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Die
Erfindung betrifft einen Gurtaufroller für einen Fahrzeugsicherheitsgurt,
mit einem Rahmen, einer Gurtspule, die drehbar in dem Rahmen angebracht
ist, einem Blockiermechanismus, der eine Drehung der Gurtspule in
einer Abwickelrichtung des Sicherheitsgurtes fahrzeug- und/oder
gurtbandsensitiv blockieren kann, und einem Vorstrafferantrieb,
der die Gurtspule in einer Aufwickelrichtung des Sicherheitsgurtes
und in der Abwickelrichtung antreiben kann.
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Ein
solcher Gurtaufroller ist Teil eines aktiven Fahrzeuginsassen-Rückhaltesystems,
mit dem beim Erkennen einer kritischen Fahrzeugsituation verschiedene
Vorkehrungen getroffen werden, um einen Fahrzeuginsassen möglichst
optimal vor negativen Folgen zu schützen. Die getroffenen Maßnahmen können beispielsweise
das Verändern
der Neigung einer Rückenlehne
eines Fahrzeugsitzes, das Schließen von Fahrzeugfenstern, das
Vorstraffen des Sicherheitsgurtes und weitere Maßnahmen umfassen. Alle diese
Maßnahmen
sind reversibel; sobald der als kritisch erkannte Fahrzeugzustand
nicht mehr vorliegt, wird das Fahrzeug wieder in seinen Ausgangszustand
zurückgebracht.
Hinsichtlich des Gurtaufrollers bedeutet dies, daß der Sicherheitsgurt,
der vom Vorstrafferantrieb beim Erkennen einer kritischen Fahrzeugsituation
aufgewickelt wurde, um die sogenannte Gurtlose weitestgehend im
Sicherheitsgurt zu beseitigen, wieder freigegeben wird, sobald der
als kritisch erkannte Fahrzeugzustand nicht mehr vorliegt. Durch
die Möglichkeit,
den Sicherheitsgurt wieder aktiv freizugeben und den ursprünglichen
Zustand wieder herzustellen, unterscheidet sich ein Vorstrafferantrieb
deutlich von einem herkömmlichen Gurtstrafferantrieb.
Dieser dient lediglich dazu, den Sicherheitsgurt unmittelbar vor
einem Unfall zu straffen; eine Rückstellung
ist nicht vorgesehen. Ein weiterer Unterschied zwischen einem herkömmlichen Gurtstrafferantrieb
und einem Vorstrafferantrieb besteht in der beim Straffen des Sicherheitsgurtes
erzielten Gurtbandkraft. Die von einem Vorstrafferantrieb erzeugten
Gurtbandkräfte
sind um ein Vielfaches geringer als die von einem herkömmlichen
Gurtstrafferantrieb erzeugten Gurtbandkräfte (bis deutlich über 1000
N).
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Bei
Gurtaufrollern mit einem Vorstrafferantrieb kann, wenn die Gurtspule
in der Aufwickelrichtung des Sicherheitsgurtes gedreht und der Sicherheitsgurt
vorgestrafft wurde, „zufällig" der Blockiermechanismus
aktiviert werden, beispielsweise durch eine Bremsung des Fahrzeugs.
Dies kann dazu führen,
daß eine
vom Blockiermechanismus angesteuerte Blockierklinke vollständig in
eine ihr zugeordnete Blockierverzahnung eingreift, so daß die Gurtspule vollständig blockiert
ist. Da die Blockierverzahnung üblicherweise
hinterschnitten ist, also bei Belastung eine die Blockierklinke
in die Blockierverzahnung hineinziehende Kraft ausübt, um die
bei einem Unfall wirkenden, hohen Blockierlasten zwischen der Blockierverzahnung
und der Blockierklinke zuverlässig übertragen
zu können,
ist eine Rückdrehung
der Gurtspule in der Aufwickelrichtung erforderlich, damit die Blockierklinke
wieder aus der Blockierverzahnung herausbewegt werden kann. Hieraus
folgt, daß vor
dem Freigeben des vorgestrafften Sicherheitsgurtes zunächst, aufgrund
der Drehung der Gurtspule zum Freigeben der Blockierklinke, die
Gurtbandkraft ansteigt. Da der Sicherheitsgurt ohnehin schon vorgestrafft
ist, wird dies vom Fahrzeuginsassen als unangenehm empfunden.
