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DE102005007631A1 - Verfahren zum Antreiben einer Kapsel innerhalb eines Patienten mit Hilfe eines elektrischen Spulensystems - Google Patents

Verfahren zum Antreiben einer Kapsel innerhalb eines Patienten mit Hilfe eines elektrischen Spulensystems Download PDF

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DE102005007631A1
DE102005007631A1 DE102005007631A DE102005007631A DE102005007631A1 DE 102005007631 A1 DE102005007631 A1 DE 102005007631A1 DE 102005007631 A DE102005007631 A DE 102005007631A DE 102005007631 A DE102005007631 A DE 102005007631A DE 102005007631 A1 DE102005007631 A1 DE 102005007631A1
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Germany
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capsule
coil system
coil
permanent magnet
patient
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DE102005007631A
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English (en)
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Johannes Dr. Reinschke
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Siemens Corp
Original Assignee
Siemens Corp
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Publication date
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Abstract

Bei einem Verfahren zum Antreiben einer einen Permanentmagneten (51) enthaltenden Kapsel (30) innerhalb eines Patienten (4), insbesondere dessen Gastrointestinaltrakt, mit Hilfe eines den Körper des Patienten (4) zumindest teilweise umfassenden elektrischen Spulensystems (6), DOLLAR A a) wird für verschiedene Rotationspositionen (53a, b) des Permanentmagneten (51) bezüglich des Spulensystems (6) die jeweils vom Spulensystem (6) zur Erzeugung einer gewünschten Antriebskraft (49) an der Kapsel (30) erforderliche Leistung (55a-d) ermittelt, DOLLAR A b) wird die Kapsel (30) durch Rotation (56) in die einer gewünschten Leistung (55b) zugeordnete Rotationsposition (53b) gebracht, DOLLAR A c) wird die Antriebskraft (49) an der Kapsel (30) vom Spulensystem (6) erzeugt.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Antreiben einer einen Permanentmagneten enthaltenden Kapsel innerhalb eines Patienten, insbesondere dessen Gastrointestinaltrakt, mit Hilfe eines den Körper des Patienten zumindest teilweise umfassenden Spulensystems.
  • Zur Untersuchung bzw. Behandlung eines Menschen oder Tieres als Patienten werden immer häufiger minimal- bzw. nichtinvasive medizinische Techniken eingesetzt bzw. entwickelt. Seit längerem üblich ist die Benutzung von Endoskopen, welche durch Körperöffnungen oder kleine Einschnitte in den Patienten eingebracht werden. An der Spitze eines mehr oder weniger langen biegsamen Grundkörpers befinden sich hierbei Inspektions- bzw. Manipulationsgeräte, z. B. eine Kamera oder ein Greifer, zur Ausführung einer gewünschten Tätigkeit. Auf Grund von Reibungseffekten und der begrenzten Länge und Biegbarkeit von Endoskopen sind diese nur begrenzt einsetzbar. So lässt sich z. B. der menschliche Dünndarm mit einer Gesamtlänge von ca. 5 m und einer Vielzahl von Verschlingungen nur schwer in seiner Gesamtheit endoskopisch erreichen.
  • Aus der DE 101 42 253 ist zur Endoskopie eine Vorrichtung bzw. ein Verfahren bekannt, welches drahtlos arbeitet. Ein sogenannter „Endoroboter" in Form einer Kapsel von ca. 2 cm Länge und ca. 1 cm Durchmesser enthält eine Inspektions-, Diagnose- oder Therapieeinrichtung. Dies können z. B. eine Videokamera, eine Biopsiezange, ein Clip oder ein Medikamentenreservoir sein. Die Kapsel enthält ein magnetisierbares oder permanentmagnetisches Element. Im Patienten wird die Kapsel drahtlos bewegt. Hierzu liegt der Patient ganz oder teilweise in einem elektrischen Spulensystem aus mehreren, z.B. vierzehn, Einzelspulen. Vom Spulensystem werden geeignete Magnet felder bzw. Gradientenmagnetfelder erzeugt, welche an der sich im Patienten befindlichen Kapsel Kräfte bzw. Drehmomente erzeugen, um diese im Patienten fortzubewegen. So kann die Kapsel im Patienten navigiert werden. Einsatzbereiche sind hier vor allem Hohlorgane, insbesondere z. B. der menschliche Gastrointestinaltrakt, der mit der Kapsel in einem einzigen Durchgang in seiner Gesamtheit durchfahrbar ist.
