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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein elektronisches Bremssystem (brake-by-wire)
für ein
Kraftfahrzeug, wobei das System so ausgelegt ist, dass eine durch
eine Bremsbetätigung
des Fahrers angeforderte Bremskraft erzeugt wird, unter Verwendung eines
Hydraulikdrucks der Einheit, der durch Steuerung eines Hydraulikdrucks
einer Hydraulikquelle, die nicht eine durch die Bremsbetätigung des
Fahrers direkt betätigte
Hydraulikdruckquelle ist, erhalten wird.
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Verschiedene
elektronisch gesteuerte Hydraulikbremssysteme wurden bisher vorgeschlagen und
in der Praxis angewendet, um den Bedarf nach einer Ausführung einer
dynamischen Fahrzeugverhaltenssteuerung unter Verwendung einer automatischen
Bremsung und/oder einer unterschiedlichen Bremskraftsteuerung für rechte
und linke Räder
und den Bedarf nach einem elektronischen Antischlupf-Steuersystem
zu befriedigen. Zum Beispiel offenbart die veröffentlichte japanische Patentanmeldung
JP 2000-168536 A ein
elektronisch gesteuertes Bremssystem, bei dem ein elektronisch gesteuertes Sperrventil
in einem Brems-Hydraulikdruckkreislauf angeordnet ist, um einen
Hydraulikdruck von einem Hauptzylinder, der in Reaktion auf das
Herabdrücken eines
Bremspedals arbeitet, an Radzylinder zuzuführen. Das elektronisch gesteuerte
Bremssystem umfasst ferner eine Hydraulikquelle, die aus einer Pumpe
besteht, um Arbeitsfluid von einem Behälter eines Hauptzylinders zu
empfangen und das Arbeitsfluid abzugeben, einen Elektromotor zum
Antreiben der Pumpe und einen Akkumulator zum Sammeln des von der
Pumpe zugeführten
Arbeitsfluids. Dieses Bremssystem führt eine elektronische Steuerung
eines Hydraulikdrucks einer Bremseinheit unabhängig von der Steuerung eines
Hydraulikdrucks eines Hauptzylinders durch, indem der Hydraulikdruck
der Bremseinheit im Radzylinder unter Verwendung des Akkumulator-Innendrucks
durch ein Druckerhöhungsventil
erhöht
wird und der Hydraulikdruck der Bremseinheit durch ein Druckverringerungsventil
unter einer Bedingung, dass der Brems-Hydraulikdruckkreislauf zum
Verbinden des Hauptzylinders und der Radzylinder gesperrt ist, verringert
wird.
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Ein
derart angeordnetes elektronisches Bremssystem (vom Typ brake-by-wire)
ist erforderlich, um ein Gefühl
des Herabdrückens
des Bremspedals auch während
der elektronischen Steuerung des Hydraulikdrucks der Bremseinheit
zu erhalten. Deshalb ist es notwendig, einen Hubsimulator im Brems-Hydraulikdruckkreislauf,
der das Sperrventil und den Hauptzylinder verbindet, vorzusehen.
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Allgemein
ist das Brake-by-Wire-Bremssystem mit einem Sicherungssystem ausgestattet,
das so angeordnet ist, dass es das Sperrventil öffnet, um den Hydraulikdruck
des Hauptzylinders an Stelle des Hydraulikdruck der Bremseinheit
zu nutzen, wenn ein elektronisches Steuersystem für den Brems-Hydraulikdruck nicht
funktioniert, um zu verhindern, dass das Bremssystem in einen nicht-betätigbaren
Zustand fällt,
auch wenn die elektronische Steuerung des Hydraulikdrucks der Bremseinheit
aufgrund eines Problems des elektronischen Steuersystems nicht mehr
funktioniert. Wenn jedoch der Hydraulikdruck des Hauptzylinders
an Stelle des Hydraulikdrucks der Bremseinheit verwendet wird, ist
es nicht nötig,
den Hubsimulator zu verwenden, da der Brems-Hydraulikdruck während der Hübe des Hauptzylinders erzeugt
wird. Dementsprechend ist es notwendig, die Verbindung zwischen
dem Brems-Hydraulikdruckkreislauf und dem Hubsimulator während des
anormalen Zustands abzusperren, wobei der Hydraulikdruck des Hauptzylinders
an Stelle des Hydraulikdrucks der Bremseinheit durch Öffnen des Sperrventils
genutzt wird.
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Im
Stand der Technik wird normalerweise ein Magnetventil zum Sperren
und Verbinden des Hubsimulators mit dem Brems-Hydraulikdruckkreislauf verwendet. Der
Einsatz eines solchen Magnetventils erhöht jedoch die Kosten des Brake-by-Wire-Bremssystems. Deshalb
ist dieses Bremssystem im Allgemeinen so angeordnet, dass, wenn
das Bremssystem als Brake-by-Wire-System unter der Bedingung eines geschlossenen
Sperrventils arbeitet, der Hauptzylinder in der Theorie einen Hydraulikdruck ohne
Hub des Hauptzylinders erzeugt. Deshalb gibt es die Idee, dass ein
Hubsimulator so in dem Bremssystem eingebaut ist, dass er mechanisch
mit dem Kolbenhub des Hauptzylinders verbunden ist, um mit dem Hauptzylinder
zu kommunizieren, wenn ein Kolben des Hauptzylinders an einer normalen
Position liegt, in welcher keine Bremsbetätigungskraft auf den Hauptzylinder
wirkt, um so die ursprüngliche
Funktion zu erreichen, und die Verbindung zwischen dem Hubsimulator
und dem Hauptzylinder abzusperren, wenn der Kolben des Hauptzylinders
sich gemäß der Bremsbetätigung des
Fahrers hebt.
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Eine
solche Anordnung eines Hubsimulators kann jedoch das folgende Problem
verursachen: Wenn ein Zündschalter
eines Fahrzeugs auf AUS gedreht wird, werden alle Ventile und ein
Steuersystem eines Bremssystems vom Typ Brake-by-Wire in einen AUS-Zustand
versetzt. Ein Sperrventil ist normalerweise in einem offenen Zustand,
um es zu ermöglichen,
dass die Bremssteuerung den Hydraulikdruck des Hauptzylinders nutzt,
auch wenn das Steuersignal aufgrund eines Problems des Steuersystems nicht
erzeugt wird. Zum Beispiel in einem Fall, wenn der Fahrer ein Bremspedal
herunterdrückt,
bevor der Zündschalter
auf EIN gedreht wurde, hebt sich ein Hauptzylinder gemäß dem Herabdrücken des
Bremspedals, dann wird ein Hubsimulator in einen abgesperrten Zustand
in Bezug auf einen Brems-Hydraulikkreislauf gemäß dem Hub des Hauptzylinders
versetzt. Darauf folgend wird das Sperrventil in Reaktion auf das
Drehen des Zündschalters
auf EIN geschlossen. In diesem Fall bleibt ein Kolben des Hauptzylinders
in einer herabgedrückten
Position und der Hubsimulator wird im abgesperrten Zustand gehalten, auch
wenn sich der Fuß des
Fahrers vom Bremspedal löst,
da der Hauptzylinder hydraulisch geschlossen ist. Obwohl dieser
Sperrzustand des Hubsimulators nicht verhindert, dass das Brake-by-Wire-Bremssystem
funktioniert, befindet sich der Hubsimulator in einem nicht-funktionsfähigen Zustand.
Deshalb muss der Fahrer eine Bremsbetätigung ohne einen Hub des Bremspedals
durchführen,
und dadurch hat der Fahrer ein merkwürdiges Gefühl beim Betätigen der Bremse.
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DE 196 36 432 A1 offenbart
eine hydraulische Fremdkraft-Fahrzeugbremsanlage
mit einer Hydropumpe, an welcher ein Hydrospeicher als Fremdenergiespeicher
sowie Radbremszylinder angeschlossen sind. Einlass- und auslassseitig
der Bremszylinder sind Einlassventile und Auslassventile vorgesehen.
Diese Einlass- und Auslassventile werden als Stetig-Druckbegrenzungs-
oder Stetig-Differenzdruck-Magnetventile
ausgebildet.
