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DE102004030306A1 - Verfahren zur Erfassung mindestens einer Ventilhubposition bei einer Brennkraftmaschine mit variabler Ventilsteuerung - Google Patents

Verfahren zur Erfassung mindestens einer Ventilhubposition bei einer Brennkraftmaschine mit variabler Ventilsteuerung Download PDF

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DE102004030306A1
DE102004030306A1 DE102004030306A DE102004030306A DE102004030306A1 DE 102004030306 A1 DE102004030306 A1 DE 102004030306A1 DE 102004030306 A DE102004030306 A DE 102004030306A DE 102004030306 A DE102004030306 A DE 102004030306A DE 102004030306 A1 DE102004030306 A1 DE 102004030306A1
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valve
pressure
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valve lift
lift position
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DE102004030306A
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Inventor
Niraimathi Appavu Mariappan
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Robert Bosch GmbH
Original Assignee
Robert Bosch GmbH
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Publication date
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Priority to US11/630,719 priority patent/US20080147291A1/en
Priority to EP05735608A priority patent/EP1761685A1/de
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    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F01MACHINES OR ENGINES IN GENERAL; ENGINE PLANTS IN GENERAL; STEAM ENGINES
    • F01LCYCLICALLY OPERATING VALVES FOR MACHINES OR ENGINES
    • F01L9/00Valve-gear or valve arrangements actuated non-mechanically
    • F01L9/10Valve-gear or valve arrangements actuated non-mechanically by fluid means, e.g. hydraulic
    • FMECHANICAL ENGINEERING; LIGHTING; HEATING; WEAPONS; BLASTING
    • F01MACHINES OR ENGINES IN GENERAL; ENGINE PLANTS IN GENERAL; STEAM ENGINES
    • F01LCYCLICALLY OPERATING VALVES FOR MACHINES OR ENGINES
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  • Mechanical Engineering (AREA)
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Abstract

Verfahren zur Erfassung eines Ventilhubs bei einer Brennkraftmaschine mit Ventilen, die durch Anlegen eines hydraulischen Drucks variabel betrieben werden, wobei der Ventilhub anhand einer Veränderung des hydraulischen Drucks bestimmt wird.

Description

  • Stand der Technik
  • Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zur Erfassung mindestens einer Ventilhubposition bei einer Brennkraftmaschine mit Ventilen, die durch Anlegen eines hydraulischen Drucks variabel betrieben werden nach der Gattung des unabhängigen Anspruchs.
  • Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind auch eine Vorrichtung zum Betreiben einer Ventilsteuerung, insbesondere ein Steuergerät einer Brennkraftmaschine, sowie ein Computerprogramm-Produkt zur Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens auf einem Computer oder Steuergerät.
  • Bei herkömmlichen Brennkraftmaschinen erfolgt der Gaswechsel über federbelastete Ventile, die von einer Nockenwelle geöffnet werden. Der zeitliche Verlauf des Ventilhubs, das heißt Beginn und Dauer der Ventilöffnung bzw. Position des Ventilstößels sind durch die Formgebung der Nockenwelle festgelegt aber nicht variabel. Zur Verbesserung der Wirkungsgrade von Brennkraftmaschinen und auch im Hinblick auf Abgasreduzierung werden vermehrt Konzepte zur variablen Ansteuerung von Gaswechselventilen eingesetzt. Beispielsweise können durch Verändern der Phasenlage der Nockenwelle die Ein- und Auslasszeiten von Gaswechselventilen variiert werden. Ein flexibler Betrieb einer Brennkraftmaschine ist möglich, wenn die Gaswechselventile nicht über eine Nockenwelle, sondern direkt angesteuert werden.
  • Aus der WO 91/03384 ist beispielsweise eine voll variable Ventilsteuerung bekannt, bei der die Gaswechselventile elektromagnetisch oder hydraulisch betätigt werden. Der Ventilhub wird hierbei durch einen Ventilhubsensor erfasst.
