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Stand der Technik
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Die Erfindung betrifft sowohl ein Verfahren als auch ein Steuergerät zur Steuerung des Aufbaus eines Druckes in einem Speicher eines Speichereinspritzsystems bei einem Start eines Verbrennungsmotors.
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Ein solches Verfahren und ein solches Steuergerät sind per se bekannt. Unter einem Speichereinspritzsystem versteht man ein Einspritzsystem, bei dem Einspritzventile hydraulisch mit einem Hochdruckspeicher verbunden sind, der von einer Hochdruckpumpe mit unter Einspritzdruck stehendem Kraftstoff versorgt wird. Eine Einspritzung wird durch öffnendes Ansteuern eines Einspritzventils mit einer Einspritzimpulsbreite ausgelöst. Der Hochdruckpumpe wird Kraftstoff aus einem Niederdrucksystem mit einem Druck von wenigen bar, in der Regel weniger als zehn bar, zugeführt. Die Hochdruckpumpe setzt diesen Kraftstoff unter einen höheren Einspritzdruck, der bei Ottomotoren mit Direkteinspritzung in der Größenordnung von zehn bis zweihundert bar liegt und bei Dieselmotoren auch weit über tausend bar liegen kann.
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Bei einem Start des Verbrennungsmotors steht der Einspritzdruck häufig nicht in voller Höhe zur Verfügung. Bei dem für Ottomotoren per se bekannten Hochdruck-Kraftstoff-System ist alternativ ein Drucksteuerventil oder ein Mengensteuerventil vorhanden. Bei einer Regelung des Druckes mit einem Drucksteuerventil wird die Hochdruckpumpe mit voller Förderleistung betrieben. Geförderter Kraftstoff, der nicht über die Einspritzventile eingespritzt wird, strömt über das Drucksteuerventil in das Niederdrucksystem zurück. Das Drucksteuerventil ist typischerweise ein stromlos geschlossenes Proportionalventil, das mit einem pulsweitenmodulierten Signal angesteuert wird.
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Bei Regelung des Druckes mit einem Mengensteuerventil fördert die Hochdruckpumpe nur soviel Kraftstoff in den Speicher des Speichereinspritzsystems, wie nötig ist, um den Ist-Druck im Rail auf einen Sollwert zu regeln. Das Mengensteuerventil ist in der Regel ein stromlos offenes Ventil. Wird das Ventil angesteuert (geschlossen), baut sich in der Hochdruckpumpe ein Druck auf. Sobald der im Speicher herrschende Druck erreicht ist, wird der Kraftstoff über ein Rückschlagventil in den Speicher gefördert. Die überschüssige Menge, die nicht in den Speicher gefördert wird, wird in das Niederdrucksystem geleitet.
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Bei beiden bekannten Systemen wird der Verbrennungsmotor mit Niederdruck im Speicher gestartet. Erst nach dem Start wird ein höherer Druck über das Drucksteuerventil oder das Mengensteuerventil eingestellt, wobei das Ende eines Startvorgangs durch Überschreiten einer Drehzahl des Verbrennungsmotors definiert ist. Bei einem Start des Verbrennungsmotors wird das gesamte Startverhalten von der Aufbereitung des Gemisches aus Kraftstoff und Luft, das sich in Brennräumen des Verbrennungsmotors während und nach einer Einspritzung ergibt und verteilt, beeinflusst. Dabei umschreibt der Begriff des Startverhaltens unter anderem den Winkelbereich einer Kurbelwelle des Verbrennungsmotors, über den ein Starter aktiv sein muss, bevor der Verbrennungsmotor selbst genügend Drehmoment für eine Steigerung seiner Drehzahl auf eine stabile Leerlaufdrehzahl entwickelt. Auch die Menge der bei einem Start und danach emittierten Kohlenwasserstoffe ist eine das Startverhalten kennzeichnende Größe.
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Eine spezielle Ansteuerung der Einstellventile für den Kraftstoffdruck während eines Startvorgangs ist dem Fachmann zum Beispiel aus der
DE 101 56 637 C1 bekannt. Nach dieser Schrift erfolgt beim Anlassvorgang zunächst eine Phase ohne Druckregelung mit vollständig geöffnetem Mengensteuerventil an der Hochdruckpumpe, um einen möglichst schnellen Druckaufbau zu erreichen, an die sich eine Phase mit aktiver Druckregelung durch das Mengensteuerventil anschließt. Eine Vorgehensweise, bei der zunächst ein möglichst schneller Druckaufbau bis zu einem Druckschwellwert oder sogar bis zum Ansprechen eines Überdruckventils initiiert wird, ist aus der
DE 696 17 177 T2 bekannt. Die Maßnahme, mit dem Einspritzen von Kraftstoff erst dann zu beginnen, wenn ein Schwellwert für den Kraftstoffdruck überschritten ist, wird in der
DE 103 01 236 A1 beschrieben.
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Vor diesem Hintergrund besteht die Aufgabe der Erfindung in der Angabe von Verfahren zur Verbesserung des Startverhaltens eines mit einem Speichereinspritzsystem ausgerüsteten Verbrennungsmotors und eines Steuergeräts zur Steuerung solcher Verfahren.
