DE10200409A1 - Wandlerkörper und Sensor zur Umwandlung einer Scherkraft oder eines Drehmomentes in ein elektrisches Signal - Google Patents
Wandlerkörper und Sensor zur Umwandlung einer Scherkraft oder eines Drehmomentes in ein elektrisches SignalInfo
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Abstract
Beschrieben ist ein Wandlerkörper (41) bzw. ein Sensor zur Umwandlung einer an Drehmoment- oder Kraftaufnahmemitteln (1, 2, 7, 7', 16, 16', 23, 23', 24) des Wandlerkörpers anliegenden Scherkraft oder eines Drehmomentes in ein in Abhängigkeit von der Scherkraft oder dem Drehmoment beeinflußtes magnetisches Feld, wobei ferner der Wandlerkörper mindestens ein verformbares Material (3, 8, 17, 25, 25') umfaßt, welches sich nach Maßgabe der anliegenden Scherkraft oder des anliegenden Drehmomentes nach Art eines elastischen Materials verformt.
Description
Die Erfindung betrifft einen Wandlerkörper gemäß Oberbegriff
von Anspruch 1.
Sensoren und Meßeinrichtungen zur Erfassung von Drehmomenten
oder Kräften sind im Prinzip bekannt. Aus der DE-A 696 08 100
geht ein Leistungssensor hervor, welcher zur Bestimmung
eines über ein Drehmomentglied übertragenes Drehmoment ge
eignet ist. Eine Bestimmung des Drehmoment erfolgt durch
sensorische Auswertung eines vom Drehmoment beeinflußten ma
gnetischen Feldes, wobei das ein Magnetfeld erzeugende Ele
ment ein magnetoelastisches Material ist, welches ferroma
gnetische, magnetostriktive Aufnehmermittel aufweist, die
direkt oder indirekt an einem Teil der Oberfläche eines
Drehmomentglieds angebracht sind oder einen Teil derselben
bilden.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen
besonders einfach aufgebauten Drehmoment- oder Kraft-Sensor
anzugeben, welcher für die Anwendung in Kraftfahrzeug-
Lenkungen besonders geeignet ist und zudem kostengünstig in
großen Stückzahlen herstellbar ist. Des weiteren soll der
angegebene Sensor ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Ge
nauigkeit aufweisen.
Erfindungsgemäß wird daher ein Wandlerkörper zum Einsatz in
einem Kraft- oder Drehmoment-Sensor gemäß Anspruch 1 vorge
schlagen.
Ein wesentlicher Grundgedanke der Erfindung liegt in der An
wendung eines oder mehrerer elastischer Elemente, wie z. B.
Reifengummikörper, welche sich durch die Drehmoment- oder
Krafteinwirkung verformen, wobei der oder die elastischen
Elemente durch Einbringen eines magnetisierten oder magneti
schen Materials eine Permanentmagnetisierung aufweisen. Die
Permanentmagnetisierung ist derart ausgebildet, daß der Gum
mikörper als elektromechanischer Wandler und gleichzeitig
wie ein zum Beispiel aus der Kraftfahrzeug-Raddrehzahl
sensorik bekannter magnetischer Encoder nutzbar ist. Ein aus
der Raddrehzahlsensorik bekannter Encoder weist in der Regel
eine magnetische Maßverkörperung in Form einer regelmäßigen
Folge von Nord-/Südpol-Paaren auf, so daß dieser in Verbin
dung mit Hall-Effekt oder magnetoresistiven Sensoren zur
Dreh- oder Winkelmessung nutzbar wird.
Die Erfindung betrifft auch einen Sensor gemäß Anspruch 11
mit mindestens einem magnetfeldempfindlichen Sensorelement,
welches das Magnetfeld vom zuvor beschriebenen Wandlerkörper
sensorisch erfaßt.
Der erfindungsgemäße Sensor eignet sich besonders zur Erfas
sung von Drehmomenten und Kräften im Maschinen und Anlagen
bau, bevorzugt läßt sich dieses jedoch im Bereich der Kraft
fahrzeugtechnik einsetzen. Besonders bevorzugt ist die Ver
wendung des erfindungsgemäßen Sensors zum Einsatz in elek
trischen Lenkungen, elektronischen Bremsen bzw. Bremsbetäti
gungen etc. Wird im Anwendungsfall von Wellen neben dem
Drehmoment auch die Drehzahl erfaßt, eignet sich der erfin
dungsgemäße Sensor auch zur Leistungsmessung.
