derart orientiert,
daß ein
erster Durchmesser einer kleinsten Kugelfläche, welche Achsen der drei
Zylinderbolzen gemeinsam berühren,
kleiner ist als eine Hälfte
eines zweiten Durchmessers einer kleinsten Kugelfläche, welche
die drei Stützpunkte
gemeinsam berühren.
Die Achsen der Zylinderbolzen können
sich beispielsweise windschief in den Raum erstrecken. In diesem
Falle läßt sich
eine kleinste Kugelfläche
angeben, die dem durch diese drei Achsen aufgespannten Dreibein
aufliegt, wobei eine tangentiale Bedingung zu jeder der drei Achsen
vorliegt. Der erste Durchmesser dieser Kugelfläche ist dann kleiner als die
Hälfte
des zweiten Radius' einer
kleinsten Kugelfläche,
welche die drei Stützpunkte
gemeinsam berühren.
-
Ferner
können
sich die drei Achsen der Zylinderbolzen jeweils quer zu einer Verbindungslinie
zwischen Scheitelpunkten der optischen Flächen der Linsen erstrecken.
-
Weiterhin
können
die wenigstens zwei Linsen im wesentlichen eine gemeinsame optische
Achse aufweisen, und die drei Achsen der Zylinderbolzen erstrecken
sich jeweils im wesentlichen orthogonal zu der gemeinsamen optischen
Achse. Die Einschränkung „im wesentlichen" bezieht sich hier
darauf, daß eine
perfekte Fertigung nicht möglich
ist bedeutet daher Abweichungen, welche unterhalb der Genauigkeit
einer gewünschten
Meß- oder
Fertigungsgrenze liegen. Unter dieser Bedingung schneiden sich die
Achsen der Zylinderbolzen in einem Schnittpunkt auf der optischen
Achse. Ist diese Bedingung exakt erfüllt, so entspricht der Schnittpunkt dann
einer kleinsten Kugelfläche
mit dem ersten Durchmesser von Null.
-
Weiterhin
weist das Ende der Zylinderbolzen eine konvex gewölbte Oberfläche auf,
um den Stützpunkt bereitzustellen.
So ist erreicht, daß bei
Drehung eines Zylinderbolzen die optische Oberfläche der Linse nicht zerkratzt
wird, oder nur in einem vorgebbaren oder/und akzeptablen Ausmaß zerkratzt
wird.
-
Unter
einem letzten Aspekt stellt die Erfindung ein Interferometer vor,
welches eine Lichtquelle zur Erzeugung eines Meßlichtstrahls und eine von
einem Strahlengang des dem Meßlichtstrahls
durchsetzte Interferometeroptik zur Formung des Meßlichtstrahls
umfaßt,
wobei die Interferometeroptik eine vertikal orientierte optische Achse
aufweist und den optischen Apparat wie zuvor beschrieben umfaßt.
-
Ausführungsformen
der Erfindung werden nachfolgend anhand von Figuren näher erläutert. Hierbei zeigt
-
1 einen
schematischen Aufbau eines Interferometers zur Durchführung eines
Verfahrens zum Vermessen einer optischen Fläche gemäß einer Ausführungsform
der Erfindung,
-
2a, 2b Abweichungen
von Wellenfronten eines von dem Interferometer gemäß 1 erzeugten
Meßlichtstrahls
von deren Soll-Gestalt,
-
3 ein
Flußdiagramm
eines Verfahrens zum Herstellen eines optischen Elements, dessen
optische Fläche
mit dem in 1 gezeigten Interferometer vermessen
wird, und
-
4 einen
schematischen Aufbau eines weiteren Interferometers zur Durchführung eines
Verfahrens zum Herstellen eines optischen Elements gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung,
-
5 einen
schematischen Aufbau eines weiteren Interferometers zur Durchführung eines
Verfahrens zum Herstellen eines optischen Elements gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung, wobei eine optische Fläche des herzustellenden optischen
Elements im Durchtritt vermessen wird,
-
6 ein
schematisches Beispiel einer Halterung des optischen Apparates in
Seitenansicht,
-
7a ein
schematisches Beispiel von einer allgemeinen Stellung der Gewindebolzen
des optischen Apparates in einer Seitenansicht,
-
7b ein
schematisches Beispiel entsprechend 7a in
eine Aufsicht,
-
7c eine
geometrische Beziehung der technisch sinnvollen Orientierungen der
Gewindebolzen zueinander,
-
8 einen
Ausschnitt aus 6 zur Erläuterung einer Wirkungsweise
der Zylinderbolzen,
-
9 eine
beispielhafte Skizze von geometrischen Beziehungen, die innerhalb
des optischen Apparates vorliegen und welche die Grundlage zum Ermitteln
einer Steigung des Gewindes des Zylinderbolzens dienen.
-
In
der nachfolgenden Beschreibung von beispielhaften Ausführungsformen
sind Komponenten, die einander hinsichtlich ihrer Funktion und/oder
ihrer Struktur entsprechen, soweit als möglich mit entsprechenden Bezugsziffern
versehen. Deshalb sollte zum Verständnis der einzelnen Ausführungsformen
und deren Komponenten die Beschreibung anderer Ausführungsformen
und deren Komponenten und des einleitenden Teils der Beschreibung
herangezogen werden.