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Es
ist deshalb eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Brake-by-Wire-Bremssystem
für ein
Fahrzeug vorzusehen, welches die Entdeckung widerspiegelt, dass
es möglich
ist, einen Hubsimulator unter Zwang in einen Verbindungszustand
zurückzustellen,
unter Verwendung eines Hydraulikdrucks einer Hydraulikquelle, die
nicht eine erste Bewegungseinrichtung wie z. B. ein Hauptzylinder
ist, oder dass im Falle eines doppelten Brake-by-Wire-Systems unter
Verwendung eines Tandem-Hauptzylinders
als eine erste Bewegungseinrichtung ein merkwürdiges Gefühl bei der Betätigung der
Bremse vermieden werden kann, indem eine der zwei Leitungen als
Brake-by-Wire-System.
funktioniert und die andere der zwei Leitungen funktioniert, indem
der Hydraulikdruck des Hauptzylinders direkt genutzt wird.
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Diese
Aufgabe wird gelöst
durch die Merkmalskombination der unabhängigen Ansprüche. Die Unteransprüche betreffen
vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung.
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Die
weiteren Ziele und Einzelheiten dieser Erfindung werden aus der
nachfolgenden Beschreibung unter Bezugnahme auf die beigefügten, Zeichnungen
verständlich.
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1 ist
eine schematische Systemansicht eines ersten Ausführungsbeispiels
eines Bremssystems gemäß der vorliegenden
Erfindung.
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2 ist
ein Flussdiagramm eines Steuerprogramms zum Bestimmen, ob es nötig ist,
eine Hubsimulator-Verbindungssteuerung
des Bremssystems aus 1 durchzuführen oder nicht.
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3 ist
ein Flussdiagramm eines Programms zum Ausführen der Druckerhöhungssteuerung
des Hauptzylinders des Bremssystems aus 1.
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4 ist
ein Flussdiagramm eines Programms zum Erfassen eines Sperrzustands
des Hubsimulators in Bezug auf einen Hauptzylinder.
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5 ist
ein Flussdiagramm eines Programms zum Erfassen eines Verbindungszustands des
Hubsimulators in Bezug auf den Hauptzylinder.
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6A bis 6J sind
Zeitablaufdiagramme der Steuerung aus 3.
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7 ist
ein Flussdiagramm eines Steuerprogramms zum Bestimmen, ob es nötig ist,
eine Hubsimulator-Verbindungssteuerung
des Bremssystems eines zweiten Ausführungsbeispiels gemäß der vorliegenden
Erfindung durchzuführen
oder nicht.
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8 ist
ein Flussdiagramm eines Steuerprogramms eines Brake-by-Wire-Systems
mit einer Leitung im zweiten Ausführungsbeispiel.
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9 ist
eine schematische Ansicht eines dritten Ausführungsbeispiels des Bremssystems
gemäß der vorliegenden
Erfindung.
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Nachfolgend
werden Ausführungsbeispiele des
Kraftfahrzeug-Bremssystems
gemäß der vorliegenden
Erfindung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen erläutert.
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1 zeigt
ein erstes Ausführungsbeispiel eines
Brake-by-Wire-Bremssystems
für ein
Kraftfahrzeug gemäß der vorliegenden
Erfindung. Wie in 1 gezeigt, erzeugt das Bremssystem
Bremskräfte
an Vorderrädern 1 bzw.
Hinterrädern 2,
auch wenn nur ein Vorderrad 1 und ein Hinterrad 2 in
der 1 dargestellt sind. Das Bremssystem ist ein Zweileitungs-Bremssystem und ist
so angeordnet, dass eine Leitung des Bremssystems eine Bremskraft
am vorderen rechten und vorderen linken Rad 1 erzeugt und die
andere Leitung des Bremssystems eine Bremskraft am hinteren rechten
und hinteren linken Rad 2 erzeugt.
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Das
Bremssystem umfasst einen Tandem-Hauptzylinder 3, der als
eine erste Bewegungseinrichtung dient. Der Tandem-Hauptzylinder 3 umfasst
einen Hauptkolben 5, der als ein primäres erstes Bewegungselement
funktioniert, der mit einem Bremspedal 4 verbunden ist
und eine Bremsbetätigungskraft
vom Bremspedal 4 aufnimmt, und einen Nebenkolben 6,
der als sekundäres
erstes Bewegungselement funktioniert, der die Bremsbetätigungskraft über den
Hauptkolben 4 empfängt.
Ein Innenraum des Hauptzylinders 2 ist durch diese Haupt- und
Nebenkolben 5 und 6 in eine Hauptkolbenkammer 7 und
eine Nebenkolbenkammer 8 unterteilt.
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Wenn
keine Bremsbetätigungskraft
auf das Bremspedal 4 wirkt, liegen der Hauptkolben 5 und der
Nebenkolben 6 an Normalzustandspositionen aufgrund der
Vorspannkräfte
von Rückstellfedern 9 bzw. 10.
Wenn der Hauptkolben 5 und der Nebenkolben 6 in
den Normalzustandspositionen angeordnet sind, sind Eingangsdurchgänge 12 und 13 des
Tandem-Hauptzylinders 3 offen, so dass die Hauptkolbenkammer 7 und
die Nebenkolbenkammer 8 in Fluidverbindung mit einem Vorratsbehälter 11 stehen. Wenn
sich der Hauptkolben 5 und der Nebenkolben 6 aufgrund
der Bremsbetätigungskraft
durch das Bremspedal 4 in die herabgedrückte Richtung bewegen, schließen der
Hauptkolben 5 und der Nebenkolben 6 direkt die
Eingangsdurchgänge 12 bzw. 13 und dadurch
wird ein Brems-Hydraulikdruck
sowohl in der Hauptkolbenkammer 7 als auch der Nebenkolbenkammer 8 erzeugt.
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Der
Tandem-Hauptzylinder 3 umfasst weiterhin Ausgangsdurchgänge 14 und 15,
die immer mit der Hauptkolbenkammer 7 und der Nebenkolbenkammer 8 verbunden
sind. Der Ausgangsdurchgang 14 ist mit einem Brems-Hydraulikdruck-Ausgabekreislauf 17 des
Hinterrads verbunden, der mit Bremseinheiten 16 der hinteren
rechten und linken Räder 2 in
Verbindung steht. Der Ausgangsdurchgang 15 ist mit einem
Brems-Hydraulikdruck-Ausgabekreislauf 19 des Vorderrads
verbunden, der mit Bremseinheiten 18 der vorderen rechten
und linken Räder 1 in
Verbindung steht.
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Der
Brems-Hydraulikdruck-Ausgabekreislauf 17 des Hinterrads
umfasst ein Sperrventil 20 und ein Druck erhöhendes Ventil 22,
die nacheinander angeordnet sind, in der Reihenfolge ihrer Nennung von
einer Seite nahe dem Tandem-Hauptzylinder 3. In ähnlicher
Weise umfasst der Brems-Hydraulikdruck-Ausgabekreislauf 19 des Vorderrads
ein Sperrventil 21 und ein Druck erhöhendes Ventil 23,
die ebenfalls nacheinander in der Reihenfolge ihrer Nennung von
einer Seite nahe dem Tandem-Hauptzylinder 3 angeordnet
sind. Diese Sperrventile und Druck erhöhenden Ventile 20, 21, 22 und 23 sind
Magnetventile von normal offenen Typ, die schließen, wenn sie unter Strom gesetzt
werden.
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Ein
Vorratskreislauf 26, der mit dem Vorratsbehälter 11 verbunden
ist, ist mit einer Leitung zwischen Druck erhöhendem Ventil 22 und
Bremseinheit 16 und zwischen Druck erhöhendem Ventil 23 und Bremseinheit 18 über Druck
verringernde Ventile 24 bzw. 25 verbunden. Diese
Druck verringernden Ventile 24 und 25 sind Magnetventile
vom normal geschlossenen Typ, die öffnen, wenn sie unter Strom gesetzt
werden. Eine weitere Hydraulikquelle mit einer Pumpe 28 ist
mit dem Brems-Hydraulikdruck-Ausgabekreislauf 17,
der das Sperrventil 20 und das Druck erhöhende Ventil 22 verbindet,
verbunden.
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Ein
Hubsimulator 31 ist am Tandem-Hauptzylinder 3 befestigt.
Der Hubsimulator 31 besteht aus einem Kolben 31a,
einer Feder 31b und einem Zylinder 31d. Wenn ein
von der Hauptkolbenkammer 7 geliefertes Arbeitsfluid in
eine durch den Kolben 31a und den Zylinder 31d definierte
Kammer 31c geleitet wird, bewegt sich der Kolben 31a gegen
die Vorspannkraft der Feder 31b, um so eine später erläuterte,
vorbestimmte Funktion auszuführen.