  • Nachteilig bei dem bekannten Verfahren ist, dass zur Erzeugung bereits geringer Kräfte und Drehmomente an der Kapsel im Patienten die Leistungsaufnahme des felderzeugenden Spulensystems enorm hoch ist.
  • Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein verbessertes Verfahren zum Antreiben einer derartigen Kapsel anzugeben.
  • Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren zum Antreiben einer einen Permanentmagneten enthaltenden Kapsel innerhalb eines Patienten, insbesondere innerhalb dessen Gastrointestinaltrakt, mit Hilfe eines den Körper des Patienten zumindest teilweise umfassenden elektrischen Spulensystems, bei dem a) für verschiedene Rotationspositionen des Permanentmagneten bezüglich des Spulensystems die jeweils vom Spulensystem zur Erzeugung einer gewünschten Antriebskraft an der Kapsel erforderliche Leistung ermittelt wird. Die Kapsel wird dann im Schritt b) durch Rotation in die einer gewünschten Leistung zugeordnete Rotationsposition gebracht. Im Schritt c) wird die Antriebskraft an der Kapsel vom Spulensystem erzeugt.
  • Um die Kapsel innerhalb des Patienten zu bewegen, muss diese während einer Untersuchung oder Behandlung des Patienten gedreht oder verschoben werden. Ein magnetisches Dipolmoment in der Kapsel ist unabdingbare Voraussetzung, um durch äußere, vom Spulensystem erzeugte Magnetfelder Kräfte oder Drehmomente auf die Kapsel ausüben zu können. Im vorliegenden Text sind der Einfachheit halber im Folgenden an der Kapsel bzw. dem darin enthaltenen magnetischen Element angreifende Kräfte und/oder Drehmomente unter dem Begriff „Antriebskräfte" vereint. Im erfindungsgemäßen Verfahren wird ein Permanentmagnet verwendet. Gegenüber einem magnetisierbaren Körper entfällt so die Erzeugung eines eine Magnetisierung im Körper hervorrufenden Magnetfeldes durch das Spulensystem. Hierdurch wird bereits die vom Spulensystem aufgenommenen Leistung reduziert.
  • Die Richtung und Stärke der notwendigen Antriebskraft der Kapsel richtet sich nach der Position der Kapsel im Körper des Patienten und der gewünschten Kapselbewegung. Z.B. soll die Kapsel im Patienten um 10° gekippt und in Kapsellängsrichtung verschoben werden entsprechend dem Verlauf einer Dünndarmschlinge am aktuellen Kapselort, durch die die Kapsel navigiert werden soll. An der Kapsel soll also eine gewünschte Antriebskraft in Form einer Kraft und eines Drehmomentes angreifen. Hierzu müssen vom Spulensystem am Ort der Kapsel geeignete magnetische Felder erzeugt werden, die wiederum in Wechselwirkung mit dem Permanentmagneten der Kapsel die gewünschte Antriebskraft erzeugen. Das Spulensystem muss hierzu von geeigneten Strömen derart durchflossen sein, dass es die entsprechenden Magnetfelder erzeugt.
  • Die Erfindung geht nun von der Erkenntnis aus, dass zur Erzeugung ein und derselben gewünschten Antriebskraft an ein und demselben Kapselort bzw. Ort des Permanentmagneten für verschiedene Rotationspositionen des Permanentmagneten bezüglich des Spulensystems die Leistungsaufnahme des Spulensystems in einem weiten Bereich variiert. Grund hierfür ist der unsymmetrische Aufbau des Spulensystems, welcher eben nicht kugelsymmetrisch bezüglich eines Mittelpunktes und erst recht nicht bezüglich des aktuellen Ortes der Kapsel ist. Um den Patienten in das Spulensystem einbringen zu können, ist dieses nämlich eher zylindrisch bzw. tonnenförmig ausgeführt.