-
Die
nachfolgend beschriebenen Ausführungsformen
umfassen interferometrische Meßtechniken. Hierzu
sind eine Vielzahl von Meßtechniken
bekannt. Beispiele von interferometrischen Meßtechniken sind beschrieben
in
US 5,361,312 ,
US 5,982,490 und US 2002/0063867
A1. Die gesamte Offenbarung dieser Schriften wird durch Inbezugnahme
in die vorliegende Anmeldung aufgenommen.
-
1 zeigt
ein Interferometersystem 1 zum Messen einer asphärischen
Spiegelfläche 3 eines
Spiegels 5. Das Interferometersystem 1 umfaßt eine
Lichtquelle 4, wie etwa einen Helium-Neon-Laser, welche
einen Laserstrahl 5 emittiert. Der Laserstrahl 5 wird
durch eine Fokussierlinse 7 auf ein Loch (pin hole) eines Raumfilters 9 fokussiert,
so daß ein
divergierender Meßlichtstrahl 11 aus
kohärentem
Licht aus dem Loch austritt. Wellenfronten in dem divergierenden
Strahl 11 haben eine im wesentlichen sphärische Gestalt.
Der divergierende Strahl 11 wird durch eine oder mehrere
Linsen 13 zu einem parallelen Strahl 15 kollimiert,
dessen Wellenfronten eine im wesentlichen plane Gestalt aufweisen.
Der Strahl 15 durchsetzt eine keilförmige Platte 17, deren
eine Oberfläche 19 orthogonal
zur Richtung des Strahls 15 orientiert ist. Die Oberfläche 19 bildet eine
Fizeau-Fläche
des Interferometersystems 1, so daß ein Teil des Strahls 15 von
der Fizeau-Fläche 19 in sich
zurückreflektiert
wird, die Linse 13 durchsetzt und als konvergierender Strahl
an einem Strahlteiler 21 reflektiert wird und über ein
Objektiv 23 auf ein lichtempfindliches Substrat 35 einer
Kamera 37 geführt
wird.
-
Ein
die Fizeau-Fläche 19 durchsetzender
Teil 41 des Strahls 15 tritt in eine Interferometeroptik 43 ein und
wird von dieser zu einem Meßlichtstrahl 44 geformt,
welcher aus der Interferometeroptik 43 austritt und dabei
derartig geformte Wellenfronten aufweist, daß diese an einem jeden Ort
der Spiegelfläche 3 im
wesentlichen orthogonal auf diese auf treffen. Das Licht des Meßlichtstrahls 44 wird
dann im wesentlichen in sich von der Spiegelfläche 3 zurückreflektiert,
tritt in die Interferometeroptik 43 ein, wird von dieser
zu einem Strahl geformt, welcher im wesentlichen plane Wellenfronten
aufweist, durchsetzt die Fizeau-Fläche 19 und wird über die
Kollimationslinse 13, den Strahlteiler 21 und
das Objektiv 23 auf das Substrat 35 der Kamera 37 geleitet. Auf
dem lichtempfindlichen Substrat 35 entsteht dann aufgrund
der kohärenten Überlagerung
des von der Fizeau-Fläche 19 reflektierten
Referenzlichts und des von der Spiegelfläche 3 reflektierten
Meßlichts
ein Interferenzmuster, dessen Auswertung eine Bestimmung der Gestalt
der Spiegelfläche 3 ermöglicht.
-
Die
Interferometeroptik wird auch als ein Null-Linsen-System, ein K-System
oder als eine Kompensationsoptik bezeichnet. Diese hat die Aufgabe,
die in die Optik 43 eintretenden planen Wellenfronten des
Strahls 41 in solche Wellenfronten des Strahls 44 umzuwandeln,
daß deren
Gestalt am Ort der Spiegelfläche 3 im
wesentlichen der Soll-Gestalt der Spiegelfläche 3 entsprechen.
Für diese
Aufgabe ist die Interferometeroptik 43 konzipiert und ausgelegt
und umfaßt
hierzu drei Linsen 45, 46, 47, deren
Linsenflächen 51 bis 56 der
Reihe nach im Strahlengang der Interferometeroptik 43 angeordnet
sind.
-
Die
asphärische
Spiegelfläche
3 ist
durch folgende Gleichung charakterisiert, welche unter dem Begriff "Asphärengleichung" geläufig ist:
-
In
dieser repräsentiert
z die z-Koordinate der Oberfläche
an einem Abstand r von der optischen Achse 14, c ist die
Krümmung
der asphärischen
Fläche,
k ist die konische Kon stante, und αi sind
weitere Koeffizienten. Die Werte der Parameter der Gleichung für die Spiegelfläche 3 sind
der nachfolgenden Tabelle 1 zu entnehmen:
-
-
Optische
Daten der Interferometeroptik 43 sind der nachfolgenden
Tabelle 2 zu entnehmen. Darin bezeichnet die erste Spalte die Nummer
der Linsenfläche
gemäß 1,
die zweite Spalte die Bezeichnung des Mediums zwischen aufeinanderfolgenden
Linsenflächen
gemäß der Produktbezeichnungen
der Firma Schott, Mainz, Deutschland, von der die Gläser bezogen
werden können,
die dritte Spalte den Brechungsindex des Mediums zwischen den aufeinanderfolgenden
Linsenflächen,
die vierte Spalte den jeweiligen freien Durchmesser der Linsenfläche, die
fünfte
Spalte deren Krümmungsradius
und die sechste Spalte den Scheitelabstand zwischen den aufeinanderfolgenden
Linsenflächen.
