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Die
Erfindung betrifft eine Abdeckvorrichtung einer Fahrzeugverglasung
mit den Merkmalen nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
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Eine
derartige Abdeckvorrichtung ist aus der
DE 296 19 210 U1 bekannt
und stellt eine Verdunkelungseinrichtung dar, mittels der die betreffende Fahrzeugverglasung
abgedunkelt werden kann. Die bekannte Vorrichtung umfasst ein flächiges,
flexibles Verdunkelungselement, das über die Fahrzeugverglasung
ausziehbar ist und im eingezogenen Zustand von einem Gehäuse aufgenommen
wird. Das Verdunkelungselement ist an einem Ende in dem Gehäuse fahrzeugfest
fixiert und an seinem in Ausziehrichtung vorne liegenden Ende mit
einer Zugstange versehen, die zur Sicherung des Verdunkelungselements
in einer gewünschten
Ausziehstellung an einem dem Fahrzeug zugeordneten Struktur- oder
Verkleidungselement eingehängt
werden kann. Das Verdunkelungselement ist des Weiteren an einer
so genannten Rückzugstange
umgelenkt, so dass es in dem Gehäuse
zwei im Wesentlichen planparallel zueinander ausgerichtete Bereiche
aufweist, deren Größe sich
jeweils in Abhängigkeit
von der Ausziehstellung ändert.
Die Rückzugstange
ist mittels eines als Federelement ausgebildeten Rückzugorgans
entgegen der Ausziehrichtung vorgespannt, so dass der aus dem Gehäuse austretende
Teil des Verdunkelungselements stets unter Spannung gehalten ist.
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Bei
der bekannten Abdeckvorrichtung kann das Verdunkelungselement aber
nicht, wie es bei Verdunkelungssystemen für transparente Schiebedachdeckel
gefordert sein kann, gewölbt
ausgebildet werden, ahne dass sich das Verdunkelungselement aufgrund
von Kräften,
die in Richtung der in Ausziehrichtung weisenden Mittelachse des
Verdunkelungselements wirken, wellen bzw. falten würde.
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Ferner
sind als Verdunkelungssysteme für transparente
Schiebedachdeckel Schiebehimmel, Stapelhimmel und Rollos im Einsatz.
Der Schiebehimmel kann ein in Normalenrichtung gewölbtes Element
darstellen. Auch der Stapelhimmel kann als quer gewölbtes Element
ausgebildet sein. Das Rollo, das im Wesentlichen bei Großdachsystemen
eingesetzt wird, stellt in der Regel im ausgezogenen Zustand ein
ebenes Element dar. Der Nachteil des Schiebehimmels liegt darin,
dass er bei so genannten Großdachsystemen,
die mit einem großen öffenbaren
Bereich versehen sind, gegebenenfalls nicht einsetzbar ist, da immer
die gesamte Länge
des Schiebehimmels von einem entsprechenden Hohlraum im Dachbereich
aufgenommen werden müsste.
Dieser Bauraum steht gegebenenfalls nicht zur Verfügung. Der
Stapelhimmel hat den Nachteil, dass er in vertikaler Richtung einen
großen
Bauraum benötigt.
Auch muss ein Stapelhimmel mit einer gegebenenfalls aufwändigen Stapelmechanik
versehen sein. Bei einem Rollo, das mit einem Wickelrohr und einem
flexiblen, auf dieses aufrollbaren Verdunkelungselement ver sehen
ist, besteht der Nachteil, dass es im Bereich des Wickelrohrs bei
aufgerolltem Verdunkelungselement einen großen Bauraumbedarf in vertikaler
Richtung hat und zudem eine Querwölbung des Verdunkelungselements
nicht ohne weiteres darstellbar ist. Zudem muss eine zusätzliche
Rollablaufkante vorgesehen sein, um eine definierte Spaltbildung
zu einem Festhimmelelement zu gewährleisten.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Verdunkelungsvorrichtung
zu schaffen, die insbesondere im Bereich eines Kraftfahrzeugschiebedachs
mit einem transparenten Deckelelement einsetzbar ist, einen geringen
Bauraumbedarf rechtwinklig zur Ebene des Verdunkelungselements hat und
im ausgezogenen Zustand mit einem gewölbten Verdunkelungselement
versehen sein kann.
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Diese
Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die
Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst.
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Der
Kern der Erfindung liegt mithin darin, dass in den seitlichen Randbereichen
des Verdunkelungselements in dessen Querrichtung eine kraftschlüssige Verbindung
zwischen dem Verdunkelungselement und dem Spannelement geschaffen
ist.