  • Vor dem tatsächlichen Aufbringen der Antriebskraft an der Kapsel bzw. Erzeugen des Magnetfeldes durch das Spulensystem wird deshalb die Leistungsaufnahme des Spulensystems zur Erzeugung der Antriebskraft an der Kapsel für verschiedene Rotationspositionen des Permanentmagneten bezüglich des Spulensystems ermittelt. Verschiedene Rotationspositionen des Permanentmagneten sind alleine durch Aufbringen von Drehmomenten und nicht durch Aufbringen von translatorischen Kräften an der Kapsel einstellbar. Rotationspositionen der Kapsel sind also z. B. Drehungen der Kapsel in beliebige Richtungen um einen Drehpunkt im Kapselinneren.
  • Die vom Spulensystem benötigte Leistung (Ohmsche Verlustleistung) ist gleich der Summe der elektrischen Verlustleistung der einzelnen Spulenströme, die zur Felderzeugung notwendig sind. Die Ermittlung der zur Erzeugung einer gewünschten Antriebskraft erforderlichen Leistung kann auf verschiedene Weisen erfolgen. Möglich sind z. B. Simulationsrechnungen für gegebenen Kapselort und gewünschte Antriebskraft zum Zeitpunkt der Erzeugung der Antriebskraft, also in Echtzeit. Es können auch vorab für ein gegebenes Spulensystem an ausgewählten Orten für ausgewählte Antriebskräfte und Rotationspositionen von Kapseln Leistungsaufnahmen des Spulensystems tabellarisch berechnet werden und beim Betrieb des Systems lediglich Tabellenwerte nachgesehen bzw. soweit möglich interpoliert werden (look-up-table).
  • Die Erfindung benutzt weiterhin die Erkenntnis, dass zum Aufbringen von Drehmomenten an der Kapsel in der Regel eine Leistungsaufnahme des Spulensystems benötigt wird, welche deutlich geringer als diejenige ist, welche zur Erzeugung einer translatorischen Kraft an der Kapsel notwendig ist.
  • Da zur Erzeugung der gewünschten bzw. ein und derselben Antriebskraft an der Kapsel in Abhängigkeit der Rotationsposition nun im allgemeinen verschiedene, vom Spulensystem aufgenommene Leistungen zur Verfügung stehen, die im vorigen Schritt ermittelt wurden, kann zur tatsächlichen Erzeugung der Antriebskraft eine entsprechende gewünschte Leistung ausgewählt werden.
  • Aus den zu verschiedenen Rotationspositionen gehörigen verschiedenen erforderlichen Leistungen wird nun die gewünscht Leistung ausgewählt und die Kapsel durch Rotation in die entsprechende Rotationslage gebracht. Danach oder gleichzeitig wird die tatsächliche Antriebskraft durch geeignete Wahl der einzelnen Spulenströme an der Kapsel erzeugt.
  • Die Schritte b) und c) erfolgen also zunächst sequentiell. Bei kontinuierlicher Kapselfahrt können jedoch beide Schritte auch quasi – kontinuierlich und zeitlich parallel erfolgen.
  • Im Verfahrensschritt b) kann als gewünschte Leistung die minimale Leistung gewählt werden. Hierdurch wird die Gesamtleistungsaufnahme des Systems minimiert, was möglichst wenig Verlustleistung und damit Abwärme bewirkt, eine geringere Dimensionierung der die Spulenströme liefernden Leistungsendstufen des Spulensystems ermöglicht und sowohl Herstellungs-, als auch Betriebskosten des Gesamtsystems senkt.
