DE102004036384A1 - Register-Turboaufladung - Google Patents
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Abstract
Die
vorliegende Erfindung betrifft einen Verbrennungsmotor mit mehreren,
mindestens zwei, Zylindern, deren Abgase mit Krümmern zu mindestens einer ersten
und zweiten Abgasgruppe zusammenfassbar sind, und zwei Frischluftverdichtereinheiten,
die von den Abgasen antreibbar sind und die Frischluft des Verbrennungsmotors
verdichten, wobei die erste Frischluftverdichtereinheit durch ein
Absperrmittel abschaltbar ist.
Description
- Die vorliegende Erfindung betrifft Verbrennungsmotor mit mehreren, mindestens zwei, Zylindern, deren Abgase mit Krümmern zu mindestens einer ersten und zweiten Abgasgruppe zusammenfassbar sind und zwei Frischluftverdichtereinheiten, die von den Abgasen antriebbar sind und die Frischluft des Verbrennungsmotors verdichten, wobei der erste Frischluftverdichtereinheit durch ein Absperrmittel abschaltbar ist.
- Bei Mehrzylindermotoren werden jeweils die Hälfte der Zylinder zu jeweils einer Abgasgruppe zusammengefaßt, so dass zwei Abgasgruppen entstehen. Die Abgase dieser Abgasgruppen treiben heutzutage oftmals Turbinen zweier baugleicher Turbolader an, um die für den Verbrennungsprozeß benötigte Frischluft zu verdichten. Da die Turbolader im unteren bis mittleren Drehzahlbereich nicht optimal arbeiten, ist es mittlerweile Stand der Technik, in diesen Drehzahlbereichen die Abgasgruppen zusammenzufassen und nur noch einen Turbolader zur Verdichtung der Frischluft zu betreiben. Der zweite Turbolader wird mit einem minimalen Abgasstrom lediglich auf Drehzahl gehalten. Die Zusammenfassung der Abgasströme, wie sie beispielsweise in der
DE 44 44 098 A1 gelehrt wird, hat sich jedoch bisweilen als nachteilig erwiesen. - Es war deshalb die Aufgabe der vorliegenden Erfindung einen Verbrennungsmotor zur Verfügung zustellen, der die Nachteile des Standes der Technik nicht aufweist.
- Gelöst wird die Aufgabe mit einem Verbrennungsmotor gemäß Patentanspruch 1, bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verbrennungsmotors sind in den Patentansprüchen 2 bis 8 beansprucht.
- Es war für den Fachmann überaus erstaunlich und nicht zur erwarten, dass es mit dem erfindungsgemäßen Verbrennungsmotor gelingt auch in mittleren bis unteren Drehzahlbereich Turbolader mit guten Wirkungsgraden zur Verfügung zustellen, ohne dass die beiden Abgasgruppen gasseitig zusammengeführt werden müssen. Der erfindungsgemäße Motor ist einfach und kostengünstig herzustellen und zu betreiben.
- Erfindungsgemäß weist der Verbrennungsmotor eine erste und eine zweite Frischluftverdichtereinheit auf, wobei die erste Frischluftverdichtereinheit mit Absperrmitteln abschaltbar bzw. mit so wenig Abgas beaufschlagbar ist, dass sie nur auf Drehzahl gehalten wird aber keine Verdichtung erfolgt. Die zweite Frischluftverdichtereinheit weist hingegen zwei Antriebsmittel auf, die mit den Abgasen zusammenwirken.
- Vorzugsweise wird im unteren bis mittleren Drehzahlbereich, im unteren Lastbereich und/oder bei niedriger Drehzahl im oberen Lastbereich des Verbrennungsmotors, dass eine Antriebsmittel mit den Abgasen der ersten Abgasgruppe und das zweite Antriebsmittel mit den Abgasen der zweiten Abgasgruppe beaufschlagt. Diese bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung hat den Vorteil, dass auch im unteren bis mittleren Drehzahlbereich die Abgase der beiden Abgasgruppen nicht zusammengefaßt werden müssen, um den Turbolader zu betreiben. Im oberen Drehzahlbereich des Verbrennungsmotors hingegen werden vorzugsweise beide Antriebsmittel mit den Abgasen der zweiten Abgasgruppe beaufschlagt. In diesem Drehzahlbereich ist die erste Frischluftverdichtereinheit nicht mehr abgasseitig abgeschaltet, so dass diese Verdichtereinheit mit den Abgasen der ersten Abgasgruppe beaufschlagt wird.
- Vorzugsweise ist die Verdichterleistung der beiden Verdichtereinheiten im wesentlichen gleich groß.
