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Leistungshalbleitermodule
werden üblicherweise
zum Steuern und Schalten großer
Stromstärken
verwendet. Derartige Leistungshalbleiterbauelemente sind beispielsweise
aus der WO 03/030247 A2 oder der
US 5,637,922 A bekannt.
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Die
Stromtragfähigkeit
solcher Leistungshalbleitermodule ist begrenzt. So können beispielsweise
auf Grund der mit dem Steuern bzw. Schalten von hohen Strömen einhergehenden
Wärmeentwicklung
Leistungshalbleitermodule mit einer begrenzten Fläche nur
bis zur einer gewissen Stromstärke
belastet werden.
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Der
Erfindung liegt daher das Problem zu Grunde, ein Leistungshalbleitermodul
mit einer erhöhten
Stromtragfähigkeit
pro Fläche
des Leistungshalbleitermoduls zur Verfügung zu stellen.
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Dieses
Problem wird erfindungsgemäß gelöst durch
ein Leistungshalbleitermodul mit den Merkmalen des Anspruchs 1.
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Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand abhängiger Unteransprüche.
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Grundgedanke
der Erfindung ist es, bei einem Leistungshalbleitermodul mit Leistungshalbleiterbauelementen
auf einem Substrat wenigstens einen Teil der Leistungshalbleiterbauelemente
parallel zu schalten und symmetrisch auf dem Substrat anzuordnen.
Hierdurch wird die in den Leistungshalbleiterbauelementen anfallende
Verlust- oder Abwärme besser
auf die gesamte Substratfläche
und somit auch annähernd über die
gesamte den Leistungshalbleiterbauelementen abgewandte Unterseite
des Substrats verteilt. Es ergibt sich dann ein verbesserter thermischer
Widerstand zwischen den Leistungshalbleiterbauelementen und einem üblicherweise
an der Unterseite des Substrats angeordneten Kühlkörper sowie zur Umgebung.
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Für die Verdrahtung
der Leistungshalbleiter-Chips wird eine zweite Leitungsebene genutzt, die
isoliert über
der Substratleiterebene und den Chips liegt. Dadurch können die
Trenngräben
und Leiterbahnen neben den Lötflächen der
Chips eliminiert werden und die Fläche zur Auflötung größerer Chips
oder bevorzugt weiterer parallelgeschalteter Chips genutzt werden.
Durch die Auslegung des Moduls sind die Chips symmetrisch niederinduktiv
angeordnet.
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Die
Wärmewiderstände werden
drastisch reduziert, wobei Reduktionen im Bereich von 30% möglich sind.
Dieser Effekt ergibt sich durch die auf diese Weise mögliche Ausnutzung
der Wärmespreizung
in dem Substrat und den an dieses angrenzenden Schichten, wie beispielsweise
Wärmeleitpasten oder
Kühlkörper. Infolgedessen
wird die Verlustwärme
der Leistungshalbleiterbauelemente deutlich besser abgeführt, so
dass diese größere Stromstärken schalten
und steuern können
als bei konventioneller Ausgestaltung des Leistungshalbleitermoduls,
ohne hierbei Schaden zu nehmen.
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Die
Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Figuren der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es
zeigen:
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1 die
schematische Darstellung des Grundaufbaus eines Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen Leistungshalbleitermoduls,
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2 die
Metallisierungen in einer zweiten Leitungsebene des Leistungshalbleitermoduls
aus 1,
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3 ein
mit magnetischen Folien versehenes Leistungshalbleitermodul aus 2,
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4 ein
Ausführungsbeispiel
eines erweiterten Leistungshalbleitermoduls, welches aus drei Basis-Leistungs-halbleitermodulen
gemäß den 1 bis 3 aufgebaut
ist,
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5 ein
Leistungshalbleitermodul aus 4 mit darin
angeordnetem Zwischenkreiskondensator,
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6 eine
schematische Darstellung der Verbindung des Leistungshalbleitermoduls
aus 5 mit einer Leiterplatte,
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7 eine vergleichende Darstellung der simulierten
Temperaturverteilung in einem konventionellen (a) und einem erfindungsgemäßen Leistungshalbleitermodul
(b), und
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8 den
thermischen Widerstand bei einem wassergekühlten erfindungsgemäßen Leistungshalbleitermodul.