  • Die Kapsel kann eine Längsachse aufweisen, und der Permanentmagnet kann starr in die Kapsel integriert sein und ein quer zur Längsachse ausgerichtetes Dipolmoment besitzen. Im erfindungsgemäßen Verfahren können dann in Schritt a) als Rotationspositionen verschiedene Drehwinkel der Kapsel um ihre Längsachse gewählt werden.
  • In vielen Fällen weist eine entsprechende, im Verfahren benutzte Kapsel eine bestimmte Kapselvorzugsrichtung auf bzw. ist länglich ausgebildet. Z.B. kann an deren Spitze eine Videokamera vorgesehen sein. Die Kapsel weist dann eine Längsachse auf, zu welcher sie äußerlich meist rotationssymmetrisch ausgeführt ist. Sinnvollerweise wird der Permanentmagnet dann ein quer zur Längsachse ausgerichtetes Dipolmoment aufweisen, um die Kapsel um ihre Längsachse durch Anlegen eines äußeren magnetischen Feldes rotieren zu können. Üblicherweise soll die Kapsel in Richtung der Längsachse vorwärtsbewegt werden. Die Richtung der gewünschten Antriebskraft ist also parallel zur Längsachse.
  • Aufgrund des quer zur Längsachse ausgerichteten Dipolmoments ist eine Drehung der Kapsel um deren Längsachse durch ein quer zur Längsachse verlaufendes magnetisches Drehfeld möglich.
  • Ist die Kapsel zudem rotationssymmetrisch, wird die Außenform der Kapsel bei jeder Drehposition in sich selbst abgebildet, was möglichst geringe Reibung mit an der Kapsel anliegenden Organen beim Drehen der Kapsel verursacht. Außerdem muss beim Drehen das die Kapsel umschließende Hohlorgan dann nicht zusätzlich aufgeweitet bzw. verformt werden. So sind nur geringstmögliche Drehmomente zur Rotation der Kapsel notwendig, was wiederum die Leistungsaufnahme des Gesamtsystems reduziert.
  • Im erfindungsgemäßen Verfahren kann in Schritt b) der Permanentmagnet innerhalb oder an der Kapsel drehbar befestigt sein. Bei Rotation des Permanentmagneten muss dann die Kapsel gar nicht oder nur teilweise rotiert werden, was zu keinerlei oder geringeren Reibungsverlusten zwischen Innenwandung des Hohlorgans und der Kapsel führt. Die Rotation kann z.B. auch motorisch im Inneren der Kapsel erfolgen und nicht durch äußere Felder verursacht sein.
  • Auch kann der Permanentmagnet in einen Teil der Kapsel und in Schritt b) nur dieser Teil rotiert werden. Auch so werden Reibungsverluste beim Rotieren reduziert und die Rotation kann durch eine in der Kapsel erzeugte Kraft erfolgen.
  • Das Spulensystem kann mehr als sechs Einzelspulen, deren Spulenströme unabhängig voneinander regelbar sind, umfassen und für die gewünschte Antriebskraft sechs vektorielle Komponenten vorgegeben sein. In Schritt a) des erfindungsgemäßen Verfahrens können dann zur Ermittlung der erforderlichen Leistung die Spulenströme mit dem Widerstand ihrer Spulenwicklung widerstandsgewichtet werden. Ein unterbestimmtes Gleichungssystem zwischen gewünschter Antriebskraft und widerstandsgewichteten Spulenströmen wird dann aufgestellt. Es werden Spulenströme ermittelt, die sowohl einen Restfehler des Gleichungssystems als auch die gewichteten Spulenströme bezüglich ihrer jeweiligen 2-Normen minimieren.
