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Technisches
Gebiet
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Die
vorliegende Erfindung betrifft eine Kraftwerksanlage, insbesondere
zur Stromerzeugung, sowie ein zugehöriges Betriebsverfahren.
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Stand der
Technik
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Die
Deckung von Spitzenlastbedarf, die bloße Vorhaltung von Kapazitäten zur
schnellen Leistungsbereitstellung sowie die Bereitstellung der Fähigkeit
zur Blindleistungsregelung stellen in den heutigen Strommärkten lukrative
Einnahmequellen dar. Hierzu werden einerseits Anlagen etwas unterhalb ihrer
Volllastleistung betrieben, was allerdings in einem dauerhaft nicht
optimalen Wirkungsgrad und einer ebenfalls suboptimalen Resourcen-
und Kapitalnutzung resultiert. Sehr attraktiv sind daher Kraftwerksanlagen,
welche eine temporäre
Leistungssteigerung bei leicht vermindertem Wirkungsgrad ermöglichen.
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Grundsätzlich kann
die Leistungsabgabe von Gasturbogruppen erhöht werden, indem Wasser und/oder
Dampf in den Heissgaspfad der Gasturbogruppe stromab des Verdichters
eingebracht wird. hierdurch erhöhen
sich der Massenstrom durch die Turbine und das Druckverhältnis, was
in einer Steigerung der Netto-Leistungsabgabe der Gasturbogruppe
resultiert, da der Zusatz-Massenstrom nicht vom Verdichter komprimiert
werden muss. Nachteilig zeigt sich hierbei der Verbrauch an demineralisiertem Wasser,
welches erst bereitgestellt werden muss, was, je nach Standort und
Ausführung
der Kraftwerksanlage, einen erheblichen Anlagenaufwand für die Wasseraufbereitung
oder auch logistischen Aufwand für
die Bereitstellung von Rohwasser bedingt, weshalb die Wasser- und/oder
Dampfeinspritzung nicht immer unproblematisch als Mittel zur Leistungssteigerung
eingesetzt werden kann.
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Darstellung
der Erfindung
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Hier
will die Erfindung Abhilfe schaffen. Der in den Ansprüchen gekennzeichneten
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kraftwerksanlage und ein
Verfahren der eingangs genannten Art anzugeben, welche die Nachteile
des Standes der Technik zu vermeiden vermögen.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die
Gegenstände
der unabhängigen
Ansprüche
gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen
sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche.
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Kern
der Erfindung ist es also, einer herkömmlichen Standard-Gasturbogruppe
einen Druckgasspeicher nebenzuordnen und Mittel vorzusehen, stromab
des Kompressors einen Gasmassenstrom aus dem Druckgasspeicher in
den Strömungsweg der
Gasturbogruppe einzuleiten. Als Druckgas oder Speichergas wird vorzugsweise
Luft verwendet.
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In
einer ersten Ausführungsform
erfolgt diese Einleitung des Druckgases bzw. der Druckluft stromab
des Verdichters und stromauf einer Brennkammer oder einer anderen
Einrichtung zur Wärmezufuhr.
Alternativ oder zusätzlich
kann Gas oder Luft aus dem Speichervolumen über ein Kühlgas- bzw. Kühlluftsystem
eingeleitet werden, aus dem es dann in den Strömungsweg der Gasturbogruppe
einströmt. Dabei
wird die gesamte oder ein Teil des Kühlgases bzw. der Kühlluft aus
dem Speichervolumen bereitgestellt und muss also nicht mehr vom
Verdichter verdichtet werden, wodurch entweder die Leistungsaufnahme
des Verdichters vermindert wird oder eine zusätzlich Gasmenge, welche nicht
mehr als Kühlgas verwendet
wird, dem Gasturbinenprozess zur Verfügung steht. Dabei kann sich
das gegenüber
Verdichter-Anzapfgas kühlere
Gas aus dem Speichervolumen für
die Kühlung
und/oder den erhöhten
Massenstrom als vorteilhaft erweisen. In einer Ausführungsform
umfasst das Kühlgassystem
Kühlgaskühler für Verdichteranzapfgas,
die temporär
außer
Betrieb genommen werden, während
das Gas aus dem Speichervolumen auf geeignete Weise, beispielsweise durch
die Nutzung von Abgaswärme
der Gasturbogruppe, auf die Temperatur des im Kühlgaskühler gekühlten Verdichteranzapfgases
gebracht wird. Prinzipiell ist es auch möglich, die niedrige Temperatur
des gespeicherten Gases für
eine Senkung des erforderlichen Kühlgasmassenstroms zu nutzen,
falls dies unter Berücksichtigung
thermischer Spannungen in den gekühlten Bauteilen zulässig ist.
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Bevorzugt
wird die Wärmezufuhr
zum Arbeitsmittel der Gasturbogruppe auf eine Konstanthaltung der
Turbineneintrittstemperatur geregelt, vorzugsweise auf eine Vollast-Turbineneintrittstemperatur.
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Gemäß einer
ersten Betriebsweise der erfindungsgemässen Kraftwerksanlage wird
das zusätzliche
Gas genutzt, um den durch die Wärmezuführeinrichtung
und die Turbine durchgesetzten Massenstrom zu erhöhen. Hieraus
resultiert eine größere Leistungsabgabe
der Turbine. Der Verdichter muss dabei keinen höheren Massenstrom durchsetzten, sondern
lediglich ein erhöhtes Druckverhältnis liefern,
weshalb dessen Leistungsaufnahme unterproportional ansteigt, woraus
eine erhöhte
Netto-Leistungsabgabe erfolgt.