Weitere bevorzugte Ausführungsformen ergeben sich aus den
Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung von eini
gen Ausführungsbeispiele an Hand der Figuren.
Es zeigen
Fig. 1 eine schematische Übersicht der erfindungsgemäßen
Anordnung,
Fig. 2 Beispiele für Wandlerkörper nach der Erfindung,
Fig. 3 Beispiele für Drehmomentsensoren mit Wandlerkör
pern gemäß Fig. 2,
Fig. 4 Wandlerkörper für Schermomenten und entsprechende
Kraftsensoren und
Fig. 5 ein Beispiel für eine sensorische Anordnung mit
elektronischer Signalverarbeitung.
In Fig. 1 ist Wandlerkörper 41 mit einer magnetischen Enco
dierung 42 versehen. Encodierung 42 wird durch einen Magnet
feldsensor 43 gelesen. Signalaufbereitung 44 ist mit Magnet
feldsensor 43 zur Aufbereitung der durch diesen erzeugten
Signale elektrisch verbunden. Die aufbereiteten Signale wer
den dann an ein mit der Signalaufbereitung verbundenes elek
tronisches Steuergerät 31 geleitet, wo die sensorischen Si
gnale empfangen und verarbeitet werden. Steuergerät 31 ist
bevorzugt eine elektronische Kontrolleinheit einer Kraft
fahrzeugbremsanlage (ECU). Zur Steuerung der Bremsanlage
sind in Steuergerät 31 insbesondere ein oder mehrere Mikro
rechner integriert, mit dem/denen die Regelfunktionen und
die Ein-/Ausgabe-Funktionen, welche für die Sensorik und
Bremsenaktuatorik benötigt werden, durchgeführt werden
kann/können.
Teilbilder a) und b) in Fig. 2 zeigen einen Wandlerkörper,
welcher aus einem festen koaxialen Verbund aus Innenstab 1,
Außenrohr 2 und Elastomerkern 3 besteht. Elastomerkern 3
bildet mit Rohr und Kern einen beispielgemäßen Meßwandler,
welcher in Verbindung mit den in Fig. 3 dargestellten
Drehmomentsensoren oder Kraftsensoren einen beispielgemäßen
Sensor ergibt.
Außenrohr 2 kann beispielsweise aus einem Metall mit einer
geringen Permeabilität bestehen. Kern 3 weist zwei in unter
schiedliche Richtungen (N, S) magnetisierte Zonen 45, 46
auf, welche durch eine magnetisch neutrale Zone 9a voneinan
der getrennt sind. Die neutrale Zone ist beispielsweise eine
in die Tiefe des Elastomers ragende Fläche, welche sich da
durch auszeichnet, daß die Magnetfeldlinien, welche durch
die magnetisierten Zonen bzw. Areale erzeugt werden, senk
recht durch die Fläche hindurchgehen. Die Lage der neutralen
Zone auf der Kernoberfläche richtet sich nach dem durch den
Magnetfeldsensor genutzten Effekt. Sie kann daher entweder
entlang einer Grenzfläche zwischen einem in Nordrichtung und
einem in Südrichtung magnetisierten Gebiet verlaufen oder
aber auch, wie durch Linie 9' in Fig. 2a symbolisiert, in
nerhalb eines in eine bestimmte Richtung magnetisierten Ge
bietes verlaufen.
Als Elastomer für Kern 3 sind bevorzugt hochwertige Gummi
massen, welche zum einen langlebig sind und zum anderen über
die Lebensdauer des Produktes lediglich geringe Veränderun
gen in deren Elastizitätseigenschaften zeigen. Entsprechende
Elastomere werden beispielsweise zur Fertigung von Kraft
fahrzeugreifen, insbesondere als Reifengummi, vielfach ein
gesetzt. Unter dem Begriff "Elastomer" wird nach der Erfin
dung ein nichtmetallisches, reversibel verformbares Material
verstanden.
Die Magnetisierung des Elastomers wird bevorzugt durch Ein
bringen von magnetisierten oder magnetischen Partikeln er
zeugt. Hierzu kann zweckmäßigerweise pulverförmiges magneti
sches Material verwendet werden. Es ist besonders zweckmä
ßig, wenn das Pulver homogen im Gummimaterial verteilt ist.
