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DE102005012937A1 - Dynamisches Durchflussnormal - Google Patents

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DE102005012937A1
DE102005012937A1 DE102005012937A DE102005012937A DE102005012937A1 DE 102005012937 A1 DE102005012937 A1 DE 102005012937A1 DE 102005012937 A DE102005012937 A DE 102005012937A DE 102005012937 A DE102005012937 A DE 102005012937A DE 102005012937 A1 DE102005012937 A1 DE 102005012937A1
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DE
Germany
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flow
rotor
stator
opening
standard
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Withdrawn
Application number
DE102005012937A
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English (en)
Inventor
Ulrich Doebler
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Robert Bosch GmbH
Original Assignee
Robert Bosch GmbH
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Withdrawn legal-status Critical Current

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    • GPHYSICS
    • G01MEASURING; TESTING
    • G01FMEASURING VOLUME, VOLUME FLOW, MASS FLOW OR LIQUID LEVEL; METERING BY VOLUME
    • G01F25/00Testing or calibration of apparatus for measuring volume, volume flow or liquid level or for metering by volume
    • G01F25/10Testing or calibration of apparatus for measuring volume, volume flow or liquid level or for metering by volume of flowmeters

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Abstract

Für viele Prozesse, beispielsweise für den Verbrennungsprozess in einer Verbrennungskraftmaschine, müssen definiert fluide Medien (214), insbesondere Kraftstoff (214), dem Prozess zugeführt werden. Dabei kommen häufig Durchflussmesser (212) zum Einsatz. Es wird ein dynamisches Durchflussnormal (110) zur Kalibrierung von Durchflussmessern (212) für fluide Medien (214) vorgeschlagen, welches eine Durchströmungskammer (112) mit mindestens einem Zulauf (114) und mindestens einem Ablauf (116) aufweist. Die mindestens eine Durchströmungskammer (112) weist weiterhin mindestens einen Stator (118) mit mindestens einer Statoröffnung (124) auf sowie mindestens einen Rotor (134). Der Rotor (134) ist ausgestaltet, um die mindestens eine Statoröffnung (124) in mindestens einer ersten Position gegen Durchströmung mit fluidem Medium (214) zu verschließen und in mindestens einer zweiten Position ganz oder teilweise freizugeben.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein dynamisches Durchflussnormal zur Kalibrierung von Durchflussmessern für fluide Medien. Derartige Durchflussmesser werden beispielsweise in Kraftstoffzuleitungen für Verbrennungskraftmaschinen eingesetzt. Weiterhin betrifft die Erfindung einen Prüfstand zum Kalibrieren eines Durchflussmessers für fluide Medien sowie ein Verfahren zum Kalibrieren von Durchflussmessern in einer Kraftstoffzuleitung für eine Verbrennungskraftmaschine.
  • In vielen Bereichen der Technik, beispielsweise der chemischen Reaktionstechnik oder der Kraftfahrzeugtechnik, müssen einem Prozess definiert fluide Medien zugeführt werden.
  • Ein wichtiges Beispiel hierfür ist die Zuführung von Kraftstoff aus einem Kraftstofftank zu einer Verbrennungskraftmaschine. Dabei wird Kraftstoff beispielsweise mittels eines Einspritzventils in einen Brennraum der Verbrennungskraftmaschine eingespritzt. Neben flüssigen Medien, wie z.B. Kraftstoff, ist auch in vielen technischen Einsatzgebieten eine definierte Zuführung von Gasen erforderlich, beispielsweise im Ansaugtrakt einer Verbrennungskraftmaschine.
  • Um derartige fluide Medien, also Gase oder Flüssigkeiten, dem Prozess definiert zuführen zu können, werden vielfach Durchflussmesser eingesetzt. Diese Durchflussmesser können nach unterschiedlichen Prinzipien funktionieren, wobei das Funktionsprinzip der Durchflussmesser üblicherweise auf die Art des fluiden Mediums, auf die Umgebungsbedingungen und auf die Art der Strömung des fluiden Mediums angepasst gewählt wird.
