DE102004043335A1 - Vorrichtung zur Geräuschgestaltung bei einem Kraftfahrzeug - Google Patents
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Abstract
Eine Vorrichtung (1) zur Geräuschgestaltung bei einem Kraftfahrzeug (2) weist einen Luftfilter (3), welcher ein Gehäuse (4) aufweist, eine sich in das Gehäuse (4) erstreckende Rohluftleitung (6), welche an einem Ende eine gehäuseseitige Austrittsöffnung (11) aufweist, und eine aus dem Luftfilter (3) austretende, zu einer Brennkraftmaschine (7) führende Ansaugleitung (9) auf. Die Rohluftleitung (6) weist in einem Bereich, in dem in der Nähe der Resonanzfrequenz der Rohluftleitung (6) der höchste Schalldruck ansteht, eine Öffnung (12) in das Gehäuse (4) auf, welche mit einem Schallabsorptionsmaterial (13) verschlossen ist.
Description
- Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Geräuschgestaltung bei einem Kraftfahrzeug nach der im Oberbegriff von Anspruch 1 näher definierten Art. Des weiteren betrifft die Erfindung ein Kraftfahrzeug.
- Bei Kraftfahrzeugen ist häufig bei niedrigen Frequenzen, insbesondere im Bereich der zweiten Motorordnung bei vierzylindrigen Brennkraftmaschinen, innerhalb der Ansaugleitung und hier vor allem im Bereich des Luftfilters ein von den Insassen als unangenehm empfundenes Geräusch zu beobachten. Eine Möglichkeit, die zweite Motorordnung zu verringern, besteht darin, die Länge der Ansaugleitung zu vergrößern, wodurch sich die Eigenfrequenz derselben verringert. In dem Fall, in dem sich innerhalb der Ansaugleitung ein Luftfilter befindet, handelt es sich bei der zu verlängernden Leitung um die zu dem Luftfilter führende, sogenannte Rohluftleitung. Allerdings besteht der Nachteil einer solchen Verlängerung der Rohluftleitung darin, dass sich innerhalb derselben stehende Wellen ergeben, welche zu Resonanzen innerhalb der Leitung und auf diese Weise wiederum zu einer unangenehmen Geräuschbildung führen können.
- Die
DE 101 43 429 A1 beschreibt eine Luftfilter-Ansaugkombination für einen Verbrennungsmotor, bei welcher ein Ansaugrohr zur Verbesserung der akustischen Eigenschaften mit Löchern von ca. 1,5 mm Durchmesser perforiert ist. - Eine Luftansauggruppe für Nutzfahrzeuge mit einer schalldämpfenden Kammer und einer Filterkammer, die in einem einzigen Außengehäuse integriert sind, ist aus der
DE 37 34 338 A1 bekannt. Hierbei weist eine in die schalldämpfende Kammer mündende Leitung mehrere Bohrungen auf. - In der
DE 34 29 633 C2 ist ein Luftansaugfilter für eine Brennkraftmaschine beschrieben, bei dem eine Wand eines Ansaugrohrstücks mehrere Luftdurchtrittsöffnungen aufweist, die zu einer Verwirbelung und Interferenz-Wirkung und somit zur Schalldämpfung der in den Filter eintretenden Luft führen sollen. - Bei einem aus der
DE 1 710 306 U1 bekannten Luftfilter-Ansauggeräuschdämpfer ist ein in ein Gehäuse des Dämpfers mündendes Dämpferrohr mit mehreren Bohrungen versehen. - Sämtliche der bekannten Lösungen sind jedoch nicht in der Lage, der oben beschriebenen Problematik entgegen zu treten, da jeweils bei bestimmten Frequenzen unangenehme Geräusche auftreten können.
- Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zur Geräuschgestaltung bei einem Kraftfahrzeug zu schaffen, bei welcher der Luftfilter während der Ansaugung von Luft keine für die Insassen des Kraftfahrzeugs unangenehmen Geräusche erzeugt.
- Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die in Anspruch 1 genannten Merkmale gelöst.
