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Die
Erfindung betrifft eine Fluidspeichereinrichtung nach dem Oberbegriff
des ersten Patentanspruchs und findet vorzugsweise zur dosierten
Zufuhr und Abfuhr eines Hydraulikfluids bei Systemen Anwendung,
welche ein konstantes Hydraulikmedium gewährleisten müssen, insbesondere bei Schließvorrichtungen
zum Querfließpressen.
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Nach
DE 199 22 659 A1 ist
eine hydraulische Schließvorrichtung
zum Querfließpressen
von Werkstücken
bekannt, die zwei relativ zueinander bewegbare und miteinander verschließbare Matrizenhälften besitzt
sowie zwei mit gleichen Geschwindigkeiten relativ zu den geschlossenen
Matrizenhälften
bewegbare Pressstempel, wobei ein erster Hydraulikkolben, an dem
die erste Matrizenhälfte
angeordnet ist, in einem axial bewegbaren ersten Hydraulikzylinder, und
ein zweiter Hydraulikkolben in einem raumfesten zweiten Hydraulikzylinder
verschiebbar lagern. Der erste Pressstempel ist über einen Stempelträger an einer
Tragplatte befestigt, die mit dem Stößel verbunden ist. Die zweite
Matrizenhälfte
ist raumfest angeordnet und der zweite Pressstempel am zweiten Hydraulikkolben
befestigt, welcher beim Querfließpressen durch ein vom ersten
Hydraulikkolben verdrängbares
Druckmittel beaufschlagbar ist. Beide Hydraulikkolben weisen gleiche
Kolbenflächen
auf. Der erste Hydraulikzylinder ist an einem Pressenstößel, die zweite
Matrize am zweiten Hydraulikzylinder angeordnet. Die Hydraulikzylinder
sind über
eine externe Druckleitung miteinander verbunden. Das Volumen der
Hydraulikflüssigkeit
im Pressensystem ist dabei konstant zu halten.
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Eine
Mehrstufenpresse, insbesondere in Form einer Quertransportpresse
mit hydraulischer Schließvorrichtung,
vorzugsweise zum Querfließpressen
von Werkstücken
wird in
DE 101 23
745 C2 schrieben. Der Vorteil dieser Bauart ist, dass sie
ohne externe Druckmittelverbindung auskommt. Die hydraulisch- mechanische
Schließvorrichtung
weist dabei zwei relativ zueinander bewegbare und miteinander verschließbare Matrizenhälften sowie
zwei mit gleichen Geschwindigkeiten relativ zu den geschlossenen
Matrizenhälften
bewegbare Pressstempel auf. An einem ersten Hydraulikkolben ist
die erste Matrizenhälfte
angeordnet, dabei wird der erste Hydraulikkolben in einem axial
bewegbaren ersten Hydraulikzylinder geführt. Weiterhin ist ein zweiter
Hydraulikkolben in einem gestellfesten zweiten Hydraulikzylinder
verschiebbar gelagert. Die zweite Matrizenhälfte ist gestellfest und der
zweite Pressstempel am zweiten Hydraulikkolben angeordnet. Auch
bei dieser Lösung
ist ein konstantes Volumen der Hydraulikflüssigkeit erforderlich. Steigt
bei den vorgenannten Schließvorrichtungen
das Hydraulikvolumen durch Erwärmung
an, so wird der Umformweg erhöht
und die Höhe
der Bauteile im Stempelbereich verringert. Andererseits kann es
durch Leckverluste im System vorkommen, dass sich das Volumen unerwünscht verringert,
wodurch auch der Stempelweg geringer wird und sich die Höhe der Bauteile
vergrößert. In beiden
Fällen
sind unerwünschte
Form- und Maßabweichungen
die Folge.
