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Die
Anmeldung ist eine teilweise Fortsetzung der gleichzeitig anhängigen US-Anmeldung
Serien-Nr. 10/603 086 mit dem Titel „Aluminium Alloy For Engine
Blocks", eingereicht
am 24. Juni 2003. Diese Anmeldung beansprucht auch den Nutzen und
die Priorität
der vorläufigen
US-Anmeldung Serien-Nr. 60 551 997, eingereicht am 10. März 2004.
Alle vorstehend genannten nicht vorläufigen und vorläufigen Anmeldungen
sind hierin durch Verweis aufgenommen.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft gießbare Aluminiumlegierungen
und insbesondere gießbare Aluminiumlegierungen
mit einem relativ hohen Verhältnis
von Mangan zu Eisen in der Legierungszusammensetzung, um eine Porosität von daraus
hergestellten Gussteilen zu verringern und ihre mechanischen Eigenschaften
zu verbessern.
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Viele
Handelssorten von gießbaren
Aluminium-Silizium-Legierungen umfassen traditionellerweise Eisen
(Fe) als ein unvermeidbares Fremdelement der Legierung, das vorhanden
ist, wenn Aluminium aus bauxithaltigem Eisen(III)-Oxid hergestellt
wird. Mangan (Mn) wurde in solchen Legierungen auf Grund seiner
starken vorteilhaften Wirkung auf die Morphologie von in der Gussmikrostruktur
vorhandenen eisenführenden
intermetallischen Phasen als ein gewolltes Legierungselement einbezogen.
Im Speziellen ist berichtet worden, dass die Bildung einer plattenförmigen intermetallischen
Beta-Al5FeSi-Phase eng mit dem Vorhandensein
einer störenden
dispergierten (nicht verbundenen) größeren Mikroporosität in der
Gussteil-Mikrostruktur verknüpft
ist. Als ein Ergebnis wurde die Mn- Konzentration von vielen gießbaren Aluminiumlegierungen
traditionellerweise derart gesteuert, dass sie gleich etwa der Hälfte der Fe-Konzentration der
Legierung war. Es hat sich gezeigt, dass eine Steuerung der Mn-Konzentration
zu diesem Zweck die Bildung einer co-eutektischen Alphaphase in
der Guss-Mikrostruktur fördert,
die auf Grund ihres Erscheinungsbildes unter einem Mikroskop allgemein
als "Chinesische
Schrift"-Morphologie bezeichnet
wird, und in einer Verringerung von größeren Mikroporen in der Gussmikrostruktur
in einer mäßigen Erhöhung in
der Zugfestigkeit resultiert. Die Legierungsschmelzen, in die das
Mn zugesetzt wurde, um die Form der Alphaphase zu einer "Chinesischen Schrift"-Morphologie zu verbessern,
enthalten jedoch noch immer sowohl Porositäts- als auch Schrumpffehler
(Schwundporosität),
wenn auch geringeren Grades.
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Es
besteht ein Bedarf, eine verbesserte gießbare Aluminiumlegierung sowie
aus der Legierung hergestellte Gussteile, die eine verringerte Gussteil-Porosität und verbesserte
mechanische Eigenschaften aufweisen, bereitzustellen.
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Die
Erfindung stellt eine gießbare
Aluminiumlegierung mit einem relativ hohen gesteuerten Gewichtsverhältnis von
Mn zu Fe bereit, um diesen Bedarf zu decken.
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In
einer illustrativen Ausführungsform
der Erfindung umfasst eine gießbare
Aluminiumlegierung, in Gew.-%, 0 bis etwa 19% Si, 0 bis etwa 5,0%
Cu, 0 bis etwa 1,5 % Mg, bis zu etwa 3,0 % Zn, bis zu etwa 2,0%
Ni, bis zu etwa 0,3% Ti, mehr als 0 bis etwa 1,5 Gew.-% Fe, etwa
0,2% bis etwa 3,0% Mn, wobei ein Gewichtsverhältnis von Mn/Fe zumindest 0,6
beträgt, wenn
Fe kleiner als 0,4 % ist, und das Gewichtsverhältnis von Mn/Fe zumindest 1,0
beträgt,
wenn Fe gleich wie oder größer als
0,4 Gew.-% ist, um die Porosität
von aus der Legierung hergestellten Gussteilen zu verringern und
seine Zugfestigkeit zu verbessern. Die Legierung kann optional eine
entsprechende Menge von zumindest einem von Strontium oder einem
Seltenerdmetall umfassen.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung umfasst eine gießbare
Aluminiumlegierung in Gew.-% 0 bis 9,0% Si, 0 bis etwa 5,0% Cu, etwa
0,15% bis etwa 0,6% Mg, bis zu etwa 1,0% Zn, bis zu etwa 0,3% Ti,
etwa 0,2% bis etwa 0,8% Fe, etwa 0,3% bis etwa 1,2% Mn und der Rest
Al, wobei das Gewichtsverhältnis
von Mn/Fe derart gesteuert wird, dass die Porosität von aus
der Legierung hergestellten Gussteilen verringert und ihre Zugfestigkeit verbessert
wird.
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Die
Steuerung des Mn/Fe-Gewichtsverhältnisses
gemäß der Erfindung
kann wesentlich kostengünstigere
mehr Fe enthaltende Aluminiumlegierungen (z. B. Fe-Gehalt von etwa
0,4 Gew.-% oder mehr) und/oder mehr Cu enthaltende Aluminiumlegierungen
(z. B. Cu-Gehalt von etwa 2,5 Gew.-% oder mehr) für eine Höhere Festigkeit
bereitstellen, während
eine geringere Mikroporosität
und Schwundporosität
(Makroporosität)
und verbesserte mechanische Eigenschaften in aus den Legierungen hergestellten
Gussteilen erhalten werden.