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Die
Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, einen Gurtaufroller der
eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, daß die Erhöhung der Gurtbandkraft
beim Übergang
von einem Zustand mit vorgestrafftem Sicherheitsgurt zurück zum Ausgangszustand
verhindert werden kann.
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Zur
Lösung
dieser Aufgabe ist erfindungsgemäß eine Sperreinrichtung
vorgesehen, die eine Rückdrehung
der Gurtspule in der Abwickelrichtung, nachdem der Vorstrafferantrieb
die Gurtspule in der Aufwickelrichtung angetrieben und dadurch den
Sicherheitsgurt vorgestrafft hat, verhindert. Die Erfindung beruht
auf dem Grundgedanken, das Verhaken der Blockierklinke in der hinterschnittenen
Blockierverzahnung dadurch zu verhindern, daß verhindert wird, daß die Gurtspule
bei vorgestrafftem Sicherheitsgurt eine Drehung in der Abwickelrichtung
ausführt.
Wenn nämlich
die Gurtspule bei vorgestrafftem Sicherheitsgurt drehfest gehalten
wird, ist es unschädlich,
wenn die Blockierklinke in die Blockierverzahnung eingesteuert wird.
Sobald der Fahrzeugzustand, der den Blockiermechanismus hat ansprechen lassen,
wieder vorüber
ist, wird die Blockierklinke wieder zurück in ihre Ausgangsstellung
bewegt, also außer
Eingriff mit der Blockierverzahnung. Dies ist problemlos und zuverlässig möglich, da
die Blockierklinke mangels einer Drehung der Gurtspule in der Abwickelrichtung
des Sicherheitsgurtes nicht vollständig in die Blockierverzahnung
eingreifen konnte.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform der
Erfindung ist vorgesehen, daß die
Sperreinrichtung eine Rücklaufsperre
aufweist. Diese kann beispielsweise eine Schlingfeder und/oder einen Klemmrollen-Freilauf
aufweisen. Es ist auch möglich, eine
Sperrklinke vorzusehen, die von einem Aktor betätigt wird und die Gurtspule
dann sperrt, wenn der Sicherheitsgurt vorgestrafft ist.
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Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
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Die
Erfindung wird nachfolgend anhand verschiedener Ausführungsformen
beschrieben, die in den beigefügten
Zeichnungen dargestellt sind. In diesen zeigen:
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1 eine
schematische, teilgeschnittene Ansicht eines erfindungsgemäßen Gurtaufrollers;
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2 schematisch
einen Schnitt entlang der Ebene II von 1;
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3 in
vergrößertem Maßstab schematisch
einen Schnitt durch die Sperreinrichtung des Gurtaufrollers von 1;
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4 schematisch
ein Diagramm der sich einstellenden Gurtbandkraft bei einer Vorstraffung mit
einem herkömmlichen
Gurtaufroller und mit einem erfindungsgemäßen Gurtaufroller;
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5 in
einem Schnitt entsprechend der Ebene II-II von 1 eine
Ausführungsvariante
der Sperreinrichtung;
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6 schematisch
einen Schnitt entlang der Ebene VI-VI von 5;
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7 eine
Seitenansicht einer Sperreinrichtung für einen Gurtaufroller gemäß einer
zweiten Ausführungsform
der Erfindung;
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8 einen
Schnitt entlang der Ebene VIII-VIII von 7;
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9 in
einer perspektivischen Ansicht eine Sperreinrichtung für einen
Gurtaufroller gemäß einer dritten
Ausführungsform
der Erfindung;
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10 die
Sperreinrichtung von 9 in einer Seitenansicht;
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11 einen
Schnitt entlang der Ebene XI-XI von 10;
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12 einen
Schnitt entlang der Ebene XII-XII von 10, wobei
die Sperreinrichtung in der Aufwickelrichtung einer Vorstraffung
betrieben wird; und
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13 einen
Schnitt entlang der Ebene XIII-XIII von 10, wobei
die Sperreinrichtung in der Abwickelrichtung betrieben wird.
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In 1 ist
ein Gurtaufroller 10 gezeigt, der einen Rahmen 12 aufweist,
in welchem drehbar eine Gurtspule 14 angebracht ist. Auf
der Gurtspule 14 kann ein (nicht dargestellter) Sicherheitsgurt
aufgenommen werden. Es ist ein Blockiermechanismus 16 vorgesehen,
der eine Blockierklinke 18 betätigen kann, so daß die Gurtspule 14 in
fahrzeugsensitiver und/oder sicherheitsgurtsensitiver Weise gegen
eine Drehung in der Abwickelrichtung des Sicherheitsgurtes blockiert
werden kann.