Die magnetischen Partikel bestehen oder enthalten bevorzugt
ein permanentmagnetisches Material, welches auf an sich be
kannte Weise zur Herstellung von Dauermagneten eingesetzt
wird. Einsetzbare permanentmagnetische Materialien mit hoher
Koerzitivfeldstärke weisen an sich bekannte Zusammensetzun
gen auf, wie zum Beispiel an sich bekannte Zusammensetzungen
aus den Elementsystemen Fe/Sr, Nd/Fe/B oder Co/Sm.
Das in Kern 3 einmagnetisierte Nord-/Südpolmuster ist in der
Weise eingebracht, daß im mechanisch unbelasteten Zustand
gemäß Teilbild a) die neutrale Zone 9a zwischen den Polen
als eine, zumindest im Bereich der Oberfläche, im wesentli
chen gerade Linie verläuft. Mit Einwirkung eines Drehmomen
tes (Pfeile 4 und 5) nimmt die Zone nach Maßgabe der Kraft
einen s-förmig gekrümmten Verlauf 9b an.
Gemäß einem weiteren, nicht dargestellten Beispiel sind zu
mindest in die Kernoberfläche mehrere Polpaare angeordnet.
In diesem Fall ist es möglich, mehrere Polpaare gleichzeitig
in der beschriebenen Weise sensorisch zu nutzen.
Eine weitere Ausführungsform für einen Wandlerkörper zeigen
Teilbilder c) und d). Zylinderförmiger Elastomerkern 8 ist
zwischen zwei scheibenförmigen, gegeneinander drehbaren,
Platten 7 und 7' angeordnet, welche mit Flanschen 6 und 6'
verbunden sind. Kern 8 und Platten 7, 7' bilden einen mecha
nisch festen Verbund, welcher zweckmäßigerweise durch eine
stoffschlüssige Verbindung, die z. B. durch Vulkanisation,
erzeugt werden kann. Kern 8 ist entsprechend der zuvor be
schriebenen Ausführungsform in magnetischen Zonen magneti
siert, so daß eine neutrale Zone 9c entsteht. Mit Aufbringen
eines Drehmomentes M gemäß Teilbild d) erfährt neutrale Zone
9d eine Krümmung.
Teilbild e) zeigt eine Ausführungsform eines Wandlerkörpers,
welcher sich dadurch auszeichnet, daß Flansche 6 und 6' mit
tels eines Torsionsstabes 6a (z. B. eine Torsionsfeder aus
Stahl) fest verbunden sind. Im Außenbereich der Flansche ist
konzentrisch zu Stab 6a ein Gummikern 8a in Form eines Zy
lindermantels angeordnet, welcher Stab 6a ringförmig um
schließt. Kern 8a bildet mit Platten 7 und 7' einen mecha
nisch festen Verbund. Das Richtmoment des Torsionsstabes und
das des Kerns wird dabei so aufeinander abgestimmt, daß der
magnetisch encodierte Gummikern durch die Richtwirkung des
Torsionsstabs in seiner Funktion als Maßstabsverkörperung
nicht wesentlich eingeschränkt wird. Hierdurch läßt sich er
reichen, daß Torsionsstab 6a ein axiales Führungselement
darstellt, wobei Kern 8a im wesentlichen das aufgebrachte
Drehmoment aufnimmt.
Fig. 3 zeigt Beispiele für Drehmomentsensoren, welche unter
Verwendung der zuvor beschriebenen Wandlerkörper hergestellt
sind. Teilbilder 3a) und 3b) umfassen einen Wandlerkörper
gemäß Teilbildern 2c) und 2d). Zur Abtastung des von Kern 8
des Wandlerkörpers erzeugten Magnetfelds sind sensorische
Elemente 11, 11' in Halterfingern 12, 12' eingebettet, so
daß diese beabstandet zu Kern 8 angeordnet sind. Halterfin
ger 12, 12' sind mechanisch mit ringförmigen Sensorhal
tern 10, 10' verbunden. Die elektrischen Anschlüsse der Sen
sorelemente sind der Übersichtlichkeit halber nicht darge
stellt. Sensorhalter 10, 10' liegen mechanisch fixiert auf
Platten 7, 7' auf. Bei den eingesetzten sensorischen Elemen
ten 11, 11' handelt es sich bevorzugt um magnetfeldempfind
liche AMR-Elemente, welche auf an sich bekannte Weise das
aufgenommene Magnetfeld in ein elektrisch weiterverarbeite
tes Widerstandssignal umwandeln. Wird an Flansche 6 und 6'
ein Drehmoment angelegt, verdrehen sich die mit den Flan
schen verbundenen Sensorhalter gegensinnig, so daß das sen
sorische Element des oberen Sensorhalters die Encoderverdre
hung in der Nähe des unteren Flansches und zugleich das sen
sorische Element des unteren Sensorhalters die gegenläufige
Encoderverdrehung in der Nähe des oberen Flansches detek
tiert.