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1 zeigt
eine schematische Darstellung des Grundaufbaus eines erfindungsgemäßen Leistungshalbleitermoduls 1,
bei welchem auf der Substratoberfläche 16 des Substrats 14 Leistungshalbleiterbauelemente
in Form der bipolaren Transistoren mit isoliertem Gate (IGBT) 2, 4, 6, 8 und
der Dioden 10 und 12 in konzeptionell unterteilten
Flächenabschnitten 20 und 22 der
Substratoberfläche 16 angeordnet
sind. Der erste Flächenabschnitt 20 und
zweite Flächenabschnitt 22 sind
identisch ausgeführt
und somit mit denselben Leistungshalbleiterbauelementen 2, 4, 6, 8, 10 und 12 bestückt.
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In
einer vorteilhaften Ausgestaltungsvariante sind die beiden Flächenabschnitte 20 und 22 elektrisch
leitend ausgeführt,
was insbesondere dadurch realisiert sein kann, dass als Substrat 14 ein DCB-(Direct-Copper-Bonding)
Substrat vorgesehen ist.
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In
einer Weiterbildung der Erfindung erfolgt die Kontaktierung der
Leistungshalbleiterbauelemente 2, 4, 6, 8, 10 und 12 in
einer zweiten Leitungsebene, die im in der 2 dargestellten
Ausführungsbeispiel
durch die Metallisierungen in der zweiten Leitungsebene 24 und 26 gebildet
ist. Diese zweite Leitungsebene bzw. die darin angeordneten Metallisierungen 24 und 26 sind
elektrisch isoliert von der Substratoberfläche 16 oberhalb der
dieser Substratfläche 16 abgewandeten
Oberflächen
der Leistungshalbleiterbauelemente 2, 4, 6, 8, 10 und 12 angeordnet.
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Durch
das Vorsehen dieser zweiten Leitungsebene können Trenngräben und
Leiterbahnen, welche üblicherweise
neben Lötflächen für die Leistungshalbleiterbauelemente
auf der Substratoberfläche 16 angeordnet
sind, von dieser Substratoberfläche 16 entfernt
werden. Man erhält
demzufolge einen freien Bereich der Substratoberfläche, welcher
zur Auflötung
größerer Leistungshalbleiterbauelemente oder
bevorzugt für
die Anordnung weiterer parallel geschalteter Leistungshalbleiterbauelemente
genutzt werden kann. Somit kann bezogen auf die Fläche des
Leistungshalbleitermoduls eine höhere Strom-
bzw. Leistungstragfähigkeit
des Leistungshalbleitermoduls erzielt werden.
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Weiterhin
sind bevorzugt auf den der Substratoberfläche 16 abgewandten
Oberflächen
der Leistungshalbleiterbauelemente 2, 4, 6, 8, 10, 12 jeweils Kontaktflächen für Versorgungs-
und Steuerleitungen 30 dieser Leistungshalbleiterbauelemente 2, 4, 6, 8, 10, 12 vorgesehen.
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Im
in den 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel
sind die IGBTs 2, 4, 6 und 8 parallel
geschaltet und symmetrisch bezüglich
der Anschlüsse
des Leistungshalbleitermoduls angeordnet. Weiterhin sind die Dioden 10 und 12 parallel
geschaltet und in der selben Weise symmetrisch angeordnet.
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Weiterhin
sind die IGBTs 2, 4, 6 und 8 für den selben
Nennstrom ausgelegt, beispielsweise 25A, und ersetzen so einen IGBT
mit einem Nennstrom von 100A. Auch die Dioden 10 und 12 sind
hinsichtlich ihres Nennstroms identisch ausgeführt, beispielsweise 50A-Dioden,
die zusammen genommen eine 100A-Diode ersetzen.
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Durch
die symmetrische Anordnung der Leistungshalbleiterbauelemente 2, 4, 6, 8, 10, 12 sowie
deren identische Ausführung
ergibt sich eine gleichmäßige Belastung
der Halbleiter und Strombahnen. Die in der 7 dargestellten
Ergebnisse von Simulationsrechnungen zeigen, welchen Einfluss das
Ersetzen eines Leistungshalbleiterbauelements mit hohem Nennstrom
durch mehrere parallel geschaltete und symmetrisch angeordnete Leistungshalbleiterbauelemente 2, 4, 6, 8 mit
kleinerem Nennstrom auf die Temperaturverteilung in einem Leistungshalbleitermodul
im Betriebszustand hat.