  • Ein Spulensystem weist z.B. insgesamt vierzehn Einzelspulen auf, die jeweils von einem unabhängigen Spulenstrom durchfließbar sind. Jede Einzelspule hat einen Ohmschen Widerstand. Als Antriebskraft sind z.B. die drei unabhängigen Komponenten der an der Kapsel erwünschten Kraft und die drei Komponenten eines an der Kapsel erwünschten Drehmoments vorgegeben, die zusammen den 6-dimensionalen Vektor F ⇀ =(Tx, Ty, Tz, Fx, Fy, Fz)T bilden. Anstelle des Drehmoments können in F auch die drei Komponenten Bx, By, Bz eines erwünschten magnetischen Feldes am Ort der Kapsel vorgegeben werden. Somit entsteht mit dem 14-dimensionalen Vektor I⇀ = (I1, I2, ..., I14)T der unbekannten Spulenströme, dem magnetischen Dipolmoment des Permanentmagneten in der Kapsel m ⇀ = (mx, my, mz)T und dem Ort r ⇀ = (x, y, z)T ein Gleichungssystem F ⇀ = W(r ⇀, m ⇀)I ⇀, mit der 6 × 14-Matrix W(r ⇀, m ⇀), welche von der Geometrie des Spulensystems, dem Kapselort und dem magnetischen Moment der Kapsel abhängt und nach dem Gesetz von Biot-Savart und den Grundgleichungen der Magnetostatik berechenbar ist.
  • Durch Gewichtung jedes einzelnen Spulenstromes Ii mit i ∊ {1, 2, ..., 14} mit der Quadratwurzel des Ohmschen Widerstands √Ri der zugehörigen Spule entsteht ein gewichteter Stromvektor
    Figure 00070001
  • Die Leistungsaufnahme des elektrischen Spulensystems ist ge geben als
    Figure 00080001
    . Zur Ermittlung der gesamtleistungsminimierenden Spulenströme wird die 2-Norm
    Figure 00080002
    minimiert und unterer allen lösungen
    Figure 00080003
    wird die mit der minimalen 2-Norm
    Figure 00080004
    gewählt.
  • Im Fall vorgegebener Drehmomente und Kräfte ist der Rang der Matrix W gleich fünf, weil in Richtung des permanentmagnetischen Dipolmoments an der Kapsel kein Drehmoment ausgeübt werden kann. Bei Vorgabe der 3 B-Feld-Komponenten und der Kraft am Ort der Kapsel ist der Rang von W gleich sechs. Für die Lösung des unterbestimmten Gleichungssystems mit Rangabfall kann eine aus [G. H. Golub und C. F. Van Loan: „Matrix Computations". Third Edition. John Hopkins University Press, 1996] bekannte Singulärwertzerlegung oder eine vollständige orthogonale Zerlegung benutzt werden. Bei vollem Zeilenrang kann z.B. die in der gleichen Quelle beschriebene QR-Zerlegung benutzt werden.
  • Für eine weitere Beschreibung der Erfindung wird auf die Ausführungsbeispiele der Zeichnungen verwiesen. Es zeigen, jeweils in einer schematischen Prinzipskizze:
  • 1 eine Anlage zur nichtinvasiven Befundung oder Behandlung eines Patienten mit einem Endoroboter,
  • 2 den Endoroboter aus 1 in einer Detailansicht.
  • 1 zeigt eine Endoskopieanlage 2 zur nichtinvasiven Befundung bzw. Behandlung eines Patienten 4. Die Endoskopieanlage 2 umfasst ein Spulensystem 6 mit daran angeschlossener Energieversorgung 8 sowie eine Steuerung 10 und eine Videoeinheit 12.
  • Das Spulensystem 6 besteht aus vierzehn Einzelspulen. Von den Spulen sind wegen der Übersichtlichkeit in 1 nur vier mit Bezugszeichen versehen. Diese untergliedern sich in sechs quaderförmig angeordnete, rechteckige Helmholtzspulen 14a, b und acht gemeinsam einen Zylindermantel im Quader bildende Sattelspulen 16a, b. Jede der Sattelspulen 16a, b überstreicht bezüglich einer Mittellängsachse 18 des Spulensystems 6 einen Winkelbereich von ca. 90°. Je vier Sattelspulen 16a, b bilden also eine Zylindermantel, die axial aneinandergesetzt sind.