Das weiter oben beschriebene magnetisierte Elastomer für den
Kern kann z. B. durch Variation der Magnetisierungstiefe so
ausgestaltet werden, daß an der Encoderoberfläche eine ge
eignete magnetische Feldstärke von beispielsweise etwa
25 kA/m erreicht wird.
Der Meßbereich für das durch den erfindungsgemäßen Drehmo
mentsensor meßbare Drehmoment wird im wesentlichen durch das
Richtmoment des Wandlerelementes bestimmt, wobei das Richt
moment das Moment dividiert durch den Auslenkungswinkel ist.
Selbstverständlicherweise läßt sich das Richtmoment des
Wandlerelements an den Meßbereich fachmännisch durch geeig
nete Dimensionierung des Kerns an die gewünschten Anforde
rungen anpassen.
Eine Anpassung der Meßempfindlichkeit des Sensors kann vor
teilhafterweise durch Verschieben der bzw. des sensorischen
Lesepunktes entlang der neutralen Zonen erfolgen. Hierbei
wird der Umstand ausgenutzt, daß die Auslenkung der neutra
len Zone bei konstanter Last gemäß den Fig. 2b, 2d, 4c,
4 h vom Ort des Meßpunktes abhängt.
Bevorzugt werden als sensorische Elemente Sensorelemente
eingesetzt, die auf die Richtung des magnetischen Feldstär
kevektors reagieren.
Beispiele für geeignete magnetfeldempfindliche Sensorelemen
te sind Hall-Sensoren oder magnetoresistive Sensoren. Bevor
zugt werden gemäß der Erfindung Sensoren auf Basis des
AMR-Effektes (anisotroper magnetoresistiver Effekt) eingesetzt.
Werden AMR-Sensoren eingesetzt, so ist bevorzugt, Sensoren
solchen Typs einzusetzen, bei denen die sensorische Struktur
als Kombination zweier gegeneinander winkelverschobener
Brückenstrukturen ausgebildet sind. Entsprechende
AMR-Sensoren sind im Zusammenhang mit Präzisionswinkelmessungen
bereits bekannt geworden (Fa. Philips, Data Handbook
SC17/2001, Typ KMZ43).
Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden
die magnetfeldempfindlichen Strukturen der magnetoresistiven
Elemente so angeordnet, daß die senkrecht aus den Magnetpo
len des Kerns (Encoder) austretenden Magnetfeldlinien paral
lel durch eine Ebene verlaufen, welche die magnetoresistive
Struktur trägt. Dies läßt sich dadurch erreichen, daß die
besagte Ebene senkrecht zur Oberfläche des Kernmantels auf
gerichtet wird. Auf diese Weise wird nicht, wie bei einer
parallel zum Encoder ausgerichteten Sensorfläche, das mit
tensymmetrisch durch die Ebene rotierendes Starkfeld des ma
gnetischen Encoders genutzt, sondern ein geometrisch exzen
trisch rotierendes Schwachfeld des Encoders.
Gemäß Teilbild c) in Fig. 3 stehen ohne eine am Wandlerkör
per anliegende Kraft (Ruhezustand) die Fingerelemente 14,
und damit auch die beiden Sensorelemente 11, 11' bzw. 13,
13', jeweils der Oberflächenlinie der neutralen Zone 9c ge
genüber. Im Ruhezustand sensieren beide Sensoren im Rahmen
der üblichen Toleranz die gleiche Magnetfeldrichtung. Bei
einem anliegenden Drehmoment wird Linie 9d gekrümmt, so daß
jeweils eine Feldkomponente im magnetfeldempfindlichen Be
reich des Sensors überwiegt. Die festgestellte Winkelabwei
chung stimmt betragsmäßig bei beiden Sensorelementen über
ein. Das Vorzeichen der festgestellten Winkelabweichung ist
jedoch genau entgegengesetzt. Gegenüber der Verwendung nur
eines Sensorelementes hat der Einsatz von zwei Sensoren den
Vorteil, daß sich neben einer Verringerung des Meßfehlers
auch eine erhöhte Betriebssicherheit ergibt.
