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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Schicht-Anordnung
und eine Schicht-Anordnung.
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In
der modernen Halbleitertechnologie werden neue Ansätze verfolgt,
um die Leistungsfähigkeit von
Feldeffekttransistoren zu verbessern. Diese Ansätze bestehen nicht nur in einer
fortgesetzten Skalierung und Miniaturisierung der Feldeffekttransistoren,
sondern auch in der Entwicklung von neuartigen Transistortypen.
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Zu
diesen neuartigen Transistortypen zählen zum Beispiel Fin-Feldeffekttransistoren,
bei denen der Kanal-Bereich zwischen zwei Source-/Drain-Bereichen
in einer Halbleiterfinne realisiert wird, über welcher ein Gate-Bereich
abgeschieden wird.
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Ein
anderer neuartiger Transistortyp ist der sogenannte Doppelgate-Transistor.
Bei einem Doppelgate-Feldeffekttransistor
wird der Kanal-Bereich anders als bei herkömmlichen Feldeffekttransistoren nicht
nur von einer Seite her angesteuert, sondern in einer sandwichartigen
Bauweise wird ein dünner
Kanal-Bereich von beiden Seiten her, das heißt zum Beispiel von oben und
von unten her, mittels jeweils einer Gate-Elektrode angesteuert,
so dass eine besonders gute Steuerbarkeit der elektrischen Leitfähigkeit
des Kanal-Bereichs ermöglicht
ist. Allerdings stellt die Doppelgate-Transistor-Technologie hohe Anforderungen
an die verwendete Prozesstechnik.
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Eines
der Hauptprobleme beim Herstellen eines planaren Doppelgate-Feldeffekttransistors
ist die Orientierung der oberen Gate-Elektrode (Top-Gate) und der
unteren Gate-Elektrode
(Bottom-Gate) relativ zueinander. Mit Elektronenstrahl-Lithographie können die
beiden Gate-Bereiche mit einer Genauigkeit von maximal 10nm relativ
zueinander ausgerichtet werden. Anders ausgedrückt ergibt sich prozesstechnisch
bedingt ein lateraler Versatz der beiden Gate-Elektroden zueinander,
der mindestens 10nm beträgt.
Allerdings sind Doppelgate-Feldeffekttransistoren insbesondere für Strukturdimensionen
interessant, die im Bereich von typisch 20nm bis 10nm liegen. Daher
ist eine gute Ausrichtung von Top-Gate und Bottom-Gate relativ zueinander
für die
Funktionsfähigkeit
eines Doppelgate-Feldeffekttransistors sehr
wichtig.
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Ein
anderes Hindernis für
das Herstellen von planaren Doppelgate-MOS-Feldeffekttransistoren sind
die hochkomplexen Herstellungsschritte und die kostenintensiven
Anlagen, die zum Herstellen eines Doppelgate-Feldeffekttransistors
erforderlich sind.
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Ein
Ansatz zum Herstellen von Doppelgate-Feldeffekttransistoren gemäß dem Stand
der Technik besteht darin, ein sogenanntes SOI-Substrat ("Silicon-On-Insulator") zu verwenden, das
heißt
ein Substrat, bei dem eine Siliziumoxid-Schicht auf einem Silizium-Bulk-Wafer
gebildet ist und auf der Siliziumoxid-Schicht eine dünne Top-Silizium-Schicht gebildet
ist. Die Top-Silizium-Schicht ist sehr dünn und kann als Kanal-Bereich
eines Doppelgate-Feldeffekttransistors
verwendet werden, da ein solcher Kanal-Bereich ausreichend dünn sein
sollte, um beidseitig gut ansteuerbar zu sein.
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Zusammenfassend
sind aus dem Stand der Technik bekannte Verfahren zum Herstellen
von Schicht-Anordnungen, die als Doppelgate-Feldeffekttransistor-Anordnungen
verwendbar sind, sehr teuer und aufwendig in der Herstellung. Das
gilt insbesondere für
gemäß der SOI-Technologie
hergestellte Doppelgate-Feldeffekttransistoren.
- [1]
offenbart Grundlagen der Silizium-Wafer-Bond-Technologie.
- [2] offenbart ein Verfahren zum Ätzen von porösem Silizium.
- [3] offenbart ein Verfahren zum Bilden von porösem Silizium.
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Der
Erfindung liegt insbesondere das Problem zugrunde, eine Schicht-Anordnung
bereitzustellen, welche die Realisierung eines Doppelgate-Feldeffekttransistors
mit zueinander ausgerichteten Gate-Bereichen ermöglicht, und die mit vertretbarem
Aufwand hergestellt werden kann.
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Dieses
Problem wird durch ein Verfahren zum Herstellen einer Schicht-Anordnung
und durch eine Schicht-Anordnung mit den Merkmalen gemäß den unabhängigen Patentansprüchen gelöst.
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Bei
dem erfindungsgemäßen Verfahren
zum Herstellen einer Schicht-Anordnung wird auf einem Hilfs-Substrat
eine poröse
Silizium-Schicht als Opfer-Schicht gebildet und wird auf der Opfer-Schicht eine
erste Halbleiter-Schicht gebildet. Auf der ersten Halbleiter-Schicht
wird eine erste elektrisch i isolierende Schicht gebildet. Auf der
ersten elektrisch isolierenden Schicht wird eine elektrisch leitfähige Schicht
gebildet. Die elektrisch leitfähige
Schicht wird lateral strukturiert. Die erste elektrisch isolierende Schicht,
die Opfer-Schicht und die erste Halbleiter-Schicht werden gemeinsam
unter Verwendung der lateral strukturierten elektrisch leitfähigen Schicht als
Maske lateral strukturiert. Angrenzend an Seitenwände der
strukturierten Opfer-Schicht und der strukturierten ersten Halbleiter-Schicht wird eine
Halbleiter-Struktur gebildet. Ein Substrat wird über der strukturierten elektrisch
leitfähigen
Schicht befestigt. Material des Hilfs-Substrats wird entfernt, so
dass die Opfer-Schicht freigelegt wird. Die Opfer-Schicht wird selektiv
entfernt, womit ein Graben gebildet wird. In dem Graben wird eine
zweite elektrisch isolierende Schicht und auf dieser eine elektrisch
leitfähige Struktur
gebildet.
