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DE102005005213A1 - Werkzeug zur Feinbearbeitung von Bohrungsoberflächen - Google Patents

Werkzeug zur Feinbearbeitung von Bohrungsoberflächen Download PDF

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Abstract

Es wird ein Werkzeug zur Feinbearbeitung von Bohrungsoberflächen in Werkstücken, mit mindestens einer geometrisch definierten Schneide, an die sich eine Spanfläche (39) mit Spanbrecherstrukturen anschließt. Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass die Spanbrecherstrukturen (37) mittels eines spanlosen Verfahrens herstellbar sind und dass diese einen definierten Abstand zu der fertig geschliffenen Schneide (33) der Messerplatte (3) aufweisen.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Werkzeug zur Feinbearbeitung von Bohrungsoberflächen in Werkstücken gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1, außerdem eine Messerplatte für ein Werkzeug zur Feinbearbeitung von Bohrungsoberflächen gemäß Oberbegriff des Anspruchs 11 und schließlich Verfahren zur Herstellung eines Werkzeugs gemäß den Oberbegriff der Ansprüche 19 und 20.
  • Werkzeuge der hier angesprochenen Art sind bekannt. Erfasst werden hier ausschließlich solche Werkzeuge, die der Feinbearbeitung von Bohrungsoberflächen im Sinne des Finishing dienen. Dasselbe gilt für die Messerplatten sowie das Herstellungsverfahren der hier angesprochenen Art. Angesprochen sind hier so genannte Mehrschneider, also Werkzeuge mit einer Anzahl von Messerplatten, die in den Grundkörper des Werkzeugs eingesetzt sind und die beispielsweise einen Werkzeugkopf umfassen, der von den übrigen Teilen des Werkzeugs abgenommen werden oder aber integraler Bestandteil desselben sein kann. Wesentlicher Gesichtspunkt ist, dass die Schneiden fest in den Grundkörper eingelötet sind. Es ist also nicht vorgesehen, die Messerplatten einstellbar auszugestalten. Derartige Werkzeuge sind daher einfach zu handhaben. Die Messerplatten weisen auf ihrer in Drehrichtung des Werkzeugs weisenden Messerbrust Spanbrecherstrukturen auf, die mittels eines Schleifverfahrens hergestellt werden. Dieses ist einerseits aufwändig, andererseits sind die herstellbaren Formen nicht beliebig ausgestaltbar, so dass das Spanbrecherverhalten der Strukturen nicht optimal auf verschiedene Einsatzfälle des Werkzeugs einstellbar sind. Derselbe Nachteil ergibt sich auch bei Messerplatten, die in Zusammenhang mit Werkzeugen der hier angesprochenen Art verwendet werden. Auch bei den bekannten Herstellungsverfahren tritt der genannte Nachteil ein.
  • Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Werkzeug zu schaffen, das diesen Nachteil nicht aufweist.
  • Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Werkzeug vorgeschlagen, das die in Anspruch 1 genannten Merkmale umfasst. Es zeichnet sich dadurch aus, dass die Spanbrecherstrukturen mittels eines spanlosen Verfahrens herstellbar sind und dass diese einen definierten Abstand zu der fertig geschliffenen Schneide der Messerplatte aufweisen. Durch den Einsatz spanloser Herstellungsverfahren, beispielsweise durch Lasern oder Erodieren, ist der Formenschatz der herstellbaren Spanbrecherstrukturen wesentlich größer, so dass diese auf unterschiedlichste Materialien abstimmbar sind.
  • Weitere Ausgestaltungen des Werkzeugs ergeben sich aus den zugehörigen Unteransprüchen.
  • Aufgabe der Erfindung ist es außerdem eine Messerplatte für ein Werkzeug zur Feinbearbeitung von Bohrungsoberflächen, nämlich zum Finishing, zu schaffen, die die genannten Nachteile nicht aufweist.
  • Zur Lösung dieser Aufgabe wird eine Messerplatte vorgeschlagen, die die in Anspruch 11 genannten Merkmale umfasst. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die Spanbrecherstrukturen mittels eines spanlosen Verfahrens herstellbar und in einem definierten Abstand zur Längskante der Messerplatte angeordnet sind.