Werden z. B. aus Gründen der Redundanz mehr als zwei Sen
soren eingesetzt, so kann es sinnvoll und daher zweckmäßig
sein, entlang der Kernoberfläche mehr als zwei Magnetpole
anzuordnen, so daß sich die Anzahl der abtastbaren neutralen
Zonen erhöht. Selbstverständlich ist es bei geeigneter Aus
legung der Konstruktion ebenfalls möglich, daß einzelne neu
trale Zonen von mehreren Sensoren abgetastet werden.
Teilbilder c) und d) von Fig. 3 zeigen einen Drehmomentsen
sor, welcher den in den Fig. 2a und 2b dargestellten
Wandlerkörper mit Außenrohr 2 umfaßt. Auch hier sind die
sensorischen Elemente 13, 13' in Fingerhaltern 14, 14' ein
gebettet, wobei der mit den Fingerhaltern verbundene Sensor
halter 15 mit Innenstab 1 kraft- und/oder stoffschlüssig
verbunden ist. Wird Innenstab 1 gegenüber Außenrohr 2 durch
Anlegen eines Drehmomentes verdreht, ergibt sich die bereits
weiter oben beschriebene Krümmung der neutralen Zone 9c.
Erfindungsgemäß bevorzugt ist vorgesehen, daß neben den sen
sorischen Elementen in die Sensorhalter zusätzlich jeweils
elektronische Signalaufbereitungsstufen integriert werden.
Weiterhin ist bevorzugt, daß die von den beiden Sensoren er
zeugten elektrischen Signale S1(M) und S2(M) über Leitungs-
bzw. Steckverbindungen 47, 47' der ECU zugeführt werden.
Die zuvor beschriebenen Wandlerelemente können wie nachfol
gend beschrieben weitergebildet werden. Innenstab 1 und
Flansch 6 können als Rohre ausgebildet sein. Gummikern 8
kann eine Durchführung aufweisen, z. B. zur Durchführung ei
ner mechanischen Sicherungsverbindung bei Lenkstangenanwen
dungen zwischen Flanschen 6 und 6'. Weiterhin kann es zweck
mäßig sein, die Außenkonturen von Innenstab, Flansch und Au
ßenrohr so auszubilden, daß eine formschlüssige Verbindung
mit anderen Maschinenelementen vorgenommen werden kann. Eine
entsprechend geeignete Außenkontur kann zum Beispiel sechs
kantförmig oder bajonettartig geformt sein.
Fig. 4 zeigt Beispiele für erfindungsgemäße Kraftwandler
(Teilbilder a) bis c)) und daraus hergestellte Kraftsensoren
(Teilbilder d) bis h)). Das Funktionsprinzip entspricht wei
testgehend dem zuvor beschriebenen Drehmomentsensor, aller
dings wird die Verformung des elastischen Kerns durch Sche
rung aufgrund einer lateralen Relativbewegung hervorgerufen.
Dem weiter oben definierten Richtmoment entspricht bei dem
erfindungsgemäßen Kraftsensor die sogenannte Richtkraft,
welche die am Sensor anliegende Kraft dividiert durch den
Auslenkungsweg ist. Auch hier kann die Richtkraft durch ge
eignete Dimensionierung des Wandlerelements so angepaßt wer
den, daß bei maximal zumessender Kraft die Auslenkung des
Lesepunktes die Antennenbreite des magnetisch abtastenden
Sensorelementes nicht überschreitet.