  • Die genaue Kenntnis des Ventilhubs ist notwendig, um einen einwandfreien Betrieb der Brennkraftmaschine sicherzustellen und um u.a. Fehlzündungen oder Kollisionen der Gaswechselventilen mit dem Kolben zu vermeiden.
  • Die DE 100 64 650 beschreibt ein Verfahren zur Steuerung von Gaswechselventilen eines Verbrennungsmotors mit einem variablen Ventilhub. Die Steuerung des Ventils erfolgt in Abhängigkeit einer Auswertung eines Drucks im Brennraum des Motors, wobei die Auswertung des Brennraumdrucks im Wesentlichen dazu dient einen vorhandenen Ventilhubsensor zu kalibrieren.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs hat demgegenüber den Vorteil, dass mindestens eine Ventilhubposition anhand einer Veränderung eines am Ventil anliegenden hydraulischen Drucks bestimmt wird. Durch dieses Vorgehen kann in vorteilhafter Weise auch ohne Vorhandensein eines Ventilhubsensors eine Ventilhubposition bestimmt werden.
  • Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen des im unabhängigen Anspruch angegebenen Verfahrens möglich.
  • Besonders vorteilhaft ist es, eine Ventilschließzeit und eine Ventilöffnungszeit ausgehend von einem Zeitpunkt zu ermitteln, bei dem der Druck im hydraulischen System beginnt abzufallen. Dies hat den Vorteil, dass mit einem geringen Messaufwand auch ohne ein Vorhandensein eines Ventilhubsensors relevante Größen für den Betrieb einer variablen Ventilsteuerung ermittelt werden können. Darüber hinaus können bei einem vorhandenen Ventilhubsensor die Ventilhub-Sensorsignale überprüft werden, wodurch sich die Betriebssicherheit weiter erhöht.
  • Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform, lassen sich Ventilöffnungszeit und -schließzeit aus einem Zeitpunkt ermitteln, bei dem der Druck einen Schwellenwert unterschreitet. Dies hat den Vorteil, dass bei geeigneter Wahl des Schwellenwertes evtl. auftretende Druckschwankungen keine Einfluss auf die Ermittlung der relevanten Öffnungs- und Schließzeiten haben.
  • Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist es vorteilhaft, anhand eines Maximums bzw. Extremwertes eines Druckabfalls des hydraulischen Drucks eine Zeit bei der das Ventil öffnet bzw. schließt zu bestimmen. Dies hat den Vorteil, dass Extremwerte im Druckverlauf leicht identifiziert werden können und sich in der Regel deutlich von anderen Druckereignissen unterscheiden.
  • Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform wird ein zeitlicher Verlauf eines Ventilhubs anhand mindestens einer Ventilhubposition und/oder des zeitlichen Verlaufs des hydraulischen Drucks bestimmt. Dies hat den Vorteil, dass nicht nur einzelne Positionen, sondern der Ventilhub über die Zeit erfasst werden und während des Betriebs der Brennkraftmaschine ein einwandfreier Betrieb der Ventile detailliert überprüft werden kann.
  • Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist es vorgesehen, während eines spezifischen Zeitintervalls zu überprüfen, ob ein relevanter Druckveränderung eingetreten ist, wobei beim Ausbleiben einer relevanten Druckveränderung eine Fehlerreaktion eingeleitet wird. Durch die Vorgabe eines insbesondere zylinder- und ventilspezifischen Zeitintervalls, in dem eine relevante Druckveränderung eintreten soll, wird es in vorteilhafter Weise möglich, die korrekte Funktion bspw. eines Gaswechselventils zu überprüfen und bei Störungen eine Fehlerreaktion einzuleiten.
  • Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist eine Vorrichtung zum Betreiben einer Ventilsteuerung vorgesehen, insbesondere ein Steuergerät einer Brennkraftmaschine, dass zur Anwendung eines Verfahrens zur Erfassung eines Ventilhubs programmiert ist. So ist es möglich, Signalerfassung, -verarbeitung, -auswertung und -ausgabe zentral in einem Gerät vorzunehmen, wodurch sich in vorteilhafter Weise ein Schaltungs- und Bauteileaufwand sowie eine Störanfälligkeit beim Betrieb reduziert.
  • Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist ein Computerprogramm-Produkt vorgesehen, mit Programmcode, der auf einem maschinenlesbaren Träger gespeichert ist, so dass in vorteilhafter Weise ein Verfahren zur Erfassung eines Ventilhubs zur Anwendung gelangt, sobald das Programm auf einem Computer oder Steuergerät ausgeführt wird.
  • Zeichnungen
  • Weitere Merkmale, Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, die in den Zeichnungen dargestellt sind. Dabei bilden alle beschriebenen oder dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der Erfindung, unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Patentansprüchen oder deren Rückbeziehung sowie unabhängig von ihrer Formulierung bzw. Darstellung in der Beschreibung bzw. in den Zeichnungen.
  • Es zeigen:
  • 1 zeigt schematisch ein elektrohydraulisch betätigbares Ventil;
  • 2 zeigt schematisch den zeitlichen Verlauf der Schaltzustände der angesteuerten Magnetventile und korrespondierende Kenngrößen;
  • 3 zeigt ein Flussdiagramm zur Erkennung von Fehlfunktionen eines hydraulischen Ventils;
  • 4 zeigt schematisch eine Logikschaltung zur Fehlererkennung
  • Beschreibung
  • Die Erfindung geht von der Überlegung aus, dass sich in einem elektrohydraulischen Ventil-Steuersystem durch Schalten von Steuerventilen der Hydraulikdruck verändert. Beim Öffnen und Schließen eines elektrohydraulischen Ventils, beispielsweise einem Gaswechselventils, werden die Steuerventile, bspw. Magnetventile, in einer bestimmten Abfolge geschaltet, so dass sich der Hydraulikdruck im System in einer charakteristischen Weise ändert. Da sich die charakteristischen Druckänderungen bei jedem Öffnen und Schließen des elektrohydraulischen Ventils in reproduzierbarer Weise wiederholen, ermöglicht die Kenntnis des Druckverlaufs im Hydrauliksystem, auf weitere Systemgrößen beispielsweise auf einen Ventilhub und/oder einer Ventilhubposition zu schließen.
  • 1 zeigt schematisch ein elektrohydraulisch zu betätigendes Ventil 1 beispielsweise ein Gaswechselventil einer Brennkraftmaschine. Ein verschiebbarer Schieber 30 trennt den Druckbereich des Ventils 1 in eine obere Kammer 10 und in eine untere Kammer 20. In Richtung der oberen Kammer 10 ist der Schieber 30 mit einem Führungsstößel 50 und in Richtung der unteren Kammer 20 mit einem Ventilstößel 40 verbunden. Über ein erstes Rückschlagventil RV1 ist die untere Kammer 20 mit der Hochdruckseite des Hydrauliksystems bzw. Hochdruck-Sammelleitung/-Rail HD-Rail verbunden. Das erste Rückschlagventil RV1 verhindert eine Rückströmung von der unteren Kammer 20 zurück in das Hochdruck-Rail HD-Rail. Die untere Kammer 20 ist über ein stromlos geschlossenes Magnetventil MV1 mit der oberen Kammer 10 verbunden. Bei bestromten und somit offenem Magnetventil MV1 sind beide Kammer 10, 20 mit einem zweiten Rückschlagventil RV2 verbunden, das in Richtung Hochdruck-Rail entspannt. Die obere Kammer 10 ist weiterhin über ein zweites stromlos offenes Magnetventil MV2 mit einem Niederdruck-Rail verbunden. Der Druck p rail im Hochdruck-Rail wird über ein Drucksensor erfasst.
  • Unter einem elektrohydraulischen Ventil ist somit ein Ventil zu verstehen, das durch Anlegen eines hydraulischen Drucks bewegt wird, wobei der hydraulische Druck entsprechend der gewünschten Ventilbewegung über elektrisch ansteuerbare Steuerventile gesteuert bzw. geschaltet wird.