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Ein Öffnungs-/Schließventil 32 ist
zwischen dem Hubsimulator 31 (Kammer 31c) und
einer Hauptkolbenkammer 7 angeordnet, um eine Fluidverbindung
zwischen Hubsimulator 31 und Hauptkolbenkammer 7 zu
steuern. Das Öffnungs-/Schließventil 32 ist
so angeordnet, dass es sich gemäß dem Hub des
Nebenkolbens 6 öffnet
und schließt.
Genauer gesagt, wenn der Nebenkolben 6 an einer Normalposition
liegt, wie in 1 gezeigt, ist das Öffnungs-/Schließventil 32 offen,
um eine Fluidverbindung zwischen Hubsimulator 31 und Hauptkolbenkammer 7 herzustellen.
Wenn sich der Nebenkolben 6 in der Druckrichtung von der
Normalposition bewegt, ist das Öffnungs-/Schließventil 32 geschlossen,
um die Fluidverbindung zwischen Hubsimulator 31 und Hauptkolbenkammer 7 abzusperren.
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Das
Bremssystem gemäß der vorliegenden Erfindung
umfasst ferner eine Steuereinheit 100, welche Informationen
empfängt,
die ein Ausmaß des Herabdrückens des
Bremspedals 3 und/oder eine Hubgröße des Hauptzylinders 5 und
des Nebenzylinders 6 von einem Hubsensor 106 anzeigen,
und Informationen, die einen Hauptzylinderdruck Pm von einem Drucksensor 108,
der mit einem der Kreisläufe 17 und 19 verbunden
ist, erkennen lassen. Die Steuereinheit 100 steuert elektrisch
die Magnetventile 20 bis 27 und die Pumpe 28 und
besteht aus einem Computersystem mit einer zentralen Steuereinheit und
Peripheriegeräten.
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Nachfolgend
wird die Funktionsweise des in 1 gezeigten
Bremssystems erläutert.
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Wenn
ein Zündschalter
des Kraftfahrzeugs auf EIN gedreht wird, werden die Sperrventile 20 und 21 eingeschaltet
(unter Strom gesetzt) und in einen geschlossenen Zustand gebracht.
Gleichzeitig wird auch das Verbindungsventil 27 eingeschaltet
und in einen offenen Zustand versetzt. Wenn in diesem Zustand eine
Bremsbetätigungskraft
in Reaktion auf die herabdrückende
Betätigung
des Bremspedals 4 durch den Fahrer auf den Hauptkolben 5 wirkt, schließt der Hauptkolben 5 den
Eingangsdurchgang 12 und ein Hydraulikdruck wird in der
Hauptkolbenkammer 7 erzeugt. Dieser Brems-Hydraulikdruck setzt
den Nebenkolben 6 unter Druck und der Eingangsdurchgang 13 wird
vom Nebenkolben 6 geschlossen. Dadurch wird auch in der
Nebenkolbenkammer 8 ein Brems-Hydraulikdruck erzeugt.
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Da
die Sperrventile 20 und 21 geschlossen sind, wird
ein Brems-Hydraulikdruck Pm entsprechend einer herabdrückenden
Kraft (Bremsbetätigungskraft)
des Bremspedals 4 in der Hauptkolbenkammer 7 und
der Nebenkolbenkammer 8 erzeugt und zu den Brems-Hydraulikdruck-Ausgabekreisläufen 17 und 19 ausgegeben,
nachdem die Eingangsdurchgänge 12 bzw. 13 von
den Kolben 5 bzw. 6 geschlossen wurden. Die Kolben 5 und 6 und
das Bremspedal 4 werden im Hub gestoppt, da die Kammern 7 und 8 hydraulisch
geschlossen sind.
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Ein
kleiner oder geringer Hub zum Schließen des Eingangsdurchgangs 13 durch
den Nebenkolben 6 schließt das Öffnungs-/Schließventil 32 nicht
und hält
das Öffnungs-/Schließventil 32 in
einem offenen Zustand. Ein Verbindungszustand zwischen Hubsimulator 31 und
Hauptkolbenkammer 7 bleibt deshalb weiter erhalten.
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Dementsprechend
wird der Hubsimulator 31 in einen Zustand versetzt, in
dem Arbeitsfluid von der Hauptkolbenkammer 7 in die Kammer 31c fließen kann
und der Hauptkolben 5 sich deshalb heben kann, so dass
das Arbeitsfluid in der Hauptkolbenkammer 7 in die Kammer 31c des
Hubsimulators 31 zugeführt
wird. Da sich der Kolben 31a des Hubsimulators 31 während dieses
Zeitraums gegen eine Reaktionskraft der Feder 31b heben
kann, ist es möglich,
eine Belastung aufgrund der Federreaktionskraft an den Fahrer zurückzugeben.
Folglich kann das Bremssystem gemäß der vorliegenden Erfindung dem
Fahrer ein Bremspedal-Betätigungsgefühl mit einer
vorbestimmten Hubbremskraftcharakteristik vermitteln.
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Eine
weitere Hydraulikquelle mit einer Pumpe 28 arbeitet in
Antwort auf das Herabdrücken
des Bremspedals 4 und deren Hydraulikdruck Pp wird dem
Kreislauf 17 stromabwärts
des Sperrventils 20 und dem Kreislauf 19 stromabwärts des
Sperrventils 21 über
das geöffnete
Verbindungsventil 27 zugeführt. Dementsprechend erzeugen
die Druck erhöhenden
Ventile 22 und 23 und die Druck verringernden
Ventile 24 und 25 einen Hinterrad-Bremseinheit-Hydraulikdruck
Pwr und einen Vorderrad-Bremseinheit-Hydraulikdruck Pwf durch Regeln
des Hydraulikdrucks Pp der Pumpe 28, der als Quelldruck eingesetzt
wird, und auf der Grundlage des Hydraulikdrucks Pm des Hauptzylinders 3.
Diese Hydraulikdrücke
Pwr und Pwf werden der Hinterrad-Bremseinheit 16 bzw. der
Vorderrad-Bremseinheit 18 zugeführt. Das heißt, die
Druck erhöhenden
Ventile 22 und 23 und die Druck verringernden
Ventile 24 und 25 bilden in der vorliegenden Erfindung
eine Hydraulikdruck-Steuereinrichtung.
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Nachfolgend
wird eine Sicherungsfunktion beschrieben, die durchgeführt wird,
wenn der Hinterrad-Bremseinheit-Hydraulikdruck
Pwr und der Vorderrad-Bremseinheit-Hydraulikdruck Pwf nicht mehr gesteuert
werden können,
weil die Betätigung
des Brake-by-Wire-Bremssystems aufgrund einer Fehlfunktion nicht
mehr steuerbar ist.
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Bei
diesem problematischen Zustand werden alle Magnetventile 20 bis 25 und 27 sowie
die Pumpe 28 abgeschaltet. Das heißt, die Sperrventile 20 und 21 sind
offen, die Druck erhöhenden
Ventile 22 und 23 sind offen, die Druck verringernden
Ventile 24 und 25 sind geschlossen und das Verbindungsventil 27 ist
geschlossen.
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Durch
diese Einstellungen der Ventile 20 bis 25 und 27 wird
der Hydraulikdruck Pm des Hauptzylinders 3, der den Kreisläufen 17 und 19 zugeführt werden
soll, der Hinterrad-Bremseinheit 16 und
der Vorderrad-Bremseinheit 18 über die Sperrventile 20 und 21 bzw.
die Druck erhöhenden
Ventile 22 und 23 zugeführt. Dementsprechend funktioniert
bei diesem Zustand das Bremssystem gemäß der vorliegenden Erfindung
als ein Bremssystem vom Hydrauliktyp, bei dem die Bremsvorgänge direkt
unter Verwendung des Hydraulikdrucks Pm des Hauptzylinders 3 ausgeführt werden,
um so eine Bremskraft an den Rädern 1 und 2 zu
erzeugen.
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Da
das oben erläuterte
Brake-by-Wire-Bremssystem so angeordnet ist, dass der Hubsimulator 31 durch
Fluid mit dem Hauptzylinder 3 (Hauptkolbenkammer 7)
verbunden und von diesem getrennt wird, mittels des Öffnungs-/Schließventils 32,
das mechanisch mit dem Nebenkolben 6 des Hauptzylinders 3 verbunden
ist, besteht die Möglichkeit,
dass das folgende Problem auftritt.
