DE102004047105A1 - Piezoaktor mit spannungsabbauenden Strukturen - Google Patents
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Abstract
Es wird ein piezoelektrischer Aktor (1) mit übereinanderliegenden keramischen Schichten (5) aus einem piezoelektrischen Material und zwischen den Schichten (5) angeordneten Elektroden (10) zur Bildung eines Piezostapels mit mindestens einer Struktur (15), die die im Piezostapel auftretende mechanische Spannung abbaut, vorgeschlagen. Dabei wird die Struktur (15) insbesondere durch eine spannungsabbauende Schicht (20) gebildet, die Aussparungen (25) aufweist. Typischerweise ist diese spannungsabbauende Schicht (20) mit den Aussparungen (25) zwischen den keramischen Schichten (5) angeordnet. Insbesondere ist die Aussparung (25) der spannungsabbauenden Schicht (2) an einem Außenbereich (30) der Schicht (20) angeordnet und wird durch eine Kerbe gebildet. Durch die Kerben werden die mechanischen Belastungen innerhalb des Aktors (1) deutlich reduziert.
Description
- Die Erfindung betrifft einen piezoelektrischen Aktor nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
- Piezoelektrische Aktoren werden vielfach in der industriellen Anwendung eingesetzt, bekannte Beispiele sind unter anderem Aktoren zur Betätigung eines Ventilschließkörpers eines Brennstoffeinspritzventils, zur Betätigung von Hydraulikventilen oder zum Antrieb von Mikropumpen.
- Typischerweise bestehen die piezoelektrischen Aktoren, wie beispielsweise aus
3 in DE-198 02 302 A1 erkennbar, aus mehreren stapelartig übereinander angeordneten Schichten aus einem piezoelektrischen Material, sogenannten Piezoelementen, und zwischen den piezoelektrischen Schichten angeordneten Elektroden. Die Elektroden sind dabei in einer interdigitalen Kamm-Struktur angeordnet, d. h. die Elektroden im Innern des Piezostapels sind jeweils im Wechsel mit einer ersten bzw. zweiten Außenelektrode kontaktiert. Die Elektroden im Innern des Piezostapels werden kurz Innenelektroden genannt und sind senkrecht zu den beiden Außenelektroden angeordnet. So ist jede piezoelektrische Schicht an beiden Schichtoberflächen mit einer Innenelektrode verbunden, die über die erste bzw. zweite Außenelektrode mit einer elektrischen Spannung beaufschlagbar ist. Bei Beaufschlagung mit der Spannung dehnt sich jedes der stapelartig übereinander angeordneten, scheibenartigen Piezoelemente in Richtung des zwischen den Innenelektroden entstehenden elektrischen Feldes aus. Durch die große Anzahl der gestapelten Piezoelemente ist ein relativ großer Hub in Stapelrichtung der Gesamtanordnung bei gleichzeitig relativ kleiner Ansteuerspannung erreichbar. - Bei diesen Aktoren mit interdigitaler Elektrodenstruktur tritt die piezoelektrisch erzeugte Dehnung wegen der Verbindung der gestapelten Piezoelemente und Innenelektroden mit den beiden Außenelektroden hauptsächlich nur im mittleren Bereich auf, wo sich die Innenelektroden untereinander vollständig überdeckend gegenüberstehen. In den Randzonen, wo sich die Innenelektroden mit den jeweils nächstgelegenen Innenelektroden nicht direkt gegenüberstehen, entsteht ein Bereich mit geänderter Feldstärke und demzufolge auch Zugspannungen. Aufgrund dieser mechanischen Belastung kommt es in solchen Aktoren häufig zu Rissbildungen.
- Zur Vermeidung solcher Rissbildungen wird in der zuvor erwähnten Schrift vorgeschlagen, den Aktor mit insgesamt vier Außenelektroden zu versehen, wobei jeweils an einer Seite des Piezostapels eine Außenelektrode angeordnet ist und jeweils zwei Außenelektroden elektrisch zu einem Plus- bzw. Minuspol verbunden werden. Die kritischen Bereiche mit den Kontaktierungen der Innenelektroden zu den Außenelektroden werden dadurch auf mehr Seitenflächen des Piezostapels verteilt, so dass diese Bereiche in Stapelrichtung weiter voneinander beabstandet werden können. Durch diese Maßnahme können die Zugspannungen im Piezostapel verringert und somit die Neigung zur Rissbildung vermindert werden.
- Ein Nachteil der aus dem Stand der Technik bekannten Anordnung zur Vermeidung von Rissbildung besteht darin, dass insgesamt vier statt zwei Außenelektroden benötigt werden. Zudem wird der Aufbau des Piezostapels dadurch komplexer, dass bei der Kontaktierung zwischen den Innenelektroden und den vier verschiedenen Außenelektroden auf die zyklische Reihenfolge geachtet werden muss. Weiter ist bei einer stärkeren mechanischen Belastung eine Erweiterung auf mehr als vier Außenelektroden nicht möglich, da ein Piezostapel mit quadratischen Piezoscheiben genau vier Seitenflächen aufweist. Das Potential zur weiteren Beabstandung der Kontaktbereiche der Innen- zu den Außenelektroden ist also ausgeschöpft.