- Gemäß der vorliegenden Erfindung weist die Rohluftleitung also nicht nur eine sich in das Gehäuse des Luftfilters öffnende Öffnung auf, sondern eine zweite, welche in dem Bereich angeordnet ist, in dem in der Nähe der Resonanzfrequenz der Rohluftleitung der höchste Schalldruck entsteht. Dadurch kann gegenüber bekannten Lösungen die Rohluftleitung verlängert werden, wodurch sich im Gesamtsystem bzw. im Gehäuse des Luftfilters eine niedrigere Helmholtz-Eigenfrequenz ergibt, was dazu führt, dass Anregungen im Bereich der zweiten Motorordnung keine negativen Einflüsse auf die Geräuschentwicklung bei der Ansaugung durch die Rohluftleitung haben.
- Die Öffnung im Bereich des höchsten Schalldrucks verhindert bei höheren Frequenzen die Bildung von stehenden Wellen, da sich der hohe Schalldruckpegel trotz des Schallabsorptionsmaterials über die zusätzliche Öffnung in der Rohluftleitung abbauen kann. Bei niedrigen Frequenzen wird dieses Austreten von Schall über die zusätzliche Öffnung, was ansonsten zu einer Verkürzung der wirksamen Länge der Rohluftleitung führen würde, durch das sich in der Öffnung befindliche Schallabsorptionsmaterial, welches den Strömungswiderstand der Öffnung erhöht, verhindert. Die zusätzliche Öffnung spielt also bei niedrigen Frequenzen aufgrund des erhöhten Strömungswiderstands des Absorptionsmaterials keine Rolle.
- Insgesamt ergibt sich somit eine Vorrichtung zur Geräuschgestaltung bei einem Kraftfahrzeug, welche in der Lage ist, den Zielkonflikt zwischen einer möglichst niedrigen Helmholtz-Frequenz und den sich dabei ergebenden stehenden Wellen in der Weise zu beseitigen, dass der Luftfilter während der Ansaugung von Luft keine für die Insassen des Kraftfahrzeugs unangenehmen Geräusche erzeugt.
- Ein bezüglich des Austretens der stehenden Wellen bei höheren Frequenzen besonders wirksamer Ort für die erfindungsgemäße Öffnung ergibt sich, wenn in einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung die Öffnung in einer Entfernung von der gehäuseseitigen Austrittsöffnung der Rohluftleitung, die dem 0,4- bis 0,6-fachen der Länge der Rohluftleitung entspricht, angeordnet ist. In diesem Bereich hat die erste Schalldruckeigenmode der Luftsäule ihr Maximum. Durchfährt die zweite Motorordnung einer vierzylindrigen Brennkraftmaschine diesen Frequenzbereich, so treten Resonanzüberhöhungen für die zweite Motorordnung auf. Durch die beschriebenen Anordnung wird dieses Problem gelöst.
- Besonders zu bevorzugen ist es, wenn die Öffnung in der Mitte zwischen einer sich außerhalb des Gehäuses befindlichen Eintrittsöffnung und der gehäuseseitigen Austrittsöffnung der Rohluftleitung angeordnet ist.
- In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Rohluftleitung in einer Entfernung von der gehäuseseitigen Austrittsöffnung der Rohluftleitung, die dem 0,2 – 0,3-fachen der Länge der Rohluftleitung entspricht, eine weitere, mit einem Schallabsorptionsmaterial versehene Öffnung aufweist. Eine solche zusätzliche Öffnung ist in der Lage, bei Schallanregungen im Bereich einer höheren als der zweiten Motorordnung für ein Abführen der stehenden Wellen aus der Rohluftleitung zu sorgen. Damit werden Anregungen im entsprechenden Frequenzbereich reduziert.
- Ein Kraftfahrzeug mit einer Brennkraftmaschine und mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung ist in Anspruch 6 angegeben.
- Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen. Nachfolgend sind Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung prinzipmäßig dargestellt.