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In 7a ist
die Temperaturverteilung in einem Leistungshalbleitermodul 69 in
welchem ein IGBT mit einen Nennstrom von 100A vorgesehen ist, gezeigt. 7b hingegen
illustriert die Temperaturverteilung in einem entsprechenden Leistungshalbleitermodul 79,
in welchem vier IGBTs mit einen Nennstrom von 25A 80, 82, 84, 86 vorgesehen
sind. Der Übersichtlichkeit
halber wurde in beiden Simulationsrechnungen davon ausgegangen,
dass jeweils nur ein Flächenabschnitt
in Betrieb ist. Ein Vergleich der Temperaturverteilungen zeigt,
dass im Fall des Leistungshalbleitermoduls 79 die Ab- bzw.
Verlustwärme
der IGBTs 80, 82, 84 und 86 deutlich
besser auf die gesamte Substratfläche verteilt wird und damit
auch annähernd
auf die gesamte Unterseite des Substrats, so dass sie besser abgeführt werden kann.
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Dementsprechend
fällt der
Wärmewiderstand
bzw. thermische Widerstand für
das Leistungshalbleitermodul 69 bzw. 100A-IGBT deutlich
höher aus
als für
die Summe der vier 25A-IGBTs im Leistungshalbleitermodul 79.
Dieser Sachverhalt ist in 8 illustriert,
welche die thermischen Widerstände in
den Leistungshalbleitermodulen 69 bzw. 79 unter Betriebsbedingungen
zeigen. Hierbei wurden auch die Wärmewiderstände in denjenigen Schichten
berücksichtigt,
die im Betriebszustand mit den Leistungshalbleitermodulen in Verbindung
stehen. Dies sind im Einzelnen ein Kühler, eine Wärmeleitpaste, eine
Grundplatte, ein Lot, welches die Grundplatte mit der Unterseite
des Substrats, welches als DCB-Substrat ausgeführt ist, verbindet, der Kern
des Substrats aus Al2O3,
die obige Kupferschicht des DCB-Substrats, das oberseitige Lot sowie
das Silizium der Leistungshalbleiterbauelemente.
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Auf
Grund des verringerten thermischen Widerstandes können bei
erfindungsgemäßen Leistungshalbleitermodulen
Leistungshalbleiterbauelemente vorgesehen werden, deren Nennstrom
in ihrer Summe über
dem Nennstrom liegt, den ein einzelnes Leistungshalbleiterbauelement
aufweisen kann, ohne im Betrieb auf Grund gestauter Verlustwärme Schaden
zu erleiden. In Folge ergibt sich für das erfindungsgemäße Leistungshalbleitermodul
bei vergleichbarer Fläche
eine höhere
Stromtragfähigkeit.
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In
einer Weiterbildung der Erfindung sind die beiden Flächenabschnitte 20 und 22 mittels
einer Reihenschaltung miteinander elektrisch leitend verbunden.
Auf diese Weise ist eine Halbbrückenschaltung
einfach realisierbar.
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Eine
vorteilhafte Ausgestaltungsvariante der Erfindung sieht vor, das
einander entsprechende Versorgungs- und Steuerleitungen 30 parallel
geschalteter Leistungshalbleiterbauelemente 2, 4, 6, 8, 10, 12 jeweils
durch eine zusammenhängende
Metallisierung verbunden sind, wobei diese Metallisierungen bevorzugt
in der zweiten Leitungsebene angeordnet sind. Im in 2 dargestellten
Ausführungsbeispiel sind
diese Metallisierungen durch die Metallisierungen in der zweiten
Leitungsebene 24 und 26 gebildet, welche entsprechende
Anoden, Kathoden, Emitter, Gates oder Basen der IGBTs bzw. Dioden
jeweils miteinander verbinden.
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Vorzugsweise
weisen die zusammenhängenden
Metallisierungen 24, 26 eine Dicke in einem Bereich
von 20 μm
bis 1 mm auf.
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Eine
vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht ferner vor, dass
die geometrische Struktur der zusammenhängenden Metallisierungen
24,
26 derart gestaltet
ist, dass die Entstehung parasitärer
Schwingungen im Betrieb des Leistungshalbleitermoduls
1 vermieden
werden, insbesondere parasitäre
Schwingungen mit Frequenzen über
100 MHz. Derartige parasitäre
Schwingungen treten i.d.R. vor allem bei Schaltvorgängen auf.