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Gemäss einer
zweiten Betriebsweise wird eine verstellbare Vorleitreihe des Verdichters
teilweise geschlossen, dergestalt, dass der Verdichter weniger Massenstrom
fördern
muss, während
durch die Zufuhr des zusätzlichen
Gases aus dem Speichervolumen der Massenstrom durch die Wärmezuführeinrichtung
und die Turbine wenigstens konstant gehalten wird. Bei dieser Betriebsweise
bleibt die Leistungsabgabe der Turbine wenigstens gleich hoch, während die
Leistungsaufnahme des Verdichters sinkt. Daraus resultiert wiederum
eine grössere
Netto-Leistungsabgabe. Typischerweise ist es realisierbar, den Massenstrom
des Verdichters um rund 20% bis 40% oder gar 50% bei nominalem Verdichterenddruck
zu reduzieren und diesen Massenstrom durch Zusatzgas aus dem Speicher
zu ersetzen.
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In
einer besonders bevorzugten Betriebsweise wird der Massenstrom durch
die Wärmezuführeinrichtung
konstant gehalten, mit oder ohne Zusatzgaszufuhr. Dies kann auf
ganz besonders einfache Weise bewerkstelligt werden, ohne den Massenstrom
explizit bestimmen zu müssen.
Gemäss
dem Kegelgesetz ist das Volumenstrom-Schluckvermögen der Turbine durch das Druckverhältnis bestimmt,
welches sich für
stationäre
Kraftwerks-Gasturbinen ganz besonders einfach durch eine Messung
des Verdichterenddrucks mit vernünftiger
Genauigkeit bestimmen lässt.
Das Massenstrom-Schluckvermögen ist zusätzlich von
der Turbinen-Eintrittstemperatur abhängig. Diese wird auf dem Fachmann
geläufige Weise
aus dem Druckverhältnis
und der Turbinenaustrittstemperatur ermittelt. Es kann damit auf
folgende sehr einfache Weise auf eine Konstanthaltung des Turbinen-Massenstroms
geregelt werden: Die Wärmezufuhr
zum Arbeitsfluid der Gasturbogruppe, insbesondere also die Brennstoffzufuhr
zu einer Brennkammer, wird derart eingeregelt, dass die Turbinentemperatur
innerhalb sehr enger Grenzen um eine Solltemperatur verharrt. Gleichzeitig
wird der Verdichterenddruck gemessen und bei Unterschreiten des
Sollwertes die Vorleitreihe weiter geöffnet, während bei einem Überschreiten
des Sollwertes die Vorleitreihe weiter geschlossen wird.
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Die
Leistungsregelung erfolgt bevorzugt, indem bei einer Ist-Leistung,
welche kleiner ist als die Soll-Leistung, das Stellorgan zur Zufuhr
von Gas aus dem Speicher zur Gasturbogruppe weiter geöffnet und
umgekehrt, falls die Ist-Leistung
grösser
als die Soll-Leistung ist, entsprechend geschlossen wird.
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In
einer anderen Betriebsweise erfolgt die Leistungsregelung durch
das Schliessen der Vorleitreihe, während vorzugsweise durch die
Steuerung des Massenstroms vom Druckgasspeicher zur Gasturbogruppe
der Verdichterenddruck konstantgehalten wird, wobei ein geringerer
Massenstrom in einer Drucksenkung resultiert und ein höherer Massenstrom
in einer Druckerhöhung.
Eine weiter geschlossene Vorleitreihe senkt dabei die Leistungsaufnahme des
Verdichters, während
der nicht durch den Verdichter geförderte Massenstrom aufgrund
der Druckregelung durch den Massenstrom aus dem Druckgasspeicher
exakt kompensiert wird, jeweils unter der Massgabe, dass die Turbineneintrittstemperatur auf
Konstanthaltung geregelt wird.
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Selbstverständlich sind
auch kombinierte Regelungen der Zusatzgaszufuhr aus dem Druckgasspeicher
und der Vorleitreihenstellung möglich; insbesondere,
wenn die jeweiligen Stellgrössen-Massenstromkennlinien
bekannt sind, kann eine kombinierte Steuerung vorgenommen werden
in der Art "x % Öffnen des
Zusatzgas-Stellorgans wird durch y % Schliessen der Vorleitreihe
massenstromkompensiert, was zusammen in z Leistungssteigerung resultiert". Auf diese Weise
kann bei einer gewünschten
Leistungssteigerung recht schnell die Vorleitreihenstellung und
die Stellung des Stellorgans für
die Zusatzgaszufuhr vorgesteuert werden und es müssen nur noch geringe Abweichungen
im geschlossenen Regelkreis ausgeregelt werden, was selbstverständlich eine
schnellere Einstellung von Leistungswerten ermöglicht; gegebenenfalls kann auch
die Wärmezufuhr
zum Arbeitsfluid durch eine Störgrössenaufschaltung
vorgesteuert werden, was allerdings mit Vorteil eine Messung der
Temperatur des Zusatzgases und des vom Verdichter gelieferten Gases
bedingt. Auf dieser Basis lässt
sich dann sehr leicht eine Energiebilanz berechnen, um eine konstante
Turbineneintrittstemperatur ebenfalls vorzusteuern und nur noch
kleine Abweichungen vom Sollwert ausregeln zu müssen.