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Die
Erfindung kann genutzt werden, um verbesserte gießbare kupferhaltige
Aluminiumlegierungen sowie verbesserte gießbare Aluminiumlegierungen,
in denen Kupfer nur als unvermeidbares Fremd- oder Begleitelement
vorliegt, bereitzustellen. Darüber
hinaus kann die Erfindung genutzt werden, um verbesserte gießbare Aluminiumlegierungen
bereitzustellen, die eine relativ niedrige oder relativ hohe Siliziumkonzentration
aufweisen.
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Die
Erfindung sieht auch verbesserte Gussteile, die aus den vorstehenden
gießbaren
Aluminiumlegierungen hergestellt wurden, sowie verbesserte Verfahren
zum Gießen
derselben vor, wobei sowohl die Mikroporosität als auch die Schwundporosität (Makroporosität) in Gussteilen
verringert werden kann. Die Erfindung ist ferner insofern vorteilhaft,
als mechanische Eigenschaften verbessert werden können, während eine
Verringerung in einer Gussteil-Porosität erzielt wird. Weitere Vorteile
und Merkmale der vorliegenden Erfindung werden aus der folgenden Beschreibung
deutlich.
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Die
Erfindung wird im Folgenden beispielhaft anhand der Zeichnungen
beschrieben; in diesen zeigt:
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1 eine
Darstellung der Wirkung der Mn/Fe-Gewichtsverhältnisse auf die Schwundporosität, Mikroporosität und Zugfestigkeit
einer Cu-haltigen Aluminiumlegierung mit einer Zusammensetzung in
Gew.-% von 6,5% Si, 3,5% Cu, 0,4% Mg, 0,5% Fe, Mn wie angegeben
und der Rest Al. Die Mikroporosität und Schwundporosität sind als
durchschnittliche Volumenprozent der Prüfkörper ausgedrückt. Die
Zugfestigkeit ist als MPa ausgedrückt.
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2 einen
Graphen, der die Wirkung des Mn/Fe-Verhältnisses auf die Gussteil-Porosität an vier
unterschiedlichen angegebenen Positionen an einem Zylinderblock
zeigt, der unter Verwendung des Lost-Foam-Gießverfahren und unter Verwendung
einer Cu-haltigen Aluminiumlegierung mit einer Zusammensetzung von
in Gew.-% 7% Si, 3,5% Cu, 0,55% Fe, 0,75% Mn und der Rest Al gegossen
wurde, die ein Mn/Fe-Gewichtsverhältnis von
1,33 vorsieht, in 2 mit „HIGH Mn" bezeichnet, gemäß der Erfindung, und zum Vergleich
dieselbe Cu-haltige Legierung mit Mn von nur 0,35 Gew.-%, die ein Mn/Fe-Gewichtsverhältnis von
nur 0,64, mit „319" bezeichnet, vorsieht.
Jeder Datenpunkt ist ein Durchschnittswert von 10 aus Guss-Zylinderblöcken entnommenen
Prüfkörpern.
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3 einen
Graphen, der die Wirkung des Mn/Fe-Gewichtsverhältnisses auf mechanische Eigenschaften
von Zugprüfkörpern zeigt,
die aus den Zylinderblöcken
geschnitten wurden, welche gegossen wurden unter Verwendung des
Lost-Foam-Verfahrens und unter Verwendung einer Cu-haltigen Aluminiumlegierung
mit einer Zusammensetzung von, in Gew.-%, 7% Si, 3,5% Cu, 0,55%
Fe, 0,75% Mn und der Rest Al (Mn/Fe-Verhältnis von 1,33), in 3 mit „HIGH Mn" bezeichnet, gemäß der Erfindung
und zum Vergleich dieselbe Cu-haltige Legierung mit Mn von nur 0,35%
Gew.-% (Mn/Fe-Verhältnis von
0,64), mit „319" bezeichnet. Die
Zylinderblöcke
wurden entweder auf den T5- oder T6-Zustand wärmebehandelt und 10 Zugprüfstabkörper wurden
für jeden
Wärmebehandlungs-Zustand
aus dem Kopf-Oberseitenflächenbereich
(OBERSEITE) des Blocks und aus den Kopfschrauben-Ansätzen
(KS-ANSATZ) des Blocks herausgeschnitten. In 3 bezeichnet
UTS (= ultimative tensile strength) die spezifische Zugfestigkeit, YS
(= yield stress) die Streckgrenze bei 0,2% Versetzung, und %E die
Prozent Zugdehnung.
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4 einen
Graphen, der die Wirkung des Mn/Fe-Verhältnisses auf die spezifische
Zugfestigkeit (UTS) wie durch die Balken dargestellt, und die Prozent
Zugdehnung [E(%)] wie durch die Linie dargestellt von Zugprüfkörpern, die
aus Sandguss-Stabgussteilen
geschnitten wurden, darstellt, wobei eine Alu minium-Siliziumlegierung
mit einer Zusammensetzung von in Gew.-%, 11,75% Si, 0,4% Fe, 3,6% Cu,
0,15% Mg, 0,03% Sr, Mn wie angegeben und der Rest Al verwendet wurde.
Die Gussteile wurden auf den T6-Zustand wärmebehandelt. Jeder Datenpunkt ist
ein Durchschnittswert von 5 Zugprüfkörpern.
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5 ein
Graph, der die Wirkung des Mn/Fe-Verhältnisses auf den Schwundfaktor (Schwundporosität) von Prüfkörpern, die
aus Sandguss-Stabgussteilen geschnitten wurden, auf einer relativen
Skala von 0 – 40
zeigt, wobei eine Aluminium-Silizium-Legierung mit einer Zusammensetzung, in
Gew.-%, von 11,0% Si, 0,44% Mg, 0,018% Sr und Mn, Fe und Cu wie
angegeben, und der Rest Al verwendet wird. Jeder Datenpunkt entspricht
einem durchschnittlichen Volumenprozentwert aus 8 Prüfgussteilen,
wobei jedes Gussteil von 0 bis 5 Prozent eingestuft wurde, um zu
einem Durchschnittswert auf der Skala zu kommen.
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6 eine
perspektivische Ansicht eines V-Motorzylinderblocks, der aus Aluminiumlegierungen
der Erfindung gegossen werden kann.
