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DE102005006754A1 - Weitwinkeliges Kamera-Spiegel-System für Beobachtungszwecke - Google Patents

Weitwinkeliges Kamera-Spiegel-System für Beobachtungszwecke Download PDF

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DE102005006754A1
DE102005006754A1 DE102005006754A DE102005006754A DE102005006754A1 DE 102005006754 A1 DE102005006754 A1 DE 102005006754A1 DE 102005006754 A DE102005006754 A DE 102005006754A DE 102005006754 A DE102005006754 A DE 102005006754A DE 102005006754 A1 DE102005006754 A1 DE 102005006754A1
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DE
Germany
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camera
mirror
solid angle
mirror system
angle range
Prior art date
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Withdrawn
Application number
DE102005006754A
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English (en)
Inventor
Jens Schick
Alexander Würz-Wessel
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Robert Bosch GmbH
Original Assignee
Robert Bosch GmbH
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Publication date
Application filed by Robert Bosch GmbH filed Critical Robert Bosch GmbH
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Priority to GB0600818A priority patent/GB2423156B/en
Priority to FR0650523A priority patent/FR2882159B1/fr
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Withdrawn legal-status Critical Current

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    • G02OPTICS
    • G02BOPTICAL ELEMENTS, SYSTEMS OR APPARATUS
    • G02B17/00Systems with reflecting surfaces, with or without refracting elements
    • G02B17/02Catoptric systems, e.g. image erecting and reversing system
    • G02B17/06Catoptric systems, e.g. image erecting and reversing system using mirrors only, i.e. having only one curved mirror
    • GPHYSICS
    • G03PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
    • G03BAPPARATUS OR ARRANGEMENTS FOR TAKING PHOTOGRAPHS OR FOR PROJECTING OR VIEWING THEM; APPARATUS OR ARRANGEMENTS EMPLOYING ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ACCESSORIES THEREFOR
    • G03B37/00Panoramic or wide-screen photography; Photographing extended surfaces, e.g. for surveying; Photographing internal surfaces, e.g. of pipe
    • HELECTRICITY
    • H04ELECTRIC COMMUNICATION TECHNIQUE
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    • H04N23/50Constructional details
    • H04N23/55Optical parts specially adapted for electronic image sensors; Mounting thereof
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    • H04N23/698Control of cameras or camera modules for achieving an enlarged field of view, e.g. panoramic image capture
    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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    • B60R1/00Optical viewing arrangements; Real-time viewing arrangements for drivers or passengers using optical image capturing systems, e.g. cameras or video systems specially adapted for use in or on vehicles
    • B60R1/12Mirror assemblies combined with other articles, e.g. clocks
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Abstract

Bereits heute werden Kamerasysteme in vielen Bereichen der Automobiltechnik eingesetzt, beispielsweise zur Überwachung eines rückwärtigen Raumes eines Kraftfahrzeugs beim Rückwärtsfahren oder als Nachtsichtsysteme zur Ergänzung des sichtbaren Frontbereichs bei schlechten Sichtverhältnissen. Die vorliegende Erfindung schlägt ein Kamerasystem zur Beobachtung eines oder mehrerer Raumbereiche vor, insbesondere ein Panorama-Kamerasystem, welches neben einer Kamera (110) mit Mitteln (216) zum Speichern von Bildinformationen in einem zweidimensionalen Bildbereich (134) ein erstes Spiegelsystem (116) und ein zweites Spiegelsystem (210) aufweist. Das erste Spiegelsystem (116) ist derart ausgestaltet und/oder angeordnet, dass aus mindestens einem ersten Raumwinkelbereich (126) auf das erste Spiegelsystem (116), das mindestens eine nicht planare Spiegelfläche (118) aufweist, auftreffende Lichtstrahlen (124) in einen ersten Teilbereich (138) des zweidimensionalen Bildbereichs (134) der mindestens einen Kamera (110) abgebildet werden. Das zweite Spiegelsystem (210) weist mindestens einen planaren Spiegelbereich (210) auf und ist derart ausgestaltet und/oder angeordnet, dass aus mindestens einem zweiten Raumwinkelbereich (212) auf das zweite Spiegelsystem (210) auftreffende Lichtstrahlen in einen zweiten Teilbereich (218) des zweidimensionalen Bildbereichs (134) abgebildet werden. Das zweite Spiegelsystem (210) ist weiterhin derart ausgestaltet, dass es verhindert, dass für ...

Description

  • Technisches Gebiet
  • Neben passiven Sicherheitssystemen werden in der Automobiltechnik in zunehmendem Maße auch aktive Sicherheits- oder Assistenzsysteme eingesetzt. Derartige Systeme erfassen insbesondere einen aktuellen Zustand einer Fahrzeugumgebung (beispielsweise einen Bereich vor einem Kraftfahrzeug oder hinter einem Kraftfahrzeug) oder auch einen aktuellen Zustand im Innenraum des Kraftfahrzeugs. Derartige Systeme können beispielsweise eine oder mehrere Kameras aufweisen. Es wird ein Kamerasystem vorgeschlagen, welches eine Beobachtung eines größeren Bereichs, beispielsweise gleichzeitig eines Innen- und Außenbereichs eines Kraftfahrzeugs, beobachten kann und dabei gezielt eine Position einzelner Objekte innerhalb dieses Bereichs steroskopisch ermitteln kann.
  • Bereits heute sind aus dem Automobilbereich mehrere Sicherheitssysteme bekannt, bei denen Kamerasysteme zum Einsatz kommen. Dabei ist grundsätzlich zu unterscheiden zwischen einer Beobachtung des Innenraums und einer Beobachtung des Außenraums, welche jeweils zu unterschiedlichen Zwecken erfolgen.