  • Zahlreiche verschiedene Arten von Durchflussmessern sind kommerziell erhältlich. So lassen sich beispielsweise einfache Durchflussmesser einsetzen, bei welchen das fluide Medium durch seine Strömung über Antriebsschaufeln eine Welle antreibt, deren Rotation gemessen werden kann. Andere Durchflussmesser nutzen Effekte aus wie beispielsweise eine Beeinflussung einer Ausbreitungsgeschwindigkeit von Ultraschallwellen durch die Strömung des fluiden Mediums. Auch Durchflussmesser, bei denen unmittelbar ein Massenfluss, also beispielsweise eine durch ein Rohr innerhalb einer gewissen Zeiteinheit transportierte Masse, gemessen wird, sind denkbar. Derartige Durchflussmesser sind beispielsweise als Heißfilmluftmassenmesser im Ansaugtrakt von Verbrennungskraftmaschinen kommerziell im Einsatz. Wieder andere Durchflussmesser setzen andere physikalische Prinzipien, wie beispielsweise optische Messmethoden, magnetisch-induktive Messmethoden oder Messmethoden zur Massenstrommessung aufgrund von Trägheitskräften, wie beispielsweise Coriolis-Durchflussmessung, ein. Die nachfolgend beschriebene Erfindung ist grundsätzlich zur Kalibrierung aller Arten von Durchflussmessern für fluide Medien geeignet.
  • Durchflussmesser werden in der Regel mit einem konstanten Massen- bzw. Volumenstrom kalibriert. Dieses Verfahren hat jedoch den Nachteil, dass dynamische Druckschwingungen bei dieser Kalibrierung nicht berücksichtigt werden. Bei Durchflussmessern, welche im Bereich der Kraftstoffzufuhr für Verbrennungskraftmaschinen eingesetzt werden, liegt jedoch eine diskontinuierliche Strömung vor. Dies ist insbesondere dadurch bedingt, dass getaktete Ventile, insbesondere Einspritzventile, eingesetzt werden, welche Druckschwankungen in der Kraftstoffzuleitung verursachen. Durch diese Druckschwankungen und die damit verbundene diskontinuierliche Strömung wird jedoch das Messsystem der Durchflussmesser zum Teil stark beeinflusst.
  • Zum Abgleich und zur Kalibrierung von Durchflussmessern für diese Art von Anwendungen werden daher bislang häufig Referenz-Durchflussmesser eingesetzt, welche jedoch keine standardisierten Normale darstellen. Insbesondere sind daher typischerweise Messungen an verschiedenen Prüfständen, beispielsweise an verschiedenen Orten, kaum durchzuführen.
  • Häufig werden zur Kalibrierung der Durchflussmesser Vergleichsventile eingesetzt, welche mehr oder weniger normiert sind und welche beispielsweise auch zwischen verschiedenen Prüfständen ausgetauscht werden können. Insgesamt verursacht ein Abgleich zwischen verschiedenen Prüfständen an verschiedenen Orten jedoch einen hohen Aufwand, welcher insbesondere bei der Entwicklung und der Qualitätssicherung von Durchflussmessern für Verbrennungskraftmaschinen häufig nicht tolerabel ist.
  • Vorteile der Erfindung
  • Es wird daher ein dynamisches Durchflussnormal zur Kalibrierung von Durchflussmessern für fluide Medien vorgeschlagen, welches dazu beiträgt, die aus dem Stand der Technik bekannten Kalibrierverfahren für Durchflussmesser zu verbessern. Dieses dynamische Durchflussnormal ist insbesondere messtechnisch rückführbar und kann derart ausgestaltet werden, dass die selbe Druckdynamik erzeugt wird, wie auch im praktischen Einsatz des Durchflussmessers. Beispielsweise kann dies eine Druckdynamik sein, welche in einer Kraftstoffzuleitung zu einer Verbrennungskraftmaschine auftritt, wenn ein getaktetes Kraftstoffventil betätigt wird.
  • Weiterhin wird ein Prüfstand zum Kalibrieren eines Durchflussmessers für fluide Medien vorgeschlagen, sowie ein Verfahren zum Kalibrieren von Durchflussmessern in einer Kraftstoffzuleitung für eine Verbrennungskraftmaschine.
  • Ein wesentliches Merkmal der Erfindung besteht darin, dass ein dynamisches Durchflussnormal eingesetzt wird, welches mindestens eine Durchströmungskammer mit mindestens einem Zulauf und mindestens einem Ablauf aufweist. Die mindestens eine Durchströmungskammer weist einen Stator mit mindestens einer Statoröffnung und mindestens einen Rotor auf, wobei der Rotor ausgestaltet ist, um die mindestens eine Statoröffnung in mindestens einer ersten Position gegen Durchströmung zu verschließen und in mindestens einer zweiten Position freizugeben.
