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Die
Erfindung betrifft eine Abdeckeinrichtung zum teilweisen Abdecken
eines scheibenförmigen Schleif-
oder Trennwerkzeuges eines Werkzeuggerätes, insbesondere eines Winkelschleifers,
in eine frontseitig axiale Richtung, wobei die Abdeckeinrichtung
insbesondere zur Nachrüstung
des Werkzeuggerätes
ausgeformt ist. An der Abdeckeinrichtung ist ein Anlegemittel vorgesehen,
das eine Anlegefläche ausformt,
zum bedarfsweisen Festlegen an einem das Werkzeug teilweise abdeckenden,
streifenförmigen
Abschirmelement des Werkzeuggerätes.
Die Anlegefläche
ist hierzu zumindest bereichsweise an eine Mantelfläche des
Abschirmelementes anlegbar. Ferner weist die Abdeckeinrichtung eine
im Wesentlichen quer zur Anlegefläche ausgerichtete Schutzscheibe
auf, durch die das Werkzeug in frontseitig axialer Richtung teilweise
abdeckbar ist.
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Die
meisten Winkelschleifgeräte
sind standardmässig
mit einem Abschirmelement ausgestattet, das aus einem im Längsschnitt
kreisbogenförmigen
Schutzblech besteht, das über
einen Kegelstumpfabschnitt am Gerätekopf des Werkzeuggerätes befestigt
ist. Das Abschirmelement deckt dabei das Werkzeug teilweise in radialer
Richtung ab. Mit den oben beschriebenen Abdeckeinrichtungen ist
es möglich,
die Werkzeuggeräte
bedarfsweise derart nachzurüsten,
dass das jeweilige Werkzeug zum Teil auch in frontseitig axialer
Richtung abgedeckt wird. Hierdurch kann der jeweilige Bediener auch
in der axialen Richtung wirksam vor beschleunigten Materialteilchen,
wie insbesondere Funken, geschützt
werden. Andererseits wird mit der im Wesentlichen quer zur Anlegefläche ausgerichteten
Schutzscheibe der Abdeckeinrichtung um einen Teil des Werkzeuges herum
ein grösstenteils
geschlossener Raum gebildet, über
den ein wirkungsvolles Absaugen der abgetragenen Materialteilchen
erfolgen kann. Mit der Bezeichnung „im Wesentlichen quer" ist dabei gemeint, dass
die Schutzscheibe unabhängig
von der Form der Anlegefläche
des Anlegemittels in etwa quer zu deren Gesamtausrichtung angeordnet
ist.
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Aus
der
DE 94 03 777 ist
eine Abdeckeinrichtung für
Winkelschleifgeräte
bekannt. Diese weist eine Schutzscheibe auf, an der eine zusätzliche
Abdeckung verschwenkbar gelagert ist. Die Scheibe weist über ihren
Umfang teilweise ein Mantelelement auf, das das Abschirmelement
umgreift, wobei die Abdeckeinrichtung in nicht näher dargestellter Weise kraftschlüssig an
dem Winkelschleifgerät
befestigt werden soll.
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Durch
die bekannte Abdeckeinrichtung kann das Werkzeug im Betrieb besonders
gut abgedeckt werden. Allerdings sind die Herstellungskosten der Abdeckeinrichtung
relativ hoch. Zudem sind die bekannten Mittel zum kraftschlüssigen Festelegen
der Abdeckeinrichtung am Werkzeuggerät, wie beispielsweise mit Hilfe
von Spannschrauben, entweder nur umständlich zu betätigen oder
nicht geeignet um die im Betrieb an der Abdeckeinrichtung auftretenden Kräfte, wie
beispielsweise tangential einwirkende Stösse, sicher aufnehmen zu können, ohne
dass die Abdeckeinrichtung gegenüber
dem Werkzeuggerät verrutscht.
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Der
vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Abdeckeinrichtung
bereitzustellen, die die genannten Nachteile vermeidet und bei geringen
Herstellungskosten eine schnelle Montage- und Demontage gegenüber dem
Werkzeuggerät
sowie einen sicheren Halt an diesem gewährleistet.
