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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum selektiven
Befüllen
von regelmäßig angeordneten,
wabenartigen Strukturen in Körpern
unterschiedlicher räumlicher
Gestalt, wie z.B. Filtern, Katalysatoren oder dergleichen Einrichtungen
mittels Dispensieren, wobei eine oder mehrere Dispenskanülen zur
Materialabgabe in die jeweilige Struktur mindestens teilweise eintauchen.
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Dispenser
zum manuellen oder aber auch halbautomatischen Betrieb gehören zum
Stand der Technik. Derartige Dispenser besitzen ein Materialaufnahmegefäß, das mit
einer Druckerzeugungseinrichtung zusammenwirkt, wobei über eine
Kanüle eine
vorbestimmte Menge, z.B. einer Flüssigkeit gezielt ausgegeben
werden kann. Verwiesen sei hierzu beispielsweise auf die
EP 0 961 654 B1 .
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Beispielsweise
zur Zellernte sind Dispenser bekannt, mit deren Hilfe über eine
Mehrachsenführung
mit motorischem Antrieb eine definierte Menge Trägerflüssigkeit in eine Gitterstruktur,
die sich auf einem Probentisch befindet, verbracht werden kann, wobei
bestimmte Positionen auf der Gitterstruktur mit Hilfe des x-y-Antriebs
und eines Roboterarms, der eine Dispenskanüle aufnimmt, ansteuerbar sind
(siehe hierzu www.cellcelector.com).
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Problematisch
ist jedoch die Befüllung
wabenförmig
angeordneter Strukturen, die bei verschiedenen technischen Komponenten,
z.B. bei keramischen Filteranlagen vorliegen. Derartige wabenförmige Strukturen
müssen
in vielen Fällen
systematisch befüllt
werden, d.h. es besteht die Notwendigkeit, eine Einlasskapillare
von vier Auslasskapillaren zu umgeben, was befüllungstechnisch bedeutet, dass auf
jeder Seite eines solchen Filterkörpers jede zweite Wabe systematisch
zu verschließen
ist. Systematisch bedeutet, dass zwischen den Öffnungen auf der Innen- und
auf der Außenseite
eine definierte Beziehung bestehen muss. Beispielsweise bei den
vorerwähnten
keramischen Filterkörpern
oder aber auch bei Katalysatoren handelt es sich um Strukturen,
die mehrere tausend Kapillaren enthalten.
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Ein
hierfür
vorgesehener Dispenser zum Befüllen
muss außerordentlich
exakt arbeiten und darüber
hinaus sehr schnell in der Lage sein, den Befüllvorgang abzuschließen, um
technologisch relevante Losgrößen bearbeiten
zu können.
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Aus
dem Vorgenannten ist es daher Aufgabe der Erfindung, ein weiterentwickeltes
Verfahren sowie eine zugehörige
Vorrichtung zum selektiven Befüllen
von regelmäßig angeordneten
wabenartigen Strukturen in Körpern
unterschiedlicher räumlicher Gestalt,
wie z.B. Filtern, Katalysatoren oder dergleichen mittels Dispergieren
anzugeben, wobei eine oder mehrere Dispenskanülen zur Materialabgabe in die
jeweilige Struktur mindestens teilweise eintauchen und das Verfahren
sowie die zugehörige
Vorrichtung sicherstellt, dass der Befüllvorgang mit höchster Genauigkeit
und reproduzierbar erfolgt und die Befüll-Taktzeiten den technologischen Herausforderungen
entsprechen.
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Die
Lösung
der Aufgabe der Erfindung erfolgt verfahrensseitig mit einer Lehre
gemäß Definition
nach Patentanspruch 1 sowie mit einer Vorrichtung gemäß Merkmalskombination
nach Patentanspruch 2, wobei die Unteransprüche mindestens zweckmäßige Ausgestaltungen
und Weiterbildungen beinhalten.
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Verfahrensseitig
wird zunächst
davon ausgegangen, dass der zu befüllende Körper auf einer Antriebseinheit
zum Ausrichten der Wabenstruktur in eine Befüllvergabeposition gelagert
wird. Die Antriebseinheit kann ein oder mehrere motorische Elemente
aufweisen, um den zu befüllenden
Körper
zu positionieren, wobei dieser Vorgang selbstverständlich automatisiert
durchführbar
ist.
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Der
eigentliche Dispenser ist auf einem kartesischen, Zwei-Achsen-x-y-Roboter
mechanisch verfahrbar befestigt, wobei weiterhin der Dispenser in z-Richtung
auf die Wabenstruktur hin und von dieser weg bewegt werden kann.
