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DE102005005538B4 - Leitungstreiberschaltung mit hohem Wirkungsgrad - Google Patents

Leitungstreiberschaltung mit hohem Wirkungsgrad Download PDF

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DE102005005538B4
DE102005005538B4 DE200510005538 DE102005005538A DE102005005538B4 DE 102005005538 B4 DE102005005538 B4 DE 102005005538B4 DE 200510005538 DE200510005538 DE 200510005538 DE 102005005538 A DE102005005538 A DE 102005005538A DE 102005005538 B4 DE102005005538 B4 DE 102005005538B4
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Abstract

Leitungstreiberschaltung (1, 100, 200) zum Treiben von an einer Zweidrahtleitung anliegenden Signalen (+IN, –IN) mit:
a) einer ersten Verstärkereinrichtung (2,225) mit einem ersten (3, 227) und einem zweiten Versorgungsspannungsanschluss (4, 229), wobei der erste Versorgungsspannungsanschluss (3, 227) mit einem ersten Versorgungsspannungspotenzial (GND) und der zweite Versorgungsspannungsanschluss (4, 229) mit einem Potenzialknoten (12) verbunden ist;
b) einer zweiten Verstärkereinrichtung (7, 226) mit einem ersten (8, 228) und einem zweiten Versorgungsspannungsanschluss (9, 230), wobei der erste Versorgungsspannungsanschluss (8, 228) mit dem Potenzialknoten (12) und der zweite Versorgungsspannungsanschluss (9, 230) mit einem zweiten Versorgungsspannungspotenzial (VBAT) verbunden ist; und
c) einer Mittenspannungsüberwachungseinheit (13, 213), welche an das erste (GND) und zweite Versorgungsspannungspotenzial (VBAT) verbunden ist und ein Mittenpotenzial (VM) an den Potenzialknoten (12) liefert.
d) wobei die Verstärkereinrichtungen (2, 7, 225, 226) in einer Fertigungstechnologie ausgebildet sind, die eine Maximalversorgungsspannung als Spannungsfestigkeit gewährleistet, wobei die Maximalversorgungsspannung niedriger ist als der...

Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft eine Leitungstreiberschaltung zum Treiben von an einer Zweidrahtleitung anliegenden Signalen, insbesondere zum Einsatz auf Linecards für Vermittlungsstellen von Fernsprechkommunikationssystemen.
  • Um zu übertragende Signale über herkömmliche Zweidrahtleitungen in Telekommunikationsnetzen zu übertragen, müssen die Signale durch sogenannte Leitungstreiber verstärkt werden. Dies geschieht in der Regel in Vermittlungsstellen der Kommunikationsanbieter, wo auf sogenannten Linecards beispielsweise 64 Leitungstreiberschaltungen zum Treiben von Signalen auf 64 Teilnehmerleitungen angeordnet sind. Die entsprechenden Leitungstreiberschaltungen werden dann von derselben Spannungsversorgung bedient, welche auch zum Speisen der Teilnehmerleitungen selbst verwendet wird. In europäischen Fernsprechnetzen ist dies meist eine zentrale Batteriespannung von VBAT = –48 Volt.
  • Halbleiterbauelemente, welche eine Spannungsfestigkeit von dieser Größenordnung aufweisen, genügen jedoch in der Regel nicht den Frequenzanforderungen, welche durch die Art der zu übertragenden Signale über die Teilnehmerleitungen vorgegeben sind. Insbesondere bei der gleichzeitigen Datenübertragung über Telefonleitungen in hohen Frequenzbereichen beispielsweise in xDSL-Anwendungen, sind Halbleiterbauelemente mit einer geringeren Spannungsfestigkeit um 20 bis 24 Volt geeigneter, da deren Transitfrequenzen höher liegen. Bei heutigen ADSL-Leitungstreibern werden daher Versorgungsspannungen von 20 bis 24 Volt verwendet. Da die Standardversorgungsspannung bzw. Speisespannung der Zweidrahttelefonleitung 48 Volt beträgt, ist dazu ein DC-DC-Wandler notwendig, welcher den Spannungshub von 48 Volt zwischen VBAT und Masse GND auf eine Versorgungsspannung von etwa 24 Volt für die Treiberbausteine wandelt.
  • In der 6 ist eine Schaltungsanordnung für einen Leitungstreiber nach dem Stand der Technik dargestellt. Dazu ist ein DC-DC-Wandler bzw. Gleichstromwandler DCC vorgesehen, der eine Speisespannung GND, VBAT in einen Versorgungsspannungshub von 24 Volt zwischen Masse GND und einem Versorgungsspannungspotenzial VS = 24 Volt wandelt. Es sind ferner zwei Operationsverstärker OP1, OP2 vorgesehen, die jeweils mit einem ersten Versorgungsspannungsanschluss an Masse GND und einem zweiten Versorgungsspannungsanschluss an das versorgungsspannungspotenzial VS = 24 Volt angeschlossen sind. Jedem der Operationsverstärker OP1, OP2 ist ein zu treibendes Signal +IN, –IN über einen Kondensator C3, C4 eingekoppelt. Die Operationsverstärker OP1, OP2 liefern an ihren Ausgängen jeweils ein verstärktes bzw. getriebenes Signal an eine Hybridschaltung HY. Die Hybridschaltung dient im Wesentlichen der Echounterdrückung und ist über ein erstes Anschlusspaar an einen ADSL-Transceiver koppelbar. Die Kopplung der Hybridschaltung HY an das eigentliche Telefonleitungspaar a, b erfolgt über einen Transformator TR, welcher aus Spulen L und Kondensatoren C1, C2 aufgebaut ist.
  • Bei der Schaltungsanordnung nach dem Stand der Technik geschieht die Spannungsversorgung der beiden Operationsverstärker OP1, OP2 durch den DC-DC-Wandler DCC, welcher typischerweise einen Wirkungsgrad von 80–85% aufweist. Beim Treiben von Signalen ist demnach eine hohe Verlustleistung in Kauf zu nehmen. Nur durch die Wandlung auf die gegenüber dem Versorgungsspannungshub der Speisespannung VBAT niedrigere Versorgungsspannung VS für die Operationsverstärker können diese in einer Fertigungstechnologie hergestellt werden, die eine Spannungsfestigkeit von nur rund 30 Volt gewährleistet. Dadurch erreichen die Verstärker eine ausreichend hohe Transitfrequenz und Linearität.