  • Die Durchströmungskammer kann einfach ein Abschnitt eines Rohres sein, beispielsweise einer Kraftstoffleitung, oder es kann sich dabei um eine separate, beispielsweise gegenüber einem Rohrquerschnitt des Zulaufes und des Ablaufes erweiterte Kammer handeln. Letzteres hat insbesondere den Vorteil, dass bei Verwendung einer separaten, erweiterten Durchströmungskammer ein Druckreservoir vorhanden ist, mittels dessen Druckstöße und Druckschwankungen ausgeglichen werden können.
  • Ein Grundgedanke besteht also darin, einen Durchfluss durch den Durchflussmesser dadurch zu steuern, dass mittels des dynamischen Durchflussnormals in einem Rohrleitungssystem, in welches der Durchflussmesser integriert ist, dynamische Massen- bzw. Volumenstromschwankungen erzeugt werden, welche wohl definiert sind und welche beispielsweise die im praktischen Einsatz des Durchflussmessers auftretenden Schwankungen simulieren. Insbesondere kann das Durchflussnormal so ausgestaltet sein, dass die Druckschwankungen in einem Kraftstoffleitungssystem, welche infolge eine getakteten Betriebs eines Kraftstoffeinspritzventils auftreten, simuliert werden.
  • Der mindestens eine Stator kann als separates Bauteil in die mindestens eine Durchströmungskammer integriert sein, also beispielsweise die mindestens eine Durchströmungskammer in zwei Bereiche unterteilen. Dies sollte insbesondere so erfolgen, dass eine fluidische Verbindung zwischen den beiden Bereichen ausschließlich über die mindestens eine Statoröffnung erfolgen kann, also dass der mindestens eine Stator die beiden Bereiche ge geneinander abdichtet (mit Ausnahme der mindestens einen Statoröffnung). Alternativ kann der Stator jedoch auch eine Wand der mindestens einen Durchströmungskammer selbst sein oder ein Bestandteil einer derartigen Wand.
  • Beispielsweise kann der mindestens eine Stator scheibenförmig ausgebildet sein, wobei die mindestens eine Statoröffnung beispielsweise eine oder mehrere Bohrungen in den scheibenförmigen Stator aufweist. Diese Bohrungen, wobei es sich sinngemäß um zylindrische Bohrungen, Langlöcher oder beliebige andere Formen von Bohrungen handeln kann, bestimmen im Wesentlichen den Durchfluss des fluiden Mediums.
  • So wird, bei vorgegebenem Eingangsdruck des fluiden Mediums und vorgegebener Öffnungsdauer der mindestens einen Statoröffnung, der Volumen- oder Massenstrom des fluiden Mediums durch die mindestens eine Statoröffnung während der Öffnungsdauer im Wesentlichen bestimmt durch eine Querschnittsfläche der mindestens einen Statoröffnung, die Länge eines Durchflusskanals der mindestens einen Statoröffnung und/oder einem Innenlumen der mindestens einen Statoröffnung. Beispielsweise können auch mehrere Statoröffnungen vorgesehen sein, welche sich beispielsweise in den genannten Eigenschaften und damit auch im Volumenstrom, welcher diese Statoröffnungen durchströmt, unterscheiden.
  • Auch der mindestens eine Rotor kann auf unterschiedliche Art und Weise ausgebildet sein. So kann der mindestens eine Rotor beispielsweise eine Rotorscheibe aufweisen. Diese Rotorscheibe sollte mindestens eine Rotoröffnung aufweisen, beispielsweise ebenfalls wieder eine Bohrung (wobei es sich sinngemäß wiederum um eine kreisförmige Bohrung, ein Langloch oder jede beliebige andere Bohrungsgeometrie handeln kann) aufweisen, welche in mindestens einer Position des mindestens einen Rotors mit der mindestens einen Statoröffnung ganz oder teilweise zur Deckung gebracht werden kann, dergestalt, dass fluides Medium durch die mindestens eine Rotoröffnung und die mindestens eine Statoröffnung (oder umgekehrt) strömen kann.
  • Auch kann die mindestens eine Rotorscheibe beispielsweise als Kreissegmentscheibe ausgestaltet sein, welche in einer Winkelstellung mindestens eine der mindestens einen Statoröffnung verschließt und in einer anderen Winkelstellung mindestens eine der mindestens einen Statoröffnung freigibt. Beispielsweise kann die mindestens eine Rotorscheibe mit mindestens einer Rotorwelle verbunden sein, wobei die mindestens eine Rotorscheibe durch die mindestens eine Rotorwelle in einer Winkelstellung verstellbar ist. Es ist auch eine Ausgestaltung denkbar, bei der in verschiedenen Winkelstellungen verschiedene Statoröffnungen freigegeben beziehungsweise geöffnet werden. Dadurch ist auch beispielsweise ein mehrstufiger Einspritzprozess von Kraftstoff in eine Verbrennungskraftmaschine simulierbar, bei welchem zu verschiedenen Zeiten unterschiedliche Volumina von Kraftstoff eingespritzt werden.
