-
Die
Erfindung betrifft ein Scharnier für eine Fahrzeugklappe nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein Verfahren zum Öffnen einer
Fahrzeugklappe nach dem Oberbegriff des Anspruch 32, umfassend ein
an einem von Fahrzeugrahmen und Fahrzeugklappe angeordneten erstes
Scharnierteil, ein an dem anderen Fahrzeugrahmen und Fahrzeugklappe
angeordnetes zweites Scharnierteil, wobei das erste Scharnierteil
und das zweite Scharnierteil schwenkbar miteinander verbunden sind,
einen Umlenkhebel mit wenigstens einem ersten Gelenk und einem zweiten
Gelenk, wobei der Umlenkhebel mit dem zweiten Gelenk an einem bezüglich des
ersten Scharnierteils beweglichem Teil schwenkbar angeordnet ist,
und ein Federelement das das erste Scharnierteil und den Umlenkhebel
an dem ersten Gelenk koppelt.
-
DE 197 123 82 C1 zeigt
ein Scharnier für eine
Fahrzeugklappe, bei dem ein erstes Scharnierteil an einem Fahrzeugrahmen
und ein zweites Scharnierteil an einer Fahrzeugklappe angeordnet ist,
wobei das erste Scharnierteil und das zweite Scharnierteil mittels
eines Viergelenks schwenkbar miteinander verbunden sind. Das Viergelenk
weist einen ersten und einen zweiten Lenker auf, wobei jeder der
beiden Lenker jeweils schwenkbar an dem ersten Scharnierteil und
dem zweiten Scharnierteil angeordnet sind. An dem zweiten Scharnierteil
ist ein Umlenkhebel mit einem ersten Gelenk schwenkbar verbunden,
wobei der Umlenkhebel ein zweites Gelenk aufweist, an dem eine Gasfeder
angelehnt ist, die mit einem zweiten Ende an dem ersten Scharnierteil
festgelegt ist. Der Umlenkhebel weist eine Abstützung mit dem ersten Lenker
des Viergelenks auf. Nachteilig bei dieser Art von Scharnieren ist
die Tatsache, dass die durch die Abstützung des Umlenkhebel mit dem
einen Lenker gegebene Kraft derart auf den Lenker wirkt, dass diese
der Öffnungsbewegung
des Scharniers entgegenwirkt, so dass die durch die Gasdruckfeder
die Öffnung
unterstützende
Kraft durch die Abstützung
reduziert wird und ein Öffnen
der Fahrzeugklappe nur unter zusätzlichem,
großen Kraftaufwand
möglich
ist.
-
DE 198 46 600 A1 zeigt
ein Scharnier für eine
Fahrzeugklappe, bei dem ein erstes Scharnierteil an dem Fahrzeugrahmen
und ein zweites Scharnierteil an der Fahrzeugklappe angeordnet ist,
wobei das erste Scharnierteil und das zweite Scharnierteil mittels
eines Viergelenks, das einen ersten Lenker und einen zweiten Lenker
umfasst, schwenkbar miteinander verbunden sind. Der erste Lenker
und der zweite Lenker sind jeweils an dem ersten Scharnierteil und
dem zweiten Scharnierteil schwenkbar angeordnet. Eine Gasdruckfeder
ist mit einem ersten Ende an dem ersten Scharnierteil und mit einem zweiten
Ende an dem zweiten Scharnierteil angeordnet. An dem an dem Fahrzeugrahmen
angeordneten Scharnierteil ist eine V''förmige Blattfeder
vorgesehen, die mit einer an dem zweiten Scharnierteil angeordneten
Rolle in Eingriff steht. In einer geschlossenen Position des Scharniers
ist die V''förmige Blattfeder vollständig von
der Rolle zusammengedrückt. Beim Öffnen der
Fahrzeugklappe erzeugt die Blattfeder auf die Rolle eine aufwärts gerichtete
Kraft und bewirkt somit, dass die Fahrzeugklappe geöffnet wird,
wobei die Rolle über
die Blattfeder zu einem freien Ende rollt und die aufwärts gerichtete
Kraft während
der Öffnung
der Fahrzeugklappe vermindert wird. Bei einem bestimmten Öffnungswinkel
der Fahrzeugklappe, in dem die Kraft der V-förmigen Blattfeder zu gering
ist, um die Öffnungsbewegung zu
unterstützten, übernimmt
die Gasdruckfeder die Unterstützung
der Öffnungsbewegung
der Klappe.
-
US 5,788,312 A zeigt
ein Scharnier für
eine Fahrzeugklappe, bei dem ein erstens Scharnierteil an einer
Fahrzeugklappe und ein zweites Scharnierteil an einem Fahrzeugrahmen
angeordnet sind. Das erste Scharnierteil und das zweite Scharnierteil
sind mittels eines Scharnierstifts schwenkbar miteinander verbunden.
An dem ersten Scharnierteil ist ein Federelement angeordnet das
mit einem weiteren Ende an dem Fahrzeugrahmen befestigt ist, so
dass das erste Scharnierteil und das zweite Scharnierteil mittels
des Federelements gekoppelt sind.
-
DE 201 189 61 U1 zeigt
ein Scharnier für eine
Fahrzeugklappe, bei dem ein erstes Scharnierteil an einer Fahrzeugklappe
und ein zweites Scharnierteil an einem Fahrzeugrahmen angeordnet
sind. Das erste Scharnierteil und das zweite Scharnierteil sind
mittels eines Scharnierstifts schwenkbar miteinander verbunden.
Das erste Scharnierteil weist eine U-förmige Bauform auf, wobei an
einem ersten Schenkel des U die Fahrzeugklappe angeordnet ist und
an einem zweiten Schenkel des U das zweite Scharnierteil schwenkbar
vorgesehen ist. An dem Bogen des U-förmigen, ersten Scharnierteils
ist ein Federelement angeordnet, das mit einem zweiten Ende mit
einer Kraftquelle verbunden ist. Beim Öffnen der Fahrzeugklappe springt
diese unter Beaufschlagung durch das Federelementes auf und die Fahrzeugklappe öffnet sich
je nach Auslegung des Federelements. In der ganz geöffneten
Stellung der Fahrzeugklappe wird das Federelement mittels der Kraftquelle
entlastet, so dass zum Schließen
der Fahrzeugklappe eine geringe, und nicht gegen das Federelement
gerichtete Kraft notwendig ist.
-
DE 101 179 35 A1 zeigt
ein Scharnier für eine
Fahrzeugklappe, wobei ein erstes Scharnierteil an eine Fahrzeugklappe
angeordnet ist, das über
einen Scharnierstift mit einem an einem Fahrzeugrahmen angeordneten
zweiten Scharnierteil schwenkbar verbunden ist. An dem zweiten Scharnierteil
ist über einen
U-förmigen
Fortsatz eine Öffnungseinheit
angeordnet, die eine über
einen Elektromotor angetriebene Spindel aufweist, die in einer Spindelmutter
angeordnet ist.