  • Nachteilig ist bei der Schaltungsanordnung nach dem Stand der Technik vor allem die hohe Verlustleistung durch den DC-DC-Wandler und sein hoher Schaltungsaufwand. Dem DC-DC-Wandler DCC werden sowohl während einer positiven Signalhalbwelle des zu treibenden Signals +IN, –IN als auch während einer negativen Signalhalbwelle ein Strom entnommen. Insgesamt wird durch die große Leistungsaufnahme eine Integration solcher Treiberschaltungen auf Linecards erschwert.
  • Es ist aus der US 2004/0174993 A1 eine Leitungstreiberschaltung bekannt, bei der zwei Operationsverstärker mit ihren Versorgungsanschlüssen über eine gesteuerte Schalteinheit seriell zwischen einer Versorgungsspannung der Leitungstreiberschaltung schaltbar sind. Es ist dabei vorgesehen, bei positiven Halbwellen von zu übertragenden Signalen die Operationsverstärker jeweils dem vollständigen Versorgungsspannungshub auszusetzen, bei negativen Halbwellen jedoch an einen Potenzialknoten zwischen den seriell verschalteten Vesorgungsanschlüssen der Operationsverstärker ein Mittenpotenzial einzuspeisen. Auch bei der US 2004/0174993 A1 sind somit Operationsverstärker mit hoher Spannungsfestigkeit erforderlich.
  • Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Leitungstreiberschaltung für an einer Zweidrahtleitung anliegende Signale zu schaffen, die aufwandsgünstig wenige Bauelemente aufweist, welche möglichst eine geringe Spannungsfestigkeit aufweisen, und die einen hohen Wirkungsgrad erreicht.
  • Diese Aufgabe wird durch eine Leitungstreiberschaltung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.
  • Demgemäß weist die erfindungsgemäße Leitungstreiberschaltung zum Treiben von an einer Zweidrahtleitung anliegenden Signalen eine erste Verstärkungseinrichtung mit einem ersten und einem zweiten Versorgungsspannungsanschluss auf, wobei der erste Versorgungsspannungsanschluss mit einem ersten Versorgungsspannungspotenzial und der zweite Versorgungsspannungsabschluss mit einem Potenzialknoten verbunden ist. Es ist eine zweite Verstärkereinrichtung vorgesehen mit einem ersten und zweiten Versorgungsspannungsanschluss, wobei der erste Versorgungsspannungsanschluss mit dem Potenzial und der zweite Versorgungsspannungsanschluss mit einem zweiten Versorgungsspannungspotenzial verbunden ist. Die Leitungstreiberschaltung hat ferner eine Mittenspannungsüberwachungseinheit, welche an das erste und zweite Versorgungsspannungspotenzial verbunden ist und ein Mittenpotenzial an den Potenzialknoten liefert. Dabei sind die Verstärkereinrichtungen in der erfindungsgemäßen Leitungstreiberschaltung in einer Fertigungstechnologie ausgebildet, die eine Maximalversorgungsspannung als Spannungsfestigkeit gewährleistet, wobei die Maximalversorgungsspannung niedriger ist als der Spannungshub zwischen dem ersten und dem zweiten Versorgungsspannungspotenzial.
  • Eine wesentliche der Erfindung zugrunde liegende Idee besteht darin, die beiden Verstärkereinrichtungen nicht parallel mit einer Versorgungsspannung zu versorgen sondern diese in Serie zwischen dem ersten und zweiten Versorgungsspannungspotenzial zu schalten, welches beispielsweise die immer vorgehaltene Batteriespannung zum Speisen von Zweidrahttelefonleitungen ist. Die Mittenspannungsüberwachungseinheit regelt so das zwischen den erfindungsgemäß als Stromteiler geschalteten Verstärkereinrichtungen derart, dass dort immer das Mittenpotenzial zwischen dem ersten und zweiten versorgungspotenzial herrscht. Der erfindungsgemäße Leitungstreiber hat den Vorteil, dass keine Gleichstromwandlung mehr erforderlich ist, da der Einzelversorgungsspannungshub für jede Verstärkereinrichtung bereits niedrig genug ausfällt, um Verstärkereinrichtungen mit geringer Spannungsfestigkeit zu verwenden und dementsprechende Niedrigvoltfertigungstechnologien einzusetzen.
  • Bevorzugt weisen die Verstärkereinrichtungen ein Signaleingang und einen Ausgang auf, wobei an die Signaleingänge jeweils über einen Einkoppelkondensator ein erstes und ein zweites zu treibendes Signal eingekoppelt ist. Dann ist an den Ausgängen jeweils ein getriebenes Signal abgreifbar.
  • In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Mittenspannungsüberwachungseinheit einen ersten und einen zweiten Transistor mit jeweils einer steuerbaren Strecke und einem Steueranschluss auf, wobei die steuerbaren Strecken in Serie zwischen das erste und das zweite Versorgungsspannungspotenzial geschaltet sind und der Potenzialknoten zwischen den beiden steuerbaren Strecken verbunden ist. Die bevorzugte Mittenspannungsüberwachungseinheit weist einen ersten Widerstand, auf der mit dem ersten Versorgungsspannungspotenzial und dem Steueranschluss des ersten Transistor verbunden ist, einen zweiten Widerstand der mit dem Steueranschluss des zweiten Transistors und mit dem zweiten Versorgungsspannungspotenzial verbunden ist und einen dritten Widerstand, der zwischen dem Potenzialknoten und den Steueranschlüssen der Transistoren verbunden ist, auf.
  • Diese aufwandsgünstige Ausführungsform der Mittenspannungsüberwachungseinrichtung regelt zuverlässig das Mittenpotenzi al an dem Potenzialknoten zwischen dem beiden Verstärkereinrichtungen. Falls eine geringe Unsymmetrie der Ströme durch die erste und zweite Verstärkungseinrichtung vorliegt, fließt ein Strom über den dritten Widerstand ab. Ansonsten sind entsprechend ausgleichende Ströme von den beiden steuerbaren Strecken der Transistoren geliefert. Vorzugsweise sind die Transistoren komplementäre Bipolartransistoren.
  • In einer weiter bevorzugten Ausführungsform weist die erfindungsgemäße Leitungstreiberschaltung einen ersten Blockkondensator zwischen dem ersten Versorgungsspannungspotenzial und dem Potenzialknoten auf und einen zweiten Blockkondensator zwischen dem Potenzialknoten und dem zweiten Versorgungsspannungspotenzial auf. Bei hochfrequenten Unsymmetrieströmen wirken die beiden Blockkondensatoren als Pufferkondensatoren und liefern entsprechende hochfrequente Ströme zur Kompensation.