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Über ein
Kamerasystem mit angeschlossener Software-unterstützter Bildverarbeitungseinrichtung
wird die Wabenstruktur des zu befüllenden Körpers erfasst und im Anschluss
mittels der Antriebseinheit der zu befüllende Körper in die eigentliche Befüllvorgabeposition
bewegt.
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Anschließend nimmt
der Dispenser ein automatisches Befüllen vor, wobei in Abhängigkeit
von der Größe der zu
befüllenden
Wabenstrukturen und/oder der Viskosität des zu dispergierenden Materials
entweder nur ausgewählte
Waben gefüllt
oder alle Waben einem Befüllen
unterzogen werden, wobei erfindungsgemäß unmittelbar anschließend offenzulassende
Waben gezielt mit Hilfe der Dispenskanüle freigeblasen oder freigesaugt
werden. Insbesondere bei letztgenannter Methode ist ein unerwünschtes
Verschleppen von Dispensmaterial in benachbarte, offenzulassende
Waben ausgeschlossen.
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Wie
vorstehend kurz erläutert,
ist also eine direkte Befüllung
der Waben möglich,
wobei es hier gilt, entsprechend der Größe der Waben die Viskosität des zu
dispergierenden Materials einzustellen. Dies bedeutet, dass bei
relativ kleinen Waben mit einem dünnflüssigen Material zu arbeiten
ist.
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Bei
der indirekten Befüllung
wird derart vorgegangen, dass zunächst eine Stirnseite des zu
befüllenden
Körpers
bzw. der dort befindlichen Wabenstruktur vollständig befüllt wird, wobei anschließend der
Dispenser so eingesetzt wird, dass systematisch z.B. jede zweite
Wabe freigeblasen wird, wobei hierfür die Dispenskanüle um einen
gewissen Betrag in die Struktur eintaucht.
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Insbesondere
diese Art des nachträglichen Freiblasens
ist bezüglich
der erreichten kurzen Verarbeitungszeiten vorteilhaft.
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Das
vollständige
Befüllen
der Waben kann manuell, aber auch mit Hilfe eines Spraydispensers, eines
Bestreichens bzw. Verteilens des Befüllmaterials über ein
Spatelsystem vorgenommen werden.
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Bei
der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zum selektiven Befüllen
von regelmäßig angeordneten wabenartigen
Strukturen in Körpern
unterschiedlicher räumlicher
Gestalt ist diese als Rolldispenser ausgeführt, wobei der Roll dispenser
zwei koaxial geführte
Hohlzylinder aufweist und der Außenzylinder gegenüber dem
Innenzylinder frei drehbar ist.
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Am
Außenzylinder
ist mindestens ein Dispenskanülen-
oder Dispenskapillarkranz angeordnet, welcher radial orientierte,
umfangsseitig beabstandete Dispenskanülen aufnimmt.
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Der
Innenzylinder weist eine Materialzuführung sowie eine schlitzförmige Öffnung oder
Bohrung im Bereich, über
welchen der Dispenskapillarkranz läuft, auf, und zwar dergestalt,
dass über
den Innenzylinder zugeführtes
Material beim Erreichen der jeweiligen Rotationsposition der jeweiligen
Dispenskanüle über diese
zum Befüllen
austreten kann.
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Alternativ
sei darauf aufmerksam gemacht, dass auch die Möglichkeit besteht, nur den
Dispenskapillarkranz mit den umfangsseitig beabstandeten Dispenskanülen drehbar
auszuführen,
wobei sich der Kranz dann rotativ auf den Innenzylinder und seitlich an
einem entsprechenden Rücksprung
oder Flansch des Außenzylinders
abstützt.
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Bei
einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung sind axial beabstandet zwei bezogen auf die Lage der
jeweiligen Dispenskanülen
versetzte Dispenskapillarkränze
auf dem Innenzylinder drehbeweglich angeordnet.
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Der
radiale Abstand der Öffnungen
der Dispenskanülen
auf dem jeweiligen Dispenskapillarkranz entspricht dem linearen
Abstand der zu befüllenden
Waben der Struktur in Rollrichtung, wobei der axiale Abstand der Öffnungen
der Dispenskanülen bei
mehreren Dispenskapillarkränzen
auf den seitlichen Abstand der zu befüllenden Waben der jeweiligen
Struktur eingestellt ist.