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Das
Verdunkelungselement, das aus einem Stoff, einem Gewirke, einer
Folie, einem Verbundwerkstoff oder dergleichen gebildet sein kann,
ist also wie bei einem Rollo an seinem in Ausziehrichtung vorne
liegenden Ende mit einem Zugelement versehen. An seinem dem Zugelement
abgewandten Ende ist das Verdunkelungselement an einem speziell
dafür vorgesehenen
Befestigungselement oder einem sonstigen Fahrzeugbauteil, beispielsweise
einem Karosserieteil oder einem Verkleidungsteil, einem Dachelement,
einem Glaselement, einer Wasserrinne oder dergleichen befestigt.
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Durch
das entgegen der Ausziehrichtung vorgespannte Spannelement wird
das Verdunkelungselement zwischen dem Zugelement und dem Befestigungselement
stets unter Spannung gehalten, wobei ein definierter Spalt zu einem
fahrzeugfesten Verkleidungsteil geschaffen wird, das einen Aufnahmeraum
für das
eingezogene Verdunkelungselement begrenzt, der andererseits in Bereich
eines Fahrzeugdaches von einer Dachaußenhaut begrenzt sein kann.
Die erforderliche Spannkraft wird durch die Federeinrichtung auf
das als Spannbügel
dienende Spannelement eingebracht.
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Der
Begriff "Fahrzeugverglasung" umfasst Fahrzeugbauteile,
die zumindest bereichsweise transparent sind und sowohl aus Glas
als auch aus Kunststoff gefertigt sein können.
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Bei
einer mit einfachen Mitteln zu realisierenden Ausführungsform
der Vorrichtung nach der Erfindung weist das Verdunkelungselement
in seinen seitlichen Randbereichen jeweils eine Verdickung auf, die
in eine Führungsnut
des Spannelements eingreift.
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Die
Verdickungen des Verdunkelungselements, die sich parallel zu dessen
Ausziehrichtung erstrecken, sind bei einer speziellen Ausführungsform
der Vorrichtung nach der Erfindung jeweils aus einer in das Verdunkelungselement
eingearbeiteten Schnur oder dergleichen gebildet. Die Schnüre können jeweils
in eine Lasche eingenäht
sein, die durch Umschlagen des Verdunkelungselements in dessen betreffenden
seitlichen Randbereich gebildet ist.
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Das
Verdunkelungselement der Vorrichtung nach der Erfindung kann eine
Wölbung
aufweisen, die beispielsweise der Form der betreffenden Fahrzeugverglasung
folgt. Diese Wölbung
kann zumindest zum Teil durch ein quer zur Ausziehrichtung gebogenes
Spannelement vorgegeben sein. Durch die seitliche Führung des
Verdunkelungselements kommt es auch bei dieser Ausführungsform
bei Betätigung,
d. h. beim Ausziehen oder Einfahren des Verdunkelungselements zu
keiner Welligkeit und/oder Faltenbildung des das Verdunkelungselement
bildenden Materials. Auch das Zugelement, an dem das Verdunkelungselement
direkt befestigt ist, ist in diesem Fall in der Regel mit einer
in quer zur Ausziehrichtung ausgebildeten Biegung versehen. Bei
der gewölbten
Ausführungsform
des Verdunkelungselements ist das das Verdunkelungselement bildende Material
in seinen seitlichen Randbereichen also derart formschlüssig mit
dem Spannelement verbunden, dass ein Ziehen in Richtung der Längsmittelachse des
flexiblen Materials an der Spannelementunterseite unterbunden wird.
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Die
Vorspannung des Spannelements entgegen der Ausziehrichtung kann
auf unterschiedliche Art und Weise realisiert sein. Vorzugsweise
ist das Federelement aber aus Bauraumgründen aus einer so genannten
Wickelfeder gebildet, die insbesondere einen gegebenenfalls gebogenen
Stab umgreift und auf eine Spule für eine Schnur wirkt, die an
dem Spannelement befestigt ist. Alternativ kann das Spannelement
aber auch mittels einer direkt angreifenden Zugfeder oder Druckfeder
entgegen der Ausziehrichtung vorgespannt sein.
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Um
eine saubere Führung
des Spannelements bei einer Betätigung
der Verdunkelungsvorrichtung zu gewährleisten, kann das Spannelement an
seinen seitlichen Enden jeweils mit einem Gleitelement versehen
sein, das in einer korrespondierenden Führungsschiene geführt ist.
