DE102004057843A1 - Verfahren zum Verarbeiten von Lentikularfolie - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verarbeiten von Lentikularfolie in Bogendruckmaschinen, wobei die Lentikularfolie nebeneinander angeordnete Linsenstreifen aufweist, die in Bogenlaufrichtung verlaufen, und die Bogen aus Lentikularfolie in Bogenlaufrichtung sowie quer zur Bogenlaufrichtung ausgerichtet werden. DOLLAR A Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zu entwickeln, durch das sichergestellt wird, dass die Streifensequenzen exakt den Linsenstreifen der Lentikularfolie zugeordnet werden. DOLLAR A Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Bogen (1) quer zur Bogenlaufrichtung (5) nach einer jeweils zwischen benachbarten Linsenstreifen (6) gebildeten Berührungslinie (7) ausgerichtet werden.
Description
- Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verarbeiten von Lentikularfolie in Bogendruckmaschinen, wobei die Lentikularfolie nebeneinander angeordnete Linsenstreifen aufweist, die in Bogenlaufrichtung verlaufen und die Bogen aus Lentikularfolie in Bogenlaufrichtung sowie quer zur Bogenlaufrichtung ausgerichtet werden.
- Lentikularfolie, die auch als Linsenrasterfolie bezeichnet wird, ist eine klartransparente Folie, die auf der Vorderseite eine Vielzahl nebeneinander angeordneter Wölbungen aufweist. Die Wölbungen verlaufen parallel zueinander und wirken als optische Linsen. Diese Folien finden Verwendung bei der Herstellung von Lentikularprodukten, wie z. B. beim Realisieren von Bildfolgen oder dreidimensionalen Bildeindrücken. Dazu wird die Rückseite der Lentikularfolie mit einen Sujet bedruckt und anschließenden Deckweiß aufgetragen oder Karton kaschiert.
- Um Bildfolgen oder dreidimensionale Bildeindrücke realisieren zu können, ist es erforderlich, unterschiedliche Bilder in streifenförmige Bildteile zu zerlegen und diese sequentiell zu einem einzigen Sujet zu vereinigen. Dabei ist jede Streifensequenz aller zu vereinigenden Bilder genau so breit wie ein Linsstreifen und muss exakt darunter gedruckt werden. Nur so entsteht, je nach dem gewählten Betrachtungswinkel, der gewünschte Bildeffekt, d. h. das Sichtbarwerden von Bildfolgen oder der dreidimensionale Bildeindruck. Werden die Streifensequenzen nicht exakt unter den Linsenstreifen gedruckt, ist das Produkt unbrauchbar.
- In bogenverarbeitenden Maschinen ist es allgemein üblich, die zur Verarbeitung gelangenden Bogen nach der Vorderkante auszurichten, indem diese mit der Vorderkante gegen Anlegmarken geführt werden. Nachfolgend wird der nach der Vorderkante ausgerichtete Bogen nach der Seitenkante ausgerichtet. Dazu wird der Bogen quer zur Bogenlaufrichtung verschoben und mit der Seitenkante gegen einen Seitenanschlag transportiert (
DE 100 47 314 A1 ). - Aus der
DE 102 05 630 A1 ist es weiterhin bekannt, nach dem Ausrichten in Bogenlaufrichtung die Ist-Lage der Seitenkante durch Messmittel zu erfassen und einen Soll-Ist-Wert-Vergleich durchzuführen. Weicht der Ist-Wert vom Soll-Wert ab, wird ein Stellsignal generiert und einem Stellglied zugeführt. Das Stellglied steht mit einem in einem Anlegzylinder in axialer Richtung verschiebbar gelagerten Greifsystem in Verbindung. Durch Verschieben des Greifersystems wird dann die Soll-Lage der Seitenkante realisiert. - Beide Verfahrensweisen haben bei der Verarbeitung von Lentikularfolie den Nachteil, dass das ausrichten der Bogen quer zur Bogelaufrichtung nach der Seitenkante erfolgt.
- Da aber die Seitenkante der Bogen aus Lentikularfolie nicht zwangsläufig immer genau zur Linsenstruktur der Lentikularfolie verläuft, sind qualitativ schlechte oder unbrauchbare Produkte nicht auszuschließen. Außerdem ist es erforderlich, durch Stellhandlungen die Streifensequenzen exakt den Linsenstreifen zuzuordnen, wodurch ebenfalls die Produktivität der Gesamtmaschine nachteilig beeinflusst wird.
- Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zu entwickeln, durch das sichergestellt wird, dass die Streifensequenzen exakt den Linsenstreifen der Lentikularfolie zugeordnet werden.
- Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Verfahren nach den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
- Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist es möglich, ohne einen Mehraufwand, lediglich mit bereits vorhandenen Mitteln, Bogen aus Lentikularfolie standgerecht einer Bogendruckmaschine zuzuführen, unabhängig von der Lage der Bogenseitenkante zur Linsenstruktur. Damit kann die Produktivität der Gesamtanlage und die Qualität der Lentikularprodukte erhöht werden.