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Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass für einen Start des Verbrennungsmotors ein Mengensteuerventil, das als erstes Drucksteuerstellglied dient und eine Hochdruckfördermenge einer Hochdruckpumpe steuert, auf maximale Fördermenge gestellt wird, ein Starter betätigt wird und eine Druckeinstellung anschließend zunächst mit einem Druckabbauventil erfolgt, das als zweites Drucksteuerstellglied dient, und dass dann, wenn vorbestimmte Bedingungen erfüllt sind, auf eine mit dem Mengensteuerventil erfolgende Druckregelung bei geschlossenem Druckabbauventil umgesteuert wird. Von der Funktion her ist das Druckabbauventil mit dem eingangs genannten Drucksteuerventil vergleichbar.
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Ferner wird diese Aufgabe bei einem Steuergerät der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass das Steuergerät für einen Start des Verbrennungsmotors ein Mengensteuerventil, das als erstes Drucksteuerstellglied dient und eine Hochdruckfördermenge einer Hochdruckpumpe steuert, auf maximale Fördermenge stellt, einen Starter betätigt und für eine Druckeinstellung anschließend zunächst ein Druckabbauventil ansteuert, das als zweites Drucksteuerstellglied dient, und wobei das Steuergerät dann, wenn vorbestimmte Bedingungen erfüllt sind, auf eine mit dem Mengensteuerventil erfolgende Druckregelung bei geschlossenem Druckabbauventil umsteuert.
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Vorteile der Erfindung
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Durch diese Merkmale werden bei Speichereinspritzsystemen mit mengengeregelter Hochdruckpumpe und einem Druckabbauventil Motorstarts mit Hochdruck im Speicher und einem schnellen, stabilen und reproduzierbaren Druckverlauf im Speicher ermöglicht. Durch die Reproduzierbarkeit fallen Fehler bei der Kraftstoffzumessung, die als Folge verschiedener Drücke bei gleichen Einspritzimpulsbreiten auftreten können, nur gering aus. Die Erfindung ermöglicht darüber hinaus auch mit Hochdruck erfolgende Kaltstarts bei Temperaturen bis hinunter zu minus 30°C.
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Ein Hochdruckstart führt generell zu einer verbesserten Gemischaufbereitung. Im Gegensatz zu Motorstarts mit Niederdruck wird der Brennraum infolge der besseren Gemischbildung nicht oder zumindest weniger mit Kraftstoff benetzt. Dadurch nimmt ein größerer Teil einer eingespritzten Kraftstoffmenge an der Verbrennung teil, so dass die einzuspritzende Kraftstoffmenge geringer ausfallen kann. Dadurch wird auch die Menge der während einer Startphase emittierten Kohlenwasserstoffe verringert.
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Es ist bevorzugt, dass vor dem Betätigen des Starters eine Temperatur des Verbrennungsmotors erfasst wird und auch das Druckabbauventil geschlossen bleibt, wenn die Temperatur des Verbrennungsmotors unter einem vorbestimmten ersten Temperatur-Schwellenwert liegt.
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Durch diese Maßnahme wird bei kaltem Verbrennungsmotor ein schneller Druckaufbau gewährleistet, da druckabbauende Öffnungen der Stellglieder zunächst unterbleiben. Bei kaltem Motor kann mit einer hohen Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass der Druck im Speichereinspritzsystem in einer vorhergehenden Stillstandsphase abgesunken ist.
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Bevorzugt ist auch, dass der Druck in dem Speicher erfasst wird und dass Einspritzungen dann freigegeben werden, wenn der Druck oberhalb eines vorbestimmten ersten Druck-Schwellenwertes liegt.
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Durch diese Maßnahme wird erreicht, dass bereits die erste Einspritzung mit einem Druck erfolgt, der durch die Festlegung des ersten Druckschwellenwertes bestimmt ist. Einspritzungen mit für eine gute Gemischaufbereitung unzureichendem Druckniveau können so vermieden werden.
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Ferner ist bevorzugt, dass bei der zunächst mit dem Druckabbauventil erfolgenden Druckeinstellung vor einer Einspritzfreigabe ein steilerer Druckanstieg eingestellt wird als nach der Freigabe der Einspritzungen.
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Durch diese Maßnahme wird ein sehr schneller Druckanstieg bei gleichzeitiger Beschränkung von fehlerhaften Kraftstoff-Zumessungen erreicht, die durch einen Druckanstieg zwischen einer Berechnung einer Einspritzimpulsbreite und einem Absetzen der berechneten Einspritzimpulsbreite entstehen könnten. Die Zeitpunkte des Berechnens und des Absetzens sind in der Regel durch eine endliche Zeitspanne getrennt.
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Bevorzugt ist auch, dass der Druckanstieg nach der Freigabe der Einspritzungen auf wenigstens einen vorbestimmten Höchstwert beschränkt wird.
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Durch diese Ausgestaltung wird das Ausmaß der Fehl-Zumessung, die durch eine mit steigendem Druck bei gleicher Einspritzimpulsbreite steigende Einspritzmenge bedingt ist, auf tolerierbare Werte beschränkt.