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Die
Erfindung stellt gießbare
Aluminiumlegierungen mit einem relativ hohen Mn/Fe-Gewichtsverhältnis und
Legierungszusammensetzungsmerkmalen bereit, um eine Gießporosität zu verringern, während gleichzeitig
mechanische Eigenschaften von aus den Legierungen hergestellten
Gussteile verbessert werden. Eine Aluminiumgusslegierung gemäß einer
Ausführungsform
der Erfindung zur Erreichung der beiden Vorteile einer verringerten Gussporosität und verbesserter
mechanischer Eigenschaften umfasst in Gew.-% 0 bis etwa 19% Si,
0 bis etwa 5,0% Cu, 0 bis etwa 1,5% Mg, bis zu etwa 3,0% Zn, bis
zu etwa 2,0% Ni, bis zu etwa 0,3% Ti, mehr als 0 bis etwa 1,5 Gew.-%
Fe, etwa 0,2% bis etwa 3,0% Mn, wobei ein Gewichtsverhältnis von Mn/Fe
0,6 oder mehr beträgt,
wenn Fe kleiner als 0,4 Gew.-% ist und das Gewichtsverhältnis von
Mn/Fe 1,0 oder größer ist,
wenn Fe gleich wie oder größer als
0,4 Gew.-% ist, um die Porosität
zu verringern und mechanische Eigenschaften wie z. B. die Zugfestigkeit
von aus der Legierung hergestellten Gussteilen im Vergleich mit
einer gleichen Legierungszusammensetzung, in der das Mn/Fe-Gewichtsverhältnis nicht
auf solche Werte gesteuert ist, zu verbessern. Das Gewichtsverhältnis von
Mn/Fe beträgt
vorzugsweise 0,6 oder mehr, wenn Fe kleiner als 0,3 Gew.-% ist, das Mn/Fe
Verhältnis
beträgt
1,0 oder mehr, wenn Fe 0,3 Gew.-% oder weniger als 0,4 Gew.-% ist,
und das Mn/Fe Verhältnis
beträgt
1,2 oder mehr, wenn Fe gleich wie oder größer als 0,4 Gew.-% der Legierung ist,
obwohl das Mn/Fe-Verhältnis
typischerweise 1,75 nicht übersteigt.
Für die
meisten Gussanwendungen wird bevorzugt, dass der Eisengehalt der
Legierung etwa 0,8 Gew.-% nicht übersteigt.
In Druckgussanwendungen kann der Eisengehalt der Legierung jedoch
bis zu 1,5 Gew.-% betragen.
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Die
Legierung kann optional Strontium (Sr) bis zu etwa 0,05 Gew.-% der
Legierung und/oder ein Seltenerdmetall oder eine Kombination von
Seltenerdmetallen bis zu 5 Gew.-% der Legierung umfassen, wobei
Seltenerdelemente mit einer Ordnungszahl von 58 bis 64 des Periodischen
Systems umfassen. Diese Legierungselemente modifizieren die eutektische
Aluminium-Silizium-Phase, um die Bildung einer primären Siliziumphase
zu verhindern und/oder intermetallische Phasen zu modifizieren.
Bevorzugte Seltenerdmetallelemente zum optionalen Einschluss in
den Legierungen der Erfindung umfassen, sind aber nicht beschränkt auf
Ce, La, Pr, Nd und/oder Pm.
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Die
Steuerung des Mn/Fe-Gewichtsverhältnisses
gemäß der Erfindung
kann deutlich kostengünstigere
mehr Fe enthaltende Aluminiumlegierungen (z. B. Fe-Gehalt von etwa
0,4 Gew.-% oder mehr) und/oder mehr Cu enthaltende Aluminiumlegierungen
(z. B. Cu-Gehalt von etwa 2,5 Gew.-% oder mehr) für eine hohe
Festigkeit bereitstellen, während
man eine verringerte Mikroporosität und Makroporosität und verbesserte
mechanische Eigenschaften für
aus den Legierungen hergestellte Gussteile erhält.
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Eine
gießbare
Schmelze der Aluminiumlegierung kann durch Schmelzen eines Aluminium-Gussblocks
mit geeigneten aluminiumbasierten Vorlegierungen wie z. B. Al-25%Fe,
Al-50%Cu, Al-20%Mn, Al-50%Si (wobei sich auf Gew.-% bezieht) und
reinem Magnesiummetall zu einer gewünschten Zusammensetzung wie
oben beschrieben zubereitet werden. Zugaben von Seltenerdmetallen
können über eine
Mischmetall-Vorlegierung oder als Reinmetalle oder als Seltenerd-Aluminiumvorlegierungen
erfolgen. Solche Zugaben können
zu dem ursprünglichen
Schmelzgut erfolgen. Es ist jedoch bevorzugt, dass sie gemacht werden,
nachdem die Schmelze mit einem Schmelzmittel behandelt und/oder
entgast wurde, falls eine solche Verarbeitung verwendet wird.
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Die
Schmelze wird in einem geeigneten Ofen wie z. B. einem kernlosen
Induktionsofen, einem Widerstandsofen, einem Flammofen oder einem
gasbeheizten Muldenofen aus Ton-Graphit oder Siliziumkarbid zubereitet.
Ein Schmelzmittel ist nur bei verunreinigten oder schlackenreichen
Füllgutmaterialien erforderlich.
Für gewöhnlich ist
keine spezielle Ofenatmosphäre
erforderlich. Das Füllgut
kann in Umgebungsluft geschmolzen werden. Sobald sie geschmolzen
ist, wird die Schmelze mit Hilfe einer üblichen Aluminiumgießtechnik,
wie z. B. Ausblasen der Schmelze mit trockenem Argon oder Stickstoff
durch einen Rotationsentgaser, entgast. Der Entgasungsvorgang kann
auch ein Halogengas wie z. B. Chlor oder Fluor oder Halogensalze
enthalten, um die Entfernung von Begleitstoffen zu erleichtern.
Vorzugsweise wird die Schmelze bewegungslos behandelt, um so Turbulenzen
und eine Wasserstoffgasaufnahme zu minimieren.