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Zum
Beispiel in einem Fall, wie in 6A bis 6J gezeigt,
in dem ein Fahrer das Bremspedal 4 zu einem Zeitpunkt t0
herabdrückt,
bevor der Zündschalter
auf EIN gedreht wurde und der Zündschalter dann
auf EIN gedreht wird, während
das Bremspedal 4 zu einem Zeitpunkt t1 herabgedrückt ist,
werden durch Herabdrücken
des Bremspedals 4 vor dem Einschalten des Zündschalters
die Kolben 5 und 6 des Hauptzylinders 3 herabgedrückt, da
die Sperrventile 20 und 21 geöffnet sind. Deshalb wird der Hubsimulator 31 durch
das Schließen
des Öffnungs-/Schließventils 32,
das mit dem Hub des Nebenkolbens 6 verbunden ist, vom Hauptzylinder 3 (Hauptkolbenkammer 7)
getrennt. In diesem Zustand sind die Sperrventile 20 und 21 in
Antwort auf das Einschalten des Zündschalters zu einem Zeitpunkt
t1 geschlossen.
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Auch
wenn die Bremsbetätigung
beendet wird, indem der Fahrer seinen Fuß vom Bremspedal 4 löst, bleiben
bei dieser Bedingung die Kolben 5 und 6 im Hauptzylinder 3 in
der herabgedrückten
Position und kehren nicht zur Normalposition zurück. Dementsprechend bleibt
der Hubsimulator 31 im Sperrzustand.
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Obwohl
dieser Sperrzustand die oben erwähnte
Funktion des Brake-by-Wire-Bremssystems nicht verhindert, wird der
Hubsimulator 31 in einen funktionsunfähigen Zustand versetzt, und
deshalb erzwingt diese Situation die Bremsbetätigung ohne Weitergabe des
Hubs des Bremspedals 4 (Hauptzylinder 3) an den
Fahrer, so dass der Fahrer ein seltsames Gefühl bei der Bremsbetätigung hat.
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Das
Brake-by-Wire-Bremssystem gemäß der vorliegenden
Erfindung ist deshalb so ausgelegt, dass die in 2 bis 5 gezeigten
Steuerprogramme ausgeführt
werden, um das oben erläuterte Problem
zu lösen.
Genauer gesagt führt
die Steuereinheit 100 diese in 2 bis 5 gezeigten
Steuerprogramme aus, um den Hubsimulator 31 unter Zwang
in den Fluidverbindungszustand mit dem Hauptzylinder 3 zurückzuführen. Das
heißt,
die Steuereinheit 100 führt
eine Funktion zur Druckerhöhung des
Hauptzylinders durch, unter Verwendung des Hydraulikdrucks einer
anderen Druckquelle (Pumpe 28), die nicht der Hauptzylinder 3 ist,
durch die Ausführung
der in 2 bis 5 gezeigten Steuerprogramme.
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2 zeigt
ein Programm zum Feststellen, ob es nötig ist, eine Steuerung zum
erzwungenen Zurückführen des
Hubsimulators 31 in den Fluidverbindungszustand durchzuführen.
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In
Schritt S1 wird geprüft,
ob beide Sperrventile 20 und 21 geschlossen sind
oder nicht. Wenn die Bestimmung in Schritt S1 positiv ist, geht
das Programm weiter zu Schritt S2, in dem festgestellt wird, ob
ein Hubsimulator-Sperrflag SSF auf 1 gesetzt ist oder nicht. Dieses
Hubsimulator-Sperrflag SSF wird auf 1 gesetzt (SSF = 1), wenn der
Hubsimulator 31 vom Hauptzylinder 3 getrennt ist,
und das Hubsimulator-Sperrflag SSF wird auf 0 gesetzt (SSF = 0), wenn
der Hubsimulator 31 in Fluidverbindung mit dem Hauptzylinder 3 steht.
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Wenn
in Schritt S1 festgestellt wird, dass beide Sperrventile 20 und 21 geschlossen
sind und wenn in Schritt S2 festgestellt wird, dass das Hubsimulator-Sperrflag
SSF auf 1 gesetzt ist (SSF = 1), dann wird bestimmt, dass das obige
Problem in Bezug auf das seltsame Bremsbetätigungsgefühl auftreten wird. Deshalb
wird in Schritt S3 nach der positiven Feststellung in Schritt S2
ein Befehl zur Druckerhöhung
des Hauptzylinders durch Setzen eines Hauptzylinder-Druckerhöhungs-Steuerflag
auf 1 ausgegeben, um den Hubsimulator 31 in den Fluidverbindungszustand
zu versetzen. Dies wird zu einem Zeitpunkt T2 in 6A bis 6J durchgeführt.
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Wenn
die Feststellung in Schritt S2 negativ ist, das heißt wenn
das Hubsimulator-Sperrflag SSF auf 0 gesetzt ist (SSF = 0), dann
wird bestimmt, dass kein Problem auftritt. Deshalb geht das Programm weiter
zu Schritt S4, in dem das Hauptzylinder-Druckerhöhungs-Steuerflag auf 0 zurückgesetzt
wird und kein Befehl zur Druckerhöhung des Hauptzylinders ausgegeben
wird.
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Wenn
die Feststellung in Schritt S1 negativ ist, das heißt, wenn
in Schritt S1 festgestellt wird, dass zumindest eines der Sperrventile 20 und 21 offen
ist aufgrund des elektrischen Ausschaltens, geht das Programm weiter
zu Schritt S5, in dem festgestellt wird, ob der Hubsimulator 31 in
den Fluidverbindungszustand versetzt wurde oder nicht, indem überprüft wird,
ob das Hubsimulator-Sperrflag SSF auf 0 gesetzt ist oder nicht.
Wenn die Feststellung in Schritt S5 positiv ist, das heißt, wenn
das Hubsimulator-Sperrflag SSF auf 0 gesetzt ist, geht das Programm
weiter zu Schritt S4, in dem das Hauptzylinder-Druckerhöhungs-Steuerflag
auf 0 zurückgesetzt wird,
um zu verhindern, dass der Befehl zur Druckerhöhung des Hauptzylinders unter
der Bedingung, dass der Kolben 6 an der Normalposition
liegt, erzeugt wird.
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Wenn
die Feststellung in Schritt S5 negativ ist, das heißt, wenn
das Hubsimulator-Sperrflag SSF nicht auf 0 gesetzt ist (Verbindungszustand
des Hubsimulators 31), geht das Programm weiter zu einem Endblock,
um die vorliegende Routine zu beenden und das Hauptzylinder-Sperrflag
in dem momentanen Zustand zu halten.
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3 zeigt
das Steuerprogramm zum erzwungenen Zurückführen des Hubsimulators 31 zum Fluidverbindungszustand
durch Ausführen
der Hauptzylinder-Druckerhöhungs-Steuerung
unter Verwendung einer anderen Hydraulikquelle (Pumpe 28),
die nicht der Hauptzylinder 3 ist, gemäß dem Hauptzylinder- Druckerhöhungs-Steuerflag,
das im in 2 gezeigten Steuerprogramm festgelegt
wurde. Der Ablauf des in 3 gezeigten Flussdiagramms wird
unter Bezugnahme auf das Zeitablaufdiagramm der 6A bis 6J erläutert.
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In
Schritt S11 wird festgestellt, ob der Hauptzylinder-Druckerhöhungs-Befehl,
mit dem der Hubsimulator 31 in den Fluidverbindungszustand
versetzt wird, ausgegeben wird oder nicht, indem festgestellt wird,
ob das Hauptzylinder-Druckerhöhungs-Steuerflag
auf 1 gesetzt ist oder nicht. Wenn in Schritt S11 festgestellt wird,
dass das Hauptzylinder-Druckerhöhungs-Steuerflag
auf 1 gesetzt ist, das heißt,
wenn der Hauptzylinder-Druckerhöhungs-Steuerbefehl ausgegeben
wird, geht das Programm weiter zu Schritt S12, in dem die folgenden
Steuerungen gegen den oben erläuterten
Zustand ausgeführt
werden, zu einem Zeitpunkt, wenn der Zündschalter auf EIN gedreht
ist. Diese positive Feststellung in Schritt S11 entspricht der Funktion
zu einem Zeitpunkt t2 in 6.
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Dementsprechend
wird die Pumpe 28 angetrieben, um den Hydraulikdruck Pp
auszugeben, das Sperrventil 22 wird eingeschaltet, um es
zu öffnen, und
die Druck erhöhenden
Ventile 22 und 23 werden eingeschaltet, um sie
zu schließen.