In diesen Führungsschienen
kann auch das Zugelement geführt sein.
Derartige Führungsschienen
können
insbesondere beim Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Bereich
eines Fahrzeugdachs erforderlich sein.
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Die
Betätigung
der Vorrichtung nach der Erfindung erfolgt in der Regel mechanisch.
Die gewünschte
Ausziehstellung des Verdunkelungselements kann durch Einhängen des
Zugelements an einer Rasteinrichtung gesichert werden, die im Bereich der
Führungsschienen
vorgesehen sein kann. Alternativ kann aber auch eine elektrische
Betätigungseinrichtung
vorgesehen sein, die vorzugsweise an dem Zugelement angreift.
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Weitere
Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes nach
der Erfindung sind der Beschreibung, der Zeichnung und den Patentansprüchen entnehmbar.
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Ausführungsbeispiele
der Vorrichtung nach der Erfindung sind in der Zeichnung schematisch
vereinfacht dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung
näher erläutert. Es
zeigt
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1 einen
Längsschnitt
durch ein Fahrzeugdach mit einer Abdeckvorrichtung;
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2 die
Abdeckvorrichtung nach 1 in einer perspektivischen
Draufsicht;
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3 einen
Spannspriegel der Verdunkelungsvorrichtung zusammen mit einem Verdunkelungselement;
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4 den
Spannspriegel und das Verdunkelungselement jeweils in Alleinstellung;
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5 eine
Spanneinrichtung für
den Spannspriegel in einem Bereich X in 2;
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6 eine
alternative Ausführungsform
einer Spanneinrichtung; und
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7 eine
weitere alternative Ausführungsform
einer Spanneinrichtung.
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In 1 ist
ein Dachaufbau 10 eines Personenkraftwagens dargestellt,
welcher mit einem Schiebedach ausgeführt ist, von welchem im vorliegenden
Fall nur ein transparentes Deckelelement 12 dargestellt
ist, das sich in geschlossenem Zustand an einen karosseriefesten
Dachbereich einer Fahrzeugaußenhaut 14 anschließt.
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Zur
Abdeckung bzw. Verdunkelung des aus Glas oder auch aus Kunststoff
gefertigten Deckelelements 12 ist eine Vorrichtung 16 vorgesehen,
die wahlweise in ausgezogener Stellung den Deckel 12 verdecken
oder im eingezogenen Zustand in einem Aufnahmeraum 30 zwischen
dem Dachbereich 14 und einem Festhimmel 18 angeordnet
werden kann. Die Vorrichtung 16 umfasst ein aus einer Verbundfolie
oder Stoff gebildetes, flächiges
und flexibles Verdunkelungselement 20, das an seinem vorderen Ende
mit einem als so genannter Zugspriegel ausgebildeten Zugelement 22 verbunden
ist. Das Zugelement 22 spannt das Verdunkelungselement 20 an seinem
vorderen Ende in Querrichtung auf. An seinem dem Zugelement 22 abgewandten
Ende ist das Verdunkelungselement 20 an einem leistenartigen Befestigungselement 24 fixiert,
das fahrzeugfest ausgebildet ist. Das Befestigungselement 24 kann
beispielsweise ein Teil eines Dachrahmens, ein Teil eines Karosserierohbaus
oder auch bei einem durchgängigen
Glasdach ein Glaselement sein.
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Innerhalb
des zwischen der Dachaußenhaut 14 und
dem Festhimmel 18 angeordneten Aufnahmeraums 30 ist
das Verdunkelungselement 20 im Bereich zwischen dem Zugelement 22 und
dem Befestigungselement 24 an einem als so genannter Spannspriegel
ausgebildeten Spannelement 26 U-förmig umgelenkt, so dass es zwei
im Wesentlichen parallel zueinander ausgerichtete Bereiche aufweist.
In dem Aufnahmeraum 30 ist das Verdunkelungselement 20 mithin
doppellagig ausgebildet. Der in dem Aufnahmeraum 30 in
der Ebene des Verdunkelungselements 20 erforderliche Bauraum
entspricht maximal der halben Auszugslänge des Verdunkelungselements 20.
Die minimal erforderliche Höhe
des Aufnahmeraums 30 entspricht der doppelten Dicke des
Verdunkelungselements 20 plus der Höhe des Spannelements 26,
das sehr flach ausgeführt
sein kann.