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In
weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann axial neben einem der
Dispenskapillarkränze ein
Rollführungskranz
mit radial verlaufenden Führungsstiften
vorgesehen sein, und zwar zum Zweck der sicheren Bewegung und Führung des
Dispenskapillarkranzes entlang bzw. auf der Wabenstruktur.
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Bei
einer axial starren Lagerung des Rolldispensers kann zum Ausgleich
von Toleranzen der Wabenstruktur der Außenzylinder und/oder der oder
die Dispenskapillarkränze
axial verschieblich ausgebildet sein.
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Im
Bereich der schlitzförmigen Öffnung oder der
Bohrung besitzt der Innenzylinder bei einer zweckmäßigen Ausführungsform
der Erfindung eine Nut, welche eine die Öffnung oder Bohrung freilassende
Dichtung aus einem Material mit einem niedrigen Reibungskoeffizienten
aufnimmt.
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Der
Innenzylinder steht mit seiner Materialzuführung mit einem unter Druck
stehenden Materialreservoir in Verbindung, so dass ein kontinuierliches Füllen gewährleistet
ist.
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Der
vorstehend beschriebene Rolldispenser wird auf einem kartesischen
Zwei-Achsen-x-y-Roboter
mechanisch verfahrbar befestigt, wobei weiterhin der Rolldispenser
in z-Richtung auf die Wabenstruktur hin und von dieser weg bewegbar
ist, so dass die jeweiligen Dispenskanülen in die jeweilige Wabe eintauchen
und zurückgezogen
werden können,
wobei nach dem Eintauchen der Roboter sich in eine Richtung senkrecht
zur Zylinderachse des Rolldispensers entlang der Waben bewegt und
hierbei der oder die Dispenskapillarkränze in eine Rotationsbewegung versetzt
werden mit einem nacheinander erfolgenden Eintauchen der jeweiligen
Dispenskanülen
sowie der gewünschten
Materialabgabe zum Befüllen
oder aber auch gezielten Ausblasen und/oder Absaugen bereits gefüllter Waben,
beispielsweise mittels Druckluft über die Dispenskanülen.
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Der
Rolldispenser mit Außen-
und Innenzylinder ist beispielsweise konstruktiv so umgesetzt, dass
die beiden Zylinder über
zwei Radiallager miteinander in Verbindung stehen, so dass der Außenzylinder
um die Achse des inneren Zylinders in gewünschter Weise rotieren kann.
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Der
innere Zylinder ist fest an einem Aktor, insbesondere dem vorerwähnten Roboter
fixiert, während
der Außenzylinder
mit den Radiallagern rotativ an den Innenzylinder gekoppelt ist.
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Im
Außenzylinder
sind dann eine oder mehrer Reihen von Kapillaren senkrecht zur Zylinderachse,
und zwar im Rotationsverlauf angebracht.
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Dieser
Dispenskapillarkranz kann dann in die wabenartigen Strukturen eintauchen
und führt
zu einer Rotation des Außenzylinders
dann, wenn der Dispenser entlang der Wabenlinien bewegt wird. Die Rotationsbewegung
kommt hierbei dadurch zustande, dass die Kanülen an den Wabenstegen anschlagen
und den Außenzylinder
damit in eine Rotationsbewegung versetzen.
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Der
Rolldispenser ist derartig ausgeführt, dass er bei einer Rotation über die
vorgesehenen Kanülen
immer in die folgende Wabe eintauchen kann, wenn eine Bewegung des
Dispensers entlang einer Waben reihe erfolgt.
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Die
Kanülen
sind dabei so tief in die Waben eingeführt, dass ein Herausgleiten
nicht möglich
ist, solange der Dispenser nicht in z-Richtung bewegt, d.h. abgehoben
wird.
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Es
hat sich erfindungsgemäß herausgestellt, dass
der Rolldispenser umso effektiver und sicherer arbeitet, je weniger
Dispenskapillarkränze
vorgesehen sind. Auch bei einer Ausführungsform der Erfindung, bei
der der Dispenser nur aus einer einzigen Kanüle oder Kapillarreihe besteht,
ist seine Effektivität
im Verhältnis
zu den Dispensionsmöglichkeiten des
Standes der Technik als sehr positiv zu bewerten. Es hat sich gezeigt,
dass je nach Größe der Waben
Bewegungen möglich
sind, wonach der Rolldispenser in 20 bis 40 Waben je Sekunde eintaucht
und dabei noch hinreichend genügend
Material in die Waben abgibt. Eine derartige Befüllgeschwindigkeit ist mit Einzelkapillardispensern
des Standes der Technik, die mechanisch in jede Wabe eingetaucht
werden müssen,
nicht möglich.