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Die
erfindungsgemäß Schicht-Anordnung enthält ein Hilfs-Substrat, eine poröse Silizium-Schicht
als Opfer-Schicht auf dem Hilfs-Substrat, eine erste Halbleiter-Schicht
auf der Opfer-Schicht, eine erste elektrisch isolierende Schicht
auf der ersten Halbleiter-Schicht, und eine elektrisch leitfähige Schicht
auf der ersten elektrisch isolierenden Schicht. Die elektrisch leitfähige Schicht
ist lateral strukturiert. Die erste elektrisch isolierende Schicht, die
Opfer-Schicht und die erste Halbleiter-Schicht sind gemeinsam unter
Verwendung der lateral strukturierten elektrisch leitfähigen Schicht
als Maske lateral strukturiert. Ferner enthält die Schicht-Anordnung eine Halbleiter-Struktur
angrenzend an Seitenwände der
strukturierten Opfer-Schicht und der strukturierten ersten Halbleiter-Schicht,
und enthält
ein Substrat, das über
der strukturierten elektrisch leitfähigen Schicht befestigt ist.
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Eine
Grundidee der Erfindung beruht darauf, auf einem beliebigen Hilfs-Substrat
(das zum Beispiel ein herkömmlicher
und somit kostengünstiger Bulk-Silizium-Wafer
sein kann, so dass nicht notwendigerweise ein teures SOI-Substrat
verwendet werden muss) eine strukturierte erste Halbleiter-Schicht als
dünner
Kanal-Bereich und eine daran beidseitig seitlich angrenzende und
sich tief in die Schicht-Anordnung hineinerstreckende Halbleiter-Struktur
als Source-/Drain-Bereiche
auszubilden. Abgeschiedenes und strukturiertes elektrisch leitfähiges Material kann
als Gate-Bereich eingerichtet werden und als Maske zum Strukturieren
einer Opfer-Schicht mitverwendet werden. Nach einem Waferbond-Schritt, bei dem
ein Substrat an der Oberfläche
der prozessierten Struktur befestigt wird, wird das Hilfs-Substrat teilweise
entfernt, so dass ein rückseitiges
Prozessieren der Schicht-Anordnung ermöglicht ist. Ein wesentlicher
Aspekt der Erfindung beruht dabei hierauf, dass die mittels des
Waferbondens freigelegte strukturierte poröse Silizium-Opfer-Schicht selektiv
zu der Halbleiter-Struktur entfernt wird und somit der Kanal-Bereich
rückseitig
freigelegt wird, womit ein rückseitiges
Prozessieren der Schichtenfolge ermöglicht wird, so dass auch eine
die andere Seite des Kanal-Bereichs ansteuernde zweite Gate-Elektrode
mit vorgegebener Orientierung bezüglich der ersten Gate-Elektrode gebildet
werden kann. Das gemeinsame Strukturieren von elektrisch leitfähiger Schicht und
poröser
Silizium-Opfer-Schicht
bewirkt, dass die beiden Gate-Bereiche zueinander selbstjustiert
ausgerichtet sind.
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Als
Opfer-Schicht wird eine poröse
Silizium-Schicht verwendet. Dies hat den Vorteil, dass die Opfer-Schicht
bei dieser Materialwahl mit besonders hoher Selektivität gegenüber angrenzenden
Schichten, insbesondere gegenüber
kristallinem Silizium-Schichten entfernt werden kann.
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Zum
Bilden der porösen
Silizium-Schicht wird bevorzugt das in [3] beschriebene Verfahren
eingesetzt. [3] offenbart ein Verfahren zum Herstellen von porösem Silizium.
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Unter
porösem
Silizium wird insbesondere Silizium verstanden, das auf Basis von
kristallinem Silizium gebildet ist, in welches Poren bzw. kleine
Kavitäten
eingebracht sind. Diese Poren können
zum Beispiel Dimensionen im Bereich von Nanometern aufweisen. Bei
Inkontaktbringen einer Bulk-Silizium-Struktur
mit einer geeigneten Ätzlösung können solche
Poren. in dem Silizium gebildet werden, wodurch poröses Silizium
gebildet wird.
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Mittels
Verwendens von porösem
Silizium als Opfer-Struktur mit einer wichtigen Funktionalität beim Herstellen
der erfindungsgemäßen Schicht-Anordnung
werden gezielt dessen Materialeigenschaften ausgenutzt, um eine
als Doppelgate-Feldeffekttransistor
einsetzbare Schicht-Anordnung zu bilden. Diese Eigenschaften bestehen
insbesondere darin, dass poröses
Silizium mit hoher Selektivität
zu kristallinem Halbleiter-Material
(insbesondere zu einkristallinem Silizium) geätzt werden kann, und dass kristallines
Halbleiter-Material (insbesondere einkristallines Silizium) auf
porösem
Silizium mit hoher Qualität aufwachsbar
ist. Ferner ist die Ätz-Selektivität von porösem Silizium
zu elektrisch isolierenden Materialien wie Siliziumnitrid ebenfalls
hoch.
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Somit
ist erfindungsgemäß eine geschickte Prozessführung unter
Verwendung von halbleitertechnologischen Standardprozessschritten
mit der Verwendbarkeit eines günstigen
Substrats und eines vorteilhaften Materials für die Opfer-Schicht kombiniert,
wobei die erhaltene Schicht-Anordnung
als Doppelgate-Feldeffekttransistors mit zwei zueinander selbstjustierten
Gate-Bereichen verwendet werden kann. Insbesondere ist wegen der
Strukturierungsschritte, aufgrund welcher die elektrisch leitfähige Schicht,
die erste elektrisch isolierende Schicht, die Opfer-Schicht und
die erste Halbleiter-Schicht eine im Wesentlichen gemeinsame laterale
Grenzfläche
bilden, ein selbstjustierter Prozess geschaffen, so dass die beiden
als Gate-Bereiche verwendbaren lateral begrenzten Schichten (elektrisch
leitfähige Schicht
und elektrisch leitfähige
Struktur) zueinander selbstjustiert gebildet werden.
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Anders
ausgedrückt
ermöglicht
die Erfindung eine selbstjustierte Verfahrensführung mit einfachen Standard-Herstellungsschritten,
bei der anstatt eines SOI-Wafers ein günstiger Silizium-Bulk-Wafer
zum Bilden einer als Doppelgate-Feldeffekttransistor betreibbaren
Schicht-Anordnung
verwendbar ist, so dass die Kosten und der Aufwand des Verfahrens
gering gehalten sind.
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Ein
wichtiger Aspekt der Erfindung besteht darin, eine Opfer-Schicht aus einem
solchen Material (nämlich
poröses
Silizium) vorzusehen, dass ein selektives Ätzen der Opfer-Schicht bezüglich des
Materials der Halbleiter-Struktur möglich ist. Zum Beispiel kann
die Opfer-Schicht aus porösem
Silizium auf einer zusätzlichen
Halbleiter-Schicht angeordnet sein. Als eine solche zusätzliche
Halbleiter-Schicht eignet sich zum Beispiel p++-dotiertes
Silizium, welches (in ähnlicher
Weise wie ein vergrabenes Siliziumoxid eines SOI-Wafers) als Ätzstopp-Schicht
verwendet werden kann, z.B. in alkalischer Lösung.
