-
Der
Gegenstand der Erfindung bezieht sich auf Diagnoseverfahren sowie
auf eine Diagnoseeinrichtung für
ein Tieridentifikationssystem, insbesondere ein Tieridentifikationssystem
einer Melkanlage und auf eine Melkanlage mit einem Tieridentifikationssystem.
-
Verfahren
und Vorrichtungen zur systematischen Verfolgung von im Produktionsprozess
stattfindenden Ereignissen für
ein Fleisch oder Milch lieferndes Tier von seiner Befruchtung bis
zu seinem Verbrauch sind bekannt. So beschreibt beispielsweise die
WO 99/0457661 A1 ein
Verfahren zum Erfassen von Viehbestandsinformationen. Hierzu wird
jedes Tier mit einem Radiofrequenzkennungs-Transponder gekennzeichnet, so dass
der Transponder einen eindeutigen Code sendet, wenn er von einem
Radiofrequenzkennungs-Lesegerät
abgefragt wird. Dieser Code kennzeichnet ein bestimmtes Tier, so
dass jedes Tier identifiziert werden kann. Zum Zeitpunkt eines Ereignisses
wird der eindeutige Tiercode gelesen und an einen Zentralrechner
geleitet.
-
Die
Kennzeichnung von Tieren mittels Radiofrequenzkennungs-Transpondern
ist eine Methode, die seit geraumer Zeit bekannt ist. Die Kennzeichnung
von Tieren innerhalb einer Tierherde hat unterschiedliche Zielsetzungen.
Durch identifizierbare Tiere kann die Wirtschaftlichkeit eines Tierhaltungsbetriebes überprüft werden.
Insbesondere in Milchviehhaltungsbetrieben ist eine Zuordnung der
Milchleistung zu individuellen Tieren von Bedeutung.
-
Auch
unter dem Aspekt der Lebensmittelsicherheit und des Verbraucherschutzes
hat die Identifizierung der Tiere verbunden mit deren Historie eine große Bedeutung
bei Tieren, die Lebensmittel liefern oder zu Lebensmitteln verarbeitet
werden. Die Möglichkeit,
Fleisch im Handel auf eine Gruppe von Tieren zurückzuführen, ist für Produktrückrufe unverzichtbar. Es sind
daher auch Vorschriften über
die Kennzeichnungspflicht z. B. durch die Europäische Union erlassen, um eine
Rückverfolgbarkeit
von Rindfleisch auf das Ursprungstier zu ermöglichen. Die Verordnung (EG)
Nr. 820/97 schreibt beispielsweise das Tragen von Ohrmarken zur
Einzelkennzeichnung vor.
-
Solche
Ohrmarken werden auch bei Milch abgebenden Tieren verwendet. Zum
Schutz des Verbrauchers, zur technischen Verarbeitungsfähigkeit muss
die Milch sowohl national als auch internationalen Qualitätsanforderungen
entsprechen. Rohmilch darf daher keine anormalen sensorischen Merkmale aufweisen.
Es ist daher notwendig, Tiere zu identifizieren, deren Milch insbesondere
für den
menschlichen Verzehr nicht geeignet ist. Die zutreffende Identifikation
der Tiere hat auch große
Bedeutung bei der Durchführung
von Melkvorgängen.
Insbesondere ist es bedeutsam, dass Tiere zutreffend identifiziert
und den richtigen Melkplätzen
zugewiesen werden. Erfolgt dies nicht, so werden tierbezogene Daten
am Melkplatz falsch angezeigt, was dazu führt, dass Tiere, deren Milch
nicht in einen Tank gelangen darf, dennoch in die verwertbare Milch
gelangen kann.
-
Es
ist auch bekannt, dass die Transponder auch tierindividuelle Kenngrößen übermitteln.
Bei diesen tierindividuellen Kenngrößen kann es sich beispielsweise
um die Temperatur und/oder Aktivität eines Tieres handeln. Die
Temperaturmessung und/oder die Aktivitätsmessung insbesondere von Kühen ist
zur Brunsterkennung bedeutsam. Die Brunst geht mit einer Veränderung
von unterschiedlichen physiologischen Parametern sowie mit einer Änderung
des Tierverhaltens einher. So sind beispielsweise Transponder bekannt,
die auch Daten von elektronischen Schrittzählern, die die Aktivität einer
Kuh automatisch erfassen, übermitteln.
-
Die
Identifikation von Tieren ist nicht nur im Zusammenhang mit einem
Melkvorgang sinnvoll, sondern auch beispielsweise mit der Fütterung
von Tieren. Solche Systeme werden beispielsweise bei Waagesystemen
mit Erkennung eingesetzt. Eine fehlerhafte Erkennung eines Tieres
kann dazu führen, dass
kein Tiergewicht vorliegt. Eine Behandlungsstation mit Erkennung
würde die
erforderlichen Medikamente nicht verabreichen, falls die Erkennung
unzutreffend ist. Bei Fütterungseinrichtungen
kann das Problem auftreten, dass für das nicht erkannte Tier kein
Futter freigegeben wird. In extremen Fällen kann hierdurch eine Unterversorgung
des nicht erkannten Tieres eintreten, die bis hin zu Stoffwechselproblemen
führen
kann. Die fehlerhafte oder unzutreffende Identifikation von Tieren
kann daher zu nicht unerheblichen wirtschaftlichen Folgen für einen
Tierhaltungsbetrieb, insbesondere für einen Milchviehhaltungsbetrieb
führen.