Der Kraftwandler in den Teilbildern a), b) und c) besteht
aus einem festen blockförmigen Verbund aus den Metallplatten
16, 16' und magnetisiertem Elastomerkern 17, wobei es zweck
mäßig ist, daß die Platten eine geringe Permeabilität besit
zen. Elastomerkern 17 weist ein Nord-/Südpolmuster mit neu
traler Zone 18 auf, welche in mechanisch unbelastetem Zu
stand an der Kernoberfläche in Form einer im wesentlichen
geraden Linie verläuft. Mit Aufbringen einer Scherkraft ge
mäß Teilbild c) verformt sich Kern 17, so daß, vereinfacht
betrachtet, die Oberflächenlinie 18 der neutralen Zone be
züglich dem Ruhezustand in Teilbild b) eine Rotationsbewe
gung ausführt.
Fig. 4d zeigt einen Kraftsensor in räumlicher Darstellung,
in dem das zuvor beschriebenen Krafwandlerelement eingesetzt
wird. Eine Aufsicht des Kraftsensors zeigt Fig. 4e. Zur Ab
tastung des Magnetfeldes ist sensorisches Element 19 in
ortsfest an Platte 16 montierte Fingerhalter 20 eingebettet.
Platte 16 kann an einem Gehäuse 21 zur Aufnahme des
Kraftsensors befestigt sein. An eine gegenüber dem Kern be
festigte Platte 16' wird in einer ebenfalls mit Gehäuse 21
verbundenen Führung 22 (z. B. eine Schiene) verschiebbar ge
führt. Unter Einwirkung der zu sensierenden Kraft verschiebt
sich Platte 16', wodurch sich die weiter oben beschriebene
Rotation der neutrale Zone 18 ergibt. Die Rotation der neu
tralen Zone führt zu einer entsprechenden Rotation der das
Magnetfeld beschreibenden Feldlinien, welche durch Magnet
feldsensor 19 erfaßt wird. Neben der Kraftmessung läßt sich
durch zusätzliche Bestimmung des Vorzeichens auch die Kraf
trichtung bestimmen. Selbstverständlich kann es sinnvoll
sein, an jeder Platte eine Führung vorzusehen, so daß auch
Differenzkräfte zwischen relativ zueinander bewegten Maschi
nenteilen bestimmt werden können.
Teilbilder f) bis h) von Fig. 4 zeigen eine Weiterbildung
des Wandlerelementes bzw. Kraftsensors in symmetrischer Bau
art mit zwei Elastomerkernen 25 und 25'. Teilbild g) zeigt
das symmetrische Wandlerelement in Aufsicht. Zwischen den
Platten 23, 23' und 24 sind die Kerne 25 und 25' angeordnet.
Durch die doppelte Ausführung des Kerns entstehen zwei ge
genüberliegende neutrale Zonen 26. Bei Aufbringen einer
Kraft F auf die mittlere Platte 24 teilt sich die Gegenkraft
an den außenliegenden Platten 23 und 23' auf die beiden
Kraftkomponenten F/2 auf. Die Fingerhalter 28, 28' zur Auf
nahme der Sensorelemente 27, 27' sind jeweils mit Platten
23, 23' verbunden, so daß in der bereits beschriebenen Weise
die Größe der Krafteinwirkung sensorisch erfaßt werden kann.
In Fig. 5 ist schematisch eine Sensoranordnung mit elektro
nischer Signalverarbeitungseinrichtung angegeben, mit der
die auftretenden Magnetfeldänderung besonders hochauflösend
erfaßt werden kann. Drehmomentsensor 29 ist stellvertretend
für die in den Fig. 3 und 4 angegebenen Sensoren gezeich
net. Fühler 30 erfaßt das Magnetfeld des Encoders 8 mittels
eines im Fühler integrierten flächenförmigen Sensorelementes
32. Am Ausgang von Fühler 30 wird Ausgangssignal IS, an einer
zweiadrigen Stromschnittstelle bereitgestellt, welche mit
Steuergerät 31 verbunden ist. Sensorelement 32 ist in der
Ausführung als Kombination zweier gegeneinander winkelver
schobener AMR-Teil-Brückenstrukturen A, B dargestellt. Ent
sprechende Sensorelemente sind an sich bekannt. Teilbrücke A
liefert ein sinusförmiges Signal 48 gemäß der Formel VA =
VA(M) = f(α), welches über Leitung 49 an die Schaltungsein
heit 33 weitergeleitet wird. Teilbrücke B erzeugt ein zu Si
gnal 48 orthogonales cosinusförmiges Signal 50 gemäß der
Formel VB = VB (M) = f(α). Anschließend werden Teilsignale
48, 50 in einer integrierten elektronischen Schaltungsein
heit 33 in getrennten Kanälen SCS und SCC aufbereitet und
Interpolatornetzwerk 34 zugeführt. Interpolatornetzwerk 34
berechnet elektronisch die Funktion arctan(VA/VB) mit ei
ner Auflösung, welche dem Winkel Δα entspricht. Interpola
tornetzwerk 34 erzeugt eine Impulskette 37 gemäß der Formel
Vi = k.Δα und ein Statussignal 38 für das Vorzeichen nach
der Formel SGN (Δα) = f(k.Δα). Jeder Impuls Vi ent
spricht dann der Verdrehung um ein Winkelinkrement Δα als
Folge eines Drehmomentes an Sensorelement 29. Signale 37 und
28 werden Modulatorstufe 35 zugeführt, die daraus ein Steu
ersignal formt, welches eine Signalstromquelle 36 ansteuert.