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Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung zeichnet sich dadurch aus, dass der Höchstwert so vorbestimmt wird, dass Einspritzmengenfehler, die durch einen Druckanstieg hervorgerufen werden, der in einer Zeitspanne zwischen einer Berechnung einer Einspritzimpulsbreite und einer Ausgabe der berechneten Einspritzimpulsbreite auftritt, kleiner als eine vorgegebene Zumess-Toleranz für ein Kraftstoffversorgungssystem sind.
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Ferner ist bevorzugt, dass abgefragt wird, ob der Druck oberhalb eines Druck-Schwellenwertes liegt oder ob eine Zahl ausgegebener Einspritzungen einen vorbestimmten Einspritzzahlen-Schwellenwert überschreitet, und dass dann, wenn die Abfrage bejaht wird, eine Einstellung des Drucks mit dem Druckabbauventil als Druckstellglied erfolgt, wobei steile Druckänderungen zugelassen sind. Solange die Abfrage verneint wird, unterbleiben damit druckabbauende Öffnungen des Druckabbauventils.
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Diese Maßnahme wird bevorzugt bei kaltem Verbrennungsmotor, also wenn der erste Temperaturschwellenwert noch nicht erreicht ist, durchgeführt. In diesem Fall ist es günstig, sehr schnell den Systemdruck von zum Beispiel 200 bar zu erreichen, um eine gute Gemischaufbereitung bei kalten Brennräumen zu erzielen.
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Bevorzugt ist auch, dass abgefragt wird, ob eine seit einem Startende verstrichene Zeitspanne t einen vorbestimmten ersten Zeit-Schwellenwert t_S überschreitet und ob entweder eine Anreicherung A eines Kraftstoff-Luft-Gemisches des Verbrennungsmotors kleiner als eine vorgegebene Schwelle A_S ist oder ob dann, wenn A die Schwelle A_S überschreitet, eine vom Verbrennungsmotor benötigte Kraftstoffmenge K kleiner als ein vorgegebener Schwellenwert K_S ist, und dass dann, wenn beide konjunktiv verknüpften Abfragen bejaht werden, das Druckabbauventil (30) geschlossen wird und die Einstellung des Druckes mit dem Mengensteuerventil (28) erfolgt.
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Eine bedarfsgerechte Regelung der Fördermenge ist aus Gründen des Energieverbrauchs und der Lebensdauer der Hochdruckpumpe gegenüber einer Druckregelung mit dem Druckabbauventil und einer Absteuerung einer im Überschuss geförderten Hochdruckmenge zu bevorzugen. Andererseits hat die Druckregelung mit dem Druckabbauventil anfangs den Vorteil, dass die maximale Fördermenge der Hochdruckpumpe zum schnellen Druckaufbau im Kraftstoffsystem genutzt werden kann. Durch die Umschaltung nach den genannten Kriterien wird eine optimale Ausnutzung der Vorteile beider Möglichkeiten der Druckregelung ermöglicht. Insbesondere wird ein sehr frühes Umschalten auf die bevorzugte Regelung mit dem Mengensteuerventil ermöglicht.
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Ergänzend ist bevorzugt, dass nach einem ersten Umschalten auf die Regelung mit dem Mengensteuerventil dann, wenn die Anreicherung A größer als eine Schwelle A_S und gleichzeitig K größer als eine Schwelle K_S ist, auf eine Druckregelung mit dem Druckabbauventil umgeschaltet wird und dass dann, wenn danach die Anreicherung A eine Schwelle A_S unterschreitet, dauerhaft auf die bevorzugte Druckregelung mit dem Mengensteuerventil (28) umgeschaltet wird.
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Diese Ausgestaltung stellt sicher, dass nach einer frühen Umschaltung und sich danach ändernden Bedingungen, die größere Kraftstofffördermengen erfordern, noch einmal auf die größere Kraftstofffördermengen bereitstellende Regelung mit dem Druckabbauventil umgeschaltet wird.
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Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung zeichnet sich dadurch aus, dass ein veränderlicher Solldruck für die Druckeinstellung verwendet wird und dass die Änderungsgeschwindigkeit des Solldruckes begrenzt ist.
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Auch diese Maßnahme trägt zu einer Begrenzung von Fehlern der Einspritzmengen durch einen Zeitversatz zwischen einer Einspritzzeitbildung und einer Ausgabe der Einspritzimpulsbreite bei einem zwischenzeitlich gestiegenen Druck bei.
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Ferner ist bevorzugt, dass beim Umschalten einer mit dem Druckabbauventil erfolgenden Einstellung des Drucks zu einer mit dem Mengensteuerventil erfolgenden Druckeinstellung eine Übergangskompensation durchgeführt wird. Eine solche Übergangskompensation kann erfolgen, indem beim Umschalten zunächst erhöhte Basiswerte für eine Ansteuerung des Mengensteuerventils verwendet werden.
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Durch diese Maßnahme werden starke Abweichungen des Istdrucks vom Solldruck beim Umschalten von der Druckregelung mit Druckabbauventil auf eine Mengenregelung mit dem Mengensteuerventil vermieden oder zumindest verringert.
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Solche Abweichungen sind umso größer, je ungenauer eine Vorsteuerung des Mengensteuerventils durch Basiswerte von Ansteuergrößen und je stärker der überlagerte Reglereingriff ist.