  • So beschreiben beispielsweise die DE 101 58 415 A1 und die US 2003/0098909 A1 Verfahren und Anordnungen zur optischen Überwachung des Innenraums eines Kraftfahzeugs. Dabei kommt mindestens eine Rundumsichtkamera zum Einsatz, welche Bilder in krummlinigen Koordinaten liefert. Anschließend werden die Bilder mittels einer Entzerrungseinrichtung in zylindrische oder ebene Koordinaten transformiert. Diese transformierten Bilder können dann einer elektronischen Bildauswertung unterzogen werden. Auf diese Weise können beispielsweise Personen im Fahrzeuginnenraum erkannt werden, sowie eine Bestimmung der Sitzposition dieser Personen durchgeführt werden. Diese Information kann beispielsweise zum Steuern von Airbagsystemen genutzt werden. Auch eine teilweise Beobachtung eines Außenraums ist mit dem offenbarten System möglich.
  • Auch die EP 1 375 253 A2 betrifft ein Verfahren zur Überwachung des Innen- bzw. Außenraums eines Fahrzeugs sowie einer Anordnung mit wenigstens einer Rundsichtkamera. Die erfassten Bilddaten werden ausgewertet, wobei mittels der Auswertung wenigstens ein Bereich selektiert wird. Dieser Bereich wird mittels eines zweiten, ausrichtbaren Sensors mit eingeschränktem räumlichen Erfassungsbereich erfasst und die durch den zweiten Sensor erfassten Daten einer Auswertung unterzogen.
  • Aus der US 2001/0048816 A1 ist ein Kamerasystem bekannt, welches eine Kamera und einen konvexen Spiegel aufweist. Das System kann zur Aufnahme von Bildern in einem großen Winkelbereich genutzt werden. Beispielsweise kann das System zur Beobachtung eines Rückfahrbereiches eines Kraftfahrzeugs genutzt werden. In der US 2001/0048816 A1 ist weiterhin ein Verfahren beschrieben, mittels dessen die Bildinformationen, die mittels des konvexen Spiegels gewonnen werden, entzerrt werden können, so dass ein Bild in geradlinigen Koordinaten generiert wird.
  • In der EP 1 197 937 A1 ist ein Rundumüberwachungssystem für ein bewegtes Objekt beschrieben, beispielsweise für die Außenraumüberwachung eines Kraffahrzeugs. Unter anderem wird dabei auch eine Anordnung beschrieben, bei der das Rundumüberwachungssystem einen hyperboloid-förmigen Spiegel aufweist, sowie ein Kamerasystem, welches diesen hyperboloid-förmigen Spiegle beobachtet und auf diese Weise Bildinformationen innerhalb eines vorgegebenen Bildbereichs generiert.
  • In US 2003/0156187 A1 wird ein catadioptrisches (Einzel-Kamera) Sensorsystem beschrieben, bei welchem einer oder mehrere Spiegel genutzt werden, um stereoskopische Bilder zu erzeugen. Unter anderem wird dabei auch ein System beschrieben, bei dem stereoskopische Bilder dadurch erzeugt werden, dass zwei aufeinander platzierte konvexe Spiegel eingesetzt werden.
  • In WO 00/41024 wird ein System zum Erfassen von Super-Weitwinkel-Panoramabildern beschrieben. Das System weist zwei gekrümmte Reflektoren auf, deren optische Fehler sich gegenseitig korrigieren. Einfallende Strahlen werden zunächst vom ersten Reflektor erfasst und auf den zweiten Reflektor gelenkt, von wo sie wiederum reflektiert und in ein Kamerasystem gelenkt werden.
  • In S. K. Nayar et al. „Folded Catadioptric Cameras", proceedings of IEEE Conference on Computer Vision and Pattern Recognition, Fort Collins, June 1999, wird ein Verfahren beschrieben, mittels dessen Bildinformationen, welche durch Reflexion an einer nahezu beliebig gekrümmten Spiegelfläche gewonnen sind „entzerrt" werden können. Unter anderem werden dabei auch Kamerasysteme mit zwei Spiegel beschrieben, bei denen einfallende Lichtstrahlen zunächst von einer Oberfläche eines gekrümmten Spiegels reflektiert werden, um dann von einem zweiten Spiegel hin zu einer Kamera gelenkt zu werden. Dabei werden auch Spieglsysteme mit hyperboloiden oder paraboloiden Spiegeln beschrieben.
  • Die aus dem Stand der Techik bekannten Systeme zur Rundumbeobachtung weisen jedoch für den praktischen Einsatz, insbesondere in der Automobiltechnik, eine Reihe von Nachteilen auf So ermöglichen einfache Rundumsichtsysteme, wie beispielsweise die in der WO 00/41024, der EP 1 197 937 A1 , der US 2001/0048816 A1 oder der US 2003/0098909 A1 beschriebenen Systeme, nur schwer eine Positionsbestimmung von einzelnen Objekten innerhalb des erfassten Bildbereichs. Konventionelle catadioptrische Systeme zur Stereo-Bilderfassung hingegen sind in der Regel mit einem hohen Raumbedarf verbunden, da eine Positionsbestimmung mittels derartiger Systeme stark vom Abstand der virtuellen Blickpunkte des Stereosystems (Basisabstand) abhängig ist. Außerdem ist der von derartigen konventionellen Systemen erfasste Bildbereich in der Regel sehr klein und ermöglicht keine Rundumbeobachtung. Ein Kombination mehrerer gekrümmter Spiegelsysteme, wie beispielsweise in der US 2003/0156187 A1, weist insbesondere den Nachteil auf dass der Bildbereich mindestens eines gekrümmten Spiegels in derartigen Systemen die Kamera selbst erfasst, wodurch ein Bildbereich entsteht, der nicht sinnvoll genutzt werden kann („toter Bereich").
  • Darstellung der Erfindung
  • Es wird daher ein Kamerasystem zur Beobachtung eines oder mehrerer Raumbereiche vorgeschlagen, welches die genannten Nachteile des Standes der Technik vermeidet und welches insbesondere auch zum Einsatz einer Innen- und/oder Außenraumbeobachtung in einem Kraftfahrzeug geeignet ist.