-
Es
ist die Aufgabe der Erfindung ein Scharnier für eine Fahrzeugklappe nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein Verfahren zum Öffnen einer Fahrzeugklappe
nach dem Oberbegriff des Anspruch 32 anzugeben, das ein sicheres
und zuverlässiges Öffnen der
Fahrzeugklappe ermöglicht.
-
Diese
Aufgabe wird bei dem eingangs genannten Scharnier für eine Fahrzeugklappe
erfindungsgemäß mit den
kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 dadurch gelöst, dass
der Umlenkhebel eine Abstützung
mit den bezüglich
des ersten Scharnierteils beweglichen Teil aufweist.
-
Überdies
wird diese Aufgabe bei dem eingangs genannten Verfahren zum Öffnen einer
Fahrzeugklappe erfindungsgemäß mit den
kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 32 dadurch gelöst, dass
in einem ersten Öffnungswinkelbereich
der Umlenkhebel eine Abstützung
mit dem bezüglich
des ersten Scharnierteils beweglichen Teils aufweist, und dass in
einem zweiten Öffnungswinkelbereich
die Abstützung
des Umlenkhebels mit dem bezüglich
des ersten Scharnierteils beweglichen Teils aufgehoben ist.
-
Durch
das erfindungsgemäße Vorsehen
einer Abstützung
des Umlenkhebels mit dem bezüglich des
ersten Scharnierteils beweglichen Teils wird für die Öffnungsbewegung der Fahrzeugklappe
ein erster Öffnungswinkelbereich
und ein zweiter Öffnungswinkelbereich
definiert, wobei der erste Öffnungswinkelbereich
eine geschlossene Position der Fahrzeugklappe umfasst und der zweite
Bereich eine gänzlich geöffnete Position.
In dem ersten Öffnungswinkelbereich
weist der Umlenkhebel eine Abstützung
mit dem bezüglich
des ersten Scharnierteils beweglichen Teils auf, während die
Abstützung
in dem zweiten Öffnungswinkelbereich
aufgehoben ist. Da in dem ersten Öffnungswinkelbereich entgegen
des Gewichts der Fahrzeugklappe eine große Kraft zum Öffnen notwendig
ist, wird, um das Öffnen
der Fahrzeugklappe im ersten Öffnungsbereich
zu unterstützen,
mittels der Abstützung
des Umlenkhebels eine durch das Federelement bewirkte und die Öffnungsbewegung
der Fahrzeugklappe unterstützende
Kraft auf das mit der Fahrzeugklappe verbundene Scharnierteil übertragen.
In dem zweiten Öffnungswinkelbereich
ist die Abstützung
des Umlenkhebels aufgehoben, so dass die auf die Fahrzeugklappe übertragene
Kraft lediglich durch das Federelement gegeben ist, wodurch ein
durch eine zu große
Kraft resultierendes Anschlagen der Klappe in der Endöffnungsstellung
vermieden und ein sicheres Öffnen
der Fahrzeugklappe möglich
ist.
-
Die
beiden Öffnungswinkelbereiche
sind durch eine sogenannte Todpunktstellung des Umlenkhebels und
des Federelements voneinander separiert. Die Todpunktstellung ist
während
des Verschwenkens der beiden Scharnierteile erreicht, wenn die Anlenkung
des Federelements an dem ersten Scharnierteil, das erste Gelenk
und das zweite Gelenk des Umlenkhebels auf einer Verbindungslinie liegen.
-
In
dem ersten Öffnungswinkelbereich
wird die Kraft über
einen ersten effektiven Hebelarm und in dem zweiten Öffnungswinkelbereich über einen zweiten
effektiven Hebelarm auf das mit der Fahrzeugklappe befestigte Scharnierteil übertragen.
-
Durch
das Federelement und dem ersten effektiven Hebelarm wird in dem
ersten Öffnungswinkelbereich
ein öffnungsunterstützendes
Drehmoment für
das mit der Fahrzeugklappe verbundene Scharnierteil erzeugt. Das öffnungsunterstützendes
Drehmoment ist durch die eingeleitete Kraft des Federelements, der
Länge des
ersten effektiven Hebelarms und durch den Sinus eines Winkels α, welcher
zwischen der Krafteinleitungsrichtung des Federelements und des
ersten effektiven Hebelarms gegeben ist, gegeben.
-
In
dem zweiten Öffnungswinkelbereich
wird durch das Federelement und dem zweiten effektiven Hebelarm
ein öffnungsunterstützendes
Drehmoment für
das mit der Fahrzeugklappe verbundene Scharnierteil erzeugt. Das öffnungsunterstützendes
Drehmoment ist durch die eingeleitete Kraft des Federelements, der
Länge des
zweiten effektiven Hebelarms und durch den Sinus eines Winkels α', welcher zwischen
der Krafteinleitungsrichtung des Federelements und des zweiten effektiven
Hebelarms gegeben ist, gegeben.
-
Beim
Schließen
der Fahrzeugklappe in dem zweiten Öffnungswinkelbereich ist die
Schließbewegung
durch das Eigengewichts der Fahrzeugklappe gegeben, wobei diese
Bewegung von der Kraft des Federelements abgebremst wird. Während der Schließbewegung
der Fahrzeugklappe wird die Schwenkgeschwindigkeit der Fahrzeugklappe
immer größer, so
dass in dem ersten Öffnungswinkelbereich eine
größere Kraft
der Schließbewegung
entgegen gerichtet sein muss. Durch die Abstützung des Umlenkhebels mit
dem bezüglich
des ersten Scharnierteils beweglichen Teils ist die der Schließbewegung entgegen
gerichtete vergrößert, wodurch
ein Zuschlagen der Fahrzeugklappe aufgrund ihres Eigengewichts vermieden
ist. Dadurch wird vermieden, dass zum Beispiel Gegenstände oder
ein Arm eines Benutzers zwischen der Fahrzeugklappe und dem Fahrzeugrahmen
eingeklemmt wird.
-
In
einer bevorzugten Ausführungsgestaltung weist
der Umlenkhebel einen ersten und einen zweiten Arm auf, wobei die
Abstützung
mit dem bezüglich des
ersten Scharnierteils beweglichen Teils an einem von dem ersten
und dem zweiten Arm und das zweite Gelenk an dem anderen Arm von
dem ersten Arm und dem zweiten Arm vorgesehen ist. Hierdurch wird erreicht,
dass die öffungsunterstützende Kraft
auf das an der Fahrzeugklappe angeordnete zweite Scharnierteil sicher
und zuverlässig übertragen
wird. Durch das Vorsehen eines ersten und eines zweiten Arms für den Umlenkhebel
ist zudem der Umlenkhebels an die Geometrie der Fahrzeugklappe und
des Fahrzeugrahmens angepasst, so dass der Bauraum für das Scharnier
vorteilhaft reduziert ist.