-
-
Die
in der Tabelle 2 angegebenen Daten sind die Design-Daten für die optischen
Parameter der Interferometeroptik 43, das heißt, diese
Daten sind von einem Designer der Interferometeroptik errechnet
mit dem Ziel, daß die
Wellenfronten des aus der Interferometeroptik 43 austretenden
Meßlichtstrahls 44 die
gewünschte
asphärische
Gestalt aufweisen.
-
Die
Linsen 45 bis 47 werden gemäß der in Tabelle 2 angegebenen
Design-Daten gefertigt. Ferner werden Fassungen für die Linsen
derart gefertigt, daß diese
durch die Fassungen so gehalten werden können, daß die Scheitelabstände von
Linsenflächen
benachbarter Linsen auch die in Tabelle 2 angegebenen Design-Daten
aufweisen. Sodann werden die Linsen 45 bis 50 in
die Interferometeroptik 43 integriert, und die Interferometeroptik 43 wird
in dem Strahlengang des Meßlichtstrahls 41 zentriert
zu der optischen Achse 14 angeordnet.
-
Es
wird dann der Spiegel 5 mit seiner Spiegelfläche 3 in
dem Meßlichtstrahl 44 angeordnet,
um eine interferometrische Messung der Spiegelfläche 3 vorzunehmen,
indem die von der Spiegelfläche 3 zurückgeworfenen
Wellenfronten mit den von der Fizeau-Fläche 19 zurückgeworfenen
Wellenfronten auf dem lichtempfindlichen Substrat 35 der
Kamera 37 überlagert
werden. Aus dem Ergebnis dieser interferometrischen Messung kann
die Gestalt der Spiegelfläche 3 in
erster Nährung
ermittelt werden. Allerdings erfolgt diese Bestimmung der Gestalt
der Spiegelfläche 3 relativ
zu der Gestalt der Wellenfronten des Meßlichtstrahls 44 am
Ort der Spiegelfläche 3,
wobei allerdings diese Gestalt der Wellenfronten des Meßlichtstrahls 44 nicht
unabhängig qualifiziert
werden kann.
-
Um
die Genauigkeit der Ermittlung der Gestalt der Spiegelfläche 3 zu
erhöhen,
werden nun einige der optischen Parameter der Interferometeroptik
unabhängig
gemessen.
-
Inhomogenitäten des
Materials, aus dem die Linsen 45 bis 47 gefertigt
sind, können
mit einem interferometrischen Verfahren bestimmt werden, welches
aus J. Schwider et al., "Homogeneity
testing by phase sampling interferometry", APPLIED OPTICS, Vol. 24, No. 18, 3059-3061,
15. September 1985, und C. Ai et al., "Measurement of the inhomogeneity of
a window", OPTICAL
ENGINEERING, Vol. 30, No. 9, 1399-1404, September 1991, bekannt ist. Die
gesamte Offenbarung dieser Schriften wird durch Inbezugnahme in
die vorliegende Anmeldung aufgenommen.
-
Die
Krümmungsradien
der Linsen können
ebenfalls interferometrisch bestimmt werden, wie beispielsweise
nach einem Verfahren, welches in Lars A. Selberg, OPTICAL ENGINEERING,
Vol. 31, No. 9, 1961-1966, September 1992, beschrieben ist, dessen
Offenbarung durch Inbezugnahme in die vorliegende Anmeldung aufgenommen
ist.
-
Scheitelabstände zwischen
den beiden Linsenflächen
einer Linse oder Linsenflächen
einander benachbarter Linsen können
optisch gemessen werden mittels optischer Kohärenztomographie (OCT). Ein
Gerät hierzu
wird von der Firma FOGALE nanotech, 30900 Nimes, Frankreich unter
der Produktbezeichnung OCT-L "Fiber
optic interferometric sensor for remote dimensional measurements" vertrieben.
-
Scheitelabstände zwischen
den beiden Linsenflächen
einer Linse oder Linsenflächen
einander benachbarter Linsen können
ferner mit Hilfe einer Koordinatenmeßmaschine taktil gemessen werden.
-
Brechungsindizes
der Linsenmaterialien können
mit einem herkömmlichen
Verfahren, wie etwa dem Fraunhofer-Verfahren, gemessen werden.
-
Für das Interferometersystem 43 der
beschriebenen Ausführungsform
wurden auf diese Weise die in der nachfolgenden Tabelle 3 angegebenen
optischen Parameter unabhängig
bestimmt. Für
Zellen der Tabelle 3, welche keinen Eintrag aufweisen, wurden die
optischen Parameter nicht unabhängig
gemessen.
-
-
Nachfolgend
wird das Verhalten der Interferometeroptik 43 mit einem
Verfahren der Strahldurchrechnung (ray tracing) computerunterstützt simuliert.
Die Simulation erfolgt auf der Grundlage der in Tabelle 3 angegebenen
optischen Daten und, soweit diese nicht unabhängig gemessen wurden, durch
die entsprechenden Daten der Tabelle 2. Die Simulation setzt weiter
voraus, daß in
die Interferometeroptik 43 eintretende Wellenfronten des
Strahls 41 plane Wellenfronten sind. Ein Ergebnis der Simulation
ist dann die Gestalt der aus der Interferometeroptik 43 austretenden
Wellenfronten des Strahls 44 am Ort der Spiegelfläche 3.
Diese durch die Simulation erhaltenen Gestalten der Wellenfronten
weichen von der Soll-Gestalt der Spiegelfläche 3 aufgrund der
Abweichung der realen optischen Parameter der Interferometeroptik 43 von
den Auslegungsparametern der Interferometeroptik 43 (vergleiche
Tabelle 1) ab.