-
Hiervon
ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Zielsetzung zu Grunde
ein Diagnoseverfahren für
ein Tieridentifikationssystem, insbesondere ein Tieridentifikationssystem
einer Melkanlage anzugeben, durch dass die Arbeitsweise des Tieridentifikationssystems überprüft werden
kann.
-
Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein
Diagnoseverfahren für
ein Tieridentifikationssystem, insbesondere ein Tieridentifikationssystem
einer Melkanlage mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen und Ausgestaltungen des Diagnoseverfahrens sind
Gegenstand der abhängigen
Ansprüche.
-
Das
erfindungsgemäße Diagnoseverfahren für ein Tieridentifikationssystem,
insbesondere ein Tieridentifikationssystem einer Melkanlage, wobei das
Tieridentifi kationssystem wenigstens ein Lesegerät zum Erfassen von Informationen,
insbesondere von Informationen, die wenigstens einen tierindividuellen
Code enthalten, aufweist, zeichnet sich dadurch aus, dass aus den
erfassten Informationen wenigstens eines Erfassungsvorgangs wenigstens
eine Kenngröße ermittelt
und diese Kenngröße mit einer Sollgröße verglichen
wird. Durch diese Maßnahme wird
die Möglichkeit
geschaffen, die Funktionalität des
Tieridentifikationssystems zu überprüfen. Somit kann
bereits zu einem frühen
Zeitpunkt festgestellt werden, ob und in welchem Umfang eine Disfunktion des
Tieridentifikationssystems vorliegt. Bei einem Erfassungsvorgang
kann es sich um einen Vorgang handeln, bei dem die Tiere einzeln
erfasst werden. Hierbei werden einzelne Kenngrößen gebildet, die den einzelnen
Tieren bzw. Erkennungsmitteln, die die Tiere tragen, zugeordnet
werden können.
Es besteht auch die Möglichkeit,
gruppenspezifische Kenngrößen zu bilden.
Eine solche Möglichkeit
ist insbesondere dann von Interesse, wenn die Erkennungsmittel, die
die Tiere tragen, unterschiedlicher Funktionalität und/oder von unterschiedlichen
Herstellern stammen. Darüber
hinaus besteht die Möglichkeit
neben individuellen Kenngrößen, Gruppenkenngrößen auch
herdenspezifische Kenngrößen zu bilden.
Unter der Annahme, dass eine zufällige
Verbesserung eines Tieridentifikationssystems nicht stattfindet,
werden die Erkennungsraten durch z. B. Ausfall von Sendern und/oder
Lesegeräten
verschlechtert, so dass eine globale Betrachtung beispielsweise
von herdenspezifischen Kenngrößen und/oder
Gruppenkenngrößen einen
ersten Näherungsschritt
bei der Diagnostik des Tieridentifikationssystems darstellen kann.
-
Die
Kenngrößen können auch
aus der Historie der Erkennung abgeleitet und bewertet werden. Insbesondere
kann mittels stohastischer und/oder heuristischer Methoden kann
auch die Fehlerquelle bei einer negativen Veränderung der Kenngrößen geschlossen
werden.
-
Die
Sollgröße, mit
der eine Kenngröße verglichen
wird, kann dadurch gebildet werden, dass diese beispielsweise aus
der bekannten Anzahl von Tieren, die identifiziert werden sollen,
abgeleitet wird. Innerhalb eines Milchviehbetriebes liegen beispielsweise Tierdaten
in einem so genannten Herdenmanagementsystem vor. Diese Daten enthalten
die Tieridentifikation und können
gegebenenfalls die Aktivität
eines jeden Tieres enthalten. Diese Information wird beispielsweise
an eine Zentralsteuereinrichtung übermittelt. Der Steuereinrichtung
liegen bei jedem Melkvorgang Daten über die zu melkenden Tiere
vor. Wird während
der Identifikation der Tiere zum Beginn des Melkvorgangs festgestellt,
dass die Anzahl der identifizierten Tiere kleiner ist als die Anzahl
der zu melkenden Tiere, so kann daraus die Information generiert
werden, dass eine Fehlfunktion des Tieridentifikationssystems vorliegt.
Gegebenenfalls kann diese Fehlfunktion des Tieridentifikationssystems
in Abhängigkeit
von einem Toleranzfeld definiert werden. Bei der Fehlfunktion des
Tieridentifikationssystems kann es sich um die Fehlfunktion beispielsweise
eines Lasergerätes
handeln. Es besteht auch die Möglichkeit,
dass eine Fehlfunktion wenigstens eines Senders, insbesondere eines
Transponders, vorliegt. Darüber
hinaus besteht die Möglichkeit,
dass ein Sender, insbesondere ein Transponder, verloren geht.
-
Die
Sollkenngröße kann
beispielsweise durch ein Herdenmanagementsystem bereitgestellt werden.
In dem Herdenmanagementsystem sind die Daten der einzelnen Tiere
einer Herde enthalten.
-
Die
Sollkenngröße kann
auch dadurch gebildet werden, dass die Tiere einer Herde durch das
Tieridentifikationssystem durchgeführt werden und die ausgelesenen
Daten der einzelnen Tiere in einer Datenbank gespeichert werden.
Diese Daten werden zur Bildung wenigstens einer Sollgröße herangezogen.
-
Das
Erkennungsverhalten des Tieridentifikationssystems kann durch unterschiedliche
Faktoren beeinflusst werden. So kann sich beispielsweise die Erkennungsrate
durch äußere Einflüsse wie
z. B. Schmutz, Feuchtigkeit, technische Probleme der Transponder
verändern.