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In
einer anderen, oben bereits angerissenen Betriebsweise bleibt die
Vorleitreihe geöffnet,
und durch die Zusatzgaszufuhr wird der Massenstrom durch die Turbine
erhöht,
was in einer erhöhten
Netto-Leistungsabgabe resultiert. Die Turbineneintrittstemperatur
wird wiederum mit Vorteil konstant gehalten. Die Zufuhr des Zusatzmassenstroms
aus dem Speicher kann wiederum vollständig geregelt erfolgen mit
der Netto-Leistungsabgabe als Leitgrösse und der Stellung des Zusatzluft-Stellorgans
als Stellgrösse.
Alternativ wird die Stellung des Zusatzgas-Stellorgans vorgesteuert
und es bleibt nur noch eine geringe Abweichung auszuregeln, was
die Reaktion auf Leistungsanforderungen beschleunigt. Ebenso kann
auch die Wärmezufuhr,
insbesondere Brennstoffzufuhr, vorgesteuert werden, was allerdings
mit Vorteil eine Messung der Gastemperaturen bedeutet, damit jeweils
die Energiebilanz zur Konstanthaltung der Turbineneintrittstemperatur
sauber vorberechnet werden kann. Eine Regelung im geschlossenen
Regelkreis zur Feinjustage der Betriebsbedingungen ist stets vorteilhaft.
Diese Betriebsweise, bei der der Turbinen-Massenstrom angehoben
wird, ist gerade dann zu bevorzugen, wenn im Abgasweg der Gasturbogruppe
Einrichtungen zur Abwärmenutzung,
beispielsweise ein Abhitzedampferzeuger oder ein Wärmetauscher
einer nachgeordneten Heissluftturbine oder Heissgasturbine, angeordnet
sind, weil deren Leistungsabgabepotenzial infolge des erhöhten Abgasmassenstroms
ebenfalls steigt.
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Beide
Massnahmen – Erhöhung des
Turbinen-Massenstroms und Verringerung des Verdichter-Massenstroms – können auch
kombiniert werden. Die grösste
Leistungssteigerung lässt
sich selbstverständlich
erreichen, wenn sowohl der Turbinen-Massenstrom erhöht als auch
der Verdichter-Massenstrom
vermindert wird; hierbei muss allerdings genauestens auf einen hinreichenden
Abstand von der Abreissgrenze des Verdichters geachtet werden, wie unten
ausgeführt.
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Bevorzugt
findet das erfindungsgemässe Verfahren
dann Anwendung, wenn die Leistung der Gasturbogruppe über die
Volllastleistung angehoben werden soll, wobei die Volllastleistung
definiert ist als die Leistung, welche die Gasturbogruppe bei den
aktuellen Umgebungsbedingungen bei vollständig geöffneter Vorleitreihe und maximaler
dauerhaft zulässiger
Turbineneintrittstemperatur zu leisten vermag, wobei außerdem Maßnahmen
wie eine Ansaugluftkühlung
oder sogenannte "Wet
Compression" bereits ausgeschöpft sein
können.
Mit Vorteil wird die Turbineneintrittstemperatur während des
gesamten derartigen Betriebes auf dem Maximalwert konstant eingeregelt,
was auch zu einer bestmöglichen
Ausnutzung des gespeicherten Gases beiträgt. Ein solcher Betrieb ist
hervorragend geeignet, um Spitzenlastanforderungen zu decken, insbesondere
in Zeiten, in denen sich Strom teuer ins Netz verkaufen lässt. Umgekehrt
wird ein Zeiten geringer Stromnachfrage billig einzukaufende elektrische
Leistung oder Leistung, die zwar erzeugbar ist, für die aber
aktuell auf dem Markt keine Nachfrage zu adäquaten Preisen vorhanden ist,
genutzt, um einen Kompressor anzutreiben und den Druckgasspeicher
zu füllen.
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Eine
weitere Möglichkeit,
die die Erfindung bietet, ist die, die Gasturbogruppe mittels des
im Druckgasspeicher gespeicherten Gases anzufahren. Hierzu wird
die Turbine mit Druckgas beaufschlagt und der Wellenstrang mit Hilfe
des Druckgases beschleunigt, bis die Gasturbogruppe in der Lage
ist, sich selbst am Leben zu erhalten. Dies ermöglicht den sogenannten Schwarzstart
einer Kraftwerksanlage in einem ganz und gar stromlosen Netz. im
Extremfall kann auf eine herkömmliche
Startvorrichtung, wie beispielsweise ein statischer Frequenzwandler,
welcher einen Generator als Anfahrmotor betreibt, vollständig verzichtet
werden.
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Es
ist jeweils wichtig, die Abreissgrenze des Verdichters der Gasturbogruppe
im Auge zu behalten. Im Betrieb mit Massenstromerhöhung steigt
der Verdichterenddruck, und dieser muss so begrenzt werden, dass
ein Sicherheitsabstand des Verdichters von der Abreissgrenze erhalten
bleibt. Beim Schliessen der Vorleitreihe, mit entsprechender Massenstromreduktion,
verschiebt sich die Abreissgrenze zu tieferen Drücken, was ebenfalls zu berücksichtigen ist,
derart, dass die Massenstromreduktion im Verdichter durch einen
Sicherheitsabstand des aktuellen Verdichterenddruckes von der Abreissgrenze
begrenzt ist.