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Bevorzugt ist auch, dass die Einstellung des Druckes mit dem Mengensteuerventil mit Basiswerten von Stellgrößen erfolgt, denen eine Regelung überlagert wird und dass eine Adaption der Ansteuerung des Mengensteuerventils durchgeführt wird.
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Durch die Adaption werden Streuungen im Hochdrucksystem und Alterungseffekte weitgehend kompensiert. Ein Adaptionswert kann zum Beispiel aus dem Verhalten der überlagerten Regelung gelernt werden. So kann eine Regelstellgröße tiefpassgefiltert werden und der niederfrequente Anteil der Regelstellgröße kann als Adaptionswert zur Korrektur der Basiswerte, also zur Korrektur der Vorsteuerung verwendet werden.
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Der Adaptionswert wird bevorzugt im Motorsteuergerät (Dauer-RAM) gespeichert und steht bei dem nächsten Motorstart zur Verfügung. Bei der Umschaltung von einer Druckregelung mit dem Druckabbauventil auf eine Mengenregelung mit dem Mengensteuerventil wird der Adaptionswert bei der Ansteuerung des Mengensteuerventils berücksichtigt. Durch die Adaption muss der Regler nicht mehr die Unterschiede zwischen Vorsteuerung und Ansteuerung bei der Umschaltung ausregeln. Als Folge wird eine Abweichung von Ist-Druck zu dem Soll-Druck, die aus ungenauen Basiswerten für die Vorsteuerung resultiert, verringert.
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Ferner ist bevorzugt, dass bei dem Start eines Verbrennungsmotors zunächst eine Temperatur des Verbrennungsmotors erfasst und mit einem zweiten Temperatur-Schwellenwert verglichen wird und dass die weiter oben angegebenen Schritte zur Lösung der Aufgabe, also die Schritte des Anspruchs 1, nur durchgeführt werden, wenn die erfasste Temperatur unterhalb des zweiten Temperatur-Schwellenwerts liegt und dass dann, wenn die erfasste Temperatur oberhalb des zweiten Temperatur-Schwellenwerts liegt, die Einstellung des Druckes nur mit dem Mengensteuerventil erfolgt.
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Werden Hochdruckstarts mit warmem Motor durchgeführt, was zum Beispiel bei einem Start-Stopp-Betrieb der Fall ist, bleibt der Druck im Speichereinspritzsystem in den kurzen Stillstandsphasen weitgehend erhalten. Außerdem erfolgt bei warmen Verbrennungsmotoren keine so große Gemischanreicherung wie zum Beispiel im Kaltlauf erfolgt. Daher sind die Einspritzmengen und die durch die Einspritzungen verursachten Druckeinbrüche sehr gering. In diesem Fall kann sofort mit einer Regelung durch das Mengensteuerventil gestartet werden.
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Bevorzugt ist auch, dass zusätzlich zu der Temperatur der Druck im Speichereinspritzsystem erfasst wird und mit einem vorbestimmten dritten Druck-Schwellenwert verglichen wird und dass dann, wenn der Druck unterhalb des dritten Druck-Schwellenwerts liegt, sowohl das Mengensteuerventil als auch das Druckabbauventil zunächst geschlossen werden.
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Ist dagegen der Druck im Speichereinspritzsystem bei warmem Verbrennungsmotor auf Umgebungsdruck abgefallen, erfolgt der Druckaufbau zunächst schnell bei geschlossenem Druckabbauventil und geschlossenem Mengensteuerventil.
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Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung zeichnet sich dadurch aus, dass dann der Starter betätigt wird und dass mit der Einstellung des Druckes mit dem Mengensteuerventil nach Überschreiten eines zweiten Zeit-Schwellenwertes, nach Erreichen eines vorbestimmten vierten Druckschwellenwertes, oder nach Erreichen eines vorbestimmten Drehzahl-Schwellenwertes begonnen wird.
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Durch diese Maßnahme wird bei warmem Verbrennungsmotor und daher kleinen Einspritzmengen und kleinen durch Einspritzungen bedingten Druckschwankungen direkt auf die energetisch günstigere und Hochdruckpumpen-schonende Mengenregelung geschaltet.
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Ferner ist bevorzugt, dass alternativ ein Niederdruckstart mit geöffnetem Druckabbauventil und Mengensteuerventil durchgeführt wird.
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Es ist ein Vorzug der Erfindung, dass sie Hochdruckstarts als Alternative zu den bekannten Niederdruckstarts ermöglicht, ohne die bekannten Niederdruckstarts völlig zu ersetzen. Daher können unter bestimmten Bedingungen weiter Niederdruckstarts erfolgen, wenn dies in der Summe günstiger ist.
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Dabei ist bevorzugt, dass der erste Druck-Schwellenwert für eine Freigabe von Einspritzungen bei einem Hochdruckstart höher liegt als bei einem Niederdruckstart.
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Dadurch erfolgt dann, wenn die bevorzugten Hochdruckstarts erlaubt sind, bereits die erste Einspritzung mit Hochdruck, ohne dass die Niederdruckstartfähigkeit beeinträchtigt wird. Eine Niederdruckstartfähigkeit kann zum Beispiel im Notlauf bei Fehlern im Hochdrucksystem oder bei extremen Temperaturen (t < –30°C) notwendig sein, bei denen im Hochdruckfall Verbindungen innerhalb des Kraftstoffsystems undicht werden könnten.