-
Zweckmäßigerweise
weisen der erste Arm und der zweite Arm unterschiedliche Längen auf,
wodurch die Anpassung an die Fahrzeuggeometrie weiter sicher gestellt
ist. Durch die unterschiedliche Länge weisen das erste Gelenk
und das zweite Gelenk einen variablen Abstand zueinander auf, so
dass die Todpunktstellung zwischen dem Umlenkhebel und dem Federelement
ebenfalls variabel ist und somit die der Todpunktstellung entsprechende Öffnungsstellung
der Fahrzeugklappe entsprechend des Fahrzeugtyps angepasst werden
kann.
-
Der
erste Arm und der zweite Arm des Umlenkhebels definieren einen Verbindungspunkt,
an dem das zweite Gelenk des Umlenkhebels vorteilhaft vorgesehen
ist. Hierdurch wird erreicht, dass der Umlenkhebel eine einfache Geometrie
aufweist und somit ohne großen
Montageaufwand mit dem Federelement verbunden werden kann. Ferner
ist dadurch das Federelement derart mit dem Umlenkhebel verbunden,
dass die Krafteinleitung durch das Federelement sicher und zuverlässig mittels
des Umlenkhebels auf das den bezüglich
des ersten Scharnierteils beweglichen Teils in dem zweiten Öffnungswinkelbereich übertragen
werden kann.
-
In
einer ersten vorteilhaften Ausgestaltung weisen der erste Arm und
der zweite Arm des Umlenkhebels einen Winkel von ungefähr 90 Grad
zueinander auf. In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung weisen
der erste Arm und der zweite Arm einen Winkel von ungefähr 135 Grad
zueinander auf. Durch die variable Ausgestaltung des Winkels zwischen
dem ersten Arm und dem zweiten Arm wird die variable Anpassung des
Umlenkhebels und die damit verbundenen Öffnungs- bzw. Schließeigenschaften der
verschiedenen Fahrzeugtypen weiter gesichert.
-
Es
versteht sich, dass der erste Arm und der zweite Arm des Umlenkhebels
jeden beliebigen Winkel zueinander aufweisen können, um die Anpassung des
Scharniers an die Fahrzeugklappe eines beliebigen Fahrzeugtyps weiter
zu ermöglichen.
Ferner versteht sich, dass der Winkel zwischen dem ersten Arm und
dem zweiten je nach Fahrzeugklappe jeden anderen Betrag aufweisen
kann. Die Längen
des ersten und des zweiten Arms sowie der Winkel zwischen dem ersten
und dem zweiten Arm sind hierbei von der Kinematik und der Statik
der Fahrzeugklappe und des Fahrzeugrahmens gegeben.
-
In
einer ersten bevorzugten Ausgestaltung sind das erste Scharnierteil
und das zweite Scharnierteil mittels eines Viergelenks schwenkbar
miteinander gekoppelt. Das Viergelenk umfasst einen ersten Lenker
und einen zweiten Lenker, die beide jeweils schwenkbar an dem ersten
Scharnierteil und schwenkbar an dem zweiten Scharnierteil angelenkt sind.
-
Einer
von dem ersten und dem zweiten Lenker ist zweckmäßig ungefähr S-förmig
ausgebildet, wodurch die Öffnungsbewegung
der Fahrzeugklappe eine für
den Benutzer leicht zu bedienende Verschwenkungsbahn aufweist.
-
Zweckmäßig ist
der erste Lenker als ein kurzer Lenker und der zweite Lenker als
ein langer Lenker ausgebildet, wodurch die Schwenkbewegung der Fahrzeugklappe,
die durch die Geometrie des das erste Scharnierteil und das zweite
Scharnierteil schwenkbar verbindende Viergelenks gegeben ist, entsprechend
der Länge
der beiden Lenker an einen Fahrzeugtyp individuell anpassbar ist.
-
Es
versteht sich, dass auch der erste Lenker als ein langer Lenker
und der zweite Lenker als ein kurzer Lenker ausgebildet sein können.
-
Zweckmäßig sind
die Anlenkung des ersten Lenkers, des zweiten Lenkers und das erste
Gelenk des Umlenkhebels auf einer Verbindungslinie vorgesehen, wodurch
der Montageaufwand zum Anbringen des ersten Lenkers und des zweiten
Lenkers des Viergelenks sowie des Umlenkhebels reduziert ist.
-
Bei
einem Öffnungswinkel
von ungefähr
45 Grad liegen das erste Gelenk und das zweite Gelenk des Umlenkhebels
sowie die Anlenkung des Federelements an dem ersten Scharnierteil
vorteilhaft auf einer Verbindungslinie. Hierdurch wird die Todpunktstellung
zwischen dem Umlenkhebel und dem Federelement definiert, die die Öffnungsbewegung
der Fahrzeugklappe in den ersten Öffnungswinkelbereich und den
zweiten Öffnungswinkelbereich
unterteilt. In dem ersten Öffnungswinkelbereich
der Fahrzeugklappe beaufschlagt das Federelement das zweite Scharnierteil
mit einem Drehmoment bezüglich
des ersten Gelenks des Umlenkhebels. Das Drehmoment wirkt öffnungsunterstützend für die Fahrzeugklappe,
wobei das Drehmoment durch die eingeleitete Kraft des Federelements,
der Länge
des ersten effektiven Hebelarms, der durch die virtuelle Verbindung
des ersten Gelenks und der Anlenkung einer der Lenker sowie durch
den Sinus des Winkel α zwischen
der Krafteinleitungsrichtung des Federelements und des ersten effektiven
Hebelarms gegeben ist. In dem zweiten Öffnungswinkelbereich beaufschlagt
das Federelement. das zweite Scharnierteil mit einem Drehmoment
bezüglich
des zweiten Gelenks, das an dem bezüglich des ersten Scharnierteils
beweglichen Teil vorgesehen ist, mit einem öffnungsunterstützenden
Drehmoment, wobei das Drehmoment durch die eingeleitete Kraft des
Federelements, der Länge
des zweiten effektiven Hebelarms, der durch die virtuelle Verbindung
des zweiten Gelenks und der Anlenkung einer der Lenker sowie durch
den Sinus des Winkel α' zwischen der Krafteinleitungsrichtung
des Federelements und des zweiten effektiven Hebelarms gegeben ist.
-
Die
Abstützung
des Umlenkhebels wird vorteilhaft nach einem Öffnungswinkel von ungefähr 45 Grad
aufgehoben, wodurch die durch das Federelement unterstützende Kraft
zur Öffnung
der Fahrzeugklappe entsprechend des zweiten Öffnungswinkelbereichs reduziert
ist und die Öffnungsbewegung
der Fahrzeugklappe durch den Benutzer kontrolliert weitergeführt werden
kann.
-
Der
Umlenkhebel ist bevorzugt an einem von dem ersten Lenker und dem
zweiten Lenker des Viergelenks schwenkbar angeordnet. Vorteilhaft
ist hierbei, dass der erste effektive Hebelarm des ersten Öffnungswinkelbereichs
durch das erste Gelenk des Umlenkhebels und der Anlenkung des einen
Lenkers an dem ersten Scharnierteil gegeben, wobei der zweite effektive
Hebelarm in dem zweiten Öffnungswinkelbereich
durch das zweite Gelenk des Umlenkhebels und der Anlenkung des einen
Lenkers an dem ersten Scharnierteils gegeben ist.