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Der
erfindungsgemäße Prozess
enthält
einen Verfahrensschritt, bei dem das Hilfs-Substrat und das Substrat
aneinander befestigt werden, was mittels Waferbondens bei Raumtemperatur
erreicht werden kann. Diese Prozessführung erlaubt es dann, beide
Gate-Bereiche unterhalb und oberhalb der als Kanal-Bereich dienenden
ersten Halbleiter-Schicht (die zum Beispiel aus kristallinem Silizium
gebildet sein kann) relativ zueinander automatisch auszurichten.
Eine wichtige Rolle für
das selbstjustierte Ausrichten der beiden Gate-Bereiche zueinander
spielt die selektiv entfernbare Opfer-Schicht, die aus porösem Silizium
gebildet ist, welches poröse
Silizium auf eine Weise verwendet wird, dass mittels des selektiven Ätzens der
eingesetzten Materialien die Selbstjustierung erfolgt.
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Das
geschaffene Verfahren erfordert keine exotischen oder neuen Materialien,
sondern setzt aus der Halbleitertechnik wohlbekannte Standardmaterialien
ein, und verwendet Standard-Verfahrensschritte
der herkömmlichen
Halbleitertechnologie, die an die Front-End-Prozessierung angepasst
sind und somit mit geringem Aufwand in vielen Labors und Fabriken
realisiert werden können.
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Anders
ausgedrückt
schafft die Erfindung einen selbstjustierten planaren Doppelgate-Feldeffekttransistor,
der ausgehend von einem Bulk-Wafer (anstelle eines SOI-Wafers), zum Beispiel
aus einem Halbleiter-Material wie Silizium oder aus Quartz, prozessiert
werden kann. Selbstverständlich
kann die Erfindung auch basierend auf einem SOI-Wafer ausgeführt werden.
Der geschaffene Prozess zieht Vorteile aus einer hohen Ätz-Selektivität von porösem Silizium
bezogen auf Bulk-Silizium. Ein anderer Vorteil ist die erkannte
und erfindungsgemäß ausgenutzte Fähigkeit
zum Aufwachsen qualitativ guter Silizium-Einkristalle auf einer
solchen porösen
Silizium-Schicht.
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Bei
der geschaffenen Prozessfolge fällt
nicht nur das Erfordernis eines SOI-Substrats zum Bilden eines Doppelgate-Feldeffekttransistors
weg, so dass kostengünstig
ein planarer Doppelgate-Feldeffekttransistor geschaffen werden kann,
sondern es sind mit einfachen Standard-Herstellungsschritten ermöglicht,
vollständig
selbstjustierte Top-Gates und Bottom-Gates zu realisieren.
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Bevorzugte
Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
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Als
Hilfs-Substrat kann ein Bulk-Substrat (zum Beispiel aus einem Halbleiter-Material
oder aus Quartz-Material) verwendet werden. Insbesondere kann als
Hilfs-Substrat ein Silizium-Bulk-Wafer
verwendet werden. Als poröse
Silizium-Schicht kann eine Silizium-Schicht mit einer ersten Porosität und eine
darauf angeordnete Silizium-Schicht mit einer zweiten Porosität verwendet
werden, wobei die erste Porosität
höher bzw.
größer als
die zweite Porosität ist.
Poröses
Silizium kann unterschiedliche Porosität aufweisen. Poröses Silizium
mit einer großen
Porosität
weist einen hohen Porenanteil (Porenvolumen) bezogen auf umgebendes
Silizium-Material (Siliziumvolumen) auf, und kann insbesondere eine
größere Porenlänge und/oder
einen größeren Porendurchmesser
aufweisen als poröses
Silizium mit einer geringeren Porosität. Poröses Silizium mit einer geringen
Porosität
weist einen geringen Porenanteil bezogen auf umgebendes Silizium-Material
auf, und kann insbesondere eine kleinere Porenlänge und/oder einen kleineren
Porendurchmesser aufweisen als poröses Silizium mit einer höheren Porosität.
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Als
erste Halbleiter-Schicht kann eine einkristalline Silizium-Schicht
verwendet werden.
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Als
elektrisch leitfähige
Schicht kann eine polykristalline Silizium-Schicht verwendet werden.
Dadurch ist in reiner Silizium-Technologie eine ausreichend gut
leitfähige
Schicht bereitgestellt, die als ein erster Gate-Bereich eines Doppelgate-Feldeffekttransistors
verwendet werden kann.
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Als
Halbleiter-Struktur kann einkristallines Silizium-Material verwendet
werden. Das selektive Entfernen der Opfer-Schicht kann mittels eines Ätz-Verfahrens
realisiert werden, mittels welchen Material der Opfer-Schicht selektiv
bezüglich
Material der Halbleiter-Struktur entfernt wird.
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Zwischen
dem Hilfs-Substrat und der Opfer-Schicht kann eine zweite Halbleiter-Schicht
gebildet werden. Die zweite Halbleiter-Schicht kann insbesondere
eine p-dotierte Silizium-Schicht und eine darauf angeordnete n-dotierte
Silizium-Schicht enthalten. Vorzugsweise ist die Dotierstoffkonzentration der
p-dotierten Silizium-Schicht größer (z.B.
p++-Silizium) als die Dotierstoffkonzentration
der n-dotierten Silizium-Schicht (z.B. n+-Silizium).
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Die
zweite Halbleiter-Schicht kann beispielsweise während des Verfahrens als eine Ätzstopp-Schicht
verwendet werden.
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Alternativ
kann die zweite Halbleiter-Schicht auch eine Germanium-Silizium-Schicht
und eine darauf angeordnete n-dotierte
Silizium-Schicht enthalten.
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Vor
dem Befestigen des Substrats kann eine elektrisch isolierende Struktur
mit planarer Oberfläche
auf der Schichtenfolge aus dem prozessierten Hilfs-Substrats gebildet
werden. Vorzugsweise ist an der Oberfläche des Substrats ebenfalls
eine elektrisch isolierende Schicht vorgesehen, welche vorzugsweise
aus demselben Material vorgesehen ist wie die elektrisch isolierende
Struktur, womit ein Bonden besonders gut gelingt.
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Das
Substrat kann mittels Bondens befestigt werden.