- Dabei zeigen:
-
1 eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung; -
2 ein Diagramm, welches den Schalldruck bei einer Frequenz im Bereich der zweiten Motorordnung darstellt; -
3 eine zweite Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung; -
4 eine Ansicht gemäß dem Pfeil IV aus3 ; und -
5 ein Diagramm, welches den Schalldruck bei einer höheren Motorordnung darstellt. -
1 zeigt eine Vorrichtung1 zur Geräuschgestaltung bei einem Kraftfahrzeug2 , welches anhand einer Umrisslinie lediglich äußerst schematisch angedeutet ist. Die Vorrichtung1 weist einen Luftfilter3 mit einem Gehäuse4 und einem in dem Gehäuse4 angeordneten Filtereinsatz5 , eine sich in das Gehäuse des Luftfilters3 erstreckende Rohluftleitung6 und eine aus dem Luftfilter3 austretende, zu einer Brennkraftmaschine7 , die im vorliegenden Fall vier in Reihe angeordnete Zylinder8 aufweist, führende Ansaugleitung9 auf. Selbstverständlich könnte die Brennkraftmaschine7 auch eine andere Anzahl an Zylindern8 aufweisen, wobei dann eine entsprechende Anpassung der Vorrichtung1 erforderlich wäre, da sich dann andere Resonanzfrequenzen ergeben. - Wie zu erkennen ist, weist die Rohluftleitung
6 an ihrem dem Luftfilter3 abgewandten Ende eine Eintrittsöffnung10 und an dem der Eintrittsöffnung10 gegenüberliegenden Ende eine sich in das Gehäuse4 öffnende, gehäuseseitige Austrittsöffnung11 auf. Die Rohluftleitung6 weist eine weitere Öffnung12 in das Gehäuse4 auf, welche mit einem den Strömungswiderstand der Öffnung12 erhöhenden, akustisch wirksamen Schallabsorptionsmaterial13 verschlossen ist. Bei niedrigen Frequenzen innerhalb der Rohluftleitung6 kann die darin geführte Luft und somit auch der Schall aufgrund des Schallabsorptionsmaterials13 in der Öffnung12 lediglich durch die Austrittsöffnung11 in das Gehäuse4 des Luftfilters3 gelangen. Dadurch kann die Rohluftleitung6 mit einer größeren Länge als bei bekannten Luftfiltern ausgeführt werden, wodurch die Eigenfrequenz des als Helmholtzresonator wirkenden Gehäuses4 abgesenkt wird und sich somit von der Frequenz der zweiten Motorordnung entfernt. - Aus der Darstellung gemäß
2 , in welcher der Schalldruck P innerhalb der Rohluftleitung6 über der Länge1 derselben aufgetragen ist, wird deutlich, dass sich die Öffnung12 der Rohluftleitung6 in einem Bereich befindet, in dem in der Nähe der Resonanzfrequenz der Rohluftleitung6 der höchste Schalldruck P ansteht. Aufgrund dieses hohen Schalldrucks P können die sich im Bereich der Resonanzfrequenz, also bei einer höheren Frequenz, in der Rohluftleitung6 bildenden stehenden Wellen die Rohluftleitung6 durch die Öffnung12 verlassen, so dass die Bildung von stehenden Wellen innerhalb der Rohluftleitung6 im wesentlichen vermieden wird. Die Öffnung12 ist vorzugsweise in einer Entfernung von der gehäuseseitigen Austrittsöffnung11 der Rohluftleitung6 , die dem 0,4- bis 0,6-fachen der Länge der Rohluftleitung6 entspricht, angeordnet. Insbesondere ist es sinnvoll, die Öffnung12 in der Mitte zwischen der Eintrittsöffnung10 und der Austrittsöffnung11 der Rohluftleitung6 anzuordnen, um die Öffnung12 mit dem größtmöglichen Schalldruck P zu beaufschlagen und diesen in das Gehäuse4 abzuleiten. Als Schallabsorptionsmaterial13 kann poröses Material, wie beispielsweise das sogenannte Feltmetall, oder auch ein mikroperforiertes Material verwendet werden. - Die
3 und4 zeigen eine alternative Ausführungsform der Vorrichtung1 zur Geräuschgestaltung, bei der die Rohluftleitung6 eine weitere Öffnung14 in Richtung des Inneren des Gehäuses4 aufweist, die ebenfalls mit einem Schallabsorptionsmaterial15 verschlossen ist. In der Draufsicht gemäß4 ist zu erkennen, dass die Rohluftleitung6 innerhalb des Gehäuses4 eine Biegung16 aufweist, die es ermöglicht, die Rohluftleitung6 in der gewünschten Länge auszuführen. Die Biegung16 der Rohluftleitung6 ist vorzugsweise auch bei der Ausführungsform gemäß1 vorhanden. - Aus der Darstellung gemäß
5 wird deutlich, dass die weitere Öffnung14 der Rohluftleitung6 in einer Entfernung von der gehäuseseitigen Austrittsöffnung11 angeordnet ist, die dem 0,2- bis 0,3-fachen der Länge der Rohluftleitung6 entspricht. Besonders zu bevorzugen ist eine Einbringung der Öffnung14 nach einem Viertel der Länge der Rohluftleitung6 ausgehend von der Austrittsöffnung11 , um auch bei einer höheren Motorordnung als der zweiten Motorordnung dafür zu sorgen, dass sich die Öffnung14 dort befindet, wo für die zweite Eigenmode der höchste Schalldruck P ansteht. Gegebenenfalls könnte auch lediglich die Öffnung14 vorgesehen sein.
