DE102004053133A1 - Überzug zur Verkleidung von Kraftfahrzeug-Innenräumen und Formteil mit einem solchen Überzug - Google Patents
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Abstract
Es wird ein Überzug zur Verkleidung von Kraftfahrzeug-Innenräumen mit einem flächigen, eine Sichtseite aufweisenden Verkleidungsteil, insbesondere aus Leder, das mindestens eine Naht aufweist, vorgeschlagen. Auf der zu der Sichtseite entgegengesetzten Seite des Verkleidungsteils ist im Bereich der Naht mindestens ein mit dem Verkleidungsteil verbundenes Positionierelement zum definierten Halten des Verkleidungsteils bei seiner Kaschierung und/oder Hinterschäumung vorgesehen. Weiterhin wird ein Formteil zur Verwendung in Kraftfahrzeugen mit einem Träger und dem Überzug vorgeschlagen, wobei das Positionierelement gegebenenfalls mit einem Abstand zum Überzug für eine Hinterschäumung mit dem Träger verbunden ist.
Description
- Die Erfindung betrifft einen Überzug zur Verkleidung von Kraftfahrzeug-Innenräumen nach dem Oberbegriff des Hauptanspruchs sowie ein Formteil mit einem solchen Überzug.
- Entsprechend dem Stand der Technik besteht, insbesondere bei höherwertigen Kraftfahrzeugen, zur Verkleidung des Innenraums ein Bedarf, Oberflächenbezüge aus hochwertigen Materialien, wie etwa Ledern zur Verfügung zu stellen. Diese Materialien sind jedoch nicht in beliebigen Größen verfügbar, so dass eine Stückelung von Lederteilen nötig ist, um einen Oberflächenbezug beliebiger Flächen herstellen zu können. Auch ist die Dehnrate der Materialien begrenzt und die meisten Flächen sind nicht abwickelbar, so dass ein Zuschnitt aus mehreren Teilen notwendig ist.
- Die Lederteile werden meist durch Vernähen zusammengefügt. Entsprechende Nähte haben hier also primär die Funktion, die einzelnen Lederteile zusammenzuhalten. Darüber hinaus wird oft auch aus Designgründen gewünscht, im Fahrzeuginnenraum sichtbare Ziernähte anzubringen.
- Aus der WO 03/08 0312 ist beispielsweise ein Formteil mit einem Oberflächenbezug offenbart, der mindestens zwei Flächenabschnitt aus Ledern aufweist, wobei die Lederteile mit einer Steppnaht verbunden sind. Damit beim Hinterschäumen des Oberflächenbezugs kein anfangs dünnflüssiges Schaummaterial durch die Nähte an den Schnittstellen der Lederteile hindurchdringt, ist unterhalb der Naht ein Kunststoffteil angeordnet, das mit den darüber liegenden Oberflächenteilen vernäht ist und somit eine Dichtung darstellt. Bei einer solchen Anordnung ist es schwierig, die Naht des Oberflächenbezuges positionsrichtig in Bezug auf die Hinterschäumung bzw. in Bezug auf einen möglicherweise verwendeten Träger anzuordnen.
- Aus der JP 05-4236 A ist ein Verfahren zum Hinterschäumen von mit einer Naht versehenen Oberflächenteilen, bei dem ein Abdichtungsteil zwischen die jeweiligen Enden von zwei Oberflächenteilen eingefügt und mit diesen vernäht ist. Das Dichtungsteil ist mit einem Vorsprung versehen, der in eine Vertiefung einer Form eingreift, wenn der Oberflächenbezug in diese Form für seine Hinterschäumung eingelegt wird. Nach der Hinterschäumung wird das Dichtungsteil, das mit seinem Vorsprung von der Sichtseite zu sehen ist, teilweise herausgebrochen, wobei die Naht die Sollbruchstelle des Dichtungselements vorgibt.
- Eine solche Verfahrensweise ist recht aufwendig, da nach der fertigen Hinterschäumung das Dichtungsteil mit dem Vorsprung teilweise entfernt werden muss. Darüber hinaus wird durch den Vorsprung lediglich die Positionierung des Oberflächenbezugs in Bezug auf die für die Hinterschäumung verwendete Form vorgegeben, wobei kein Träger vorhanden ist.
- Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Überzug mit mindestens einer Naht für die Verkleidung von Kraftfahrzeug-Innenräumen zu schaffen, mit dem es möglich ist, die Naht in Bezug auf ein Trägermaterial bei der Kaschierung und/oder Hinterschäumung in einfacher Weise zu realisieren, wobei gleichzeitig eine Abdichtung gegeben sein soll.
- Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
- Dadurch, dass auf der zur Sichtseite des Verkleigungsteils des Überzugs entgegengesetzten Seite im Bereich der Naht mindestens ein mit dem Verkleidungsteil verbundenes Positionierelement vorgesehen ist, wird eine Möglichkeit gegeben, das Verkleidungsteil bei seiner Kaschierung und/oder Hinterschäumung in Bezug auf einen Träger definiert zu halten.
- Durch die in den Unteransprüchen angegebenen Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen möglich.
- In vorteilhafter Weise kann das mindestens eine Positionierelement ein Kopfteil z.B. einen Steg zum Untergreifen der Naht und mindestens ein an das Kopfteil angesetztes Fußteil aufweisen. Aufgrund der Verbindung des unter der Naht liegenden Kopfteils, z.B. des Stegs mit dem Verkleidungsteil, vorzugsweise durch eine oder mehrere weitere Steppnähte, ist eine gute Abdichtung gegeben.
- Vorteilhaft kann das Kopfteil mit einer z.B. trichterförmigen Vertiefung zur Aufnahme der Ränder der Teilabschnitte versehen sein, wobei die Teilabschnitte mit dem Kopfteil unter Bildung der Naht vernäht sein können.
- Weiterhin ist vorteilhaft, dass das mindestens eine Positionierelement als bandförmiges Profil ausgebildet ist, da es über die gesamte Länge der Naht angeordnet werden kann.
- Weiterhin ist vorteilhaft, dass das mindestens eine Fußteil des Positionierelements mit Formschlusselementen, z.B. einem Zapfenprofil oder einem Bund und einem Rastelement versehen ist, da diese eine gute Positionierung in Bezug auf den Träger gewährleisten.
- Gemäß der Erfindung wird gleichfalls ein Formteil zur Verwendung in Kraftfahrzeugen zur Verfügung gestellt, der einen Träger und den erfindungsgemäßen Überzug aufweist, wobei der Träger Vertiefungen oder Löcher für eine kraft- und/oder formschlüssige Verbindung mit dem mindestens einen Positionierelement aufweist, wodurch eine saubere und genaue Positionierung des Überzuges in Bezug auf den Träger gewährleistet wird und ein ansprechendes Aussehen des Formteils gegeben ist.
- Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
-
1 eine schematisch Ansicht eines Ausführungs beispiels des erfindungsgemäßen Überzugs und Trägers im Schnitt, -
2 eine perspektivische Ansicht eines ersten Ausführungsbeispiels eines Positionierelementes, -
3 eine perspektivische Ansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels eines Positionierelementes, -
4 eine Ansicht entsprechend1 , bei der der Überzug mit einer Hinterschäumung versehen ist, -
5 eine Ansicht entsprechend4 in einer weiteren Ausführungsform des Positionierelements, -
6 eine Ansicht eines weiteren Ausführungsbeispiels entsprechend4 , und -
7 eine Ansicht entsprechend4 mit einem Positionierelement und trichterförmigem Kopfteil. - In
1 ist eine Teilansicht eines Formteils im Schnitt gezeigt, das zur Verkleidung im Innenraum eines Kraftfahrzeuges z.B. zur Verkleidung einer Tür oder dergleichen dient. Das Formteil weist einen Träger1 , der beispielsweise aus einer Fasermatte hergestellt ist, und einen Überzug2 auf, der mit dem Träger1 , beispielsweise durch Kaschierung verbunden ist. Der Überzug2 weist ein Verkleidungsteil auf, das im dargestellten Fall aus zwei Teilabschnitten3 ,4 besteht, wobei die Teilabschnitte üblicherweise aus Leder bestehen, es kann jedoch auch ein Stoff- oder Kunststoffverkleidungsteil vorgesehen sein. Die Teilabschnitte3 ,4 werden an ihren Enden umgebogen und an der Biegung mit einer Steppnaht5 entsprechend1 vernäht. Weiterhin ist ein Positionierelement6 unterhalb der Naht5 , d.h., an der der Sichtseite abgewandten Seite der Teilabschnitte3 ,4 angeordnet, das in einem Ausführungsbeispiel entsprechend2 als bandförmiges Profil ausgebildet sein kann. - Das Positionierelement