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Das
Spannelement 26 ist im Wesentlichen ein rohrförmiges Bauteil
mit ovalem Querschnitt, das mittels einer federartigen Spanneinrichtung 28 in Öffnungsrichtung
der Verdunkelungsvorrichtung 16 vorgespannt ist, wie in 1 anhand
eines Pfeils angedeutet. Damit wird das aus der Folie gebildete
Verdunkelungselement 20 stets gespannt gehalten.
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Das
Zugelement 22 und das Spannelement 26 sind jeweils
in vertikaler Richtung nach oben gebogen, so dass das Verdunkelungselement 20 gewölbt ist
und der Form des Daches des Kraftfahrzeuges folgt.
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Wie 2 zu
entnehmen ist, weisen das Zugelement 22 und das Spannelement 26 an
ihren Enden beidseits jeweils ein Gleitelement 32 bzw. 34 auf. Die
Gleitelemente 32 und 34 sind in einer fahrzeugfesten
Führungsschiene 36 geführt, von
denen jeweils eine seitlich neben dem Verdunkelungselement 20 angeordnet
ist und die in einen Dachrahmen für das Schiebedach integriert
sein können.
Das Zugelement 22 ist im Bereich der Führungsschienen 36 zur Festlegung
der Ausziehstellung des Verdunkelungselements 20 an einer
nicht näher
dargestellten Rasteinrichtung variabel fixierbar.
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Die
Vorspannung des Spannelements 26 wird, wie insbesondere 5 zu
entnehmen ist, mittels die Spanneinrichtung 28 bildenden
Zugfedern hergestellt, von denen jeweils eine auf eines der beiden
seitlichen Gleitelemente 34 des Spannelements 26 wirkt.
Mit ihren vorderen Enden sind die Zugfedern mit dem jeweiligen Gleitelement 34 verbunden.
An ihren hinteren Enden sind die Zugfedern fahrzeugfest fixiert.
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Alternativ
können,
wie 6 zu entnehmen ist, anstelle von Zugfedern auch
Druckfedern 38 als Spanneinrichtung eingesetzt werden,
die mit ihren vorderen Enden jeweils fahrzeugfest angebunden sind
und mit ihren hinteren Enden jeweils auf eines der Gleitelemente 34 des
Spannelements 26 wirken.
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Bei
einer weiteren alternativen Ausführungsform,
die in 7 dargestellt ist, kann eine Spanneinrichtung 40 vorgesehen
sein, die eine Wickelfeder 42 umfasst, die einen gemäß der Wölbung der
Dachaußenhaut 14 gebogenen
Stab 44 umschließt
und auf eine Seilrolle 46 wirkt, auf die ein mit dem betreffenden
Gleitelement 34 des Spannelements 26 verbundenes
Seil 48 aufgewickelt ist. Für beide Gleitelemente 34 des
Spannelements 26 kann eine solche Spanneinrichtung 40 vorgesehen
sein.
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Wie
insbesondere den 3 und 4 zu entnehmen
ist, weist das Spannelement 26 in seinen seitlichen Randbereichen
beidseits eine umlaufende Nut 50 bzw. 52 auf,
in die jeweils eine sich in Fahrzeuglängsrichtung erstreckende Verdickung 54 bzw. 56 des
Verdunkelungselements 20 im Wesentlichen formschlüssig eingreift.
Dadurch wird einer in Richtung der Fahrzeugmittelebene wirkenden,
durch die Biegung des Spannelements 26 resultierenden Kraft entgegengewirkt,
die ansonsten ein Wellen oder Falten des Verdunkelungselements 20 bewirken
könnte.
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Die
Verdickungen bzw. Aufdickungen 54 und 56 sind
jeweils derart gebildet, dass eine Schnur 58 bzw. 60 in
einer Randlasche 62 bzw. 64 des Verdunkelungselements 20 eingenäht ist.
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- 10
- Dachaufbau
- 12
- Deckelelement
- 14
- Dachbereich
- 16
- Abdeckvorrichtung
- 18
- Festhimmel
- 20
- Verdunkelungselement
- 22
- Zugelement
- 24
- Befestigungselement
- 26
- Spannelement
- 28
- Spanneinrichtung
- 30
- Aufnahmeraum
- 32
- Gleitelement
- 34
- Gleitelement
- 36
- Führungsschiene
- 38
- Druckfeder
- 40
- Spanneinrichtung
- 42
- Wickelfeder
- 44
- Stab
- 46
- Seilrolle
- 48
- Seil
- 50
- Nut
- 52
- Nut
- 54
- Verdickung
- 56
- Verdickung
- 58
- Schnur
- 60
- Schnur
- 62
- Randlasche
- 64
- Randlasche