Signalstromquelle 36 erzeugt einen Signalstrom 39 (IS), wel
cher an einem entsprechenden Ausgang von Fühler 30 bereitge
stellt wird. Das Muster des Signalstromes 39 besteht aus
Pulsen zweier unterschiedlicher Amplituden 40 (I2-I1 bzw.
I3-I1) mit einem Grundstrompegel (11). Die unterschied
liche Amplitudenhöhe kennzeichnet die Verdrehrichtung des
Drehmomentsensors.
Die Rekonstruktion des Drehmomentes wird innerhalb von Steu
ergerät 31 durch kontinuierliches vorzeichenbehaftetes Sum
mieren der eingehenden Signalpulse vorgenommen. Dies kann
zweckmäßigerweise mittels einer Zähleinrichtung erfolgen.
Alternativ kann an Stelle eines Stroms IS auch eine entspre
chend modulierte Spannung am Fühlerausgang bereitgestellt
werden.
Die Meßempfindlichkeit des erfindungsgemäßen Sensorelementes
kann bevorzugt dadurch verbessert werden, daß eine Ortsan
passung zwischen Sensorelement und Wandlerkörper vorgenommen
wird. Hierzu wird der sensorische Lesepunkt entlang der neu
tralen Zone so lange in Richtung der Drehachse verschoben,
bis der Zustand erreicht ist, bei dem sich die Auslenkung
der neutralen Zonen der Magnetisierung des Wandlerkörper un
ter Vollast innerhalb der örtlich nutzbaren Antennenbreite
des Sensorelementes bewegt.
Claims (18)
1. Wandlerkörper (41) zur Umwandlung einer an Drehmoment-
oder Kraftaufnahmemitteln (1, 2, 7, 7', 16, 16, 23, 23',24)
des Wandlerkörpers anliegenden Scherkraft oder eines
Drehmomentes in ein in Abhängigkeit von der Scherkraft
oder dem Drehmoment beeinflußtes magnetisches Feld, da
durch gekennzeichnet, daß der Wandlerkörper mindestens
ein verformbares Material (3, 8, 17, 25, 25') umfaßt, wel
ches sich nach Maßgabe der anliegenden Scherkraft oder
des anliegenden Drehmomentes nach Art eines elastischen
Materials verformt.
2. Wandlerkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das mindestens eine verformbare Material ein Elasto
mer ist.
3. Wandlerkörper nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß aus der Oberfläche des mindestens einen
verformbaren Materials ein Magnetfeld austritt, dessen
Feldlinienrichtung sich durch die besagte Verformung än
dert.
4. Wandlerkörper nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß das Magnetfeld durch eine Anordnung von magnetisier
ten Bereichen im mindestens einen verformbaren Material
hervorgerufen wird, welche insbesondere aus Nord- und
Süd-polarealen (45, 46) gebildet sind.
5. Wandlerkörper nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Richtungsänderung des Magnetfeldes
durch Verformung der Grenzfläche (9a, 9b, 9c, 9d, 18, 26)
hervorgerufen wird, wobei die Grenzfläche in unter
schiedliche Richtungen magnetisierte magnetische Areale
(45, 46) voneinander abgrenzt.
6. Wandlerkörper mindestens einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Magnetfeldlinien durch
mindestens ein in das oder die verformbaren
Material/-ien eingebrachtes magnetisierbares oder magnetisiertes
Material hervorgerufen werden.