  • In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Treiberschaltung ist ein erster Spannungsteilerwiderstand zwischen dem ersten Versorgungsspannungspotenzial und dem Signaleingang der ersten Verstärkereinrichtung verbunden, ein zweiter Spannungsteilerwiderstand zwischen dem Signaleingang der ersten Verstärkereinrichtung und dem Potenzialknoten, ein dritter Spannungsteilerwiderstand zwischen dem Potenzialknoten und dem Signaleingang der zweiten Verstärkereinrichtung verbunden, und es ist ein vierter Spannungsteilerwiderstand zwischen dem Eingang der zweiten Verstärkereinrichtung und dem zweiten Versorgungsspannungspotenzial verbunden. Vorteilhafter Weise liefern diese Spannungsteilerwiderstände das entsprechende Mittenpotenzial an dem Potenzialknoten zwischen dem beiden Verstärkereinrichtungen.
  • In einer bevorzugten Weiterbildung sind die Verstärkereinrichtungen als Operationsverstärker mit jeweils einem invertierenden und einem nichtinvertierenden Eingang ausgeführt, wobei die nichtinvertierenden Eingänge jeweils als Signaleingänge verwendet sind.
  • Zwischen den invertierenden Eingängen der Operationsverstärker ist dann vorzugsweise ein Entkopplungskondensator geschaltet. Dabei dient insbesondere der Entkopplungskondensator zur Trennung des jeweiligen Potenzial-Offsets, welcher durch das Mittenpotenzial an dem zweiten Versorgungsspannungsanschluss des ersten Operationsverstärkers bzw. dem ersten Versorgungsspannungsanschluss des zweiten Operationsverstärkers hervorgerufen ist.
  • Vorzugsweise ist ferner ein erster Rückkopplungswiderstand zwischen dem Ausgang und dem invertierenden Eingang des ersten Operationsverstärker vorgesehen, und es ist ein zweiter Rückkopplungswiderstand zwischen dem Ausgang und dem invertierenden Eingang des zweiten Operationsverstärkers verbunden. Durch die Dimensionierung dieser Rückkopplungswiderstände lässt sich die Verstärkung und der Synthesefaktor des Leitungstreibers einstellen und eine Ausgangsimpedanzanpassung an die Impedanz der angeschlossenen Zweidrahtleitung erzielen.
  • In einer beispielhaften Ausführungsform sind die Verstärkereinrichtungen und/oder Transistoren beispielsweise in einer 30-Volt-Technologie gefertigt, und der Versorgungsspannungshub beträgt etwa 48 Volt.
  • Durch die erfindungsgemäße Verschaltung und Gewährleistung des Mittenpotenzials, also einem Potenzial von –24 Volt in dieser bevorzugten Weiterbildung, liegt an den einzelnen Operationsverstärkern bzw. Verstärkereinrichtungen lediglich ein Versorgungsspannungshub von 24 Volt an. Damit kann erfindungsgemäß auf den Einsatz eines DC-DC-Wandlers verzichtet werden. Der Schaltungsaufwand ist gegenüber herkömmlichen Leitungstreibern erheblich vermindert, und es wird keinerlei Verlustleistung durch eine Gleichstromwandlung erzeugt.
  • In noch einer bevorzugten Weiterbildung der erfindungsgemäßen Leitungstreiberschaltung ist die erste Verstärkereinrichtung auf einem ersten Halbleiterchip ausgeführt, und die zweite Verstärkereinrichtung ist getrennt auf einem zweiten Halbleiterchip ausgeführt. Diese erfindungsgemäße Maßnahme führt dazu, dass bei integriert ausgeführten Verstärkereinrichtungen das an einem jeweiligen Halbleitersubstrat angelegte Potenzial unabhängig eingestellt, beispielsweise als das Mittenpotenzial, werden kann.
  • Ferner schafft die vorliegende Erfindung eine Linecard mit einer Mehrzahl von erfindungsgemäßen Leitungstreiberschaltungen, wobei an eine jeweilige Leitungstreiberschaltung jeweils ein zu treibendes Zweidrahtleitungssignal zugeführt ist und ein getriebenes Zweidrahtleitungssignal abgreifbar ist.
  • Bevorzugt ist dann eine zentrale Mittenspannungsüberwachungseinheit zum Regeln des gemeinsamen Mittenpotenzial für die Leitungstreiberschaltung vorgesehen. Da die einzelnen Zweidrahtleitungspaare jeweils ähnliche Signale führen sollen, und die Spannungsversorgung für die einzelnen Leitungstreiberschaltungen identisch ist, bietet sich der besonders effiziente Einsatz nur einer Mittenspannungsregelung bzw. einer zentralen Mittenspannungseinheit an.
  • In noch einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Linecard sind die ersten Verstärkereinrichtungen der Leitungstreiberschaltung auf einem ersten Halbleiterchip ausgeführt und die zweiten Verstärkereinrichtungen der Leitungstreiberschaltung sind getrennt auf einem zweiten Halb leiterchip ausgeführt. Durch die galvanische Trennung der beiden jeweils in einer einzelnen Leitungstreiberschaltung vorgesehenen Operationsverstärker oder Verstärkereinrichtungen ist besonders leicht das Mittenspannungspotenzial für die Gesamtheit der Operationsverstärker zu erzeugen und anzulegen.
  • Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche sowie der Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die beigelegten Figuren. Es zeigt dabei:
  • 1: eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Leitungstreiberschaltung;
  • 2: eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Leitungstreiberschaltung;
  • 3: eine Weiterbildung der erfindungsgemäßen Leitungstreiberschaltung;
  • 4: eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Linecard;
  • 5: eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Linecard; und
  • 6: eine Leitungstreiberschaltung nach dem Stand der Technik.
  • In den Figuren sind, sofern nicht Anderes angegeben ist, gleiche oder funktionsgleiche Bauelemente mit denselben Bezugszeichen versehen worden.
  • In der 1 ist eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Leitungstreiberschaltung 1 gezeigt.
  • Die Leitungstreiberschaltung 1 weist eine erste Verstärkungseinrichtung 2 mit einem ersten 3 und zweiten Versorgungsspannungsanschluss 4, einem Signaleingang 5 und einem Ausgang 6 auf. Ferner ist eine zweite Verstärkereinrichtung 7 mit einem ersten Versorgungsspannungsanschluss 8 und einem zweiten Versorgungsspannungsanschluss 9, einem Signaleingang 10 und einem Ausgang 11 vorgesehen.
  • Der erste Versorgungsspannungsanschluss 3 der ersten Verstärkereinrichtung 2 ist an ein erstes Versorgungsspannungspotenzial GND, welches hier als Masse auf 0 Volt gewählt ist, verbunden. Der zweite Versorgungsspannungsanschluss 9 der zweiten Verstärkereinrichtung 7 ist an ein zweites Versorgungsspannungspotenzial VBAT, welches einer üblichen Speisespannung von –48 Volt bei Telefonleitungen entspricht, verbunden. Zwischen dem zweiten Versorgungsspannungsanschluss 4 der ersten Verstärkereinrichtung 2 und dem ersten Versorgungsspannungsanschluss 8 der zweiten Verstärkereinrichtung 7 ist ein Potenzialknoten 12 vorgesehen, an dem die beiden Versorgungsspannungsanschlüsse verbunden sind.