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Zu
einem Zeitpunkt t1 in 6, in dem der Zündschalter
auf EIN gedreht wird, wird das Sperrventil 20 eingeschaltet
und geschlossen und das Verbindungsventil 27 wird eingeschaltet
und geschlossen. Dementsprechend wird der Hydraulikdruck Pp von
der Pumpe 28 über
das Verbindungsventil 27, das Sperrventil 21 und
den Kreislauf 19 der Nebenkolbenkammer 8 zugeführt.
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Der
Hydraulikdruck Pp, der zur Nebenkolbenkammer 8 zugeführt wurde,
führt den
Nebenkolben 6, der in einer herabgedrückten Position verblieben ist,
zurück,
wie in 6 gezeigt, welche die Hubänderung
des Nebenkolbens 6 darstellt. Zu diesem Zeitpunkt wird
auch der Hauptkolben 5 gegen die herabdrückende Kraft
des Bremspedals 4 aufgrund des Arbeitsfluids in der Hauptkolbenkammer 7 zurückgeführt und
zuletzt sind beide Kolben 6 zw. 5 zur Normalposition
zurückgeführt. Durch
Rückführung des
Nebenkolbens 6 zur Normalposition (Hub = 0), wird das Öffnungs-/Schließventil 32,
das geschlossen war, geöffnet,
und es wird deshalb möglich,
den Hubsimulator 31 in den Fluidverbindungszustand zu bringen,
der in 1 zu einem Zeitpunkt t3 in 6I gezeigt
ist.
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Wenn
der Hubsimulator 31 in den Fluidverbindungszustand versetzt
ist, wird das Hubsimulator-Sperrflag SSF in Schritt S2 auf 0 gesetzt.
Dieser Vorgang wird später
durch ein Flussdiagramm der 5 erläutert. Deshalb
wird in Schritt S4 das Hauptzylinder-Druckerhöhungs-Steuerflag auf 0 gesetzt. Dadurch
wird in Schritt S11 in 3 eine negative Feststellung
getroffen und das Programm geht weiter zu Schritt S13, in dem die
Pumpe 28 abgeschaltet wird, um die Ausgabe von Hydraulikdruck
Pp zu stoppen, das Sperrventil 21 wird eingeschaltet, um
sich zu schließen
und die Druck erhöhenden
Ventile 22 und 23 werden eingeschaltet, um sich
zu öffnen,
wie zu einem Zeitpunkt t3 in 6H, 6F und 6D gezeigt.
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Beim
ersten Ausführungsbeispiel
des Bremssystems der vorliegenden Erfindung wird in einem Fall,
wenn der Hubsimulator 31 in einen Sperrzustand versetzt
wird, wenn die Sperrventile 20 und 21 durch Einschalten
des Zündschalters
geschlossen werden, das zur Nebenkolbenkammer 8 gehörende Sperrventil 21 zeitweise
geöffnet,
und dadurch werden die Kolben 5 und 6 des Hauptzylinders 3 aufgrund
des Hydraulikdrucks Pp der Pumpe 28 zur Normalposition
zurückgeführt und
das Sperrventil 21 wird dann geschlossen, nachdem der Hubsimulator 31 durch
die Rückführung des
Nebenkolbens 6 in den Fluidverbindungszustand versetzt
wurde.
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Auch
wenn der Hubsimulator 31 im Sperrzustand ist, wenn die
Sperrventile 20 und 21 geschlossen sind, um das
Bremssystem als Brake-by-Wire-System zu betätigen, werden die Kolben 5 und 6 des
Hauptzylinders 3 aufgrund des Hydraulikdrucks Pp der Pumpe 28 zur
Normalposition zurückgeführt, um
so den Hubsimulator 31 in den Fluidverbindungszustand mit
dem Hauptzylinder 3 zu versetzen. Danach wird es durch
Schließen
des Sperrventils 21 möglich,
den Hubsimulator 31 normal zu betätigen und das Bremssystem als
Brake-by-Wire-System zu nutzen.
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Das
Bremssystem gemäß der vorliegenden Erfindung
kann verhindern, dass der Hubsimulator 31 funktionsunfähig wird,
wenn das Bremssystem als Brake-by-Wire-System arbeitet. Dadurch
wird das Problem gelöst,
dass eine Bremsung ausgeführt wird,
ohne dass ein seltsames Bremsbetätigungsgefühl ohne
Hub des Bremspedals 4 auftritt (unbeweglicher Zustand des
Bremspedals).
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Nachfolgend
wird ein Hubsimulator-Sperrflag-Feststellungsvorgang
unter Bezugnahme auf 4 und 5 beschrieben.
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4 zeigt
das Programm zum Feststellen eines Sperrzustands des Hubsimulators 31 und 5 zeigt
das Programm zum Feststellen eines Verbindungszustandes des Hubsimulators 31.
Diese Programme entsprechen der Hubsimulator-Sperr/Verbindungs-Erfassungseinrichtung.
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Es
wird ein Hubsimulator-Sperrzustand-Feststellungsprogramm beschrieben,
das in 4 gezeigt ist.
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In
Schritt S21 wird festgestellt, ob beide Sperrventile 20 und 21 offen
sind. Wenn die Feststellung in Schritt S21 positiv ist, das heißt, wenn
beide Sperrventile 20 und 21 offen sind, geht
das Programm weiter zu Schritt S22, in dem ein Hubgrößen-Erfassungswert der
Bremsbetätigung
St für
das Bremspedal 4 und/oder die Kolben 5 und 6 abgelesen
wird. Genauer gesagt empfängt
die Steuereinheit 100 das Signal, das den Hubgrößen-Erfassungswert der
Bremsbetätigung
St angibt, vom Hubsensor 106.
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In
Schritt S23, der nach der Ausführung
des Schritts S22 folgt, wird festgestellt, ob der Hubgrößen-Erfassungswert
St größer oder
gleich einem festgelegten Wert (wie z. B. 5 mm) zum Feststellen eines
Sperrzustands des Hubsimulators 31 ist. Wenn die Feststellung
in Schritt S23 positiv ist (St ≥ 5
mm), dann wird festgestellt, dass der Hubsimulator 31 im Sperrzustand
ist. Wenn die Feststellung in Schritt S23 positiv ist, geht das
Programm somit weiter zu Schritt S24, in dem ein Hubsimulator-Sperrflag
SSF auf 1 gesetzt wird (SSF = 1). Wenn die Feststellung in Schritt
S23 negativ ist (St < 5
mm), dann wird festgestellt, dass der Hubsimulator 31 in
einen Sperrzustand versetzt ist und deshalb springt das Programm zu
einem Endblock, um die vorliegende Steuerung abzuschließen und
das Hubsimulator-Sperrflag SSF im momentanen Zustand zu halten.
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Wenn
die Feststellung in Schritt S21 negativ ist, das heißt, wenn
in Schritt S21 festgestellt wird, dass zumindest eines der Sperrventile
geschlossen ist, geht das Programm weiter zu Schritt S25, in dem festgestellt
wird, ob beide Sperrventile 20 und 21 geschlossen
sind. Wenn die Feststellung in Schritt S25 negativ ist, das heißt, wenn
festgestellt wird, dass eines der Sperrventile offen ist, dann ist
es nicht notwendig, das Hubsimulator-Sperrflag SSF festzulegen.
Deshalb springt das Programm zum Endblock, um die vorliegende Steuerung
zu beenden und das Hubsimulator-Sperrflag SSF im momentanen Zustand
zu halten.
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Wenn
die Bestimmung in Schritt S25 positiv ist, das heißt, wenn
beide Sperrventile 20 und 21 geschlossen sind,
geht das Programm weiter zu Schritt S26, in dem der Hubgrößen-Erfassungswert der Bremsbetätigung St
und der Brems-Hydraulikdruck-Erfassungswert
Pm gelesen werden.
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In
Schritt S27, welcher der Ausführung
des Schritts S26 folgt, wird festgestellt, ob beide Sperrventile 20 und 21 in
der vorherigen Steuerung (d. h. beim letzten Mal) geschlossen wurden.
Wenn die Feststellung in Schritt S27 negativ ist, geht das Programm
weiter zu Schritt S28, in dem der Hubgrößen-Erfassungswert der Bremsbetätigung St
und der Brems-Hydraulikdruck-Erfassungswert
Pm auf Anfangswerte Sti bzw. Pmi gesetzt werden (Sti ← St, Pmi ← Pm), und
das Programm geht dann weiter zu Schritt S29. Wenn die Feststellung
in Schritt S27 positiv ist, geht das Programm direkt weiter zu Schritt S29.