  • Ein Grundgedanke der vorliegenden Erfindung besteht insbesondere darin, den genannten „toten" Bereich im Bildbereich eines Rundumsicht-Kamerasystems für ein zweites Spiegelsystem zu nutzen. Dem entsprechend wird ein Kamerasystem zur Beobachtung eines oder mehrerer Raumbereiche vorgeschlagen, welches mindestens eine Kamera mit Mitteln zum Speichern von Bildinformationen in einem zweidimensionalen Bildbereich aufweist, sowie ein erstes, mindestens eine nicht planare Spiegelfläche aufweisendes Spiegelsystem. Dieses erste Spiegelsystem ist derart ausgestaltet und/oder angeordnet, dass aus mindestens einem ersten Raumwinkelbereich auf das erste Spiegelsystem auftreffende Lichtstrahlen in einen ersten Teilbereich des zweidimensionalen Bildbereichs der mindestens einen Kamera abgebildet werden. Grundsätzlich kann das erste Spiegelsystem einen weitgehend beliebig gekrümmten Verlauf aufweisen, wobei gegebenenfalls Hilfssysteme (z. B. in Form von Software und/oder Hardware) zur Entzerrung des von diesem ersten Spiegelsystems reflektierten Bildes erforderlich sind, welche beispielsweise in S. K. Nayar et al., „Folded Catadioptric Cameras", proceedings of IEEE Conference on Computer Vision and Pattern Recognition, Fort Collins, June 1999, beschrieben sind. Als besonders vorteilhaft hat sich dabei jedoch erwiesen, wenn das erste Spiegelsystem eine zumindest in einer Dimension im Verlauf einer hyperbolischen Funktion folgend gekrümmte Spiegelfläche aufweist. Insbesondere kann das erste Spiegelsystem beispielsweise dem Verlauf einer ersten Halbschale eines zweischaligen Hyperboloids folgend gekrümmte Spiegelfläche aufweisen. Derartige Hyperboloide weisen zwei Hyperbelbrennpunkte auf: einen ersten, der ersten Halbschale zugeordneten Hyperbelbrennpunkt auf einer konkaven Seite der ersten Halbschale und einen zweiten, einer zweiten Halbschale zugeordneten Hyperbelbrennpunkt auf einer konvexen Seite der ersten Halbschale. Vorteilhafter Weise ist das Kamerasystem dabei derart ausgestaltet, dass die mindestens eine Kamera (bzw. ein der Kamera zugeordnetes Bildgebungsoptik) eine optische Achse und einen Hauptpunkt aufweist, wobei die mindestens eine Kamera derart angeordnet ist, dass die optische Achse der Kamera auf einer Verbindungsgerade zwischen den beiden Hyperbelbrennpunkten liegt und dass der Hauptpunkt mit dem zweiten Hyperbelbrennpunkt zusammenfällt. Ein derartiges System ist beispielsweise auch in der EP 1 197 937 A1 in 6 beschrieben. Stark vereinfacht gesagt, wirkt die Kamera in dieser vorteilhaften Ausgestaltung wie eine Lochkamera, wobei das Loch der Lochkamera in einem Hyperbelbrennpunkt auf der konvexen Seite des Hyperboloids zu liegen kommt. Auf diese Weise werden auf das Hyperboloid auftreffende Lichtstrahlen geeignet in den Bildbereich der Kamera projeziert.
  • Alternativ kann das erste Spiegelsystem auch eine dem Verlauf eines eliptischen Paraboloids folgend gekrümmte Spiegelfläche aufweisen. Das eliptische Paraboloid soll dabei eine Rotationsachse aufweisen, wobei die mindestens eine Kamera eine optische Achse aufweist, welche auf der Rotationsachse des eliptischen Paraboloids liegt. In diesem Fall ist es vorteilhaft, eine Kamera (gegebenenfalls mit einer Projektionsoptik) und/oder eine Bildverarbeitung einzusetzen, welche eine orthographische Projektion ermöglichen. Bei einer derartigen Projektion „betrachtet" die Kamera ein Betrachtungsvolumen, welches einem zur optischen Achse der Kamera parallelen Quader entspricht. Objekte gleicher Größe innerhalb dieses Betrachtungsvolumens erscheinen im zweidimensionalen Bildbereich der Kamera mit gleicher Größe. Orthographische Projektionen und geeignete Kameras sind dem Fachmann bekannt und werden beispielsweise in Gluckman J., Nayar S.K., Thoresz K.J.: „Real-Time Omnidirectional and Panoramic Stereo", in „Proceedings of the DARPA Image Understanding Workshop", 1998, S. 299-303, beschrieben.
  • Weiterhin weist das Kamerasystem mindestens ein zweites, mindestens einen planaren Spiegelbereich aufweisendes zweites Spiegelsystem auf. Dieses zweite Spiegelsystem ist derart ausgestaltet und/oder angeordnet, dass aus mindestens einem zweiten Raumwinkelbereich auf das zweite Spiegelsystem auftreffende Lichtstrahlen in einen zweiten Teilbereich des zweidimensionalen Bildbereichs abgebildet werden. Das zweite Spiegelsystem ist weiterhin derart ausgestaltet, dass es verhindert, dass zumindest eine Teilmenge einer Menge von der mindestens einen Kamera ausgehenden Lichtstrahlen durch das erste Spiegelsystem in den ersten Teilbereich abgebildet werden. Dieses zweite Spiegelsystem nutzt also den oben beschriebenen „toten" Bildbereich, innerhalb dessen bei Verwendung lediglich des ersten Spiegelsystems die Kamera ihr eigenes Spiegelbild „sehen" würde, aus. Dabei kann durch das zweite Spiegelsystem dieser „tote" Bildbereich teilweise ausgenutzt werden, vollständig ausgenutzt werden, oder es kann das zweite Spiegelsystem sogar in den Bildbereich des ersten Spiegelsystems hineinragen.