- Vorteile der Erfindung
- Der erfindungsgemäße Piezoaktor hat den Vorteil, dass störende Zugspannungen in Randbereichen der Piezoelemente des Piezostapels erheblich reduziert werden, ohne dabei den Piezostapel auf allen vier Seitenflächen mit einer Außenelektrode zu versehen. Auf eine einfache Weise wird dadurch erreicht, dass die mechanische Belastung innerhalb des Piezoaktors abnimmt und folglich Schädigungen im Material wie Rissbildung oder andere leistungsreduzierende Ausfälle minimiert werden. Auch bietet der erfindungsgemäße Piezoaktor die Möglichkeit, die spannungsabbauende Wirkung je nach Bedarf zu verstärken. Schließlich wird darauf hingewiesen, dass durch die erfindungsgemäße Anordnung nicht die Folgen einer Rissbildung überbrückt werden, sondern aufgrund von Spannungsrelaxation vorteilhaft gar nicht erst Rissbildungen entstehen.
- Vorteilhafte Weiterbildungen des piezoelektrischen Aktors sind in den Unteransprüchen angegeben und in der Beschreibung beschrieben.
- Zeichnung
- Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand der Zeichnung und der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
-
1a ,1b jeweils eine Kontaktierungsmöglichkeit der Elektroden, -
2 einen Piezostapel mit interdigitaler Elektrodenstruktur im Schnitt, -
3 einen Feldlinienverlauf in piezoelektrischen Schichten zur Verdeutlichung der aktiven und semi-aktiven Bereichen, -
4 eine spannungsabbauende Struktur, und -
5 einen piezoelektrischen Aktor mit spannungsabbauenden Schichten. - Beschreibung der Ausführungsbeispiele
- Wie bereits erwähnt, bestehen piezoelektrische Aktoren üblicherweise aus mehreren, übereinanderliegenden Schichten aus einem piezoelektrischen Material. Zwischen den Schichten sind Elektroden angeordnet, die alternierend zu einem Plus- bzw. Minuspol kontaktiert werden.
-
1a und1b zeigen die dabei möglichen zwei Kontaktierungen. Sogenannte Innenelektroden2 , die parallel zu den piezoelektrischen Schichten5 verlaufen, sind dabei abwechselnd mit einer ersten3 oder einer zweiten Außenelektrode4 zu kontaktieren. Die erste Außenelektrode3 ist hier mit einem Minuspol, die zweite Außenelektrode4 mit einem Pluspol verbunden. Die in1a dargestellte Ausführung zeigt vollflächige Innenelektroden2 , d. h. die Innenelektroden2 verlaufen durchgehend von der ersten3 bis zur zweiten Außenelektrode4 . Da eine Innenelektrode2 jedoch nur mit einer Außenelektrode4 elektrisch kontaktiert werden muss, sind an entsprechenden, nicht zu kontaktierenden Stellen Isolationen6 angebracht. Vorteilhaft weist die Ausführung mit vollflächigen Innenelektroden2 nur sogenannte aktive Bereiche7 mit einer konstanten Feldstärke auf, weil jeder Bereich im Piezoelement immer zwischen zwei gegenseitig geladenen Innenelektroden2 angeordnet ist. Aufgrund der konstanten Feldstärke im gesamten Bereich des Piezoelementes ist auch die mechanische Dehnung konstant. Nachteilig wirkt sich aber der aufwändige Aufbau mit der Notwendigkeit aus, jede Innenelektrode2 wechselseitig gegenüber der ersten3 bzw. zweiten Außenelektrode4 mit einer Isolierung6 zu versehen. Daher hat sich die zweite Kontaktierungsmöglichkeit der Innenelektroden2 zu den Außenelektroden3 ,4 , nämlich die interdigitale Elektrodenstruktur, etabliert. - Aus der
1b ist die Anordnung bei einer interdigitalen Elektrodenstruktur erkennbar: Die Innenelektroden2 sind hier kürzer als im Vergleich zu den flächigen Innenelektroden2 aus1a und benötigen daher auch keine Isolierungen6 im Aufbau. Jedoch stehen zwei benachbarte Innenelektroden2 nicht mehr vollständig überdeckend gegenüber. Vielmehr gibt es in den piezoelektrischen Schichten5 neben dem mittleren, aktiven Bereich7 auch sogenannte semi-aktive Bereiche8 , die durch die versetzten Innenelektroden2 hervorgerufen werden. - Einen typischen Aufbau eines aus mehreren, übereinanderliegenden piezoelektrischen Schichten
5 bestehenden Piezostapels zeigt2 im Schnitt. Bekannterweise sind die Innenelektroden2 alternierend mit der ersten3 oder zweiten Außenelektrode4 elektrisch zu einem Minus- bzw. Pluspol kontaktiert. Im aktiven Bereich7 überlappen sich die Innenelektroden2 vollständig, daraus resultiert ein konstantes elektrisches Feld. In den semi-aktiven Bereichen8 kommt es jedoch zu einer Ausbildung eines heterogenen elektrischen Feldes aufgrund der versetzten Innenelektroden2 . - Zur Verdeutlichung sind in
3 die Feldlinien der elektrischen Felder innerhalb der piezoelektrischen Schichten5 eingezeichnet. Da im folgenden nur auf die Innenelektroden2 eingegangen wird, werden die Innenelektroden2 ohne die Gefahr einer Verwechslung einfach Elektroden10 genannt. Im mittleren, aktiven Bereich7 der Schichten5 stehen immer zwei gegensätzlich geladene Elektroden10 in gleichem Abstand gegenüber, und sorgen so für ein homogenes Feld und eine homogene Dehnungsverteilung. In den semi-aktiven Bereichen8 jedoch sind die Dehnungen aufgrund nicht konstanter und verringerter Feldstärke nicht homogen und im Vergleich zum aktiven Bereich7 auch absolut abgeschwächt. Diese Dehnungsunterschiede führen zu hohen mechanischen Belastungen an den Randbereichen des Aktors. - Erfindungsgemäß ist beim piezoelektrischen Aktor mindestens eine Struktur vorgesehen, die die im Piezostapel auftretende mechanische Spannungen abbaut.