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Weitere Vorteile ergeben sich aus der Beschreibung und den beigefügten Figuren.
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Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
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Zeichnungen
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Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen, jeweils in schematischer Form:
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1 ein Speichereinspritzsystem für einen Verbrennungsmotor;
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2 ein Flussdiagramm eines Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens;
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3 eine Ergänzung des Ausführungsbeispiels nach der 2; und
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4 eine Adaption von Basiswerten einer Vorsteuerung für das Mengensteuerventil.
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Beschreibung der Ausführungsbeispiele
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1 zeigt die Gesamtheit eines Speichereinspritzsystems 10 für einen in der 1 nicht dargestellten Verbrennungsmotor. Das Speichereinspritzsystem 10 weist einen Hochdruckspeicher 12 auf, mit dem Einspritzventile 14, 16, 18 und 20 hydraulisch verbunden sind. Die Einspritzventile werden mit Einspritzimpulsbreiten angesteuert, die von einem Steuergerät 22 ausgegeben werden. Der Einspritzdruck im Hochdruckspeicher 12 wird von einer Hochdruckpumpe 24 bereit gestellt, die in der Regel als vom Verbrennungsmotor mechanisch angetriebene Radialkolbenpumpe realisiert ist.
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Zur Einstellung des Einspritzdruckes im Hochdruckspeicher 12 auf einen vorgegebenen Sollwert weist das Speichereinspritzsystem 10 einen Drucksensor 26 auf, der den Druck im Hochdruckspeicher 12 erfasst und an das Steuergerät 22 übergibt. In Abhängigkeit von Signalen des Drucksensors 26 steuert das Steuergerät 22 ein Mengensteuerventil 28 als erstes Stellglied zur Einstellung eines Druckes im Hochdruckspeicher 12 und/oder ein Druckabbauventil 30 als zweites Stellglied zur Einstellung des genannten Druckes an. Das Mengensteuerventil 28 ist in der Regel als stromlos offenes Ventil realisiert.
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Wenn das Mengensteuerventil 28 vom Steuergerät 22 angesteuert und damit geschlossen wird, baut sich in der Hochdruckpumpe 24 ein Druck auf. Der Druckaufbau erfolgt bei einer Radialkolbenpumpe dadurch, dass von einer Nockenwelle betätigte Pumpenkolben Kraftstoff gegen den Öffnungsdruck eines Rückschlagventils 32 verdichten. Die Hochdruckpumpe 24 wird aus einem Niederdrucksystem mit Kraftstoff versorgt. Das Niederdrucksystem umfasst wenigstens einen Kraftstoffvorratstank 34 und eine Niederdruckförderpumpe 36, die in der Regel als Elektrokraftstoffpumpe realisiert ist und Kraftstoff mit einem Förderdruck von weniger als 10 bar, in der Regel 4 bis 6 bar, an die Hochdruckpumpe 24 liefert.
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Das als erstes Stellglied zur Druckregelung dienende Mengensteuerventil 28 ist beispielsweise als stromlos offenes Ventil realisiert, dass zwischen einem Pumpvolumen der Hochdruckpumpe 24 und dem Rückschlagventil 32 angeordnet ist und im geöffneten Zustand eine hydraulische Verbindung zur Niederdruckseite des Speichereinspritzsystems freigibt. Wird das Mengensteuerventil 28 angesteuert und damit geschlossen, baut sich in der Hochdruckpumpe 24 ein Druck auf. Sobald der im Hochdruckspeicher 12 herrschende Druck erreicht ist, wird Kraftstoff über das Rückschlagventil 32 in den Hochdruckspeicher 12 gefördert. Wenn aus dem Hochdruckspeicher 12 nur wenig Kraftstoff über die Einspritzventile 14, 16, 18, 20 entnommen wird, steuert das Steuergerät 22 das Mengensteuerventil 28 so an, dass überschüssiger Kraftstoff bei offenem Mengensteuerventil 28 in das Niederdrucksystem abgeleitet wird.
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Das Druckabbauventil 30, das als zweites Stellglied zur Regelung oder Einstellung des Drucks im Hochdruckspeicher 12 dient, ist beispielsweise als stromlos geschlossenes Proportionalventil ausgeführt. Angesteuert wird das Druckabbauventil 30 zum Beispiel mit einem Pulsweitenmodulierten Signal. Gibt das Steuergerät 22 ein Tastverhältnis von 0% aus, ist das Druckabbauventil 30 geschlossen. Bei einem Tastverhältnis von 100% ist das Druckabbauventil 30 vollständig geöffnet.
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2 zeigt ein Flussdiagramm als Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Verfahrens, wie es im Steuergerät 22 abgearbeitet wird. Dazu wird in einem ersten Schritt 37 geprüft und entschieden, ob ein Hochdruckstart HDS oder ein Niederdruckstart durchgeführt werden soll. Aus den eingangs genannten Gründen wird ein Hochdruckstart bevorzugt. Ein Niederdruckstart wird dagegen nur unter speziellen Randbedingungen, beispielsweise im Notlauf oder bei Motortemperaturen von unter –30°C ausgelöst.