  • Weitere Ausgestaltungen der Messerplatte ergeben sich aus den zugehörigen Unteransprüchen.
  • Aufgabe der Erfindung ist es schließlich auch, ein Verfahren zur Herstellung eines Werkzeugs bereit zu stellen, bei dem die genannten Nachteile vermieden werden.
  • Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Verfahren vorgeschlagen, das die in Anspruch 19 genannten Merkmale umfasst. Es zeichnet sich dadurch aus, dass die Umfangsfläche des Werkzeugs mittels eines Schleifverfahrens zur Erzeugung mindestens einer geometrisch definierten Schneide bearbeitet wird, an die sich eine Spanfläche anschließt. Die Schneide weist einen definierten Abstand zu auf der Spanfläche vorgesehenen Spanbrecherstrukturen auf, wie mittels eines spanlosen Verfahrens hergestellt werden.
  • Zur Lösung dieser Aufgabe wird außerdem ein Verfahren vorgeschlagen, das die in Anspruch 20 genannten Merkmale umfasst. Es zeichnet sich dadurch aus, dass in das Werkzeug, beispielsweise in den Werkzeugkopf, mindestens eine Messerplatte eingelötet wird und dass dann deren außen liegende Längskante mittels eines Schleifverfahrens zur Erzeugung einer geometrisch definierten Schneide an der Messerplatte geschliffen wird. Dabei wird sichergestellt, dass die Schneide einer Messerplatte einen definierten Abstand zu auf der Spanfläche vorgesehenen Spanbrecherstrukturen aufweist, die mittels eines spanlosen Verfahrens hergestellt wird.
  • Ausführungsformen des Verfahrens ergeben sich aus den zugehörigen Unteransprüchen.
  • Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
  • 1 eine perspektivische Explosionszeichnung eines Werkzeugs schräg von vorne und
  • 2 einen Querschnitt durch das Werkzeug gemäß 1.
  • Das aus 1 ersichtliche Werkzeug 1 weist eine Anzahl von Messerplatten 3 auf, die hier beispielhaft identisch ausgebildet und in gleichem Umfangsabstand zueinander in die Umfangsfläche 5 des Werkzeugs 1 einsetzbar sind. Beispielhaft sind hier sechs Messerplatten 3 vorgesehen, die in Nuten 7 einsetzbar sind, die in die Umfangsfläche 5 und den Grundkörper 9 des Werkzeugs 1 eingebracht sind.
  • Bei dem in 1 dargestellten Ausführungsbeispiel des Werkzeugs 1 ist der dem Betrachter zugewandte vordere Teil als Werkzeugkopf 11 ausgebildet, der die Nuten 7 aufnimmt. Der Werkzeugkopf 11 kann als separates Teil des Werkzeugs 1 ausgebildet oder aber integraler Bestandteil desselben sein.
  • An dem dem Werkzeugkopf 11 gegenüberliegenden Ende des Werkzeugs 1 ist ein hier konisch ausgebildeter Schaft 13 vorgesehen, der in eine Werkzeugaufnahme einsteckbar ist. Diese kann Teil einer Werkzeugmaschine oder aber Teil eines Adapters, Zwischenstücks, Verlängerungselements oder dergleichen sein.
  • Die Nut 7 weist einen der Drehachse 15 des Werkzeugs 1 zugewandten Nutgrund 17 auf, auf dem die Unterseite 19 der Messerplatte 3 im eingebauten Zustand zu liegen kommt. In einem rechten Winkel zum Nutgrund 17 verläuft eine Anlagefläche 21, an der die Rückseite 23 der Messerplatte 3 in eingebautem Zustand anliegt.
  • Die Anlagefläche 21 weist einen Vorsprung 25 auf, an dem das der Stirnseite 27 abgewandte Ende 29 der Messerplatte 3 anliegt.