Es wird daher vorgeschlagen, dass der zeitliche Verlauf der wenigstens
einen Kenngröße mit einem
Verlauf der Sollgröße verglichen
wird. Durch diese Maßnahme
wird eine Veränderung
der Erkennungsqualität
festgestellt.
-
Bei
einem unstetigen Abfall der Erkennungsqualität kann festgestellt werden,
dass die Erkennungsqualität
beispielsweise durch Veränderungen im
Bereich des Tieridentifikationssystems eintraten. Die Tieridentifikationssysteme
werden im Bereich von Durchgängen
oder Einlasstoren installiert. Durch zusätzliche Einbauten kann das
Erkennungsfeld bzw. das Antennenfeld beeinträchtigt werden, was zu einer
verschlechterten Erkennung und Identifikation der Tiere führen kann.
Durch Verifikation des zeitlichen Verlaufs der wenigstens einen
Kenngröße kann erkannt
werden, dass beispielsweise das magnetische Feld des Lesegerätes bei
dem Einsatz induktiv gekoppelter Transponder negativ beeinflusst
wird. Induktiv gekoppelte Transponder werden fast ausschließlich passiv
betrieben. Dies bedeutet, dass die gesamte zum Betrieb eines Mikrochips,
den der Transponder enthält,
notwendige Energie durch das Lesegerät zur Verfügung gestellt werden muss.
Von der Antennenspule des Lesegerätes wird dazu ein starkes hochfrequentes,
elektromagnetisches Feld erzeugt, welches den Querschnitt der Spurenfläche und
dem Raum um die Spule durchdringt. Ein geringer Teil des ausgesendeten
Feldes durchdringt die Antennenspule des Transponders, welcher sich
in einiger Entfernung der Spule des Lesegerätes befindet. Durch Induktion
wird dadurch an der Antennenspule des Transponders eine Spannung
erzeugt. Diese Spannung dient zur Energieversorgung des Datenträgers, bei
dem es sich um einen Mikrochip handelt. Durch Beeinträchtigung
des Antennenfeldes kann es zu Fehlern in der Erkennung der Tiere
kommen. Unstetige Änderungen
im zeitlichen Verlauf der wenigstens einen Kenngröße können vorteilhafterweise
genutzt werden, um Aussagen über
abrupte Änderungen
im Identifikationssystem oder in den dem Identifikationssystem benachbarten
Strukturen.
-
Gemäß einer
noch weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Diagnoseverfahrens
wird vorgeschlagen, dass wenigstens zwei Lesegeräte vorgesehen sind, wobei zu
jedem Lesegerät
wenigstens eine lesegerätabhängige Kenngröße ermittelt
wird. Hierdurch können
redundante Systeme aufgebaut werden. Die lesegeräteabhängigen Kenngrößen können mit
der Sollgröße verglichen
werden. Abweichungen in den Vergleichen können zu Aussagen über die
Erkennungsqualität
der Lesegeräte
genutzt werden. Sind beispielsweise zwei Lesegeräte vorgesehen und liefern diese
Lesegeräte
unterschiedliche Erkennungsraten, so kann aus der Differenz der
Erkennungsraten, wenn diese außerhalb
eines Toleranzfeldes liegen, die Aussage getroffen werden, dass
die Funktionalität
des Lesegerätes,
welches die geringere Erkennungsrate liefert, gegenüber dem
anderen Lesegerät
beeinträchtigt
ist. Bevorzugt ist ein Verfahren, bei dem die Sollwerte oder Kenngrößen an die
unterschiedliche Konstellationen auszurichten, in denen die Komponenten
des Tieridentifikationssystems aufgestellt sind.
-
Zur
Verringerung des Vergleichsaufwandes mehrerer Lesegeräte wird
vorgeschlagen, dass die lesegeräteabhängigen Kenngrößen miteinander
verglichen werden. Hierdurch kann ein unmittelbarer Vergleich der
lesegeräteabhängigen Kenngrößen durchgeführt werden.
-
Gemäß einer
noch weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Diagnoseverfahrens
wird vorgeschlagen, dass der zeitliche Verlauf der lesegeräteabhängigen Kenngrößen mit
einer Sollgröße oder miteinander
verglichen werden. Hierdurch können Veränderungen
während
des Betriebes der Tieridentifikationssysteme verifiziert werden.
-
Die
Erkennungsraten sind zum einen von der Funktionalität der Transponder
einerseits und von der Funktionalität der Lesegeräte abhängig. Um
die Funktionalität
der Transponder überprüfen bzw.
diagnostizieren zu können,
wird vorgeschlagen, dass die Lesegeräte die Feldstärke, mit
der die Transponder erkannt werden, messen, so dass hierdurch eine
detailliertere Möglichkeit
der Qualitätsbewertung
bzw. Diagnosebewertung erreicht werden.
-
Nach
einer noch weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Diagnoseverfahrens
wird vorgeschlagen, dass die Stärke
der Signale der Transponder gemessen und gespeichert werden. Auch
diese Stärken
können
zur Bildung einer Kenngröße herangezogen
werden. Durch die Messung und Bestimmung der Stärke der Signale der Transponder
können
die Eigenschaften der einzelnen Transponder bestimmt werden. Darüber hinaus
kann bei einer Aufnahme der Stärke
der Signale der Transponder über
mehrere Erfassungsvorgänge
hinweg der Verlauf dieser Stärke
verifiziert werden. Die Messung und Bestimmung der Stärke der
Signale der Transponder eröffnet
daher die Möglichkeit,
Zeitwerte für
die einzelnen Transponder auch über
die Zeit bewertbar und darstellbar zu gestalten. Die angezeigten Änderungen können sich
auf die Veränderung
gegenüber
dem letzten Messwert z. B. bei einer letzten Melkung oder auf Veränderungen
gegenüber
Mittelwerten z. B. über
mehrere Identifikationsperioden beziehen.