  • Es ist eine Mittenspannungsüberwachungseinheit 13 vorgesehen, die an das erste Versorgungsspannungspotenzial GND und an das zweite Versorgungspotenzial VBAT verbunden ist, und die ein Mittenpotenzial VM = –24 Volt an den Potenzialknoten 12 liefert.
  • Über einen ersten Einkoppelkondensator 14 ist ein erstes zu treibendes Signal +IN an den Signaleingang 5 der ersten Verstärkereinrichtung 2 eingekoppelt. Die erste Verstärkereinrichtung 2 liefert an ihrem Ausgang 6 ein entsprechendes getriebenes Signal +IND.
  • Über einen zweiten Einkoppelkondensator 15 ist ein zweites zu treibendes Signal –IN dem Eingang 10 der zweiten Verstärkereinrichtung 7 zugeführt. An ihrem Ausgang 11 liefert die zweite Verstärkereinrichtung 7 ein zweites getriebenes Signal –IND. Die beiden getriebenen bzw. das an der entsprechenden Zweidrahtleitung 16, 17 anliegende Signal +IND, –IND ist einer Hybrideinrichtung 18 zugeführt, welche ein erstes Anschlusspaar 19 beispielsweise zum Ankoppeln eines ADSL-Transceivers und ein zweites Anschlusspaar 20, 21 aufweist zum Ankoppeln einer Zweidrahttelefonleitung a, b über einen Transformator 22. Der Transformator 22 weist jeweils Spulenwicklungen 23, 24, 25, 26 und Kondensatoren 27, 28 auf.
  • Bei der hier dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Leitungstreiberschaltung 1 liegt das erste Versorgungsspannungspotenzial beispielsweise bei Masse GND = 0 Volt und das zweite Versorgungsspannungspotenzial bei VBAT = –48 Volt, was der üblichen Speisespannung entspricht, mit der Telefonzweidrahtleitungen gespeist werden. Das Mittenpotenzial liegt demnach bei VM = –24 Volt. Da die zu treibenden Signale +IN, –IN durch die Einkoppelkondensatoren 14, 15 kapazitiv an die Leitungstreiberschaltung 1 geführt sind, ist für deren Verstärkung keine Anpassung an den gegenüber herkömmlichen Treiberschaltungen vorhandenen Potenzial-Offset notwendig.
  • Bei Leitungstreiberschaltungen nach dem Stand der Technik, wie beispielsweise in der 6 gezeigt, liegt die Mittenspannung der einem entsprechenden Hybridbaustein zugeführten Signale bei +12 Volt, während die erfindungsgemäße Leitungstreiberschaltung ein Mittenpotenzial von –24 Volt als Potenzial-Offset dem getriebenen Zweidrahtsignal +IND, –IND aufprägt. Bei einem Signalhub von 1–2 Volt der zu treibenden Signale ergibt sich typischerweise ein Signalhub um 20 bis 25 Volt für das getriebene Zweidrahtsignal +IND, –IND.
  • Bei der erfindungsgemäßen Leitungstreiberschaltung 1 liegen die Signalpegel der getriebenen Signale +IND, –IND im Ruhezustand, also falls keine zu treibenden Signale anliegen, bei –12 Volt an dem Ausgang 6 der ersten Verstärkereinrichtung 2 bis minimal –36 Volt an dem Ausgang 11 der zweiten Verstärkerschaltung 7.
  • Insgesamt wird bei einem angenommen Signalhub von 24 Volt für des einzelne getrieben Signal annähernd der gesamt Spannungsbereich von 0V bis –48V von den getriebenen Signalen +IND und –IND überdeckt. Dabei überdecken die entsprechenden Potenzialwerte des ersten getriebenen Signals +IND an dem Ausgang 6 der ersten Verstärkereinrichtung 2 von praktisch 0V bis –24V, und die Potenzialwerte des ersten getriebenen Signals –IND an dem Ausgang 11 der zweiten Verstärkerschaltung 7 einen Bereich von –24 bis annähernd –48V.
  • jes (zwischen dem Potenzial des ersten getriebenen Signals +IND und dem Potenzial des zweiten getriebenen Signals –IND) einen Bereich von maximal
  • Bei einer positiven Eingangsignalhalbwelle, also einer positiven Spannung zwischen dem Potenzial des ersten zu treibenden Signals +IN und dem des zweiten zu treibenden Signals –IN, fließt ein Strom zwischen dem Massepotenzial GND über die erste Verstärkereinrichtung 2 in die erste Ader 16, in die Hybridschaltung 18, von deren Ausgang 20 über die Spule 23, den Kondensator 27 und die zweite Spule 24 zum zweiten Anschluss 21 der Hybridschaltung 18 und schließlich über die zweite Ader 17 in den Ausgang 11 der zweiten Verstärkereinrichtung 7, über deren zweiten Versorgungsspannungsanschluss 9 zu dem negativen zweiten Versorgungsspannungspotenzial VBAT = –48 Volt.
  • Bei einer negativen Halbwelle des zu treibenden Signals aus den Potenzialen +IN, –IN fließt lediglich ein Strom über den Potenzialknoten 12 bzw. über die erste Ader 16 in den Ausgang 6 der Verstärkereinrichtung 2, von dem zweiten Versorgungsspannungsanschluss 4 der ersten Verstärkereinrichtung 2 über den Potenzialknoten 12 in den ersten Versorgungsspannungsanschluss 8 der zweiten Verstärkereinrichtung 7 und den Ausgang 1 der zweiten Verstärkereinrichtung 7 in die Hybrideinrichtung 18 durch eine Wicklungsseite 23, 24, 27 des Transforma tor 22 und schließlich über die erste Ader 16 zurück in den Ausgang 6 der ersten Verstärkereinrichtung 2.
  • Obwohl also ein Signalstrom bei einer gegenüber herkömmlichen Leitungstreiberschaltungen verdoppelter Versorgungsspannung, nämlich GND – VBAT = 48 Volt, fließt, wird insgesamt keine zusätzliche Leistung aufgenommen, da nur bei positiven Halbwellen der zu treibenden Signale Strom gezogen wird, bei negativen Halbwellen jedoch nicht. Beim Stand der Technik fließt ständig ein Strom zur Leistungsaufnahme zwischen den Versorgungsspannungspotenzialen, die dort, beispielsweise in 6, GND = 0 Volt und VS = 24 Volt betragen. Zudem ist dort für die Konvertierung der –48 Volt Speisespannung in eine 24 Volt Versorgungsspannung der verlustreiche Gleichstromwandler erforderlich.
