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Die
Erfindung betrifft eine Bohrloch-Streckenmesssonde zum Einführen in
ein Messrohr, das in ein Bohrloch eingebracht oder an einem Bauwerk angebracht
ist und in vorbestimmten Abständen
definierte Messmarken aufweist, mit einem oberen Sondenkopf und
einem unteren Sondenkopf, die in ihrem gegenseitigen Abstand veränderbar
gelagert sind und jeweils Halteelemente aufweisen, die an den Messmarken
mit dem Messrohr in Eingriff bringbar sind, mit zumindest einem
Wegaufnehmer, mittels dessen der gegenseitige Abstand der Halteelemente erfassbar
ist, und mit einer Auswerteeinrichtung, mittels der die aufgenommenen
Messwerte auswertbar sind.
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In
vielen geotechnischen Bereichen ist es notwendig und sinnvoll, die
Bewegungen des Erdbodens, eines Bauwerks oder eines Gebirges zu überwachen.
Es kann sich dabei um die Überwachung von
Bauwerken, z.B. eines Tunnels oder einer Staumauer, oder auch um
die Erkennung und Überwachung
po tentieller Bergsturzgebiete oder um die Untersuchung des Quellverhaltens
eines Gebirges handeln.
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Für die geotechnische
Deformationsmessung sind sogenannte Bohrloch-Streckenmesssonden
bekannt, die in regelmäßigen zeitlichen
Abständen
in ein Messrohr eingefahren werden, das in einem Bohrloch angeordnet
oder an einem Bauwerk angebracht ist. Das Messrohr weist in vorbestimmten axialen
Abständen
von beispielsweise einem Meter genau definierte Messmarken auf,
deren gegenseitiger Abstand mittels der Bohrloch-Streckenmesssonde
gemessen und erfasst wird.
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Im
Folgenden soll beispielhaft davon ausgegangen werden, dass das Bohrloch
im Wesentlichen vertikal verläuft
und die Bohrloch-Streckenmesssonde von oben in das ebenfalls vertikale
Messrohr eingefahren wird. Die in dieser Beschreibung verwendeten
Begriffe "oben" und "unten" beziehen sich auf
diese Ausgestaltung.
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Die
Bohrloch-Streckenmesssonde weist einen oberen Sondenkopf und einen
unteren Sondenkopf auf, die in ihrem gegenseitigen Abstand verstellbar
sind. Mittels einer Messeinrichtung in Form eines oder mehrerer
Wegaufnehmer läßt sich
der gegenseitige Abstand der Sondenköpfe exakt ermitteln.
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Das
Messrohr wird aus einer Vielzahl von einzelnen, vorzugsweise gleichartigen
Messrohrteilen zusammengesetzt, die jeweils eine relativ geringe Länge von
ca. einem Meter aufweisen und über Rohrmuffen
miteinander verbunden sind Im Bereich jeder Rohrmuffe ist eine Messmarke
in Form mehrerer radial nach innen weisender Vorsprünge ausgebildet,
die diskontinuierlich über
den Umfang verteilt sind, so dass zwischen den Vorsprüngen Durchlässe gebildet
sind.
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Die
Sondenköpfe
weisen jeweils radial nach außen
hervorstehende Halteelemente auf, die ebenfalls diskontinuierlich über den
Umfang verteilt sind. Je nach Drehlage des Sondenkopfes können die
Halteelemente entweder die Messmarke an den Durchlässen passieren
oder die Vorsprünge
der Messmarke formschlüssig
untergreifen.
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Zur
Durchführung
einer Messung wird die Bohrloch-Streckenmesssonde an einem Gestänge bis
in eine gewünschte
Tiefe in das Messrohr hinabgelassen, wobei die Sondenköpfe die
Messmarken jeweils an deren Durchlässe passieren. Anschließend wird über das
Gestänge
eine Drehkraft auf die Bohrloch-Streckenmesssonde
und somit auf deren Sondenköpfe
aufgebracht, wodurch diese um einen vorbestimmten Winkel, beispielsweise
45°, so
geschwenkt werden, dass die Halteelemente der Sondenköpfe unterhalb
der Vorsprünge
der Messmarken angeordnet sind. Dann wird die Bohrloch-Streckenmesssonde
angehoben, bis die Halteelemente des unteren Sondenkopfes von unten
mit den Vorsprüngen
der zugeordneten Messmarke in Anlage treten. Bei einem weiteren
Anheben der Bohrloch-Streckenmesssonde führt der obere Sondenkopf eine
Relativbewegung zu dem unteren Sondenkopf auf, bis seine Halteelemente
von unten mit den Vorsprüngen
der zugeordneten Messmarke in Anlage treten. Somit ist die Messposition
erreicht, in der der Abstand zwischen den beiden Sondenköpfen mittels
des Wegaufnehmers erfasst und der Auswerteeinheit zugeführt wird.