- Die Erfindung wird an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden. In den Zeich- nungen zeigen
-
1 eine vergrößerte Darstellung eines Ausschnittes eines Bogens Lentikularfolie in der Draufsicht -
2 einen Schnitt in A-A in1 -
3 eine Bogenanlage in der Seitenansicht -
4 einen Schnitt B-B in3 in einer vergrößerten Darstellung - In
1 ist der Ausschnitt eines aus Lentikularfolie bestehenden Bogens1 mit Blick auf die Rückseite2 dargestellt. Vom Bogen1 sind eine Vorderkante3 und eine Seitenkante4 gezeigt. Der Bogen1 weist in Bogenlaufrichtung5 verlaufende Linsenstreifen6 auf. Jeweils zwei nebeneinander vorgesehene Linsenstreifen6 bilden eine Berührungslinie7 . In der Schnittdarstellung nach2 ist gezeigt, dass jedem Linsenstreifen6 jeweils ein erster Bildstreifen8 , ein zweiter Bildstreifen9 und ein dritter Bildstreifen10 zugeordnet ist. Die Bildstreifen8 ,9 ,10 stellen eine Streifensequenz11 dar, die exakt den einzelnen Linsenstreifen6 zugeordnet sein muss. In2 ist gezeigt, dass die Seitenkante4 nicht mit einer Berührungslinie7 identisch ist. -
3 zeigt eine Bogenanlage mit einem Anlegtisch12 und an diesem in einer Arbeitsposition am Anlegtisch12 befindlichen Anlegmarken13 . Die Anlegmarken13 können im Arbeitstakt aus der Arbeitsposition am Anlegtisch12 in eine unter dem Anlegtisch12 befindliche Rastposition verbracht werden. Dem Anlegtisch12 ist eine Bogenbeschleunigungseinrichtung14 , die als Schwinganlage15 ausgebildet ist, nachgeordnet. Die Schwinganlage15 ist mit einem Bogenhaltesystem16 ausgestattet. Der Schwinganlage15 schließt sich eine Trommel17 an, in der ein Greifersystem18 in axialer Richtung verschiebbar angeordnet ist. Der Trommel17 ist eine Zylinder19 nachgeordnet. Auf dem Anlegtisch12 sind ein von dem Greifersystem18 gehaltener abziehender Bogen20 und der mit der Vorderkante3 an den Anlegmarken13 anliegenden Bogen1 dargestellt. Dem Anlegtisch12 ist eine Messeinrichtung21 zugeordnet. Die Messeinrichtung21 ist so ausgebildet, dass durch diese innerhalb eines für jede Maschine charakteristischen Formatstellbereichs ein Seitenbereich der einlaufenden Bogen1 erfasst werden kann. Im Ausführungsbeispiel ist die Messeinrichtung21 als optoelektronische Messeinrichtung ausgebildet. Es kann aber auch jedes andere Messprinzip Verwendung finden. - Die Messeinrichtung
21 ist in einem quer zur Bogentransportrichtung5 im Anlegtisch12 vorgesehenen Kanal22 angeordnet. Der Kanal22 ist mit einem durchsichtigen Abdeckstreifen23 verschlossen, so dass die Oberfläche des Anlegtischs12 und des Abdeckstreifens23 eine gemeinsame Ebene bilden. - Die Messeinrichtung
21 ist mit einer Auswerteinheit24 verbunden, in die Soll-Werte eingegeben und dort gespeichert werden können. Die Auswerteinheit24 ist mit einem Stellelement25 verbunden, das seinerseits in Wirkverbindung mit dem Greifersystem18 der Trommel17 steht. Das Greifersystem18 kann als funktionelle Einheit durch das Stellelement25 in axialer Richtung verschoben werden. - Die aus Lentikularfolie bestehenden Bogen
1 werden von einem nicht dargestellten Bändertisch auf den Anlegtisch12 und mit der Vorderkante3 gegen die in ihrer Arbeitsposition am Anlegtisch12 positionierten Anlegmarken13 transportiert und damit nach der Vorderkante3 ausgerichtet. Von dem zur Ruhe gebrachten Bogen1 wird durch die Messeinrichtung21 die Seitenlage erfasst. Dabei werden von der Messeinrichtung21 jeweils die Lage der Seitenkante4 und die Lage der daneben liegenden Berührungslinien7 charakterisierenden Signale generiert und der Auswerteinheit24 zugeführt. In der Auswerteinheit24 wird das durch die Seitenkante4 in der Messeinrichtung21 generierte Signal ausgeblendet. Außerdem werden alle die Signale, die durch die Berührungslinien7 in der Messeinrichtung21 generiert werden, ausgefiltert, lediglich ein durch eine Berührungslinie7 generiertes Signal wird nicht ausgeblendet und zu einem Soll-Ist-Vergleich in der Auswerteinheit24 herangezogen. In vorteilhafter Weise wird immer dazu das Signal verwendet, welches durch die Berührungslinie7 generiert wird, die der Seitenkante4 des Bogens1 unmittelbar benachbart ist, wobei jedes andere Signal, welches durch eine Berührungslinie7 generiert wurde, ebenfalls Verwendung finden kann. - Der nach der Vorderkante