  • Als besonders vorteilhaft hat es sich dabei erwiesen, wenn das zweite Spiegelsystem eine einzelne spiegelnde Fläche aufweist. Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn der zweite Raumwinkelbereich, welcher von dem zweiten Spiegelsystem erfasst wird, kleiner ist als der erste Raumwinkelbereich, welcher von dem ersten Spiegelsystem erfasst wird. Die beiden Raumwinkelbereiche können dabei vorteilhafter Weise zumindest teilweise überlappen. Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Kamerasystem weiterhin einen Positioniervorrichtung aufweist, welcher das zweite Spiegelsystem derart ausrichtet und/oder anordnet, dass der zweite Raumwinkelbereich eingestellt werden kann. Insbesondere ist diese Ausgestaltung vorteilhaft, wenn das Kamerasystem weiterhin ein Bildbearbeitungssystem mit Mitteln zum vollständigen oder teilweisen Entzerren der in dem zweidimensionalen Bildbereich gespeicherten Bildinformationen aufweist, sowie zusätzlich oder alternativ ein Bildverarbeitungssystem mit Mitteln zur Durchführung eines Triangulationsverfahrens zur Positionsbestimmung eines im ersten Teilbereich und im zweiten Teilbereich des zweidimensionalen Bildbereichs abgebildeten Objektes. Beispielsweise lässt sich das beschriebene Kamerasystem derart einsetzen, dass zunächst ein erster Raumwinkelbereich in einen ersten Teilbereich eines zweidimensionalen Bildbereichs abgebildet wird. Anschließend oder parallel dazu wird ein mit dem ersten Raumwinkelbereich zumindest teilweise überlappender zweiter Raumwinkelbereich in einen zweiten Teilbereich des zweidimensionalen Bildbereichs abgebildet. Somit sind nun sowohl die von dem ersten Spiegelsystem als auch von dem zweiten Spiegelsystem generierten Bilddaten in demselben zweidimensionalen Bildbereich der Kamera abgespeichert. Mittels eines dem Fachmann bekannten Bilderkennungsverfahrens (welches beispielsweise auf einer Kantenerkennung basiert) wird ein in beiden Teilbereichen des zweidimensionalen Bildbereichs abgebildetes Objekt, beispielsweise eine Person im Inneren des Kraftfahrzeugs oder ein Fußgänger im Außenbereich eines Kraftfahrzeugs, erkannt. Mittels eines Triangulationsverfahrens wird die Position und/oder der Abstand des Objekts relativ zum Kamerasystem berechnet. Diese Position kann beispielsweise einem Bordcomputer oder unmittelbar einem Fahrer des Kraftfahrzeugs zur Verfügung gestellt werden. Alternativ oder zusätzlich können bei Erkennen einer Gefahr, beispielsweise einem in die Fahrbahn tretenden Fußgänger, auch unmittelbar Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.
  • Das Verfahren lässt sich insbesondere dahingehend erweitern, dass ein Raumwinkelbereich von besonderem Interesse ausgewählt wird (beispielsweise automatisch in Form eines besonders markanten Objektes oder manuell durch einen Fahrer) und mittels des Positioniervorrichtung das zweite Spiegelsystem anschließend derart eingestellt wird, dass der zweite Raumwinkelbereich den Raumwinkelbereich von besonderem Interesse ganz oder teilweise beinhaltet. Insbesondere kann das Verfahren auch derart durchgeführt werden, dass das zweite Spiegelsystem den ersten Raumwinkelbereich des ersten Spiegelsystems mit seinem zweiten Raumwinkelbereich abrastert oder abscannt (beispielsweise gesteuert durch einen Schrittmotor), um auf diese Weise nach und nach mittels eines Triangulationsverfahrens die Position aller, einiger ausgewählter oder zumindest aller wesentlichen Objekte im Bildbereich des ersten Spiegelsystems zu ermitteln.
  • Das vorgeschlagene Kamerasystem hat gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten Anordnungen den Vorteil, der „tote" Bildbereich gekrümmter Spiegelsysteme optimal ausgenutzt wird. Weiterhin ermöglicht das Kamerasystem eine Positionsbestimmung von Objekten im Bildbereich, wobei die Präzision der ermittelten Ortsinformationen die Genauigkeit bekannter Rundumsichtsysteme bei weitem übertrifft. Zudem ist die Baugröße des beschriebenen Kamerasystems derart gering, dass das beschriebene Kamerasystem zur Innen- und/oder Außenraumbeobachtung in Kraftfahrzeugen, in denen eine geringe Baugröße ein entscheidender Vorteil ist, eingesetzt werden kann. Das System kann auch als optionale Ausstattung anstelle bereits bekannter Kamerasysteme, beispielsweise in einem Scheinwerfergehäuse eines Kraftfahrzeugs, eingesetzt werden.
  • Zeichnung
  • Anhand der Zeichnung wird die Erfindung nachstehend näher erläutert.
  • Es zeigt:
  • 1 ein dem Stand der Technik entsprechendes Rundumsicht-Kamerasystem mit einem „toten" Bildbereich;
  • 1a eine in einem zweidimensionalen Bildbereich abgespeicherte Bildinformation des Kamerasystems gemäß 1;
  • 2 ein erfindungsgemäßes Kamerasystem mit Ausnutzung des „toten" Bildbereichs für ein zweites Spiegelsystem;
  • 2a eine in einem zweidimensionalen Bildbereich eines Kamerasystems gemäß 2 abgespeicherte Bildinformation;
  • 3 eine schematische Darstellung einer Ausgestaltung der Krümmung des ersten Spiegelsystems in Form eines Hyperboloids;
  • 4 eine schematische Ausgestaltung einer Krümmung des ersten Spiegelsystems in Form eines Paraboloids; und
  • 5 einen schematischen Ablaufplan einer möglichen Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Verfahrens zur optischen Umgebungsüberwachung mittels eines erfindungsgemäßen Kamerasystems.
  • Ausführungsvarianten
  • In 1 ist ein dem Stand der Technik entsprechendes Panorama-Kamerasystem dargestellt. Das Kamerasystem weist eine Kamera 110 auf, welche über ein Gehäuse 112 und eine entsprechende Bildgebungsoptik 114 verfügt. Weiterhin weist das Kamerasystem einen gekrümmten Spiegel 116 auf dessen Oberfläche 118 in diesem Ausführungsbeispiel gemäß einer Halbschale eines zweischaligen Hyperboloids gekrümmt ist. Dem entsprechend weist der gekrümmte Spiegel 116 einen Brennpunkt 120 auf welcher der Oberfläche 118 zugeordnet ist und sich auf der konkaven Seite der hyperboloidischen Oberfläche 118 befindet. Der genaue Strahlenverlauf wird weiter unten erklärt (siehe 3). Der gekrümmte Spiegel 116 ist durch eine Aufhängung 122 gehaltert.
