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Die
Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Prüfen einer elektrischen Feldstärke in einer elektrischen
Leitungsstruktur sowie auf eine Schaltkreisanordnung, die die elektrische
Leitungsstruktur aufweist.
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Elektrische
Flachbaugruppen, insbesondere Hochfrequenzbaugruppen und hochempfindliche Baugruppen
sind einer Funktionsprüfung
zu unterziehen, bei der insbesondere das Vorliegen einer zutreffenden
elektrischen Feldstärke
in bestimmten elektrischen Leitungsstrukturen zu testen ist.
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Zum
Prüfen
dieser elektrischen Feldstärke ist
bisher beispielsweise ein Verfahren benutzt worden, bei dem ein
koaxialer Prüfpunkt
vorgesehen werden muss, der nachteiliger Weise viel Layoutfläche benötigt und
unerwünschte
Erdschleifen verursachen kann. Auch eine Feldgekoppelte Messung der
zu testenden elektrischen Feldstärke
ist bekannt, wobei jedoch mit großen Toleranzen gerechnet werden
muss.
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Allgemein
entstehen bei Verfahren zum Prüfen
einer elektrischen Feldstärke
in einer elektrischen Leitungsstruktur nach dem Stand der Technik
durch das Prüfen
selbst hohe Störspannungen,
wobei große
Messtoleranzen vorliegen können.
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Die
FR 2740876 A1 beschreibt
eine Anordnung zum Messen eines elektrischen Felds, die ein optisches
Element E umfasst, das aus einer Schicht C1 aus einem elektro-optischen
Material und einer katadioptrischen Schicht C2 aufgebaut ist. Bei
dem elektro-optischen Material handelt es sich um einen Polymerfilm,
der zur Polarisierung bei einer Temperatur jenseits der Glasübergangstemperatur
des Films polarisiert und unter Einwirkung des elektrischen Felds
abgekühlt
wird. Der Brechungsindex des elektro-optischen Materials nach der
Polarisierung ändert sich
in Abhängigkeit
des Einflusses eines elektrischen Felds. Dieser Effekt wird bei
der in der
FR 2740876
A1 beschriebenen Vorrichtung zur Prüfung von Radarantennen genutzt.
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Ausgehend
hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes
Verfahren und eine Schaltkreisanordnung zum Prüfen einer elektrischen Feldstärke in einer
elektrischen Leitungsstruktur anzugeben.
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Die
Aufgabe wird hinsichtlich des Verfahrens gelöst durch ein Verfahren zum
Prüfen
einer elektrischen Feldstärke
in einer elektrischen Leitungsstruktur, mit den Schritten des Patentanspruchs
1.
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Bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren
kann in Schritt d) eine Intensitätsschwankung
bestimmt werden, da das Verfahren zum Vermessen elektrischer Wechselfelder
ausgelegt ist.
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Die
oben genannte Aufgabe wird hinsichtlich der Schaltkreisanordnung
durch eine elektronische Schaltkreisanordnung mit einer elektrischen
Leitungsstruktur gelöst,
die die Merkmale des Patentanspruchs 4 aufweist.
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Erfindungsgemäß wird ein
optischer Kristall verwendet, der als SMD-Bauelement aufgebaut ist, das
auf eine zu prüfende
elektrische Leitungsstruktur aufgesetzt wird. Er ist unter Freilassung
einer beispielsweise spaltförmigen Öffnung für das polarisierte
Laserlicht metallisiert und auf die Leitungsstruktur gelötet sowie
einen Freiraum in der elektrischen Leitungsstruktur überbrückend angeordnet.
Ein solcher Freiraum kann sowohl eine Unterbrechung in beispielsweise
einer Leiterbahn eines Mikrostreifenleiters als auch ein von elektrischen
Leitungsstrukturen freier Raum zwischen zwei Leiterbahnen wie beispielsweise
bei einer symmetrischen Leitung sein.
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Als
Materialien für
den optischen Kristall kommen unter anderem Si- und III-V-Halbleiter-Kristalle,
aber auch bevorzugt Lithiumniobat-Kristalle (LiNbO3)
zum Einsatz. Diese Kristalle zeigen ein Polarisationsverhalten,
das von einer darin vorliegenden elektrischen Feldstärke abhängt. Es
können aber
auch optische Kristalle zum Einsatz kommen, bei denen eine vorliegende
magnetische Feldstärke ihr
Polarisationsverhalten ändert.
Solche optischen Kristalle sind beispielsweise Yttriumeisengranat
oder Bi12SiO20.
Ohne hiermit eine Auswahl zu treffen, wird die Erfindung nachfolgend
in erster Linie unter Bezugnahme auf optische Kristalle mit einem
Polarisationsverhalten beschrieben, das von einem elektrischen Feld
abhängt.
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Bei
einem Ausführungsbeispiel
kann in dem Schritt b) ein Puls-Laser zum Bereitstellen des Laserlichts,
das polarisiert zu dem optischen Kristall gelangt, verwendet werden.