- In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist die zweite Frischluftverdichtereinheit ein Turbolader mit zwei Schnecken, die jedoch lediglich ein Laufrad zur Verdichtung der Frischluft antreiben.
- In einer anderen bevorzugten Ausführungsform weist die zweite Verdichtereinheit zwei Turbolader auf, die besonders bevorzugt ungefähr jeweils 50% jeweils der Verdichterleistung der zweiten Verdichtereinheit zur Verfügung stellen.
- Vorzugsweise weist der erfindungsgemäße Verbrennungsmotor Stellorgane auf, die so einstellbar sind, dass an der Frischluftseite der abgeschalteten Verdichtereinheit immer Ladedruck anliegt. Diese bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung hat den Vorteil, dass bei zuschalten dieser Verdichtereinheit sofort der entsprechende Ladedruck vorliegt und nicht erst aufgebaut werden muß, was die Ansprechzeit dieses Verdichters reduziert.
- Im folgenden wird die Erfindung anhand von
1 erläutert. Diese Erläuterungen sind lediglich beispielhaft und schränken den allgemeinen Erfindungsgedanken nicht ein. -
1 zeigt den erfindungsgemäßen Verbrennungsmotor1 , der im vorliegenden Fall sechs Zylinder2 aufweist, wobei jeweils drei Zylinder mittels der Krümmer3 und4 zu den Abgasgruppen5 ,6 zusammenfassbar sind. Die Abgase der Abgasgruppe5 werden mittels einer Rohrleitung26 zu dem Turbolader8 geleitet, in dem sie die Frischluft für den Verbrennungsprozeß verdichten. Die Rohleitung26 kann mittels der Klappe10 abgesperrt bzw. im Querschnitt soweit verringert werden, dass der Turbolader8 entweder gar nicht oder mittels eines Leckagestroms lediglich auf Drehzahl jedoch nicht zur Verdichtung der Frischluft betrieben wird. Die Abgase der Abgasgruppe6 werden mittels der Rohrleitungen28 ,29 zu der Twinscroll-Turbine geleitet, die zwei Schnecken11 ,12 aufweist, wobei der Abgasstrom in Leitung28 die Schnecke11 und die Abgasstrom in Leitung29 die Schnecke12 antreibt. Beide Schnecken treiben ein Laufrad des Turboladers9 an, das Frischluft für den Verbrennungsprozeß verdichtet. In der Leitung28 befindet sich eine Klappe27 , die die Leitung28 unterhalb der Verbindungsleitung25 absperrt bzw. im Querschnitt soweit reduziert, dass lediglich ein Leckagestrom passieren kann. Im oberen Drehzahlbereich des Motors werden die Abgase der Abgasgruppe5 über den ersten Turbolader8 geleitet und verdichten dort die Frischluft21 , die über die Leitung18 zur Saugseite des Turboladers strömt. Die Abgase der Abgasgruppe6 werden im oberen Drehzahlbereich zu den beiden Schnecken11 bzw.12 gleichmäßig verteilt geleitet und treiben das Laufrad des Turboladers an, um die Frischluft21 , die über die Leitung24 an der Saugseite des Turboladers anliegt, zu verdichten. Die so verdichtete Frischluft der beiden Turbolader wird in der Leitung19 zusammengefaßt, über ein Ladekühler20 geleitet und gelangt über eine Drosselklappe22 in den Sammler23 , in dem sie auf die 6 Zylinder verteilt wird. Im unteren bis mittleren Drehzahlbereich liegt nicht genug Abgas zum effizienten Betrieb beider Turbolader8 ,9 vor. Deshalb wird die Klappe10 in der Leitung26 zumindest soweit geschlossen, dass dieser Turbolader lediglich seine gewünschte Drehzahl behält. Die Klappe27 wird ebenfalls verschlossen. Der größte Teil des Abgases der Abgasgruppe5 strömt deshalb via Leitung25 und28 zu der Schnecke11 und treibt diese an. Die Abgase der Abgasgruppe6 strömen, da das Ventil27 geschlossen ist, über die Leitung29 zu der Schnecke12 und treiben diese an. Der Turbolader9 verdichtet die Frischluft21 und leitet diese über Leitung17 in Leitung19 , wo sie gekühlt und dann auf die Zylinder verteilt wird. In der Leitung17 befindet sich ein Regelklappe16 und in der Leitung18 ein Rückschlagventil15 . Im mittleren bis unteren Drehzahlbereich des Motors wird die Klappe16 zu mindest teilweise geöffnet, so dass der Druck in Leitung17 im wesentlichen auch im Bereich des Rückschlagventils15 anliegt und dieses in die dargestellte