  • Der in jeder der vierzehn Einzelspulen fließende Spulenstrom wird von einem von vierzehn, je einer Einzelspule zugeordneten Leistungsverstärkern 20a–c erzeugt, von welchen in 1 wiederum nur drei dargestellt sind. Die vierzehn Leistungsverstärker 20a–c zusammen bilden die Energieversorgung 8. Sämtliche Leistungsverstärker 20a–c werden von der Steuerung 10 über je eine Steuerleitung 22 angesteuert bzw. geregelt.
  • Der Patient 4 ist entlang der Mittellängsachse 18 in das Spulensystem 6 eingefahren. Der Patient 4 wird so im Spulensystem 6 platziert, dass die von ihm geschluckte Endoskopiekapsel 30 etwa in der Mitte des Spulensystems zu liegen kommt. Dort besitzt das Spulensystem 6 ein sogenanntes Arbeitsvolumen, innerhalb dessen die Kapsel navigiert werden kann.
  • Dem Spulensystem 6 ist ein Koordinatensystem 32 fest zugeordnet. Die Ortsposition sowie die Orientierung der Längsachse 34 der Endoskopiekapsel 30 im Koordinatensystem 32 werden über eine Positionserkennung 36 erfasst. Die Positionserkennung 36 übermittelt die Positionsdaten der Endoskopiekapsel 30 wiederum an die Steuerung 10.
  • In 2 ist die Endoskopiekapsel 30 stark vergrößert dargestellt. An ihrem vorderen Ende 38 trägt die Endoskopiekapsel 30 in ihrem Inneren eine nicht dargestellte Kamera und Beleuchtungseinrichtung. Durch ein Sichtfenster 40 wird die Umgebung der Endoskopiekapsel 30 beleuchtet und kann die Kameraeinrichtung ein Bild der Kapselumgebung in Richtung des Pfeils 42 aufnehmen. Die aufgenommenen Bilddaten werden per Funk an einen Videoempfänger 44 außerhalb des Patienten 4 übertragen und auf einem Bildschirm 46 dargestellt.
  • Zur Steuerung der Kapselbewegung im Spulensystem 6 bzw. im Patienten 4 dient ein Eingabegerät in Form einer 6D-Maus 48, welche von einem nicht dargestellten Bediener, z. B. einem den Patienten 4 untersuchenden Arzt, bedient wird aufgrund des auf dem Bildschirm 46 dargestellten Bildes.
  • Aus der in 1 dargestellten Position im Magen des Patienten soll nun die Endoskopiekapsel 30 von dort aus in dessen Dünndarm und durch diesen bis zum Dickdarm hindurchbewegt werden. Der nicht dargestellte Arzt betrachtet hierzu das von der Endoskopiekapsel 30 gelieferte Videobild auf dem Monitor 46 und navigiert die Endoskopiekapsel 30 händisch auf Sicht zum Magenausgang und durch den Dünndarm. Für jeden Navigationsschritt gilt nun die im Folgenden erläuterte Vorgehensweise.
  • In 2 befindet sich die Endoskopiekapsel 30 mit ihrem Mittelpunkt 50 an einem durch die Positionserkennung 36 ermittelten und damit bekannten Ort im Koordinatensystem 32. Auch die Ausrichtung der Endoskopiekapsel 30, also deren Längsachse 34, ist somit bekannt. Sie soll in Richtung des Pfeils 42, also entlang ihrer Längsachse 34, bewegt werden. Hierzu muss auf die Endoskopiekapsel 30 eine Kraft 49 in Richtung des Pfeils 42 vom Spulensystem 6 ausgeübt werden, welches in 2 lediglich symbolisch dargestellt ist.