-
Alternativen
ist der Umlenkhebel vorteilhaft an dem zweiten Scharnierteil schwenkbar
angeordnet. Hierbei ist der erste effektive Hebelarm vorteilhaft
in dem ersten Öffnungswinkelbereich
durch die Abstützung
des Umlenkhebels und der Anlenkung eines der beiden Lenker an dem
zweiten Scharnierteil und in dem zweiten Öffnungswinkelbereich durch
das zweite Gelenk des Umlenkhebels und der Anlenkung eines der beiden
Lenker an dem zweiten Scharnierteil gegeben.
-
In
einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung ist das erste Scharnierteil
und das zweite Scharnierteil mittels eines Scharnierstifts schwenkbar
miteinander verbunden. Der Umlenkhebel ist hierbei schwenkbar an
dem zweiten Scharnierteil vorgesehen, wobei die Abstützung des
Umlenkhebels ebenso an dem zweiten Scharnierteil vorgesehen ist.
-
Vorteilhaft
weist das zweite Scharnierteil einen Vorsprung auf, wobei der Umlenkhebel
an dem Vorsprung schwenkbar angeordnet ist. Hierdurch wird erreicht,
dass die Anlenkung des Umlenkhebels einen Abstand zu dem restlichen
zweiten Scharnierteil aufweist, so dass in einem bestimmungsgemäßen Öffnungswinkel
die Todpunktstellung des Federelementes und des Umlenkhebels erreicht
wird. Durch die Todpunktstellung des Federelementes und des Umlenkhebels
werden der erste Öffnungswinkelbereich
und der zweite Öffnungswinkelbereich
definiert, wobei in dem ersten Öffnungswinkelbereich
ein erster effektiver Hebel durch die Anlenkung des zweiten Scharnierteils
an dem ersten Scharnierteil, dem Scharnierstift, und durch die Anlenkung
des Umlenkhebels an dem Vorsprung gegeben ist. In dem zweiten Öffnungswinkelbereich
ist ein zweiter effektiver Hebel durch die Anlenkung des ersten
Scharnierteils und dem zweiten Scharnierteil und durch die Anlenkung
des Federelementes an dem Umlenkhebel an dem ersten Gelenk gegeben.
-
In
dem ersten Öffnungswinkelbereich
beaufschlagt das Federelement das zweite Scharnierteil mit einem
Drehmoment, dass durch die eingeleitete Kraft des Federelements,
die Länge
des ersten effektiven Hebels sowie des Winkels α zwischen der Krafteinleitungsrichtung
und des ersten effektiven Hebels gegeben ist. Während der Klappenöffnungsbewegung
wird die Position des Vorsprungs und damit die Anlenkung des Umlenkhebels
an dem zweiten Scharnierteil bezüglich
des Scharnierstifts auf einer Kreisbahn verändert, wobei sich der Winkel α zwischen
dem ersten effektiven Hebel und der Druckfeder ändert, so dass das Drehmoment
während
der Klappenöffnungsbewegung
reduziert wird. In der Todpunktstellung ist das durch den ersten
effektiven Hebel gegebene Drehmoment minimal. Überdies wird in der Todpunktstellung
die Abstützung
des Umlenkhebels mit dem zweiten Scharnierteil vorteilhaft aufgehoben,
wobei durch das Federelement in dem hierdurch definierten zweiten Öffnungsbereich
nun ein Drehmoment bezüglich
des zweiten Gelenks des Umlenkhebels an dem Vorsprung gegeben ist.
-
Das
Federelement ist zweckmäßig wahlweise
als Zug- beziehungsweise als Druckfeder ausgebildet, wodurch sich
eine Anpassung des Scharniersystems an die durch die Fahrzeugklappe
und den Fahrzeugrahmen vorgegebene Geometrie für das Scharnier möglich ist.
Durch das wahlweise als Zug- bzw. Druckfeder ausgebildete Federelement
kann der Umlenkhebel wahlweise mit einer Zugkraft bzw. einer Druckkraft
beaufschlagt werden.
-
Zur
Unterstützung
der Klappenbewegung ist vorteilhaft ein Motor vorgesehen, der zum
Beispiel mit dem Federelement gekoppelt ist, wobei der Motor sowohl
die Öffnungsbewegung
als auch die Schließbewegung
der Fahrzeugklappe vorteilhaft unerstützt.
-
Weitere
Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen und der
nachfolgenden Beschreibung.
-
Die
Erfindung wird nachfolgend anhand der anliegenden Zeichnungen anhand
von vier bevorzugten Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
-
1 zeigt
ein erstes Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäßen Scharniers
in einer geschlossenen Position.
-
2 zeigt
das erfindungsgemäße Scharnier
aus 1 in einer teilweise geöffneten Position.
-
3 zeigt
das erfindungsgemäße Scharnier
aus 1 in einer ganz geöffneten Position.
-
4 zeigt
ein zweites Ausführungsbeispiel des
erfindungsgemäßen Scharniers
in einer geschlossenen Position.
-
5 zeigt
das erfindungsgemäße Scharnier
aus 4 in einer teilweise geöffneten Stellung.
-
6 zeigt
das erfindungsgemäße Scharnier
aus 4 in einer ganz geöffneten Position.
-
7 zeigt
ein drittes Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäßen Scharniers
in einer geschlossenen Position.
-
8 zeigt
das erfindungsgemäße Scharnier
aus 7 in einer teilweise geöffneten Position.
-
9 zeigt
das erfindungsgemäße Scharnier
aus 7 in einer ganz geöffneten Position.
-
10 zeigt
ein viertes Ausführungsbeispiel des
erfindungsgemäßen Scharniers
aus einer geschlossenen Position.
-
11 zeigt
das erfindungsgemäße Scharnier
aus 10 in einer teilweise geöffneten Stellung.
-
12 zeigt
das erfindungsgemäße Scharnier
aus 10 in einer ganz geöffneten Position.
-
In 1 bis 3 ist
ein erstes Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Scharniers 1 für eine Fahrzeugklappe
gezeigt, bei dem ein erstes Scharnierteil 2 mit einem zweiten
Scharnierteil 3 mittels eines Viergelenks 4 schwenkbar
gekoppelt ist, wobei das Viergelenk 4 einen ersten Lenker 5 und
einen zweiten Lenker 6 aufweist.
-
Der
erste Lenker 5 ist mit einer ersten Anlenkung 5a an
dem ersten Scharnierteil 2 und mit einer zweiten Anlenkung 5b an
dem zweiten Scharnierteil 3 schwenkbar angeordnet. Der
erste Lenker 5 weist eine lineare Erstreckung auf.
-
Der
zweite Lenker 6 weist eine S-förmige Form auf, wobei der zweite
Lenker 6 mit an einem ersten Ende des S mittels einer Anlenkung 6a schwenkbar
an dem ersten Scharnierteil 2 angeordnet ist. An einem
zweiten Ende des S-förmig
ausgestaltete zweiten Lenkers 6 ist dieser mittels einer
Anlenkung 6b schwenkbar an dem zweiten Scharnierteil 3 angeordnet.