Ein Vergleich der gewonnenen Messwerte mit den Messwerten aus einer
früheren
Messung an exakt den gleichen Messmarken gibt Auskunft darüber, ob
sich die Messmarken in der Zwischenzeit verschoben haben.
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Nach
Beendigung der geschilderten Messung wird die Bohrloch-Streckenmesssonde
mittels des Gestänges
wieder zurückgeschwenkt,
so dass die Halteelemente die Durchlässe der Messmarke passieren
können,
und dann um die Länge
eines Messrohrteils angehoben, woraufhin eine gleichartige Messung
an den beiden weiteren aufeinanderfolgenden Messmarken durchgeführt wird.
Dieses Vorgehen wird wiederholt, bis das Messrohr in einem vorgegebenen
Abschnitt und insbesondere über
seine gesamte Länge
vermessen ist.
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Die
Durchführung
einer Messung mit einer Bohrloch-Streckenmesssonde der genannten
Art ist sehr arbeits- und zeitaufwendig. Bereits das Herablassen
der Bohrloch-Streckenmesssonde in das Messrohr benötigt eine
relativ lange Zeit, da man dazu ein Gestänge benötigt, mit dem auf die Bohrloch-Streckenmesssonde
ein Drehmoment bzw. eine Drehkraft aufgebracht werden kann, um die
Sondenköpfe
in genannter Weise zu verdrehen. Der Zusammenbau eines entsprechenden
Gestänges
aus einzelnen Gestängeteilen
benötigt
relativ viel Zeit und die Handhabung der Bohrloch-Streckenmesssonde wird
dadurch wesentlich erschwert. Darüber hinaus muss die Bohrloch-Streckenmesssonde
immer eine vorbestimmte Dreh-Ausrichtung
in dem Messrohr besitzen, um sie in dem Messrohr absenken oder anheben
zu können.
Dies ist verfahrenstechnisch ungünstig.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Bohrloch-Streckenmesssonde
der genannten Art zu schaffen, mit der sich das Messrohr in einfacher
und kostengünstiger
Weise vermessen läst.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer
Bohrloch-Streckenmesssonde
mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Dabei
ist vorgesehen, dass die Halteelemente im wesentlichen senkrecht
zur Längsrichtung
der Bohrloch-Streckenmesssonde und radial zum Messrohr verstellbar
und unter Wirkung einer Feder radial nach außen gegen die Innenwandung
des Messrohres spannbar sind.
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Erfindungsgemäß wird von
der Grundüberlegung
ausgegangen, die Sondenköpfe
an den Messpunkten nicht formschlüssig mit dem Messrohr in Eingriff
zu bringen, sondern die Positionierung der Sondenköpfe an den
Messpunkten durch eine Federkraft, d.h. kraftschlüssig zu
erreichen. Die Halteelemente sind mittels Federkraft nach außen gegen
die Innenwandung des Messrohres gespannt und können dort an den Messpunkten
ausgebildete Hinterschneidungen oder Messanschläge untergreifen, solange die
durch die Federkraft bestimmte Haltekraft nicht durch eine größere Abzugskraft überwunden wird.