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Eine
weitere Grenze des möglichen
Massenstroms stellt die maximale Feuerungsleistung der Brennkammer
dar. Die Schluckgrenze der Turbine wird hingegen in Anbetracht der
genannten Limitierungen kaum erreicht werden.
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Weitere
wichtige Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen,
aus den Zeichnungen und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand
der Zeichnungen.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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Bevorzugte
Ausführungsbeispiele
der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden in
der nachfolgenden Beschreibung näher
erläutert,
wobei sich gleiche Bezugszeichen auf gleiche oder ähnliche
oder funktional gleiche Bauteile beziehen. Es zeigen, jeweils schematisch,
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1 bis 12 jeweils eine stark vereinfachte, schaltplanartige
Prinzipdarstellung einer erfindungsgemäßen Kraftwerksanlage bei unterschiedlichen Ausführungsformen.
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Für das Verständnis der
Erfindung nicht unmittelbar notwendige Elemente sind weggelassen. Die
Ausführungsbeispiele
sind rein instruktiv zu verstehen, und sollen nicht zu einer Einschränkung der in
den Ansprüchen
gekennzeichneten Erfindung herangezogen werden.
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Weg zur Ausführung der
Erfindung
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Die 1 zeigt eine erste Ausführungsform der
Erfindung. Die dargestellte Kraftwerksanlage basiert auf einer konventionellen
Gasturbogruppe 1, umfassend einen Verdichter 101,
eine Brennkammer 102 und eine Turbine 103 zum
Antrieb eines Generators 2. Weiterhin ist ein Verdichter 3 angeordnet,
welcher von einem Elektromotor 7 antreibbar ist. Verdichter 101 und
Gasturbine 103 sowie Generator 2 sind zweckmäßig durch
eine gemeinsame Welle verbunden bzw. auf einen gemeinsamen Wellenstrang 104 angeordnet.
Der Verdichter 3 wird bevorzugt in Zeiten geringer Elektrizitätsnachfrage
und damit geringer Strompreise betrieben und fördert dann ein Speichergas,
vorzugsweise Luft, in ein Speichervolumen 4. Dabei kann
mit Vorteil ein Kühler 5 zwischengeschaltet
sein, damit die Temperatur im Speichervolumen 4 nicht zu
stark infolge der Kompression ansteigt. Das Druckverhältnis des
Kompressors 3 ist grösser
als das der Gasturbogruppe 1, wenn der Druck im Speichervolumen 4 grösser als
der maximale Verdichterenddruck der Gasturbogruppe sein muss.
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Energetisch
ist es auch sinnvoll, den Verdichter 3 mit einer oder mehreren
hier nicht dargestellten Zwischenkühlungsstufen auszustatten,
damit die Wärme
jeweils bei möglichst
niedriger Temperatur abgeführt
wird. Zwischen dem Kompressor 3 und dem Speichervolumen 4 ist
selbstverständlich
auch ein nicht dargestelltes Rückschlagorgan
notwendig. Wenn der Strompreis und/oder die Stromnachfrage einen
bestimmten unteren Schwellenwert überschreitet oder wenn der
Druck im Speicher 4 einen oberen Grenzwert überschreitet,
wird der Kompressor 3 ausser Betrieb genommen. Im Speicher 4 ist jetzt "billige" Energie in Form
gespannter Luft gespeichert. Wenn der gezahlte Strompreis und/oder
die Nachfrage einen bestimmten oberen Grenzwert überschreitet, wird ein Absperr-
und Drosselorgan 6 geöffnet,
und Druckgas bzw. Druckluft aus dem Speicher 4 wird über eine
Verbindungsleitung 100, in der das Absperr- und Drosselorgan 6 angeordnet
ist, stromab des Verdichters 101 in den Strömungsweg der
Gasturbogruppe 1 eingeleitet. Dieser Zusatz-Gasmassenstrom
wird in der Brennkammer 102 erhitzt und in der Turbine 103 arbeitsleistend
entspannt, ohne im Verdichter 101 verdichtet werden zu müssen, was
zu einer Steigerung der Netto-Leistungsabgabe
führt.
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Zusätzlich kann
dabei eine verstellbare Vorleitreihe des Verdichters 101 teilweise
geschlossen werden, wodurch sich der Verdichtermassenstrom und damit
dessen Leistungsaufnahme vermindert. In einer Betriebsweise, welche
in offenen Gasturbinen ohne Abgaswärmenutzung zu bevorzugen ist,
wird z.B. der Verdichtermassenstrom verringert und der Turbinenmassenstrom
konstant gehalten, um die Abgaswärmeverluste
in Grenzen zu halten. Erst bei höchsten Leistungssteigerungsraten
wird dann der Turbinenmassenstrom gesamthaft erhöht. Somit kann in Zeiten hoher
Nachfrage und hoher Strompreise die Netto-Leistungsabgabe der Gasturbogruppe signifikant
erhöht
werden.
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Gegenüber einer
Wasser- oder Dampfeinspritzung wird kein Wasser verbraucht, was
eine Verwendung der Kraftwerksanlage an einem Ort mit Wassermangel
ermöglicht.
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Im
Gegensatz zu einer Gas- bzw. Luftspeicherturbine einer Standard-Gasspeicherkraftanlage kann
eine Standard-Gasturbine zur Entspannung des Speichergases verwendet
werden, im dargestellten Beispiel der gesamte Wellenstrang 104 einschließlich Generator 2.