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Auf
die (freigelegte) Halbleiter-Struktur und/oder auf die (freigelegte)
elektrisch leitfähige Struktur
und/oder auf die (freigelegte) lateral strukturierte elektrisch
leitfähige
Schicht kann ein metallisches Material, zum Beispiel zum Bilden
eines Metall-Halbleiter-Kontakts, aufgebracht werden. Wenn die Halbleiter-Struktur
und/oder die elektrisch leitfähige
Struktur Silizium-Material aufweisen, so erfolgt mittels Aufbringens
von metallischem Material eine Silizidierung. Mittels Silizidierens,
das heißt
mittels Ausbildens einer Metall-Halbleiter-Verbindung, ist ein geringer
Anschlusswiderstand für
die als Source-/Drain-Bereiche
verwendbare Halbleiter-Struktur bzw. für die als Gate-Elektrode verwendbare
elektrisch leitfähige
Struktur realisiert.
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Vorzugsweise
wird die Schicht-Anordnung als Doppelgate-Feldeffekttransistor eingerichtet bzw. angeschlossen
bzw. verschaltet.
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Insbesondere
kann die erste Halbleiter-Schicht als Kanal-Bereich eingerichtet werden, die Halbleiter-Struktur
als erster und zweiter Source-/Drain-Bereich eingerichtet werden,
die elektrisch leitfähige
Schicht als erste Gate-Elektrode eingerichtet werden, sie erste
elektrisch isolierende Schicht als erste Gate-isolierende Schicht
eingerichtet werden, die elektrisch leitfähige Struktur als zweite Gate-Elektrode
eingerichtet werden und die zweite elektrisch isolierende Schicht
als zweite Gate-isolierende Schicht eingerichtet werden.
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung sind in den Figuren dargestellt und werden im Weiteren
näher erläutert.
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Es
zeigen:
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1 eine
Layout-Draufsicht eines Doppelgate-Feldeffekttransistors gemäß einem
ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
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2 eine
Querschnittsansicht einer Schichtenfolge entlang einer Schnittlinie
A-A' aus 1 zu
einem ersten Zeitpunkt während
eines Verfahrens zum Herstellen des Doppelgate-Feldeffekttransistors
gemäß dem ersten
Ausführungsbeispiel der
Erfindung,
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3 eine
Querschnittsansicht einer Schichtenfolge entlang einer Schnittlinie
A-A' aus 1 zu
einem zweiten Zeitpunkt während
eines Verfahrens zum Herstellen des Doppelgate-Feldeffekttransistors
gemäß dem ersten
Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
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4 eine
Querschnittsansicht einer Schichtenfolge entlang einer Schnittlinie
A-A' aus 1 zu
einem dritten Zeitpunkt während
eines Verfahrens zum Herstellen des Doppelgate-Feldeffekttransistors
gemäß dem ersten
Ausführungsbeispiel der
Erfindung,
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5 eine
Querschnittsansicht einer Schichtenfolge entlang einer Schnittlinie
A-A' aus 1 zu
einem vierten Zeitpunkt während
eines Verfahrens zum Herstellen des Doppelgate-Feldeffekttransistors
gemäß dem ersten
Ausführungsbeispiel der
Erfindung,
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6 eine
Querschnittsansicht des Doppelgate-Feldeffekttransistors gemäß dem ersten
Ausführungsbeispiel
der Erfindung entlang einer Schnittlinie A-A' aus 1,
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7 eine
Querschnittsansicht des Doppelgate-Feldeffekttransistors gemäß dem ersten
Ausführungsbeispiel
der Erfindung entlang einer Schnittlinie B-B' aus 1,
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8 eine
Querschnittsansicht eines Doppelgate-Feldeffekttransistors gemäß einem
zweiten Ausführungsbeispiel
der Erfindung entlang einer Schnittlinie B-B' aus 1,
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9 eine
Querschnittsansicht eines Doppelgate-Feldeffekttransistors gemäß einem
dritten Ausführungsbeispiel
der Erfindung entlang einer Schnittlinie B-B' aus 1.
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Gleiche
oder ähnliche
Komponenten in unterschiedlichen Figuren sind mit gleichen Bezugsziffern
versehen.
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Die
Darstellungen in den Figuren sind schematisch und nicht maßstäblich.
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Die
Layout-Draufsicht aus 1 zeigt das Gesamtdevice-Layout
eines Doppelgate-Feldeffekttransistors, der gemäß dem erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren
hergestellt worden ist. 2 bis 6 zeigen
Querschnittsansichten entlang einer Schnittlinie A-A' aus 1 von
Schichtenfolgen zwischen einzelnen Prozessschritten des Verfahrens zum
Herstellen des Doppelgate-Feldeffekttransistors gemäß dem ersten
Ausführungsbeispiel
der Erfindung. 7 zeigt eine Querschnittsansicht
entlang einer Schnittlinie B-B' aus 1. 8 zeigt
eine Querschnittsansicht entlang einer Schnittlinie A-A' aus 1 und
zeigt eine zu der in 7 gezeigten Ausgestaltung alternative
Realisierung von Kontaktierungselementen zum Kontaktieren von Gate-Bereichen.
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Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 1 eine Layout-Draufsicht eines
Doppelgate-Feldeffekttransistors 100 gemäß einem
ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
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Bei
dem Doppelgate-Feldeffekttransistor 100 ist ein aktiver
Bereich 101 gezeigt, der mittels eines ersten Photolithographieschritts
definiert wird. Dieser aktive Bereich enthält einen in 1 nicht
gezeigten Kanal-Bereich zwischen einem ersten Source-/Drain-Bereich 105 und
einem zweiten Source-/Drain-Bereich 106.
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Ferner
ist in 1 ein Gate-definierender Bereich 102 gezeigt,
der mittels eines zweiten Photolithographie-Verfahrens definiert wird.
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Mittels
eines dritten Photolithographie-Verfahrens wird ein Bottom-Gate-Kontaktloch-definierender
Bereich 103 definiert, mittels welchen eine Kontaktlochdefinition
des Bottom-Gate-Bereichs 108 erfolgt.
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Mittels
eines vierten Photolithographie-Verfahrens werden die anderen Kontaktlöcher definiert, das
heißt
ein Zusatz-Kontaktloch-definierender
Bereich 104 abgegrenzt.
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In 1 ist
ein Top-Gate-Bereich 107 und ein Bottom-Gate-Bereich 108 des
Doppelgate-Feldeffekttransistors 100 gezeigt.
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Ferner
sind in 1 die zum Herstellen des Doppelgate-Feldeffekttransistors 100 verwendeten Materialien
schematisch dargestellt. Monokristallines Silizium (einkristallines,
c-Silizium) ist
mit Bezugszeichen 109 gekennzeichnet, Siliziumoxid (SiO2) mit Bezugszeichen 110, Metall-Material
mit Bezugszeichen 111, Silizid (eine Silizium-Metall-Verbindung) mit Bezugszeichen 112,
Siliziumnitrid (Si3N4)
mit Bezugszeichen 113, Polysilizium (polykristallines Silizium) mit
Bezugszeichen 114, hochporöses Silizium (das heißt Silizium
mit einem hohen Grad an Porosität)
mit Bezugszeichen 115, niederporöses Silizium (das heißt Silizium
mit einem geringeren Grad an Porosität) mit Bezugszeichen 116,
p++-Silizium
mit Bezugszeichen 117 und n–-Silizium
mit Bezugszeichen 118.