-
Diese
errechneten Abweichungen sind als ein Profil in x-Richtung (horizontal)
in 2a und als ein Profil in y-Richtung (vertikal) in 2b dargestellt.
-
Diese
durch Simulation erhaltenen Wellenfronten werden bei der Auswertung
der interferometrischen Messung an der Spiegelfläche 3 berücksichtigt,
indem die aus der interferometrischen Messung erhaltenen optischen
Wegdifferenzen durch die an dem entsprechenden Ort x, y ausgewerteten
Höhen der
Profile korrigiert werden.
-
Durch
die hiermit erfolgte Einbeziehung der gemessenen optischen Parameter
der Interferometeroptik 43 ist es möglich, die Genauigkeit der
Ermittlung der Gestalt der Spiegelfläche 3 zu erhöhen.
-
Das
vorangehend beschriebene Meßverfahren
und darauffolgende Maßnahmen
zur Fertigung des Spiegels 5 sind nachfolgend anhand des
Flußdiagramms
der 3 erläutert.
-
In
einem Schritt 101 wird die Interferometeroptik so ausgelegt,
daß die
von dieser bereitgestellten Wellenfronten im wesentlichen der Gestalt
der zu fertigenden Spiegelfläche 3 entsprechen.
Die optischen Parameter der Interferometeroptik, welche dieser Auslegung
entsprechen, werden in einem Schritt 103 bestimmt. Daraufhin
werden die Komponenten der Interferometeroptik, das heißt die Linsen 45 bis 47 und
deren Fassungen in Übereinstimmung
mit den optischen Parametern gemäß Auslegung
gefertigt (Schritt 105). Daraufhin werden in einem Schritt 107 die
Komponenten zusammengefügt,
um die Interferometeroptik 43 bereitzustellen. Es werden
dann einige von den optischen Parametern der Interferometeroptik
in einem Schritt 109 ermittelt. Dies sind vornehmlich solche
optische Parameter, welche an der zusammengebauten Interferometeroptik 43 ermittelt
werden können.
Andere optische Parameter, welche an der zusammengebauten Interferometeroptik 43 nicht
mehr gemessen werden können,
wie etwa der Brechungsindex des Materials der Linsen oder Inhomogenitäten desselben,
können
ent sprechend vor dem Zusammenfügen
der Komponenten zur Interferometeroptik ermittelt werden.
-
Es
wird sodann ein Datensatz erstellt, welcher als Eingabe für ein optisches
Rechenprogramm dienen kann. In den Datensatz werden die Design-optischen
Parameter der Interferometeroptik gemäß Auslegung (Tabelle 2) eingegeben.
In dem Datensatz werden ferner die optischen Parameter, welche in
dem Schritt 109 unabhängig
gemessen wurden (Tabelle 3), durch die Ergebnisse der Messungen
(Tabelle 3) in einem Schritt 111 ersetzt. Mit dem optischen
Rechenprogramm werden dann in einem Schritt 113 die Gestalten
der Wellenfronten des Meßlichtstrahls 44 errechnet,
welche aus der Interferometeroptik 43 austreten, wenn ein
Strahl mit planen Wellenfronten dieser zugeführt wird. Die errechneten Gestalten
der Wellenfronten weichen von deren Soll-Gestalt, welche Ziel der
Auslegung der Interferometeroptik in Schritt 101 war, ab.
Diese errechneten Abweichungen sind in den 2a und 2b dargestellt.
-
Es
wird sodann in einem Schritt 115 der Spiegel 5 in
dem Meßstrahl 44 angeordnet,
und es wird wenigstens eine interferometrische Messung der Spiegelfläche 3 in
einem Schritt 117 ausgeführt. In einem Schritt 119 wird
dann die Gestalt der Spiegelfläche
aus dem Ergebnis der interferometrischen Messung ermittelt, und zwar
unter Berücksichtigung
der in dem Schritt 113 simulierten Wellenfronten.
-
Aus
der somit bestimmten Gestalt der Spiegelfläche 3 werden in einem
Schritt 121 Abweichungen von deren Soll-Gestalt ermittelt.
Sind die Abweichungen in einem Entscheidungsschritt 123 kleiner
als ein vorbestimmter Schwellenwert, so bedeutet dies, daß die zu
fertigende Spiegelfläche 3 ihrer
Spezifikation entspricht, und es wird in einem Schritt 125 eine
Endbearbeitung der Spiegelfläche 3 durchgeführt. Daraufhin
wird der Spiegel 5 bereitgestellt und kann in einem Schritt 127 in
ein optisches System integriert werden, für welches er vorgesehen ist.
-
Wird
in dem Schritt 123 festgestellt, daß die Abweichungen größer als
der Schwellenwert sind, so wird in einem Schritt 129 der
Spiegel 5 an solchen Orten bearbeitet, an denen die Abweichungen
größer sind
als der Schwellenwert, um die Gestalt der Spiegelfläche 3 an
deren Soll-Gestalt anzunähern.
Daraufhin wird die Bearbeitung mit dem Schritt 115 fortgesetzt,
und der Spiegel 5 wird erneut in dem Meßlichtstrahl 44 angeordnet.