  • Durch das vorgeschlagene dynamische Durchflussnormal lassen sich somit Durchflussmesser unter bekannten Bedingungen reproduzierbar kalibrieren. Das dynamische Durchflussnormal ist in seiner Ausgestaltung leicht duplizierbar, so dass beispielsweise Prüfstände für den selben Typ von Durchflussmesser an verschiedenen Standorten für die Fertigung oder Qualitätssicherung von Durchflussmessern bereitgestellt werden können, welche reproduzierbar zur Kalibrierung von Durchflussmessern geeignet sind. Somit kann insbesondere im Bereich der Entwicklung und Fertigung von Einspritzventilen und Kraftstoffsystemen für den Bereich (beispielsweise benzinbetriebener) Verbrennungskraftmaschinen ein erheblicher Aufwand für einen Abgleich an unterschiedlichen Standorten, beispielsweise weltweit, eingespart werden. Zahlreiche weitere Anwendungsbeispiele des vorgeschlagenen Durchflussnormals innerhalb und außerhalb der Kraftfahrzeugtechnik sind denkbar, beispielsweise in der Verfahrenstechnik oder Medizintechnik.
  • Wie oben beschrieben, ist auch eine Kalibrierung von Durchflussmessern für eine Mehrfacheinspritzung möglich. Weiterhin kann das vorgeschlagene dynamische Durchflussnormal in seinen Eigenschaften vergleichsweise einfach durch Simulationsrechnungen, beispielsweise strömungsdynamische Simulationsrechungen, evaluiert werden. Weiterhin kann das Durchflussnormal bei beliebigen Prüfdrucken eingesetzt werden.
  • Zeichnung
  • Anhand der Zeichnung wird die Erfindung nachstehend näher erläutert.
  • Es zeigt:
  • 1 ein Ausführungsbeispiel eines dynamischen Durchflussnormals zur Kalibrierung von Durchflussmessern; und
  • 2 einen Prüfstand zum Kalibrieren von Durchflussmessern für fluide Medien.
  • Ausführungsbeispiele
  • In 1 ist ein dynamisches Durchflussnormal 110 zur Kalibrierung von Durchflussmessern für fluide Medien dargestellt. Das dynamische Durchflussnormal 110 weist eine Durchströmungskammer 112 mit einem Zulauf 114 und einem Ablauf 116 auf. Beispielsweise können Zulauf 114 und Ablauf 116 mit Anschlussstücken für ein Rohrleitungssystem ausgestaltet sein, so dass ein fluides Medium durch den Zulauf 114 in die Durchströmungskammer 112 strömen kann und anschließend durch den Ablauf 116 die Durchströmungskammer 112 wieder verlassen kann.
  • In diesem Ausführungsbeispiel ist die Durchströmungskammer 112 als Kreiszylinder ausgestaltet, wobei der Kreiszylinder einen erheblich größeren Innendurchmesser aufweist als der Durchmesser des Zulaufs 114 und der Durchmesser des Ablaufs 116. Auf diese Weise bildet sich im Inneren der Durchströmungskammer 114 ein Druckreservoir aus, durch welches Druckschwankungen aufgefangen werden können.
  • Im Inneren der Durchströmungskammer 112 ist in diesem Ausführungsbeispiel eine kreiszylinderförmige Scheibe 118 als Stator 118 eingebettet. Die Statorscheibe 118 ist dabei dergestalt mit den Wänden der Durchströmungskammer 112 verschweißt, dass durch die Statorscheibe 118 die Durchströmungskammer 112 in eine Zulaufkammer 120 und eine Ablaufkammer 122 unterteilt wird. Die Statorscheibe 118 weist in diesem Ausführungsbeispiel zylindrische Bohrungen 124 mit einem Durchmesser D auf. Beispielsweise sind zwei zylindrische Bohrungen 124 auf der Statorscheibe 118 einander zu einer Achse 126 diametral gegenüberliegend angeordnet.