  • Der gekrümmte Spiegel 116 reflektiert auf die Spiegeloberfläche 118 auftreffende Lichtstrahlen 124 zur Kamera 110 hin. Die Kamera 110 „sieht" somit dasselbe Bild, welches ein virtueller Beobachter im Brennpunkt 120 des gekrümmten Spiegels 116 wahrnehmen wurde. Der maximale Raumwinkelbereich, innerhalb dessen einfallende Lichtstrahlen 124 zur Kamera 110 hin reflektiert werden, ist in 1 symbolisch mit Bezugsziffer 126 gekennzeichnet und wird begrenzt durch die Grenzstrahlen 128. Die genaue Lage der Grenzstrahlen 128 hängt von der Ausgestaltung des gekrümmten Spiegels 116 und/oder der Aufhängung 122 ab.
  • Wie in 1 ebenfalls dargestellt, spiegelt sich auch die Kamera 110 im gekrummten Spiegel 116. In diesem Ausführungsbeispiel wird der von der Kamera 110 eingenommene Raumwinkelbereich begrenzt durch die Randstrahlen 130, welche vom äußersten Rand des Gehäuses der Bildgebungsoptik 114 der Kamera ausgehen. Diese Randstrahlen 130 werden von der Oberfläche 118 des gekrümmten Spiegels 116 zurück in die Kamera 1l0 reflektiert und bilden somit einen „toten" Raumwinkelbereich 132, welcher im Wesentlichen keine nutzbare Bildinformation aufweist.
  • Die Kamera 110 weist Mittel 216 zum Speichern von Bildinformationen in einem zweidimensionalen Bildbereich auf beispielsweise einen CCD-Chip 216. In 1a ist eine Abbildung der mit einer dem Stand der Technik entsprechenden Anordnung gemäß 1a gewonnenen Bildinformationen in einem zweidimensionalen Bildbereich 134 eines derartigen CCD-Chips 216 dargestellt. Als Beispiel ist hier der Einsatz eines Kamerasystems im Innenraum eines Kraftfahrzeugs dargestellt. Die Grenzstrahlen 128 in 1, welche den maximalen Raumwinkelbereich 126 des Kamerasystems begrenzen, werden in dem zweidimensionalen Bildbereich 134 in 1a je nach Ausgestaltung des gekrümmten Spiegels 116, der Bildgebungsoptik 114 und des CCD-Chips 216 als runde oder eliptische Sichtbereichsgrenze 136 abgebildet. Alle innerhalb des maximalen Raumwinkelbereichs 126 reflektierten Strahlen sind in dem zweidimensionalen Bildbereich 134 innerhalb dieser Sichtbereichsgrenze 136 in einem ersten Teilbereich 138 abgebildet. Aufgrund der Krümmung der Oberfläche 118 des gekrümmten Spiegels 116 sind die Bildinformationen im Vergleich zur Realität verzerrt. Wie ebenfalls in 1a zu erkennen, werden die Randstrahlen 130 in dem zweidimensionalen Bildbereich 134 in Form einer runden oder eliptischen Totbereichsgrenze 140 abgebildet. In dem sogenannten Totbereich 142 im Inneren dieser Totbereichsgrenze 140, im Bildbereich 134 werden mit der Anordnung gemäß 1 Bildinformationen über die Kamera 110 abgebildet. Dieser Totbereich 142 enthält somit keine nutzbaren Bildinformationen und ist in 1a schraffiert dargestellt.
  • In 2 ist ein erfindungsgemäßes Kamerasystem mit zwei Spiegelsystemen dargestellt. Wiederum weist das Kamerasystem eine Kamera 110 mit einer Bildgebungsoptik 114 auf, sowie einen gekrümmten Spiegel 116, beispielsweise wiederum einen gekrümmten Spiegel 116 mit einer Oberfläche 118, welche dem Verlauf einer Halbschale eines zweischaligen Hyperboloids folgt. Dem entsprechend weist der Spiegel 116 wieder einen Brennpunkt 120 auf. Auch in diesem Ausführungsbeispiel würde sich grundsätzlich wiederum die Kamera 110 aufgrund der von dem Gehäuse der Bildgebungsoptik 114 ausgehenden Randstrahlen der Kamera 130 selbst abbilden, wodurch wiederum ein „toter" Raumwinkelbereich 132 entstehen würde. In diesem Ausführungsbeispiel gemäß 2 ist jedoch in den „toten" Raumwinkelbereich 132 ein zweites Spiegelsystem 210 eingebracht, welches in diesem Ausführungsbeispiel lediglich einen planaren Spiegel aufweist. Das Spiegelsystem 210 „blockiert" zumindest einen Teil des von der Kamera 110 ausgehenden, durch die Randstrahlen 130 begrenzten Strahlenbündels, und „eliminiert" somit einen Teil des „toten" Raumwinkelbereichs 132. Statt dessen reflektiert das zweite Spiegelsystem 210 aus einem zweiten Raumwinkelbereich 212 auf das zweite Spiegelsystem 210 auftreffende Strahlen, begrenzt durch Grenzstrahlen 214, in die Kamera 110.
  • In 2a sind, analog zu 1a, in einem zweidimensionalen Bildbereich 134 eines CCD-Chips 216 der Kamera 110 gespeicherte Bildinformationen, welche mit einer Anordnung gemäß 2 gewonnen wurden, schematisch dargestellt. Wiederum sind die Bildinformationen aus dem maximalen Raumwinkelbereich 126 im ersten Teilbereich 138 im Inneren der Sichtbereichsgrenze 136 abgespeichert. Wiederum wird in diesem Ausführungsbeispiel der Totbereich 142 begrenzt durch die Totbereichsgrenze 140, welche eine Abbildung der Randstrahlen 130 der Kamera darstellt. Innerhalb des Totbereichs 142 sind jedoch nun erfindungsgemäß (auch) Bildinformationen gespeichert, welche sich aus den Strahlen des zweiten Raumwinkelbereichs 212 und deren Abbildung auf den CCD-Chip 216 ergeben. Die Grenzstrahlen 214, welche den zweiten Raumwinkelbereich 212 begrenzen, sind in diesem Ausführungsbeispiel, in dem ein näherungsweise quadratisches zweites Spiegelsystem 210 verwendet wird, als rechteckförmige Zweitbildgrenze 216 abgebildet. Im zweiten Teilbereich 218 des zweidimensionalen Bildbereichs 134, welcher sich im Inneren der Zweitbildgrenze 216 befindet, sind Bildinformationen aus dem zweiten Raumwinkelbererich 212 gespeichert. Somit wird der Totbereich 142 des zweidimensionalen Bildbereichs 134 durch das zweite Spiegelsystem 210 ausgenutzt.