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Erfindungsgemäss wird
die Aufgabe dadurch gelöst,
dass an zwei tangentialen Enden der Anlegefläche jeweils ein Hintergreifmittel
angeordnet ist, wobei mindestens eines der Hintergreifmittel in
radialer Richtung elastisch, d.h. durch selbsttätig rückstellbare Verformung, verschwenkbar
ist, um einen Abstand zwischen den Hintergreifmitteln verändern zu
können.
Auf diese Weise kann die Abdeckeinrichtung besonders einfach mit
Gegenrastmitteln des Werkzeuggerätes
verrastet werden beziehungsweise eine entsprechende Verrastung gelöst werden,
indem der Abstand zwischen den Hintergreifmitteln durch eine entsprechende äussere Kraftaufbringung
vergrössert wird.
Beim Befestigen der Abdeckeinrichtung kann diese dann einfach auf
das Abschirmelement aufgesetzt werden, wobei die Hintergreifmittel
nach Beenden der äusseren
Kraftaufbringung durch die Rückverformungskräfte der
elastischen Lagerung des mindestens einen Hintergreifmittels ihren
ursprünglichen
Abstand wieder einnehmen und dabei mit den Gegenrastmitteln des
Werkzeuggerätes
verrasten. Beim Lösen
der Abdeckeinrichtung werden die Hintergreifmittel entgegen den
Rückverformungskräften voneinander
entfernt, um die Verrastung zwischen den Hintergreifmitteln mit
den Gegenrastmitteln zu lösen.
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In
einer besonders bevorzugten Ausführungsform
erstrecken sich die Hintergreifmittel von der Anlegefläche radial
nach Innen, um zwei tangentiale Begrenzungsränder des Abschirmelementes hintergreifen
zu können.
Hierdurch kann auf die Ausformung spezieller Gegenrastmittel, beispielsweise in
Form von Nuten oder Bohrungen, am Abschirmelement verzich tet werden,
was die Herstellungskosten minimiert. Zudem kann die Abdeckeinrichtung hierdurch
einfach und schnell auf das Abschirmelement des Werkzeuggerätes aufgesteckt
werden, wobei die Hintergreifmittel beide Begrenzungsränder des
Abschirmelementes hintergreifen und somit die Abdeckeinrichtung
in beide tangentialen Richtungen festlegen.
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Vorteilhafterweise
ist mindestens eines der Hintergreifmittel an einem mit dem Anlegemittel
steif verbundenen Hakenelement ausgeformt. Zudem ist in die Schutzscheibe
ein im Wesentlichen radialer Schlitz eingelassen. Durch diesen Schlitz
weist die Abdeckeinrichtung eine gewisse Elastizität auf, durch die
die Hintergreifmittel durch äussere
Kräfte
voneinander weg bewegt werden können,
um durch die Rückverformungskräfte wieder
in ihre Ausgangsposition gedrückt
zu werden. Auf diese Weise ist eine werkzeugfreie Festlegung und
Demontage der Abdeckeinrichtung gegenüber dem Werkzeuggerät möglich.
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Alternativ
hierzu ist mindestens eines der Hintergreifmittel an einem federelastischen
Rastelement ausgebildet. Hierdurch kann die Abdeckeinrichtung besonders
stabil am Werkzeuggerät
festgelegt werden.
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Vorteilhafterweise
weist das Rastelement einen Federarm und eine Rastnase auf, die
an einem freien Ende des Federarmes radial nach innen ragt. Hierdurch
kann das Rastelement beim Anlegen der Anlegemittel an das Abschirmelement
den jeweiligen Begrenzungsrand selbsttätig hintergreifen, was ein besonders
leichtes Anbringen der Abdeckeinrichtung ermöglicht.
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Bevorzugterweise
ist der Federarm durch zwei am tangentialen Ende ausgeformte und
im Wesentlichen parallel angeordnete Einschnitte gebildet, wodurch
das Rastelement besonders kostengünstig herstellbar ist.
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Vorteilhafterweise
sind die Hintergreifmittel vollständig einstückig mit der übrigen Abdeckeinrichtung,
d.h. lediglich durch Verformung beziehungsweise teilweise Entfernung
des die Abdeckeinrichtung bildenden Materials, ausgebildet. Auf
diese Weise kann bei geringen Herstellungskosten ein stabiles Rastelement
bereitgestellt werden.