  • Weiterhin weist das dynamische Durchflussnormal 110 in der Durchströmungskammer 112 eine zweite kreiszylindrische Scheibe 128 als Rotorscheibe 128 auf. Die Rotorscheibe 128 liegt plan auf der Statorscheibe 118 auf und bildet gemeinsam mit einer Welle 130 und einem Antriebsmotor 132 einen Rotor 134. Die Rotorscheibe 128 weist ebenfalls zwei einander diametral gegenüberliegende Bohrungen 136 auf.
  • In diesem Ausführungsbeispiel sind die Bohrungen 136 so ausgestaltet, dass der Durchmesser d dieser Bohrungen 136 größer ist als der Durchmesser D der Bohrungen 124 der Statorscheibe 118. Die Rotorscheibe 128 ist mittels einer Dichtung 138 gegen die Statorscheibe 118 abgedichtet. Bei dieser Dichtung 138 handelt es sich in diesem Ausführungsbeispiel um eine dünne Teflonscheibe, welche mit zu den Statorbohrungen 124 deckungsgleichen Bohrungen versehen ist und welche fest mit der Statorscheibe 118 verbunden ist. Alternativ kann die Dichtung 138 beispielsweise auch eine entsprechende Beschichtung der Statorscheibe 118 aufweisen. Die Dichtung 138 verhindert, dass fluides Medium an der Rotorscheibe vorbei, ohne die Bohrungen 136 zu passieren, zu den Bohrungen 124 gelangen kann. Somit bewirkt die Dichtung 138, dass eine Leckage möglichst klein gehalten wird.
  • Die Welle 130 ist mit der Rotorscheibe 128 fest verbunden, beispielsweise durch Verschrauben oder Verschweißen. Die Welle 130 wird durch eine Durchführung 140 aus dem Inneren der Durchströmungskammer 112 herausgeführt. Die Durchführung 140 ist zusätzlich durch eine Wellenabdichtung 142 gegen Leckage abgedichtet. Insgesamt müssen die Rotorscheibe 128 und die Welle 130 sehr exakt geführt werden, da beispielsweise eine Reibung der Rotorscheibe 128 auf der Statorscheibe 118 einen Durchfluss fluiden Mediums durch das dynamische Durchflussnormal 110 beeinflussen könnte. Dennoch sollte die Rotorscheibe 128 dicht an der Statorscheibe 118 anliegen, um Leckagen zu vermeiden.
  • Die Welle 130 kann durch den Antriebsmotor 132 gedreht werden, beispielsweise mit einer gleichförmigen Drehgeschwindigkeit oder auch mit jedem beliebigen anderen Ansteuerschema. Auf diese Weise kann die Rotorscheibe 128 in jede beliebige Winkelposition gedreht werden. Durch eine entsprechende Einstellung einer Drehzahl des Motors 132 kann beispielsweise bei konstanter Drehgeschwindigkeit eine Taktung des dynamischen Durchflussnormals 110 gesteuert werden.
  • Die Bohrungen 136 in der Rotorscheibe 128 sind dabei so angeordnet, dass in mindestens einer Winkelstellung diese Bohrungen 136 mit den Bohrungen 124 in der Statorscheibe 118 zur Deckung kommen. Dabei kann die Überdeckung zwischen den Bohrungen 136 und 124 vollständig oder auch lediglich teilweise sein. In einer Winkelstellung, in welcher sich die Bohrungen 136, 124 überdecken, ist eine Durchströmung der Durchströmungskammer 112 mit fluidem Medium möglich.
  • Der Durchfluss des fluiden Mediums wird durch die geometrische Auslegung der Bohrungen 136 und 124 bestimmt sowie durch das Ansteuerschema des Rotors 134. Insbesondere spielen dabei, neben den Durchmessern D und d, auch die Längen L und 1 der Bohrungen 124 und 136 eine Rolle. Weiterhin spielt die jeweilige Zeitdauer derjenigen Perioden eine Rolle, während derer die Bohrungen 136, 124 miteinander überlappen, so dass diese mit fluidem Medium durchströmt werden können. Bei einer gleichförmig rotierenden Rotorscheibe 128 spielt beispielsweise eine Kreisfrequenz eine Rolle, mit der die Rotorscheibe 128 rotiert.