Allenfalls muss ein Generator mit einer grösseren Grenzleistung verwendet
werden. Ebenfalls kann der Verdichter 101 auf relativ einfache
Weise und mit geringem Aufwand auf einen etwas kleineren Nenn-Massenstrom
skaliert werden, wodurch die Nennleistung der Gasturbogruppe 1 sinkt,
oder die Turbine 103 kann für eine höhere Schluckfähigkeit
hochskaliert werden, was aber, im Gegensatz zur Verdichtermodifikation
möglicherweise
Gehäusemodifikationen
erfordert. In jedem Fall wächst
das Leistungssteigerungspotenzial, und die Gasturbogruppe wird besser
für einen
erfindungsgemässen
Spitzenlastbetrieb geeignet. Ebenso kann das Speichervolumen wesentlich
kleiner ausfallen als bei einer reinen Gas- bzw. Luftspeicherturbine. Der
Verdichter 3 kann ebenfalls standardmässig eingekauft werden und
kann vom Betriebsverdichter 101 der Gasturbogruppe deutlich
unterschiedliche Spezifikationen aufweisen; er wird insbesondere
für kleinere
Volumenströme
und höhere
Druckverhältnisse
gewählt.
Selbst bei einem kompletten Ausfall der Speichervorrichtung, samt
Kompressor 3 und Speichervolumen 4, kann die Kraftwerksanlage
noch vollwertig betrieben werden und verliert nur die Fähigkeit
zur Spitzenlasterzeugung, kann aber im Nominalbetrieb vollwertig
weiterarbeiten.
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Die
erfindungsgemässe
Kraftwerksanlage bietet also überragende
Flexibilität
und Betriebs- und Investitionssicherheit für den Betreiber.
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Häufig ist
der Generator 2 auch mit einer Vorrichtung verbunden, über welche
der Generator 2 zum Anfahren der Gasturbogruppe als Motor
betreibbar ist, oder es ist eine andere Start-Hilfsvorrichtung zum
Anfahren der Gasturbogruppe 1 vorhanden. Im Extremfall
kann bei der vorliegenden Erfindung auf eine derartige Startvorrichtung
verzichtet werden. Bei aufgeladenem oder teilaufgeladenem Druckgasspeicher 4 kann
die Gasturbogruppe 1 angefahren werden, indem die Turbine 103 mit
Druckgas aus dem Speicher 4 beaufschlagt wird. Gegenüber herkömmlichen
Starthilfseinrichtungen, welche im Allgemeinen auf Hilfsenergie
von aussen angewiesen sind, kann die Gasturbogruppe 1 mit
Hilfe des Druckgases auch stromlos oder höchstens mit einer klein zu
dimensionierenden Notstromversorgung, beispielsweise in Form von
Akkus, angefahren werden.
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Die
Ausführungsform
gemäss 2 ermöglicht hier weitergehende Flexibilität. Der Verdichter 3 ist
einerseits mit dem elektrischen Antriebsmotor 7 verbunden,
andererseits ist eine externe Kraftmaschine, beispielsweise ein
Dieselmotor 8, über
eine Kupplung 9 auf den Wellenstrang des Verdichters 3 aufschaltbar.
Die Leistung des Motors 8 kann vergleichsweise klein bemessen
werden. Damit kann die Aufladung des Druckluftspeichers 4 vollkommen autark
erfolgen. Ein Schwarzstart ist jetzt sogar bei leerem Speicher 4 möglich; es
muss lediglich der Motor 8 gestartet werden, welcher sukzessive
den Kompressor 3 antreibt und den Speicher 4 füllt, bis
der Druck zum Starten reicht.
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Gemäss 3 ist der Ladekompressor 3 auf einem
Wellenstrang mit der Gasturbogruppe 1 und dem Generator 2 angeordnet
und mittels einer Kupplung 10 an diese ankoppelbar. Selbstverständlich könnte auch
ein nicht dargestelltes Übersetzungsgetriebe
vorhanden sein, damit die Drehzahl des Kompressors 3 über der
Netzsynchronen Drehzahl des Generators 2 liegt. Bei Strompreisen
unterhalb des unteren Schwellenwertes wird die Kupplung 10 geschlossen;
der Generator 2 liefert dann weniger Strom ins Netz als
die Nettoleistungsabgabe der Gasturbogruppe 1. Die Gasturbogruppe 1 treibt
dann den Generator 2 und den Ladekompressor 3 an.
Der Speicher 4 wird aufgeladen. Bei einer derartigen Betriebsweise
kann die überschüssige Leistung
der Gasturbogruppe 1 unmittelbar zum Antreiben des Ladekompressors 3 verwendet
werden, was zu einem extremen Vorteil der erfindungsgemäßen Kraftwerksanlage
gegenüber
einer herkömmlichen
Kraftwerksanlage und einer herkömmlichen
Gasspeicherkraftanlage führt.
Denn bei einem reduzierten Strombedarf produziert die herkömmliche
Kraftwerksanlage entweder überschüssige elektrische
Leistung oder wird mit einem verschlechterten Wirkungsgrad betrieben.