Daraufhin wird die interferometrische Messung, deren Auswertung
und die Entscheidung im Hinblick auf die Fertigstellung des Spiegels
gemäß den Schritten 117 bis 129 so
oft wiederholt, bis die Gestalt der Spiegelfläche 3 die Spezifikation
erfüllt
und der Spiegel in dem Schritt 127 schließlich bereitgestellt
wird.
-
Der
vorangehend erwähnte
Schwellenwert zur Entscheidung ob die Gestalt der zu fertigenden
optischen Fläche
der Spezifikation entspricht, wird von der Anwendung abhängen, für die das
optische Element vorgesehen ist. Ist das optische Element beispielsweise
eine Linse eines Objektivs zur Abbildung einer Maskenstruktur auf
ein Substrat in einem Lithographieprozeß zur Halbleiterfertigung unter
Verwendung von Strahlung einer Wellenlänge λ = 193 nm, kann der Schwellenwert
in einem Bereich zwischen etwa 1 nm und etwa 10 nm liegen. Wenn
das optische Element als ein Spiegel in einem abbildenden Objektiv
unter Verwendung von Strahlung im Bereich des EUV (extreme ultraviolet)
mit einer Wellenlänge
von beispielsweise λ =
13,5 nm eingesetzt wird, kann der Schwellenwert in einem Bereich
von etwa 0,1 nm bis etwa 1,0 nm liegen. Der Schwellenwert muß über die
optische Fläche
hinweg nicht konstant sein und kann unter anderem von beispielsweise einem
Abstand von einem Zentrum der optischen Fläche oder anderen Parametern
abhängen.
Insbesondere können
mehrere Schwellenwerte vorgesehen sein, welche für verschiedene Bereiche von
Ortsfrequenzen der Differenzen zwischen der gemessenen Gestalt der
Fläche
und deren Soll-Gestalt definiert sind.
-
Das
Bearbeiten der optischen Fläche
kann mehrere geeignete Bearbeitungsverfahren umfassen, wie beispielsweise
Schleifen, Polieren, Ionenstrahlformen und magnetorheologisches
Formen.
-
Die
Endbearbeitung der optischen Fläche
kann ein abschließendes
Polieren und das Aufbringen einer Beschichtung umfassen. Die Beschichtung
kann eine reflektierende Beschichtung, eine anti-reflektierende
Beschichtung und eine Schutzbeschichtung umfassen. Die Beschichtungen
können
mit mehreren geeigneten Verfahren aufgebracht werden, wie etwa Sputtern.
Die reflektierende Beschichtung kann beispielsweise eine Mehrzahl
von Schichten umfassen, wie etwa 10 Schichten aus paarweise verschiedenen
dielektrischen Materialien, wie etwa Molybdänoxid und Siliziumoxid. Dicken
der verschiedenen Schichten können
beispielsweise im Bereich von etwa 5 nm liegen und werden an die
Wellenlänge
der Strahlung angepaßt
sein, welche von der optischen Fläche zu reflektieren ist. Die
anti-reflektierende Beschichtung soll Reflexionen von Strahlung
von der optischen Fläche,
beispielsweise einer Linse, reduzieren und kann mehrere Schichten
aus verschiedenen Materialien umfassen, wie etwa Magnesiumfluorid,
Lanthanoxid und anderen. Die reflektierende Beschichtung und die
anti-reflektierende Beschichtung können schließlich durch eine passivierende
Schutzschicht abgedeckt sein, welche durch verschiedene geeignete
Materialen, wie etwa Ruthenium, gebildet sein kann.
-
4 zeigt
ein Interferometersystem 1a zur Durchführung einer weiteren Ausführungsform
des Verfahrens zum Vermessen und Herstellen eines optischen Elements.
Das optische Element ist hier ein Spiegel 5a mit einer
Spiegelfläche 3a, welche
mit einem Meßlichtstrahl 44a vermessen
wird. Zur Erzeugung des Meßlichtstrahls 44a sind
eine Laserlichtquelle 4a, ein Kollimator 7a und
ein Raumfilter 9a vorgesehen, um einen divergierenden Strahl 11a zu
erzeugen, welcher durch eine Kollimationslinse 71 zu einem
parallelen Strahl 73 geformt wird, in welchem ein Strahlteiler 21a angeordnet
ist. Der parallele Strahl 73 wird durch eine weitere Kollimiationslinse 75 in
einen konvergierenden Strahl umgewandelt, welcher nach einem Strahlüberkreuzungspunkt
(cross over) 77 zu einem divergierenden Strahl 79 wird,
dessen Wellenfronten sphärische
Gestalt aufweisen. Der Strahl 79 tritt in eine Interferometeroptik 43a ein,
welche zwei Linsen 45a und 50a aufweist. Die Linse 45a hat
zwei Linsenflächen 51a und 52a,
und die Linse 50a hat zwei Linsenflächen 53a und 54a.
Die Linsenfläche 54a dient
auch als eine Fizeau-Fläche 19a des
Interferometersystems 1a. Von der Fizeau-Fläche 19a zurückreflektierte
Anteile des Strahls werden über
den Strahlteiler 21a auf ein lichtempfindliches Substrat 35a einer
Kamera 37a geführt.
Mit einem geringen Abstand d von etwa 10 bis 20 mm von der Fizeau-Fläche 19a ist
die herzustellende Spiegelfläche 3a angeordnet.
Die Spiegelfläche 3a hat
eine asphärische
Gestalt. Auch die Fizeau-Fläche 19a weist
eine asphärische
Gestalt auf, welche in Richtung eines von der Interferometeroptik 43a bereitgestellten
Meßstrahls 44a an
allen Orten den gleichen Abstand d von der zu vermessenden Spiegelfläche 3a aufweist.