-
An
dem zweiten Lenker 6 ist ein Umlenkhebel 7 schwenkbar
angeordnet, wobei der Umlenkhebel 7 einen ersten Arm 8 und
einen zweiten Arm 9 aufweist, die in einem Verbindungspunkt
zueinander starr festgelegt sind und einen Winkel von 90° zueinander
aufweisen. Der erste Arm 8 ist als ein langer Arm und der
zweite Arm 9 als ein kurzer Arm ausgebildet.
-
Es
versteht sich, dass der Winkel zwischen dem ersten Arm 8 und
dem zweiten Arm 9 auch einen von 90° verschiedenen Betrag aufweisen
kann.
-
Der
Umlenkhebel 7 weist ein erstes Gelenk 10 auf,
das in dem Verbindungspunkt des ersten Arms 8 und des zweiten
Arms 9 vorgesehen ist, wobei an dem ersten Gelenk 10 ein
erstes Ende eines Federelements 11 schwenkbar angeordnet
ist. Das Federelement 11 ist mit einem zweiten Ende an
dem ersten Scharnierteil 2 schwenkbar angeordnet. Das Federelement 11 umfasst
eine Zugfeder 12.
-
Der
Umlenkhebel 7 weist an dem Verbindungspunkt des ersten
Arms 8 mit dem zweiten Arm 9 abgewandten Ende
des ersten Arms 8 ein zweites Gelenk 13 auf, mit
dem der Umlenkhebel 7 schwenkbar an dem zweiten Lenker 6 des
Viergelenks 4 angeordnet ist. Das Gelenk 13 definiert
einen Drehpunkt für
den Umlenkhebl 7.
-
Der
Umlenkhebel 7 weist an dem dem Verbindungspunkt des ersten
Arms 8 und des zweiten Arms 9 abgewandten Ende
des zweiten Arms 9 eine Abstützung 14 mit dem zweiten
Lenker 6 des Viergelenks 4 auf.
-
In 1 ist
das erfindungsgemäße Scharnier
in einer geschlossenen Position gezeigt, wobei der Umlenkhebel 7 mit
der Abstützung 14 an
dem zweiten Lenker 6 anliegt.
-
In 2 ist
das erfindungsgemäße Scharnier 1 in
einer teilweise geöffneten
Position, einer sogenannten Übergangsposition,
gezeigt, wobei der Umlenkhebel 7 und die Zugfeder 12 in
einer sogenannten Todpunktstellung zueinander ausgerichtet sind.
Die Todpunktstellung zeigt eine sogenannte Limitstellung für den Umlenkhebel 7 und
die Zugfeder 12. In der Todpunktstellung ist das erste
Gelenk 10 und das zweite Gelenk 13 des Umlenkhebels 7 sowie die
Anlenkung 11a des Federelements 11 an dem zweiten
Scharnierteil 2 auf einer Verbindungslinie V zueinander
ausgerichtet.
-
Durch
die Todpunktstellung des Umlenkhebels 7 und des Federelements 11 ist
der Schwenkbereich des ersten Scharnierteils 2 und des
zweiten Scharnierteils 3 in einen ersten Öffnungswinkelbereich
und in einen zweiten Öffnungswinkelbereich
unterteilt.
-
In
der Todpunktstellung des Umlenkhebels 7 mit dem Federelement 11 weisen
das erste Scharnierteil 2 und das zweite Scharnierteil 3 einen Öffnungswinkel
von ungefähr
45 Grad auf.
-
In
dem ersten Öffnungswinkelbereich
der Fahrzeugklappe, der einen Winkel von 0 Grad entsprechend einer
geschlossenen Position der Fahrzeugklappe bis zu einem Öffnungswinkel
von ungefähr
45 Grad entsprechend der Todpunktstellung umfasst, stützt sich
der Umlenkhebel 7 mit der an dem zweiten Arm 9 angeordneten
Abstützung 14 an
dem zweiten Lenker 6 des Viergelenks 4 ab.
-
Durch
das erste Gelenk 10 des Umlenkhebels, an dem die Zugfeder 12 schwenkbar
angeordnet ist, und die Anlenkung 6a des zweiten Lenkers 6 an
dem ersten Scharnierteil 2 ist ein erster effektiver Hebel 15 mittels
der Abstützung 14 definiert.
Zwischen der Krafteinleitungsrichtung des Federelements 11 und
des ersten effektiven Hebelarms 15 ist ein Winkel α gegeben,
wobei sich der Winkel α während der Öffnungsbewegung
in dem ersten Öffnungswinkelbereich
des ersten Scharnierteils 2 und dem zweiten Scharnierteils 3 vergrößert.
-
Durch
die durch das Federelement 11 eingeleitete Kraft, die Länge des
ersten effektiven Hebelarms 15 und durch den Sinus des
Winkels α ist
ein die Öffnungsbewegung
der Fahrzeugklappe unterstützendes
Drehmoment bezüglich
des ersten Gelenks 10 gegeben.
-
Der
Winkel α durchläuft während der Öffnungsbewegung
in dem ersten Öffnungswinkelbereich
der Fahrzeugklappe ungefähr
den Winkelbereich von ungefähr
60° bis
ungefähr
100°, wobei
das Drehmoment bei einem Winkel von α = 90° maximal ist.
-
Die
Krafteinleitungsrichtung des Federelements 11 ändert durch
die Schwenkbewegung des Umlenkhebels 7 während der
Schwenkbewegung in dem ersten Öffnungswinkelbereich
ihre Richtung, ist jedoch stets derart gerichtet, dass durch die
Abstützung 14 des
Umlenkhebels 7 mit dem zweiten Lenker 6 eine öffnungsunterstützende Zugkraft
auf das zweite Scharnierteil 3'' übertragen
wird.
-
In
der in 2 gezeigten Todpunktstellung ist die Krafteinleitungsrichtung
des Federelements 11 auf der Verbindungslinie V des ersten
Gelenks 10 und des zweiten Gelenks 13 des Umlenkhebels 7 und
der Anlenkung 11a des Federelements 11 angeordnet.
-
In
dem zweiten Öffnungswinkelbereich
ist ein zweiter effektiver Hebel 16 durch das zweite Gelenk 13 und
die Anlenkung 6a des zweiten Lenkers 6 an dem
ersten Scharnierteil 2 definiert. Zwischen der Krafteinleitungsrichtung
des Federelements 11 und des zweiten effektiven Hebels 16 ist
ein Winkel α'gegeben, wobei sich
der Winkel α' während der Öffnungsbewegung
zwischen dem ersten Scharnierteil 2 und dem zweiten Scharnierteil 3 vergrößert.