-
Bevorzugt
ist eine Ausgestaltung des Diagnoseverfahrens, bei dem während eines
Erfassungsvorgangs die Transponder mehrfach abgetastet werden. Da
die Feldstärke,
mit der ein Transponder beim Durchlaufen des Antennenfeldes erkannt
wird, Schwankungen unterliegt, wird eine mehrfache Abtastung eines
Transponders durchgeführt.
Hierdurch wird auch sichergestellt, dass der Transponder mit einer
hinreichend großen
Stärke
vom Antennenfeld erfasst wird. Bevorzugt ist bei einer solchen Verfahrensführung, dass
jeweils die Maximalwerte der Signale ge speichert werden. Hierbei
handelt es sich um Maximalwerte des Signals, während eines Erfassungsvorgangs.
Werden die Maximalwerte der Signale über mehrere Erfassungsvorgänge hinweg
gespeichert, so kann daraus der zeitliche Verlauf der Maximalwerte
dargestellt und zu Diagnosezwecken genutzt werden. Aus dem Verlauf
der Maximalwerte kann bei einer konstanten Qualität des Lesegerätes eine
Aussage über
die Qualität
der Transponder abgeleitet werden, insbesondere, wenn die statistische Gesundheit
berücksichtigt
wird.
-
Es
besteht auch die Möglichkeit,
dass aus einer Mehrzahl von Erfassungsvorgängen eine mittlere Stärke eines
Signals wenigstens eines Transponders bestimmt wird. Die Anzahl
der Identifikationsperioden kann frei vorgegeben werden.
-
Um
die statistische Auswertung der Signale nicht durch fehlende Kennungen
der Transponder zu beeinträchtigen,
besteht die Möglichkeit,
diese wegzulassen.
-
Das
erfindungsgemäße Diagnoseverfahren ermöglicht eine
Diagnose der Komponenten des Tieridentifikationssystems. Zum einen
wird die Möglichkeit
geschaffen mittels des Diagnoseverfahrens Informationen über die
Qualität
der Lesegeräte
bereitzustellen. Darüber
hinaus wird die Tieridentifikation durch die Funktionalität der Transponder
beeinflusst. Dieser Einfluss ist durch das Diagnoseverfahren verifizierbar,
so dass mittels des Diagnoseverfahrens die Funktionalität des Identifikationssystems
beurteilt werden kann. Besteht die Möglichkeit, die Feldstärke der
Transponder zu erkennen, so ist auch eine automatische Qualitätsbewertung
der Transponder möglich.
Insbesondere wird die Möglichkeit
geschaffen, die Signalstärke
eines Transponders auch in Abhängigkeit
von dem Lesegerät
zu speichern. Einerseits ist es so möglich, die mittlere Signalstärke der
Erkennung eines Transponders zu bestimmen. Dies erlaubt eine direkte
Qualitätsaussage
zu jedem Transponder und ist insbesondere dann günstig, wenn der Transponder
durch unterschiedliche Lesegeräte
erkannt wird. Qualitativ mangelhaft oder schlecht ange brachte Transponder
werden mit Lesegeräten
mit Signalstärken
erkannt, welche unterhalb der gut angebrachten und einwandfreien
Transponder liegen. Damit sind Abweichungen unmittelbar erkennbar.
Auf Grund der gespeicherten Daten sowie in Kenntnis der unterschiedlichen
Transponder kann auch eine statistische Auswertung der unterschiedlichen
Transponder durchgeführt
werden. Mittels der vorliegenden Daten ist es daher möglich, die
Qualität
getrennt nach Transpondertypen zu erfassen, wobei insbesondere der
Mittelwert aller der Qualitätsdaten
sämtlicher
Transponder über
die Transpondertypen gebildet wird.
-
Insbesondere
können
einzelne qualitativ schlechte Transponder im Herdenmanagementprogramm
identifiziert und angezeigt werden.
-
Um
Einflüsse
der Lesegeräte
auszuschließen,
ist es zweckmäßig, die
Erkennungsqualität
einzelner Lesegeräte
zu berücksichtigen.
Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Lesegeräte sehr
unterschiedlichen Typs in einem Tieridentifikationssystem vorhanden
sind und diese bauartbedingt Erkennungsqualitäten aufweisen. So können diese
unterschiedlichen Erkennungsqualitäten mit entsprechenden Korrekturfaktoren
bei einer statistischen Auswertung berücksichtigt werden.
-
Der
vorliegenden Erfindung liegt auch die Aufgabe zu Grunde eine Diagnosevorrichtung
für ein Tieridentifikationssystem,
insbesondere ein Tieridentifikationssystem einer Melkanlage bereit
zu stellen, durch welche die Funktionalität des Tieridentifikationssystems
verifiziert werden kann.
-
Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine
Diagnosevorrichtung für
ein Tieridentifikationssystem, insbesondere ein Tieridentifikationssystem einer
Melkanlage mit den Merkmalen des Anspruchs 14 gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Diagnosevorrichtung sind
Gegenstand der abhängigen
Ansprüche.