Von der Spiegelfläche 3a zurückreflektierte
Strahlung wird ebenfalls zu dem lichtempfindlichen Substrat 35a geführt und
gelangt dort in interferente Überlagerung
mit der zurückreflektierten
Referenzstrahlung. Hintergrundinformation zur Durchführung einer
interferometrischen Messung mit dem in 4 dargestellten
Interferometersystem 1a können der US 2003/0002048 A1
entnommen werden, deren Offenbarung vollumfänglich in die vorliegende Anmeldung
aufgenommen wird.
-
Aufgrund
des geringen Abstands d der zu fertigenden Spiegelfläche 3a von
der als Referenzfläche
dienenden Fizeau-Fläche 19a,
muß letztere
im wesentlichen die gleiche asphärische
Gestalt aufweisen wie die Soll-Gestalt der Spiegelfläche 3a.
Es muß also
die Fizeau-Fläche 19a mit
wenigstens einer gleichen bzw. höheren
Präzision
gefertigt sein, wie die Spiegelfläche 3a zu fertigen
ist. Dieses Problem wird dadurch gelöst, daß für die Fertigung der Fizeau-Fläche 19a eine
separate Interferometeroptik ausgelegt wird und die Fizeau-Fläche 19 dann
mit dieser separaten Interferometeroptik vermessen wird, um Abweichungen
zwischen der Fizeau-Fläche 19a und
deren Soll-Gestalt zu erfassen. Hierzu wird das Verfahren eingesetzt,
wie es vorangehend anhand der 1 bis 3 erläutert wurde.
-
In
den vorangehend beschriebenen Ausführungsformen besteht die Interferometeroptik
zur Erzeugung des Meßlichtstrahls
aus refraktiven Linsen. Es ist jedoch auch möglich, zur Formung des Meßlichtstrahls ein
diffraktives Hologramm, wie etwa ein Computer generiertes Hologramm
(CGH), einzusetzen.
-
Zur
Ausführung
des Verfahrens eingesetzte und vorangehend erläuterte Interferometer sind
Interferometer vom Fizeau-Typ.
Es können
hierzu jedoch auch andere mögliche
Interferomtertypen eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind Interferometer
vom Twyman-Green-Typ, welche beispielhaft in Kapitel 2.1 des oben
erwähnten
Lehrbuches von Daniel Malacara erläutert sind. Weitere Beispiele
sind Interferometer vom Michelson-Typ, welche beispielhaft ebenfalls
in Kapitel 2.1 des Lehrbuches von Daniel Malacara erläutert sind.
Weitere Beispiele sind Interferometer vom Mach-Zehnder-Typ, welche beispielhaft in
Kapitel 2.6 des Lehrbuches von Daniel Malacara erwähnt sind.
Weitere Beispiele sind Interferometer vom Point-Diffraction-Typ,
welche beispielsweise in
US 5,548,403 und
in dem Artikel "Extreme ultraviolet
phase-shifting point-diffraction interferometer: a wavefront metrology
tool with subangstrom reference-wave accuracy" by Patrick P. Naulleau et al., Applied
Optics-IP, Volume
38, Issue
35, Seiten 7252 bis
7263, Dezember 1999, beschrieben sind. Die Offenbarung der vorgenannten
Referenzen wird vollumfänglich
in die Anmeldung aufgenommen.
-
5 zeigt
ein Interferometersystem 1b zur Durchführung einer weiteren Ausführungsform
des Verfahrens zum Vermessen und Herstellen eines optischen Elements.
Das optische Element ist hier eine Linse 5b mit zwei optischen
Flächen 3bl und 3br.
Der Meßlichtstrahl 44b wird
hier in ähnlicher
Weise wie der Meßlichtstrahl 44 in
dem in 1 gezeigten Beispiel erzeugt. Auf die Details
wird hier daher nicht noch einmal eingegangen. Im Unterschied zu
dem vorgenanntem Beispiel wirkt hier allerdings die optische Fläche 56b der
Linse 47b als eine Fizeau-Fläche 19b. Die optische
Fläche 56b ist
beispielsweise nach einem der vorstehend beschriebenen Verfahrensbeispiele
für das
Messen oder/und die Herstellung eines optischen Elements in Reflektion
gefertigt worden. Damit weist die optische Fläche 56b beispielsweise
ein gewünschte
asphärische Soll-Gestalt
auf. Der durch die Interferometeroptik 43b erzeugte Meßlichtstrahl 44b tritt
an jedem Punkt der als Fizeau-Fläche 19b dienenden
Linsenfläche 56b orthogonal
aus der Linse 47b aus, durchstrahlt die zu messende Linse 5b mit
ihren optischen Flächen 3bl und 3br,
um schließlich
auf eine Fläche 81 eines
Spiegels 82 zu treffen. Dieser Spiegel 82 weist
eine hochpräzise
sphärische
Gestalt auf. Das von dem Spiegel 82 reflektierte Licht
durchdringt dann die Linse 5b, so daß es mit dem von der Fizeau-Fläche 19b reflektierten
Referenzlicht interferieren und von einem nicht gezeigten Detektor
erfaßt
werden kann. Die erfindungsgemäße Auswertung
der erfaßten
Interferenzmuster ermöglicht
eine Messung oder/und ein Herstellen der Linse 5b.