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In
Schritt S29 wird eine Differenz ΔSt
(ΔSt = St – Sti) des
Hubgrößen-Erfassungswerts
der Bremsbetätigung
St in Bezug auf den Anfangswert Sti und eine Differenz ΔPm (ΔPm = Pm – Pmi) des Brems-Hydraulikdruck-Erfassungswerts
Pm in Bezug auf den Anfangswert Pmi berechnet.
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In
Schritt S30 wird eine Änderungsrate (ΔPm/ΔSt) des Drucks
berechnet, welche eine Änderungsrate
der Brems-Hydraulikdruck-Differenz ΔPm in Bezug
auf eine Hubgrößen-Differenz ΔSt erkennen
lässt.
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In
Schritt S31 wird festgestellt, ob die Rate ΔPm/ΔSt größer als ein voreingestellter
Wert (z. B. 20 Mpa/mm) der Bestimmung eines Sperrzustands des Hubsimulators 31 ist.
Wenn die Feststellung in Schritt S31 positiv ist (ΔPm/ΔSt ≥ 20 Mpa/mm),
geht das Programm weiter zu Schritt S24, in dem das Hubsimulator-Sperrflag
SSF auf 1 gesetzt wird (SSF = 1). Wenn die Feststellung in Schritt
S31 negativ ist, geht das Programm zum Endblock, um die vorliegende
Steuerung zu beenden und das Hubsimulator-Sperrflag SSF im momentanen
Zustand zu halten.
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Die
Hubsimulator-Sperrzustand-Erfassungssteuerung der 4 kann
so ausgelegt sein, dass festgestellt wird, dass der Hubsimulator 31 im
Sperrzustand ist, wenn die Sperrventile 20 und 21 während der
Bremsbetätigung
des Fahrers über
das Bremspedal 4 entsprechend einem Zeitraum, während dem
der Nebenkolben 6 heruntergedrückt ist, geschlossen sind,
auch wenn ein solcher Schritt in 4 nicht
gezeigt ist.
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Nachfolgend
wird ein Verbindungszustand-Feststellungsprogramm des Hubsimulators 31 unter
Bezugnahme auf 5 erläutert.
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In
Schritt S41 wird festgestellt, ob die beiden Sperrventile 20 und 21 geschlossen
sind. Wenn die Feststellung in Schritt S41 positiv ist, das heißt, wenn beide
Sperrventile 20 und 21 geschlossen sind, geht das
Programm weiter zu Schritt S42, in dem eine Bremsbetätigungs-Hubgröße St des
Bremspedals 4 und/oder der Kolben 5 und 6 gelesen
wird.
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In
Schritt S43, welcher der Ausführung
von Schritt S42 folgt, wird festgestellt, ob der Hubgrößen-Erfassungswert
St kleiner als ein zweiter voreingestellter Wert (z. B. 1 mm) für die Bestimmung
des Verbindungszustands des Hubsimulators 31 ist. Wenn
die Feststellung in Schritt S43 positiv ist (St < 1 mm), geht das Programm weiter zu
Schritt S44, in dem ein Hubsimulator-Sperrflag SSF auf 0 gesetzt wird
(SSF = 0). Wenn die Feststellung in Schritt S43 negativ ist (St > 1 mm), geht das Programm
weiter zu Schritt S45, um den Verbindungszustand des Hubsimulators 31 festzustellen.
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In
Schritt S45 wird der Brems-Hydraulikdruck-Erfassungswert Pm gelesen.
In Schritt S46, welcher der Ausführung
des Schritts S45 folgt, wird ein Hubgrößen-Kennlinienwert Str während des
Verbindungszustandes des Hubsimulators 31 auf der Grundlage
einer vorbestimmten Zuordnung und vom Brems-Hydraulikdruck-Erfassungswert Pm
abgerufen.
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In
Schritt S47 wird ein absoluter Wert A einer Hubgrößendifferenz
zwischen dem Hubgrößen-Erfassungswert
St und dem Hubgrößen-Kennlinienwert Str
berechnet (A = |St – Str|).
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In
Schritt S48, welcher der Ausführung
des Schritts S47 folgt, wird festgestellt, ob der absolute Wert
A der Hubgrößendifferenz
kleiner als ein erster voreingestellter Wert (z. B. 5 mm) zur Bestimmung des
Verbindungszustandes ist. Wenn die Feststellung in Schritt S48 positiv
ist (A < 5 mm),
das heißt, wenn
sich der Hubsimulator 31 im Verbindungszustand befindet,
geht das Programm weiter zu Schritt S44, in dem das Hubsimulator-Sperrflag
SSF auf 0 zurückgesetzt
wird (SSF = 0). Wenn die Feststellung in Schritt S48 negativ ist,
geht das Programm weiter zu einem Endblock, um die vorliegende Steuerung
zu beenden und das Hubsimulator-Sperrflag SSF im momentanen Zustand
zu belassen.
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Wenn
die Feststellung in Schritt S41 negativ ist, das heißt, wenn
in Schritt S41 festgestellt wird, dass zumindest eines der Sperrventile 20 und 21 offen
ist, geht das Programm weiter zu Schritt S49, in dem der Brems-Hydraulikdruck-Erfassungswert
Pm gelesen wird. In Schritt S50, welcher der Ausführung des
Schritts S49 folgt, wird festgestellt, ob die Hauptzylinder-Druckerhöhungs-Steuerung
zum Verbinden des Hubsimulators 31 (ausgeführt in Schritt
S12 in 3) ausgeführt
wird.
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Wenn
die Feststellung in Schritt S50 positiv ist, das heißt, wenn
die Hauptzylinder-Druckerhöhungs-Steuerung
durchgeführt wird,
geht das Programm weiter zu Schritt S51, in dem festgestellt wird, ob
der Brems-Hydraulikdruck-Erfassungswert Pm größer als ein Maximalwert Pmmax
ist, um festzustellen, ob der Brems-Hydraulikdruck-Erfassungswert Pm
ansteigt.
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Wenn
die Feststellung in Schritt S51 positiv ist (Pm > Pmmax), das heißt, wenn der Brems-Hydraulikdruck-Erfassungswert
Pm ansteigt, geht das Programm weiter zu Schritt S52, in dem der Brems-Hydraulikdruck-Erfassungswert
Pm auf Pmmax aktualisiert wird (Pmmax ← Pm). Wenn die Feststellung
in Schritt S51 negativ ist, geht das Programm weiter zu Schritt
S53. Der Anstieg des Brems-Hydraulikdruck-Erfassungswerts Pm bedeutet,
dass der Nebenkolben 6 nun gerade dabei ist, von der heruntergedrückten Position,
an welcher der Hubsimulator 31 in den Sperrzustand versetzt
wird, zur Normalposition, an welcher der Hubsimulator in den Verbindungszustand
versetzt wird, zurückzukehren.
Mit anderen Worten bedeutet dieser Anstieg, dass der Nebenkolben 6 noch
nicht zur Normalposition zurückgekehrt
ist und der Hubsimulator 31 noch nicht im Verbindungszustand
ist.
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In
Schritt S53, welcher der Ausführung
des Schritts S52 folgt, wird festgestellt, ob der Brems-Hydraulikdruck-Erfassungswert
Pm kleiner als der Maximalwert Pmmax ist. Die positive Feststellung
in Schritt S53 (Pm > Pmmax)
bedeutet, dass der Brems-Hydrauilkdruck Pm aufgrund der Öffnung des Eingangsdurchgangs 12,
verursacht durch die Rückführung des
Nebenkolbens 6 zu einer Nachbarposition der Normalposition,
abnimmt. Wenn die Feststellung in Schritt S53 positiv ist, geht
das Programm weiter zu Schritt S54. Wenn die Bestimmung in Schritt
S53 negativ ist, geht das Programm weiter zum Endblock.
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In
Schritt S54 wird festgestellt, ob der Brems-Hydraulikdruck-Erfassungswert Pm
kleiner als ein Wert (Pmmax – 5
Mpa) ist, der durch Subtrahieren eines vorbestimmten Drucks, wie
z. B. 5 Mpa, vom Maximalwert Pmmax erhalten wird. Wenn die Feststellung
in Schritt S54 positiv wird (Pm < Pmmax – 5 Mpa)
und wenn festgestellt wird, dass der Nebenkolben 6 zur
Normalposition zurückgekehrt
ist, wird der Hubsimulator 31 in den Verbindungszustand
versetzt. Deshalb geht das Programm weiter zu Schritt S44, in dem
das Hubsimulator-Sperrflag SSF auf 0 gesetzt wird (SSF = 0).