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In
US 3,805,530 wird eine Einrichtung
zur Kompensation überschüssigen Hydraulikfluids
beschrieben, wobei in das Hydrauliksystem ein mittels Federkraft
unter Vorspannung stehender Kolben in einem Zylinder eingebunden
ist. Der Kolben ist jedoch nicht einstellbar, wodurch nicht im erforderlichen
Maße dem
Hydrauliksystem Druckmittel zugeführt und entnommen werden kann.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Fluidspeichereinrichtung
zur dosierten Zufuhr und Abfuhr eines Hydraulikfluids, vorzugsweise
zum Querfließpressen
von Werkstücken
zu schaffen, welche die z.B. durch Temperaturänderungen oder Undichtheit
der Hydraulikzylinder hervorgerufenen Volumenänderungen des Betätigungsfluids
kompensiert.
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Erfindungsgemäß wird diese
Aufgabe durch die Merkmale des ersten Patentanspruchs gelöst. Vorteilhafte
Ausführungen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Die
erfindungsgemäße Fluidspeichereinrichtung
zur dosierten Zufuhr und Abfuhr eines Betätigungsfluids, insbesondere
für ein
Hydrauliksystem einer Schließvorrichtung
zum Querfließpressen, weist
eine Stellvorrichtung mit einem von Hand und/oder durch ein elektromechanisches
Stellglied einstellbaren Stellkolben auf, mit welcher unerwünschte Volumenänderungen
des Betätigungsfluids
kompensierbar sind.
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Die
Stellvorrichtung stellt zusätzliches
Volumen zur Aufnahme oder Abgabe des Betätigungsfluids bereit und ist
in das Hydrauliksystem integriert, bzw. mittels einer flüssigkeitsdichten
Verbindung mit dem Hydrauliksystem der hydraulisch – mechanischen
Schließvorrichtung
verbunden. Die Fluidspeichereinrichtung weist dabei einen in einem
Zylinder geführten
Stellkolben auf, der es ermöglicht,
durch eine Rückhubbewegung
das an Volumen überschüssige Betätigungsfluid
aufzunehmen oder durch eine Vorhubbewegung Betätigungsfluid an das Hydrauliksystem
abzugeben, wenn sich dessen Volumen unerwünscht verringert hat. Dadurch
wird es möglich, bei
auftretenden Temperaturschwankungen der Hydraulikflüssigkeit,
die daraus resultierenden Volumenänderungen auszugleichen und
unerwünschte Abweichungen
der Werkstückmaße zu verhindern. Die
Fluidspeichereinrichtung ist bevorzugt mittels einer flüssigkeitsdichten
Verbindung mit dem Hydrauliksystem der hydraulisch – mechanischen
Schließvorrichtung
verbunden.
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Erhöht sich
die Temperatur während
des Fertigungsprozesses, kann durch vorzugsweise schrittweises Zurückfahren
des Stellkolbens die Volumenzunahme der Hydraulikflüssigkeit
ausgeglichen werden. Im umgekehrten Fall, bei Volumenverlust aufgrund
von sinkenden Temperaturen oder durch Undichtheit, ist es möglich, durch
eine Vorhubbewegung dem Hydrauliksystem Betätigungsfluid zuzuführen. Nach
dem Angleichen des Hydraulikvolumens wird die Lage des Stellkolbens
zum Zylinder fixiert (z.B. mittels eines Gewindestiftes) um eine
Volumenänderung
während
des Fertigungsprozesses zu verhindern. Diese Fixiervorrichtung ist
so dimensioniert, dass bei maximalem Arbeitsdruck der hydraulisch – mechanischen
Schließvorrichtung
keine Lageänderung
des Stellkolbens zum Zylinder auftritt. Mit einer geeigneten Hard-
und Software ist es möglich,
durch einen kontinuierlichen Vergleich der von Wegsensoren oder
einer Messeinrichtung gelieferten Werten mit den Sollwerten, diesen
Einstellvorgang zu automatisieren. Somit wird der Pressdruck bei
Abweichung der Werkstückmaße den Sollwerten
entsprechend reguliert.
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Das
Einstellen der Lage des Stellkolbens zum Zylinder erfolgt direkt
durch eine Vor- oder Rückhubbewegung
des Stellkolbens oder indirekt mit Hilfe eines Gewindetriebes durch
dessen Drehbewegung und der daraus resultierenden Linearbewegung.