  • In der Endoskopiekapsel 30 ist ein Permanentmagnet 51 mit einem quer zur Längsachse 34 ausgerichteten Dipolmoment 52 enthalten. Die augenblickliche Richtung bzw. Rotationsposition 53a des Dipolmoments 52 im Koordinatensystem 32 ist ebenfalls bekannt (über die Positionserkennung 36 und aufgrund der Tatsache, dass sich ein magnetisches Dipolmoment entlang eines äußeren B-Feldes ausrichtet). Da die Sollkraft 49 und das Dipolmoment 52 und die Kapselposition bekannt sind, kann die Steuerung 10 ein hypothetisches Strommuster im Spulensystem 6, d.h. die Ströme der vierzehn Einzelspulen 14a, b und 16a, b, ermitteln, um im Inneren des Spulensystems 6 ein magnetischen Feld 54 zu erzeugen, welches derart mit dem Dipolmoment 52 zusammenwirkt, dass die Kraft 49 an der Endoskopiekapsel 30 bzw. am nicht dargestellten Permanentmagneten erzeugt würde. Gleichzeitig ist somit in der Steuerung 10 die von den vierzehn Endstufen 20a–c aufzunehmende elektrische Leistung bekannt. Diese wird als Leistungswert 55a in der Steuerung 10 gespeichert und der Orientierung bzw. Rotationsposition 53a zugeordnet. Die Ermittlung der unbekannten Spulenströme erfolgt durch die Lösung des sie beschreibenden unterbestimmten Gleichungssystems.
  • Das Feld 54 wird also zunächst nicht tatsächlich erzeugt, d.h. kein derartiges Strommuster auf das Spulensystem 6 gegeben, sondern lediglich der hierzu theoretisch notwendige Leistungsverbrauch ermittelt bzw. berechnet.
  • Ausgehend von der tatsächlichen Orientierung 53a des Dipolmoments 52 wird für verschiedene gedachte Rotationswinkel 56 des Dipolmoments 52 um die Längsachse 34 auf gleiche Weise ein hypothetischer Wert der Leistungsaufnahme der Energieversorgung 8 berechnet. In 2 ist dies z.B. durch die um 10° rotierte Position 53b des Dipolmoments 52 gestrichelt dargestellt. In der gestrichelten Position des Dipolmoments 52 im Spulensystem 6 bzw. Koordinatensystems 32 ist zur Erzeugung der Kraft 49 eine von der Feldverteilung 54 verschiedene Feldverteilung 58 notwendig. Zur Erzeugung dieser Feldverteilung 58 ist ein anderes Strommuster im Spulensystem 6 bzw. den Einzelspulen notwendig. Deshalb ist auch die Leistungsaufnahme der Energieversorgung 8 verändert. Dieser Wert der Leistungsaufnahme wird als Leistungswert 55b ebenfalls in der Steuerung 10 gespeichert und der Rotationsposition 53b zugeordnet.
  • Auf diese Weise werden für verschiedene Rotationswinkel 56 des Dipolmoments 52 ausgehend von der jetzigen Position als 0°-Lage, die jeweils zughörigen Leistungswerte 55a–d der Energieversorgung 8 für Rotationswinkel 56 von z.B. 0°, +/–5° und +/–10° hypothetisch ermittelt.
  • Anschließend wird aus den Leistungswerten 55a–d eine gewünschte Leistungsaufnahme, z. B. die minimale Leistung 55b, ausgewählt und das Dipolmoment 52 tatsächlich in die entsprechende Ortsposition 53b um den Rotationswinkel 56 gedreht, im Beispiel von 2 also um +10°, wie gestrichelt gezeichnet. Hierzu wird die gesamte Endoskopiekapsel 30 mitgedreht, was jedoch aufgrund deren Rotationssymmetrie keine äußere Veränderung der Kapselgeometrie bedeutet. Anschließend wird in der nun veränderten Position 53b des Dipolmomentes 52 das entsprechende Spulenstrommuster im Spulensystem 6 tatsächlich erzeugt, was eine entsprechende Feldverteilung 58 zur Folge hat und die Kraft 49 am Dipolmoment 52 und damit an der Endoskopiekapsel 30 tatsächlich wirkt. Auf Grund der Kraft 49 bewegt sich die Endoskopiekapsel 30 entlang ihrer Mittelachse 34 in Richtung des Pfeils 42.