  • Ist beispielsweise das elektrohydraulische Ventil 1 als Gaswechselventil ausgeführt, so ist an einem Ende des Ventilstößels 40 eine Ventilplatte angeordnet, die sich bei geschlossenem Gaswechselventil in einem Ventilsitz eines Brennraumes einfügt. Beim Öffnen des Gaswechselventils ragt der Ventilstößel 40 und die Ventilplatte in den Brennraum.
  • Ohne Ansteuerung bzw. Bestromung der Magnetventile ist das erste Magnetventil MV1 geschlossen und das zweite Magnetventil MV2 offen. Der hydraulische Druck in der unteren Kammer 20 ist somit größer als in der oberen Kammer 10. Aufgrund dieser Druckdifferenz bewegt sich der Schieber 30 in Richtung der oberen Kammer 10 bis das hydraulische Ventil eine Endstellung erreicht und geschlossen ist.
  • Werden die Magnetventile MV1, 2 bestromt, ist das erste Magnetventil MV1 geöffnet und das zweite Magnetventil MV2 geschlossen. Der hydraulische Druck in der oberen als auch unteren Kammer 10, 20 ist somit im Wesentlichen gleich. Die Fläche des Schiebers 30 ist jedoch im Bereich der oberen Kammer 10 größer als in der unteren Kammer 20, sodass die durch den hydraulischen Druck auf den Schieber 30 wirkende Kraft den Schieber 30 in Richtung unterer Kammer 20 bewegt und das hydraulische Ventil 1 öffnet.
  • Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt, sondern ist ebenso auf andere schaltbare hydraulische Anordnungen anwendbar. Insbesondere kann die hydraulische Verschaltung oder die Position des Drucksensors variiert werden. Weiterhin ist es denkbar, anstelle der Magnetventile andere Stellglieder vorzusehen.
  • 2 zeigt schematisch den zeitlichen Verlauf der Schaltzustände der angesteuerten Magnetventile MV1, 2 und korrespondierender Kenngrößen wie Druckverlauf p rail im Hochdruck-Rail und den Ventilhub S GSW des hydraulischen Ventils, wobei das linke Diagramm die Vorgänge beim Öffnen und das rechte die Vorgänge beim Schließen des elektrohydraulischen Ventils 1 darstellt.
  • Wie bereits zur 1 beschrieben, ist das erste Magnetventil MV1 unbestromt geschlossen und das zweite Magnetventil MV2 offen, der Druck im Hochdruck-Rail p rail ist im Wesentlichen konstant und das elektrohydraulische Ventil 1 bzw. Gaswechselventil geschlossen. Das elektrohydraulische Ventil wird geöffnet, indem zunächst das zweite Magnetventil MV2 geschlossen und anschließend das erste Magnetventil MV1 geöffnet wird. Nachdem das elektrohydraulische Ventil seine Endposition – vollständig offen – erreicht hat, wird das erste Magnetventil MV1 geschlossen.
  • Das Schließen des zweiten Magnetventils MV2 verursacht keine signifikanten Druckschwankungen im Hockdruckrail. Aufgrund der Anfangsbedingungen ist der hydraulische Druck in der oberen Kammer 10 geringer als in der unteren Kammer 20, so dass beim Öffnen des ersten Magnetventils MV1 Hydraulikflüssigkeit von der unteren Kammer 20 in die obere Kammer 10 gelangt. Durch den Druckausgleich zwischen den beiden Kammern 10, 20 sinkt der Druck p rail im Hochdruck-Rail kurzzeitig ab. Der Druckabfall erreicht zu einem Zeitpunkt t pmax einen Maximalwert. Dieser Zeitpunkt t pmax liegt typischer Weise in einem Zeitintervall [t1, t2], das für einen jeweiligen Zylinder Z i (i = 1...n; n = Anzahl der Zylinder) und das jeweils geschaltete Magnetventil MV1, 2 bekannt ist.