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Sobald
sie entgast und gereinigt ist, wird die Schmelze mit einem Mittel
behandelt, um die Modifizierung der eutektischen Aluminium-Silizium-Phase und/oder intermetallischen
Phase zu bewirken. Ein bevorzugtes Mittel für diesen Zweck umfasst Sr und/oder
ein oder mehrere Seltenerdmetall/e. Das bevorzugte Verfahren besteht
darin, dass Al-10%Sr- oder Al-90%Sr- (% bezieht sich auf Gew.-%)
Vorlegierungen verwendet werden, die während der letzten Stufen des
Entgasens in die Schmelze eingetaucht werden, vorausgesetzt, dass
kein Halogenmaterial verwendet wird. Der Gasgehalt der Schmelze wird
mit Hilfe eines beliebigen herkömmlichen
handelsüblichen
Verfahrens wie z. B. dem verminderten Drucktest oder einem AISCAN.TM.-Gerät bewertet.
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Schließlich, unmittelbar
vor dem Gießen, kann
die Schmelze optional mit Hilfe einer Titan-Bor-Vorlegierung, wobei
eine typische Zugabe von Titan von etwa 0,02 bis 0,1 Gew.-% der
Legierung beträgt,
kornverfeinert werden, um eine Korngröße zu verringern. Einige Anwendungen
benötigen jedoch
keine Kornverfeinerung.
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Die Überhitzungswärme einer
Schmelze kann von weniger als 50 Grad F auf weit über 500 Grad
F variiert werden. Niedrigere Überhitzungswärmegrade
sind empfohlen, um die Mikroporosität zu minimieren. Höhere Grade
an Überhitzungswärme resultierten
jedoch in einer Verfeinerung der intermetallischen Phasen in der
Mikrostruktur des Gussteils, so dass dieses Verfahren unter bestimmten
Umständen
bevorzugt sein kann. Die unten stehenden Beispiele stellen illustrative
Gießtemperaturen
einer Schmelze bereit. Die Schmelze wird in eine geeignete Form
gegossen, die mit Hilfe einer Reihe von bekannten Formerzeugungsverfahren
hergestellt sein kann. Solche Formen umfassen, sind aber nicht beschränkt auf,
gebundene Sandformen, Metallformen, Druckgussformen, Kokillenformen
oder Feingussformen. Sandformen können Metallkokillen enthalten, um
eine gerichtete Erstarrung zu ermöglichen oder Gießmikrostrukturen
in bestimmten kritischen Bereichen des Gussteils lokal zu verfeinern.
Im Fall von Sandformen umfassen Nachbehandlungsverfahren typischerweise
das Entfernen von überschüssigem Sand
von dem Gusstück
durch Sandstrahlen. Nachbehandlungsverfahren umfassen typischerweise auch
die Entfernung von Angussabschnitten des Gussteils. Gussteile können durch
allgemein verwendete zerstörungsfreie
Prüfungen
wie z. B. Röntgenstrahlprüfung, Farbeindringprüfung oder
Ultraschallprüfung
bewertet werden. Diese Prüfungen
werden typischerweise durchgeführt,
um zu bestimmen, ob das Gussteil auf Grund von Schwund während der Erstarrung
eine Porosität
ausgebildet hat. Solch ein Schwund kann auf die Zusammensetzung
der Gießlegierung
und/oder die Form des Gussteils zurückzuführen sein.
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Aus
den Aluminiumlegierungen der Erfindung hergestellte Gussteile können wärmebehandelt werden,
um die mechanischen Eigenschaften durch bekannte Dispersionshärtemechanismen
für Aluminiumlegierungen
zu verbessern. Solche Dispersionshärte-Wärmebehandlungen umfassen, sind
aber nicht beschränkt
auf die T5-Vergütung,
T6-Vergütung und
T7-Vergütung. Die
T5-Vergütung
beinhaltet die Wärmeaushärtung des
Gussteils bei einer Zwischentemperatur von typischerweise 300 bis
450 Grad F für
bis zu 12 Stunden oder mehr ein. Anspruchsvollere Gießanwendungen
können
die Bruchfestigkeit der T6-Vergütung
erfordern, die eine Wärmebehandlungslösung bei
einer Temperatur nahe aber unter der Festzustand-Temperatur der
Legierung für
Zeiträume
von typischerweise zwischen 4 und 12 Stunden einschließt. Das
Gussteil wird von der Lösungs temperatur
in einer geeigneten Abschreckflüssigkeit wie
z. B. Wasser, Öl
oder einem Polymer oder sich schnell bewegender Luft abgeschreckt.
Solch ein Abschrecken kühlt
das wärmebehandelte
Gussteil durch das kritische Temperaturregime, gewöhnlich 850
Grad F bis 450 Grad F, schnell ab. Nach dem Abkühlen verbleibt das Gussteil üblicherweise
für 1 Stunde
bis 24 Stunden bei Raumtemperatur und wird dann neuerlich auf eine
Zwischentemperatur ähnlich der
T5-Vergütung
erwärmt.
In Anwendungen, in denen Formbeständigkeit wichtig ist, kann
die T7-Vergütung
vorgeschrieben sein. Diese Vergütung
ist ähnlich
der T6-Vergütung,
außer
dass der Wärmehärtungszyklus
entweder bei höheren
Temperaturen und/oder über
längere
Zeit erfolgt, um einen etwas weicheren Zustand mit einer höheren Formbeständigkeit
zu erreichen.
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Gießbare Aluminiumlegierungen
gemäß der Erfindung
sind insbesondere nützlich,
um Motorzylinderblock-Gussteile und Zylinderkopf-Gusstücke zu erzeugen,
die bearbeitbar sind und die eine verringerte Gussporosität und verbesserte
mechanische Eigenschaften im Gusszustand sowie im wärmebehandelten
(dispersionsgehärtenen)
Zustand aufweisen. Zum Beispiel können Motorzylinderblock-Gussteile
und Zylinderkopf-Gusstücke
zur Verwendung in benzinbetriebenen Hubkolben-Verbrennungsmotoren
aus einer Legierung gemäß der Erfindung
hergestellt sein.