Für eine
möglichst
große Messfrequenz
ist es günstig,
wenn ein Puls-Laser verwendet
wird, der sich durch eine sehr geringe Pulsbreite, beispielsweise
im Bereich von einigen 10 ps, auszeichnet. Eine geringe Pulsbreite
des Puls-Lasers gestattet außerdem
eine zeitaufgelöste Messung
des in dem optischen Kristall vorliegenden elektrischen oder magnetischen
Feldes. Durch zeitliches Verschieben des Laser-Pulses kann eine zeitliche Abtastung
des elektrischen Feldes erfolgen.
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Über die
Messung der elektrischen oder magnetischen Feldstärke kann
bei einem gegebenen Abstand zwischen elektrischen Komponenten, zwischen
denen das elektrische Feld anliegt, eine zugehörige Spannung berechnet werden.
Wenn ein (Leitungs-)Wellenwiderstand an der Messstelle bekannt ist,
kann eine transportierte Leistung bestimmt werden. Es ist ebenso
möglich,
dass bei dem Verfahren, aber auch bei der Schaltkreisanordnung,
wie sie in den Ansprüchen
4 bis 7 niedergelegt ist, an mehreren Stellen der elektrischen Leitungsstruktur,
die jeweils mit einem optischen Kristall versehen sind, gemessen
wird. Mit Hilfe der dann entstehenden stehenden Wellen kann auch
ein Reflektionsfaktor bestimmt werden, mit dem die zu vermessende
Leitung abgeschlossen wurde. Sie gestattet außerdem eine zeitaufgelöste Messung
des in dem optischen Kristall vorliegenden elektrischen oder magnetischen
Feldes. Durch zeitliches Verschieben des Laser-Pulses kann eine zeitliche Abtastung
des elektrischen Feldes erfolgen.
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung werden nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen noch
näher erläutert. Es
zeigen:
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1 eine
schematische Darstellung einer Anordnung zum Durchführen eines
Verfahrens zum Prüfen
einer elektrischen Feldstärke
in einer elektrischen Leitungsstruktur,
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2 eine
Ansicht von oben auf die elektrische Leitungsstruktur von 1,
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3 eine
Querschnittsansicht einer Einzelheit der elektrischen Leitungsstruktur
von 1 mit aufgesetztem optischen Kristall,
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4 eine
Ansicht von oben einer Mikrostreifenleitung auf einem Substrat mit
aufgesetztem optischem Kristall und
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5 eine
Ansicht von oben einer symmetrischen Leitung auf einem Substrat
mit aufgesetztem optischem Kristall.
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1 zeigt
eine Übersichts-Anordnung
zur Durchführung
eines Verfahrens, mit dem eine elektrische Feldstärke in einer
elektrischen Leitungsstruktur berührungslos festgestellt werden
kann.
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Gegenstand
der Prüfung
ist eine Leiterbahn 1 auf einem Substrat 2, wobei
auf einer der Leiterbahn 1 gegenüberliegenden Seite des Substrats 2 eine
Massefläche 3 vorgesehen
ist.
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Auf
einer zu untersuchenden Stelle der Leiterbahn 2 ist ein
optischer Kristall 4, beispielsweise aus Lithiumniobat
(LiNbO3), angeordnet. Der optische Kristall 4 weist
außen
eine Metallisierung 15 auf, so dass er sich an der gewünschten,
zu prüfenden
Stelle auf der Leiterbahn 1 anbringen, beispielsweise auflöten lässt. Auf
einer dem Substrat 2 abgewandten Seite des optischen Kristalls 4 ist
in der Metallisierung 15 eine Öffnung 5 vorgesehen
(vgl. 2), die einen Eintritt von Licht in den optischen Kristall 4 gestattet.
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Die
Erfindung geht nunmehr davon aus, dass sich zwischen der auf einem
bestimmten Potential liegenden Leiterbahn 1 und der Massefläche 3 ein elektrisches
Feld ausbildet. Da der optische Kristall 4 dem Substrat 2 unmittelbar
benachbart ist, setzt sich das elektrische Feld in den optischen
Kristall 4 hinein fort. Insofern liegt in dem optischen
Kristall 4 ein elektrisches Feld vor, so dass das Polarisationsverhalten des
optischen Kristalls 4 durch dieses elektrische Feld in
einem bestimmten Maß,
das von der Feldstärke
im optischen Kristall abhängt,
verändert
wird gegenüber
einem feldfreien Zustand des optischen Kristalls 4.
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Zur
Beaufschlagung des optischen Kristalls 4 mit Laserlicht
wird ein Puls-Laser 6 eingesetzt, dessen Ausgangslichtpulse
mit Hilfe eines Polarisators 7 linear polarisiert werden.
Als der Puls-Laser 6 kann insbesondere ein Titan-Saphir-Laser
eingesetzt werden, der sich durch besonders kurze Lichtpulslängen von
beispielsweise 100 fs auszeichnet. Ebenfalls geeignet sind Halbleiter-Laser
der neusten Generation. Die polarisierten Lichtpulse gelangen daraufhin
zu einem Strahlteiler 8, der einen ersten vorbestimmten Anteil
des polarisierten Laserlichts in Richtung auf einen Detektor 9,
dem ein weiterer Polarisator 10 vorgeschaltet ist, auskoppelt.