  • In der 2 ist eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Leitungstreiberschaltung 100 dargestellt. Diese zweite Ausführungsform eignet sich besonders zum Einsatz in sogenannten All-Digital-Loops (ADLs) also Telekommunikationsnetzen in denen eine analoge Sprachübertragung nicht mehr erforderlich ist, sondern jeglicher Datenverkehr vollständig digital erfolgt.
  • Gegenüber der ersten Ausführungsform von 1 kann hier ein Transformator entfallen. hier werden die getriebenen Signale +IND, –IND über jeweils einen Einkoppelwiderstand 29, 30 direkt in die zwei Telnehmerleitungsadern a, b gegeben, welche die Zweidrahttelefonleitung bilden. An die Zweidrahttelefonleitung ist in der Regel eine Teilnehmerendeinrichtung bzw. ein Modem angeschlossen, das hier als ein Abschlusswiderstand 3031 von etwa 10 kΩ dargestellt ist.
  • Bei einem derartigen vollständig digital ausgeführten System bietet die zweite Ausführungsform 100 der erfindungsgemäßen Leitungstreiberschaltung einen zusätzlichen Vorteil durch den Potenzial-Offset von etwa –24 Volt der getriebenen Signale +IND, –IND. Denn dieser konstante Potenzial-Offset kann vorteilhaft zur Bereitstellung eines Sealingstromes über das Leitungspaar verwendet werden. Ein Sealingstrom wird zum Korrosionsschutz der Zweidrahtleiterschleife verwendet und stellt einen konstanten Gleichstrom durch die Schleife dar. Bei einer Gleichstromleitungsimpedanz der Leiterschleife a, b von 0 bis 2 kΩ und einem entsprechenden Abschlusswiderstand 31 von 10 kΩ in dem teilnehmerseitigen Modem ergibt sich ein Sealingstrom von 2 bis 2,4 mA (24 Volt/(10 kΩ bis 12 kΩ)).
  • Die hier explizit dargestellten Einkoppelwiderstände 29, 30 entsprechen im Wesentlichen einem Eingangswiderstand der Hybridschaltung 18, welche hier Signalabgriffe jeweils vor und nach den Einkoppelwiderständen im Signalpfad hat.
  • Ein weiterer Vorteil der zweiten Ausführungsform 100 der erfindungsgemäßen Leitungstreiberschaltung besteht auch darin, dass eine galvanische Verbindung zwischen der Zweidrahtleitung a, b, und dem Leitungstreiber 100 besteht, wodurch die Leitungstreiberschaltung auch bei messtechnischen Überprüfungen der Leitung vollständig berücksichtigt und genutzt wird. Eine an den Eingängen angeschlossene DSL-Einrichtung koppelt dann Testsignale als zu treibende Signale +IN, –IN ein und wertet entsprechende Echosignale aus. Durch die erfindungsgemäße Form der Leitungstreiberschaltung 100 sind die einzelnen Leitungen der Zweidrahtleitung a, b auch einzeln mit Testsignalen zu belegen. Dadurch wird es ermöglicht sowohl symmetrische Leitungsfehler, wie beispielsweise eine kurzgeschlossene Zweidrahtleitung, als auch unsymmetrische Fehler, wie zum Beispiel eine einzelne auf Masse liegende Leitung, zu detektieren.
  • Ferner führt die Ausführung der Verstärkereinrichtungen 2, 7 in einer 30-Volt-Fertigungstechnologie, d. h. die entsprechenden Halbleiterbauelemente brechen bei über 30 Volt durch, zu besonders linearen Verstärkungseigenschaften und einer ho hen Transitfrequenz. Daher eignet sich die Leistungstreiberschaltung insbesondere für den Einsatz in xDSL-Systemen.
  • In der 3 ist eine weitere bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Leitungstreiberschaltung 200 gezeigt.
  • Die Leitungstreiberschaltung 200 hat einen ersten Eingang 201 und einen zweiten Eingang 202 für ein jeweiliges zu treibendes Signal +IN, –IN und einen ersten Ausgang 203 und einen zweiten Ausgang 204 für ein jeweiliges getriebenes Signal OUT+, OUT–.
  • Die Mittenspannungsüberwachungseinheit 213 weist hier einen ersten Transistor 214 mit einer steuerbaren Strecke und einem Steueranschluss 215 und einen zweiten Transistor 218 ebenfalls mit einer steuerbaren Strecke und einem Steueranschluss 219 auf. Die Transistoren 214, 218 sind hier als komplementäre Bipolartransistoren ausgeführt, wobei der erste npn-Transistor 214 einen Basisanschluss 215, einen Kollektoranschluss 216 und einem Emitteranschluss 217 aufweist. Der zweite pnp-Transistor 218 weist ebenfalls einen Basisanschluss 219 als Steueranschluss und einen Emitteranschluss 220 sowie einen Kollektoranschluss 221 auf.
  • Der Kollektoranschluss 216 des ersten Transistor 214 ist an das erste Versorgungsspannungspotenzial GND, welches hier als Masse ausgeführt ist, verbunden. Die beiden Emitteranschlüsse 217, 220 der Transistoren 214 und 219 sind miteinander an einen Potenzialknoten 12 verbunden. Der Kollektoranschluss 212 des zweiten Transistors 218 ist an das zweite Versorgungsspannungspotenzial VBAT, welches hier eine negative Versorgungsspannung von VBAT = –48 Volt aufweist, verbunden. Der Basisanschluss 215 des ersten Transistors 214 ist über einen ersten Widerstand 222 ebenfalls an Masse verbunden. Der Basisanschluss 219 des zweiten Transistor 218 ist über einen zweiten Widerstand 223 an das zweite Versorgungsspannungspotenzial VBAT verbunden. Ferner ist ein dritter Widerstand 224 mit den beiden Basisanschlüssen 215, 219 und dem Potenzialknoten 12 verbunden.
  • Die Verstärkereinrichtungen in dieser Ausführungsform der erfindungsgemäßen Leitungstreiberschaltung 200 sind als Operationsverstärker 225, 226 ausgeführt und weisen jeweils einen ersten Versorgungsspannungsanschluss 227, 228, einen zweiten Versorgungsspannungsanschluss 229, 230, einen invertierenden Eingang 231, 232, einen nichtinvertierenden Eingang 233, 234 und einen Ausgang 235, 236 auf.