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6 veranschaulicht
ein typisches V-Motorzylinderblock-Gussteil von dem Typ, der gegossen werden
kann, obwohl die Legierung verwendet werden kann, um jede beliebige
Form eines Motorzylinderblock-Gussteils zu gießen. In 6 ist das
Zylinderblock-Gussteil als ein V-6-Motorblock mit drei Zylindern 12, 14 und 16 einer
Seite 18 des V-Blocks gezeigt. Die Wände des Zylinders sind maschinengeglättet. Eine
große
Anzahl von Schraubenlöchern 20 wie
z. B. zur Befestigung von zwei Zylinderköpfen (nicht gezeigt) wird in
den Block gebohrt und geschraubt. Eine bearbeitete plane Kopfoberseitenflächen-Oberfläche 22 ist
vorgesehen, gegen die der zugehörige
Zylinderkopf auf bekannte Art und Weise anliegt. Wie bekannt weist
solch ein Motorzylinderblock viele komplexe Abschnitte zum Kühlmittel-
und Ölfluss
auf, so dass eine sehr fließfähige geschmolzene
Legierung erforderlich ist, um den Formhohlraum während des
Gießens
und der Erstarrung der Legierung in der Form auszufüllen.
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Eine
gießbare
Aluminiumlegierung, die zur Erzeugung eines Motorzylinderblocks
geeignet ist, besteht im Wesentlichen aus, in Gew.-%, 0 bis 9,0% Si,
0 bis etwa 5,0% Cu, etwa 0,15% bis etwa 0,6% Mg, bis zu etwa 1,0%
Zn, bis zu etwa 0,3% Ti, etwa 0,2% bis etwa 0,8% Fe, etwa 0,3% bis
etwa 1,2% Mn und der Rest Al, wobei ein Gewichtsverhältnis von Mn/Fe
0,6 oder mehr beträgt,
wenn Fe weniger als 0,4 Gew.-% ist und das Gewichtsverhältnis von Mn/Fe
1,0 oder mehr beträgt,
wenn Fe gleich wie oder größer als
0,4 Gew.-% ist, obwohl das Mn/Fe-Verhältnis typischerweise 1,75 nicht übersteigt.
Der Fe-Gehalt der Legierung beträgt
0,4 Gew.-% oder
mehr, um Kosten für
die Legierung zu reduzieren.
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Eine
besonders bevorzugte Cu-haltige gießbare Aluminiumlegierung zur
Erzeugung eines Motorzylinderblocks besteht im Wesentlichen aus,
in Gew.-%, etwa 5,0 bis etwa 7,0% Si, etwa 2,5% bis etwa 4,0% Cu,
etwa 0,15% bis etwa 0,35% Mg, bis zu etwa 0,5% Zn, bis zu etwa 0,3%
Ti, etwa 0,35% bis etwa 0,65% Fe, etwa 0,4% bis etwa 0,9% Mn, und der
Rest Al, wobei ein Gewichtsverhältnis
von Mn/Fe 0,6 oder mehr beträgt,
wenn Fe kleiner als 0,4 Gew.-% ist, und das Gewichtsverhältnis von
Mn/Fe 1,0 oder mehr beträgt,
wenn Fe gleich wie oder größer als
0,4 Gew.-% ist.
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Eine
noch weitere besonders bevorzugte Cu-haltige gießbare Aluminiumlegierung mit
einem niedrigen Si-Gehalt zur Erzeugung eines Motorblocks umfasst,
in Gew.-%, 0 bis etwa 0,25% Si, etwa 3 bis etwa 5% Cu, etwa 0,1%
bis etwa 0,3% Mg, bis zu etwa 0,5% Zn, bis zu etwa 0,3% Ti, mehr
als 0 bis etwa 0,5% Fe, etwa 0,2% bis etwa 0,8% Mn, und der Rest
Al, wobei ein Gewichtsverhältnis
von Mn/Fe 0,6 oder mehr beträgt,
wenn Fe kleiner als 0,4 Gew.-% ist, und das Gewichtverhältnis von
Mn/Fe 1,0 oder mehr beträgt,
wenn Fe gleich wie oder größer als
0,4 Gew.-% ist.
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Die
oben stehenden Cu-haltigen Aluminiumlegierungen können Sr
in einer Menge von etwa 0,005 bis 0,03 Gew.-% der Legierung enthalten.
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Wie
oben erwähnt
betrifft die Erfindung auch gießbare
Aluminiumlegierungen, die Kupfer nur als ein unvermeidliches Begleitelement
oder ein unvermeidliches Legierungselement als Resultat bestimmter
Frischungsverfahren und/oder Ausgangsmaterialien, die zur Erzeugung
der Legierung eingesetzt werden, umfassen.
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Zum
Beispiel besteht eine bevorzugte gießbare Aluminiumlegierung mit
einem Kupfer-Verunreinigungsgrad gemäß der Erfindung im Wesentlichen aus
in Gew.-% etwa 6,0 bis etwa 9,0% Si, 0 bis etwa 0,75% Cu, etwa 0,2%
bis etwa 0,4% Mg, bis zu etwa 1,0% Zn, 0 bis etwa 1,5% Ni, bis zu
etwa 0,3% Ti, etwa 0,35% bis etwa 0,65% Fe, etwa 0,4% bis etwa 0,9%
Mn und der Rest Al, wobei ein Gewichtsverhältnis von Mn/Fe 0,6 oder mehr
beträgt,
wenn Fe kleiner als 0,4 Gew.-% ist, und das Gewichtsverhältnis von Mn/Fe
1,0 oder mehr beträgt,
wenn Fe gleich 0,4 Gew.-% oder mehr ist. Diese Legierung kann optional Strontium
(Sr) bis zu etwa 0,05 Gew.-% der Legierung und/oder ein Seltenerdmetall
oder eine Kombination von Seltenerdmetallen bis zu 5 Gew.-% der Legierung
umfassen.