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Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 2 bis 7 ein
Verfahren zum Herstellen des in 1 gezeigten
Doppelgate-Feldeffekttransistors 100 gemäß einem
ersten Ausführungsbeispiel
der Erfindung beschrieben.
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Um
die in 2 gezeigte Schichtenfolge 200 zu erhalten,
wird ausgehend mit einem Bulk-Silizium-Wafer 201 auf diesem
eine p++-Silizium-Schicht 202 gebildet,
welche bei einem späteren
Rückätzen von
Silizium-Material als Ätzstopp-Schicht
verwendet wird. Anstelle der p++-Silizium-Schicht 202 ist
es auch möglich,
eine Schicht mit einer geeigneten Germanium-Konzentration von typischerweise größer als 20%
aufzuwachsen, welche einen ähnlichen
Zweck als Ätzstopp-Schicht
erfüllen
kann wie. die p++-Silizium-Schicht 202.
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Nachfolgend
wird auf der p++-Silizium-Schicht 202 eine
n–-Silizium-Schicht 203 epitaktisch
aufgewachsen. Die n–- Silizium-Schicht 203 kann als Ätzstopp-Schicht
beim Bilden von Poren in dem porösen
Siliziummaterial eingesetzt werden.
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Danach
wird eine in 2 nicht gezeigte schwach dotierte
einkristalline Silizium-Schicht (c-Si) epitaktisch aufgewachsen,
welche eine Keimschicht für
das nachfolgende Bilden einer Schicht aus porösem Silizium bildet.
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Nachfolgend
wird kontrolliert eine poröse
Silizium-Schicht gebildet, in einer Anodisierungslösung. Vorzugsweise
wird die poröse
Silizium-Schicht mit einem Profil geringer Porositätlhoher
Porosität gebildet,
so dass eine gute Qualität
des Top-Silizum-Aufwachsens erreicht werden kann. Dadurch wird eine
hochporöse
Silizium-Schicht 204 über
der n–-Silizium-Schicht 203 und
dann eine niederporöse Silizium-Schicht 205 auf
der hochporösen
Silizium-Schicht 204 gebildet.
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Auf
der so erhaltenen Schichtenfolge wird eine einkristalline Silizium-Schicht 206 epitaktisch aufgewachsen.
Details dieses Verfahrens können unter
Verwendung des ELTRAN-SOI-Prozesses durchgeführt werden, wodurch eine sehr
gute Qualität
der c-Silizium-Schicht 206 auf
einer porösen Schicht
wie der Schicht 204, 205 erhalten werden kann,
siehe [1].
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Um
die in 3 gezeigte Schichtenfolge 300 zu erhalten,
wird zunächst
mittels eines ersten Photolithographie-Verfahrens ein aktiver Bereich
des Doppelgate-SOI-Transistors 100 definiert (siehe aktiver
Bereich 101 in 1). Hierfür wird eine erste Maske verwendet.
Nachfolgend wird unter Verwendung dieser Maske Material der einkristallinen
Silizium-Schicht 206 sowie Material der porösen Schichten 204, 205 mittels eines
Trockenätz-Verfahrens entfernt,
wobei die n–-Silizium-Schicht 203 als Ätzstopp-Schicht
dient.
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Es
kann eine Selektivität
von 20:1 und mehr zwischen dem Ätzen
von Material einer porösen
Silizium-Schicht und einer einkristallinen Silizium-Schicht erreicht
werden, siehe [2].
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Nachfolgend
wird Siliziumoxid-Material auf der so erhaltenen Schichtenfolge
abgeschieden und mittels eines CMP-Verfahrens ("chemical mechanical polishing") planarisiert, wobei
der Kanal-Bereich, das heißt
die strukturierte einkristalline Silizium-Schicht 206,
als Stopp-Schicht dient.
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Nachfolgend
wird ein Trockenrückätz-Verfahren
durchgeführt,
mittels welchem Siliziumoxid-Material selektiv zu Silizium-Material geätzt wird. Dadurch
wird die Siliziumoxid-Struktur 301 erhalten.
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Danach
wird Siliziumnitrid-Material abgeschieden und mittels eines CMP-Verfahrens
planarisiert, wobei der Kanal-Bereich, das heißt die lateral strukturierte
einkristalline Silizium-Schicht 206,
als Stopp-Schicht dient. Auf diese Weise wird die in 3 gezeigte
Siliziumnitrid-Struktur 302 auf der Siliziumoxid-Struktur 301 erhalten.
Optional kann der Kanal-Bereich
vor dem CMP-Verfahrensschritt leicht oxidiert werden, wodurch eine
dünne Schutzschicht gebildet
wird. Die Dicke der Siliziumnitrid-Schicht 302 sollte so
gewählt
werden, dass sie ungefähr
gleich der Dicke der einkristallinen Silizium-Schicht 206 ist.
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Das
freiliegende Silizium-Material der strukturierten einkristallinen
Silizium-Schicht 206 wird dann mittels thermischen Oxidierens
behandelt, wodurch eine erste Gate-isolierende Schicht 303 (Bottom-Gateoxid)
erhalten wird.
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Nachfolgend
wird zunächst
Poly-Silizium-Material abgeschieden, darauf Siliziumnitrid-Material
abgeschieden und darauf Siliziumoxid-Material abgeschieden.
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Nachfolgend
wird mittels eines zweiten Photolithographie-Verfahrens, das heißt unter Verwendung einer zweiten
Maske, ein Gate-definierender Bereich 102 definiert. Unter
Verendung dieser Maske wird mittels eines Ätz-Verfahrens zunächst die
abgeschiedene Siliziumoxid-Schicht, dann die abgeschiedene Siliziumnitrid-Schicht
und schließlich
die abgeschiedene Poly-Silizium-Schicht mittels Zurückätzens lateral
strukturiert, womit eine lateral begrenzte Schichtenfolge aus einer
ersten Gate-Elektrode 304, einer darauf gebildeten Siliziumnitrid-Schicht 305 und
einer darauf angeordneten Siliziumoxid-Schicht 306 erhalten
wird. Die erste Gate-isolierende
Schicht 303 dient dabei als Ätzstopp-Schicht.
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Nachfolgend
wird eine Schicht aus Siliziumnitrid-Material konform abgeschieden,
um Gate-Spacer zu erzeugen. Es wird ein anisotroper Gate-Spacer-Ätzschritt
durchgeführt,
wodurch Siliziumnitrid-Spacer 307 an Seitenwänden der
lateral strukturierten Schichten 304 bis 306 erhalten
werden.