  • Die Position der Messerplatte 3 im Grundkörper 9 des Werkzeugs 1 wird also durch den Nutgrund 17, die Anlagefläche 21 und durch den Vorsprung 25 definiert.
  • Im eingebauten Zustand der Messerplatte 3 überragt deren Längskante 31 die Umfangsfläche 5 des Werkzeugs 1. Der der Stirnseite 27 zugewandte Bereich der Längskante 31 bildet später die Schneide 33 der Messerplatte 3. Die Schneide 33 ist hier wie üblich ausgebildet: Ein erster Bereich ist in Richtung der durch einen Pfeil 35 gekennzeichneten Vorschubrichtung geneigt und bildet die Hauptschneide der Messerplatte 3, ein zweiter Teil der Schneide 33 ist in entgegengesetzter Richtung geneigt und bildet die Nebenschneide der Messerplatte 3.
  • Die in 1 oben liegende Messerplatte 3 weist eine auch als Messerbrust bezeichnete Vorderseite auf, die mit einer Spanbrecherstruktur 37 versehen ist. Die Messerbrust erstreckt sich also nicht durchgehend eben bis zur Schneide 33, sie fällt vielmehr vorher ab, wobei eine Spanleitstufe ausgebildet wird, und verläuft dann weiter bis zur Schneide 33. Der zwischen der Spanleitstufe und der Schneide 33 liegende Bereich wird Spanfläche 39 genannt. Auf dieser laufen die von der Schneide 33 abgetragenen Späne bis zur Spanleitstufe entlang und werden gebrochen.
  • Je nach bearbeitetem Material werden der Neigungswinkel der Spanfläche 38 und der Übergangswinkel zwischen dieser und der Spanleitstufe gewählt, außerdem der Abstand der Spanleitstufe zur Schneide 33. Auch wird der Verlauf der Spanbrecherstruktur 37 im Bereich von Haupt- und Nebenschneide auf das Material des zu bearbeitenden Werkstücks abgestimmt, um ein optimales Spanbruchverhalten vorgeben zu können.
  • 1 lässt erkennen, dass bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel Messerplatten 3 eingesetzt werden, die ein Loch 41 aufweisen. Dieses dient dazu, Lötmaterial aufzunehmen, ist aber nicht zwingend erforderlich. Es bietet den Vorteil, dass eine vorgebbare Lotmenge in der Messerplatte 3 untergebracht werden kann, bevor diese am Werkzeug 1 festgelötet wird.
  • Beispielsweise ist in 1 bei der untersten Messerplatte 3 deren Rückseite 23 in perspektivischer Ansicht dargestellt. Es zeigt sich, dass das Loch 41 hier eine Erweiterung 43 aufweist, die dazu dient, während des Lötvorgangs das eingesetzte Lotmaterial in den Bereich der Rückseite 23 der Messerplatte 3 zu leiten, so dass diese nur im Bereich ihrer Rückseite 23 mit der Anlagefläche 21 der Nut 7 verlötet wird. Damit ist eine exakte Positionierung der Messerplatte gegenüber der Drehachse 15 des Werkzeugs 1 möglich. Außerdem ist diese auch in axialer Richtung durch die Anlage ihres Endes 29 an dem Vorsprung 25 der Nut 7 exakt positioniert.
  • Nach dem Einlöten der Messerplatte 3 ist also die Spanbrecherstruktur 37 in einer exakten Position zur Drehachse 15 angeordnet. Dies gilt auch für Längskante 31 der Messerplatte 3. Die Messerplatten 3 können im übrigen auch am Werkzeug 1 festgeklebt werden.
  • Sind alle Messerplatten 3 in den Grundkörper 9 des Werkzeugs 1 exakt eingelötet, findet ein Schleifvorgang statt, bei dem die Längskanten 31 aller Messerplatten 3 bearbeitet und die Schneide 33 ausgebildet wird. Durch die exakte Positionierung der Spanbrecherstruktur 37 zur Drehachse 15 kann ein genau definierter Abstand zwischen der Schneide 33 und der Spanbrecherstruktur 37 einer jeden Messerplatte 3 gewährleistet werden.