  • Anstelle der dargestellten Anordnung mit einem nährungsweise quadratischen zweiten Spiegelsystem 210 lassen sich auch andere Ausgestaltungen des Spiegelsystems 210 realisieren, beispielsweise runde Spiegel oder auch Spiegelsysteme, welche mehrere einzelne Spiegel aufweisen. Beispielsweise kann das zweite Spiegelsystem 210 auch ein selbständiges stereoskopisches Spiegelsystem aufweisen, welches mindestens zwei einzelne (beispielsweise planare) Spiegel umfasst. Weiterhin lässt sich das zweite Spiegelsystem 210 auch derart ausgestalten, dass der Totbereich 142 beispielsweise durch den zweiten Teilbereich 218 vollständig ausgefüllt wird. Auch eine Anordnung ist denkbar, bei welcher das zweite Spiegelsystem 210 über den toten Raumwinkelbereich 132 hinausragt. In diesem Fall ragt der zweite Teilbereich 218 in 2a über die Totbereichsgrenze 140 hinaus, so dass der zweite Teilbereich 218 auch Teile des ersten Teilbereichs 138 überdeckt, welche nicht zum Totbereich 142 gehören.
  • Wie in 2 dargestellt, wirkt der zweite Raumwinkelbereich 212 aus Sicht der Kamera 110 wie der Blickbereich eines virtuellen Beobachters im virtuellen Blickpunkt 220. Erfasst der zweite Raumwinkelbereich 212 einen Bereich des maximalen Raumwinkelbereichs 126 des ersten Spiegelsystems 116, so sind im zweiten Teilbereich 218 des zweidimensionalen Bildbereichs 134 gemäß2a Bildinformationen über Objekte gespeichert, welche sich auch im ersten Teilbereich 138, welcher Bildinformationen des ersten Spiegelsystems 116 enthält, wiederfinden. Dies ist symbolisch in 2a in Form eines Kopfes des Fahrers eines Kraftfahrzeugs dargestellt. In diesem Fall definieren die beiden Spiegelsysteme 116, 210 ein stereoskopisches Spiegelsystem. Die Auflösung dieses stereoskopischen Spiegelsystems wird im Wesentlichen bestimmt durch einen Abstand D zwischen dem Brennpunkt 120 des ersten Spiegelsystems 116 und einem Mittelpunkt 220 des zweiten Spiegelsystems 210. Werden im zweiten Teilbereich 218 und im ersten Teilbereich 138 des zweidimensionalen Bildbereichs 134 ein oder mehrere Objekte identifiziert (beispielsweise durch eine geeignete Bildbearbeitung), so lässt sich aus der bekannten Geometrie des stereoskopischen Systems eine Position des bzw. der Objekte relativ zum Spiegelsystem berechnen. Hierbei können dem Fachmann bekannte Triangulationsverfahren herangezogen werden, welche beispielsweise in US 2003/0156187 A1 beschrieben sind.
  • Das zweite Spiegelsystem 210 in dem Ausführungsbeispiel gemäß 2 über eine Positioniervorrichtung 222 mit dem ersten Spiegelsystem 116 verbunden. Diese Positioniervorrichtung erlaubt beispielsweise eine Rotation des zweiten Spiegelsystems 210 um eine optische Achse 224. Auch eine Positionierung der Gestalt, dass der Winkel α zwischen einem Mittelpunktstrahl 226 des zweiten Raumwinkelbereichs 212 und der optischen Achse 224 verändert wird, ist möglich. Insbesondere lässt sich die Positioniervorrichtung 222 auch derart ausgestalten, dass die Positioniervorrichtung 222 einen oder mehrere Schrittmotoren aufweist, mit welcher der zweite Raumwinkelbereich 212 exakt eingestellt werden kann. Auf diese Weise lässt sich beispielsweise manuell oder automatisch der zweite Teilbereich 218 des zweidimensionalen Bildbereichs 134 auf ein beliebiges Objekt einstellen. So kann beispielsweise die Position eines beliebigen Objektes bestimmt werden.
  • In den 3 und 4 sind exemplarisch und schematisch mögliche Krummungen der Oberfläche 118 des ersten Spiegelsystems 116 dargestellt. Während 3 eine hyperbolische Krümmung beschreibt, ist in 4 eine parabolische Krümmung dargestellt.
  • Wie in 3 dargestellt, folgt die Oberfläche 118 des ersten Spiegelsystems 116 dem Verlauf einer ersten Halbschale 310 eines Hyperboloids. Dieser Halbschale 310 ist auf ihrer konkaven Seite ein erster Brennpunkt 120 zugeordnet. Analog existieren zu diesem Hyperboloid eine zweite Halbschale 312 sowie ein zweiter Brennpunkt 314 und zwei Leitlinien 316. Beliebige Lichtstrahlen 318, 320, welche auf den Brennpunkt 120 zulaufen, werden in den Punkten P1 und P2 an der Oberfläche 118 der ersten Halbschale 310 zum zweiten Brennpunkt 314 hin reflektiert. Ein virtueller Beobachter im zweiten Brennpunkt 314 nimmt also das gleiche Bild wahr wie ein virtueller Beobachter im ersten Brennpunkt 120. Das erfindungsgemäße Kamerasystem macht von dieser geometrischen Eigenart dadurch Gebrauch, dass eine Kamera 110 eingesetzt wird, welche einen Hauptpunkt 322 aufweist, welcher mit dem zweiten Brennpunkt 314 zusammenfällt. Auf diese Weise wirkt die Kamera 110 wie eine Lochkamera mit Loch im Hauptpunkt 322.