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Die
oben beschriebenen Aluminiumlegierungen können durch herkömmliche
Gießverfahren
wie z. B. Präzisions-Sandguss,
Kokillenguss, Halbkokillenguss, gebundener Sandguss, Lost-Foam-Guss, Feinguss,
Druckguss, Rotationsguss und weitere Gießverfahren gegossen werden,
um unendlich viele Typen von Gusskomponenten zu erzeugen. Für bestimmte
Gusskomponenten wird das Gussteil wärmebehandelt, um mechanische
Eigenschaften zu entwickeln, die für die vorgesehene Anwendung
geeignet sind. Die Erfindung ist insofern vorteilhaft, als unerwarteterweise
sowohl die Mikroporosität
als auch die Makroporosität
in Gusskomponenten aus den obigen Legierungen verringert werden
können. Darüber hinaus
kann die Erfindung unerwarteterweise die mechanischen Eigenschaften
der Gusskomponenten verbessern, während eine Reduktion in der Gussporosität erzielt
wird.
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Die
folgenden Beispiele werden gezeigt, um die Erfindung weiter zu illustrieren.
Obwohl sich die Beispiele zum Zweck der Veranschaulichung auf bestimmte
Cu-haltige Aluminiumlegierungen beziehen, ist die Erfindung nicht
auf das beschränkt,
was aus der vorstehenden Beschreibung ersichtlich ist. Die in den
Beispielen beschriebenen gießbaren
Aluminiumlegierungen sind besonders zur Erzeugung von Motorzylinderblock-Gussteilen nützlich,
die bearbeitbar sind und die eine reduzierte Gussteil-Porosität und verbesserte
mechanische Eigenschaften in dem Gusszustand wie auch in dem wärmebehandelten Zustand
aufweisen.
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BEISPIEL 1
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1 ist
eine schematische Darstellung der Wirkung des Mn/Fe-Gewichtsverhältnisses
auf die Schwundporosität,
Mikroporosität
und Zugfestigkeit einer Cu-haltigen Aluminiumlegierung mit einer
Zusammensetzung in Gew.-%, von 6,5% Si, 3,5% Cu, 0,4% Mg, 0,5% Fe,
Mn wie angegeben, und der Rest Al. Die Wirkung des Mn/Fe-Verhältnisses
wurde durch Herstellung einer Stammschmelze der Grundzusammensetzung
und Gießen
zu 30 Pfund Gussblöcken
bestimmt. Für
jeden in einer Reihe von Mn/Fe-Verhältnissen von 0,1 bis 2,0 geprüften Wert des
Mn/Fe-Verhältnisses
wurde eine eigene Schmelze hergestellt und Mn in Form von Al-25
Gew.-% Mn-Vorlegierungen beigefügt.
Darüber
hinaus wurde reines Al zu jeder der Schmelzen ausgenommen die Schmelze
mit dem höchsten
Mn/Fe-Verhältnis
beigefügt.
Dieses Verfahren wurde verwendet, um sicherzustellen, dass die Gesamtzugabe
(Al-25Mn-Vorlegierung + reines Al) eine Konstante darstellte, um
alle anderen Legierungselemente um einen konstanten Betrag zu verdünnen. Nach
dem Schmelzen in einem Ton-Graphit-Tiegel
in Luft wurde jede Schmelze mit Hilfe eines handelsüblichen
Rotationsentgasers mit Argon entgast. Zwei Sandformen wurden für jede Schmelze
hergestellt; eine Form war eine 8-Gussteile-Gießbarkeitstestform,
wobei die Gussteile eine Form ähnlich
dem Querschnitt eines Autozylinderkopfes mit Führungs- -und Schraubenansatz-Abschnitten sowie
einem Hebeabschnitt aufweisen, um die Kopfoberflächenseite zu simulieren, wobei
die zweite Form eine 10-Stäbeform
war, die verwendet wurde, um einen Vorrat für die Bearbeitung von Zugprüfstäben zu erzeugen.
Jede Schmelze wurde in beide Formen gegossen und abgekühlt. Die
Gussteile wurden aus dem Sand ausgeschlagen, gereinigt und zum Prüfen geteilt.
Die Stab-Gussteile wurden auf den T6-Zustand wärmebehandelt und dann zu Zugprüfstäben verarbeitet,
die mit Hilfe von ASTM 557 und 557M-Prüfverfahren geprüft wurden,
um durchschnittliche Zugfestigkeitswerte bereitzustellen. Die Gießbarkeitsform-Gussteile
wurden zuerst durchleuchtet und dann wurden Mikrostrukturprüfkörper unterteilt
und in Schliff-Befestigungen befestigt und poliert. Die Mikroporosität wurde
durch Computerbildanalyse der befestigten Prüfkörper mit Hilfe einer handelsüblichen
Software bestimmt und als durchschnittliche Volumenprozent-Porosität ausgedrückt, wie
auch in Beispiel 2 beschrieben. Die Schwundporosität (die der
dem Erstarrungsschwund zuschreibbaren Makroporosität entspricht)
ausgedrückt
als durchschnittlicher Vo lumenprozentwert wurde durch Vergleichen
der Röntgenbilder
mit optischen Skalen bestimmt.
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1 fasst
die Daten zusammen und macht deutlich, dass es einen unerwarteten „Guten
Bereich" in dem
Mn/Fe-Verhältnis
um ein Mn/Fe-Gewichtsverhältnis von
etwa 1,35 bis 1,45 herum für
die obige gießbare
Cu-haltige Aluminiumlegierung gibt, wo unerwarteterweise die Mikroporosität und Schwundporosität (Makroporosität) minimiert
sind, während
die Zugfestigkeit auf ein Maximum erhöht ist. Die mechanischen Eigenschaften
in dem „Guten
Bereich" sind gegenüber den
durch die niedrigeren Mn/Fe-Gewichtsverhältnisse nach dem Stand der
Technik erreichten mechanischen Eigenschaften deutlich verbessert.