  • Der zeitliche Verlauf des Druckabfalls bzw. relevante Druckveränderungen und insbesondere auch der Zeitpunkt t pmax, bei dem der Druck maximal gefallen ist, hängen bei einem gegebenen System im Wesentlichen vom Betriebszustand des elektrohydraulischen Ventils ab. Wesentliche Einflussgrößen sind beispielsweise die Geometrie und Länge der hydraulischen Leitungen, der Hydraulikdruck und die Temperatur der Hydraulikflüssigkeit. Als weitere Größen kommen auch die Temperatur und Drehzahl der Brennkraftmaschine, die Geschwindigkeit der Stößelbewegung, Druckverhältnisse im Brennraum sowie ggf. weitere Größen in Betracht.
  • Experimentell und/oder auch durch Modellbildungen kann nun der zeitliche Druckverlauf p rail im Hochdruckrail mit dem Ventilhub bzw. Stellweg S GWV des elektrohydraulischen Ventils bzw. Gaswechselventils in Verbindung gebracht werden. So ist es möglich, bei bekannten Betriebsbedingungen aus dem Druckverlauf im Hochdruckrail und/oder einem maximalen Druckabfall und/oder weiteren relevanten Druckveränderungen einen tatsächlich vorliegenden Ventilhub und/oder insbesondere eine Ventilöffnungszeit t o zu ermitteln. Unter relevanten Druckveränderungen sind im Wesentlichen alle Druckveränderungen oder Ereignisse gemeint anhand derer auf den Ventilhub oder Ventilhubpositionen geschlossen werden kann. Als relevante Druckveränderungen kommen bspw. in Frage, ein erster Druckabfall, Unterschreiten eines Schwellenwertes, Druckextremwerte, Minimal- oder Maximalwerte, Sattelpunkte und weitere. Die Relevanz dieser Punkte kann weiter erhöht werden, indem nur relevante Druckveränderungen in einem bevorzugen Zeitintervall beobachtet werden.
  • Im Weiteren sind die Ausführungsbeispiele anhand eines maximalen Druckabfalls – als ein mögliches Beispiel für eine relevante Druckveränderung – erläutert. Selbstverständlich können anstelle des maximalen Druckabfalls und/oder auch zusätzlich weitere relevante Druckveränderungen berücksichtigt werden.
  • Im linken unteren Diagramm der 2 ist der zeitliche Verlauf des Ventilhubs S GWV eines sich öffnenden Gaswechselventils dargestellt. Aufgrund bspw. von Reibung und hydraulischen Widerständen ist ein Öffnen des elektrohydraulischen Ventils 1 nicht unmittelbar nach dem Öffnen des ersten Magnetventils zu beobachten, sondern erfolgt mit einer systembedingten Zeitverzögerung.
  • Für die Bestimmung einer Ventilöffnungszeit t o oder der Ventilschließzeit t s ist es jedoch nicht zwingend notwendig den gesamten zeitlichen Druckverlauf im Hochdruckrail zu berücksichtigen, sondern es reicht aus, den Zeitpunkt einer charakteristischen reproduzierbaren Druckveränderung zu ermitteln. Als eine mögliche charakteristische Druckveränderung kann der maximale Druckabfall im Hochdruckrail zu einem Zeitpunkt t pmax dienen, der typischer Weise in einem Zeitintervall [t1, t2] nach dem Schalten eines Magnetventils erwartet wird. Ist dieser Zeitpunkt t pmax bestimmt, kann über ein entsprechendes Modell die Ventilöffnungszeit t o oder die Schließzeit t s ermittelt werden.
  • Im rechten Diagramm der 2 ist der Schließvorgang des elektrohydraulischen Ventils dargestellt. Zum Schließen bleibt das erste Magnetventil MV1 geschlossen und das zweite Magnetventil MV2 öffnet. Die obere Kammer 10 ist somit mit dem Niederdruckrail ND-Rail verbunden und steht unter einem geringeren Druck als die untere Kammer 20. Durch die Druckdifferenz wird der Schieber 30 in Richtung der oberen Kammer 10 bewegt, wodurch der Druck p rail im Hochdruckrail kurzeitig abfällt.