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Ferner
erstreckt sich die Schutzscheibe vorteilhafterweise mindestens über einen
durch das Anlegemittel definierten Halbkreis. Hierdurch kann das Werkzeug
besonders gut abgedeckt werden, um den Bediener gegen Funkenflug
und sonstiges losgelöstes
und beschleunigtes Material zu schützen. Durch die leichte Anbringung
und Entfernung der Abdeckeinrichtung ist dabei jederzeit auch ein
schnelles Auswechseln des Werkzeuges gewährleistet.
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Die
Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert. Es
zeigen:
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1 eine
perspektivische, explodierte Ansicht eines Werkzeuggerätes mit
einer erfindungsgemässen
Abdeckeinrichtung,
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2 eine
perspektivische Ansicht der Abdeckeinrichtung nach 1,
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3 eine erste Ausführungsform der Abdeckeinrichtung
und
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4 eine zweite Ausführungsform der Abdeckeinrichtung.
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1 zeigt
ein Werkzeuggerät 2 in
Form eines Winkelschleifgerätes,
das ein Gehäuse 4 mit
einem Gerätekopf 6 aufweist.
Das Werkzeuggerät 2 weist
am Gerätekopf 6 eine
um eine Achse A rotierbare Werkzeugspindel 8 auf, an der
ein scheibenförmiges
Werkzeug 10 befestigt ist. Ferner ist an dem Gerätekopf 6 ein
Abschirmelement 12 in Form eines Schutzbleches fest angebracht,
das das Werkzeug 10 in radialer Richtung teilweise umgibt.
Dabei weist das Abschirmelement 12 eine Mantelfläche 14 auf, die
im Längsschnitt
kreisbogenförmig
ist und im Querschnitt einen geraden Abschnitt aufweist, der zu den
Rändern
hin abgerundet ist.
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Das
Werkzeug 10 ist über
eine Werkzeugaufnahme 16 an der Werkzeugspindel 8 festgelegt. Dabei
kann die Werkzeugaufnahme 16 zur Anbringung oder zum Entfernen
des Werkzeuges 10 durch ein Montagewerkzeug 18,
beispielsweise in Form eines Schraubenschlüssels oder, wie dargestellt,
in Form eines Spezialwerkzeuges, gelöst oder angezogen werden.
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In 1 ist
ferner losgelöst
vom Werkzeuggerät 2 eine
Abdeckeinrichtung 20 dargestellt, die an dem Abschirmelement 12 werkzeugfrei
montierbar beziehungsweise demontierbar ist. Hierzu weist die Abdeckeinrichtung 20 ein
streifenförmiges
Anlegemittel 22 auf, das im Wesentlichen entsprechend der Mantelfläche 14 des
Abschirmelementes 12 geformt ist.
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Ferner
weist die Abdeckeinrichtung 20 an beiden tangentialen Enden
des Anlegemittels 22 jeweils ein nach innen ragendes Hintergreifmittel 24 auf.
Die Hintergreifmittel 24 haben zueinander einen Abstand
a. Beim Anlegen des Anlegestreifens 22 an die Mantelfläche 14 kommen
zunächst
die Hintergreifmittel 24 mit der Mantelfläche 14 in
Kontakt und werden auseinander gedrückt, wodurch sich der Abstand
a vergrössert.
Die Mantelfläche 14 ist
in tangentialer Richtung durch Begrenzungsränder 26 begrenzt,
hinter die die Hintergreifmittel 24 infolge von Rückverformungskräften schnappen.
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Wie
insbesondere aus 2 zu entnehmen ist, weist die
Abdeckeinrichtung 20 im Wesentlichen senkrecht zu einem
im Querschnitt geraden Abschnitt einer Anlegefläche 28 des Anlegestreifens 22 eine
Schutzscheibe 30 auf. Diese Schutzscheibe 30 erstreckt
sich über
einen durch das Anlegemittel 22 aufgespannten Halbkreis
und schirmt im montierten Zustand der Abdeckeinrichtung 20 am
Abschirmelement 12 das Werkzeug 10 in frontseitiger,
axialer Richtung nach Aussen ab. Dabei ragt die Schutzscheibe 30 in
axialer Richtung teilweise über
die Werkzeugspindel 8.