Hinsichtlich genaurer Ausführungen
zu der geometrischen Struktur der zusammenhängenden Metallisierung sowie
zu deren Wirkungsweise sei an dieser Stelle auf die
DE 101 59 851 verwiesen. Ein Ausführungsbeispiel
für solch eine
parasitäre
Schwingungen unterdrückende
geometrische Struktur der Metallisierung ist durch Metallisierungen
in der zweiten Leitungsebene
24 und
26 in
2 gegeben.
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Bevorzugt
werden die Leistungshalbleiterbauelemente 2, 4, 6, 8, 10, 12 direkt
miteinander verbunden, um sehr hohe Eigenfrequenzen des Schwingkreises,
welcher aus den Kapazitäten
der Leistungshalbleiterbauelementen 2, 4, 6, 8, 10, 12 und
den Induktivitäten
der Zwischenverbindungen gebildet sind, zu erhalten, so dass diese
durch Schaltvorgänge
nicht angeregt werden können.
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Eine
weitere Ausgestaltungsvariante der Erfindung sieht vor, dass zur
Isolierung der zweiten Leitungsebene, welche in den 2 und 3 durch die
Metallisierungen 24 und 26 gebildet ist, von der Substratoberfläche 16 zwischen
diesen wenigstens eine Isolierfolie mit magnetischen Bestandteilen
angeordnet ist. Diese bewirkt zwischen der zweiten Leitungsebene
und einer auf der Substratoberfläche 16 vorgesehenen
leitenden Fläche,
wie beispielsweise der Oberfläche
eines DCB-Substrats, eine geringfügige Induktivitätserhöhung. Diese
kann so ausgestaltet sein, dass die Eigenfrequenzen des Leistungshalb leitermoduls
unter die Erregerfrequenz der Schaltvorgänge sinkt, so dass parasitäre Schwingungen
unterdrückt
werden.
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Alternativ
oder ergänzend
hierzu sieht eine weitere Ausgestaltungsvariante der Erfindung vor, dass
auf der der Substratoberfläche 16 abgewandten Seite
der zweiten Leitungsebene wenigstens eine magnetische Folie angeordnet
ist, welche die zweite Leistungsebene zumindest teilweise überdeckt.
In 3 sind schematisch solche magnetischen Folien 32, 34 dargestellt,
welche die Metallisierungen der zweiten Leitungsebene 24 und 26 überdecken.
Deren magnetischen Bestandteile nehmen wiederum Einfluss auf die
Eigenfrequenz des Leistungshalbleitermoduls, sodass bei entsprechender
Ausgestaltung diese sich hinreichend von den Schaltfrequenzen unterscheidet,
sodass parasitäre
Schwingungen stark gedämpft
bzw. vermieden werden können.
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In
einer Weiterbildung der Erfindung ist zumindest ein Teil der Gatekontakte
derjeniger Leistungshalbleiterbauelemente, welche Transistoren sind,
im in den 1 bis 3 dargestellten
Ausführungsbeispiel
also die IGBTs 2, 4, 6, 8, mittels
schmaler, dünner
Leisterbahnen 30 verbunden, wobei diese Leiterbahnen 30 in
ihrer Länge,
Breite und Dicke so bemessen sind, dass vor jedem mit diesem Leiterbahnen 30 kontaktierten
Transistor bzw. IGBT 2, 4, 6, 8, 10 ein
verteilter Widerstand mit einem Widerstandswert größer als
0,1 Ohm gegeben ist. Auf diese Weise lassen sich Schwingungen im
Gatekreis vermeiden, welcher gebildet ist aus der Kapazität des Gatekontaktes,
der Induktivität
der Leiterbahnen sowie der Kapazität zwischen Leiterbahnen und
Substratoberseite. Die Integration von entsprechenden Widerständen im
betreffenden Leistungshalbleiterbauelement oder die Anordnung zusätzlicher
Widerstände vor
jedem betreffenden Leistungshalbleiterbauelement, wie dies nach
dem Stand der Technik üblich
ist, kann auf diese Weise entfallen. Typische Widerstandwerte, mit
welchen sich eine Eigenfrequenz des Gatekreises erzielen lässt, welche
sich hinreichend von der Anregungsfrequenz, welche beispielsweise durch
Schaltvorgänge
gegeben ist, unterscheidet, liegt im Bereich zwischen 1 und 8 Ohm.