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Die
Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen und zugehörigen Zeichnungen
näher erläutert. Es
zeigen:
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1:
Fluidspeichereinrichtung mit in einem Zylinder geführten Stellkolben,
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1a:
Schnittdarstellung der Fluidspeichereinrichtung mit in einem Zylinder
geführten
Stellkolben,
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2:
Schnittdarstellung einer hydraulisch-mechanischen Schließvorrichtung
mit zwei, in den Fluidkreislauf eingebundenen Fluidspeichereinrichtungen.
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Die 1 zeigt
die Fluidspeichereinrichtung FS mit in einem
Zylinder Z geführten
Stellkolben K. Aus der Schnittdarstellung in 1a wird
deutlich, dass das Speichervolumen VS durch
eine Rück-
oder Vorhubbewegung des Stellkolbens eingestellt werden kann. Dabei
dient der Gewindestift S1 der Fixierung
der Lage des Stellkolbens K gegenüber dem Zylinder Z. Der Dichtring
D verhindert das Austreten von Hydraulikflüssigkeit. Die Führungsringe
F1 und F2 sorgen
für eine
geeignete Führung
des Stellkolben K im Zylinder Z.
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Die
Schnittdarstellung einer hydraulisch – mechanischen Schließvorrichtung
mit zwei, durch einen Hydraulikkolben K2 verbundene
Hydrauliksysteme H1/2 ist in 2 dargestellt.
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Die
linke Seite der Darstellung zeigt jeweils die geschlossene Schließvorrichtung
mit eingelegtem Rohteil R und die rechte Seite die Schließvorrichtung
nach Beendigung des Querfließpressens
mit dem hergestellten Bauteil B. Jeweils eine Fluidspeichereinrichtung
FS wurde hier mit Hilfe einer Schraubverbindung
an das obere H1 und an das untere Hydrauliksystem
H2 der hydraulisch – mechanischen Schließvorrichtung
angeschlossen. Diese Variante gewährleistet eine voneinander
unabhängige direkte
Volumenkompensation des oberen und unteren Hydrauliksystems H1, H2. Eine Alternative
ist das Anbringen nur einer Fluidspeichereinrichtung entweder für das obere
Hydrauliksystem H1 oder für das untere
Hydrauliksystem H2. Dabei erfolgt die Druck-/Kraftübertragung
zwischen dem oberen und unteren Hydrauliksystem H1,
H2 durch Druckstangen K1,
K2, die mit dem Hydraulikkolben HK1 des oberen Hydrauliksystems H1 und
mit dem Hydraulikkolben HK2 des unteren
Hydrauliksystems H2 während des Querfließpressens
in Wirkverbindung stehen und die Schließkraft übertragen, welche auf die beiden
Matrizenhälften
M1, M2 wirkt.
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Das
Abgabe- bzw. Aufnahmevolumen VS der Fluidspeichereinrichtung
FS, also die maximale mögliche Kompensation von Volumenschwankungen
im Hydrauliksystem der hydraulisch – mechanischen Schließvorrichtung,
ergibt sich aus dem Innendurchmesser d des Zylinders Z und dem maximalen
Hublänge
LH des Kolben K (s. 1a). Dieses
Abgabe- bzw. Aufnahmevolumen VS wird bestimmt
durch die Dimensionierung der hydraulisch – mechanischen Schließvorrichtung,
insbesondere durch das Hydraulikvolumen der Hydrauliksysteme H1/H2, der verwendeten
Hydraulikflüssigkeit
sowie Größe und Material der
Werkstücke.
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Insgesamt
wurde mit der Erfindung eine Fluidspeichereinrichtung geschaffen,
welche die Volumenschwankungen im Hydrauliksystem, vorzugsweise
einer hydraulischmechanischen Schließvorrichtung, kompensiert.
Eine über
den gesamten Fertigungsprozess gleichbleibende Qualität der Produkte wird
somit auf äußerst einfache
Art und Weise möglich.