Des Weiteren wird eine herkömmliche
Gasspeicherkraftanlage üblicherweise
mittels überschüssiger elektrischer
Leistung aufgeladen. Demnach treten bei der Kraftwerksanlage Umwandlungsverluste mechanisch-elektrisch
auf, während
bei der Gasspeicherkraftanlage Umwandlungsverluste elektrisch-mechanisch
auftreten. Im Unterschied dazu kann bei der erfindungsgemäßen Kraftwerksanlage die überschüssige Leistung
der Gasturbogruppe 1 unmittelbar mechanisch zum Antreiben
des Kompressors 3 der Gasspeicherkraftanlage genutzt werden.
Die zuvor genannten Umwandlungsverluste treten hier nicht auf, so
dass insgesamt ein erheblich verbesserter Wirkungsgrad erzielt werden
kann.
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Bei
Strompreisen oberhalb des unteren Schwellenwertes wird die Kupplung 10 geöffnet und die
Gasturbogruppe 1 läuft
im Normalbetrieb. Bei Überschreiten
eines oberen Grenzwertes für
den Preis wird der beschriebene Spitzenlastbetrieb mit Zusatzluft
aus dem Speicher 4 realisiert.
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Gemäss 4 ist der Kompressor alternativ wieder über einen
externen Motor 8 antreibbar.
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Gemäss 5 kann der Generator 2 sowohl generatorisch
als auch elektromotorisch betrieben werden. Die Gasturbogruppe 1 kann über eine
Kupplung 11 komplett vom Generator 2 getrennt
werden. Wenn der Generator 2 elektromotorisch betrieben wird,
ist die Kupplung 11 geöffnet
und die Kupplung 10 stellt einen Kraftschluss her. Der
Kompressor 3 kann somit auch dann betrieben werden, wenn
die Gasturbogruppe 1 stillsteht. Daneben ist selbstverständlich auch
der in Verbindung mit 3 erläuterte Ladebetrieb
möglich.
Die Betriebsflexibilität
ist erhöht,
allerdings ist der Wellenstrang bis zum Generator 2 kein
Standard mehr. Die Gasturbogruppe 1 ist weiterhin Standard,
was eine grosse Investitionssicherheit bietet. Auch hier, wie in
allen nachfolgend dargestellten Figuren kann prinzipiell ein externer Motor,
insbesondere ein Verbrennungsmotor, zum Antrieb des Kompressors 3 auf
die oben beschriebene Art angeordnet sein.
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Bei
der Anordnung gemäss 6 ist in der Verbindungsleitung 100,
also im Strömungsweg
des Gases vom Speicher 4 zur Gasturbogruppe 1 eine Feuerungseinrichtung 12 angeordnet.
Es ist thermodynamisch zur Verringerung der Mischungsverluste durchaus
von Vorteil, das Zusatzgas vorgängig
der Mischung auf die Temperatur des Verdichterendgases des Betriebsverdichters 101 zu
bringen.
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In 7 ist die Zusatzfeuerung
durch einen Abgaswärmetauscher 13 ersetzt.
Da der Abgasmassenstrom grösser
ist als der Zusatzgasmassenstrom, ist es an sich möglich, ohne
Taupunktsunterschreitung im Abgas das Zusatzgas bis nahe an die
Temperatur der Abgase der Gasturbine zu bringen. Bei angenommenen
450 °C Verdichterendtemperatur und
550°C Turbinenaustrittstemperatur
kann das Zusatzgas leicht bis auf die Verdichterendtemperatur aufgewärmt werden.
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Erwähnenswert
ist hierbei noch die Möglichkeit
der Blindleistungsregelung in sehr weiten Grenzen bei den Ausführungsformen,
welche den Generator auch motorisch zu betreiben vermögen.
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Die
bisher dargestellten Ausführungsformen zeichnen
sich durch besonders niedrige Investitionskosten aus. Nachteilig
ist, dass die Abgaswärme
nur unvollständig
genutzt wird. Ein bevorzugter Spitzenlastbetrieb ist derjenige mit
teilgeschlossener Vorleitreihe und gegenüber Nennbedingungen unverändertem
Turbinen-Massenstrom; Bei Massenstromerhöhung steigen die Abgasverluste
verhältnismässig stark
an. Die Ausführungsformen
gemäss
den folgenden 8 bis 12 weisen Einrichtungen zur
Nutzung der Abgaswärme
auf, und können
deshalb mit Vorteil auch mit maximalem Turbinenmassenstrom, gemäss den oben
definierten Kriterien, nämlich
die Grenzen der Feuerungsleistung der Brennkammer, gegebenenfalls
bei gleichzeitiger Einhaltung von Emissionslimiten, sowie die Abreissgrenze
des Betriebsverdichters, wirtschaftlich betrieben werden.
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Die
Ausführungsform
gemäss 8 umfasst neben einer Gasturbogruppe 1 eine
Gasspeicherkraftanlage, umfassend zwei Ladeverdichter 31, 32, welche
durch Motoren 71, 72 angetrieben werden können, und
so in oben beschriebener Weise ein Speichervolumen 4 mit
Druckluft aufladen aufladen, sowie eine Gasspeicherturbine oder
Luftturbine 14, welche mit der Gasturbogruppe 1 auf
einem gemeinsamen Wellenstrang 104 angeordnet ist und auf
einen gemeinsamen Generator 2 wirkt. Die Gasspeicherturbine 14 ist
durch eine Kupplung 10 vom Wellenstrang 104 abkoppelbar,
um ein Ventilieren in nichtbeaufschlagtem Zustand zu vermeiden;
es handelt sich mit Vorteil um eine selbsttätige Kupplung, welche die Verbindung
löst, sobald
die Drehzahl der Gasspeicher- oder Luftturbine 14 die des
restlichen Wellenstranges 104 unterschreitet, und umgekehrt eine
Verbindung herstellt, sobald die Luftturbine 14 bei Drehzahl
des Wellenstranges 104 eine Leistung aufzubringen vermag.