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Es
ist ein Vorstrafferantrieb 20 vorgesehen, der aus einem
Motor 22, einer Sperreinrichtung 24 und einem
Getriebe 26 besteht. Der Motor 22 kann über das
Getriebe 26 die Gurtspule 14 sowohl in der Aufwickelrichtung
des Sicherheitsgurtes als auch in der Abwickelrichtung drehen.
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Die
Sperreinrichtung 24 weist ein Antriebsteil 28 auf,
das drehfest mit dem Motor 22 gekoppelt ist und auf seiner
Außenseite
mit einer Verzahnung 30 versehen ist, in die ein Zahnrad
des Getriebes 26 eingreift. Axial neben der Verzahnung 30 ist
das Antriebsteil 28 mit einer zylindrischen Fläche versehen, die
mit mehreren Klemmrollen 32 zusammenwirkt. Die Klemmrollen
sind in Aussparungen 34 einer Freilaufscheibe 36 angeordnet.
Jede Aussparung 34 besteht aus einer Tasche, deren Abmessungen
etwas größer sind
als die Abmessungen der entsprechenden Klemmrolle 32, und
einer sich in einer Umfangsrichtung (bezüglich 2 im Uhrzeigersinn)
an die Tasche anschließenden
Rampe. Auf diese Weise ist ein an sich bekannter Klemmrollenfreilauf
gebildet, der eine Drehung des Antriebsteils 28 relativ
zur Freilaufscheibe 36 in einer Drehrichtung zuläßt, in der
anderen Drehrichtung jedoch sperrt.
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Auf
der Außenfläche der
Freilaufscheibe 36 ist eine Schlingfeder 38 angeordnet,
von der ein Ende 42 fest relativ zum Rahmen 12 des
Gurtaufrollers gehalten ist. Auf das andere Ende 42' der Schlingfeder 38 wirkt
ein Aktor 40 ein, der das entsprechende Ende in der Richtung
des Pfeils P von 2 verstellen kann. Dadurch wird
die Vorspannung und damit auch die Reibungskraft verändert, die
zwischen der Schlingfeder 38 und der Freilaufscheibe 36 wirkt.
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Wenn
die Gurtspule zum Zwecke der Vorstraffung des Sicherheitsgurtes
in der Aufwickelrichtung angetrieben wird (Drehrichtung 1 von 2), dreht
sich das Antriebsteil 28 aufgrund des Freilaufs ohne jegliche
Beeinträchtigung.
Auf diese Weise kann die Gurtspule in der Aufwickelrichtung gedreht werden,
bis das Kraftniveau F1 (siehe 4) erreicht ist.
Bei einem herkömmlichen
Gurtauf roller würde dann
der Motor 22 abgeschaltet (Zeitpunkt t1),
so daß sich
die Gurtspule unter der Wirkung der Gurtbandkraft geringfügig in der
Abwickelrichtung dreht, bis sich zum Zeitpunkt t2 ein
niedrigeres Kraftniveau einstellt (siehe die mit durchgezogenen
Linien gezeigte Kurve in 4). Wenn zum Zeitpunkt t3 erfaßt
wird, daß der
als kritisch eingeschätzte
Fahrzeugzustand nicht mehr vorliegt und die Vorstraffung des Sicherheitsgurtes
aufgehoben werden soll, muß zunächst die
Gurtspule in der Aufwickelrichtung gedreht werden, damit die Blockierklinke,
die während
der Drehung der Gurtspule in der Abwickelrichtung in die Blockierverzahnung
hineingezogen wurde, wieder aus der Blockierverzahnung herausbewegt
werden kann. Die Gurtspule 14 muß dabei über die am Ende der Vorstraffung
erreichte Position hinaus in der Aufwickelrichtung gedreht werden,
so daß ein
höheres Kraftniveau
F2 erreicht wird. Erst anschließend kann die
Gurtspule in der Abwickelrichtung gedreht werden, so daß die Gurtbandkraft
wieder auf den Ausgangswert abfällt.