  • In 4 ist schematisch eine Ausgestaltung der Oberfläche 118 dargestellt, welche dem Verlauf eines Paraboloids 410 folgt. Im Gegensatz zu einem Hyperboloid verfügt ein Paraboloid 410 lediglich über einen Brennpunkt 120. Lichtstrahlen 412, 414, welche auf einen virtuellen Beobachter im Brennpunkt 120 zulaufen, werden an der Oberfläche 118 des Paraboloids 410 in den Punkten P1, P2 reflektiert und verlaufen nach dieser Reflexion parallel zur optischen Achse 224. Zur Aufnahme der Gesamtheit der von der Oberfläche 118 reflektierten Lichtstrahlen ist also eine Kamera 110 erforderlich, deren optische Achse 224 mit der Achse 224 des Paraboloids 410 zusammenfällt. Weiterhin muss die Kamera 110 in der Lage sein, sämtliche von der Oberfläche 118 reflektierten Strahlen aufzunehmen, d.h. die Kamera muss einen lichten Durchmesser von mindestens d aufweisen. Weiterhin müssen sämtliche auf der Oberfläche 118 liegende Punkte P1, P2 gleicher Weise durch die Kamera 110 (bzw. durch deren Bildgebungsoptik 114) abgebildet werden, was durch eine orthographische Kamera (beispielsweise mit einer telezentrischen Linse oder Blende) realisiert werden kann. Eine derartige Kamera ist beispielsweise in Joshua M. Gluckman and Shree K. Nayar: "Planar catadioptric stereo: geometry and calibration", Proc. of IEEE Conference on Computer Vision and Pattern Recognition, Fort Collins, June 1999, beschrieben.
  • In 5 ist ein erfindungsgemäßes Verfahren zur optischen Umgebungsüberwachung mittels eines erfindungsgemäßen Kamerasystems dargestellt. Die dargestellten Verfahrensschritte müssen nicht notwendiger Weise in der abgebildeten Reihenfolge durchgeführt werden, und es können auch zusätzliche, in 5 nicht dargestellte Verfahrensschritte durchgeführt werden.
  • Zunächst wird in Verfahrensschritt 510 ein erster Raumwinkelbereich 126 mittels eines ersten Spiegelsystems 116 in einen ersten Teilbereich 138 eines zweidimensionalen Bildbereichs 134 abgebildet. In Verfahrensschritt 512 wird diese in dem ersten Teilbereich 138 abgespeicherte Bildinformation des ersten Raumwinkelbereichs 126 mittels eines geeigneten Bildverarbeitungsalgorithmus, beispielsweise mittels des in S. K. Nayar et al.: „Folded Catadioptric Cameras", proceedings of IEEE Conference on Computer Vision and Pattern Recognition, Fort Collins, June 1999, beschriebenen Algorithmus. Diese Entzerrung 512 erleichtert insbesondere in nachfolgenden Schritten die Bilderkennung. In einem paralleln Verfahrensschritt 514 wird ein mit dem ersten Raumwinkelbereich 126 zumindest teilweise überlappender zweiter Raumwinkelbereich 212 in einen zweiten Teilbereich 218 des zweidimensionalen Bildbereichs 134 abgebildet. Mittels eines geeigneten Bilderkennungsverfahrens, welches dem Fachmann bekannt ist und beispielsweise nach der Methode der Kantenerkennung arbeitet, wird in beiden Teilbereichen 138, 218 des zweidimensionalen Bildbereichs 134 in Schritt 516 eine Objekterkennung durchgeführt. Beispielsweise kann es sich bei diesem Objekt um eine Person im Innenraum eines Kraftfahrzeugs oder um einen Fußgänger oder ein weiteres Kraftfahrzeug im Außenbereich eines Kraftfahrzeugs handeln. Es kann sich jedoch auch bei dem Objekt lediglich um Teile eines derartigen Objekts handeln. Beispielsweise können auch bestimmte Objekte vorgegeben werden, nach denen gezielt gesucht werden kann, beispielsweise ein Nummernschild eines vorausfahrenden Kraftfahrzeugs. Anschließend wird in Verfahrensschritt 518, sofern ein Objekt in beiden Teilbereichen 138, 218 identifiziert worden ist, mittels eines Triangulationsverfahrens die Position und/oder der Abstand des Objektes relativ zum Kamerasystem berechnet. Anschließend oder parallel dazu wird in Verfahrensschritt 520 der Raumwinkelbereich 212 des zweiten Spiegelsystems 210 neu eingestellt. Dieses Neueinstellen 518 kann beispielsweise manuell erfolgen, beispielsweise in dem ein Benutzer einen Bereich von besonderem Interesse manuell auswählt, oder es kann auch eine automatische Einstellung erfolgen. Die Neueinstellung erfolgt insbesondere mittels einer Positioniervorrichtung 222. Insbesondere kann diese Neueinstellung 520 auch dahingehend erfolgen, dass der zweite Raumwinkelbereich 212 den maximalen Raumwinkelbereich 126 abrastert (siehe oben). Mittels dieses Rasterverfahrens lässt sich nach und nach beispielsweise der gesamte maximale Raumwinkelbereich 126 des ersten Spiegelsystems 116 abrastern, um so in diesem Raumwinkelbereich 126 Objekte zu erkennen und deren Position zu bestimmen. Das Verfahren kann gekoppelt werden mit verschiedenen anderen Verfahrensschritten, beispielsweise mit entsprechenden Warnfunktionen, wenn sich ein entsprechendes Objekt in gefährlicher Nähe in der Fahrbahn eines Kraftfahrzeugs befindet oder zu erwarten ist, dass sich dieses Objekt in die Fahrbahn bewegt. Auch eine Verfolgung bestimmter Objekte, beispielsweise durch Integration in ein Staufolgesystem, bei welchem der Abstand zu einem vorausfahrenden Kraftfahrzeug konstant gehalten wird, ist denkbar. Wiederum lässt sich das Verfahren beispielsweise in System einsetzen, welche wahlweise (beispielsweise als Zusatzausstattung) in bereits existierende Kamerasysteme in Kraftfahrzeugen eingesetzt werden können.