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Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 4 eine Abfolge
von Ätz-Schritten beschrieben,
bei welchen das Gate-Stack und eine Siliziumnitrid-Isolations-Schicht
als eine Maske dienen.
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Um
die in 4 gezeigte Schichtenfolge 400 zu erhalten,
werden zunächst
die freiliegenden Bereiche der ersten Gate-isolierenden Schicht 303 mittels Ätzens entfernt
(die Dicke der ersten Gate-isolierenden Schicht 303 beträgt typischerweise
wenige Nanometer). Nachfolgend wird ein anisotropes Ätz-Verfahren
zum Ätzen
von Silizium-Material selektiv zu Siliziumnitrid-Material und Siliziumoxid-Material
eingesetzt, so dass freiliegende Oberflächenbereiche der einkristallinen
Silizium-Schicht 206 entfernt werden.
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Danach
wird ein Ätz-Verfahren
durchgeführt, welches
poröses
Silizium (d.h. freigelegtes Material der Schichten 204, 205)
selektiv zu Siliziumnitrid ätzt. Hierbei
wird die n–-Silizium-Schicht 203 (bzw.
die p++-Silizium-Schicht 202) als Ätzstopp-Schicht
eingesetzt (alternativ kann auch eine Silizium-Germanium-Schicht
als Ätzstopp-Schicht
verwendet werden).
-
Die
Porosität
der Schichten 204, 205 kann zu Unebenheiten bzw.
zu einer Rauheit nach diesem Trockenätz-Schritt führen. Ein
optionaler Baking-Schritt in Wasserstoff-Milieu bzw. ein optionales Zusetzen
von geringen Mengen von Gasphase-Silizium bei einer hohen Temperatur
können
helfen, die Oberfläche
zu glätten
(siehe ELTRAN-Prozess). Andererseits kann das nachfolgende neuerliche
Aufwachsen von Silizium-Material dieses Problem schon lösen.
-
Nachfolgend
wird kristallines Silizium-Material oder Poly-Silizium-Material auf der Oberfläche der n–-Silizium-Schicht 203 aufgewachsen.
Das aufgewachsene Silizium-Material ist in 4 als kristalline Silizium-Struktur 403 gezeigt.
-
Nachfolgend
wird ein anisotropes Ätz-Verfahren
zum Ätzen
von Siliziumnitrid-Material und Siliziumoxid-Material durchgeführt. Hierbei
ist eine gute Anisotropie des Ätz-Verfahrens vorteilhaft.
Es dient die Top-Siliziumoxid-Schicht 306 über der
Gate-Leitung 304 als Schutz während des Siliziumnitrid-Ätzens und
wird erst während
des nachfolgenden Siliziumoxid-Ätzens
entfernt. Die Siliziumnitrid-Schicht 305 verbleibt auf
der ersten Gate-Elektrode 304.
-
Danach
wird Siliziumnitrid-Material konform abgeschieden, wodurch eine
Siliziumnitrid-Deckschicht 401 gebildet wird. Diese Siliziumnitrid-Deckschicht 401 erfüllt mehrere
Zwecke, zum einen den Schutz der Selbstjustierung der Gate-Bereiche
und andererseits eine elektrische Isolation. Auch bewirkt die Siliziumnitrid-Deckschicht 401,
dass mögliche Schäden in den
Bottom-Gate-Spacern 307 ausgeglichen werden, die aus einem
vorangehenden Trockenätz-Schritt
resultieren können.
-
Nachfolgend
wird eine dicke Siliziumoxid-Schicht abgeschieden und mittels eines CMP-Verfahrens
planarisiert, wodurch eine Siliziumoxid-Deckschicht 402 erzeugt
wird.
-
Um
die in 5 gezeigte Schichtenfolge 500 zu erhalten,
wird zunächst
die Schichtenfolge 400 präpariert für einen nachfolgenden Wafer-Bond-Schritt.
Ferner wird ein Handle-Wafer 501, dessen
Oberflächenbereich
Siliziumoxid-Material aufweist, für ein nachfolgendes Bonding-Verfahren präpariert.
Dieses Präparieren
kann eines chemisches Aktivieren oder Plasmaaktivieren der Oberflächen der
zu bondenden Wafer 400, 501 enthalten. Nachfolgend
wird der Handle-Wafer 501 an einer Bond-Schnittstelle 502 an
der planaren Siliziumoxid-Deckschicht 402 mittels
Wafer-Bondens befestigt und die erhaltene Schichtstruktur einer
thermischen Behandlung zum Verstärken
der Haftung der gebondeten Bereiche aneinander unterzogen.
-
Anschaulich
wird die gemäß 4 obere Oberfläche der
Schichtenfolge 400 mit einer Oberfläche des Handle-Wafers 501 an
der Bond-Schnittstelle 502 in Kontakt gebracht und mittels
Wafer-Bondens verbunden.
-
Um
den in 6 gezeigten Doppel-Gate-Feldeffekttransistor 600 zu
erhalten, wird zunächst
Material von der Oberseite der Schichtenfolge 500 entfernt,
nämlich
der Bulk-Silizium-Wafer 201, die p++-Silizium-Schicht 202 und
die n–-Silizium-Schicht 203.
Das Entfernen von Top-Wafer-Material kann mittels Abschleifens von
Material (Grinding) bzw. mittels des Smart-Cut-Verfahrens, etc. erfolgen und dann
mittels selektiven Rückätzens von
Rest-Silizium in einer alkalischen Lösung, wie z.B. EDP, KOH, TMAH
oder Coline. Hierbei dient die p++-dotierte Schicht 202 als Ätzstopp-Schicht.
Nachfolgend wird die p++-dotierte Silizium-Schicht 202 und
die n–-Silizium-Schicht 203 entfernt,
es wird ein CMP-Verfahren durchgeführt oder es wird ein Oxidieren
und ein Nassätzen
von Siliziumoxid durchgeführt.
-
Nachfolgend
wird das poröse
Silizium 204, 205, d.h. die hochporöse Silizium-Schicht 204 und die
niederporöse
Silizium-Schicht 205, mittels eines selektiven Ätz-Verfahrens
entfernt. Unter Verwendung einer HF/H2O2/H2O-Mischung kann
eine Selektivität
von 100000 zwischen dem Ätzen
von porösem Silizium-Material
(d.h. der Schichten 205, 204) einerseits und dem Ätzen von
kristallinem Silizium (d.h. der Komponenten 403, 206)
andererseits erreicht werden. Daher erfolgt keine Degradation des
unterhalb der porösen
Schichten 204, 205 liegenden nichtporösen Siliziums 206, 403.