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Mit
dem oben erläuterten
Hubsimulator-Sperr/Verbindungs-Feststellungsverfahren
ist es möglich,
die Sperr-/Verbindungsfeststellung
des Hubsimulators 31 unter Verwendung der bereits genutzten
Erfassungswerte St und Pm auszuführen, ohne
weitere Einrichtungen zum Erfassen eines Hubs des Hubsimulators 31 neu
hinzuzufügen.
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Unter
Bezugnahme auf 7 und 8 wird ein
zweites Ausführungsbeispiel
des Brake-by-Wire-Bremssystems gemäß der vorliegenden Erfindung
erläutert.
Das zweite Ausführungsbeispiel der
vorliegenden Erfindung ist so angeordnet, dass ein Leitungssystem
des Kreislaufs 17, der mit der Pumpe 28 verbunden
ist, als Brake-by-Wire-Bremssystem unter Verwendung des Hydraulikdrucks
Pm der Pumpe 28 funktioniert und das andere Leitungssystem,
das den Hydraulikdruck Pm des Hauptzylinders 3 nutzt, direkt
betätigt
wird, um so das Problem des eigenartigen Bremsbetätigungsgefühls während des
Sperrzustands des Hubsimulators zu lösen.
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7 zeigt
ein Steuerprogramm, das an Stelle des Programms der 2 ausgeführt wird, und 8 zeigt
ein Steuerprogramm, das an Stelle des Programms der 3 ausgeführt wird.
Das in 7 gezeigte Steuerprogramm umfasst Schritte S6 und
S7 an Stelle der Schritte S3 und S4 in 2 und ist
das Programm zur Feststellung, ob es notwendig ist, eine Einleitungs-Brake-by-Wire-Steuerung
(d. h. Steuerung nur eines Leitungssystems) durchzuführen.
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In
Schritt S1 in 7 wird festgestellt, ob beide
Sperrventile 20 und 21 geschlossen sind. In Schritt
S2 wird festgestellt, ob das Hubsimulator-Sperrflag SSF auf 1 gesetzt
ist. Wenn beide Schritte S1 und S2 zu einer positiven Feststellung führen, wird
bestimmt, dass ein Problem bezüglich des
eigenartigen Bremsbetätigungsgefühls verursacht
wurde und deshalb geht das Programm weiter zu Schritt S6, in dem
das Einleitungs-Brake-by-Wire-Steuerflag auf 1 gesetzt wird, um
einen Einleitungs-Brake-by-Wire-Steuerbefehl auszugeben, um das
seltsame Gefühl
bei der Bremsbetätigung
zu umgehen.
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Wenn
die Feststellung in Schritt S2 negativ ist, das heißt, wenn
das Hubsimulator-Sperrflag SSF auf 0 gesetzt ist (SSF = 0), tritt
kein Problem bezüglich
des eigenartigen Bremsbetätigungsgefühls auf und
deshalb geht das Programm weiter zu Schritt S7, in dem ein Einleitungs-Brake-by-Wire-Steuerflag auf 0
zurückgesetzt
wird, damit kein Einleitungs-Brake-by-Wire-Steuerbefehl
ausgegeben wird.
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Wenn
in Schritt S1 festgestellt wird, dass zumindest eines der Sperrventile 20 und 21 offen
ist (negative Feststellung in Schritt S1) und wenn in Schritt S5
festgestellt wird, dass das Hubsimulator-Sperrflag SSF auf 0 gesetzt
ist (SSF = 0), was erkennen lässt,
dass der Hubsimulator 31 sich im Verbindungszustand befindet,
geht das Programm weiter zu Schritt S7, in dem das Einleitungs-Brake-by-Wire-Steuerflag
auf 0 zurückgesetzt
wird, um zu verhindern, dass ein Einleitungs-Brake-by-Wire-Steuerbefehl
erzeugt wird, unter einer Bedingung, dass der Kolben 6 an
der Normalposition liegt.
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8 zeigt
das Steuerprogramm zum Ausführen
einer Einleitungs-Brake-by-Wire-Steuerung gemäß dem Einleitungs-Brake-by-Wire-Steuerflag, das
in der Steuerung der 7 festgelegt wurde.
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In
Schritt S14 in 8 wird festgestellt, ob der
Einleitungs-Brake-by-Wire-Steuerbefehl ausgegeben wird, indem überprüft wird,
ob das Einleitungs-Brake-by-Wire-Steuerflag auf 1 gesetzt ist.
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Wenn
die Feststellung in Schritt S14 positiv ist, das heißt, wenn
in Schritt S14 festgestellt wird, dass der Einleitungs-Brake-by-Wire-Steuerbefehl ausgegeben
wurde, geht das Programm weiter zu Schritt S15, in dem die folgende
Steuerung in Antwort auf den oben erläuterten Zustand zu dem Zeitpunkt, wenn
der Zündschalter
auf EIN gedreht wird, ausgeführt
wird. Das heißt,
das Sperrventil 21 wird ausgeschaltet und dadurch geöffnet und
das Verbindungsventil 27 wird ausgeschaltet und dadurch
geschlossen.
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Wenn
der Zündschalter
auf EIN gedreht wird, wird das Sperrventil 20 eingeschaltet
und geschlossen. Dadurch wird in Zusammenwirkung mit dem Schließvorgang
des Verbindungsventils 27 die Bremsfunktion der Hinterräder 2 normal
durch die Brake-by-Wire-Steuerung
durchgeführt.
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Genauer
gesagt, wenn die Bremsbetätigung über das
Bremspedal 4 erfasst wird, wird die Pumpe 28 angetrieben
und der Hydraulikdruck Pp der Pumpe 28 wird auf den Hinterrad-Bremseinheit-Hydraulikdruck
Pwr gesteuert, durch die Öffnungs-/Schließ-Steuerung
des Druck erhöhenden Ventils 22 und
des Druck verringernden Ventils 24 gemäß dem Erfassungswert des Hydraulikdrucks Pm,
der vom Tandem-Hauptzylinder 3 zugeführt wird. Dies ermöglicht,
dass normal ausgeführte
Brake-by-Wire- Steuerung
für das
Bremsen der Hinterräder 2 angewendet
werden kann.
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Andererseits
erzeugt das andere Bremsleitungssystem für die Vorderräder 1 direkt
eine Bremskraft an den Vorderrädern 1 durch
direktes Aufbringen eines Brems-Hydraulikdrucks Pm des Hauptzylinders
zum Kreislaufs 19, da dass Sperrventil 21 ausgeschaltet
ist, um sich zu öffnen,
und das Verbindungsventil 28 ausgeschaltet ist, um sich
zu schließen.
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Genauer
gesagt, da das Druck erhöhende Ventil 23 ausgeschaltet
ist, um sich zu öffnen,
und das Druck verringernde Ventil 25 ausgeschaltet ist, um
in einen Sperrzustand versetzt zu werden, wenn der Zündschalter
auf EIN gedreht wird, wird der Brems-Hydraulikdruck Pm des Hauptzylinders 3 zur Vorderrad-Bremseinheit 18 über das
Sperrventil 21 und das Druck erhöhende Ventil 23, die
beide offen sind, zugeführt.
Dadurch wirkt dieser Brems-Hydraulikdruck Pm als Vorderrad-Bremseinheit-Hydraulikdruck
Pwf, um so eine Bremskraft an den Vorderrädern 1 zu erzeugen.
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Mit
dieser Einleitungs-Brake-by-Wire-Steuerung wird, wenn die Sperrventile 20 und 21 für die Zweileitungs-Bremshydraulikdruck-Ausgabekreisläufe 17 und 19 geschlossen
sind und wenn der Hubsimulator 31 in einen Sperrzustand
in Bezug auf den Hauptzylinder 3 versetzt wird, der Brems-Hydraulikdruck-Ausgabekreislauf 17 durch
den Hydraulikdruck Pp der Pumpe 28 betätigt und der Brems-Hydraulikdruck-Ausgabekreislauf 19 wird
direkt durch den Hydraulikdruck Pm des Hauptzylinders 3 betätigt. Dadurch
können
die Kolben 5 und 6 des Tandem-Hauptzylinders 3 bewegt
werden. Diese Anordnung löst das
Problem eines seltsamen Bremsbetätigungsgefühls aufgrund
des Fehlens des Bremsbetätigungshubs.