Position drückt, in der sie den Turbolader8 gasseitig von der Frischluftleitung18 entkoppelt. Dadurch, dass die Klappe16 geöffnet ist, liegt im Bereich der Turbine des Turboladers8 der Ladedruck des Turboladers9 an, so dass dieser bei Inbetriebnahme im oberen Drehzahlbereich nur eine sehr kurze Ansprechzeit aufweist. Die Abgase werden, nach dem sie die Turbolader verlassen haben, in den Vorkatalysatoren13 vor dem Hauptkatalysator14 abschließend gereinigt, bevor sie den Auspuff verlassen. Sobald der Verbrennungsmotor wieder Volllast fährt, werden die Klappen10 und27 wieder geöffnet und das Ventil16 geschlossen. Das Rückschlagventil15 fällt nach unten und öffnet damit die Verbindung zwischen der Saugseite des Turboladers8 und der Rohrleitung18 . -
- 1
- Verbrennungsmotor
- 2
- Zylinder
- 3, 4
- Krümmer
- 5
- erste Abgasgruppe
- 6
- zweite Abgasgruppe
- 8
- erster Turbolader
- 9
- zweiter Turbolader
- 10
- Klappe
- 11
- erstes Antriebsmittel (Schnecke)
- 12
- zweites Antriebsmittel (Schnecke)
- 13
- Vorkatalysator
- 14
- Hauptkatalysator
- 15
- Rückschlagklappe
- 16
- Ventil
- 17, 19
- Frischlufthochdruckleitung
- 18, 24
- Frischluftansaugleitung
- 20
- Ladeluftkühler
- 21
- Frischluft
- 22
- Drosselklappe
- 23
- Verteiler
- 25
- Verbindungsleitung zwischen den Abgasgruppen
- 26
- Abgasleitung
zum Turbolader
1 - 27
- Absperrventil
- 28, 29
- Abgasleitung zum zweiten Turbolader
Claims (8)
- Verbrennungsmotor (
1 ) mit mehreren Zylindern (2 ), deren Abgase mit Krümmern (3 ,4 ) zu mindestens einer ersten und zweiten Abgasgruppe (5 ,6 ) zusammenfassbar sind und zwei Frischluftverdichtereinheiten (8 ,9 ), die von den Abgasen antriebbar sind und die Frischluft des Verbrennungsmotors verdichten, wobei der erste Frischluftverdichtereinheit (8 ) durch ein Absperrmittel (10 ) abschaltbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Frischluftverdichtereinheit mindestens zwei Antriebmittel (11 ,12 ) aufweist, die mit den Abgasen zusammenwirken. - Verbrennungsmotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im unteren bis mittleren Drehzahlbereich des Verbrennungsmotors das ein Antriebsmittel (
11 ) mit den Abgasen der ersten Abgasgruppe (5 ) und das zweite Antriebmittel (12 ) mit den Abgasen der zweiten Abgasgruppe (6 ) beaufschlagbar ist. - Verbrennungsmotor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im oberen Drehzahlbereich des Verbrennungsmotors beide Antriebsmittel (
11 ,12 ) mit den Abgasen der zweiten Abgasgruppe (6 ) beaufschlagt sind. - Verbrennungsmotor nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdichterleistung der beiden Verdichtereinheiten (
8 ,9 ) im wesentlichen gleich ist. - Verbrennungsmotor nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Frischluftverdichtereinheit (
9 ) ein Turbolader mit zwei Schnecken ist. - Verbrennungsmotor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Frischluftverdichter zwei Turbolader sind.
- Verbrennungsmotor nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, die Turbolader jeweils ungefähr 50% der Verdichterleistung der zweiten Frischluftverdichtereinheit aufweisen.
- Verbrennungsmotor nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass er Stellorgane (
13 ,14 ) aufweist, die so einstellbar sind, dass an der Luftseite der abgeschalteten Frischluftverdichtereinheit Ladedruck anliegt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE102004036384A DE102004036384A1 (de) | 2004-07-27 | 2004-07-27 | Register-Turboaufladung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE102004036384A DE102004036384A1 (de) | 2004-07-27 | 2004-07-27 | Register-Turboaufladung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE102004036384A1 true DE102004036384A1 (de) | 2006-03-23 |
Family
ID=36001315
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE102004036384A Withdrawn DE102004036384A1 (de) | 2004-07-27 | 2004-07-27 | Register-Turboaufladung |
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