7. Wandlerkörper nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis
6, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehmoment- oder
Kraftaufnahmemittel stoffschlüssig und/oder kraft
schlüssig mit dem oder den elastischen Element/-en ver
bunden sind, wobei die Drehmoment- oder Kraftaufnahme
mittel so geformt sind, daß Drehmomente und/oder Scher
kräfte auf das oder die verformbaren Material/-ien über
tragen werden können, welche eine Scherverformung des
elastischen Materials hervorrufen.
8. Drehmomentwandlerkörper nach mindestens einem der An
sprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das minde
stens eine verformbare Material ein zylinderförmiger
Kern mit (3, 8a) oder ohne (8) Aussparung in Achsennähe
ist, welcher unter Einwirkung eines axial anliegenden
Drehmoments (4, 5) eine Torsionsverformung erfährt.
9. Kraftwandlerkörper nach mindestens einem der Ansprüche 1
bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das mindestens eine
verformbare Material ein quaderförmiger Kern (17, 25, 25')
ist, welcher unter Einwirkung einer Scherkraft, welche
an Haltemitteln (16, 16',23, 23',24) anliegt, eine Scher
verformung erfährt.
10. Kraftwandlerkörper nach Anspruch 9, dadurch gekennzeich
net, daß die Scherkraft auf zwei quaderförmige Kerne
(25, 25') mit einem zwischen den Kernen angeordneten Hal
teelement (24) aufgeteilt ist.
11. Sensor (52), dadurch gekennzeichnet, daß das Magnetfeld
des Wandlerkörpers (41) nach mindestens einem der An
sprüche 1 bis 10 von einem oder mehreren magnetfeldemp
findlichen Sensorelementen (11, 11',13, 13', 19, 27, 27',32)
sensorisch erfaßt wird, welche das erfaßte Magnetsignal
in ein elektrisches Signal umwandeln.
12. Sensor nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das
mindestens eine Sensorelement ein magnetoresistives,
insbesondere ein AMR- oder GMR-, Sensorelement ist.
13. Sensor nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet,
daß das mindestens eine Sensorelement an einem oder je
weils einem Halterfinger (12, 12, 14, 14', 15, 20, 28, 28')
befestigt ist, welcher insbesondere mit einem Drehmo
ment- oder Kraftaufnahmemittel mechanisch fest verbun
den ist.
14. Sensor nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß dieses einen oder mehrere
Fühler (30) umfaßt, wobei der Fühler ein Sensorelement
(32) und eine elektronische aktive Sensorschaltung
(33, 34, 35, 36) baulich zusammenfaßt und ein codiertes
elektrisches Ausgangssignal (39) mit der Kraft- bzw.
Drehmomentinformation an einer Schnittstelle, welche
insbesondere zwei Leiter umfaßt, für ein elektronisches
Steuergerät (31) bereitstellt.
15. Sensor nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die
Strom-/Spannungsversorgung des Fühlers durch ein an die
Schnittstelle angeschlossenes Steuergerät (31) vorgenom
men wird.
16. Sensor nach mindestens einem der Ansprüche 11 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, daß das Sensorelement zwei
gegeneinander winkelverschobene AMR-Brückenstrukturen
(A, B) umfaßt, wobei insbesondere deren beiden
Teilbrücken in Kombination mit der Verformung des Wandlerkörpers
zwei zueinander orthogonale elektrische Signale erzeu
gen.
17. Sensor nach mindestens einem der Ansprüche 14 bis 16,
dadurch gekennzeichnet, daß die Signale der Brücken
strukturen in Signalaufbereitungsstufen (33) verstärkt
und anschließend einem Interpolationsnetzwerk (34) zuge
führt werden.
18. Sensor nach mindestens einem der Ansprüche 14 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, daß dieses einen Modulator (35)
umfaßt, an den impulsförmige Steuersignale (37, 38) über
tragen werden, und wobei der Modulator aus den impuls
förmigen Steuersignalen weitere Steuersignale erzeugt,
um eine Stromquelle (36) zu steuern, die daraufhin
Strompulse (39) an ein Steuergerät (31) überträgt, wobei
ein Impuls (40) ein Winkelinkrement repräsentiert und
die Amplitude eines Impulses die momentane Bewegungs
richtung angibt.
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