-
Die
erfindungsgemäße Diagnosevorrichtung für ein Tieridentifikationssystem,
insbesondere ein Tieridentifikationssystem einer Melkanlage, wobei das
Tieridentifikationssystem wenigstens ein Lesegerät zum Erfassen von Informationen,
insbesondere von Informationen, die wenigstens einen tierindividuellen
Code enthalten, aufweist, zeichnet sich dadurch aus, dass eine Einrichtung
zur Bildung wenigstens einer Kenngröße auf der Basis der Signale
vorgesehen ist. Die Einrichtung ist signaltechnisch mit einem Lesegerät verbindbar.
Insbesondere besteht die Möglichkeit
einer bidirektionalen Kommunikation zwischen der Einrichtung und
dem Lesegerät.
Mittels einer Vergleichseinrichtung wird ein Vergleich der wenigstens
einen Kenngröße mit wenigstens
einer Sollgröße durchgeführt. Die
Diagnoseeinrichtung kann eine stationäre und/oder mobile Einheit
sein. Bevorzugt wird sie als Komponente des Herdenmanagementsystems
realisiert.
-
Die
signaltechnische Verbindung zwischen dem wenigstens einem Lesegerät und der
Einrichtung kann drahtlos oder drahtgebunden sein. Um die Qualität der Tieridentifikation
mittels des Tieridentifikationssystems auch im zeitlichen Zusammenhang beurteilen
zu können,
wird vorgeschlagen, dass die Diagnosevorrichtung so ausgebildet
ist, dass die Einrichtung und/oder die Vergleichseinrichtung wenigstens
eine Speichereinheit aufweist. Die Einrichtung, die Vergleichseinrichtung
sowie die Speichereinheit können
durch einen Computer realisiert werden.
-
Vorzugsweise
ist die Einrichtung so ausgebildet, dass diese wenigstens mit zwei
Lesegeräten verbindbar
ist.
-
Zur
Ausgabe von Daten weist die Diagnoseeinrichtung eine Datenausgabeeinrichtung,
die mit in der Vergleichseinheit verbunden ist. Bei der Datenausgabeeinrichtung
kann es sich um eine optische und/oder akustische Datenausgabeeinrichtung
handeln. Mittels dieser Datenausgabeeinrichtung kann auch beispielsweise
ein Warnsignal oder eine Warnanzeige erfolgen, wenn festgestellt
wird, dass die Erkennungsrate des Tieridentifikationssystems unter einen
bestimmten Wert fallt. Die Ausgabeeinrichtung kann auch durch einen
Drucker oder Monitor verwirklicht werden.
-
Gemäß einem
noch weiteren erfinderischen Gedanken wird ein Tieridentifikationssystem,
insbesondere ein Tieridentifikationssystem einer Melkanlage vorgeschlagen,
wobei das Tieridentifikationssystem wenigstens eine Diagnosevorrichtung
nach einem der Ansprüche
14 bis 19 aufweist.
-
Vorzugsweise
weist das Tieridentifikationssystem Sender auf, bei denen es sich
bevorzugterweise um Transponder handelt.
-
Nach
einem noch weiteren erfinderischen Gedanken wird eine Melkanlage
mit einem Tieridentifikationssystem vorgeschlagen, wobei die Melkanlage
wenigstens eine Diagnosevorrichtung nach einem der Ansprüche 14 bis
19 aufweist.
-
Bevorzugt
ist die Ausgestaltung einer Melkanlage, bei der das Tieridentifikationssystem
nach Anspruch 20 oder 21 ausgebildet ist. Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung
der Melkanlage wird vorgeschlagen, dass die Diagnosevorrichtung
datentechnisch mit einer Steuereinrichtung der Melkanlage verbunden
ist.
-
Besonders
bevorzugt ist die Ausgestaltung einer Melkanlage, bei der die Diagnosevorrichtung und/oder
das Tieridentifikationssystem mit einem Herdenmanagementsystem verbindbar
ist.
-
Das
erfindungsgemäße Diagnoseverfahren, die
erfindungsgemäße Diagnosevorrichtung,
das erfindungsgemäße Tieridentifikationssystem
sowie die erfindungs gemäße Melkanlage
kann teil- oder halbautomatische oder vollautomatische sowie robotergestützte Melkstände aufweisen.
Die Erfindung ist überall
dort einsetzbar, wo Tiere sicher und zuverlässig identifiziert werden müssen. Bei
den Tieren kann es sich um Kühe,
Schafe, Ziegen, Büffel,
Dromedare, Stuten, Yaks oder andere, insbesondere Milch abgebende
Tiere handeln.
-
Die
Transponder können
als Bolus, Ohrmarke, Injektat oder als konventionelle Transponder,
die am Fuß oder
Hals, im Pansen, am Euter oder an der Zitze, oder subkutan oder
an anderen geeigneten Stellen getragen werden. Dies gilt für Transponder die
permanent oder temporär
vom Tier getragen werden. Die Transponder können neben tierindividuellen Daten
auch weitere sensorische Funktionen übermitteln, bei denen es sich
beispielsweise um Aktivitätswerte,
pH-Werte oder Temperaturwerte
handelt. Des Weiteren können
auch sensorische Werte oder andere Werte mittels der Transponder übermittelt
werden. Die Berührungslose
Kommunikation zwischen dem Transponder und einem Lesegerät kann nachdem Radiofrequenzverfahren
(RF-Verfahren) arbeiten. Es besteht auch die Möglichkeit, dass Transponder
und Lesegerät
im Mikrowellenbereich arbeiten.