4 zeigt eine mögliche spannungsabbauende Struktur15 . Die Struktur15 kann beispielsweise durch eine spannungsabbauende Schicht20 mit Aussparungen25 gebildet werden. Die Aussparung25 ist vorteilhaft mindestens an einem Außenbereich30 der spannungsabbauende Schicht20 angeordnet. Dann kann die Aussparung25 der Schicht20 durch eine Kerbe, d. h. einen Einschnitt an einer Oberfläche der Schicht20 gebildet werden. Optimal weist die Kerbe im Querschnitt der Schicht20 die Form eines Halbkreises oder einer anderen symmetrischen Figur auf. Im übrigen kann die Struktur15 aus einem piezoelektrisch aktiven oder inaktiven Material bestehen und die Aussparungen25 können vor oder nach dem Sintern der Schicht20 gebildet wurden. - Die spannungsabbauende Schicht
20 mit Aussparungen25 ist, wie in5 dargestellt, vorteilhaft zwischen den piezoelektrischen Schichten5 angeordnet. Der piezoelektrische Aktor1 weist in diesem Beispiel vier spannungsabbauende Schichten20 mit Aussparungen25 auf, die gleichmäßig in den Piezostapel verteilt wurden. Trotz der eingesetzten interdigitalen Elektrodenstruktur kann nun der aktive Bereich7 aufgrund der Aussparungen25 freier dehnen, ein Spannungsaufbau wird verhindert. Die genaue Anzahl oder die geometrische Größe der Aussparungen25 sind abhängig vom Aktortyp und variieren nach Bedarf. Sind bei bestimmten Aktortypen stärkere mechanische Belastungen anzunehmen, so können weitere spannungsabbauende Schichten20 in den Piezostapel eingefügt werden und/oder die Aussparungen25 vergrößert werden. - Insgesamt wird durch das Einfügen von spannungsabbauenden Schichten
20 eine erhebliche mechanische Relaxation erreicht, wodurch der Aktor in einem belastungsfreieren Zustand arbeiten kann. Dies wirkt sich direkt vorteilhaft in der Zuverlässigkeit des Aktors aus.
Claims (8)
- Piezoelektrischer Aktor (
1 ) mit übereinanderliegenden Schichten (5 ) aus einem piezoelektrischen Material und zwischen den Schichten (5 ) angeordneten Elektroden (10 ) zur Bildung eines Piezostapels, dadurch gekennzeichnet, dass im Piezostapel mindestens eine Struktur (15 ) vorgesehen ist, die die im Piezostapel auftretende mechanische Spannung abbaut. - Piezoelektrischer Aktor (
1 ) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Struktur (15 ) durch eine spannungsabbauende Schicht (20 ) gebildet wird, die Aussparungen (25 ) aufweist. - Piezoelektrischer Aktor (
1 ) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die spannungsabbauende Schicht (20 ) zwischen den Schichten (5 ) aus einem piezoelektrischen Material angeordnet ist. - Piezoelektrischer Aktor (
1 ) nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussparung (25 ) der spannungsabbauenden Schicht (20 ) an mindestens einem Außenbereich (30 ) der Schicht (20 ) angeordnet ist. - Piezoelektrischer Aktor (
1 ) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussparung (25 ) der Schicht (20 ) eine Kerbe ist. - Piezoelektrischer Aktor (
1 ) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Kerbe im Querschnitt der Schicht (20 ) die Form eines Halbkreises oder einer anderen symmetrischen Figur aufweist. - Piezoelektrischer Aktor (
1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Struktur (15 ) aus einem piezoelektrisch aktiven oder inaktiven Material besteht. - Piezoelektrischer Aktor (
1 ) nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Aussparungen (25 ) vor oder nach dem Sintern der Schicht (20 ) gebildet wurden.
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