  • Analog zur Ventilöffnung ist in einem Zeitintervall [t1, t2] zu einem Zeitpunkt t pmax ein maximaler Druckabfall zu beobachten. Sind die Betriebsbedingungen des elektrohydraulischen Ventils und dieser Zeitpunkt t pmax bekannt, so kann hieraus eine Ventilsehließzeit t s ermittelt werden. Die Zeitintervalle [t1, t2], der Zeitpunkt t pmax sowie Verschließzeit t s und Öffnungszeit t o können für den Schließ- bzw. Öffnungsvorgang des Ventils unterschiedlich sein. Insbesondere können diese Größen für verschiedene Ventile und Zylinder unterschiedlich sein.
  • Die unteren Diagramme der 2 zeigen den Ventilhub bzw. die Stellwege S GWV eines elektrohydraulischen Ventils bzw. Gaswechselventils beim Öffnen und Schließen. Als Zeitpunkt der Ventilöffnung t o und Ventilschließung t s wird der Zeitpunkt identifiziert, bei dem sich das Ventil zum ersten Mal in Bewegung setzt. Diese erste Bewegung erfolgt typischer Weise mit einer systembedingten zeitlichen Verzögerung nach dem Schalten des relevanten Steuerventils MV1 oder MV2. Für ein bekanntes System besteht so die Möglichkeit, den Schließ- bzw. Öffnungszeitpunkt unter Berücksichtigung der systembedingten zeitlichen Verzögerung anhand der Schaltzeiten der Steuerventile MV1, MV2 zu ermitteln. Es handelt sich hierbei jedoch nur um eine zu erwartende Öffnungs- bzw. Schließzeit, ohne eine Überprüfung des tatsächlichen Öffnungs- bzw. Schließvorgangs. Zuverlässiger ist es, die Öffnungs- bzw. Schließzeit t o, t s anhand einer Größe zu bestimmen, die nur bei einer tatsächlich stattgefundenen Öffnungs- bzw Schließbewegung des Ventils zu beobachten ist. Wie beschrieben, können erfindungsgemäß diese Zeiten t o, t s bspw. aus der Analyse des zeitlichen Druckverlaufs und insbesondere aus dem Zeitpunkt t pmax des maximalen Druckabfalls gewonnen werden.
  • Des Weiteren kann der Zeitpunkt des maximalen Druckabfalls auch dazu genutzt werden, die Funktionsfähigkeit eines elektrohydraulischen Ventils, insbesondere eines Gaswechselventils, zu überprüfen. In 3 ist schematisch ein Flussdiagramm einer möglichen Überwachungs-Prozedur dargestellt. Es wird davon ausgegangen, dass der Druck p rail im Hochdruckrail in regelmäßigen, kurzen Zeitabständen ermittelt wird. In einem Schritt 600 werden alle Messzeitpunkte t m, die in einen für einen jeweiligen Zylinder n relevanten Zeitintervall [t1, t2] fallen, mit den jeweiligen Drücken p rail erfasst. Im Schritt 610 wird aus den im Zeitintervall [t1, t2] erfassten Drücken p rail ein Maximalwert p max ermittelt. Im Schritt 620 wird überprüft, ob dieser Maximalwert p_max einen Schwellenwert S_p überschreitet. Wird der Schwellenwert S_p überschritten erfolgt im Schritt 650 eine Freigabe des entsprechenden Gaswechselventils. Wird der Schwellenwert S_p nicht überschritten, wird im Schritt 680 das entsprechende Gaswechselventil gesperrt und gegebenenfalls der zugehörige Zylinder abgestellt.