  • Der Ausgang 235 des ersten Operationsverstärker 225 ist über einen Auskoppelwiderstand 236 an den ersten Ausgang 203 verbunden. Der Ausgang 236 des zweiten Operationsverstärkers 226 ist über einen zweiten Auskoppelwiderstand 238 an den zweiten Ausgang 204 verbunden. Ferner ist ein erster Rückkopplungswiderstand 239 zwischen dem Ausgang 235 und dem invertierenden Eingang 231 des ersten Operationsverstärkers 225 verbunden, und es ist ein zweiter Rückkopplungswiderstand 240 zwischen dem Ausgang 236 und dem invertierenden Eingang 232 des zweiten Operationsverstärkers 226 verbunden.
  • Zwischen die invertierenden Eingänge 231, 232 der Operationsverstärker 225 ist in Serie ein Entkopplungskondensator 241 und ein Entkopplungswiderstand 242 geschaltet. Der erste Versorgungsspannungsanschluss 227 des ersten Operationsverstärkers 225 ist an Masse angeschlossen, und der zweite Versorgungsspannungsanschluss 230 des zweiten Operationsverstärkers 226 ist an die Batteriespannung VBAT = –48 Volt angeschlossen. Der zweite Versorgungsspannungsanschluss 229 des ersten Operationsverstärker 225 und der erste Versorgungsspannungsanschluss 228 des zweiten Operationsverstärkers 226 sind miteinander verbunden und an den Potenzialknoten 12 angeschlossen.
  • An dem Potenzialknoten 12 liegt somit das Mittenpotenzial VM = –24 Volt an. Zwischen Masse GND und dem Potenzialknoten 12 ist ein erster Blockkondensator 243 vorgesehen, und zwischen dem Potenzialknoten 12 und dem zweiten Versorgungsspannungspotenzial VBAT ist ein zweiter Blockkondensator 244 vorgesehen.
  • Ferner ist zwischen Masse GND und dem zweiten Versorgungsspannungspotenzial VBAT ein Spannungsteiler aus vier Spannungsteilerwiderständen 245248 geschaltet, wobei der erste Spannungsteilerwiderstand 245 zwischen Masse und dem nichtinvertierenden Eingang 233 des ersten Operationsverstärker 225 verbunden ist, der zweite Spannungsteilerwiderstand zwischen dem nichtinvertierenden Eingang 233 des ersten Operationsverstärkers 225 und dem Potenzialknoten 12 verbunden ist, der dritte Spannungsteilerwiderstand 247 zwischen dem Potenzialknoten 12 und dem nichtinvertierenden Eingang 234 des zweiten Operationsverstärker 226 verbunden ist, und wobei der vierte Spannungsteilerwiderstand 248 zwischen dem nichtinvertierenden Eingang 234 des zweiten Operationsverstärkers 226 und der Batteriespannung VBAT = –48 Volt verbunden ist.
  • Ferner ist zwischen dem ersten Eingang 101 und dem als Signaleingang wirkenden nichtinvertierenden Eingang 233 des ersten Operationsverstärker ein erster Einkoppelkondensator 14 geschaltet. Zwischen dem zweiten Eingang 202 und dem als Signaleingang wirkenden nichtinvertierenden Eingang 234 des zweiten Operationsverstärkers 226 ist ein zweiter Einkoppelkondensator 15 geschaltet.
  • Falls die Leistungsaufnahme der Operationsverstärker 225, 226 unterschiedlich ausfällt, kann einerseits über den Widerstand 224 ein ausgleichender Strom fließen, sodass an dem Potenzialknoten 12 immer das Mittenpotenzial von VM = –24 Volt anlegt. Dies wird durch den Spannungsteiler aus den Widerständen 222, 223 gewährleistet, wobei zwischen diesen Widerständen 222, 223 ständig ein Mittenpotenzial GND + VBAT/2 anliegt. Dieses Mittenpotenzial steuert auch die Emitter-Kollektorstrecken der beiden Transistoren 214, 218, da an den Basisanschlüssen 215, 219 jeweils das Mittenpotenzial anliegt. Falls größere Unsymmetrieströme bzw. größere unterschiedliche Ströme durch die beiden Operationsverstärker 225, 226 fließen, liefern die Transistoren 215, 218 je nach Polarität dieses Unsymmetriestromes einen ausgleichenden Strom, der das Mittenpotenzial von –24 Volt an dem Potenzialknoten 12 gewährleistet. Für den Fall, dass Unsymmetrieströme hochfrequent vorliegen, liefern die Blockkondensatoren 243, 244 jeweils die notwendige Ladung zum Ausgleich der Unsymmetrien, sodass auch bei hochfrequenten Störungen das Mittenpotenzial VM gewährleistet ist.
  • Die Spannungsteilerwiderstände 245248 sind so dimensioniert, dass an den Signaleingängen 233, 234 der Operationsverstärker 225, 226 jeweils ein geeignetes Common-Mode-Potenzial bzw. Spannung anliegt. Der jeweilige Common-Mode-Signalpegel liegt mittig zwischen den Signalpegeln der eingekoppelten, zu treibenden Signale +IN, –IN.
  • Der Entkopplungskondensator 241 dient der Entkopplung des durch das Mittenpotenzial von –24 Volt erzeugten Potenzial-Offsets und bestimmt mit dem Widerstand 242 die Verstärkungseigenschaften sowie die Ausgangimpedanz des Leitungstreibers 200.
  • Zur Synthetisierung einer Ausgangsimpedanz bzw. Abschlussimpedanz des Leitungstreiber 200 sind zudem zwei Synthetisierwiderstände 249, 250 vorgesehen, wobei der erste Synthetisierwiderstand 249 zwischen dem invertierenden Eingang 231 des ersten Operationsverstärkers und dem zweiten Ausgangsanschluss 204 verbunden ist und der zweite Synthetisierwiderstand 250 zwischen dem invertierenden Eingang 232 des zweiten Operationsverstärkers 226 und dem ersten Ausgangsanschluss 203 verbunden ist.
  • Wie bereits zu der vorhergehenden Ausführungsform angemerkt, fließt lediglich während einer positiven Signalhalbwelle ein Strom zwischen Masse und dem Batteriepotenzial VBAT. Während bei einer negativen Signalhalbwelle ein Stromfluss lediglich über den Mittenpotenzialknoten 12 fließt und aus der Batteriespannungsquelle kein Strom entnommen wird.
  • Um die Potenzial-Offsets zwischen den Operationsverstärkern 225, 226 zu erreichen, sind diese vorteilhafter Weise auf unterschiedlichen Halbleitersubstraten angeordnet. Üblicherweise sind die Substratpotenziale auf einem Halbleiterchip für alle Bauelemente gleich, sodass eine getrennte Ausführung auf unterschiedlichen Chips oder Halbleitersubstanzen besonders günstig ist.