  • Nach Verschiebung der Endoskopiekapsel 30 um ein bestimmtes Wegstück entlang ihrer Mittelachse 34 wird der eben beschriebene Vorgang wiederholt, um am neuen Ort der Endoskopiekapsel 30 wiederum die minimale Leistungsaufnahme des Spulensystems 6 zur weiteren Erzeugung einer neuen Kraft zu ermitteln. Auf diese Weise ist es möglich, die Endoskopiekapsel 30 mit minimalem Leistungsaufwand entlang eines Weges z.B. durch den gesamten Dünndarm des Patienten 4 zu bewegen.
  • Eine ähnliche Vorgehensweise gilt auch für das Erzeugen von Drehmomenten durch Einwirkung von magnetischen Feldern auf das Dipolmoment 52, um so eine Drehung der Endoskopiekapsel 30 mit möglichst geringer Leistungsaufnahme des Spulensystems 6 zu ermöglichen. Hierbei wird die Rotationsposition des Permanentmagneten zunächst so gewählt, dass der Rich tungskosinus zwischen Permantentmagnetrichtung und Drehmomentrichtung minimal wird. Die optimale Permanentmagnetausrichtung, bei der die Leistungsaufnahme des Spulensystems so gering wie möglich ist, kann von dieser Rotationsposition aufgrund der Asymmetrie des Spulensystems etwas differieren und wird nachgelagert bestimmt.

Claims (6)

  1. Verfahren zum Antreiben einer einen Permanentmagneten (51) enthaltenden Kapsel (30) innerhalb eines Patienten (4), insbesondere dessen Gastrointestinaltrakt, mit Hilfe eines den Körper des Patienten (4) zumindest teilweise umfassenden elektrischen Spulensystems (6), bei dem: a) für verschiedene Rotationspositionen (53a, b) des Permanentmagneten (51) bezüglich des Spulensystems (6) die jeweils vom Spulensystem (6) zur Erzeugung einer gewünschten Antriebskraft (49) an der Kapsel (30) erforderliche Leistung (55a–d) ermittelt wird, b) die Kapsel (30) durch Rotation (56) in die einer gewünschten Leistung (55b) zugeordnete Rotationsposition (53b) gebracht wird, c) die Antriebskraft (49) an der Kapsel (30) vom Spulensystem (6) erzeugt wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem: – in Schritt b) als gewünschte Leistung (55b) die minimale Leistung gewählt wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Kapsel (30) eine Längsachse (34) und der Permanentmagnet (51) ein quer zur Längsachse (34) ausgerichtetes Dipolmoment (52) aufweist, bei dem: – in Schritt a) als Rotationspositionen (53a, b) verschiedene Drehwinkel der Kapsel (30) um ihre Längsachse (34) gewählt werden.
  4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem: – in Schritt b) der Permanentmagnet (51) innerhalb der Kapsel (30) rotiert wird.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem – der Permanentmagnet in einem Teil der Kapsel enthalten ist und im Schritt b) nur dieser Teil der Kapsel rotiert wird.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Spulensystem mehr als sechs, von je einem unabhängigen Strom Ii durchfließbare Einzelspulen umfasst, und für die gewünschte Antriebskraft F ⇀ (49) sechs vektorielle Komponenten vorgegeben sind, bei dem in Schritt a) zur Ermittlung der erforderlichen Leistung (55a–d): – die Spulenströme Ii mit der Quadratwurzel des Ohmschen Widerstands √Ri ihrer Spulenwicklung gewichtet werden, – ein unterbestimmtes Gleichungssystem
    Figure 00150001
    zwischen gewünschter Antriebskraft F ⇀ (49) und widerstandsgewichteten Spulenströmen
    Figure 00150002
    aufgestellt wird, – Spulenströme Ii ermittelt werden, die sowohl einen Restfehler des Gleichungssystems
    Figure 00150003
    als auch die gewichteten Spulenströme
    Figure 00150004
    bezüglich ihrer 2-Normen minimieren.
DE102005007631A 2005-02-18 2005-02-18 Verfahren zum Antreiben einer Kapsel innerhalb eines Patienten mit Hilfe eines elektrischen Spulensystems Withdrawn DE102005007631A1 (de)

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