Der wesentliche Vorteil dieser Ausgestaltung besteht darin, dass
die Sondenköpfe
zu ihrer Positionierung an den Messpunkten keine vorbestimmte Dreh-
oder Schwenkposition in dem Messrohr einnehmen müssen, so dass auf die Verwendung
eines torsionssteifen Gestänges
verzichtet werden kann. Statt dessen kann die Bohrloch-Streckenmesssonde beispielsweise
an einem Seil oder Kabel in das Messrohr abgelassen und in diesem
hinaufgezogen werden. Auf diese Weise ist einerseits der gerätetechnische
Aufwand wesentlich geringer und auch die Durchführung der Vermessung des Messrohres läßt sich
in wesentlich kürzerer
Zeit erreichen. Darüber
hinaus ist durch die radiale Verstellbarkeit der Halteelemente und
durch deren federnde Lagerung eine zwangsweise Zentrierung der Bohrloch-Streckenmesssonde
innerhalb des Messrohrs gewährleistet,
was insbesondere für
die Durchführung
weiterer Messungen mit der Sonde, beispielsweise Neigungsmessungen,
innerhalb des Messrohrs sinnvoll ist.
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Zur
Durchführung
einer Messung wird die Bohrloch-Streckenmesssonde beispielsweise
an einem Seil oder Kabel unter Eigengewicht in dem Messrohr hinabgelassen,
bis die Sondenköpfe
jeweils unterhalb derjenigen Messmarken angeordnet sind, deren Abstand
im Folgenden vermessen werden soll. An schließend wird die Bohrloch-Streckenmesssonde
langsam und vorsichtig in dem Messrohr angehoben. Wenn die federbelasteten
Halteelemente des unteren Sondenkopfes die zugeordnete Messmarke
erreichen, rasten sie in die dort ausgebildeten Hinterschneidungen
oder Vertiefungen ein. Die Federkraft der Halteelemente des unteren
Sondenkopfes ist so bemessen, dass der Eingriff mit der Messmarke
des Messrohres aufrechterhalten bleibt, wenn die Bohrloch-Streckenmesssonde
im folgenden weiter angehoben wird. Dabei tritt eine Relativbewegung zwischen
dem oberen und dem unteren Sondenkopf auf, bis auch die federbelasteten
Halteelemente des oberen Sondenkopfes in die Hinterschneidungen oder
Vertiefungen der zugeordneten Messmarke anschlagen oder einrasten.
In diesem Zustand ist die Messposition erreicht und die mittels
des Wegaufnehmers erfasste Relativbewegung zwischen den beiden Sondenköpfen wird
an die Auswerteeinrichtung gegeben, in der der gegenseitige Abstand
der Messmarken und dessen Vergleich mit früheren Messungen erfolgen kann.
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Um
die Halteelemente der Sondenköpfe
aus ihrem Eingriff mit den Messmarken zu lösen, wird die Bohrloch-Streckenmesssonde
entweder ruckartig nach oben gezogen, so dass die Haltekraft der
Halteelemente durch die dynamischen Effekte dieser Zugbewegung überwunden
wird. Alternativ ist es auch möglich,
die Bohrloch-Streckenmesssonde zunächst in Folge ihres Eigengewichts
um ein geringes Maß in dem
Messrohr abzusenken und dann mit erhöhter Zugkraft relativ schnell
nach oben zu ziehen, so dass die dabei auftretenden dynamischen
Effekte verhindern, dass sich die Sondenköpfe mit ihren Halteelementen
an den zugeordneten Messpunkten festsetzen können.
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Vorzugsweise
weist jeder Sondenkopf mehrere über
den Umfang der Bohrloch-Streckenmesssonde verteilte Halteelemente
auf.
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In
einer möglichen
Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass jeder Sondenkopf
zumindest zwei im wesentlichen diametral gegenüberliegend angeordnete Halteelemente
besitzt.
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Grundsätzlich ist
es möglich,
dass jedes Halteelement eine eigene Feder aufweist, mit der es radial
nach außen
gegen die Innenwandung des Messrohres gespannt wird. Vorzugsweise
ist jedoch vorgesehen, dass jeder Sondenkopf nur eine entsprechende
Feder aufweist, so dass die Halteelemente jedes Sondenkopfes unter
Wirkung einer gemeinsamen Feder stehen.
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Die
Federkräfte,
mit denen die Halteelemente des oberen Sondenkopfes und des unteren
Sondenkopfes radial gegen die Innenwand des Messrohres gespannt
werden, können
gleich groß sein.
In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist jedoch vorgesehen,
dass die auf die Halteelemente des unteren Sondenkopfes einwirkende
Federkraft FU geringer als die auf die Halteelemente
des oberen Sondenkopfes einwirkende Federkraft FO ist.