-
In 6 ist
ein optischer Apparat 200 beispielhaft dargestellt. Er
umfaßt
zwei Linsen 201, 211 und eine Halterung 220,
um die beiden Linsen 201, 211 mit änderbarem
Abstand d voneinander und mit änderbarer
Orientierung 251, 253 zueinander zu haltern. Hierbei
weist wenigstens eine der Linsen, beispielsweise Linse 201 wenigstens
eine gewölbte
optische Fläche 203 auf.
Die Halterung 220 stellt drei Stützpunkte 253 bereit,
auf denen die erste Linse 201 mit ihrer gewölbten optischen
Fläche 203 aufliegt.
Der Stützpunkt 253 ist
an einem Ende eines Zylinderbolzens 231 auf einer Auflage 252 bereitgestellt.
Die Orientierung des Zylinderbolzens ist durch die Achse 247 bestimmt.
Der Zylinderbolzen 231 weist an einem Teil 232 seiner
Mantelfläche
ein Außengewinde 232 auf.
Die Halterung umfaßt
drei Löcher 234,
wobei in jedem der drei Löcher 234 je
eine Fassung 237 gehaltert ist, welche eine ein Innengewinde 235 aufweisende
Buchse 230 haltert. Das Außengewinde 232 jeweils
eines Zylinderbolzens 231 greift in das jeweilige Innengewinde 235 ein.
Die die Buchse 230 umgreifende Fassung 237 weist
eine Schlitz 239 auf. Der Schlitz 239 hat einen
offenen Bereich 263 und bildet an einem geschlossenen Bereich 261 eine
Einheit mit der Fassung 237. In einem Bereich des offenen
Bereichs 263 weist die Fassung 237 beiderseits
der durch den Schlitz 239 gebildeten Ausnehmung ein Innengewinde 267 auf,
dessen Orientierung durch die Achse 241 gekennzeichnet
ist. In Eingriff mit diesem Innengewinde 267 befindet sich
das Außengewinde 269 einer
Schraube 265. In der Halterung 220 befindet sich
an der Durchstoßstelle
der Achse 241 eine Ausnehmung 271 zur Aufnahme
eines Endbereiches 273 der Schraube 265. Durch
Schrauben der Schraube 265, so daß sie sich in Richtung der
Halterung 220 bewegt, nähern
sich beide Teile des offenen Bereiches 263 der Fassung 237 einander.
Dies führt
zu einem Einklemmen der Buchse 230 in bezug auf die Halterung 220.
Auf diese Weise ist eine Lage des Zylinderbolzens 231 in
bezug auf die Halterung 220 fixiert. An einem von der Halterung 220 wegweisenden
Ende weist der Zylinderbolzen einen Vorsprung 236 auf.
Der Vorsprung 236 stellt einen Eingriff bereit, um den
Zylinderbolzen 231 drehen zu können. Beispielsweise kann dieser
Eingriff in einem Schlitz für
einen Schraubendreher bestehen oder einer anderen Formgebung, um
mit einem geeigneten Werkzeug den Zylinderbolzen 231 drehen
zu können.
-
Das
Zusammenwirken des Zylinderbolzens 231 in der Fassung 237 wie
oben beschrieben wurde hier beispielhaft für einen Zylinderbolzen erläutert. Sinngemäß gilt dasselbe
für die
Zylinderbolzen 231' und 231'' (231'' nicht
gezeigt) in den jeweiligen Fassungen 237' und 237'' (237'' nicht gezeigt).
-
Weiterhin
weist die Halterung 220 einen umlaufenden hervorstehenden
Rand 280, 281 auf. Ein Bereich 281 des
Randes ragt weiter als ein Bereich 280 des Randes hervor.
Der Bereich 281 des Randes umfaßt eine Öffnung 282 zur Aufnahme
einer Fassung 283. Die Fassung 283 nimmt parallel
zur Vorzugsorientierung 250 der Halterung 220 einen
Zylinderbolzen 221 auf, welcher an seinem einen Ende einen
kugelförmigen
Endbereich und an seinem anderen Ende eine zylindrische Ausnehmung 285 aufweist.
Weiterhin ist eine Halteplatte 243 vorgesehen, die mittels
einer Schraube 245 an der Halterung befestigt ist, um unbeabsichtigte
Bewegungen des ersten optischen Elements zu verhindern.
-
In
dem oben beschriebenen Beispiel liegen die Achsen 247, 247' und 247'' der Zylinderbolzen 231, 231' und 231'' in einer Ebene und schneiden sich
in einem Punkt, der auf einer zentralen Achse 250 der Halterung 220 liegt.
Allerdings können
die Zylinderbolzen 231b, 231'b und 231''b auch
mit anderen Orientierungen ihrer Achsen 247b, 247'b und 247''b in geeignet geformte Löcher 234b, 234'b und 234''b eingebracht werden. Dies wird
im folgenden anhand der 7a, 7b und 7c beschrieben.
-
Die 7a und 7b zeigen
in einer Seitenansicht ( 7a) und
in einer Aufsicht (7b) eine windschiefe Anordnung
der Achsen der Zylinderbolzen zueinander. Die 7c zeigt
eine schematisch stark vereinfachte Ansicht der in den 7a und 7b gezeigten
Bedingung von oben gesehen.
-
7a zeigt
in Seitenansicht den Zylinderbolzen 231b seinem Loch 234b.