6 entsprechend2 weist ein als Steg7 ausgebildetes Kopfteil und einen an den Steg7 angeformten Schenkel8 bzw. ein Fußteil auf. Der Schenkel8 ist mit Löchern9 versehen, die für den Durchgang eines oder mehrerer Fäden zum Setzen von weiteren Steppnähten10 am Rand des jeweiligen Teilabschnittes3 ,4 dienen, wobei die Naht10 durch den bogenförmigen Umschlag des jeweiligen Teilabschnitts3 ,4 hindurchgeht. Diese Nähte10 realisieren eine Abdichtung zwischen den Enden der Teilabschnitte3 ,4 und dem Steg7 des Positionierelements6 . - Der Schenkel
8 des Positionierelements6 ist mit einem Zapfenprofil11 versehen und greift in eine Vertiefung12 des Trägers1 ein, wodurch der Überzug2 in Bezug auf den Träger1 so positioniert wird, dass die lang gestreckte Naht zwischen den Enden der Teilabschnitte3 ,4 über der nutartigen Vertiefung12 des Trägers1 liegt. Dabei bildet das Zapfenprofil11 zusammen mit der Nut12 bzw. deren Begrenzungswände eine kraft- und/oder formschlüssige Verbindung. - In
1 und2 wird als Positionierelement das bandförmige lang gestreckte Profil mit durchgehendem Steg7 und durchgehendem Schenkel8 verwendet. - Selbstverständlich können auch mehrere einzelne Positionierelemente oder ein Positionierelement entsprechend
3 verwendet werden, das einen durchgehenden Steg7 entsprechend2 aber mehrere einzelne angeformte Füße13 aufweist. Auch diese Füße13 sind mit Formschluss- oder Klemmelementen14 versehen, wobei die Füße13 in entsprechende Löcher in dem Träger1 eingreifen und die Elemente14 den entsprechenden Form- und/oder Kraftschluss sicherstellen. Selbstverständlich sind auch andere Formen des Positionierelements denkbar, allerdings muss eine Abdichtung zwischen Positionierelement und den umgeschlagenen Enden der Teilabschnitte3 ,4 sowie eine Verbindung zwischen Positionierelement und Träger sichergestellt werden. - In
4 ist ein Überzug2 mit Hinterschäumung15 dargestellt, wobei die Verbindung zwischen den Teilabschnitten3 ,4 untereinander über die Naht5 und dem Positionierelement6 über die Nähte10 derjenigen nach1 entspricht. Das Positionierelement6 weist zusätzlich einen Bund16 auf, der auf dem Träger1 aufliegt und einen definierten Abstand zwischen Verkleidungsteil3 ,4 und Träger1 vorgibt. Daher kann der Bund16 auch als Abstandselement bezeichnet werden. Der Raum zwischen den Teilabschnitten3 ,4 und dem Träger1 wird dann mit einer Hinterschäumung versehen, wobei ein dünnflüssiges Schaummaterial eingespritzt wird, das beispielsweise eine Polyurethan-Weichschaum15 bildet. - Eine andere Form der Abstandshaltung ist in
5 dargestellt, bei der der Träger1 seitlich von der Nut12 Erhöhungen17 aufweist, die etwa bis zur Unterseite des Steges7 des Positionierelements6 reichen. Auch hier wird das Schaummaterial zur Bildung einer Hinterschäumung15 in den Zwischenraum eingespritzt. -
6 zeigt ein Ausführungsbeispiel, bei dem die Naht10 aufgeteilt ist in eine Ziernaht18 , die an der Sichtseite der Teilabschnitte3 ,4 angebracht ist, und eine Funktionsnaht19 , die die Umschläge20 der Teilabschnitte mit dem Steg7 des Positionierelementes6 verbindet. Das Ende des jeweiligen Umschlags20 ist mit der Unterseite des jeweiligen Teilabschnitts3 ,4 z.B. durch Klebung verbunden. Auch die Funktionsnaht19 kann durch eine Klebung ersetzt werden. - Der Träger
1 weist ein oder mehrere Durchbrüche21 auf, durch die das oder die Fußteile22 des Positionierelements6 hindurchgesteckt sind. Das Fußteil22 weist entsprechend4 einen Bund oder Anschlag16 und ein Rastelement23 auf, wobei letzteres elastisch ist. Das Fußteil wird durch den Durchbruch21 geschoben, wobei der Bund16 an der der Hinterschäumung15 zugewandten Seite des Trägers1 anstößt und das Rastelement23 die abgewandte Seite des Trägers1 verriegelnd hintergreift. Auf diese Weise wird das gesamte Positionierelement festgelegt. - Wie schon oben ausgeführt wurde, realisieren die Nähte