  • Durch Anwendung bekannter analytischer Strömungsgleichungen oder auch entsprechender Simulationsmodelle lässt sich insbesondere der Volumenstrom durch die Bohrungen 124 und 136 auch berechnen. Somit kann, durch entsprechende Festlegung der Bohrungsgeometrien, im Zusammenspiel mit einem Druck des fluiden Mediums am Zulauf 114 sowie bekannten Strömungseigenschaften (beispielsweise Viskosität etc.) des fluiden Mediums sowie im Zusammenspiel mit einer Rotationsgeschwindigkeit des Antriebsmotors 132, ein dynamisches Durchflussnormal 110 konstruiert werden, mit welchem sich gezielt dynamische Druckschwankungen in einem Rohrleitungssystem, beispielsweise einem an den Zulauf 114 angeschlossenen Rohrleitungssystem, simulieren lassen.
  • Insbesondere lassen sich beispielsweise auch Durchflüsse und Durchflussverläufe sowie Druckpulse, welche in einem Kraftstoffleitungssystem durch ein Einspritzventil bewirkt werden, simulieren. So kann beispielsweise die Frequenz, mit welcher eine Rotorbohrung 136 mit einer Statorbohrung 124 zur Deckung kommt, an eine Taktfrequenz eines Einspritzventils anpassen. Durch Aufbringen mehrerer Bohrungen 136, 124, welche beispielsweise unterschiedliche Innenlumina aufweisen können, lassen sich auch komplexere Einspritzvorgänge wie beispielsweise Mehrfacheinspritzungen simulieren. Beispielsweise können im Stator 118 Bohrungen 124 vorgesehen sein, welche in einer bestimmten Winkelstellung des Rotors 128 verschlossen sind, wohingegen andere Bohrungen 124 zum gleichen Zeitpunkt geöffnet sind. Zu einem anderen Zeitpunkt wiederum sind erstere Bohrungen geöffnet, wohingegen die zweiten Bohrungen geschlossen sind. Zu wieder anderen Zeiten sind beide Arten von Bohrungen verschlossen. Zahlreiche weitere Möglichkeiten zum Einsatz des beschriebenen dynamischen Durchflussnormals 110 sind denkbar.
  • Besonders bevorzugt ist die in 1 dargestellte Ausgestaltung, bei welcher Bohrungen 124, 136 im Stator 118 bzw. Rotor 128 vorgesehen sind, welche einander zur Achse 126 diametral paarweise gegenüberliegen. Bei dieser Bohrungsgeometrie ist die Verteilung der Kräfte auf Rotor 128 und Stator 118 symmetrisch, was sich günstig auf die Strömungsdynamik auswirkt.
  • Insbesondere kann das dynamische Durchflussnormal 110 auch so ausgestaltet sein, dass eine Durchflusscharakteristik des dynamischen Durchflussnormals 110 schnell verändert werden kann, um beispielsweise mit dem selben dynamischen Durchflussnormal 110 ohne größeren Aufwand verschiedene Strömungsbedingungen simulieren zu können. Beispielsweise kann hierbei mit Einlegeteilen gearbeitet werden, durch welche die Bohrungsgeometrie beispielsweise der Rotorbohrungen 136 schnell verändert werden kann. Auf diese Weise lässt sich das dynamische Durchflussnormal 110 schnell an die Eigenschaften verschiedener Einspritzventile (Einspritz-Timing, Nenndurchfluss, Ventiltyp etc.) anpassen, um Durchflussmesser für den Einsatz mit verschiedenen Einspritzventilen kalibrieren zu können.
  • In 2 ist ein Prüfstand 210 zum Kalibrieren eines Durchflussmessers 212 dargestellt. In diesem Beispiel handelt es sich um einen Prüfstand 210 zum Kalibrieren eines Durchflussmessers 212, welcher in einer Versorgung eines Einspritzventils einer Verbrennungskraftmaschine mit Kraftstoff 214 eingesetzt werden soll.
  • Der Prüfstand 210 weist einen Kraftstofftank 216 auf, welcher mit Kraftstoff 214 gefüllt ist. Über ein Rohrleitungssystem 218 wird Kraftstoff 214 mittels einer Kraftstoffpumpe 220 aus dem Kraftstofftank 216 angesaugt. Über die Kraftstoffpumpe 220 wird der Kraftstoff 214 über das Rohrleitungssystem 218 unter Druck in einen Druckspeicher 222 gepumpt, welcher zum Ausgleich von Druckschwankungen dient. Der Druck im Rohrleitungssystem 218 und im Druckspeicher 222 kann beispielsweise über eine Pumpensteuerung 224 eingestellt werden, mittels derer die Kraftstoffpumpe 220 gesteuert werden kann. Alternativ oder zusätzlich zu einer Kraftstoffpumpe 220 lassen sich als Druckquelle bzw. Druckerzeuger auch andere dem Fachmann bekannte Vorrichtungen einsetzen, beispielsweise ein Kolbenspeicher oder ein Hubkolben. Auch Kombinationen verschiedener Druckquellen sind denkbar.