Ein zweiter Teil des Laserlichts wird an dem Strahlteiler 8,
der oberhalb des optischen Kristalls 4 angeordnet ist,
durchgelassen, gelangt durch die in 2 als Schlitz
ausgeführte Öffnung 5 in
den optischen Kristall 4 hinein, wird an einer z. B. verspiegelten
Unterseite des optischen Kristalls 4 reflektiert und verlässt den
optischen Kristall 4 wiederum durch die Öffnung 5.
Eine Verspiegelung der Unterseite des optischen Kristalls 4 hat
den Vorteil, dass ein daran reflektierter Lichtanteil konstanter ist,
insbesondere unabhängig
von Oberflächeneigenschaften
eines darunter liegenden Materials.
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Allerdings
bewirkt ein in dem optischen Kristall 4 vorliegendes elektrisches
Feld eine Drehung der Polarisation des Laserlichts, abhängig von
der in dem optischen Kristall 4 vorliegenden elektrischen Feldstärke.
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Das
aus dem optischen Kristall 4 austretende, in seiner Polarisation
geänderte
Laserlicht trifft wiederum auf den Strahlteiler 8, von
dem aus es durch den weiteren Polarisator 10 zu dem Detektor 9, der
in Form einer Fotodiode vorliegen kann, geleitet wird. Ein Ausgangssignal
des Detektors gelangt zu einem Verstärker 11, der ein weiterverarbeitbares Ausgangs-Spannungssignal
liefert.
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2 zeigt
eine Detailansicht der Anordnung nach 1, wobei
der Bereich im Einzelnen dargestellt wird, in dem der optischen
Kristall 4 auf die Leiterbahn 1 aufgesetzt ist.
In der 3 sind außerdem
Feldlinien eines in dem Substrat vorliegenden und in den optischen
Kristall 4 eindringenden elektrischen Feldes dargestellt.
Das elektrische Feld liegt in dem optischen Kristall 4 vor,
da die Leiterbahn 1 unterhalb des optischen Kristalls 4 eine
Unterbrechung 16 aufweist. Die Metallisierung 15 des
optischen Kristalls 4 überbrückt die
Unterbrechung 16 elektrisch, so dass sie gewissermaßen Teil
der Leiterbahn 1 wird. Es reicht daher aus, wenn die Metallisierung 15 an
denjenigen Seitenflächen
des optischen Kristalls 4 vorliegt, welche mit ihren Unterkanten
die Leiterbahn 1 berühren,
sowie auf einer Oberseite des optischen Kristalls 4.
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In
der 3 rechts und links von dem optischen Kristall 4 ist
jeweils Lotmaterial 12 erkennbar, mit dem der optische
Kristall 4 über
seine Metallisierung 15 auf die Leiterbahn 1 gelötet worden
ist.
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4 zeigt
eine Ansicht von oben auf die Leiterbahn 1, die als Mikrostreifenleitung
ausgeführt ist.
Die Öffnung 5 ist
bei diesem Ausführungsbeispiel etwa
elliptisch geformt.
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5 zeigt
in einer Ansicht von oben eine abgewandelte elektrische Leitungsstruktur
mit symmetrischen Leitungen 13, 14, von denen
die eine 13 eine +-Leitung und die andere 14 eine –Leitung
ist. Zwischen den beiden, auf verschiedenen elektrischen Potential
liegenden Leitungen 13, 14 bildet sich ein elektrisches
Feld aus, das wiederum in den aufgesetzten optischen Kristall 4 eindringt
und dessen Polarisationsverhalten beeinflusst. Die Öffnung 5 ist
bei der Ausführungsform
nach 5 wiederum schlitzförmig, wobei sich der Schlitz
in seiner Breite etwa so weit erstreckt, wie der Abstand zwischen
den beiden Leitungen 13, 14.
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Unabhängig von
den in den Figuren dargestellten Ausführungsformen liefert der in 1 veranschaulichte
Verstärker 11 in
kurzer zeitlicher Abfolge ein Referenz-Spannungssignal, das auf dem ersten
Teil des von dem Strahlteil 8 ausgekoppelten Laserlichts
beruht, sowie ein zeitlich etwas später folgendes (ggf. wenige
Nanosekunden) Messsignal, das von dem in dem optischen Kristall 4 reflektierten Laserlicht
herrührt.
Beide Signale beruhen auf Lichtsignalen, die den Polarisator 10 passiert
haben. Eine Verdrehung der Polarisation des Laserlichts bewirkt eine
verminderte Intensität
des reflektierten Laserlichts nach Passieren des Polarisators 10.
Insofern kann ein Vergleich der Intensitäten der beiden Spannungssignale,
nämlich
dem Referenz- und dem Messsignal, Rückschlüsse über eine beispielsweise in
dem Substrat 2 (1, 2, 3, 4)
oder zwischen den beiden Leitungen 13, 14 vorliegende elektrische
Feldstärke
liefern.