  • In 4 ist eine mögliche Logik-Schaltungsanordnung zur Überprüfung von Gaswechselventilen einer Vierzylinder-Brennkraftmaschine dargestellt. Die Anordnung umfasst einen Mikroprozessor 500, einen Komparator 400 und vier AND-Glieder mit zwei Eingängen. Ausgehend von Stellensignalen der Magnetventile MV1, 2 und gegebenenfalls weiteren Betriebsgrößen ermittelt der Mikroprozessor 500 einen Druck-Schwellenwert S_p, der eine Eingangsgröße des Komparators 400 bildet, und setzt weiterhin während eines bestimmten Zeitintervalls [t1, t2]_Z_1,2,3,4 zylinderspezifisch einen zweiten Eingang eines AND-Gliedes auf den logischen Wert TRUE. Der Komparator 400 vergleicht den Druck p_rail im Hochdruckrail mit dem vom Mikroprozessor 500 zur Verfügung gestellten Druck-Schwellenwert S_p und setzt alle ersten Eingänge der AND-Glieder auf den logischen Wert TRUE, wenn der Druck p_rail im Hochdruckrail den Druck-Schwellenwert S_p überschreitet. Sobald an beiden Eingängen eines AND-Gliedes TRUE-Signale anliegen wird ein logischer Wert TRUE weitergegeben und signalisiert somit ein einwandfreies Funktionieren eines Gaswechselventils für diesen Zylinder.
  • Die Logikausgänge der AND-Glieder können bspw. durch ein Steuergerät überwacht werden, wobei bei Logikwerten, die auf eine fehlerhaft Funktion der Ventile hinweisen eine Fehlerreaktion eingeleitet wird. Liegt beispielsweise der Zeitpunkt t_pmax des maximalen Druckabfalls außerhalb des zulässigen Zeitintervalls [t1, t2], so liegt zwar am AND-Glied ein TRUE-Signal für das Zeitinvall [t1, t2] an das „t_max"-Signal liegt jedoch nicht vor und ist auf FALSE gesetzt, sodass auch das AND-Glied ein FALSE-Signal ausgibt.
  • Gemäß eines bevorzugten Ausführungsbeispiels wird der Raildruck p_rail im Hochdruckrail kontinuierlich oder in bestimmten Zeitabständen erfasst. Die erfassten Druckwerte werden vorzugsweise gefiltert, um Störeinflüsse auszublenden. Anstelle der Druckwerte können auch die Druckveränderungen – bspw. die zeitliche Ableitung des Druckverlaufs – berücksichtigt werden. Im Fall des Öffnens bzw. Schließens eines Gaswechselventils wird nach Öffnen des ersten Magnetventils MV1 bzw. nach Öffnen des zweiten Magnetventils MV2 über ein Mikroprozessor oder einer separaten Zeitkontrolle für das zugehörige Zeitintervall [t1, t2] ein Zeitfenster geöffnet, während dem die relevanten Drucksignale erfasst werden. Die erfassten Drucksignale werden ausgewertet und ein Öffnungszeitpunkt t_o bzw. Schließzeitpunkt t_s des überwachten Gaswechselventils bestimmt. Die berechneten Zeitpunkte werden für die weitere Verarbeitung an ein Steuergerät weiter gegeben.
  • Im Falle eines verklemmten Gaswechselventils ist im relevanten Zeitintervall [t1, t2] kein entsprechender Druckabfall festzustellen und das entsprechende Gaswechselventil bzw. der zugehörige Zylinder wird stillgelegt, indem bspw. die Einspritzung und die Zündung für diesen Zylinder nicht mehr frei gegeben wird. Darüber hinaus sind weitere Maßnahmen für einen Notfahrbetrieb oder Reaktivierung des Gaswechselventils denkbar.
  • In vorteilhafter Weise ist das erfindungsgemäße Verfahren entweder bereits als Hardware oder auch als Software in einem Steuergerät einer Brennkraftmaschine integriert.
  • Die Erfassung der Drucksignale erfolgt typischer Weise in einer für Betrieb des Steuergeräts bzw. Brennkraftmaschine charakteristischen Taktfrequenz, beispielsweise anhand von Bustakten oder auch Kurbelwellenwinkeln, -positionen. Die Taktfrequenzen können ohne Weiteres in ein anderes Bezugssystem umgerechnet werden. Bei Gaswechselventilen wird vorzugsweise der Kurbelwellenwinkel als Bezugsgröße gewählt. So lässt sich er findungsgemäß aus Druckveränderungen im hydraulischen System die Öffnungs- und Schließwinkel der Gaswechselventile bestimmen.