3 ausgerichtete und bezüglich seiner seitlichen Lage erfasste Bogen1 wird von dem Bogenhaltesystem16 der Schwinganlage15 übernommen, die Anlegmarken13 werden aus ihrer Arbeitsposition in die Rastposition verbracht und der Bogen1 zur Trommel17 transportiert. Dabei wird der Bogen1 zum abziehenden Bogen20 , der an das Greifersystem20 übergeben wird. Wurde in der Auswerteinheit24 beim Soll-Ist-Vergleich eine Abweichung von der Soll-Lage registriert, wird ein Stellwert realisiert und der Stelleinheit25 zugeführt, die das Greifersystem18 derart in axialer Richtung verschiebt, dass die Soll-Lage des auf der Trommel17 geführten abziehenden Bogen20 unter Zugrundlegung der dafür vorgesehenen Berührungslinie7 verwirklicht wird. Der abziehende Bogen20 wird dann standgerecht dem Zylinder19 übergeben. -
- 1
- Bogen
- 2
- Rückseite
- 3
- Vorderkante
- 4
- Seitenkante
- 5
- Bogenlaufrichtung
- 6
- Linsenstreifen
- 7
- Berührungslinie
- 8
- erster Bildstreifen
- 9
- zweiter Bildstreifen
- 10
- dritter Bildstreifen
- 11
- Streifensequenz
- 12
- Anlegtisch
- 13
- Anlegmarken
- 14
- Bogenbeschleunigungseinrichtung
- 15
- Schwinganlage
- 16
- Bogenhaltesystem
- 17
- Trommel
- 18
- Greifersystem
- 19
- Zylinder
- 20
- Abziehender Bogen
- 21
- Messeinrichtung
- 22
- Kanal
- 23
- Abdeckstreifen
- 24
- Auswerteinheit
- 25
- Stelleinheit
Claims (6)
- Verfahren zum Verarbeiten von Lentikularfolie in Bogendruckmaschinen, wobei die Lentikularfolie nebeneinander angeordnete Linsenstreifen aufweist, die in Bogenlaufrichtung verlaufen und die Bogen aus Lentikularfolie in Bogenlaufrichtung sowie quer zur Bogenlaufrichtung ausgerichtet werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Bogen (
1 ) quer zur Bogenlaufrichtung (5 ) nach einer jeweils zwischen benachbarten Linsenstreifen (6 ) gebildeten Berührungslinien (7 ) ausgerichtet werden. - Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Bogen (
1 ) quer zur Bogenlaufrichtung (5 ) nach der Berührungslinie (7 ) ausgerichtet werden, die zu einer Seitenkante (4 ) unmittelbar benachbart verläuft. - Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Seitenbereich der Bogen (
1 ) von einer Messeinrichtung (21 ) erfasst wird, wobei durch die Seitenkante (4 ) und die Berührungslinie (7 ) ihre Lage charakterisierende Impulse generiert und einer Auswerteinheit (24 ) zugeführt werden. - Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass in der Auswerteinheit (
24 ) der die Lage der Seitenkante (4 ) und die die Lage der Berührungslinien (7 ) charakterisierende Impulse bis auf einen eine vorgebbare Berührungslinie (7 ) charakterisierenden Impuls herausgefiltert werden. - Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der die Lage der vorgebbaren Berührungslinie (
7 ) charakterisierende Impuls einem Soll-Ist-Wertvergleich zugrunde gelegt wird. - Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem vom Soll-Wert abweichenden Ist-Wert ein Stellsignal generiert und einer Stelleinheit (
25 ) zugeführt wird zum Stellen eines in einer Trommel (17 ) in axialer Richtung verschiebbar gelagerten Greifersystems (18 ).
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE200410057843 DE102004057843A1 (de) | 2004-12-01 | 2004-12-01 | Verfahren zum Verarbeiten von Lentikularfolie |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE200410057843 DE102004057843A1 (de) | 2004-12-01 | 2004-12-01 | Verfahren zum Verarbeiten von Lentikularfolie |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE102004057843A1 true DE102004057843A1 (de) | 2006-06-08 |
Family
ID=36441596
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE200410057843 Withdrawn DE102004057843A1 (de) | 2004-12-01 | 2004-12-01 | Verfahren zum Verarbeiten von Lentikularfolie |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE102004057843A1 (de) |
Citations (9)
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- 2004-12-01 DE DE200410057843 patent/DE102004057843A1/de not_active Withdrawn
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