  • Über das Rohrleitungssystem 218 steht der Druckspeicher 222 mit dem Durchflussmesser 212 in Verbindung, welcher wiederum über das Rohrleitungssystem 218 mit dem Zulauf 114 eines dynamischen Durchflussnormals 110 in Verbindung steht. Bei dem Durchflussmesser 212 kann es sich um beliebige der eingangs erwähnten Typen von Durchflussmessern handeln. Besonders bevorzugt ist ein Einsatz von Coriolis-Durchflussmessern.
  • Der Durchflussmesser 212 wird mittels einer Ausleseelektronik 226 ausgelesen, welche einen nominellen Durchflusswert anzeigt. Aus diesem nominellen Durchflusswert kann, unter Berücksichtigung der bekannten Charakteristik des dynamischen Durchflussnormals 110, sowie des durch die Kraftstoffpumpe 220 erzeugten Kraftstoffdrucks und die durch eine Motorsteuerung 228 des Antriebsmotors 132 des dynamischen Durchflussnormals 110 eingestellte Rotationsgeschwindigkeit der Rotorscheibe 128 des dynamischen Durchflussnormals 110 der Durchflussmesser 212 kalibriert werden.
  • Der Ablauf 116 des dynamischen Durchflussnormals 110 ist schließlich über das Rohrleitungssystem 218 mit einem Kraftstoffablauf 230 verbunden, über welchen Kraftstoff zurück in den Kraftstofftank 216 befördert werden kann. Zusätzlich zu der in 2 dargestellten bevorzugten Anordnung eines Prüfstands 210 können auch noch weitere, in 2 nicht dargestellte Elemente eingesetzt werden, welche beispielsweise Druckschwankungen in dem Rohrleitungssystem 218 an verschiedenen Stellen ausgleichen. So können beispielsweise neben dem Druckspeicher 222 an weiteren Stellen im Rohrleitungssystem 218 Druckspeicher 222 vorgesehen sein. Auch Drosselstellen, Ventile oder andere Dämpfungsglieder können eingesetzt werden.
  • Der in 2 dargestellte Prüfstand 210 mit dem dynamischen Durchflussnormal 110 lässt sich beispielsweise als transportierbares, integriertes System ausgestalten, welches auf einfache Weise zwischen verschiedenen Standorten transportiert werden kann. Beispiels weise lassen sich die in 2 dargestellten Komponenten vollständig oder teilweise in ein gemeinsames Gehäuse integrieren. Dieses kann dann insbesondere derart ausgestaltet sein, dass das dynamische Durchflussnormal 110 und der Durchflussmesser 212 leicht ausgetauscht werden können. Auch ein entsprechendes Computersystem kann in das portable System integriert bzw. Bestandteil dieses Systems sein, zum Zwecke der Ansteuerung und Auslesung einzelner Komponenten, beispielsweise zur Ansteuerung der Motorsteuerung 22S und der Pumpensteuerung 224 und/oder zur Auslesung der Ausleseelektronik 226. Auch eine Auswertungssoftware, welche beispielsweise die entsprechenden Daten der Ausleseelektronik 226 verarbeitet und aus diesen und anderen bekannten Eigenschaften des Prüfstands 210 einen Kalibrierfaktor für den Durchflussmesser 212 bestimmt. Auf diese Weise lässt sich mit dem beschriebenen integrierten Prüfstand 210 mit dem dynamischen Durchflussnormal 110 leicht eine Qualitätssicherung an verschiedenen Standorten sicherstellen.
  • 110
    dynamisches Durchflussnormal
    112
    Durchströmungskammer
    114
    Zulauf
    116
    Ablauf
    118
    Statorscheibe
    120
    Zulaufkammer
    122
    Ablaufkammer
    124
    Bohrungen
    126
    Achse
    128
    Rotorscheibe
    130
    Welle
    132
    Antriebsmotor
    134
    Rotor
    136
    Bohrung
    138
    Dichtung
    140
    Durchführung
    142
    Wellenabdichtung
    210
    Prüfstand
    212
    Durchflussmesser
    214
    Kraftstoff
    216
    Kraftstofftank
    218
    Rohrleitungssystem
    220
    Kraftstoffpumpe
    222
    Druckspeicher
    224
    Pumpensteuerung
    226
    Ausleseelektronik
    228
    Motorsteuerung
    230
    Kraftstoffablauf

Claims (10)

  1. Dynamisches Durchflussnormal (110) zur Kalibrierung von Durchflussmessern (212) für fluide Medien (214), mit mindestens einer mindestens einen Zulauf (114) und mindestens einen Ablauf (116) aufweisenden Durchströmungskammer (112), wobei die mindestens eine Durchströmungskammer (112) weiterhin mindestens einen Stator (118) mit mindestens einer Statoröffnung (124) und mindestens einen Rotor (134) aufweist, wobei der Rotor (134) ausgestaltet ist, um die mindestens eine Statoröffnung (124) in mindestens einer ersten Position gegen Durchströmung zu verschließen und in mindestens einer zweiten Position ganz oder teilweise freizugeben.