Derartige Kupplungen 10 gehören bei einwelligen Kombianlagen
(Gasturbine mit Dampfturbine) zum Stand der Technik und sind dem Fachmann
daher ohne Weiteres geläufig.
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Bei
erhöhten
Leistungsanforderungen kann ein erster Teil des gespeicherten Gases über das Stellorgan 6 der
Gasturbogruppe 1 stromab des Verdichters 101 zugeführt werden,
während
ein weiterer Teil über
das Absperr- und Stellorgan 15 in die Gasspeicher- und
Luftturbine 14 geleitet werden kann. Der Gesamtmassenstrom
strömt über einen
Abgaswärmetauscher 13.
Der Gesamtmassenstrom des Gases bzw. der Luft aus dem Speicher 4 kann
dabei durch den Massenstrom der Gasspeicherturbine 14 derart
eingeregelt werden, dass das gesamte Abwärmepotenzial genutzt wird.
Der Massenstrom der Turbine 103 kann bis zum oben diskutierten
Maximum gesteigert werden, da das Abwärmepotenzial nutzbar ist; eine
Erhöhung
des Abgasmassenstromes führt
auch zu einer Erhöhung
des in der Gasspeicherturbine 14 abbaubaren Wärmepotenzials
und damit zu einer weiteren Steigerung der gesamten Netto-Leistungsabgabe.
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Eine
derartige Gasspeicherkraftanlage wird üblicherweise auch als „Compressed-Air-Energy-Storage-System", kurz CAES-System
bezeichnet. Die Grundidee eines herkömmlichen CAES-Systems ist, überschüssige Energie,
die von permanent betriebenen herkömmlichen Kraftwerken, wie z.B.
Kohlekraftwerken oder Kernkraftwerken, während der Schwachlastzeiten
mit niedrigem Strompreis erzeugt wird, zu speichern. Erreicht wird
dies dadurch, dass mit Hilfe der preiswerten überschüssigen Energie Luft oder ein
anderes Gas unter einem relativ hohen Druck in einen Speicher gepumpt
wird. Aus diesem wird die Luft bzw. das entsprechende Speichergas bei
Bedarf zur Erzeugung von Strom bei Spitzenlasten, also bei hohem
Strompreis wieder entnommen. Das bedeutet, dass die Energie in Form
von potentieller Energie abrufbar bevorratet wird. Als Speicher dienen
beispielsweise ausgediente Kohle- oder Salzbergwerke oder entsprechend
dimensionierte Rohrspeichersysteme. Da das im Gasspeicher bevorratete
Gas üblicherweise
Luft ist, wird eine derartige Gasspeicherkraftanlage im Allgemeinen
auch als Luftspeicherkraftanlage bezeichnet.
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9 ist eine Variation und
Optimierung der Schaltung aus 8.
Der gesamte aus dem Speicher 4 entnommene Gasmassenstrom
durchströmt zunächst den
Abgaswärmetauscher 13 und
wird über die
Gasspeicherturbine 14 zumindest teilweise abgearbeitet,
bevor ein von dem Absperr- und Stellorgan 6 bemessener
teilentspannter Teilstrom entnommen und der Gasturbogruppe zugeleitet
wird.
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10 und 11 zeigen die Realisierung einer erfindungsgemässen Kraftwerksanlage
als Kombianlage mit einem der Gasturbogruppe 1 nachgeordneten
Wasser-Dampf-Kreislauf zur Abwärmenutzung. Der
Aufbau der Gasturbogruppe 1 mit Gasspeicher 4 entspricht
an sich den oben dargestellten Ausführungsformen. Mit der Gasturbine 101 auf
einem gemeinsamen Wellenstrang angeordnet und über eine selbsttätige Kupplung 10 mit
diesem verbindbar ist eine Dampfturbine 21 angeordnet.
Der Wasser-Dampf-Kreislauf
ist beispielhaft stark vereinfacht dargestellt und ist dem Fachmann
an sich geläufig, weshalb
nachfolgend nur eine sehr globale Darstellung erfolgt. Im Abgasstrom
der Gasturbogruppe 1 sind ein Vorwärmer 22 und ein Verdampfer/Überhitzer 23 angeordnet.
Eine Kondensatpumpe 24 pumpt bzw. fördert Wasser mit einem Druck
von beispielsweise 2 bis 5 bar zum Vorwärmer 22, wo das Kondensat
bis in die Nähe
des Siedepunktes aufgeheizt wird. Dieses Kondensat wird in einen
Speisewasserbehälter
und Entgaser 25 gefördert.
Eine Kesselspeisepumpe 26 bringt dieses Wasser auf Frischdampfdruck
und fördert
das Speisewasser durch den als sogenannter OTSG "Once Through Steam Generator" ausgeführten Dampferzeuger/Überhitzer 23.
Ein Frischdampfregelventil 27 steuert die Frischdampfzufuhr
zur Dampfturbine 21. In der Dampfturbine 21 wird
der Dampf entspannt und anschliessend im Kühler 28 wieder kondensiert.