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Eine
bevorzugte Ausgestaltungsvariante der Erfindung sieht vor, das die
Gateleitungen auf der zwischen der zweiten Leitungsebene 24, 26 und
der Substratoberfläche 16 angeordneten
Isolierfolie angeordnet sind, wobei die Anordnung durch Aufdampfen
oder Aufsputtern dünner
TiW- und TiCu-Schichten realisiert ist. Für die erforderlichen Leitfähigkeiten und
Widerstände
hat sich eine Cu-Schichtdicke von etwa 200 nm bewährt. So
lässt sich
beispielsweise mit einer 200 nm dicken, 1 mm breiten und 1 cm langen
Bahn ein Gatewiderstand von ca. 1 Ohm erzielen. Durch geeignete
Veränderungen
der Geometrie der Leiterbahn sind Werte im oben aufgeführten Widerstandsbereich
und darüber
hinaus realisierbar.
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In
einer vorteilhaften Ausführungsform
der Erfindung sind Anschlusspins für einen +/– Zwischenkreis entlang der
Längsseiten
des Leistungshalbleitermoduls angeordnet, wie dies anhand des Ausführungsbeispiels
des Leistungshalbleitermoduls 100 in den 4 und 5 dargestellt
ist. Das Leistungshalbleitermodul 100 ist aufgebaut aus
drei Leistungshalbleitermodulen 1, dessen Aufbau schematisch
in den 1 bis 3 dargestellt ist und weiter oben
näher beschrieben
wurde.
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Weiterhin
ist bei wenigstens einem Transistor bzw. IGBT 2, 4, 6, 8 die
Kontaktierung des Emitters bei dem aus Gate und Emitter gebildeten
Steuerkreis und bei dem aus Emitter und Kollektor gebildeten Laststromkreis über denselben
Kontakt realisiert. Auf einen Hilfsemitter wird also bewusst verzichtet, was
aufgrund der symmetrischen inneren Verdrahtung des Leistungshalbleitermoduls
und der niedrigen vorherrschenden Induktivität möglich ist. Infolgedessen entsteht
ein Stromkreis von + nach – im
+/– Zwischenkreis
und innerhalb des Leistungshalbleitermoduls 100, welcher
sehr niederinduktiv ist und symmetrisch verläuft.
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Die
niedrige Induktivität
ergibt sich hierbei durch die breite Stromführung und die Rückführung direkt über dem
flachen Leistungshalbleitermodul 100, beispielsweise auf
einer darüber
angeordneten Leiterplatte. Die Induktivität berechnet sich näherungsweise
als Produkt aus Breite und Länge
des Leistungshalbleitermoduls multipliziert mit der Induktionskonstante μ0,
wobei unter der Breite des Leistungshalbleitermoduls dessen längliche
Ausdehnung von der Oberseite des Leistungshalbleitermoduls bis zum
Höhenniveau
der Leistungshalbleiterbauelemente zu verstehen ist. Ein typischer
Wert für
die auf dieser Weise erzielbaren Induktivitäten ist 10 nH.
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Im
Fall des Leistungshalbleitermoduls 100 aus den 4 und 5 sind
die Anschlusspins für den
+/– Zwischenkreis
gebildet aus den positiven Anschlusspins 35 und 36 sowie
den negativen Anschlusspins 40, 41 und 42.
Ein üblicherweise
vorgesehener Zwischenkreiskondensator könnte beispielsweise als schmaler,
länglicher
Block an einer der Längsseiten
des Leistungshalbleitermoduls 100 angeordnet sein und z.
B. an eine zweilagige Leiterplatte angeschlossen sein.
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Bevorzugt
sind auch die übrigen
Anschlusspins des Leistungshalbleitermoduls, im Fall des Leistungshalbleitermoduls 100 aus
den 4 und 5 die Anschlusspins für die Phase
u, v, w, entlang der Seiten des Leistungshalbleitermoduls angeordnet.
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Auf
diese Weise ergibt sich im Innenbereich des Leistungshalbleitermoduls 100 über den
Leistungshalbleiterbauelementen 2, 4, 6, 8, 10, 12 ein Freiraum.