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Beim
erfindungsgemäßen Gurtaufroller
wird dagegen zum Zeitpunkt t1, also nach
Abschluß der
eigentlichen Vorstraffung und vor dem Abschalten des Motors 22,
der Aktor 40 angesteuert, der die Schlingfeder 38 im
Sinne einer Verringerung ihres Innendurchmessers beaufschlagt, indem
das Ende 42' zum
Ende 42 hin gedrückt
wird. Dadurch wird die Freilaufscheibe 36 blockiert, was
wiederum über
die Klemmrollen 32 auch das Antriebsteil 28 gegen
eine Drehung in der Abwickelrichtung des Sicherheitsgurtes (Richtung 2 von 2)
blockiert. Sobald nämlich das
Antriebsteil 28 in der Drehrichtung 2 zu drehen versucht,
klemmen sich die Klemmrollen 32 zwischen der Außenfläche des
Antriebsteils 28 und der Rampe ihrer Aussparung 34 fest.
Dies verhindert eine Drehung der Gurtspule in der Abwickelrichtung
des Sicherheitsgurtes, so daß die
Gurtbandkraft auch nach Abschalten des Motors 22 zum Zeitpunkt
t1 unverändert
auf dem Niveau F1 verbleibt (siehe 4).
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Wenn
die Vorstraffung wieder aufgehoben werden soll, wird zum Zeitpunkt
t3 der Motor 22 so angesteuert,
daß er
ein Drehmoment in der Aufwickelrichtung bereitstellt, welches demjenigen
entspricht, das zum Zwecke der Vorstraffung angelegt wurde. Anschließend gibt
der Aktor 40 die Schlingfeder 38 frei, so daß diese
sich entspannt und der Freilaufscheibe 36 ermöglicht,
sich zusammen mit den Klemmrollen 32 und dem Antriebsteil 28 in
der Abwickelrichtung des Sicherheitsgurtes (Drehrichtung 2 von 2)
zu drehen. Es ist deutlich in 4 zu sehen,
daß beim Übergang
von einem Zustand mit vorgestrafftem Sicherheitsgurt zu einem Zustand
mit wieder freigegebenem Sicherheitsgurt keine kurzfristige Erhöhung der
Gurtbandkraft notwendig ist, sondern die Gurtbandkraft direkt abfällt. Die
Ansteuerung des Motors vor dem Lösen
des Aktors ist für
die Funktion des Gurtaufrollers nicht notwendig; die Freilaufscheibe 36 kann
auch unmittelbar freigeben werden. Allerdings ergibt sich, wenn
vorher der Motor angesteuert wird, kein Ruck im Sicherheitsgurt,
da das System leicht vorgepannt ist und die Spannung im Sicherheitsgurt
sanft abfällt.
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In
den 5 und 6 ist eine Ausführungsvariante
der Sperreinrichtung 24 gezeigt. Für die von der ersten Ausführungsform
verwendeten Bauteile werden dieselben Bezugszeichen verwendet, und
es wird insoweit auf die obigen Erläuterungen verwiesen.
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Der
Unterschied zu der in den 2 und 3 gezeigten
Sperreinrichtung besteht darin, daß kein Aktor notwendig ist,
um die Sperreinrichtung ansprechen zu lassen; die Sperreinrichtung
ist selbstsperrend, wenn sie von der Seite der Gurtspule belastet
wird. Eine solche Sperreinrichtung ist unter der Bezeichnung Lastmomentsperre
im Stand der Technik allgemein bekannt.
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Die
Schlingfeder 38 ist hier in ein zylindrisches Gehäuse 41 eingesetzt,
das fest bezüglich
des Rahmens 12 angebracht ist. Die beiden Enden 42, 42' der Schlingfeder
ragen radial nach innen, wobei jedes Ende 42 sowohl vom
Antriebsteil 28 beaufschlagt werden kann als auch als Widerlager
für ein Abtriebsteil 44 dient.
Bei der gezeigten Ausführungsform
weist das Antriebsteil 28 eine breite Nut 46 auf, an
deren Seitenwänden
die Enden 42 anliegen. Zwischen den beiden Enden 42, 42' der Schlingfeder 38 und
damit etwa mittig in der Nut ist das Abtriebsteil 44 angeordnet.
Die Wickelrichtung der Schlingfeder 38 ist dabei so gewählt, daß die Schlingfeder 38,
ausgehend von jedem Ende 42, vom Antriebsteil 44 wegführt, also
bezogen auf die Darstellung von 5 beim linken
Ende 42 im Uhrzeigersinn weiterverläuft und ausgehend vom rechten
Ende 42' entgegen
dem Uhrzeigersinn verläuft.
Diese Anordnung bewirkt, daß die
Sperreinrichtung eine Drehung des Abtriebsteils 44 durch
den Motor 22 zuläßt, jedoch
ein Drehen des Motors 22 durch das Antriebsteil 44 sperrt.