-
Die
Datenübertragung
vom Transponder in Richtung Lesegerät kann nach dem Halbduplexverfahren
(HDX) stattfinden. Bei einem Halbduplexverfahren findet die Datenübertragung
zeitversetzt statt. Hierbei werden die Daten im MHz-Bereich übermittelt.
-
Findet
die Datenübertragung
vom Transponder in Richtung Lesegerät im wesentlichen zeitgleich mit
der Datenübertragung
vom Lesegerät
zum Transponder statt, so wird das Vollduplexverfahren (FDX) eingesetzt.
Hierbei kommen Verfahren zum Einsatz, bei denen die Daten des Transponders
auf Teilfrequenzen des Lesegerätes,
also einer subharmonischen, oder auf eine davon völlig unabhängige also anharmonische
Frequenz zum Lesegerät übertragen werden.
Insbesondere können
zur Tieridentifikation so genannte RFID-Systeme eingesetzt werden.
-
Weitere
Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden an Hand der in der
Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
erläutert,
ohne dass der Gegenstand der Erfindung auf diese Ausführungsbeispiele
beschränkt
wird.
-
Es
zeigen:
-
1 schematisch
eine Diagnosevorrichtung für
ein Tieridentifikationssystem in einer Melkanlage,
-
2 den
Verlauf der Erkennungsraten zweier Lesegeräte über Identifikationsperioden,
-
3 schematisch
den Verlauf einer Erkennungsrate eines Lesegerätes,
-
4 schematisch
den Verlauf der Erkennungsraten von Transpondern über die
Identifikationsperioden,
-
5 schematisch
den Verlauf der Erkennungsraten zweier Gruppen von Transpondern
der Identifikationsperioden,
-
6 schematisch
ein Blockschaltbild eines Tieridentifikationssystems in Verbindung
mit einer Diagnosevorrichtung in einer Melkanlage, und
-
7 Schematisch
eine Tabelle der Labelerkennungen.
-
1 zeigt
schematisch eine Diagnosevorrichtung mit einem Tieridentifikationssystem
in einer Melkanlage. Die Darstellung und die mit der Darstellung
zusammenhängenden
Erläuterungen
sollen nachfolgend die grundsätzliche
Funktionsweise und den Aufbau erläutern, ohne dass der Gegenstand
der Erfindung auf dieses konkrete Ausführungsbeispiel beschränkt wird.
-
Mit
dem Bezugszeichen 1 ist ein Gang bezeichnet, der einen
Zugang 2 und einen Ausgang 3 aufweist. Der Gang 1 kann
beispielsweise zu einem Melkbereich oder einem Melkstand führen. Er
kann auch ein Teil einer Sortierung oder einer Fütterungseinrichtung sein. Innerhalb
des Gangs kann auch eine Waage vorgesehen werden, mittels derer
das Gewicht des Tieres erfasst wird.
-
Jedes
Tier 4 betritt den Gang durch den Zugang 2 und
verlässt
diesen durch den Ausgang 3. Das Tier weist einen Transponder 5 auf.
Der Transponder ist am Hals angeordnet. Statt eines Transponders 5 am
Hals kann das Tier 4 auch andere Identifikationsmittel
aufweisen. So kann beispielsweise ein Bolus, eine Ohrmarke oder
ein Injektat eingesetzt werden. Das Identifikationsmittel kann permanent oder
temporär
mit einem Tier verbunden sein. Der Transponder 5 enthält tierindividuelle
Informationen. Hierbei kann es sich um die Tierkennzeichnung handeln.
Darüber
hinaus können
mit Hilfe des Transponders sensorische Daten des Tieres übermittelt
werden. Insbesondere handelt es sich hierbei um Aktivitätsdaten,
pH-Wert oder Temperaturen
des Tieres. Solche Daten sind insbesondere zur Brunfterkennung eines
Tieres von Interesse.
-
Im
Bereich des Zugangs 2 ist ein erstes Lesegerät 6 vorgesehen.
Mittels des ersten Lesegerätes 6 werden
die Daten aus dem Transponder 5 eines jeden Tieres, dass
am Lesegerät 6 vorbeigeht,
herausgelesen. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist im Bereich
des Ausgangs 3 ein zweites Lesegerät 7 vorgesehen. Auch mittels
dieses Lesegerätes 7 werden
die Informationen über
die Tiere 4 aus den Transpondern 5 herausgelesen.
-
Das
erste Lesegerät
und das zweite Lesegerät 6, 7 können auch
benachbart zueinander angeordnet werden, wobei berücksichtigt
werden sollte, dass die Lesegeräte 6, 7 sich
nicht gegenseitig stören.
-
Das
erste Lesegerät 6 ist über eine
Signalleitung 9 mit einer Einrichtung 8 verbunden.
Auch das zweite Lesegerät 7 ist über eine
Signalleitung 10 mit der Einrichtung 8 verbunden.
Die durch die Lesegeräte 6, 7 ausgelesenen
Daten der Transponder 5 werden als Signale in die Einrichtung 8 übermittelt.
Auf der Basis der Signale werden Kenngrößen gebildet. Im einfachsten
Fall wird die Anzahl der durch das erste und das zweite Lesegerät erkannten
Tiere während
eines Erfassungsvorgangs gebildet. Die in der Einrichtung gebildete
Kenngröße bzw.