Die Zugabe von Mn gemäß der Erfindung wird
die Verwendung von deutlich kostengünstigeren Legierungen mit einem
höheren
Fe-Gehalt erlauben, während
man eine verringerte Mikroporosität und Makroporosität sowie
verbesserte mechanische Eigenschaften erhält.
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Die
Breite oder Ausdehnung des „Guten
Bereichs" hängt ab von
verschiedenen Faktoren, umfassend die Eisenkonzentration, Siliziumkonzentration,
eutetkischen Siliziummodifizierungsmitteln der Legierung sowie der
Abkühlgeschwindigkeit
der geschmolzenen Legierung nach dem Gießen in die Form, während sie
darin erstarrt. Insbesondere ist mit höheren Eisen- und Siliziumkonzentrationen in der obigen
Legierung der „Gute
Bereich" verkleinert, ohne
eutektische Modifizierung ist der „Gute Bereich" tiefer, und bei
schnellerer Abkühlgeschwindigkeiten der
geschmolzenen Legierung in der Form ist der „Gute Bereich" vergrößert. Kurven
der mechanischen Eigenschaften wie die in 1 können für andere Familien
von gießbaren
Aluminiumlegierungen erzeugt werden, um den „Guten Bereich" des Mn/Fe-Verhältnisses
zu bestimmen und die Vorteile der Anwendung der Erfindung zu erzielen.
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BEISPIEL 2
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Die 2 und 3 veranschaulichen
die Anwendung der Erfindung in Bezug auf eine illustrative gießbare Cu-haltige
Aluminiumlegierung.
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Im
Speziellen ist 2 ein Graph, der die Wirkung
des Mn/Fe-Gewichtsverhältnisses
auf die Gussporosität
an vier unterschiedlichen Positionen von mit Hilfe des Lost-Foam-Gießverfahrens
gegossenen Zylinderblöcken
zeigt. Eine Cu-haltige Aluminiumlegierung (319 Legierung) mit einer
Zusammensetzung in Gew.-% von 7% Si, 3,5% Cu, 0,55% Fe, 0,75% Mn
und der Rest Al, die ein Mn/Fe-Gewichtsverhältnis von 1,33 nach der Erfindung
bereitstellt, wurde bei einer Schmelztemperatur von 1430 Grad F in
eine Lost-Foam-Form gegossen. Die Legierung wurde in der Form bei
einer Abkühlgeschwindigkeit von
etwa 10 Grad F/Minute erstarrt. Zum Vergleich wurde die gleiche
Cu-haltige Legierung mit Mn von nur 0,35 Gew.-%, die ein Mn/Fe-Verhältnis von
nur 0,64 vorsieht, in ähnlicher
Weise in eine Lost-Foam-Form gegossen und erstarrt. Das Mn/Fe-Verhältnis von
0,64 ist höher
als die üblicherweise
empfohlenen Werte, wird aber dennoch bei bestimmten handelsüblichen
Gießereien
für solch
eine Legierung angewendet.
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Die
gegossenen Zylinderblöcke
wurden entweder auf den T5- oder T6-Zustand wärmebehandelt und für jeden
Wärmebehandlungs-Zustand
wurden 6 Prüfkörper (½ Zoll
mal ½ Zoll)
aus dem Kopfoberseitenflächen-Bereich (als OBERSEITENFLÄCHE bezeichnet),
dem oberen Bohrungsbereich (als BORE-TOP bezeichnet), dem unteren
Bohrungsbereich (als BOHRUNG UNTEN bezeichnet) und dem oberen Kopfschraubenansatz-Bereich (als OBERER
ANSATZ bezeichnet) des Zylinderblocks herausgeschnitten.
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Die
durch die geteilten Balken in 2 gezeigte
Mikroporosität
wurde durch Computerbildanalyse bestimmt und als durchschnittliche
Volumenprozent-Porosität
auf Basis von insgesamt 30 Feldern, gemessen bei einer 50-fachen
Vergrößerung an
jedem Mikrostruktur-Prüfkörper, ausgedrückt. Die
maximale Porengröße (als
Max Feret bezeichnet) wurde durch Computerbildanalyse bestimmt,
wobei 32 gleichwinkelige Durchmesser an jeder Pore gemessen und
der größte Wert
für jede
Pore angezeigt wurde. Der angezeigte Wert ist der größte der
Gruppe von 6 Prüfkörpern an
jeder Position und ist in Mikron ausgedrückt.
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2 zeigt
die deutlich vorteilhafte Wirkung eines Mn/Fe-Gewichtsverhältnisses von 1,33 auf die Mikroporosität und maximale
Porengröße an den
vier angegebenen Positionen der gegossenen Zylinderblöcke. Insbesondere
zeigten die Zylinderblöcke,
die mit Hilfe der Legierung mit einem Mn/Fe-Verhältnis von 1,33 gemäß der Erfindung
gegossen wurden, eine verringerte Mikroporosität und verringerte maximale
Porengröße im Vergleich
zu der Legierung mit dem Mn/ Fe-Verhältnis von nur 0,64.
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Unter
Bezugnahme auf 3 ist die Wirkung des Mn/Fe-Gewichtsverhältnisses
auf mechanische Eigenschaften von aus den gegossenen Zylinderblöcken geschnitten
Zugprüfkörpern gezeigt.
Die Zylinderblöcke
wurden entweder auf den T5- oder T6-Zustand wärmebehandelt und 6 Zugprüfstabkörper wurden
für jeden
Wärmebehandlungs-Zustand
aus dem Kopfoberseitenflächen-Bereich
(OBERSEITENFLÄCHE)
der Zylinderblöcke
und aus den Kopfschrauben-Gussansätzen (KS-ANSÄTZE) des
Blocks herausgeschnitten. Im T5-Zustand wird das Gussteil aus der
Form bei einer erhöhten
Temperatur in Wasser abgeschreckt und in der Folge wärmeausgehärtet, indem
das Gussteil in einem Ofen bei etwa 350 Grad F über 8 bis 10 Stunden angeordnet
wird. Im T6-Zustand wird das Gussteil auf Raumtemperatur abgekühlt, nachdem
die Form ausgegossen wurde, und dann bei einer hohen Lösungstemperatur,
die durch die Zusammensetzung der Legierung bestimmt ist, in einem
Ofen angeordnet. Das Gussteil wird für 4 bis 10 Stunden bei der
Lösungstemperatur
gehalten und dann in heißes
Wasser hinein oder mit Hilfe eines ähnlichen Verfahrens zum schnellen
Abkühlen
der Gussform abgeschreckt. Schließlich wird das Gussteil bei
einer Zwischentemperatur ähnlich
der für
den T5-Zustand verwendeten
wärmeausgehärtet. Die Zugfestigkeit
wurde gemäß der Zugfestigkeitsprüfung ASTM
B 557 geprüft.