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Insbesondere
bei Keramik-Wabenzylindern ist die Wabenanordnung durch den Sinterprozess
mit gewissen Abweichungen von einer geraden Linienführung behaftet.
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Zur
Vermeidung von Problemen ist unter diesem Aspekt der Dispenser so
ausgeführt,
dass er auch bei einem von der Geraden abweichenden Verlauf eines
Wabenstegs immer noch sehr sicher in die Waben einer Wabenreihe
eintauchen kann, wobei hierfür
der äußere Zylinder
in axialer Richtung verschieblich ausgeführt wird. In diesem Fall wird
dann der Dispenskapillarkranz mit den Kanülen vom Wabensteg geführt und
kann in dem vorgegebenen Toleranzbereich einer beliebigen Abweichung
des Steges von einer Geraden folgen.
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Die
Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels sowie unter
Zuhilfenahme von Figuren näher
erläutert
werden.
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Hierbei
zeigen:
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1 eine
perspektivische Darstellung des erfindungsgemäßen Rolldispensers;
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2 eine
Darstellung eines geöffneten Rolldispensers;
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3 eine
Darstellung des Innenzylinders des Rolldispensers;
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4 eine
Darstellung eines Abschnitts einer Wabenstruktur mit direkt dispensierter
Befüllung und
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5 eine
Darstellung eines Keramikzylinders mit einer Wabenstruktur, die
durch Befüllen
mit anschließendem
Ausblasen realisiert wurde.
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Der
in den 1 bis 3 gezeigte Dispenser besteht
zunächst
aus einem Innenzylinder 1, der als Hohlzylinder ausgeführt ist
und eine Materialzuführung 2 aufweist.
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Der
Innenzylinder 1 ist von einem Außenzylinder 3 umgeben,
welcher bezogen auf den Innenzylinder 1 um diesen rotieren
kann.
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In
einem Mittelabschnitt des Außenzylinders 3 befinden
sich zwei axial beabstandete Dispenskapillarkränze 4 mit radial orientierten,
umfangsseitig beabstandeten Dispenskanülen 5.
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2 lässt den
Materialaustrittschlitz 6 im Innenzylinder 1 erkennen.
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In
dem Fall, wenn bei Rotation des Außenzylinders 3 mit
den Dispenskapillarkränzen
eine jeweilige Dispenskanüle 5 eine
Position über
dem Materialaustrittsschlitz 6 erreicht, kann zugeführtes Material durch
die Kanülenöffnung nach
außen
gelangen, um eine entsprechende Wabe einer zu befüllenden Struktur
zu erreichen.
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Damit
auch hochviskose und abrasive Materialien dispensiert werden können, ist
vorgesehen, die Flächenreibung
im Inneren des Dispensers zu minimieren. In diesem Fall wird die
Verbindung zwischen Außen-
und Innenzylinder nur durch zwei figürlich nicht dargestellte Lager
an jeder Außenseite
des Außenzylinders
realisiert.
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Im
Innenbereich ist der Durchmesser des Innenzylinders 1 so
aufgebaut, dass sich ein hinreichend großer Spalt ergibt.
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Um
nun zu verhindern, dass Material aus allen Dispenskanülen 5 austritt,
ist im Bereich des Ausgabespalts bzw. des Materialaustrittsschlitzes 6 eine Nut 7 (siehe 3)
eingefräst.
In diese Nut 7 ist ein Dichtmaterial mit niedrigem Reibungskoeffizienten (Dichtung 8)
eingesetzt. Nur in Richtung des Materialaustrittsschlitzes 6 oder
einer entsprechenden Ausgabebohrung befindet sich kein Dichtungsmaterial, so
dass über
den sich jetzt ergebenden Weg Befüllmaterial in die entsprechenden
Kapillaren oder Kanülen
eindringen kann, wenn sich diese über dem Materialaustrittsschlitz 6 befinden.
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Wie
aus der Zusammenschau der 1 bis 3 nachvollzogen
werden kann, ist also der Dispenser im Inneren so aufgebaut, dass
der innere Zylinder in dem Bereich, in dem sich in dem äußeren Zylinder
die Kanülen
oder Kapillaren befinden, einen Schlitz in Achsenrichtung oder eine
oder mehrere Bohrungen besitzt, durch die das dem Innenzylinder zugeführte Materialmenge
in die Kanülen
oder Kapillaren des Außenzylinders
an der Innenseite eindringen und an der Außenseite in die Waben (siehe 4 und 5)
abgegeben werden kann.