Dabei hat es sich bewährt,
wenn das Verhältnis
V der beiden Federkräfte
(V = FO/FU) im Bereich
von 1,1 bis 2,0 und insbesondere im Bereich von 1,2 bis 1,6 liegt.
Aufgrund der stärkeren
Auslegung der oberen Federkraft FO ist einerseits
sichergestellt, dass auch zusätzliche
unplanmäßige dynamische
Belastungen, die bei Gebrauch der Bohrloch-Streckenmesssonde vom
Benutzer über
das Seil oder Kabel im oberen Bereich der Bohrloch-Streckenmesssonde
in diese eingeleitet werden, zuverlässig aufgenommen werden können und
nicht dazu führen,
dass die Halteelemente an den Messpunkten aus ihrer Halterung herausspringen.
Darüber
hinaus ist es aufgrund der erhöhten
oberen Federkraft FO möglich, die Bohrloch-Streckenmesssonde
mit ausreichender Kraft gegen die Anschläge des oberen Messpunktes zu ziehen,
nachdem vorher die Halteelemente des unteren Sondenkopfes bereits
am unteren Messpunkt eingerastet sind, ohne dass die Gefahr besteht,
dass der obere Sondenkopf über
den oberen Messpunkt hinausgezogen wird.
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Die
radial verstellbare Lagerung der Halteelemente wird vorzugweise
dadurch erreicht, dass jedes Halteelement einen von zwei gelenkig
gelagerten Gestängeteilen
gebildeten Kniehebel und ein daran gelagertes Eingriffsteil aufweist.
Der Kniehebel bzw. die beiden Gestängeteile bilden ein mit der
Spitze radial nach außen
weisendes Gelenk-Dreieck, an dessen außenliegendem Gelenkpunkt das
Eingriffsteil angeordnet ist, bei dem es sich vorzugsweise um eine
Rolle handelt, die an der Innenwandung des Messrohres abrollen kann.
Die beiden radial innenliegenden Basis-Gelenkpunkte des Kniehebel
sind relativ zueinander in Längsrichtung
des Messrohres verstellbar, wodurch sich eine radiale Beweglichkeit
des außenliegenden
Gelenkpunktes und somit des Eingriffsteils ergibt. Vorzugsweise
ist einer der innenliegenden Basis-Gelenkpunkte an der Bohrloch-Streckenmesssonde
fest angebracht, während
der andere Basis-Gelenkpunkt unter Wirkung einer Feder steht, die
ihn in Richtung des anderen Basis-Gelenkpunktes beaufschlagt und
somit das Eingriffsteil radial nach außen gegen die Innenwandung
des Messrohres spannt.
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Der
Kniehebel bildet ein im wesentlichen in einer vertikalen Schnittebene
des Messrohres liegendes Dreieck mit einem oberen und einem untern
Gestängeteil.
Vorzugsweise besitzen die beiden Gestängeteile eine unterschiedliche
Länge und
sind in unterschiedlichen Winkelen relativ zur Längsachse der Bohrloch-Streckenmesssonde
und somit des Messrohres angeordnet. Durch die geometrische Ausgestaltung
und Anordnung des Kniehebels lassen sich für das Absenken und das Heraufziehen
der Bohrloch-Streckenmesssonde in dem Messrohr unterschiedliche
zu überwindende
Federkräfte
erreichen. In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
die Längen
der Gestängeteile und/oder
die Winkel in einem gegenseitigen Verhältnis von etwa 1:2 stehen.
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Das
längere
Gestängeteil,
das in einem geringeren bzw. flacheren Winkel relativ zur Längsachse
der Bohrloch-Streckenmesssonde als das kürzere Gestängeteil verläuft, ist
auf der dem unteren Ende der Bohrloch-Streckenmesssonde zugewandten
Seite angeordnet. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass beim Herablassen
bzw. Absenken der Bohrloch-Streckenmesssonde
in dem Messrohr aufgrund der vorliegenden Hebelverhältnisse
nur relativ geringe Federkräfte
der Halteelemente zu überwinden sind,
während
beim Anheben bzw. Heraufziehen der Bohrloch-Streckenmesssonde aufgrund
des oberen, relativ steil angestellten, kurzen Gestängeteils
größere Federkräfte der
Halteelemente zu überwinden sind.