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Wenn im Schritt 37 eine Entscheidung für einen Hochdruckstart fällt, verzweigt das Programm zunächst zu einem Schritt 38, in dem eine Temperatur T des Verbrennungsmotors erfasst und mit einem Temperatur-Schwellenwert T_S verglichen wird. Als Temperatur T des Verbrennungsmotors kommt insbesondere die Temperatur eines Kühlmittels oder Schmiermittels des Verbrennungsmotors in Frage. Der erste Temperatur-Schwellenwert ist bevorzugt so festgelegt, dass er eine Unterscheidung eines kalten von einem warmen Verbrennungsmotor erlaubt.
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Bei kaltem Verbrennungsmotor wird aus dem Schritt 38 in den Schritt 40 verzweigt, in dem beide Stellglieder, also das Mengensteuerventil 28 und das Druckabbauventil 30 geschlossen werden. Dadurch wird ein schneller Druckaufbau bei kaltem Verbrennungsmotor gewährleistet. Anschließend wird ein Starter aktiviert, der den Verbrennungsmotor andreht. Beim Andrehen des Verbrennungsmotors wird auch die Hochdruckpumpe 24 betrieben und es erfolgt ein schneller Druckaufbau im Hochdruckspeicher 12.
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In einem Schritt 46 wird geprüft, ob der Druck p im Hochdruckspeicher 12 oberhalb eines Druck-Schwellenwertes p_S liegt oder ob eine Zahl ni ausgegebener Einspritzungen einen vorbestimmten Einspritzzahlen-Schwellenwert ni_S überschreitet. Dabei kann p_5 in einer Ausgestaltung als Funktion der Motorstarttemperatur vorgegeben werden. Solange weder der Druck-Schwellenwert p_S noch der Einspritzzahlen-Schwellenwert ni_S überschritten wird, erfolgt der Druckaufbau im Hochdruckspeicher 12 weiter mit geschlossenem Druckabbauventil 30 und geschlossenem Mengensteuerventil 28.
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Erst wenn im Schritt 46 festgestellt wird, dass wenigstens einer der beiden genannten Schwellenwerte überschritten wurde, erfolgt im Schritt 48 eine Regelung des Druckes im Hochdruckspeicher 12 durch Ansteuern des Druckabbauventils 30 bei weiter geschlossenem Mengensteuerventil 28.
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Bei dieser in 2 als DAV-R bezeichneten Druckregelung mit dem Druckabbauventil 30 werden nur noch weniger steile Druckänderungen zugelassen. Auf diese Weise werden nach dem Freigeben von Einspritzungen Einspritzmengenfehler, die durch eine schnelle Drucksteigerung hervorgerufen werden, beschränkt. Dabei wird der Gradient des Druckanstiegs bevorzugt auf Werte beschränkt, bei denen resultierende Mengenfehler kleiner als ein bestimmter Prozentwert, zum Beispiel kleiner als 2% sind.
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Anschließend erfolgt in einem Schritt 50 eine Prüfung, ob eine seit einem Startende verstrichene Zeitspanne t einen vorbestimmten ersten Zeit-Schwellenwert t_S überschreitet und ob entweder eine Anreicherung A des Kraftstoff-Luft-Gemisches kleiner als eine vorgegebene Schwelle A_S ist oder ob dann, wenn A die Schwelle A_S überschreitet, die vom Verbrennungsmotor benötigte Kraftstoffmenge K kleiner als ein vorgegebener Schwellenwert K_S ist. Die Anreicherung kann zum Beispiel durch Multiplizieren einer Einspritzimpulsbreite mit dem Wert A erfolgen, so dass A ein Maß für eine Vergrößerung der eingespritzten Kraftstoffmenge ist. K kann beispielsweise einem Maß für die gesamte Einspritzimpulsbreite mit Anreicherung sein. Erst wenn beide konjunktiv verknüpften Abfragen bejaht werden, wird das Druckabbauventil 30 geschlossen und die weitere Regelung des Druckes im Hochdruckspeicher 12 erfolgt, im Schritt 52, mit dem Mengensteuerventil 28. Dies wird in der 2 als MSV-R bezeichnet. Auf diese Weise wird bei kaltem Verbrennungsmotor ein schneller Druckaufbau erzielt.
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Wenn der Verbrennungsmotor beim Start jedoch bereits eine gewisse Mindesttemperatur aufweist, die höher als der im Schritt 38 überprüfte erste Temperatur-Schwellenwert ist, verzweigt das Programm aus dem Schritt 38 in einen Schritt 54, in dem, wie im Schritt 40, sowohl das Mengensteuerventil 28 als auch das Druckabbauventil 30 geschlossen wird. Dadurch wird ein schneller Druckaufbau gewährleistet.
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Anschließend wird ein Starter aktiviert, um den Verbrennungsmotor und damit die Hochdruckpumpe 24 anzutreiben. Beim anschließenden Druckaufbau wird das Druckabbauventil so lange geschlossen gehalten, bis im Schritt 58 festgestellt wird, dass der Druck p im Speicher 12 einen Einspritzfreigabedruck p_S überschreitet. So lange dieser Einspritzfreigabedruck noch nicht erreicht wurde, wird der Schritt 58 wiederholt durchlaufen. Beim Erreichen des Einspritzfreigabedrucks p_S wird auch aus dem Schritt 58 in den Schritt 48 verzweigt, in dem eine Druckregelung mit dem Druckabbauventil 30 erfolgt (DAV-R). Dabei wird der Gradient des Druckanstiegs bevorzugt auf Werte beschränkt, bei denen resulierende Mengenfehler kleiner als ein bestimmter Prozentwert sind.