  • Aus der Darstellung gemäß 1 ist ersichtlich, dass die Nut 7 breiter ausgelegt ist als die Dicke der Messerplatte 3. Wird diese also an der Anlagefläche 21 der Nut 7 festgelötet, so verbleibt vor der Messerbrust noch ein freier Raum, in den die von der Schneide 33 abgetragenen Späne gelangen können. Dieser Raum wird Spanraum genannt.
  • Bei dem in 1 dargestellten Ausführungsbeispiel sind alle Messerplatten 3 identisch ausgebildet. Es ist jedoch denkbar, auch unterschiedlich gestaltete Messerplatten vorzusehen. Es ist außerdem vorgesehen, dass bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel alle Messerplatten mit einem Loch 41 versehen sind und auf der Rückseite 23 der Messerplatte 3 eine Erweiterung 43 anzubringen, die dazu dient, Lötmaterial aufzunehmen und beim Lötvorgang definiert abzugeben.
  • Die Spanbrecherstrukturen der Messerplatten 3 werden mittels eines nichtspanenden Verfahrens, beispielsweise durch Lasern oder Erosion, in die Messerbrust eingebracht. Es ist also möglich, die Ausgestaltung der Spanleitstufe und der Spanfläche 39 frei zu wählen, außerdem den Abstand der Spanleitstufe zur Schneide 33 exakt vorzubestimmen. Damit kann das Spanbruchverhalten in einem weiten Rahmen vorgegeben werden. Es ist daher möglich, unterschiedlichste Materialien zu bearbeiten und dabei das Spanablaufverhalten vorherzubestimmen. Das spanlose Verfahren bei der Herstellung der Spanbrecherstruktur 37 bietet also weit mehr Möglichkeiten, als dies beim Stand der Technik der Fall ist, wo derartige Strukturen durch Schleifverfahren realisiert wurden.
  • Durch den Einsatz spanloser Verfahren bei der Herstellung der Spanbrecherstruktur 37 einer Messerplatte 3 kann auch gewährleistet werden, dass die Spanbrecherkonturen in sich geschlossen sind, also den Rand der Spanfläche 33 beziehungsweise Messerplatte 3 nicht schneiden. Damit ist eine weitere Möglichkeit gegeben, das Spanablauf- und Spanbruchverhalten vorherzubestimmen.
  • Beim Einlöten der Messerplatte 3 in den Grundkörper 9 des Werkzeugs 1 kann auf übliche Weise Lötmaterial eingesetzt werden, um eine Verankerung der Messerplatten 3 im Werkzeug 1 zu gewährleisten. Bevorzugt wird jedoch eine definierte Menge von Lötmaterial in ein Loch 41 in der Messerplatte 3 eingebracht. Durch die Lage und Ausgestaltung des Lochs 41 kann die Menge des Lotmaterials und deren Positionierung bezüglich der Messerplatte 3 und der diese aufnehmenden Nut 7 vorherbestimmt werden.
  • Bei dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, dass das Loch 41 als Durchgangsloch ausgebildet ist und im Bereich der Rückseite 23 der Messerplatte 3 eine Erweiterung 43 aufweist, die trichterförmig ausgebildet sein kann, um das schmelzende Lot definiert zu beeinflussen. Damit kann sichergestellt werden, dass die Messerplatte 3 praktisch ausschließlich mit ihrer Rückseite 23 an der Anlagefläche 21 der Nut 7 angelötet wird, während die übrigen Be rührungsflächen zwischen Messerplatte 3 und Nut 7 unmittelbar aufeinander liegen und damit eine exakte radiale und axiale Positionierung der Messerplatte 3 gewährleistet ist.
  • Dadurch, dass eine exakte radiale Positionierung der Messerplatte gegenüber der Drehachse 15 gewährleistet werden kann, ist es möglich, nach dem Schleifen der Längskante 31 der Messerplatte 3 einen definierten Abstand zwischen der Schneide 33 und der Spanbrecherstruktur 39 einzustellen und damit ein exaktes Spanablaufund Spanbruchverhalten vorzugeben.