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Außerdem kann
das Arbeitsfluid in den Kammern 7 und 8, die den
Kolben 6 umgeben, sein Volumen nicht verändern, obwohl
die Kolben 5 und 6 des Tandem-Hauptzylinders 3 sich
bewegen können. Deshalb
können
die Kolben 5 und 6 nicht zur Normalposition über die
herabgedrückte
Position, die zu Beginn der Einleitungs-Brake-by-Wire-Steuerung
eingestellt ist, zurückkehren.
Dementsprechend kann der Kolben 6 nicht zur Normalposition
zurückkehren und
dadurch wird das Öffnungs-/Schließventil 32 im geschlossenen
Zustand gehalten. Dies verhindert, dass der Hubsimulator 31 zur
Normalposition zurückkehrt.
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Um
dieses Problem zu lösen
wird in Schritt S16 in 8 festgestellt, ob der Fuß des Fahrers sich
vom Bremspedal 4 gelöst
hat, indem erfasst wird, ob der Bremshubsensor 106, der
als Bremsschaltung dient, ausgeschaltet ist. Deshalb wird die Einleitungs-Brake-by-Wire-Steuerung
wiederholt, bis sich der Fuß des
Fahrers vom Bremspedal 4 löst. Wenn der Fuß des Fahrers
sich vom Bremspedal 4 gelöst hat, geht das Programm weiter
zu Schritt S17, in dem das Verbindungsventil 27 eingeschaltet
wird, um geschlossen zu werden, und das Sperrventil 20 ausgeschaltet
wird, um sich zu öffnen.
Durch diese Anordnung in Schritt S16 ist das Sperrventil 21 während der
Einleitungs-Brake-by-Wire-Steuerung offen. Dementsprechend wird
die Pumpe 28 durch den Start der Normalsteuerung in Reaktion
auf das Loslassen des Bremspedals 4 gestoppt und das Arbeitsfluid
in den Kammern 7 und 8, die den Kolben 6 umgeben,
wird beweglich. Folglich werden die Kolben 5 und 6 über die
herabgedrückte
Position, die zu Beginn der Einleitung-Brake-by-Wire-Steuerung aufgrund der Rückstellfedern 9 und 10 eingestellt
war, zur Normalposition zurückgeführt. Durch
Rückführung des
Kolbens 6 zur Normalposition wird das Öffnungs-/Schließventil 32 geöffnet und
dadurch wird der Hubsimulator 31 in den Verbindungszustand
zurückgeführt.
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Wenn
sich der Hubsimulator 31 im Verbindungszustand befindet,
wird das Hubsimulator-Sperrflag SSF in Schritt S2 in 7 auf
0 zurückgesetzt,
wie bei der Erläuterung
der 5 erwähnt, und
dadurch wird das Einleitungs-Brake-by-Wire-Flag in Schritt S7 in 7 auf
0 zurückgesetzt. Dementsprechend
geht das Programm in 8 weiter von Schritt S14 zu
Schritt S18, in dem die Sperrventile 20 und 21 ausgeschaltet
und geschlossen werden.
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Mit
dieser Anordnung wird das Bremssystem gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung vollständig in einen Zustand zurückversetzt,
in dem es als ein Zweileitungs-Brake-by-Wire-System
arbeitet.
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Obwohl
das zweite Ausführungsbeispiel
des Bremssystems gemäß der vorliegenden
Erfindung so gezeigt und beschrieben wurde, dass das in 1 gezeigte
Brake-by-Wire-Bremssystem die Einleitungs-Brake-by-Wire-Steuerung
am Kreislauf 17 nahe der Pumpe 28 ausführt, um
eine Bremskraft an den Hinterrädern 2 zu
erzeugen und die Hydraulikdruck-Bremssteuerung am Kreislauf 18 entfernt
von der Pumpe 28 unter Verwendung des Hydraulikdrucks Pm
des Hauptzylinders 3 durchführt, um eine Bremskraft an
den Vorderrädern 1 zu
erzeugen, ist die Erfindung nicht hierauf beschränkt und kann auf andere Modifikationen
angewandt werden.
-
Zum
Beispiel ist eine Hydraulikquelle ähnlich zur Pumpe 28 für die Vorderrad-Bremsleitung
zusätzlich
zur Pumpe 28 für
die Hinterrad-Bremsleitung vorgesehen, und die Vorderräder 1 und
Hinterräder 2 werden
durch eine Brake-by-Wire-Steuerung unter Verwendung unabhängiger Hydraulikquellen
gesteuert. Diese Anordnung ermöglicht,
dass die Brake-by-Wire-Steuerung auf eine gewünschte der beiden Leitungen,
Vorderrad-Bremsleitung oder Hinterrad-Bremsleitung, angewandt wird,
und der Hydraulikdruck Pm des Hauptzylinders 3 wird auf
die jeweils andere Bremsleitung angelegt.
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Außerdem ist
die vorliegende Erfindung nicht auf das in 1 gezeigte
Bremssystem beschränkt und
kann auf ein Brake-by-Wire-Bremssystem
angewandt werden, das so angeordnet ist, dass der Hydraulikdruck
Pp der Pumpe 28 über
Rückschlagventile 29 und 30 zum
Kreislauf 17 zwischen dem Sperrventil 20 und dem
Druck erhöhenden
Ventil 22 bzw. zum Kreislauf 19 zwischen dem Sperrventil 21 und dem
Druck erhöhenden
Ventil 23 zugeführt
wird, wie in 9 gezeigt. In dem Fall, dass
die vorliegende Erfindung auf das in 9 gezeigte
Brake-by-Wire-Bremssystem angewandt wird, wird es unnötig, das
Verbindungsventil 27 zu steuern, und dadurch wird die Steuerung
vorzugsweise vereinfacht.
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Zusammengefasst
offenbart die Erfindung ein Brake-by-Wire-Bremssystem eines Kraftfahrzeugs, das
angeordnet ist, um einen Kolben eines Hauptzylinders zu einer Normalposition
zurückzuführen, indem
ein Sperrventil geöffnet
wird, um so einen Hydraulikdruck einer Pumpe zum Hauptzylinder zuzuführen, wenn
das Sperrventil geschlossen ist und der Hubsimulator in einem Sperrzustand
ist, und das Sperrventil zu schließen, wenn der Hubsimulator
in einem Verbindungszustand ist, indem der Kolben des Hauptzylinders
zur Normalposition zurückgeführt wird.
-
Diese
Anmeldung, basiert auf der japanischen Patentanmeldung
JP 2003-390899 A , eingereicht
am 20. November 2003 in Japan. Der gesamte Inhalt dieser japanischen
Patentanmeldung wird hiermit durch diesen Verweis in die vorliegende
Patentanmeldung aufgenommen.
-
Obwohl
die Erfindung unter Bezugnahme auf ein bestimmtes Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben wurde, ist diese Erfindung nicht auf das oben
beschriebene Ausführungsbeispiel
begrenzt. Abänderungen
und Variationen des oben beschriebenen Ausführungsbeispiels werden den
Fachleuten im Lichte der obigen Lehre in den Sinn kommen. Der Umfang
der Erfindung ist durch die nachfolgenden Ansprüche definiert.
-
- 1
- Vorderrad
- 2
- Hinterrad
- 3
- Hauptzylinder
- 4
- Bremspedal
- 5
- Hauptkolben
- 6
- Nebenkolben
- 7
- Hauptkolbenkammer
- 8
- Nebenkolbenkammer
- 9
- Rückstellfeder
- 10
- Rückstellfeder
- 11
- Vorratsbehälter
- 12
- Eingangsdurchgang
- 13
- Eingangsdurchgang
- 14
- Ausgangsdurchgang
- 15
- Ausgangsdurchgang
- 16
- Bremseinheit
- 17
- Brems-Hydraulikdruck-Ausgabekreislauf
- 18
- Bremseinheit
- 19
- Brems-Hydraulikdruck-Ausgabekreislauf
- 20
- Sperrventil
- 21
- Sperrventil
- 22
- Druck
erhöhendes
Ventil
- 23
- Druck
erhöhendes
Ventil
- 24
- Druck
verringerndes Ventil
- 25
- Druck
verringerndes Ventil
- 26
- Vorratskreislauf
- 27
- Verbindungsventil
- 28
- Pumpe
- 29
- Rückschlagventil
- 30
- Rückschlagventil
- 31
- Hubsimulator
- 31a
- Kolben
- 31b
- Feder
- 31c
- Kammer
- 31d
- Zylinder
- 32
- Öffnungs-/Schließventil
- 100
- Steuereinheit