  • Die 4 zeigt eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Linecard 300.
  • Die Linecard 300 weist eine Mehrzahl von erfindungsgemäßen Leitungstreiberschaltungen 4001, 4002, 400N, auf denen jeweils zu treibende Signale IN1, IN2, INN über Zweidrahtleitungen 4011, 4012, 401N zugeführt sind, und die getriebene Signale OUT1, OUT2, OUTN an Anschlusspaare 4021, 4022, 402N der Linecard 300 liefern. Jede der Leitungstreiberschaltungen 4001, 4002, 400N ist das erste Versorgungsspannungspotenzial GND und das zweite Versorgungsspannungspotenzial VBAT zugeführt. Die Leitungstreiberschaltungen weisen jeweils, wie in den vorhergehenden 13 dargestellt ist, als Spannungsteiler wirkende Verstärkereinrichtungen auf, zwischen denen ein Potenzialknoten 412 liegt, an dem das Mittenpotenzial VM anliegen soll.
  • In der erfindungsgemäßen Linecard 300 ist das jeweilige Mittenpotenzial VM, welches für alle auf der Linecard vorgesehenen Leitungstreiberschaltungen 4001, 4002, 400N identisch ist, von einer zentralen Mittenspannungsüberwachungseinheit 413 geliefert. Der Mittelspannungsüberwachungseinheit 413 ist das gemeinsame Massepotenzial GND und das Versorgungsspannungspotenzial der Batterie VBAT zugeführt.
  • Diese erfindungsgemäße Linecard zeichnet sich einerseits durch die geringe Leistungsaufnahme aus und insbesondere ihre aufwandsgünstige Herstellung. Die vollständige Linecard kann erfindungsgemäß in einer Fertigungstechnologie ausgeführt werden, welche lediglich für die Hälfte der durch die Versorgungsspannungsbatterie bereitgestellten Versorgungsspannung ausgelegt ist. Dies hat den Vorteil, dass je niedriger die Spannungsfestigkeit der eingesetzten Halbleiterbauelemente sein muss, desto größer die Transitfrequenz der Bauelemente und desto effizienter das Herstellungsverfahren ausfällt.
  • In der 5 ist eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Linecard 500 dargestellt.
  • Die Linecard 500 weist Eingangsanschlusspaare 501, 502, 503 für zu treibende Signale IN1, IN2, IN3 und Ausgangsanschlusspaare 504, 505, 506 für getriebene Signale OUT1, OUT2, OUT3 auf. Es ist eine zentrale Mittenspannungsüberwachungseinheit 513 vorgesehen, die an einen zentralen Potenzialknoten 512 ein stabiles Mittenpotenzial liefert. Die Mittenspannungsüberwachungseinheit ist an Masse GND und das zweite Versorgungspotenzial VBAT angeschlossen.
  • Hier sind die ersten Verstärkereinrichtungen 507, 508, 509 der jeweiligen Leitungstreiberschaltung auf einem ersten Halbleiterchip 510 ausgeführt. Und die jeweiligen zweiten Verstärkereinrichtungen 514, 515, 516 sind auf einem davon getrennten zweiten Halbleiterchip 517 ausgebildet. Dadurch wird eine galvanische Trennung der jeweiligen Offset-Potenziale für die Verstärkereinrichtung 507509, 514516 erreicht.
  • Auf dem ersten Halbleiterchip 510 sind die ersten Versorgungsspannungsanschlüsse der ersten Verstärkereinrichtung 507, 508, 509 zu einem gemeinsamen Versorgungsspannungsanschluss 518 zusammengeführt, welcher an Masse GND gelegt ist.
  • Auf dem zweiten Halbleiterchip 517 sind die zweiten Versorgungsspannungsanschlüsse der zweiten Verstärkereinrichtung 514, 515, 516 zu einem gemeinsamen Versorgungsspannungsanschluss 521 zusammengeführt und an die Batterieversorgungsspannung VBAT gelegt. Die zweiten Versorgungsspannungsanschlüsse der ersten Verstärkereinrichtung 507, 508, 509 und die ersten Versorgungsanschlüsse der zweiten Verstärkereinrichtung 514, 515, 516 sind hingegen über eine gemeinsame Verdrahtung dem Potenzialknoten 512 zugeführt.
  • Die vorliegende Erfindung in Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Leitungstreiberschaltungen und Linecards ermöglichen es, aufwändige und mit niedrigem Wirkungsgrad behaftete DC-DC-Wandler zu vermeiden. Es können die entsprechenden Halbleiterbauelemente alle in einer Niedervolt-Fertigungstechnologie mit gegenüber dem Speisespannungshub von 48 Volt geringerer Spannungsfestigkeit ausgebildet werden. Insbesondere durch das Zusammenfassen vieler erfindungsgemäßer Leitungstreiberschaltungen auf einer Linecard und die zentrale Mittenspannungsregelung durch die Mittenspannungsüberwachungseinheit ist der Flächen- und Verdrahtungsaufwand geringer als bei Linecards nach dem Stand der Technik. Durch diese günstige Technologiewahl sind besonders lineare Verstärkungseigenschaften möglich, wie sie bei xDSL benötigt werden.
  • Obwohl die Erfindung anhand von bevorzugten Ausführungsformen beschrieben wurde ist sie nicht darauf beschränkt, sondern kann auf vielfältige Weise modifiziert werden. Die Anzahl der in 5 gezeigten Verstärkereinrichtungen kann beliebig verändert werden, die beispielhaft gewählten Speisespannungen von –48 Volt können einfach an andere Standards angepasst werden, die beispielhaft als Bipolartransistoren ausgeführten Transistoren können zudem beliebig in anderen Technologieformen ausgeführt werden, und die Verwendung der Leitungstreiberschaltungen ist nicht auf bestimmte beispielhaft genannte xDSL-, ADSL- oder Sprachfrequenzen beschränkt.