Kenngrößen werden über eine
Leitung 12 zu einer Vergleichseinrichtung 11 übermittelt.
In der Vergleichseinrichtung 11 erfolgt ein Vergleich der
Kenngrößen mit
wenigstens einer Sollgröße. In Abhängigkeit
von dem Vergleich wird beispielsweise über eine Datenausgabeeinrichtung 15,
die durch eine Leitung 16 mit der Vergleichseinrichtung 11 verbunden
ist, ein akustisches und/oder optisches Signal ausgegeben, dass
beispielsweise die Identifikationsrate unter einem bestimmten Wert
liegt.
-
In
dem in der 1 dargestellten Ausführungsbeispiel
ist die Vergleichseinrichtung 11 über eine Datenleitung 14 mit
einen Herdenmanagementsystem 13 verbunden. In dem Herdenmanagementsystem 13 sind
tierindividuelle Daten der Tiere hinterlegt, so dass auch in der
Vergleichseinrichtung 11 ein Abgleich zwischen den Identifikationsraten
der erkannten Tieren stattfinden kann. Ein solcher Abgleich ist
insbesondere dann von Interesse, wenn beispielsweise während eines
Erfassungsvorgangs ein Tier das Identifikationssystem mehrmals betreten
kann.
-
Dies
würde bei
einer globalen Betrachtung der Erkennungsraten zu einer Verfälschung
des Ergebnisses führen,
so dass ein Tier, welches mehrfach durch ein Identifikationssystem
erfasst wird, lediglich einmal berücksichtigt wird.
-
In
der 2 ist ein Diagramm der Erkennungsraten E zweier
Lesegeräte
L1 und L2 dargestellt. Aus dem Diagramm ist ersichtlich, dass die
Erkennungsrate der Lesegeräte
L1 und L2 über
eine Mehrzahl von Erfassungsvorgängen
I. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel
ist die Erkennungsrate des Lesegerätes L1 größer als die Erkennungsrate des
Lesegerätes
L2. Bei beiden Lesegeräten
L1 und L2 nimmt die Erkennungsrate über die Anzahl der Erfassungsvorgänge hinweg
ab. Ursache für
die Abnahme kann beispielsweise eine Abnahme der Performance der
Transponder 5 z. B. durch eindringende Feuchtigkeit in
die Transponder sein.
-
Aus
dem Diagramm nach 3 ist ersichtlich, dass die
Erkennungsrate des Lesegerätes
L1 bis zu Erfassungsvorgang In konstant
hoch ist, während ab
dem Erfassungsvorgang In+1 die Erkennungsrate schlagartig
niedriger und für
weitere Erfassungsvorgänge
konstant ist. Aus einem solchen Verlauf der Erkennungsrate des Lesegerätes L1 kann
geschlussfolgert werden, dass in dem Zeitraum tn bis tn+1 eine Veränderung innerhalb des Tieridentifikationssystems
oder in der Umgebung des Tieridentifikationssystems stattgefunden
hat. So kann beispielsweise durch die Installation neuer Stahlstrukturen
die Erkennungsrate eines Lesegerätes
negativ beeinflusst werden.
-
Während in
den Diagrammen nach den 2 und 3 Groberkennungsraten
dargestellt sind, zeigt die 4 Feinerkennungsraten
individueller Transponder T1 und T2.
-
Sind
die Lesegeräte
so ausgebildet, dass sie dazu geeignet und bestimmt sind auch die
Feldstärke der
Transponder zu erkennen, so kann aus der Feldstärke der indi viduellen Transponder
eine Qualitätsbewertung
der Transponder vorgenommen werden. 4 zeigt
repräsentativ
den Verlauf der Transpondererkennungsraten der Transponder T1 und
T2. Während
die Transpondererkennungsrate des Transponders T2 konstant ist,
nimmt die Erkennungsrate des Transponders T1 über eine Mehrzahl von Erfassungsvorgängen ab.
Hieraus kann gefolgert werden, dass die Performance des Transponders
T1 sich verschlechtert. Erreicht die Erkennungsrate des Transponders
T1 einen vorgegebenen Schwellwert oder Sollwert, so kann ein Alarm
ausgelöst
werden, dass dieser Transponder ausgetauscht wird.
-
Die
Tiere einer Herde können
mit Transponder unterschiedlicher Bauart oder auch mit Transponder
zwar gleicher Bauart doch von verschiedenen Herstellern versehen
sein. Transponder gleicher Bauart oder von gleichen Herstellern
können
zu Gruppen zusammengefasst werden. Die Zusammenfassung dieser Transponder
zu Gruppen ermöglicht eine
Bewertung der Qualität
der Identifikation und der Performance der unterschiedlichen Gruppen.
Aus einer Mehrzahl von Transpondern, die zu einer Gruppe gehören, kann
für eine
jede Identifikationsperiode eine Kenngröße ermittelt werden, die die
Erkennungsraten sämtlicher
Transponder, die zu einer Gruppe gehören, wieder spiegelt. Hierbei
kann von einer Gruppen-Transponder-Erkennungsrate
(GTE) gesprochen werden. Eine solche Gruppen-Transponder-Erkennungsrate kann beispielsweise
durch Bildung eines Mittelwertes der Erkennungsraten der einzelnen
Transponder, die zu einer Gruppe gehören, vorgenommen werden. 5 zeigt
beispielhaft den Verlauf der Erkennungsraten der Gruppe der Transponder
T1 und der Gruppe der Transponder T2. Hieraus ergeben sich Informationen über das
Verhalten der Gruppen und somit auch eine Bewertung der Qualität der Erkennung
der unterschiedlichen Transponder, wobei diese Bewertung eine breite
Basis hat.