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In
einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist wenigstens ein
Teil eines Zwischenkreiskondensators im Leistungshalbleitermodul
in dem beschriebenen Freiraum über
den Leistungshalbleiterbauelementen angeordnet, wobei dieser Teil
des Zwischenkreiskondensators insbesondere quaderförmig ausgestaltet
ist.
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Diesen
Sachverhalt illustriert 5, welche einen im beschriebenen
Freiraum des Leistungshalbleitermoduls 100 über den
Leistungshalbleiterbauelementen 2, 4, 6, 8, 10, 12 (vgl. 4)
angeordneten Zwischenkreiskondensators 46 zeigt, welcher überdies
quaderförmig
ausgestaltet ist. Dies führt
letztlich zu einer kompakten Bauform derart ausgestalteter Leistungshalbleitermodule.
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Ermöglicht wird
diese Bauform für
Leistungshalbleitermodule dadurch, dass über den Leistungshalbleiterbauelementen 2, 4, 6, 8, 10, 12 entgegen dem
Stand der Technik keine Bonddrähte
mehr vorgesehen sind und die auf diesen Leistungshalbleiterbauelementen
aufgebrachten Schichten bzw. Folien mechanisch robust und ausreichend
passiviert sind, wobei die Schichten durch Laminationsverfahren oder
die oben bereits erwähnten
Auf dampf- oder Sputtertechniken hergestellt sein können. Infolgedessen
kann in der Regel auf das Vergießen des Leistungshalbleitermoduls
und das Vorsehen eines Deckels für
das selbige verzichtet werden, so dass im Innenbereich des Leistungshalbleitermoduls
ein Freiraum existiert, in welchem der Zwischenkreiskondensator
angeordnet werden kann.
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Der
Zwischenkreiskondensator ist auf die geeignete Flächen des
Leistungshalbleitermoduls aufgelötet
oder mittels Drahtbonds mit dem Substrat und/oder Anschlusspins
verbunden.
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Eine
Weiterbildung der Erfindung sieht hingegen vor, dass der Zwischenkreiskondensator
auf einer Leiterplatte angeordnet ist und diese Leiterplatte durch
Auflöten
und/oder Aufpressen des Zwischenkreiskondensators auf das Leistungshalbleitermodul
mit diesem verbunden ist, wobei hierbei der Zwischenkreiskondensator
ins Leistungshalbleitermodul hineinragt. 6 zeigt
eine solche Anordnung im Querschnitt. Auf der Leiterplatte 44 ist
der Zwischenkreiskondensator 46 angeordnet, welcher durch
Auflöten
oder Aufpressen mit dem Leis tungshalbleitermodul 100 verbunden
ist. Dementsprechend ragt er in dieses Leistungshalbleitermodul 100 hinein.
Selbstverständlich
können
alternativ oder ergänzend
zum Zwischenkreiskondensator 46 auch andere Bauteile, welche
mit der Leiterplatte 54 verbunden sind, in den Freiraum
des Leistungshalbleitermoduls 100 hineinragen, beispielsweise
Ansteuerungen.
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Im
in den 4 und 5 dargestellten Ausführungsbeispiel
erfolgt die Ansteuerung der positiven Anschlusspins 35, 36,
der negativen Anschlusspins 40, 41, 42 und
von Gate-Anschlüssen g-hs-w,
g-hs-v, g-hs-u mittels Verbindungen 60, 61, welche
mit Bonddrähten
oder geschweißten,
insbesondere lasergeschweißten,
oder gelöteten
Bügeln realisiert
sind. Bei der Verwendung von Bügeln
kann überdies
die Verbindung mittels Niedertemperaturverbindungstechniken (NTV)
realisiert sein.
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Wird,
wie oben beschrieben, auf den Leistungshalbleiterbauelementen eine
dicke zusammenhängende
Metallisierung vorgesehen, so können
die Bondlandepunkte überdies
direkt auf den Leistungshalbleiterbauelementen angeordnet sein,
ohne dass bei den hiermit verbundenen Bond- bzw. Schweißvorgängen eine
Zerstörung
der Leistungshalbleiterbauelemente einhergeht. Bei den bislang bekannten Leistungshalbleitermodulen
ist dies hingegen auf Grund von zu hohen Ausbeuteeinbußen nicht
sinnvoll.
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Die
in der 5 gezeigten positiven und negativen Zuleitungen 48 bzw. 50 zum
Zwischenkreiskondensator 46 sind ebenfalls in Form von
Bonddrähten
oder gelöteten
Bügeln
in der oben beschriebenen Weise ausgeführt.