  2. Dynamisches Durchflussnormal (110) gemäß dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Rotor (134) mindestens eine Rotorscheibe (128) mit mindestens einer Rotoröffnung (136) sowie mindestens eine Rotorwelle (130) aufweist, wobei die mindestens eine Rotorscheibe (128) durch die mindestens eine Rotorwelle (130) in einer Winkelstellung verstellbar ist.
  3. Dynamisches Durchflussnormal (110) gemäß dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Rotorwelle (130) mit mindestens einem Antriebsmotor (132) verbunden ist.
  4. Dynamisches Durchflussnormal (110) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Stator (118) mindestens zwei Statoröffnungen (124) aufweist.
  5. Dynamisches Durchflussnormal (110) gemäß dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens zwei Statoröffnungen (124) in unterschiedlichen Positionen des mindestens einen Rotors (134) für einen Durchfluss freigegeben werden.
  6. Dynamisches Durchflussnormal (110) gemäß einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens zwei Statoröffnungen (124) sich in mindestens einer der folgenden Eigenschaften unterscheiden: einem Innenlumen der Statoröffnung (124), insbesondere einem Innenlumen einer Bohrung (124); einer Länge eines Durchströmungskanals der Statoröffnung (124); einem Querschnitt eines Durchströmungskanals der Statoröffnung (124).
  7. Dynamisches Durchflussnormal (110) gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine Stator (118) und mindestens eine Rotorscheibe (128) des mindestens einen Rotors (134) im Wesentlichen scheibenförmig ausgestaltet sind, wobei der mindestens eine Stator (118) im Wesentlichen abdichtend in die mindestens eine Durchströmungskammer (112) integriert ist und wobei der mindestens eine Stator (118) und die mindestens eine Rotorscheibe (128) im Wesentlichen fluiddicht gegeneinander gelagert sind.
  8. Prüfstand (210) zum Kalibrieren von Durchflussmessern (212) für fluide Medien (214) mit mindestens einem Rohrleitungssystem (218), mindestens einer Druckquelle (220), wobei das mindestens eine Rohrleitungssystem (218) mit der mindestens einen Druckquelle (220) mit einem unter einem definierten Druck stehenden fluiden Medium (214) beaufschlagbar ist, mindestens einem mit dem mindestens einen Rohrleitungssystem (218) fluidisch in Verbindung stehenden Durchflussmesser (212) und mindestens einem mit dem mindestens einen Rohrleitungssystem (218) fluidisch in Verbindung stehenden dynamischen Durchflussnormal (110).
  9. Prüfstand (210) gemäß dem vorhergehenden Anspruch, gekennzeichnet durch zusätzlich mindestens ein Druckdämpfungselement (222), wobei das mindestens eine Druckdämpfungselement (222) vorzugsweise mindestens eines der folgenden Elemente aufweist: ein Ventil; ein Drosselelement; einen Druckspeicher (222).
  10. Verfahren zum Kalibrieren von Durchflussmessern (212) in einer Kraftstoffzuleitung (218) für eine Verbrennungskraftmaschine unter Einsatz eines Prüfstandes (210) gemäß einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, wobei das mindestens eine Rohrleitungssystem (218) mit unter definiertem Druck stehendem Kraftstoff (214) beaufschlagt wird, wobei mit Hilfe des mindestens einen Durchflussnormals (110) ein Zuführen, insbesondere ein zyklisches Zuführen, von Kraftstoff (214) in einen Brennraum der Verbrennungskraftmaschine, insbesondere mittels mindestens eines Einspritzventils, definiert simuliert wird, wobei ein Anzeigewert des mindestens einen Durchflussmessers (212) mit bekannten Eigenschaften des mindestens einen Durchflussnormals (110) verglichen wird.
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