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Der
Innenzylinder 1 ist an ein nicht gezeigtes Materialreservoir
gekoppelt, das das Dispensmaterial durch Luftdruck oder durch einen
Extruder in den Innenzylinder hineindrückt.
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Der
Materialaustrittsschlitz oder eine entsprechende Bohrung im Innenzylinder
ist so orientiert, dass das Befüllmaterial
entweder senkrecht oder horizontal entweichen kann, und zwar immer nur
dann, wenn die Dispenskanülen
sich gerade senkrecht oder horizontal durch die Zwangsrotation in
die entsprechende Lage bewegt haben.
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Die
Lage des Materialaustrittsschlitzes im Innenzylinder wird so gewählt, dass
immer dann eine Materialabgabe erfolgt, wenn die jeweilige Dispenskanüle in eine
entsprechende Wabe oder ein anderes Strukturelement eintaucht.
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Um
einen regelmäßigen Dispensverlauf
zu sichern, ist es notwendig, die Kapillaren oder Kanülen so aufzubauen,
dass bei einer kontinuierlichen Rotation immer eine Kapillare in
eine folgende Waben eintaucht.
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Dann,
wenn nicht jede Wabe, sondern nur jede zweite, dritte oder n-te
Wabe zu befüllen
ist, besteht die Möglichkeit,
einen Führungskranz
aus Stiften neben dem eigentlichen Kranz mit Dispenskanülen vorzusehen,
wobei der Führungskranz
dazu dient, eine kontinuierliche Rotation des Dispensers auszulösen, während die
Dispenskanülen
Material in die entsprechenden Waben abgeben und diese befüllen.
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Der
erfindungsgemäße Rolldispenser
ist in der Lage, gewisse unregelmäßige Anordnungen oder Verläufe der
Wabenstrukturen auszugleichen. Dies ist insbesondere dann erforderlich,
wenn keramische Wabenzylinder zu befüllen sind, die, z.B. durch
Sinterprozesse, nicht zu vermeidende Toleranzen besitzen.
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Hierfür besteht
die Möglichkeit,
den inneren Zylinder in axialer Richtung zum äußeren Zylinder zu versetzen.
Diese Versatzbewegung ist geeignet zu verhindern, dass der Dispenser
bei abweichender Wabenanordnung seine gewünschte Bahn verlässt oder
womöglich
die Waben zerstört.
Vielmehr besteht hier die Möglichkeit,
dass der Dispenser sogar einem gekrümmten Wabenverlauf folgt.
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Wie
bereits erläutert,
ist der Dispenser so aufgebaut, dass er bei einer Rotation der Dispenskapillarkränze mit
den Dispenskanülen
bei Rotation immer in die folgende Wabe eintaucht, und zwar dann, wenn
eine Bewegung entlang einer Wabenreihe mit Hilfe eines entsprechenden
Antriebs erfolgt.
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Die
Dispenskanülen
sind dabei so tief in die jeweiligen Waben abgesenkt oder eingeführt, dass ein
unerwünschtes
Heraustreten so lange nicht erfolgt, bis der Dispenser bzw. der
Wabenkörper
in eine Ausfahrposition überführt wird.
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Im
Ergebnis umfangreicher Versuche hat es sich gezeigt, dass insbesondere
eine Ausführungsform
eines Zweireihen-Dispenskapillarkranzes mit entsprechenden Dispenskanülen sehr
zuverlässig und
fehlersicher in der Lage ist, eine große Anzahl von Waben zu befüllen. Auch
kann bei einer derartigen Ausführungsform
das gewünschte,
wenig zeitaufwendige Befüllen
erfolgen.
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Prozesstechnisch
wird die Befüllung
so ausgeführt,
dass nur am Anfang eine erste Wabe bildverarbeitungstechnisch erkannt
werden muss und weiterhin die erste Dispenskapillare in eine horzontale Lage
einzustellen ist. Hiernach kann der Rolldispenser die Waben befüllen oder
freiblasen, indem er die senkrechten maximalen Punkte des zu befüllenden Körpers, z.B.
eines Zylinders mäanderförmig abfährt und
zwar jeweils entlang einer linearen Wabenreihe.