Claims (13)

  1. Kamerasystem zur Beobachtung eines oder mehrerer Raumbereiche mit a) mindestens einer Kamera (110) mit Mitteln (216) zum Speichern von Bildinformationen in einem zweidimensionalen Bildbereich (134); b) mindestens einem ersten, mindestens eine nichtplanare Spiegelfläche (118) aufweisenden ersten Spiegelsystem (116), – wobei das erste Spiegelsystem (116) derart ausgestaltet und/oder angeordnet ist, dass aus mindestens einem ersten Raumwinkelbereich (126) auf das erste Spiegelsystem (116) auftreffende Lichtstrahlen in einen ersten Teilbereich (138) des zweidimensionalen Bildbereichs (134) der mindestens einen Kamera (110) abgebildet werden; und c) mindestens einem zweiten, mindestens einen planaren Spiegelbereich (210) aufweisenden zweiten Spiegelsystem (210), – wobei das zweite Spiegelsystem (210) derart ausgestaltet und/oder angeordnet ist, dass aus mindestens einem zweiten Raumwinkelbereich (212) auf das zweite Spiegelsystem (210) auftreffende Lichtstrahlen in einen zweiten Teilbereich (218) des zweidimensionalen Bildbereichs (134) abgebildet werden, – wobei das zweite Spiegelsystem (210) weiterhin derart ausgestaltet ist, dass es verhindert, dass zumindest eine Teilmenge einer Menge (132) von von der mindestens einen Kamera (110) ausgehenden Lichtstrahlen durch das erste Spiegelsystem (116) in den ersten Teilbereich (138) abgebildet werden.
  2. Kamerasystem gemäß dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Spiegelsystem (116) eine zumindest in einer Dimension dem Verlauf einer hyperbolischen Funktion folgend gekrümmte Spiegelfläche (118) aufweist.
  3. Kamerasystem gemäß dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Spiegelsystem (116) eine dem Verlauf einer ersten Halbschale (310) eines zweischaligen Hyperboloids folgend gekrümmte Spiegelfläche (118) aufweist, wobei das Hyperboloid einen ersten, der ersten Halbschale (310) zugeordneten Hyperbelbrennpunkt (120) und einen zweiten, einer zweiten Halbschale (312) zugeordneten Hyperbelbrennpunkt (314) aufweist, wobei die mindestens eine Kamera (110) eine optische Achse (224) und einen Hauptpunkt (322) aufweist, und wobei die mindestens eine Kamera (110) derart angeordnet ist, dass die optische Achse (224) der Kamera (110) auf einer Verbindungsgeraden (224) zwischen den beiden Hyperbelbrennpunkten (120, 314) liegt und dass der Hauptpunkt (322) mit dem zweiten Hyperbelbrennpunkt (314) zusammenfällt.
  4. Kamerasystem gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Spiegelsystem (116) eine dem Verlauf eines elliptischen Paraboloids (410) folgend gekrümmte Spiegelfläche (118) aufweist, wobei das elliptische Paraboloid (410) eine Rotationsachse (224) aufweist, wobei die mindestens eine Kamera (110) eine optische Achse (224) aufweist, und wobei die mindestens eine Kamera (110) derart angeordnet ist, dass die optische Achse (224) der Kamera (224) mit der Rotationsachse (224) identisch ist.
  5. Kamerasystem gemäß dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Kamera (110) eine Bildgebungsoptik (114) für eine ortografische Projektion aufweist.
  6. Kamerasystem gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche mit zusätzlich: d) einem Bildverarbeitungssystem (228) mit Mitteln (228) zum vollständigen oder teilweisen Entzerren der in dem zweidimensionalen Bildbereich (134) gespeicherten Bildinformationen.
  7. Kamerasystem gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche mit zusätzlich: e) einem Bildverarbeitungssystem (228) mit Mitteln (228) zur Durchführung eines Triangulationsverfahrens zur Positionsbestimmung eines im ersten Teilbereich (138) und im zweiten Teilbereich (218) des zweidimensionalen Bildbereichs (134) abgebildeten Objektes.
  8. Kamerasystem gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Raumwinkelbereich (212) kleiner ist als der erste Raumwinkelbereich (126).
  9. Kamerasystem gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Positioniervorrichtung (222) zur Einstellung der Ausrichtung und/oder Anordnung des zweiten Spiegelsystems (210) zur Bestimmung des zweiten Raumwinkelbereichs (212).
  10. Verfahren zur optischen Umgebungsüberwachung mittels eines Kamerasystems gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche mit folgenden Schritten: a) ein erster Raumwinkelbereich (126) wird in einen ersten Teilbereich (138) eines zweidimensionalen Bildbereichs (134) abgebildet; b) ein mit dem ersten Raumwinkelbereich (126) zumindest teilweise überlappender zweiter Raumwinkelbereich (212) wird in einen zweiten Teilbereich (218) des zweidimensionalen Bildbereichs (134) abgebildet; c) mittels eines Bilderkennungsverfahrens wird ein in beiden Teilbereichen (138, 218) des zweidimensionalen Bildbereichs (134) abgebildetes Objekt erkannt; und d) mittels eines Triangulationsverfahrens wird eine Position und/oder ein Abstand des Objektes relativ zum Kamerasystem berechnet.
  11. Verfahren gemäß dem vorhergehenden Anspruch mit zusätzlich folgendem Schritt: e) mittels eines Bildbearbeitungsverfahrens wird die Bildinformation in mindestens einem Teilbereich (138, 218) des zweidimensionalen Bildbereichs (134) entzerrt.
  12. Verfahren gemäß einem der beiden vorhergehenden Ansprüche mit zusätzlich folgendem Schritt: f) ein Raumwinkelbereich (212) von besonderem Interesse wird ausgewählt und mittels einer Positioniervorrichtung (222) wird das zweite Spiegelsystem (210) derart eingestellt, dass der zweite Raumwinkelbereich (212) den Raumwinkelbereich (212) von besonderem Interesse ganz oder teilweise beinhaltet.
  13. Verwendung eines Kamerasystems gemäß einem der vorhergehenden, auf ein Kamerasystem gerichteten Ansprüche zur Überwachung eines Innenraums und/oder eines Außenraums eines Kraftsfahrzeugs.
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