Bei diesem selektiven Ätz-Schritt
kann auch freiliegendes Siliziumoxid-Material entfernt werden. Durch das Ätzen des
porösen Siliziums
wird das Selbstausrichten der beiden Gate-Bereiche definiert. Da
das beschriebene Ätz-Verfahren
selektiv zu Siliziumnitrid-Material ist, werden die Seitenwände des
gebildeten Grabens die Selbstausrichtung ohne einen zusätzlichen
Photolithographie-Schritt unterstützen (siehe auch Querschnittsansicht
durch die Gates in 7).
-
Nachfolgend
wird eine Heizbehandlung in Wasserstoffumgebung durchgeführt, um
Mikrorauhigkeiten an der Silizium-Oberfläche zu entfernen. Dies kann
auch mittels eines Opferoxidations-Schrittes und mittels Entfernens des
Siliziumoxids durchgeführt
werden.
-
Nachfolgend
wird Siliziumnitrid-Material abgeschieden und eine anisotope Gate-Spacer-Ätzung zum
Bilden von zusätzlichen
Siliziumnitrid-Spacern 601 an Seitenwänden des Grabens durchgeführt.
-
Danach
wird ein freiliegender Oberflächenbereich
der einkristallinen Silizium-Schicht 206 thermisch oxidiert,
so dass eine Top-Siliziumoxid-Schicht, nämlich eine zweite Gateisolierende Schicht 602,
gebildet wird. Bei diesem Verfahrensschritt werden auch die freiliegenden
Oberflächen der
kristallinen Silizium-Struktur 403, die später als Source-/Drain-Bereiche
des Doppelgate-Feldeffekttransistors 600 verwendet werden,
oxidiert und somit mit einer dünnen
Siliziumoxid-Schicht versehen. Diese dünne Siliziumoxid-Schicht auf den späteren Source-/Drain-Bereichen
kann vorteilhaft dazu verwendet werden, "Channeling"-Effekte zu vermeiden, d.h. ein unerwünscht tiefes
Eindringen von Dotiermaterial während
eines nachfolgenden Implantierungsschrittes zu vermeiden, welches
Dotiermaterial an der Siliziumoxid-Oberflächenschicht gestreut wird.
-
Nach
dem Ausbilden der zweiten Gate-isolierenden Schicht 602 wird
Poly-Silizium-Material abgeschieden (optional in-situ dotiert) und
die so erhaltene Schichtenfolge einem CMP-Verfahrensschritt unterzogen. Bei dem
CMP-Verfahren dient die Siliziumnitrid-Oberflächenschicht 401 als
Stopp-Schicht. Eine gewisse Menge des Poly-Silizium-Materials wird
dann zurückgeätzt, um
Kurzschlüsse
zwischen der dadurch gebildeten zweiten Gate-Elektrode 603 und
den späteren
Source-/Drain-Bereichen 403 zu vermeiden.
Mit anderen Worten wird Poly-Silizium-Material
soweit entfernt, dass ein kleiner Graben gebildet wird.
-
Nachfolgend
erfolgt ein Implantationsschritt zum Implantieren von Dotiermaterial
in die beiden Bereiche der kristallinen Silizium-Struktur 403,
welche gemäß 6 links
und rechts an die einkristalline Silizium-Schicht 206 als
Kanal-Bereich angrenzen, wodurch Source-/Drain-Bereiche 403 gebildet werden.
-
Nachfolgend
wird das möglicherweise
auf den freiliegenden Oberflächenbereichen
der kristallinen Silizium-Struktur 403 beim Bilden der
zweiten Gate-isolierenden Schicht 602 gebildetes Siliziumoxid-Material
entfernt. Nachfolgend wird ein metallisches Material (z.B. Kobalt)
abgeschieden, wodurch eine selbstjustierte Silizid-Bildung (eine
Silizium-Kobalt-Verbindung)
auf den Source-/Drain-Bereichen 403 und auf der zweiten
Gate-Elektrode 603 erfolgt. Diese Silizid-Anschlüsse sind
mit Bezugszeichen 604 versehen. Schließlich wird eine dicke Siliziumoxid-Schicht
auf der so erhaltenen Schichtenfolge abgeschieden und mittels eines
CMP-Verfahrens planarisiert, wodurch eine Siliziumoxid-Deckschicht 605 gebildet
wird.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 7 eine Schichtenfolge 700 beschrieben,
die entlang einer Schnittansicht B-B' aus 1 aufgenommen
ist, und in welcher die Kontaktierungen zum elektrischen Ansteuern
der ersten Gate-Elektrode 304 und der zweiten Gate-Elektrode 603 gezeigt
ist.
-
Zunächst wird
unter Verwendung eines dritten Photolithographie-Schritts ein Kontaktbereich
der Bottom-Gate-Elektrode 304 definiert,
wofür eine
dritte Maske verwendet wird (vergleiche 1). Das
Siliziumoxid-Material der Siliziumoxid-Deckschicht 605 wird
einem anisotropen Ätz-Verfahren unterzogen, wobei
die Silizid-Anschlüsse 604 eine Ätzstopp-Schicht
bilden. Nachfolgend wird das Silizid-Material 604 einem anisotropen Ätz-Verfahren unterzogen,
wobei polykristallines Silizium-Material als Stopp-Schicht verwendet
wird. Danach wird das polykristalline Silizium einem anisotropen Ätz-Verfahren
unterzogen, wobei Siliziumnitrid-Material als Stopp-Schicht dient.
Danach wird Photoresist von der Oberfläche der so erhaltenden Schichtenfolge entfernt.
-
Die
Silizid-Schicht 604 und die Top-Gate-Poly-Silizium-Schicht 603 werden
seitlich einer gesteuerten thermischen Oxidierung unterzogen, so
dass eine elektrische Isolation zwischen Top-Gate-Elektrode 603 und
Bottom-Gate-Elektrode 304 erfolgt.
-
Danach
wird ein anisotropes Ätzen
von Siliziumnitrid-Material durchgeführt, wobei Poly-Silizium-Material 304 als
Stopp-Schicht verwendet
wird. Es wird Metall-Material in die gebildeten Gräben eingefüllt, womit
Kontakte 701 gebildet sind. In dem Grenzbereich zwischen
dem Kontakt 701 zum Kontaktieren der Top-Gate-Elektrode 603 und
dem Silizid-Anschluss 604 ist
ein Metall-Halbleiter-Übergang gebildet.
-
Unter
Verwendung einer vierten Photolithographiemaske werden die Zusatz-Kontaktloch-definierenden
Bereiche 104 aus 1 gebildet.
Danach kann ein Back-End-Prozess durchgeführt werden.