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Durch
diese Möglichkeit
des mäanderförmigen Abfahrens
muss nur eine geringe Anzahl von Start- und Umkehrpunkten in einer
Liste abgelegt werden, die es gilt, als feste Koordinaten anzusteuern.
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Die
vorteilhafte quasi senkrechte Fahrt des Rolldispensers entlang der
zu befüllenden
Waben ist außerordentlich
sicher, da der Dispenser in die Waben eintaucht und von diesen zwangsgeführt wird.
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Grundsätzlich ist
der Rolldispenser in der Lage, sowohl eine direkte Befüllung vorzunehmen
als auch ein gezieltes Freiblasen anderweitig befüllter Waben
zu realisieren.
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Alternativ
besteht nämlich
die Möglichkeit, die
Stirnseite z.B. eines Wabenstrukturzylinders vollständig mit
Dispensmaterial zu befüllen
und den Rolldispenser so einzusetzen, dass systematisch dieser in
jede zweite Wabe eintaucht und dort das vorhandene Material mit
Luftdruck aus der Wabe herausbläst.
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Eine
derartige Art des Dispens- und Freiblasverfahrens ist insbesondere
mit Blick auf die hierbei erzielten hohen Geschwindigkeiten von
Vorteil.
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Insgesamt
hat sich herausgestellt, dass der vorgeschlagene Rolldispenser in
besonders vorteilhafter Weise in der Lage ist, Waben unterschiedlicher Körper gezielt
zu befüllen,
wobei keine Einschränkungen
bezüglich
der äußeren Form
der Wabenkörper
bestehen.
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Der
Rolldispenser ist beispielsweise so dimensioniert, dass die als
Kranz angeordneten Kanülen
oder Kapillaren, z.B. 16 Stück,
bei einer Rotation immer mit dem doppelten Wabenabstand auf einer Lauffläche auftreffen
würden.
Da bei der bevorzugten Ausführungsform
der Rolldispenser aus zwei Kränzen
mit entsprechenden Kanülenreihen
besteht, die um einen Winkel von 22,5° zueinander versetzt sind, tauchen
die Kapillaren bei einer Rotation immer in eine Wabe der linken
Reihe und dann in eine darauffolgende Wabe der rechten Wabenreihe
ein. Eine derartige Rotation führt
zu einer sehr flüssigen
Bewegung des Dispensers und stabilisiert das Eindringen in die Waben
während
einer Fahrt entlang einer Wabenreihe außerordentlich.
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Da
sich zwischen den Kapillaren immer der Wabensteg von zwei benachbarten
Wabenreihen (siehe 4) befindet, kann der Verlauf
des Dispensers bei einem Abweichen des Wabenstegs von einer Geraden
so gelenkt werden, dass er einer beliebigen Krümmung des Wabenstegs folgen
kann. Damit der Rolldispenser sogar einem bogenförmigen Wabenstegverlauf folgen
kann, ist er so ausgeführt, dass
eine Verschiebbarkeit in axialer Richtung um etwa 1 bis 3mm vorgesehen
ist. Eine beispielhafte Eintauchtiefe der Kanülen liegt bei im wesentlichen 2,4mm.
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Der
Rolldispenser wird durch eine Bewegung mittels eines Roboterarms
passiv entlang der Wabenreihen geführt. Die Rotation ergibt sich
daraus, dass die Kapillaren oder Kanülen in die jeweiligen Waben
eintauchen und den Dispenser in die Rotationsbewegung versetzen,
und zwar aufgrund der Führung
der Kanülen
an den Wabenkanten.
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Experimente
haben weiterhin gezeigt, dass insbesondere das Umsetzen in die folgende,
zu befüllende
benachbarte Wabenreihe sehr zuverlässig funktioniert. Hier hat
sich gezeigt, dass eine Umsetzung von nur zwei Wabenreihen deshalb
exakt möglich
ist, weil die Toleranzfehler der Waben in diesem Fall minimal sind.
Insofern ergibt sich, wie bereits dargelegt, eine besonders vorteilhafte
Realisierung des Rolldispensers in Form von zwei benachbarten Dispenskapillarkränzen in
entsprechenden umfangsseitig beabstandeten Dispenskanülen.
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- 1
- Innenzylinder
- 2
- Materialzuführung
- 3
- Außenzylinder
- 4
- Dispenskapillarkranz
- 5
- Dispenskanüle oder
Dispenskapillare
- 6
- Materialaustrittsschlitz
- 7
- Nut
- 8
- Dichtung