Claims (14)

  1. Leitungstreiberschaltung (1, 100, 200) zum Treiben von an einer Zweidrahtleitung anliegenden Signalen (+IN, –IN) mit: a) einer ersten Verstärkereinrichtung (2,225) mit einem ersten (3, 227) und einem zweiten Versorgungsspannungsanschluss (4, 229), wobei der erste Versorgungsspannungsanschluss (3, 227) mit einem ersten Versorgungsspannungspotenzial (GND) und der zweite Versorgungsspannungsanschluss (4, 229) mit einem Potenzialknoten (12) verbunden ist; b) einer zweiten Verstärkereinrichtung (7, 226) mit einem ersten (8, 228) und einem zweiten Versorgungsspannungsanschluss (9, 230), wobei der erste Versorgungsspannungsanschluss (8, 228) mit dem Potenzialknoten (12) und der zweite Versorgungsspannungsanschluss (9, 230) mit einem zweiten Versorgungsspannungspotenzial (VBAT) verbunden ist; und c) einer Mittenspannungsüberwachungseinheit (13, 213), welche an das erste (GND) und zweite Versorgungsspannungspotenzial (VBAT) verbunden ist und ein Mittenpotenzial (VM) an den Potenzialknoten (12) liefert. d) wobei die Verstärkereinrichtungen (2, 7, 225, 226) in einer Fertigungstechnologie ausgebildet sind, die eine Maximalversorgungsspannung als Spannungsfestigkeit gewährleistet, wobei die Maximalversorgungsspannung niedriger ist als der Spannungshub zwischen dem ersten (GND) und dem zweiten Versorgungsspannungspotenzial (VBAT).
  2. Leitungstreiberschaltung (1, 100, 200) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkereinrichtungen (2, 7, 225, 226) jeweils einen Signaleingang (5, 10, 233, 234) und einen Ausgang (6, 11, 235, 236) aufweisen und an die Signaleingänge (5, 10, 233, 234) jeweils über einen Einkoppelkondensator (14, 15) ein er stes (+IN) und ein zweites (–IN) zu treibendes Signal eingekoppelt ist und an den Ausgängen (6, 11, 235, 236) jeweils ein getriebenes Signal (OUT+, OUT–) abgreifbar ist.
  3. Leitungstreiberschaltung (1, 100, 200) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittenspannungsüberwachungseinheit (13, 213) aufweist: a) einen ersten (214) und einen zweiten Transistor (218) mit jeweils einer steuerbaren Strecke und einem Steueranschluss (215, 219), wobei die steuerbaren Strecken in Serie zwischen das erste und das zweite Versorgungsspannungspotenzial (GND, VBAT) geschaltet sind und der Potenzialknoten (12) zwischen die beiden steuerbaren Strecken verbunden ist; b) einen ersten Widerstand (222), der mit dem ersten Versorgungsspannungspotenzial (GND) und dem Steueranschluss (215) des ersten Transistors (214) verbunden ist; c) einen zweiten Widerstand (223), der mit dem Steueranschluss (219) des zweiten Transistors (218) und dem zweiten Versorgungsspannungspotenzial (VBAT) verbunden ist; und d) einen dritten Widerstand (224) der zwischen dem Potenzialknoten (12) und den Steueranschlüssen (215, 219) der Transistoren (214, 218) verbunden ist.
  4. Leitungstreiberschaltung (1, 100, 200) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Transistoren (214, 218) als komplementäre Bipolartransistoren ausgebildet sind.
  5. Leitungstreiberschaltung (1, 100, 200) nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, – dass ein erster Spannungsteilerwiderstand (245) zwischen dem ersten Versorgungsspannungspotenzial (GND) und dem Signaleingang (233) der ersten Verstärkereinrichtung (225) verbunden ist; – ein zweiter Spannungsteilerwiderstand (246) zwischen dem Signaleingang (233) der ersten Verstärkereinrichtung (225) und dem Potenzialknoten (12) verbunden ist; – dritter Spannungsteilerwiderstand (247) zwischen dem Potenzialknoten (12) und dem Signaleingang (234) der zweiten Verstärkereinrichtung (226) verbunden ist; und dass – ein vierter Spannungsteilerwiderstand (248) zwischen dem Signaleingang (234) der zweiten Verstärkereinrichtung (226) und dem zweiten Versorgungsspannungspotenzial (VBAT) verbunden ist.
  6. Leitungstreiberschaltung (1, 100, 200) nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Blockkondensator (243) zwischen dem ersten Versorgungsspannungspotenzial (GND) und dem Potenzialknoten (12) verbunden ist; und ein zweiter Blockkondensator (244) zwischen dem Potenzialknoten (12) dem zweiten Versorgungsspannungspotenzial (VBAT) verbunden ist.
  7. Leitungstreiberschaltung (1, 100, 200) nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkereinrichtungen als Operationsverstärker (225, 226) mit jeweils einem invertierenden (231, 232) und einem nichtinvertierenden Eingang (233, 234) ausgeführt sind, wobei die nichtinvertierenden Eingänge (233, 234) jeweils als Signaleingänge verwendet sind.
  8. Leitungstreiberschaltung (1, 100, 200) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen den invertierenden Eingängen (231, 232) der Operationsverstärker (225, 226) ein Entkopplungskondensator (241) geschaltet ist.
  9. Leitungstreiberschaltung (1, 100, 200) nach wenigstens einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Rückkkopplungswiderstand (239) zwischen dem Ausgang (235) und dem invertierenden Eingang (231) des ersten Operationsverstärkers (225) verbunden ist, und ein zweiter Rückkkopplungswiderstand (240) zwischen dem Ausgang (236) und dem invertierenden Eingang (232) des zweiten Operationsverstärkers (226) verbunden ist.
  10. Leitungstreiberschaltung (1, 100, 200) nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkereinrichtungen (2, 7, 225, 226) und/oder Transistoren (214, 218) in einer 30V-Technologie gefertigt sind und der Versorgungsspannungshub etwa 48V beträgt.
  11. Leitungstreiberschaltung (1, 100, 200) nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Verstärkereinrichtung (2, 225) auf einem ersten Halbleiterchip (510) ausgeführt ist und die zweite Verstärkereinrichtung getrennt auf einem zweiten Halbleiterchip (517) ausgeführt ist.
  12. Linecard (300) mit einer Mehrzahl von Leitungstreiberschaltungen (4001, 4002, 400N) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei an eine jeweilige Leitungstreiberschaltung (4001, 4002, 400N) jeweils ein zu treibendes Zweidrahtleitungssignal (IN1, IN2, INN) zugeführt ist und ein getriebenes Zweidrahtleitungssignal (OUT1, OUT2, OUTN) abgreifbar ist.
  13. Linecard (300) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine zentrale Mittenspannungsüberwachungseinheit (413) zum Regeln des gemeinsamen Mittenpotenzials (VM) für die Leitungstreiberschaltungen (4001, 4002, 400N) vorgesehen ist.
  14. Linecard (500) nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Verstärkereinrichtungen (507, 508, 509) der Leitungstreiberschaltungen auf einem ersten Halbleiterchip (510) ausgeführt sind, und die zweiten Verstärkereinrichtungen (514, 515, 516) der Leitungstreiberschaltungen getrennt auf einem zweiten Halbleiterchip (517) ausgeführt sind.
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