-
Ein
die Öffnungsbewegung
der Fahrzeugklappe unterstützendes
Drehmoment in dem zweiten Öffnungswinkelbereich
ist durch die eingeleitete Kraft des Federelements 11,
der Länge
des zweiten effektiven Hebelarms 16 und durch den Sinus
des Winkels α' gegeben. Der Winkel α' durchläuft einen
Winkelbereich von ungefähr
60° bis
ungefähr
80°, so
dass in der ganz geöffneten
Position die durch das Drehmoment auf das zweite Scharnierteil 3 übertragene
Kraft so groß ist,
dass die Fahrzeugklappe offen gehalten ist.
-
Die
Abstützung 14 des
Umlenkhebels 7 an dem zweiten Lenker 6 des Viergelenks 4 ist
während der
Schwenkbewegung der Fahrzeugklappe in dem zweiten Öffnungswinkelbereich
aufgehoben. Ferner verbleiben das erste Gelenke 10, das
zweite Gelenk 13 und die Anlenkung 11a des Federelements 11 während der
Schwenkbewegung in dem zweiten Öffnungswinkelbereich
auf der Verbindungslinie V.
-
In
dem vorstehenden Ausführungsbeispiel ist
das erfindungsgemäße Scharnier
näher erläutert worden,
wobei der Umlenkhebel schwenkbar an dem zweiten Lenker 6 des
Viergelenks 4 angeordnet ist. Es versteht sich, dass der
Umlenkhebel auch an dem ersten Lenker 5 des Viergelenks 4 vorgesehen
sein kann.
-
In 4 bis 6 ist
ein zweites Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Scharniers für eine Fahrzeugklappe
gezeigt, wobei identischen und funktionsgleichen Bauteilen die selben
Bezugszeichen zugeordnet sind. Im weiteren wird im Wesentlichen
auf die Unterschiede gegenüber
dem ersten Ausführungsbeispiel
eingegangen.
-
Das
in 4 bis 6 gezeigte Scharnier für eine Fahrzeugklappe
umfasst ein erstes Scharnierteil 2 und ein zweites Scharnierteil 3,
die mittels eines Viergelenks 4 das einen ersten Lenker 5 und einen
zweiten Lenker 6 aufweist schwenkbar miteinander verbunden
sind.
-
Der
erste Lenker 5 weist einen ersten Arm 51 auf,
der in einer Anlenkung 5a' schwenkbar
an dem ersten Scharnierteil 2 angeordnet ist und einen
zweiten Arm 52, der in einer Anlenkung 5b' schwenkbar an
dem zweiten Scharnierteil 3 angeordnet ist. Der erste Arm 51 und
der zweite Arm 52 sind starr miteinander verbunden und
weisen ungefähr
einen Winkel von 135° zueinander
auf.
-
Es
versteht sich, dass zwischen dem ersten Arm 51 und dem
zweiten Arm 52 je nach Geometrie des Fahrzeugsrahmens und
der Fahrzeugklappe jeder andere ein Winkel vorgesehen sein kann.
-
Der
zweite Lenker 6' des
Viergelenks 4' erstreckt
sich gradlinig und ist mit einem ersten Ende an einer Anlenkung 6a' an dem ersten
Scharnierteil 2 und mit einem zweiten Ende in einer Anlenkung 6b' an dem zweiten
Scharnierteil 3 schwenkbar angeordnet.
-
Das
zweite Scharnierteil 3' weist
an der dem zweiten Scharnierteil 3 zugewandten Seite einen Vorsprung 31 auf,
an dem der Umlenkhebel 7' mit dem
ersten Arm 8' schwenkbar
an dem zweiten Gelenk 13' angeordnet
ist. Das zweite Gelenk 13' definiert
einen Drehpunkt für
den Umlenkhebel 7, wobei sich das erste Gelenk 10' bei der Schwenkbewegung der
beiden Scharnierteile zueinander um das zweite Gelenk 13' auf einer durch
den ersten Arm 8' als
Radius gegebenen Kreisbahn bewegt.
-
Der
zweite Arm 9' des
Umlenkhebels 7' weist mit
der dem ersten Scharnierteil 2 abgewandten Seite des zweiten
Scharnierteils 3' die
Abstützung 14' auf. Das zweite
Scharnierteil 3' weist
hierfür
eine entsprechende Auskragung 3a' auf, an der der Umlenkhebel 7' mit der Abstützung 14' anliegt.
-
Der
erste Arm 8' des
Umlenkhebels 7' ist
als ein kurzer Arm und der zweite Arm 9' ist als ein langer Arm ausgebildet,
wobei der erste Arm 8' und
der zweite Arm 9' einen
Winkel von 90 Grad zueinander aufweisen.
-
In
dem Verbindungspunkt der beiden Arme 8' und 9' des Umlenkhebels 7' ist das erste
Gelenk 10 vorgesehen, an dem das Federelement 11' mit einem ersten
Ende schwenkbar angeordnet ist. Mit dem zweiten Ende ist das Federelement 11' in der Anlenkung 11a' an dem ersten
Scharnierteil 2 angeordnet. Das Federelement 11' umfasst eine
Druckfeder 12'.
-
In 5 wird
das erfindungsgemäße Scharnier 1' in einer teilweise
geöffneten
Position gezeigt, wobei der Umlenkhebel 7' und die Druckfeder 12' in einer sogenannten
Todpunktstellung zueinander ausgerichtet sind. In der Todpunktstellung
ist das erste Gelenk 10' und
das zweite Gelenk 13' des
Umlenkhebels 7' sowie
die Anlenkung 11a' des
Federelements 11' an
dem zweiten Scharnierteil 2 auf einer Verbindungslinie
V' zueinander ausgerichtet.
-
Durch
die Todpunktstellung des Umlenkhebels 7' und des Federelements 11' ist der Schwenkbereich
des ersten Scharnierteils 2 und des zweiten Scharnierteils 3' in einen ersten Öffnungswinkelbereich
und in einen zweiten Öffnungswinkelbereich
unterteilt.
-
In
der Todpunktstellung des Umlenkhebels 7' mit dem Federelement 11' weisen das
erste Scharnierteil 2 und das zweite Scharnierteil 3 einen Öffnungswinkel
von ungefähr
40 Grad zueinander auf.
-
In
dem ersten Öffnungswinkelbereich
der Fahrzeugklappe, der einen Winkel von 0 Grad entsprechend einer
geschlossenen Position der Fahrzeugklappe bis zu einem Öffnungswinkel
von ungefähr
40 Grad entsprechend der Todpunktstellung umfasst, weist der Umlenkhebel 7' mit dem zweiten
Arm 9 eine Abstützung 14' mit der an
dem zweiten Scharnierteil 3 angeordneten Auskragung 3' auf.
-
Durch
die virtuelle Verbindung der Anlenkung 6b' des zweiten Lenkers 6' an dem zweiten Schranierteil 3' und dem ersten
Gelenk 10' des
Umlenkhebls 7' ist
ein erster effektiver Hebelarm 15' definiert. Zwischen der Krafteinleitungsrichtung
des Federelements 11' und
des ersten effektiven Hebelarms 15' ist ein Winkel α gegeben,
wobei sich der Winkel α während der Öffnungsbewegung
zwischen dem ersten Scharnierteil 2 und dem zweiten Scharnierteil 3' verkleinert.