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Die 3a bis 3c zeigen
eine erste Ausführungsform
der Hintergreifmittel 24. Diese sind hierbei an einem jeweiligen
freien Ende zweier Hakenelemente 32 ausgebildet, die wiederum
an den tangentialen Enden des Anlegestreifens 22 ausgeformt
sind. Auf diese Weise sind die Hakenelemente 32 zusammen
mit den Hintergreifmitteln 24 einstückig und im Wesentlichen formsteif
mit dem Anlegemittel 22 ausgeformt. Um die Hintergreifmittel 24 dennoch
auseinander bewegen zu können,
um den Abstand a zu vergrössern
und die Abdeckeinrichtung 20 an den Begrenzungsrändern 26 des
Abschirmelementes 12 einhaken zu können beziehungsweise um die
an den Begrenzungsrändern 26 verhakte
Abdeckeinrichtung 20 von dem Abschirmelement 12 lösen zu können, ist
an der Schutzscheibe 30 ein radialer Schlitz 34 ausgenommen.
Dieser Schlitz 34 erlaubt beim Anbringen oder Lösen der
Abdeckeinrichtung 20 eine Verformung des Anlegestreifens 22,
wodurch der Abstand a zwischen den Hintergreifmitteln 24 durch
radiales Verschwenken derselben zueinander vergrössert werden kann. Hierdurch
können
diese an den Begrenzungsrändern 26 vorbeibewegt werden,
um sie an diesen einzuhaken oder von diesen zu lösen.
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An
den Hakenelementen 32 ist, wie insbesondere aus 3c zu
entnehmen ist, zudem innenseitig eine Mulde 36 ausgeformt,
die einen besseren Halt des Hakenelementes 32 am jeweiligen
Begrenzungsrand 26 ermöglicht.
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In
einer in den 4a bis 4c dargestellten
alternativen zweiten Ausführungsform,
sind die Hintergreifmittel 24 jeweils an einer Rastnase 38 eines
federelastischen Rastelementes 40 ausgebildet. Dieses weist
einen Federarm 42 auf, der durch zwei parallele und tangential
ausgerichtete Einschnitte 44 am jeweiligen tangentialen
Ende des Anlegestreifens 22 gebildet ist. Auf diese Weise
sind die Hintergreifmittel 24 gegenüber dem Anlegemittel 22 in
radialer Richtung elastisch verschwenkbar, um den Abstand a verändern zu
können.
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Bei
beiden oben genannten Ausführungsformen
kann die Abdeckeinrichtung 20 somit schnell und ohne Zuhilfenahme
von Werkzeugen auf das Abschirmelement 12 aufgesteckt werden.
Dabei schnappen die Hintergreifmittel 24 in beiden Fällen über die
Begrenzungsränder 26,
um die Abdeckeinrichtung in tangentialer und radialer Richtung an
dem Abschirmelement 12 festzulegen. Gleichzeitig wird die
Abdeckeinrichtung 20 durch die an die Mantelfläche 14 angepasste
teilweise gewölbte
Form der Anlegefläche 28 in
axialer Richtung festgelegt.
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Als
weitere Alternative wäre
auch eine Ausführungsform
denkbar, bei der nur eines der Hintergreifmittel 24 an
einem Rastelement ausgebildet ist, während das andere formsteif
mit dem Anlegemittel 22 verbunden ist. In diesem Fall müsste beim
Anbringen zunächst
das formsteife Hintergreifmittel 24 am jeweiligen Begrenzungsrand 26 angesetzt
und die Abdeckeinrichtung 20 um diesen Begrenzungsrand herum
verschwenkt werden, um das elastische Hintergreifmittel 24 hinter
den anderen Begrenzungsrand 26 schnappen zu lassen.
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Im
angebrachten Zustand wird eine Hälfte des
Werkzeuges 10 des Werkzeuggerätes durch die Schutzscheibe 30 in
frontseitig axialer Richtung abgedeckt, um den Bediener vor dem
im Betrieb erzeugten Funkenflug und sonstigen beschleunigten Materialteilchen
besser zu schützen.
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Falls
das Werkzeug 10 ausgewechselt werden muss, kann die Abdeckeinrichtung
ebenso schnell und ohne Werkzeuge durch leichtes Auseinanderziehen
der Hintergreifmittel 24 wieder vom Abschirmelement 12 gelöst werden,
um mit dem Montagewerkzeug 18 auf die Werkzeugaufnahme 16 zugreifen
zu können.