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3 zeigt,
dass sowohl die spezifische Zugfestigkeit (UTS), als auch die Zugdehnung
(%E) in den T5- und T6-Vergütungen
für die
OBERSEITEN-FLÄCHEN-Bereiche
erhöht
waren. Sowohl die UTS als auch die %E waren in dem T5-Vergütungszustand
für die
KS-Ansatz-Bereiche verbessert. Diese Verbesserungen in den mechanischen
Eigenschaften wurden erzielt, während
die Mikroporosität und
maximale Porengröße verringert
wurden, wie in 2 gezeigt. Es zeigte sich kein
Effekt auf die mechanischen Eigenschaften in dem T6-Vergütungszustand
der KS-Ansatz-Bereiche.
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BEISPIEL 3
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Dieses
Beispiel bezieht sich auf die positiven Effekte, die durch Steuern
des Mn/Fe-Gewichtsverhältnisses
für Aluminiumlegierungen
mit einem Siliziumgehalt im Bereich von 11 bis 12 Gew.-% der Legierung
erzielt wurden. Zum Beispiel veranschaulicht 4 Effekte,
die in Bezug auf gießbare
Cu-haltige Aluminiumlegierungen mit einer Zusammensetzung in Gew.-% von 11,75% Si,
0,4% Fe, 3,6% Cu, 0,15% Mg, 0,03% Sr, Mn wie angegeben und der Rest
Al erreicht werden. Die Legierungen wurden bei einer Schmelztemperatur
von 1320 Grad F in gebundene Sand-Formen gegossen. Die Legierungen
wurden in den Formen bei einer Abkühlgeschwin digkeit von etwa
10 Grad F/Minute erstarrt, um Gussstäbe zu erzeugen, die auf den
T6-Zustand wärmebehandelt und
dann geschnitten wurden, um runde Zugprüfstäbe zu Prüfzwecken zu bilden.
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4 veranschaulicht
eine deutliche Erhöhung
der UTS der wärmebehandelten
Prüfkörper, die durch
Steuern des Mn/Fe Gewichtsverhältnisses
auf über
0,74, insbesondere bei einem Verhältnis von 1,367 erzielt wurde.
Die Zugdehnung verringerte sich geringfügig bei Mn/Fe-Verhältnissen
von 0,74 und 1,14 und stiege dann bei einem Mn/Fe-Verhältnis von 1,367
deutlich an.
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5 veranschaulicht
die positiven Effekte, die in Bezug auf gießbare Cu-haltige Aluminiumlegierungen mit einer
Zusammensetzung in Gew.-% von 11,00% Si, 0,44% Mg, 0,18% Sr, Mn,
Fe und Cu wie angegeben und der Rest Al erzielt wurden. Die Legierungen
wurden bei einer Schmelztemperatur von 1320 Grad F in gebundene
Sandformen gegossen. Die Legierungen wurden in den Formen bei einer
Abkühlgeschwindigkeit
von etwa 10 Graf F/Minute erstarrt, um Gussstäbe zu erzeugen, die auf den T6-Zustand wärmebehandelt
und dann geschnitten wurden, um runde Zugprüfstäbe zu Prüfzwecken zu bilden.
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5 veranschaulicht
eine deutliche Reduktion in dem Schwundfaktor, der der oben erläuterten Schwundporosität entspricht,
durch Erhöhen
des Mn/Fe-Gewichtsverhältnisses über etwa
1,0. Wenn das Mn/Fe-Verhältnis
derart erhöht
wird, nimmt der Schwund ab und er nimmt für die Legierungen mit mehr
Cu in einem größeren Ausmaß ab.
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Die
Zugabe von Cu zu Aluminium-Silizium-Legierungen verbessert die Zugfestigkeit.
In der Vergangenheit hat eine Zugabe von Cu zu diesem Zweck jedoch
in einer Erhöhung
in der Schwundporosität
und gelegent lich der Mikroporosität resultiert, wenn das Mn/Fe-Gewichtsverhältnis um
den typischen Wert von 0,5 herum lag. Aus 5 ist ersichtlich,
dass ein Steuern des Mn/Fe-Verhältnisses
gemäß der Erfindung
unerwarteterweise das Gießen von
Cu-haltigen Aluminiumlegierungen mit einer höheren Festigkeit bei besseren
Qualitätsniveaus
(mit geringeren Schwundporositätsfehlern)
als zuvor erreichbar zulässt.
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Zusammengefasst
betrifft die Erfindung eine gießbare
Aluminiumlegierung, die in Gew.-% 0 bis etwa 19% Si, 0 bis etwa
5,0% Cu, 0 bis etwa 1,5% Mg, bis zu etwa 3,0% Zn, bis zu etwa 2,0%
Ni, bis zu etwa 0,3% Ti, mehr als 0 bis etwa 1,5 Gew.-% Fe, etwa
0,2% bis etwa 3,0% Mn umfasst, wobei ein Gewichtsverhältnis von
Mn/Fe 0,6 oder mehr beträgt, wenn
Fe kleiner als 0,4 Gew.-% ist, und das Gewichtsverhältnis von
Mn/Fe 1,0 oder mehr beträgt, wenn
Fe gleich wie oder größer als
0,4 Gew.-% ist, um die Porosität
eines aus der Legierung hergestellten Gussteils zu verringern und
seine Zugfestigkeit zu erhöhen.