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Wie bereits weiter oben beschrieben, wird diese Art der Regelung mit dem Druckabbauventil 30 als Stellglied so lange beibehalten, bis die im Schritt 50 überprüften Umschaltbedingungen für eine MSV-R, also eine Druckregelung mit dem Mengensteuerventil erfüllt sind. Anschließend wird auch hier das Druckabbauventil 30 durch Verzweigen in den Schritt 52 dauerhaft geschlossen und die weitere Einstellung des Druckes im Hochdruckspeicher 12 erfolgt durch Eingriffe auf das Mengensteuerventil 28.
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Für den Fall, dass die spezifischen Bedingungen für einen Niederdruckstart vorliegen, verzweigt das Steuerungsprogramm aus dem Schritt 37 in einen Schritt 62, in dem für einen Niederdruckstart sowohl das Druckabbauventil 30 als auch das Mengensteuerventil 28 geöffnet werden. Dadurch stellt sich im Hochdruckspeicher 12 der Druck des Niederdrucksystems ein, wie er von der Niederdruckpumpe 36 bereitgestellt wird. In einem Schritt 64 wird überprüft, ob nach dem Niederdruckstart ein Startende erreicht wurde. Ein Startende wird beispielsweise dann erkannt, wenn die Drehzahl n des Verbrennungsmotors 10 einen vorgegebenen Drehzahlschwellenwert n_S von beispielsweise 400 Umdrehungen überschreitet. Solange dies nicht der Fall ist, wird die Schleife aus den Schritten 62 und 64 wiederholt durchlaufen und so das Druckabbauventil 30 und das Mengensteuerventil 28 weiter im geöffneten Zustand gehalten.
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Erst beim Überschreiten der Mindestdrehzahl, die ein Startende charakterisiert, verzweigt das Programm auch aus dem Schritt 64 zum Schritt 48, in dem eine Druckregelung mit dem Druckabbauventil 30 bei geschlossenem Mengensteuerventil 28 aktiviert wird.
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Soweit wie bisher beschrieben, wird so früh wie möglich von einer Regelung mit dem Druckabbauventil 30 auf eine Regelung mit dem Mengensteuerventil 28 umgeschaltet. Die Regelung mit dem Druckabbauventil hat dabei anfangs den Vorteil größerer Kraftstofffördermengen. Die Regelung mit dem Mengensteuerventil verringert dagegen den Verschleiss und den Energieverbrauch der Hochdruckpumpe 24.
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Durch das frühe Umschalten kann es jedoch bei plötzlich steigendem Kraftstoffbedarf, zum Beispiel beim Anfahren oder Beschleunigen, dazu kommen, dass größere Kraftstofffördermengen erforderlich sind. Daher wird bei einer Ausgestaltung nach einem ersten Umschalten auf die Regelung mit dem Mengensteuerventil im Schritt 52 in einem Schritt 65 noch wiederholt geprüft, ob der Kraftstoffbedarf des Verbrennungsmotors ansteigt. Dabei ist insbesondere der Fall kritisch, bei dem in der vorhergehenden Abfrage im Schritt 50 die Kraftstoffmenge K trotz großer Anreicherung A noch hinreichend klein für eine Umschaltung von DAV-R auf MSV-R war. Ein Anstieg des Basis-Kraftstoffbedarfs kann dann in Verbindung mit einer noch großen Anreicherung wieder große Kraftstofffördermengen erforderlich machen, wie sie mit dem Druckabbauventil 30 möglich sind. Dieser Fall wird durch die Abfrage im Schritt 65 erkannt, in dem überprüft wird, ob A größer als eine Schwelle A_S und gleichzeitig K größer als eine Schwelle K_S ist. Wird die Abfrage im Schritt 65 bejaht, verzweigt das Programm in den Schritt 66, in dem noch einmal auf eine Druckregelung mit dem Druckabbauventil 30 umgeschaltet wird. Erst wenn danach die Anreicherung A eine Schwelle A_S unterschreitet, was im Schritt 67 überprüft wird, wird durch ein Verzweigen in den Schritt 68 dauerhaft auf die bevorzugte Druckregelung mit dem Mengensteuerventil umgeschaltet.
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3 zeigt eine Ausgestaltung, bei der beim Start eines Verbrennungsmotors zunächst eine Temperatur T des Verbrennungsmotors erfasst und mit einem zweiten Temperatur-Schwellenwert T_S2 verglichen wird, der einen warmen Verbrennungsmotor charakterisiert. Dieser Vergleich findet in der 3 im Schritt 72 statt. Wird die Abfrage im Schritt 72 verneint, was einen zumindest nicht warmen Verbrennungsmotor charakterisiert, verzweigt das Programm zum bereits im Zusammenhang mit der 2 beschriebenen Schritt 38, aus dem alternativ die Schritte 40 oder 54 der 2 erreicht werden. Wird im Schritt 72 jedoch festgestellt, dass der Verbrennungsmotor warm ist, verzweigt das Programm zu einem Schritt 74, der überprüft, ob der Druck p im Hochdruckspeicher 12 einen dritten Druck-Schwellenwert p_S3 überschreitet.