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Die
Bohrloch-Streckenmesssonde kann in an sich bekannter mit Neigungssensoren
für die
vertikale und/oder horizontale Neigungsmessung ausgerüstet sein.
Des weiteren kann in die Bohrloch-Streckenmesssonde ein Temperatursensor
angeordnet sein, um Temperatureinflüsse auf den gegenseitigen Abstand
der Messpunkte bei der Auswertung der Messergebnisse berücksichtigen
zu können.
Zusätzlich
oder alternativ dazu kann auch eine Messrohr-Torsion erfasst werden,
indem der untere Sondenkopf mit seinen Halteelementen relativ zu
dem oberen Sondenkopf in einem Bereich von ± 5° drehbar gelagert ist. Für die Erfassung
der Messrohr-Torsion und einer Messrohr-Neigung ist es notwendig,
dass die Halteelemente der Sondenköpfe eine vorbestimmte Position
in Umfangsrichtung des Messrohres einnehmen, was sich beispielsweise
dadurch erreichen läßt, dass
im Messrohr zumindest eine sich über
die Länge
des Messrohres erstreckende lineare Nut ausgebildet ist.
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Weitere
Einzelheiten und Merkmale der Erfindung sind aus der folgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels
unter Bezugnahme auf die Zeichnung ersichtlich. Es zeigen:
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1 einen
ausschnittweisen Vertikalschnitt durch ein Messrohr,
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2 das
untere Ende des Messrohres mit eingefahrener Bohrloch-Streckenmesssonde,
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3 eine
schematische Darstellung der Kniehebel-Lagerung der Halteelemente,
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4 die
Bohrloch-Streckenmesssonde zu beginn eines Messvorgangs,
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5 die
Bohrloch-Streckenmesssonde gemäß 4 nach
Erreichen der unteren Messmarke,
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6 die
Bohrloch-Streckenmesssonde gemäß 5 nach
erfassen auch der oberen Messmarke und
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7 die
Bohrloch-Streckenmesssonde gemäß 6 nach
Beendigung der Messung und während
des Verfahrens zu weiteren Messmarken.
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1 zeigt
den grundsätzlichen
Aufbau eines Messrohres 1, in dem die erfindungsgemäße Bohrloch-Streckenmesssonde
zur Anwendung kommt. Das Messrohr 1 besteht aus mehreren
koaxial in Reihe angeordneten Messrohrteilen 2, 3 und 4, wobei
aufeinanderfolgende Messrohrteile jeweils mittels einer außenseitigen
Rohrmuffe 5 miteinander fest verbunden sind. Im Bereich
jeder Rohrmuffe 5 ist an den Messrohrteilen 2, 3 und 4 jeweils
eine untere Hinterschneidung 3a bzw. 4a gebildet,
die eine Messmarke darstellt. Die Messrohrteile 2, 3 und 4 besitzen alle
eine relativ kurze, gleiche Länge
von beispielsweise etwas weniger als einem Meter, so dass die unteren
Hinterschneidungen bzw. Messmarken 3a, 4a aufeinander
folgender Messrohrteile einen vorbestimmten definierten Abstand
von vorzugsweise einem Meter aufweisen. 2 zeigt
das untere Ende des Messrohres 1, das mittels einer Endkappe 6 verschlossen
ist.
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In
dem Messrohr 1 ist eine Bohrloch-Streckenmesssonde 10 angeordnet,
die ein längliches, sich
in Axialrichtung der Bohrloch-Streckenmesssonde 10 und
des Messrohres 1 erstreckendes Gehäuse 11 aufweist, an
dessen oberem Ende ein oberer Sondenkopf 19 angeordnet
ist. Der obere Sondenkopf 19 besitzt zwei diametral gegenüberliegend
angeordnete Halteelemente 20a, 20b, die im wesentlichen senkrecht
zur Messrichtung, d.h. zur Längsrichtung des
Messrohres 1 verstellbar sind und unter Wirkung einer oberen
Feder 21 radial nach außen gegen die Innenwandung
des Messrohres 1 gespannt sind.
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Oberhalb
des oberen Sondenkopfes 19 ist die Bohrloch-Streckenmesssonde 10 über eine
Befestigung 23 an ein Kabel 22 angeschlossen,
das bis zum oberen Ende des Messrohres 1 an der Erdoberfläche führt und über das
die Bohrloch-Streckenmessonde 10 im
Messrohr 1 abgesenkt und angehoben werden kann. Darüber hinaus
dient das Kabel 22 als Datenleitung zur Übermittlung
von Messdaten an eine externe Auswerteeinrichtung.