Der Kühler
für das
vom Kompressor 3 geförderte
Gas ist in einen Kühlmittelkreislauf
mit dem Kühler/Kondensator 28 integriert. D.h.
zur Kühlung
des dem Speicher 4 zugeführten Gases und des von der
Dampfturbine 21 abgeführten Dampfes
ist ein gemeinsamer Kühler 28 vorgesehen.
-
Die
Ausführungsform
gemäss 11 zeichnet sich gegenüber der
Ausführungsform
gemäss 10 durch die Feuerung 12 für das Zusatzgas aus.
Anstelle der Zusatzgasfeuerung oder ergänzend hierzu, z.B: als Vorwärmer, kann
selbstverständlich auch
eine Einrichtung zur Nutzung von Abgaswärme angeordnet sein. Die Vorwärmung des
Zusatzgases wird mit Vorteil, wie auch in den anderen dargestellten
Beispielen mit Zusatzgasvorwärmung,
so geregelt, dass die Temperatur des Zusatzgases der Temperatur
des Verdichterendgases entspricht. Bei der Anwendung der Erfindung
in einem Kombikraftwerk kann ein Betrieb mit erhöhtem Turbinenmassenstrom besonders
effizient eingesetzt werden, weil ein erhöhter Turbinen- und damit Abgasmassenstrom
für eine
erhöhte
Dampfproduktion und damit für
eine zusätzliche
Leistungserhöhung
der Dampfturbine 21 nutzbar ist.
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In
einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung kann gemäß 12 das Zusatzgas stromab der
Brennkammer 102 der Gasturbogruppe 1 eingebracht
werden. Es ist dann notwendig, im Strömungsweg des Zusatzgases eine
Feuerung anzuordnen, welche das Zusatzgas unmittelbar auf die Turbineneintrittstemperatur
zu erhitzen vermag. Eine solche Bauweise ist zwar aufwändiger zu
realisieren, kann aber von grösstem
Vorteil sein, wenn der Betrieb mit erhöhtem Turbinenmassenstrom angestrebt
wird. Es muss dann keine Rücksicht
auf die begrenzte Feuerungsleistung der Brennkammer 102 der
Gasturbogruppe 1 genommen werden, welche ja vorteilhaft
zu einer Standardmaschine gehört
und insbesondere bei gleichzeitiger Einhaltung von Emissionslimiten nur
eine begrenzte Feuerungsleistung umzusetzen vermag.
-
Bei
der vorliegenden Erfindung wird somit auf unterschiedliche Weise
eine Gasspeicherkraftanlage mit einer Gasturbogruppe 1 kombiniert.
Bei allen Ausführungsformen
kann das Druckgas, insbesondere die Druckluft, aus dem Druckgasspeicher 4 zur Erhöhung der
Nennleistung der Gasturbine 103 und/oder zum Starten der
Gasturbine 103 genutzt werden. Bei einfachen Ausführungsformen
kann dabei auf eine Gasspeicherturbine oder Luftturbine 14 verzichtet
werden. Eine weitere Besonderheit wird auch darin gesehen, dass
der Kompressor 3, der zur Aufladung des Druckgasspeichers 4 dient,
mit dem Wellenstrang 104 der Gasturbogruppe 1 gekoppelt werden
kann. Auf diese Weise kann die überschüssige Leistung
der Gasturbogruppe 1 zum Antreiben des Kompressors 3,
also zum Aufladen des Gasdruckspeichers 4 verwendet werden.
Des Weiteren kann der Generator 2 als Elektromotor betrieben
werden, um bei stehender Gasturbogruppe 1 den Kompressor 3 und/oder
die Gasturbogruppe 1 anzutreiben. Durch die erfindungsgemäße Kombination
und teilweise Integration der Gasspeicherkraftanlage bzw. von wesentlichen
Komponenten der Gasspeicherkraftanlage mit der Gasturbogruppe 1 ergeben sich
erhebliche synergetische Effekte, welche insbesondere die Installationskosten
einer derartigen Anlage reduzieren können. Gleichzeitig kann der
energetische Wirkungsgrad für
die Gesamtanlage angehoben werden, insbesondere wenn durch direkte Leistungsübertragung
Umwandlungsverluste vermieden werden können.
-
- 1
- Gasturbogruppe
- 2
- Generator
- 3
- Kompressor
- 4
- Druckgasspeicher
- 5
- Kühleinrichtung
- 6
- Absperr-
und/oder Drosselorgan
- 7
- Elektromotor
- 8
- Kraftmaschine
- 9
- Kupplung
- 10
- Kupplung
- 11
- Kupplung
- 12
- zusätzliche
Wärmezuführeinrichtung
- 13
- Wärmetauscher
- 14
- Gasspeicherturbine
- 15
- Absperr-
und Stellorgan
- 21
- Dampfturbine
- 22
- Vorwärmer
- 23
- Verdampfer/Überhitzer
- 24
- Kondensatpumpe
- 25
- Kesselspeisepumpe
- 27
- Frischdampfregelventil
- 28
- Kühler/Kondensator
- 31
- Kompressor
- 32
- Kompressor
- 71
- Elektromotor
- 72
- Elektromotor
- 100
- Verbindungsleitung
- 101
- Verdichter
- 102
- Wärmezuführeinrichtung/Brennkammer
- 103
- Gasturbine
- 104
- Welle/Wellenstrang