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Wenn der Druck unterhalb des dritten Druck-Schwellenwertes liegt, werden sowohl das Mengensteuerventil 28 als auch das Druckabbauventil 30 in einem Schritt 76 zunächst geschlossen, bevor im Schritt 78 ein Aktivieren des Starters und damit ein Andrehen des Verbrennungsmotors und ein Antreiben der Hochdruckpumpe 24 ausgelöst wird. Liegt der Druck bei der Abfrage im Schritt 74 dagegen oberhalb des dritten Druck-Schwellenwertes, kann eine Regelung über das Druckabbauventil 30 oder das Mengensteuerventil 28 freigegeben werden. Anschließend wird in einem Schritt 80 überprüft, ob der Einspritzfreigabedruck erreicht wird. Solange dies nicht der Fall ist, wird der Druckaufbau mit geschlossenem Druckabbauventil 30 und geschlossenem Mengensteuerventil 28 beibehalten und der Verbrennungsmotor weiter von dem Starter angetrieben. Erst wenn die Schleife aus den Schritten 78 und 80 durch überschreiten des Einspritzfreigabedrucks aus dem Schritt 80 verlassen wird, schließt sich ein Schritt 82 an, in dem überprüft wird, ob ein zweiter Zeit-Schwellenwert t_S2, ein vierter Druck-Schwellenwert p_S4 oder ein vorbestimmter Drehzahl-Schwellenwert n_S überschritten wird. Sobald die Abfrage in Schritt 82 bejaht wird, erfolgt in Schritt 84 eine weitere Regelung des Drucks im Hochdruckspeicher 12 durch Eingriffe auf das Mengensteuerventil 28 bei geschlossenem Druckabbauventil 30. Mit anderen Worten, bei warmen Verbrennungsmotor erfolgt die Druckregelung gegebenenfalls direkt über das Mengensteuerventil 28 ohne Zwischenschaltung einer Regelphase, in der das Druckabbauventil 30 aktiviert wird.
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4 zeigt einen Regelkreis zur Regelung des Druckes im Hochdruckspeicher 12 in Verbindung mit einer Adaption einer Vorsteuerung des Mengensteuerventils 28. Bei einem Start des Verbrennungsmotors setzt eine Steuerung 84 zunächst sowohl das Mengensteuerventil 28 als auch das Druckabbauventil 30 auf einen definierten Initialisierungswert. Dies geschieht in der 4 durch Steuerbefehle, die über Verbindungen 86 und 88 übermittelt werden. Bei einem Hochdruckstart werden sowohl das Mengensteuerventil 28 als auch das Druckabbauventil 30 geschlossen, während beide Ventile bei einem Niederdruckstart geöffnet werden. Sobald eine Regelung erfolgen soll, wird entweder das Mengensteuerventil 28 über die Verbindung 88 oder aber das Druckabbauventil 30 über die Verbindung 86 aktiviert.
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Der Druck im Hochdruckspeicher 12 wird über den Drucksensor 26 erfasst und einem Steuergerät 90 zugeführt. Im Steuergerät 90 wird der vom Drucksensor 26 bereitgestellte Istwert P_ist in einer Verknüpfung 92 mit einem Sollwert P_soll verglichen, der von einem Sollwertgeber 94 bereit gestellt wird. Das Ergebnis dieses Vergleichs wird einem Regler 96 zugeführt, der daraus eine Regelstellgröße zur Ansteuerung des Druckabbauventils 30 oder des Mengensteuerventils 28 bildet. In der 4 ist ein Schalter 98 geschlossen, über den die Regelstellgröße an das Mengensteuerventil 28 übergeben wird.
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In der nicht dargestellten Schaltstellung des Schalters 98 würde die Regelstellgröße an das Druckabbauventil 30 übergeben werden und die Regelung daher mit Hilfe des zweiten Stellgliedes 30 erfolgen.
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Ein Block 100 gibt Vorsteuerwerte oder Basiswerte für die Ansteuerung des Mengensteuerventils 28 aus. Diese Basiswerte werden in einer Verknüpfung 102 mit der Regelstellgröße verknüpft. Um Fehlanpassungen der Basiswerte auszugleichen, ist ein Block 104 vorgesehen, der die Regelstellgröße mittelt. Block 104 kann beispielsweise als Integrator oder Tiefpass realisiert sein. Der Mittelwert der Regelstellgröße wird über eine Verknüpfung 106 mit den Basiswerten aus dem Basiswertgeber 100 verknüpft. Bei Fehlanpassungen der Basiswerte werden diese Fehlanpassungen damit gewissermaßen aus dem Verlauf der Regelstellgröße gelernt und in das Ausgangssignal des Tiefpasses 104 übernommen. Nach einem Einschwingen der Adaption verhält sich der Regelkreis dann so, als wenn die vom Vorsteuergeber 100 ausgegebenen Basiswerte perfekt angepasst wären.