  • Beim Lötvorgang wird die Messerplatte 3 bei dem Ausführungsbeispiel gemäß 1 durch den Nutgrund 17 und den Vorsprung 25 exakt radial und axial positioniert. Es ist möglich, den Vorsprung 25 durch einen in den Nutgrund 17 eingebrachten Stift zu ersetzen, an dem die Messerplatte 3 mit ihrem der Stirnseite 27 abgewandten Ende 29 anschlägt, so dass eine axiale Positionierung definiert vorgebbar ist.
  • Denkbar ist es aber auch, die Messerplatte 3 während des Lötvorgangs mit Hilfe einer Positioniereinrichtung exakt gegenüber dem Werkzeug 1 auszurichten und in einer vorbestimmten radialen und axialen Position zu halten, bis der Lötvorgang abgeschlossen und das Lotmaterial erkaltet ist.
  • Besonders einfach ist es aber die Positionierung der Messerplatte dadurch zu gewährleisten, dass die Unterseite 19 der Messerplatte 3 unmittelbar auf dem Nutgrund 17 aufliegt und dass das Ende 29 der Messerplatte 3 unmittelbar am Vorsprung 25 der Nut 7 anliegt.
  • 2 zeigt das Werkzeug 1 gemäß 1 in Explosionsdarstellung mit einer Anzahl von Messerplatten 3, allerdings im Querschnitt. Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugsziffern versehen, so dass auf deren Beschreibung nicht näher eingegangen wird.
  • Aus 2 ist ersichtlich, dass die Positioniereinrichtung 45 einen auf der Unterseite 19 der Messerplatte 3 entspringenden Vorsprung 47 und eine entsprechende Ausnehmung 49 im Grundkörper 9 aufweisen kann. Es ist selbstverständlich auch möglich, am Nutgrund 17, einen Vorsprung vorzusehen und in der Messerplatte 3 eine entsprechende Vertiefung.
  • In Längsrichtung der Messerplatte 3 können ein oder mehrere Vorsprünge 47 vorgesehen werden. Entsprechend sind dann im Nutgrund 17 der Nut 7 mehrere Ausnehmungen 49 vorzusehen. Dabei sind auch die Konturen der Vorsprünge und der Ausnehmungen aufeinander abzustimmen.
  • Ist eine Positioniereinrichtung 45 der hier angesprochenen Art vorgesehen, kann gegebenenfalls auch auf den Vorsprung 25 in der Nut 7 verzichtet werden, weil die Messerplatte 3 dann durch die Positioniereinrichtung 45 in axialer Richtung definiert gehalten wird.
  • Der Abstand der Messerplatte 3 zur Drehachse 15 des Werkzeugs 1 kann durch die Positioniereinrichtung 45 ebenfalls vorgegeben werden, beispielsweise durch die Tiefe der Ausnehmung 49 und die Länge des Vorsprungs 47. Es ist aber auch denkbar, die radiale Positionierung der Messerplatte durch den Nutgrund 17 vorzunehmen und lediglich die axiale Positionierung der Messerplatte 3 durch die Positioniereinrichtung 45.
  • In 2 ist die Positioniereinrichtung 45 gestrichelt dargestellt, um zu verdeutlichen, dass die Positionierung der Messerplatte 3 auch ausschließlich dadurch realisiert werden kann, dass diese einerseits am Nutgrund 17 anliegt, also radial ausgerichtet ist, und andererseits am Vorsprung 25 der Nut 7, damit axial exakt positioniert ist.
  • Durch die exakte Positionierung der Messerplatte 3 im Werkzeug 1 ist es möglich, die auf der Messerbrust vorgesehene Spanbrecherstruktur 37 vor dem Einsetzen der Messerplatte 3 in das Werkzeug 1 herzustellen. Bei entsprechender Ausgestaltung des Werkzeugs kann aber die Spanbrecherstruktur 37 auch noch nach dem Einlöten realisiert werden, nämlich dann, wenn die der Anlagefläche 21 gegenüberliegende Flanke der Nut 7 in einem ausreichenden Abstand zur Messerbrust angeordnet oder mit einer entsprechenden Ausnehmung versehen ist.