-
Durch
die durch das Federelement 11' eingeleitete Kraft, der Länge des
ersten effektiven Hebelarms 15' und durch den Sinus des Winkels α ist ein die Öffnungsbewegung
der Fahrzeugklappe unterstützendes
Drehmoment bezüglich
des ersten Gelenks 10' gegeben,
wobei durch das Drehmoment auf den Umlenkhebel 7' eine Kraft
derart bewirkt ist, dass über
die Abstüztung 14' eine Druckkraft
auf das zweite Scharnierteil 3' gegeben ist, die die Öffnungsbewegung
des zweiten Scharnierteils 3' unterstützt.
-
Der
Winkel α durchläuft während der Öffnungsbewegung
in dem ersten Öffnungswinkelbereich
der Fahrzeugklappe ungefähr
den Winkelbereich von 130° bis
ungefähr
100°.
-
Die
Krafteinleitungsrichtung des Federelements 11' ändert durch
die Schwenkbewegung des Umlenkhebels 7' während der Schwenkbeweung in dem
ersten Öffnungswinkelbereich
ihre Richtung, ist jedoch stets derart gerichtetet, dass durch die
Abstützung 14' des Umlenkhebels 7' mit dem zweiten Scharnierteil 3' eine öffnungsunterstützende Druckkraft
auf das zweite Scharnierteil 3' übertragen wird.
-
In
der in 4 gezeigten Todpunktstellung ist die Krafteinleitungsrichtung
des Federelements 11' auf
der Verbindungslinie V' des
ersten Gelenks 10' und
des zweiten Gelenks 13' des
Umlenkhebels 7' und
der Anlenkung 11a' des
Federelements 11' angeordnet.
-
In
dem zweiten Öffnungswinkelbereich
ist ein zweiter effektiver Hebel 16' durch das zweite Gelenk 13' und die Anlenkung 6a' des zweiten
Lenkers 6 an dem zweiten Scharnierteil 3' definiert.
Zwischen der Krafteinleitungsrichtung des Federelements 11' und des zweiten
effektiven Hebels 16' ist
ein Winkel α' gegeben, wobei sich
der Winkel α' während der Öffnungsbewegung
zwischen dem ersten Scharnierteil 2 und dem zweiten Scharnierteil 3' verkleinert.
-
Ein
die Öffnungsbewegung
der Fahrzeugklappe unterstützendes
Drehmoment in dem zweiten Öffnungswinkelbereich
ist durch die eingeleitete Kraft des Federelements 11', die Länge des
zweiten effektiven Hebelarms 16' und durch den Sinus des Winkels α' gegeben. Der Winkel α' durchläuft einen
Winkelbereich von ungefähr
145° bis
ungefähr
80°, so dass
in der ganz geöffneten
Position die durch das Drehmoment auf das zweite Scharnierteil 3 übertragene
Kraft so groß ist,
dass die Fahrzeugklappe offen gehalten ist.
-
Die
Abstützung 14' des Umlenkhebels 7' an dem zweiten
Scharnierteil 3' ist
während
der Schwenkbewegung der Fahrzeugklappe in dem zweiten Öffnungswinkelbereich
aufgehoben. Ferner verbleiben das erste Gelenke 10', das zweite
Gelenk 13' und
die Anlenkung 11a' des
Federelements 11' während der
Schwenkbewegung in dem zweiten Öffnungswinkelbereich
auf der Verbindungslinie V',
so dass die Krafteinleitungsrichtung des Federelements 11' bezüglich des
zweiten Scharnierteils 3' stets gleich
gerichtet ist.
-
In 7 bis 9 ist
ein drittes Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Scharniers 1'' gezeigt, wobei identischen oder
funktionsgleichen Bauteilen die selben Bezugszeichen zugeordnet sind.
Im weiteren wird im Wesentlichen auf die Unterschiede gegenüber den
vorherigen Ausführungsbeispielen
eingegangen.
-
Das
in 7 bis 9 gezeigte Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Scharniers 1'' umfasst ein dem Fahrzeugrahmen
zugeordnetes erstes Scharnierteil 2'' und
ein der Fahrzeugklappe zugeordnetes zweites Scharnierteil 3'', wobei das erste Scharnierteil 2'' und das zweite Scharnierteil 3'' mittels eines Scharnierstifts 20 schwenkbar
um eine Schwenkachse S miteinander verbunden sind.
-
Das
zweite Scharnierteil 3'' weist eine
sogenannte Schwanenhalsgeometrie auf, die beginnend von der schwenkbaren
Verbindung mittels des Scharnierstifts 20 mit dem ersten
Scharnierteil 2'' eine lineare
Erstreckung, eine bogenförmige
Erstreckung und eine linear auslaufende Erstreckung zum befestigen
an der Fahrzeugklappe aufweist.
-
Das
erste Scharnierteil 2'' weist in der
ersten linearen Erstreckung einen Vorsprung 21 auf, der
mit dem zweiten Scharnierteil 3'' einen
Winkel von 90° aufweist.
-
An
dem dem zweiten Scharnierteil 3'' abgewandten
Ende des Vorsprungs 21 ist der Umlenkhebel 7'' mit dem ersten Arm 8'' schwenkbar in dem zweiten Gelenk 13'' angeordnet.
-
Der
zweite Arm 9'' des Umlenkhebels 7'' weist mit dem zweiten Scharnierteil 3'' die Abstützung 14'' auf. Der erste Arm 8'' ist hierbei als ein langer Arm
und der zweite Arm 9'' als ein kurzer
Arm ausgebildet, wobei der erste Arm 8'' und
der zweite Arm 9'' einen Winkel
von ungefähr
135 Grad zueinander aufweisen.
-
Es
versteht sich, dass auch der erste Arm 8'' als
ein kurzer Arm und der zweite Arm 9'' als
ein langer ausgebildet sein können.
Ferner versteht es sich, dass zwischen dem ersten Arm 8'' und dem zweiten Arm 9'' jeder andere Winkel vorgesehen
sein kann.
-
An
dem dem zweiten Arm 9'' zugewandten Ende
des ersten Arms 8'' ist das erste
Gelenk 10'' vorgesehen,
an dem das Federelement 11'' schwenkbar
angeordnet ist. Mit einem zweiten Ende ist das Federelement 11'' schwenkbar in einer Anlenkung 11''a an dem ersten Scharnierteil 2'' schwenkbar vorgesehen. Das Federelement 11'' umfasst eine Zugfeder 12''.
-
In 8 ist
das erfindungsgemäße Scharnier 1'' in einer teilweise geöffneten
Stellung gezeigt, wobei die teilweise geöffnete Stellung durch eine
sogenannte Todpunktstellung des Umlenkungshebels 7'' und des Federelements 11'' definiert ist. Die Todpunktstellung
des Umlenkhebels 7'' und des Federelements 11'' ist dadurch gegeben, dass die
Anlenkung 11a'' des Federelements 11'' an dem ersten Scharnierteil 2'' sowie das erste Gelenk 10'' und das zweite Gelenk 13'' des Umlenkhebels 7'' auf einer Verbindungslinie V'' angeordnet sind.