10 entsprechend den1 ,4 ,5 und die Nähte19 in6 eine Abdichtung bei der Hinterschäumung, d.h. eine Abdichtung der Stoßstelle des Verkleidungsteils mit Naht5 gegen das anfangs flüssige Schäummedium. diese Abdichtung kann durch Dichtborde am Positionierelement6 bzw. dessen Steg7 , beispielsweise mittig auf den Steg unterhalb der Naht5 oder durch andere am Positionierelement6 vorgesehenen Dichtelemente ersetzt oder unterstützt werden. - In
7 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel eines Positionierelements6 dargestellt, wobei der Steg7 durch ein trichterförmiges Kopfteil24 ersetzt ist. Dabei weist das trichterförmige Kopfteil29 nach außen gebogene Ränder auf. Die Enden der Teilabschnitte3 des Verkleidungsteils werden in die trichterförmige Öffnung eingeführt und zusammen mit den Randschenkeln des trichterförmigen Kopfteils24 mittels einer Quernaht25 vernäht. Auch hier können an den Rändern des Kopfteils24 zusätzliche Maßnahmen zur Abdichtung vorgesehen sein. Weiterhin kann auch die Vertiefung im Kopfteil24 anders als trichterförmig ausgebildet sein.
Claims (14)
- Überzug zur Verkleidung von Kraftfahrzeug-Innenräumen mit einem flächigen, eine Sichtseite aufweisenden Verkleidungsteil, insbesondere aus Leder, und mindestens einer Naht, dadurch gekennzeichnet, dass auf der zu der Sichtseite entgegengesetzten Seite des Verkleidungsteils (
3 ,4 ) im Bereich der Naht (5 ) mindestens ein mit dem Verkleidungsteil (3 ,4 ) verbundenes Positionierelement (6 ) zum definierten Halten des Verkleidungsteils (3 ,4 ) bei seiner Kaschierung und/oder Hinterschäumung vorgesehen ist. - Überzug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verkleidungsteil aus mindestens zwei Teilabschnitten (
3 ,4 ) besteht, die durch die Naht (5 ) verbunden sind. - Überzug nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Positionierelement (
6 ) als bandförmiges Profil ausgebildet ist. - Überzug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Positionierelemente im Bereich der Naht mit dem Verkleidungsteil verbunden sind.
- Überzug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Positionierelement (
6 ) einen Kopfteil (7 ,24 ) zum Festlegen der der Teilabschnitte (3 ,4 ) und mindestens ein mit dem Kopfteil (7 ,24 ) verbundenes Fußteil (8 ,13 ,22 ) zur Festlegung an einen Träger aufweist. - Überzug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopfteil als Steg (
7 ) zum Hintergreifen der Naht (5 ) ausgebildet ist. - Überzug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopfteil (
24 ) eine Vertiefung zur Aufnahme von Rändern der Teilabschnitte aufweist - Überzug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Positionierelement im Querschnitt T-förmig ausgebildet ist.
- Überzug nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Fußteil mit Formschluss- oder Klemmelementen (
11 ,14 ,16 ,23 ) versehen ist. - Überzug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Fußteil (
8 ) ein Zapfenprofil (11 ) aufweist. - Überzug nach einem der Ansprüche 5 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Fußteil (
8 ,13 ,22 ) mit einem Bund (16 ) zur Vorgabe eines definierten Abstandes versehen ist. - Überzug nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Kopfteil (
7 ,24 ) des Positionierelements (6 ) mit dem Verkleidungsteil (3 ,4 ) vernäht ist. - Formteil zur Verwendung in Kraftfahrzeugen mit einem Träger (
1 ) und einem Überzug (2 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei der Träger (1 ) Vertiefungen (12 ) oder Löcher (21 ) für eine kraft- und/oder formschlüssige Verbindung mit dem mindestens einen Positionierelement (6 ) aufweist. - Formteil nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Verkleidungsteil (
3 ,4 ) des Überzugs (2 ) und dem Träger (1 ) eine Hinterschäumung (15 ) vorgesehen ist.
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