  • Wie bereis erwähnt, wird der Druck und insbesondere die Druckveränderungen im hydraulischen System von einer Vielzahl von Größen beeinflusst. So ist bspw. beim Öffnen eines Gaswechselventils ein Druckabfall im hydraulischen System nicht unmittelbar beim Beginn der Öffnungsbewegung des Ventils zu beobachten, sondern erst mit einer spezifischen zeitlichen Verzögerung. Die zeitliche Verzögerung ist im Wesentlichen bedingt durch Länge des hydraulischen Weges zwischen Ventil und Druckmessung, wobei Druck und Temperatur der Hydraulikflüssigkeit zusätzlich die Verzögerungszeit beeinflussen. In Kenntnis dieser Beziehungen kann der Ventilhub als Funktion von Druck und Temperatur der Hydraulikflüssigkeit dargestellt werden und beispielsweise als Funktion oder Kennwerttabelle in einem Steuergerät hinterlegt sein. Die Hinterlegung als Kennwerttabelle bietet sich insbesondere an, wenn Rechenzeit im Steuergerät gespart werden soll oder wenn die Werte bspw. nicht über eine Modellierung, sondern empirisch ermittelt wurden.
  • Gemäß eines weiteren Ausführungsbeispiel ist es denkbar, die Druckveränderung nicht oder nicht nur im Hochdruck-Rail zu ermitteln, sondern durch Druckmessungen in der oberen und/oder unter Kammer 10, 20 des Ventils. Hierdurch werden, insbesondere die hydraulischen Weglängen verkürzt, wodurch sich die zeitliche Verzögerung zwischen Ventilbewegung und Druckveränderung reduziert und ggf. zu vernachlässigen ist.

Claims (8)

  1. Verfahren zur Erfassung mindestens einer Ventilhubposition bei einer Brennkraftmaschine mit Ventilen, die durch Anlegen eines hydraulischen Drucks variabel betrieben werden, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Ventilhubposition anhand einer Veränderung des hydraulischen Drucks bestimmt wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass anhand eines Zeitpunktes, bei dem der hydraulische Druck abfällt als mindestens eine Ventilhubposition eine Ventilöffnungszeit t_o und/oder eine Ventilschließzeit t_s ermittelt wird.
  3. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass anhand eines Zeitpunktes, bei dem der hydraulische Druck einen Schwellenwert unterschreitet als mindestens eine Ventilhubposition eine Ventilöffnungszeit t_o und/oder eine Ventilschließzeit t_s ermittelt wird.
  4. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als mindestens eine Ventilhubposition eine Ventilöffnungszeit t_o und/oder Ventilschließzeit t_s anhand eines maximalen Druckabfalls des hydraulischen Drucks ermittelt wird.
  5. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein zeitlicher Verlauf eines Ventilshubs anhand mindestens einer Ventilhubposition ermittelt wird.
  6. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Fehlerreaktion eingeleitet wird, wenn während eines spezifischen Zeitintervalls [t1, t2] keine relevante Druckveränderung eintritt.
  7. Vorrichtung zum Betreiben einer Ventilsteuerung, insbesondere einem Steuergerät einer Brennkraftmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass es zur Anwendung in einem der Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6 programmiert ist.
  8. Computerprogramm-Produkt mit Programmcode, der auf einem maschinenlesbaren Träger gespeichert ist, zur Anwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wenn das Programm auf einem Computer oder Steuergerät ausgeführt wird.
DE102004030306A 2004-06-23 2004-06-23 Verfahren zur Erfassung mindestens einer Ventilhubposition bei einer Brennkraftmaschine mit variabler Ventilsteuerung Withdrawn DE102004030306A1 (de)

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