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Am
unteren Ende der Bohrloch-Streckenmesssonde 10 ist ein
unterer Sondenkopf 12 vorgesehen, der vom Grundsatz her
den gleichen Aufbau wie der obere Sondenkopf 19 besitzt
und ebenfalls zwei diametral gegenüberliegend angeordnete Halteelemente 17a und 17b aufweist,
die im Wesentlichen senkrecht zur Messrichtung und radial zum Messrohr 1 verstellbar
sind und unter Wirkung einer unteren Feder 18 radial nach
außen
gegen die Innenwandung des Messrohres 1 gespannt sind.
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Der
untere Sondenkopf 12 ist über eine im Inneren des Gehäuses 11 verlaufende
Stange 13 mit einem Wegaufnehmer 14 verbunden
und kann zusammen mit diesem relativ zu dem Gehäuse 11 und somit relativ
zum oberen Sondenkopf 19 axial bewegt werden, wie es durch
einen Balg 16 schematisch angedeutet ist. Zwischen dem
Wegaufnehmer 14 und dem Gehäuse 11 ist eine Rückstellfeder 15 angeordnet,
die den Wegaufnehmer in eine Ausgangsstellung beaufschlagt.
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3 zeigt
in schematischer Darstellung den Aufbau der Halteelemente, wobei
beispielhaft das Halteelement 17a dargestellt ist, wobei
jedoch die anderen Halteelemente 17b, 20a und 20b den grundsätzlich gleichen
Aufbau besitzen.
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Das
Halteelement 17a umfasst einen Kniehebel 24, der
von zwei gelenkig gelagerten Gestängeteilen 25 und 26 gebildet
ist, sowie ein Eingriffsteil 27 in Form einer Rolle. Die
beiden Gestängeteile 25 und 26 liegen
in einer sich in Längsrichtung
der Bohrloch-Streckenmesssonde 10 erstreckenden Vertikalebene
und sind an ihrem jeweils radial innenliegenden Enden über ein
Basisgelenk 25a bzw. 26a an dem unteren Sondenkopf 12 gehalten
und an ihrem radial außenliegenden
Gelenkpunkt 28 miteinander gelenkig verbunden, wobei auch
das Eingriffsteil 27 an dem radial außenliegenden Gelenkpunkt 28 angebracht
ist. Wie 3 zeigt, besitzen die beiden
Gestängeteile 25 und 26 eine
unterschiedliche Länge und
sind in unterschiedlichem Winkel relativ zur Längsachse L der Bohrloch-Streckenmesssonde ausgerichtet.
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Das
obere, kürzere
Gestängeteil 25 ist
mit seinem inneren Basis-Gelenkpunkt 25a unterschiedlich
an dem unteren Sondenkopf 12 gehalten und erstreckt sich
etwa in einem Winkel von 35° bis
45° relativ
zur Längsachse
L.
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Das
untere, längere
Gestängeteil 26 ist
an seinem inneren Basis-Gelenkpunkt 26a axial verschieblich
am unteren Sondenkopf 12 geführt und mittels der unteren
Feder 18 (siehe 2) in Richtung des Basis-Gelenkpunkts 25a des
anderen Gestängeteile 25 vorbespannt,
wie es durch den Pfeil FU angedeutet ist,
der die von der unteren Feder 18 ausgeübte untere Federkraft darstellt.
Das untere Gestängeteil 26 ist
etwa doppelt so lang wie das obere Gestängeteil 25 und erstreckt
sich in einem wesentlich flachen Winkel im Bereich von 15° bis 25° relativ zur
Längsachse
L.
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In
Folge der Federkraft FU wird der radial äußere Gelenkpunkt 28 des
Kniehebels 24, an dem die beiden Gestängeteile 25 und 26 miteinander
verbunden sind und an dem das rollenförmige Eingriffsteil 27 gelagert
ist, radial nach außen
gedrückt,
und liegt somit unter Federspannung an der Innenwandung des Messrohres 1 an.