  • Vorzugsweise ist jedoch vorgesehen, dass die Messerplatten 3 in einem spanlosen Herstellungsverfahren mit Spanbrecherstrukturen 37 versehen werden, bevor sie in den Grundkörper 9 des Werkzeugs 1 eingelötet oder eingeklebt werden.
  • Durch das spanlose Herstellungsverfahren sind wesentlich mehr Strukturen realisierbar, als dies bei herkömmlichen Schleifverfahren möglich war.
  • Aus den Erläuterungen wird Folgendes deutlich:
    Das Werkzeug kann auch aus Vollmaterial, vorzugsweise aus Vollhartmetall, bestehen und mindestens eine geometrisch definierte Schneide aufweisen. Dies bedeutet, dass das Werkzeug auch bei hohen Temperaturen beschichtet werden kann, ohne dass sich da bei in das Werkzeug eingelötete oder eingeklebte Messerplatten lösen können.
  • Derartige aus einem Stück bestehende Werkzeuge mit Schneidkanten, die Teil des Grundkörpers des Werkzeugs sind, sind bekannt. Der Grundaufbau entspricht dem, der sich aus den 1 und 2 ergibt: In Drehrichtung gesehen ist vor jeder geometrisch definierten Schneide ein Spanraum vorgesehen, welcher der Abfuhr von mittels der mindestens einen geometrisch definierten Schneide abgetragenen Spänen dient.
  • Bei der Herstellung eines derartigen Werkzeugs wird dessen Umfangsfläche einem Schleifvorgang unterworfen, so dass damit die mindestens eine geometrisch definierte Schneide erzeugt wird, an die eine Spanfläche angrenzt. Nach dem Schleifvorgang weist die dabei erzeugte Schneide einen definierten Abstand zu Spanbrecherstrukturen auf, die auf der Spanfläche vorgesehen sind. Diese können mittels eines spanlosen Verfahrens hergestellt werden, sei es vor oder nach dem Schleifvorgang.
  • Auch hier kann vorgesehen werden, dass die Spanbrecherstrukturen in sich geschlossen sind und den Rand der Spanfläche 39 nicht schneiden.

Claims (26)

  1. Werkzeug zur Feinbearbeitung von Bohrungsoberflächen in Werkstücken, mit mindestens einer geometrisch definierten Schneide, an die sich eine Spanfläche (39) mit Spanbrecherstrukturen anschließt, dadurch gekennzeichnet, dass die Spanbrecherstrukturen (37) mittels eines spanlosen Verfahrens herstellbar sind und dass diese einen definierten Abstand zu der fertig geschliffenen Schneide (33) der Messerplatte (3) aufweisen.
  2. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Spanbrecherstruktur (37) in sich geschlossen ist und den Rand der Spanfläche (39) also nicht schneidet
  3. Werkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Schneide Teil einer Messerplatte (3) ist.
  4. Werkzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Messerplatte in den Grundkörper des Werkzeugs eingelötet oder- geklebt ist.
  5. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Messerplatte (3) ein Loch (41) aufweist.
  6. Werkzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Loch (41) als Durchgangsloch ausgebildet ist.
  7. Werkzeug nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Loch (41) eine vorzugsweise trichterförmige Erweiterung (43) aufweist.
  8. Werkzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Erweiterung (43) auf der Seite der Messerplatte (3) vorgesehen ist, die der Spanfläche (39) gegenüberliegt.
  9. Werkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Positionierungseinrichtung (45) vorgesehen ist.
  10. Werkzeug nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Positionierungseinrichtung (45) einen Vorsprung (47) und eine Vertiefung (49) aufweist, die an der Messerplatte (3) und/oder am Werkzeug (1) vorgesehen sind.