-
Die
automatische Messung der Erkennungsperformance kann innerhalb eines
Herdenmanagements einerseits bezogen auf die Lesegeräte und andererseits
bezogen auf die Transponder realisiert werden. Zum Einsatz kommen
hierzu bevorzugt statistische Methoden, insbesondere stohastische und/oder
neumastische Methoden. Mit diesen Methoden ist die Qualität des Tieridentifikationssystems verifizierbar.
Es können
Kenngrößen gebildet
und ausgewertet werden. Signifikante Abweichungen können darüber hinaus
Alarmsituation auslösen.
Insbesondere können
Veränderungen
der Kenngrößen dazu
führen,
dass diese dem Bediener angezeigt werden, um eine ständige Kontrolle
des Tieridentifikationssystems zu ermöglichen.
-
Es
sind Tieridentifikationssysteme bekannt, die einen Selbstabgleich
auf Umgebungsbedingungen durchführen,
wobei dies in der Regel automatisch erfolgt. Die durch einen solchen
Selbstabgleich veränderten
Randbedingungen des Tieridentifikationssystems werden vorzugsweise
einer zentralen Steuereinheit übermittelt,
um aus diesen Daten ein Maß für Veränderungen
der Komponenten des Tieridentifikationssystems selbst und gegebenenfalls Änderungen
in der Struktur von Melkständen
oder dergleichen abzuleiten. Insbesondere kann durch entsprechende
Maßnahmen
ein solcher Selbstabgleich blockiert werden, um sicherzustellen,
dass während eines
Erfassungsvorgangs kein automatischer Abgleich eintritt, da während eines
solchen Selbstabgleichs eine Identifikation nicht oder lediglich
beschränkt
möglich
ist.
-
Erfolgt
ein Selbstabgleich, so ist dieser bei der Bestimmung der Erkennungsraten
für die
Zukunft gegebenenfalls zu berücksichtigen.
Gegebenenfalls wird der Zeitpunkt, zu dem der Selbstabgleich erfolgte,
entsprechend markiert. Gegebenenfalls können für Selbstabgleichungsfaktoren
zur Bestimmung einer kompensierten Erkennungsrate verwendet werden.
Insbesondere die beim Selbstabgleich gewonnen Werte können bei
der Errechnung eines neuen Startwertes verwendet werden.
-
Eine
Anpassung mit Hilfe der ersten neu ermittelten Daten der Erkennungsqualität ist dabei ebenfalls
möglich.
Auch durch Kombination der Abgleichvorgänge mit der Qualitätsmessung
der Komponenten des Tieridentifikationssystems, kann das System
und das Verfahren sinnvoll erweitert werden. So ist es beispielsweise
möglich,
dass der Selbstabgleich durch eine zentrale Steuereinheit gesteuert wird,
wenn bestimmte Erkennungsraten des Tieridentifikationssystems einen
unteren Schwellwert erreichen.
-
In
der 6 ist beispielhaft ein Blockschaltbild eines Tieridentifikationssystems
in einem Milchgewinnungsbetrieb dargestellt. Mit den Bezugszeichen 17 bis 20 sind
Einheiten bezeichnet, in denen eine Tieridentifikation stattfindet.
Hierbei kann es sich um eine Tieridentifikation im Melkstandbereich,
Fütterungsbereich,
Sortierbereich und/oder Wegebereich handeln. Die Transponder 21 der
Tiere, die durch das entsprechende Tieridentifikationssystem identifiziert
werden, liefern Informationen zu einer Informationseinrichtung 22,
die mit einem Herdenmanagementsystem 23 zusammenwirkt.
Die Informationseinrichtung 22 kann auch Steuerungskomponenten
enthalten, so dass die einzelnen Bereiche 17 bis 20 entsprechend
den Betriebsabläufen
angesteuert werden.
-
In
der 7 ist eine Tabelle dargestellt. In ihr sind Identifikationsstationen
angegeben, und die zu einzelnen Labeln A bis E erfassten Signalstärken. Aus
der Tabelle ist ersichtlich, dass beispielsweise die Signalstärke des
Labels E im Vergleich zu den Signalstärken der anderen Label wesentlich
geringer ist. Hieraus kann geschlossen werden, dass das Label (Transponder)
eine ungenügende
Funktionalität aufweist.
-
Aus
der Tabelle ist des weiteren erkennbar, dass beispielsweise die
Signalstärken
für sämtliche Label
an der Melkstation geringer sind, als an den anderen Identifi kationsstationen.
Hieraus kann geschlossen werden, dass das Lesegerät in ihrer
Funktionalität
zumindest beeinträchtigt
ist.
-
- 1
- Gang
- 2
- Zugang
- 3
- Ausgang
- 4
- Tier
- 5
- Transponder
- 6
- erstes
Lesegerät
- 7
- zweites
Lesegerät
- 8
- Einrichtung
- 9
- Signalleitung
- 10
- Signalleitung
- 11
- Vergleichseinrichtung
- 12
- Leitung
- 13
- Herdenmanagementsystem
- 14
- Datenleitung
- 15
- Datenausgabeeinrichtung
- 16
- Leitung
- 17
bis 20
- Bereich
- 21
- Transponder
- 22
- Informationseinrichtung
- 23
- Herdenmanagementsystem