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Die
in gleichartiger Wiese gelagerten Halteteile 20a und 20b des
oberen Sondenkopfes 19 sind durch die Kraft FO der
oberen Feder 21 ebenfalls radial nach außen gegen
die Innenwandung des Messrohres 1 gespannt, wobei die beiden
Federkräfte
FU bzw. FO jedoch
unterschiedlich sind. Das Verhältnis
V = FO/FU liegt
im Bereich von 1,1 und 2,0 und insbesondere im Bereich von 1,2 bis
1,6. Die Federkraft der Rückstellfeder 15 des
Wegaufnehmers 14 entspricht im Wesentliche der Federkraft
FU der unteren Feder und ist somit ebenfalls
geringer als die Federkraft FO der oberen
Fe der.
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Anhand
der 4 bis 7 wird im Folgenden die Durchführung einer
Einzelmessung erläutert, mit
der der Abstand zwischen einer unteren Messmarke Mu an
der Unterseite eines Messrohrteils und einer oberen Messmarke Mo an der Unterseite des darüberliegende
Messrohrteil ermittelt werden soll.
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Die
Bohroch-Streckenmesssonde 10 wird zunächst in Folge ihres Eigengewichts
soweit in das Messrohr 1 abgelassen, bis der untere Sondenkopf 12 deutlich
unterhalb der unteren Messmarke Mu und der
obere Sondenkopf 19 deutlich unterhalb der oberen Messmarke
Mo angeordnet ist. Dieser Zustand ist in 4 dargestellt.
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Der
Abstand zwischen den Halteelementen des unteren Sondenkopfs 12 und
den Halteelementen des unteren Sondenkopfs 19 ist etwas
geringer als der geringste zu erwartende gegenseitige Abstand der
Messmarken Mu und Mo.
Wenn die Bohrloch-Streckenmesssonde mittels des Kabels 22 langsam
innerhalb des Messrohres hochgezogen wird, rasten zunächst die
Halteelemente des unteren Sondenkopfes in die umlaufende Vertiefung
nahe dem unteren Messpunkt Mu ein und untergreifen
die dortigen Hinterschneidungen bzw. Messanschläge, wie es in 5 dargestellt
ist. Die Halteelemente des oberen Sondenkopfs 19 haben
die obere Messmarke Mo noch nicht erreicht,
wie ebenfalls aus 5 hervorgeht.
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Wenn
auf die sich in der Position gemäß 5 befindliche
Bohrloch-Streckenmesssonde 10 mittels des Kabels 22 eine
weitere nach oben gerichtete Zugkraft ausgeübt wird, bleibt der unter Sondenkopf 12 aufgrund
des Eingriffs seiner Halteelemente mit den Hinterschneidungen an
der unteren Messmarke Mu stehen, während der
obere Sondenkopf 19 zusammen mit dem Gehäuse 11 axial
angehoben wird, bis auch die Halteelemente des oberen Sondenkopfs 19 die
obere Messmarke Mo erreichen und mit den
dortigen Hinterschneidungen bzw. Messanschläge in Anlage treten. Die Relativbewegung
zwischen dem unteren Sondenkopf 12 und dem oberen Sondenkopf 19 führt auch
zu einer Relativbewegung zwischen dem Wegaufnehmer 14 und
dem Gehäuse 11 unter
Spannung der Rückstellfeder 15,
wie es in 6 dargestellt ist. Die genannte
Relativbewegung kann mittels des Wegaufnehmers 14 erfast
werden, so dass sich genau feststellen läst, wie weit die beiden Messmarken
Mu und Mo voneinander
entfernt sind. Die Messwerte werden über das Kabel 22 an eine
oberirdisch positionierte Auswerteeinrichtung weitergeleitet.
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Nachdem
die Messwerte aufgenommen wurden, wird die Bohrloch-Streckenmesssonde 10 durch Nachlassen
des Kabels 22 um eine kurze Strecke nach unten verfahren
und anschließend
ruckartig bzw. zügig
nach oben gezogen, wobei die beiden Sondenköpfe 12 und 19 die
zugeordnete Messmarke Mo bzw. Mu jeweils
aufgrund der dynamischen Belastungen passieren und somit die Ausgangsposition
für die
Messung der nächst
höherliegenden
Messmarken erreicht ist, woraufhin ein Messung in dargestellter
Weise durchgeführt
wird.