  11. Messerplatte für ein Werkzeug zur Feinbearbeitung von Bohrungsoberflächen, insbesondere für ein Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 10, mit einer Längskante (31), an der durch einen Schleifvorgang eine geometrisch definierte Schneide (33) herstellbar ist und mit einer Spanbrecherstrukturen (37) aufweisenden Messerbrust, dadurch gekennzeichnet, dass die Spanbrecherstrukturen (37) mittels eines spanlosen Verfahrens herstellbar und in einem definierten Abstand zur Längskante (31) der Messerplatte (3) angeordnet sind.
  12. Messerplatte nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Spanbrecherstrukturen (37) in sich geschlossen sind und den Rand der Messerplatte (3) nicht schneiden.
  13. Messerplatte nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass diese ein Loch (41) aufweist.
  14. Messerplatte nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Loch (41) als Durchgangsloch ausgebildet ist.
  15. Messerplatte nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Loch eine vorzugsweise trichterförmige Erweiterung (43) aufweist.
  16. Messerplatte nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Erweiterung (43) auf der Seite der Messerplatte (3) vorgesehen ist, die der Messerbrust gegenüberliegt.
  17. Messerplatte nach einem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass eine Positioniereinrichtung (45) vorgesehen ist.
  18. Messerplatte nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Positioniereinrichtung (45) einen von der Messerplatte ausgehenden Vorsprung und/oder eine in die Messerplatte eingebrachte Ausnehmung (49) aufweist.
  19. Verfahren zur Herstellung eines Werkzeugs, insbesondere eines Werkzeugs nach einem der Ansprüche 1 oder 2 mit folgenden Schritten: – Bearbeiten der Umfangsfläche des Werkzeugs mittels eines Schleifverfahrens zur Erzeugung mindestens einer geometrisch definierten Schneide (33) an die sich eine Spanfläche (39) anschließt, wobei die Schneide (33) einen definierten Abstand zu auf der Spanfläche (39) vorgesehenen Spanbrecherstrukturen (37) aufweist, die nach dem Schleifvorgang mittels eines spanlosen Verfahrens hergestellt werden.
  20. Verfahren zur Herstellung eines Werkzeugs mit mindestens einer geometrisch definierten, eine Spanfläche aufweisenden Schneide, die Teil einer Messerplatte ist, insbesondere eines Werkzeugs nach einem der Ansprüche 2 bis 10, mit folgenden Schritten: – Einlöten von mindestens einer Messerplatte (3) in das Werkzeug (1), – anschließendes Bearbeiten der außenliegenden Längskanten (31) der mindestens einen Messerplatte (3) mittels eines Schleifverfahrens zur Erzeugung mindestens einer geometrisch definierten, eine Spanfläche (37) aufweisenden Schneide (33), die einen definierten Abstand zu auf der Spanfläche (37) vorgesehenen Spanbrecherstrukturen (39) aufweist, die mittels eines spanlosen Verfahrens hergestellt werden.
  21. Verfahren nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Spanbrecherstrukturen (37) vor dem Einlöten oder Einkleben erzeugt werden.
  22. Verfahren nach Anspruch 20 oder 21, dadurch gekennzeichnet, dass in ein in der Messerplatte (3) vorhandenes Loch (41) Lötmaterial eingebracht und diese in der gewünschten Position im Werkzeug (1) eingelötet wird.
  23. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Messerplatte (3) im Wesentlichen nur mit ihrer Rückseite (23) im Werkzeug (1) eingelötet wird.
  24. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 20 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass die Messerplatte (3) mittels einer Positioniereinrichtung (45) während des Lötvorgangs in einer definierten Position gehalten wird.
  25. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 20 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass als Positioniereinrichtung (45) ein Vorsprung (47) und eine zugehörige Vertiefung (49) verwendet werden, wobei der Vorsprung und/oder die Vertiefung an der Messerplatte (3) und/oder an dem Werkzeug (1) vorgesehen werden.
  26. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 20 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass als Positioniereinrichtung (45) eine Haltevorrichtung verwendet wird, die die Messerplatte (3) während des Lötvorgangs und während des Erkaltens des Lötmaterials in einer definierten Position gegenüber dem Werkzeug (1) hält.
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