-
Alternativ
zu 7 kann, wie in der Schichtenfolge 800 aus 8 gezeigt,
die dritte Photolithographiemaske derart eingerichtet werden, dass
mittels nur eines Via-Kontakts 801 und mittels Silizid-Kontaktierungselementen 802,
eine Kopplung mit der Top-Gate-Elektrode 603 und mit der
Bottom-Gate-Elektrode 304 realisiert
wird, wobei beide Elektroden 304, 603 mit einer
gemeinsamen Gate-Spannung angesteuert werden, so dass eine schaltungstechnisch
besonders einfache Ausgestaltung realisiert ist.
-
Im
Weiteren wird bezugnehmend auf 9 eine Schichtenfolge 900 beschrieben,
die wie 7 entlang einer Schnittlinie
B-B' aus 1 aufgenommen
ist.
-
Die
Schichtenfolge 900 veranschaulicht eine Struktur, wie sie
gemäß einem
zu 7, 8 alternativen Verfahren zum
Bilden von Silizidierungen erhalten wird. Die Schichtenfolge 900 unterscheidet sich
von der Schichtenfolge 700 im Wesentlichen dadurch, dass
die Bottom-Elektrode 304, die Top-Elektrode 603 und
die beiden Source-/Drain-Bereiche 105, 106 (nicht
gezeigt in 9) mit gemeinsamen Silizid-Kontaktierungselementen 901,
die in einem gemeinsamen Verfahrensschritt gebildet sind, versehen
sind.
-
Um
einen Doppelgate-Feldeffekttransistor gemäß der Schichtenfolge 900 zu
bilden, ist die Prozessierung gegenüber der bezugnehmend auf 2 bis 6 beschriebenen
Prozessierung zu modifizieren, wie im Weiteren beschrieben wird.
Die Prozessierung ist zu der bezugnehmend auf 2 bis 5 beschriebenen
Prozessierung identisch. Nachdem möglicherweise auf den freiliegenden
Oberflächenbereichen
der kristallinen Silizium-Struktur 403 beim Bilden der
zweiten Gate-isolierenden Schicht 602 gebildetes Siliziumoxid-Material entfernt
worden ist, wird abweichend von der Prozessierung gemäß 6 gemäß der hier
beschriebenen Alternative nicht sofort ein metallisches Material
(z.B. Kobalt) abgeschieden. Statt dessen wird das Bilden der Silizidierung
in einem späteren
Verfahrensschritt durchgeführt
und das Bilden der Siliziumoxid-Deckschicht 605 wird ebenfalls
erst später
durchgeführt.
Gemäß der beschriebenen
Alternative wird der dritte Photolithographie-Schritt zum Bilden eines Kontaktbereichs der
Bottom-Gate-Elektrode 304 unmittelbar
nach dem Vervollständigen
der Top-Gate-Elektrode 603 durchgeführt. Nachdem
dadurch ein Kontaktloch zum Kontaktieren der Bottom-Elektrode 603 erzeugt worden
ist, wird die gesamte freiliegende Oberfläche der Top-Gate-Elektrode 603, der mittels
des Kontaktlochs freigelegte Oberflächenbereich der Bottom-Gate-Elektrode 304 und
die freigelegten Source-/Drain-Bereiche 105, 106 in
einem gemeinsamen Verfahrensschritt silizidiert. Diese Prozessierung
ist besonders ökonomisch,
da mehrere Silizid-Kontaktierungselemente 901 in
einem gemeinsamen Verfahrensschritt gebildet werden. Danach wird
eine Siliziumoxid-Deckschicht 605 gebildet, und schließlich wird
die Schichtenfolge 900 erhalten. Daraus resultiert in der
Querschnittsansicht A-A' gemäß 1 ein Doppelgate-Feldeffekttransistor
gemäß 6.
-
In
diesem Dokument sind folgende Veröffentlichungen zitiert:
- [1] "Silicon
Wafer Bonding Technology for VLSI and MEMS applications", Iyer, SS, Auberton-Herve,
AJ (eds.), Inspec IEE, 2002
- [2] Tserepi, A, Tamis, C, Gogolides, E, Nassiopoulou, AG (2003)
PhysStatSol A 197, 163
- [3] Lehmann, Volker "Electrochemistry
of Silicon", Kapitel
6 Wiley-VCH-Verlag, 2002
-
- 100
- Doppelgate-Feldeffekttransistor
- 101
- aktiver
Bereich
- 102
- Gate-definierender
Bereich
- 103
- Bottom-Gate-Kontaktloch-definierender
Bereich
- 104
- Zusatz-Kontaktloch-definierender
Bereich
- 105
- erster
Source-/Drain-Bereich
- 106
- zweiter
Source-/Drain-Bereich
- 107
- Top-Gate-Bereich
- 108
- Bottom-Gate-Bereich
- 109
- monokristallines
Silizium
- 110
- Siliziumoxid
- 111
- Metall
- 112
- Silizid
- 113
- Siliziumnitrid
- 114
- Poly-Silizium
- 115
- Hoch-Porosität-Silizium
- 116
- Nieder-Porosität-Silizium
- 117
- p++-Silizium
- 118
- n–-Silizium
- 200
- Schichtenfolge
- 201
- Bulk-Silizium-Wafer
- 202
- p++-Silizium-Schicht
- 203
- n–-Silizium-Schicht
- 204
- hochporöse Silizium-Schicht
- 205
- niederporöse Silizium-Schicht
- 206
- einkristalline
Silizium-Schicht
- 300
- Schichtenfolge
- 301
- Siliziumoxid-Struktur
- 302
- Siliziumnitrid-Struktur
- 303
- erste
Gate-isolierende Schicht
- 304
- erste
Gate-Elektrode
- 305
- Siliziumnitrid-Schicht
- 306
- Siliziumoxid-Schicht
- 307
- Siliziumnitrid-Spacer
- 400
- Schichtenfolge
- 401
- Siliziumnitrid-Deckschicht
- 402
- Siliziumoxid-Deckschicht
- 403
- kristalline
Silizium-Struktur
- 500
- Schichtenfolge
- 501
- Handle-Wafer
- 600
- Doppelgate-Feldeffekttransistor
- 601
- zusätzliche
Siliziumnitrid-Spacer
- 602
- zweite
Gate-isolierende Schicht
- 603
- zweite
Gate-Elektrode
- 604
- Silizid-Anschlüsse
- 605
- Siliziumoxid-Deckschicht
- 606
- Kanal-Bereich
- 700
- Schichtenfolge
- 701
- Via-Kontakte
- 800
- Schichtenfolge
- 801
- Via-Kontakt
- 802
- Silizid-Kontaktierungselemente
- 900
- Schichtenfolge
- 901
- gemeinsame
Silizid-Kontaktierungselemente