Wenn beispielsweise das Antriebsteil 28 in der Richtung des
Pfeils von 5 gedreht wird, greift es am
rechten Ende 42' der
Schlingfeder 38 an. Diese wird dadurch in der Richtung
einer Verringerung ihres Außendurchmessers
beaufschlagt, so daß die
Reibung im Gehäuse 41 verringert
wird. Das rechte Ende 42' wird
dabei gegen das Abtriebsteil 44 gedrückt, so daß dieses schließlich mitgenommen
wird. Bei einer Drehung des Antriebsteils 28 in der entgegengesetzten
Richtung wird das Antriebsteil 44 ebenfalls in der entgegengesetzten
Richtung mitgenommen, nämlich durch
das linke Ende 42 der Schlingfeder. Wenn dagegen das Antriebsteil 44 versucht,
das Antriebsteil 28 mitzunehmen, läuft es gegen das eine oder
das andere Ende 42, 42' der Schlingfeder 38.
Diese wird dadurch in der Richtung einer Vergrößerung ihres Außendurchmessers
beaufschlagt, so daß die
Reibung im Gehäuse 41 ansteigt,
was zu einer Selbsthemmung führt.
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Diese
Wirkungsweise führt
dazu, daß der Motor 22 die
Gurtspule 14 sowohl in der Aufwickelrichtung als auch in
der Abwickelrichtung antreiben kann. Wenn dagegen, beispielsweise
nach einer Vorstraffung, vom Sicherheitsgurt eine Kraft auf die Gurtspule
ausgeübt
wird, welche die Gurtspule in der Abwickelrichtung zu verdrehen
sucht, blockiert die Schlingfeder 38 eine solche Drehung.
Dies gewährleistet,
daß die
Gurtbandkraft auch nach Abschalten des Motors 22 auf dem
Niveau F1 von 4 verbleibt.
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Aus
dem Stand der Technik sind andere Arten von Lastmomentsperren bekannt.
Für einen
erfindungsgemäßen Gurtaufroller
kann grundsätzlich jede
Art von Lastmomentsperre verwendet werden, die eine Drehmomentübertragung
vom Antrieb zum Abtrieb in beide Drehrichtungen ermöglicht,
jedoch ein rücktreibendes
Drehmoment vom Abtrieb zum Antrieb (ebenfalls in beide Drehrichtungen)
sperrt. Ein Beispiel für
eine solche Lastmomentsperre ist die Lastmomentsperre SIAM der Firma
Ringspann. Andere Beispiele finden sich in den Deutschen Patentanmeldungen
DE 199 26 994 ,
DE 199 54 232 ,
DE 199 12 789 ,
DE 102 07 846 und
DE 103 09 411 .
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In
den 7 und 8 ist eine zweite Ausführungsform
der Sperreinrichtung 24 gezeigt. Mit der Welle des Motors 22 ist
ein Sperrad 50 gekoppelt, dem eine Sperrklinke 52 zugeordnet
ist. Diese wirkt mit einem Aktor 40 zusammen, der von einer
geeigneten Steuerschaltung auf einer Platine 54 angebracht
ist. Die Sperrklinke 52 zusammen mit dem Sperrad 50 dient
dazu, den Motor 22 und damit die Gurtspule 14 gegen
eine Drehung in der Abwickelrichtung des Sicherheitsgurtes zu blockieren,
nachdem eine Vorstraffung ausgeführt
wurde. Zu diesem Zweck kann, nachdem der Sicherheitsgurt vorgestrafft
ist und bevor der Motor 22 abgeschaltet wird, die Sperrklinke 52 in
Eingriff mit dem Sperrad 50 gebracht werden (siehe den
in 8 gezeigten Zustand). Eine Drehung der Gurtspule
in der Abwickelrichtung ist dadurch verhindert. Wenn die Vorstraffung
des Sicherheitsgurtes beendet werden soll, wird zunächst der
Motor 22 in der Aufwickelrichtung angetrieben, bis er ein
Drehmoment bereitstellt, das demjenigen entspricht, welches zum
Zwecke der Vorstraffung aufgebracht wurde. Dann wird die Sperrklinke 52 aus
dem Sperrad 50 herausgezogen. Anschließend kann der Motor 22 in
der Abwickelrichtung des Sicherheitsgurtes angetrieben werden.