Claims (7)
- Vorrichtung zur Geräuschgestaltung bei einem Kraftfahrzeug, mit einem Luftfilter, welcher ein Gehäuse aufweist, mit einer sich in das Gehäuse erstreckenden Rohluftleitung, welche an einem Ende eine gehäuseseitige Austrittsöffnung aufweist, und mit einer aus dem Luftfilter austretenden, zu einer Brennkraftmaschine führenden Ansaugleitung, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohluftleitung (
6 ) in einem Bereich, in dem in der Nähe der Resonanzfrequenz der Rohluftleitung (6 ) der höchste Schalldruck ansteht, eine Öffnung (12 ) in das Gehäuse (4 ) aufweist, welche mit einem Schallabsorptionsmaterial (13 ) verschlossen ist. - Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (
12 ) in einer Entfernung von der gehäuseseitigen Austrittsöffnung (11 ) der Rohluftleitung (6 ), die dem 0,4- bis 0,6-fachen der Länge der Rohluftleitung (6 ) entspricht, angeordnet ist. - Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (
12 ) in der Mitte zwischen einer sich außerhalb des Gehäuses (4 ) befindlichen Eintrittsöffnung (11 ) und der gehäuseseitigen Austrittsöffnung (12 ) der Rohluftleitung (6 ) angeordnet ist. - Vorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohluftleitung (
6 ) in einer Entfernung von der gehäuseseitigen Austrittsöffnung (12 ) der Rohluftleitung (6 ), die dem 0,2- bis 0,3-fachen der Länge der Rohluftleitung (6 ) entspricht, eine weitere, mit einem Schallabsorptionsmaterial (13 ) versehene Öffnung (14 ) aufweist. - Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohluftleitung (
6 ) innerhalb des Gehäuses (4 ) eine Biegung (16 ) aufweist. - Kraftfahrzeug mit einer Brennkraftmaschine und mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5.
- Kraftfahrzeug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Brennkraftmaschine (
7 ) vier in Reihe angeordnete Zylinder (8 ) aufweist.
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| DE200410043335 DE102004043335A1 (de) | 2004-09-08 | 2004-09-08 | Vorrichtung zur Geräuschgestaltung bei einem Kraftfahrzeug |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE200410043335 DE102004043335A1 (de) | 2004-09-08 | 2004-09-08 | Vorrichtung zur Geräuschgestaltung bei einem Kraftfahrzeug |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE102004043335A1 true DE102004043335A1 (de) | 2006-03-09 |
Family
ID=35852568
Family Applications (1)
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| DE200410043335 Withdrawn DE102004043335A1 (de) | 2004-09-08 | 2004-09-08 | Vorrichtung zur Geräuschgestaltung bei einem Kraftfahrzeug |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE102004043335A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP4234065A1 (de) * | 2022-02-24 | 2023-08-30 | MANN+HUMMEL GmbH | Gehäuse für ein filterelement und filtersystem, das ein gehäuse umfasst |
Citations (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE3429633C2 (de) * | 1984-08-11 | 1991-08-29 | Ing. Walter Hengst Gmbh & Co Kg, 4400 Muenster, De | |
| DE19743482A1 (de) * | 1997-10-01 | 1999-04-08 | Mann & Hummel Filter | Schalldämpfer mit einem Nebenschlußresonator |
-
2004
- 2004-09-08 DE DE200410043335 patent/DE102004043335A1/de not_active Withdrawn
Patent Citations (2)
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