Das Loch 234b ist in einem allgemeinen Winkel in in die
Halterung 220b eingearbeitet. Gleiche Bezugszeichen wie
im Vorhergehenden bezeichnen hierbei gleiche Teile. Die Achse 247b des
Zylinderbolzen liegt hier in einem allgemeinen Winkel zur Halterung 220b vor.
-
7b zeigt
in Aufsicht alle drei Zylinderbolzen 231b, 231'b und 231''b in derselben Bedingung wie in 7a.
Die allgemeine Ausrichtung der Löcher 234b, 234'b und 234''b führt dazu, wie aus dem betrachtenden
Vergleich der 7a mit 7b hervorgeht,
daß die
Achsen 247b, 247'b und 247''b der Zylinderbolzen eine windschiefe
Orientierung zueinander einnehmen. Allerdings gewährleistet
nicht jede beliebige Orientierung der Löcher 234b, 234'b und 234''b die Möglichkeit, die Justiermöglichkeit,
die optischen Elemente mit änderbarem
Abstand voneinander und änderbarer
Orientierung zueinander zu haltern. Die allgemein windschiefen Achsen 247b, 247'b und 247''b müssen in einer Beziehung zueinander
stehen, die in 7c schematisch dargestellt ist:
Damit die obige Justiermöglichkeit
gegeben ist, müssen
die Achsen 247b, 247'b und 247''b in einer
Weise aufeinander zulaufen, daß eine
minimale Kugelfläche 258,
die von den drei Achsen 247b, 247'b und 247''b berührt wird
und durch diese Berührpunkte 248, 248' und 248'' definiert ist, kleiner ist als
ein zweiter Durchmesser einer kleinsten Kugelfläche 268, welche die
drei Stützpunke
gemeinsam berühren.
-
8 veranschaulicht
beispielhaft die Funktionsweise des optischen Apparats. Hier ist
ein Ausschnitt aus 6 gezeigt; gleich Bezugszeichen
bedeuten hier gleiche Bauteile. Das erste optische Element 201d liegt
hier mit seiner gewölbten
Fläche
auf dem Stützpunkt 253d der
Auflage 252d auf. wird nun der Zylinderbolzen 231d in
der Drehrichtung 401 betätigt, so bewegt sich der Zylinderbolzen 231d entlang
der Richtung 403 auf dem Bild nach links oder nach rechts.
Da das optische Element 201d eine gewölbte Fläche 203d aufweist,
bewegt sich der Stützpunkt 253d entsprechend
der mit a bezeichneten Neigung. Dies führt dazu, daß sich das
optische Element in diesem Bereich auf der Zeichnung nach oben oder
nach unten bewegt. Dies führt zu
einer Kippbewegung des ersten optischen Elements und damit zu einer Änderung
der Orientierung des ersten optischen Elements zu der Orientierung
des zweiten optischen Elements. Werden hingegen alle drei Zylinderbolzen
in der gleichen Weise drehend betätigt, so erfährt das
erste optische Element 201 als Ganzes eine Translation,
so daß eine
Veränderung
des Abstandes des ersten optischen Elements von dem zweiten optischen
Element bewirkt ist.
-
Die 9 veranschaulicht
beispielhaft eine Abmessung einer zu fertigenden Gewindesteigung
s des Bolzengewindes 232e im Zusammenhang mit dem vorgegebenen
Auflagedurchmesser R. Beträgt
beispielsweise der Radius R1 der Kugelauflage 60 cm und ein Krümmungsradius
R2 des optischen Elements 437,2 mm, so ist bei einer Neigung a der
optischen Fläche 203e eine
Gewindesteigung von s = 0,35 mm/Umdrehung anzusetzen, gemäß sin α ≈ 60/437,2
= 7,888°,
was
zu einer Ganghöhe
des Gewindes 232e von
h = 0,00485 mm / Umdrehung
führt.
-
Zusammenfassend
schlägt
die Erfindung ein Verfahren zum Vermessen und Herstellen eines optischen
Elements vor, welches eine optische Fläche mit einer Soll-Gestalt
aufweist, und das interferometrische Vermessen der optischen Fläche mit
einem Interferometer umfaßt,
welches eine Interferometeroptik aufweist. Die Interferometeroptik
ist derart ausgelegt, daß von
dieser erzeugtes Meßlicht
an sämtlichen
Orten der optischen Fläche
eines Spiegels im wesentlichen orthogonal auf diesen auftrifft.
-
Es
werden ferner optische Eigenschaften des Interferometers unabhängig gemessen,
und eine Abweichung der Gestalt der vermessenden optischen Fläche von
deren Soll-Gestalt wird aus der interferometrischen Messung ermittelt,
und zwar unter Berücksichtigung
der wenigstens einen gemessenen optischen Eigenschaft des Interferometers.
In Abhängigkeit
von den ermittelten Abweichungen kann dann eine weitere Bearbeitung der
optischen Fläche
erfolgen.
-
Das
so hergestellte optische Element kann in einem optischen System
eingesetzt werden und erfüllt dort
hohe Genauigkeitsanforderungen. Das so hergestellte optische Element
kann ferner in einer Interferometeroptik eingesetzt werden, welche
wiederum zum Vermessen einer optischen Fläche eines weiteren optischen Elements
und dessen Herstellung eingesetzt wird.
-
Weiterhin
stellt der erfindungsgemäße optische
Apparat die Möglichkeit
bereit, einen Abstand zwischen einem ersten optischen Element und
einem zweiten optischen Element sowie die Orientierung ihrer jeweiligen
optischen Achse zueinander einzustellen.