-
In
dem ersten Öffnungswinkelbereich
der Fahrzeugklappe, in dem die Fahrzeugklappe einen Winkel von 0
Grad entsprechend einer geschlossenen Position bis zu einem Winkel
von ungefähr
80 Grad entsprechend der Tofpunktstellung durchläuft, ist ein erster effektiver
Hebel 15'' durch eine
virtuelle Verbindung zwischen der Scharnierachse S und dem ersten
Gelenk 10'' gegeben. Der
erste effektive Hebel 15'' weist mit der
Krafteinleitungsrichtung des Federlements 11'' einen
Winkel α auf,
wobei der Winkel α während der
Schwenkbewegung in dem ersten Öffnungswinkelbereich
ungefähr
einen Winkelbereich von 70° bis
110° durchläuft.
-
In
dem ersten Öffnungswinkelbereich
wird die Kraft zur Unterstützung
der Öffnungsbewegung der
Fahrzeugklappe mittels des ersten effektiven Hebelarms 15'' auf das zweite Scharnierteil 3'' übertragen, wobei hierzu ein öffnungsunterstützendes
Drehmoment durch die eingeleitete Kraft des Federelements 11'', der Länge des ersten effektiven Hebelarms 15'' und durch den Sinus des Winkels α zwischen
der Krafteinleitungsrichtung des Federelements 11'' und des ersten effektiven Hebelarms 15'' gegeben ist.
-
Durch
das Drehmoment wird mittels der Abstützung 14'' des Umlenkhebels 7'' mit dem zweiten Scharnierteil 3'' eine öffnungsunterstützende Druckkraft
auf das zweite Scharnierteil 3'' bewirkt,
wobei sich die Krafteinleitungsrichtung des Federelements 11'' entsprechend der Verschwenkung
des Umlenkhebels 7'' orientiert
ist, so dass während
der Schwenkbewegung in dem ersten Öffnungswinkelbereich stets
eine öffnungsunterstützende Druckkraft über die
Abstützung 14'' auf das zweite Scharnierteil 3'' wirkt.
-
In
dem zweiten Öffnungswinkelbereich,
der ausgehend von der Todpunktstellung entsprechend 8 bis
zur gesamten Öffnung
der Fahrzeugklappe entsprechend 9 gegeben
ist, ist ein zweiter effektiver Hebelarm 16'' zum Übertragen
der Kraft auf das zweite Scharnierteil 3'' durch
die virtuelle Verbindung der Schwenkachse S und des zweiten Gelenks 13'' definiert, wobei der zweite effektive
Hebelarm 16'' einen Winkel α' mit der Krafteinleitungsrichtung des
Federlements 11'' aufweist.
-
In
dem zweiten Öffnungswinkelbereich
ist die Abstützung 14'' des Umlenkhebels 7'' mit dem zweiten Scharnierteil 3'' aufgehoben und das öffnungsunterstützende Drehmoment
ist durch die eingeleitete Kraft des Federelements, der Länge des
zweiten effektiven Hebelarms 16'' und
durch den Sinus des Winkels α zwischen
der Krafteinleitungsrichtung des Federelements 11'' und des effektiven Hebelarms 16'' gegeben, wobei das Drehmoment
bezüglich
des zweiten Gelenks 13'' orientiert
ist.
-
Während der
Schwenkbewegung in dem zweiten Öffnungswinkelbereich
bleiben das erste Gelenk 10'' und das zweite
Gelenk 13'' des Umlenkhebels 7'' und die Anlenkung 11''a des Federelements 11'' an einem zweiten Scharnierteil 2'' auf der Verbindungslinie V'' zueinander orientiert, wobei der Winkel α' zwischen dem zweiten
effektiven Hebel 16'' und der Verbindungslinie
V'' während der
Schwenkbewegung in dem zweiten Öffnungswinkelbereich
einen Winkelbereich von ungefähr
80 Grad bis ungefähr 160
Grad durchläuft.
-
Das
erste Gelenk 10'', das zweite
Gelenk 13'' und die Anlenkung 11a'' des Federelements 11'' verbleiben während der Schwenkbewegung in
dem zweiten Öffnungswinkelbereich
auf der Verbindungslinie V'', so dass die Krafteinleitungsrichtung
des Federelements 11'' bezüglich des
zweiten Scharnierteils 3'' stets gleich
gerichtet ist.
-
In 10 bis 12 ist
ein viertes Ausführungsbeispiel
eines erfindungsgemäßen Scharniers 1''' wobei
identischen oder funktionsgleichen Bauteilen die selben Bezugszeichen
zugeordnet sind. Im weiteren wird im Wesentlichen auf die Unterschiede gegenüber dem
dritten Ausführungsbeispiel
eingegangen.
-
In 10 bis 12 ist
ein erfindungsgemäßes Scharnier 1''' bei
dem ein erstes Scharnierteil 2''' mittels eines
Scharnierstift 20 schwenkbar um eine Schwenkachse S mit
einem zweiten Scharnierteil 3''' verbunden ist.
-
Das
erste Scharnierteil 2''' weist eine L-förmige Form mit einem ersten
Teil 2a''' und einem zweiten Teil 2b''' auf,
wobei der erste Teil 2a''' und der zweite Teil 2b''' einen
Winkel von 90° zueinander
aufweisen.
-
An
dem dem zweiten Teil 2b''' abgewandten Ende des ersten Teils 2a''' ist
das zweite Scharnierteil 3''' mittels des Scharnierstifts 20 schwenkbar
angeordnet. An dem dem ersten Teil 2a''' abgewandten Ende
des zweiten Teils 2b''' ist das Federelement 11''' mit
der Anlenkung 11a''' schwenkbar vorgesehen. Mit dem
zweiten Ende ist das Federelement 11''' schwenkbar
an dem ersten Gelenk 10''' des Umlenkhebels 7''' angeordnet.
Das Federelement 11''' umfasst eine Druckfeder 12'''.
-
Die
Funktionsweise des Scharniers 1''' ist im wesentlichen
identisch mit der des Scharniers 1'' des vorherigen
Ausführungsbeispiels,
wobei leditglich anstatt einer Zugfeder eine Druckfeder 12''' vorgesehen
ist, die dementsprechend von einer gegenüberliegenden Seite an den Umlenkhebel 7''' angreift.
-
Die
Erfindung ist vorstehend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert worden,
bei denen das bezüglich
des ersten Scharnierteils bewegliche Teil, an dem der Umlenkhebel
mittels des zweiten Gelenks schwenkbar angeordnet ist und mit dem
der Umlenkhebel eine Abstützung
aufweist, durch das zweite Scharnierteil gegeben ist, sowohl bei
einer schwenkbaren Verbindung der beiden Scharnierteile mittels
eines Scharnierstifts als auch mittels eines Viergelenks mit zwei
Lenkern. Überdies ist
das bezüglich
des ersten Scharnierteils bewegliche Teil ebenso durch einen der
beiden Lenker des Viergelenks gegeben.