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Wie
die 4 und 5 zeigen, liegen bei einem erfindungsgemäßen Leistungshalbleitermodul 100 eine
große
Anzahl von Anschlusspins 35, 36, 40, 41, 42,
u, v, w, g-hs-u, g-hs-v, g-hs-w vor, die sehr breit und gleichmäßig verteilt
sind. Dies bewirkt in Verbindung mit der über dem Leistungshalblei termodul 100 angeordneten
Leiterplatte 54 (vgl. 6) eine
breite Verteilung des Laststromes und des Stromes im Zwischenkreis.
Infolgedessen können
mit dem erfindungsgemäßen Leistungshalbleitermodul 100 deutlich
höhere
Stromstärken über das
Leistungshalbleitermodul 100 und die zugehörige Leiterplatte
(54) geführt
werden. Beispielsweise erhöht sich
bei Umrichtern, die Leiterplatten für die gesamte Verdrahtung verwenden,
der zuführbare
Strom um mehr als den Faktor 2.
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Zur
Stabilisierung der Verbindungen zu Anschlusspins, wie den Verbindungen 60 zu
den Anschlusspins 35, 36, 40, 41, 42,
u, v, w, g-hs-u, g-hs-v, g-hs-w im Fall des Leistungshalbleitermoduls 100 in den 5 und 6,
sieht eine Weiterbildung der Erfindung vor, dass zumindest ein Teil
der auf dem Leistungshalbleitermodul vorgesehenen Verbindungen zu
Anschlusspins eingegossen ist.
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Darüber hinaus
sieht eine vorteilhafte Ausgestaltungsvariante der Erfindung vor,
dass auf dem Leistungshalbleitermodul zumindest ein Rahmen vorgesehen
ist, welcher so dimensioniert und angeordnet ist, dass er die Verbindungen
zumindest teilweise vor Berührung
und mechanischer Schädigung schützt. Selbstverständlich sind
hierfür
nicht nur durchgehende Rahmen geeignet, sondern auch Rahmen, welche
durch Rahmenabschnitte gebildet sind, die an Unterbrechungen des
Rahmens grenzen. Derartige Unterbrechungen können beispielsweise dazu genutzt
werden, um Verbindungen durch den Rahmen hindurchzuführen.
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Derartige
Rahmen 64, 65, 66 sind im in 4 gezeigten
Ausführungsbeispiel
dargestellt. Die Rahmen 64, 65, 66 umgeben
jeweils ein „Basis"-Leistungshalbleitermodul 1,
welches Gegenstand der Darstellungen in den 1 bis 3 und der
zugehörigen
Beschreibung ist.
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- 1
- Leistungshalbleitermodul
- 2
- IGBT
- 4
- IGBT
- 6
- IGBT
- 8
- IGBT
- 10
- Diode
- 12
- Diode
- 14
- Substrat
- 16
- Substratoberfläche
- 20
- erster
Flächenabschnitt
- 22
- zweiter
Flächenabschnitt
- 24
- Metallisierung
in zweiter Leitungsebene
- 26
- Metallisierung
in zweiter Leitungsebene
- 30
- Versorgungs-/Steuerleitung
- 32
- magnetische
Folie
- 33
- magnetische
Folie
- 35
- positive
Anschlusspins
- 36
- positive
Anschlusspins
- 40
- negative
Anschlusspins
- 41
- negative
Anschlusspins
- 42
- negative
Anschlusspins
- 46
- Zwischenkreiskondensator
- 48
- positive
Zuleitungen
- 50
- negative
Zuleitungen
- 54
- Leiterplatte
- 60
- Verbindungen
zu Anschlusspins
- 64
- Rahmen
- 65
- Rahmen
- 66
- Rahmen
- 69
- Leistungshalbleitermodul
- 70
- IGBT
100A
- 79
- Leistungshalbleitermodul
- 80
- IGBT
25A
- 82
- IGBT
25A
- 84
- IGBT
25A
- 86
- IGBT
25A
- 100
- Leistungshalbleitermodul
- u
- Anschlusspins
für Phase
- v
- Anschlusspins
für Phase
- w
- Anschlusspins
für Phase
- g-hs-u
- Gateanschluss
- g-hs-v
- Gateanschluss
- g-hs-w
- Gateanschluss