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Die
Sperrklinke 52 kann je nach Ausgestaltung des Aktors 40 durch
dessen Aktivierung in das Sperrad 50 eingesteuert werden
oder auch durch dessen Deaktivierung. Die Verzahnung des Sperrades 50 ist
ohne Hinterschnitt ausgeführt,
so daß keine
Rückdrehung
des Sperrades 50 erforderlich ist, wenn die Sperrklinke 52 aus
der Verzahnung des Sperrades herausbewegt werden soll.
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Auf
der Platine 54 können
geeignete Sensoren vorgesehen sein, welche die Stellung der Sperrklinke 52 erfassen.
Hierfür
sind optische oder auch magnetische Sensoren geeignet, insbesondere Hall-Sensoren.
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In
den 9 bis 13 ist eine Sperreinrichtung 24 für eine dritte
Ausführungsform
des Gurtaufrollers gezeigt. Für
die von den vorangegangenen Ausfüh rungsformen
bekannten Bauteile werden dieselben Bezugszeichen verwendet, und
es wird insoweit auf die obigen Erläuterungen verwiesen.
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Bei
der dritten Ausführungsform
wird als Sperreinrichtung 24 eine Lastmomentsperre verwendet,
die ähnlich
wirkt wie die in den 5 und 6 gezeigte
Lastmomentsperre. Allerdings basiert sie auf einer Klinken-Sperrkupplung,
die zur Blockierung dient, wenn von der Gurtspule ein Drehmoment
in Richtung des Motors 22 übertragen wird, jedoch eine Drehung
vom Motor 22 zur Gurtspule ermöglicht.
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Die
Lastmomentensperre weist ein Gehäuse 60 auf,
welches mit dem Motor 22 verschraubt ist. Im Inneren des
Gehäuses 60 sind
mehrere Sperrklinken 62 angeordnet, die jeweils von einer
Feder 64 in eine Sperrstellung beaufschlagt werden. In
der Sperrstellung greifen sie an einem Sperrad 66 an, welches mittels
eines Lagers 68 drehbar angebracht ist und mit einem Ritzel 70 zusammenwirkt,
welches über (nicht
dargestellte) Zahnräder
mit der Gurtspule 14 verbunden ist.
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Konzentrisch
mit dem Sperrad 66 ist ein Löserad 72 angeordnet,
welches relativ zum Sperrad 66 um einen Winkelbereich α verdreht
werden kann. Zu diesem Zweck ist das Löserad 72 mit zwei
flügelartigen
Vorsprüngen 74 versehen,
die in einer Aussparung 76 des Sperrades 66 angeordnet
sind, welche sich über
einen Winkelbereich erstreckt, der größer ist als der von den Vorsprüngen 74 eingenommene Winkelbereich.
Wenn der Motor 22 in eine Richtung angetrieben wird, die
zum Aufwickeln des Sicherheitsgurtes auf der Gurtspule 14 führt, dreht
sich das Löserad 72 in
der Richtung des Pfeils 1 von 12. Dabei
liegen die Vorsprünge 74 an
den in Drehrichtung gesehen vorderen Flächen der Aussparungen 76 an,
so daß das
Sperrad 66 entgegen dem Uhrzeigersinn mitgenommen wird.
In diesem Zustand „verschwindet" die Außenkontur
des Löserades 72 hinter der
Außenkontur
des Sperrades 66. Dabei rutschen die Sperrklinken 62 über die
entsprechenden Sperrzähne
des Sperrades 66, so daß sie eine Rückdrehung
des Sperrades 66 und damit der Gurtspule 14 verhindern,
sobald eine der Sperrklinken am nächstgelegenen Sperrzahn anliegt.
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Da
die Sperrklinken 62 in Winkelabständen angeordnet sind, die gegenüber der
Teilung der Sperrzähne
versetzt sind, ist die maximale Rückdrehung sehr klein.
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Wenn
der Motor 22 in der entgegengesetzten Richtung gedreht
wird, also in der Richtung des Pfeils 2 von 13,
die zum Abwickeln des Sicherheitsgurtes führt, verdreht sich zunächst das
Löserad 72 um
den Winkelbereich α relativ
zum Sperrad 66. Dadurch drückt die profilierte Außenkontur
des Löserades
die Sperrklinken 62 radial nach außen (siehe 13),
so daß die
Sperrklinken nicht mehr in die Sperrzähne des Sperrades 66 eingreifen
können. Der
Motor 22 kann dadurch die Gurtspule 14 in der Abwickelrichtung
drehen.