DE102004021379A1 - Bedien- und Beobachtungssystem für industrielle Anlagen - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Bedien- und Beobachtungssystem für industrielle Anlagen, das eine von der Anlage hardwaretechnisch entkoppelte Bedienung der Anlage und eine hardwaretechnisch entkoppelte Visualisierung des Anlagenzustandes erlaubt. Zur Bedienung der Anlage werden einem Benutzer hierfür notwendige virtuelle und/oder reale Bedienelemente zur Bedienung der Anlage durch Projektion auf eine Projektionsfläche oder nach dem Prinzip der Holografie in Luft visualisiert. Der Benutzer kann auf die projizierten Bedienelemente durch Fingerdruck zugreifen. Alternativ ist auch eine Bedienung durch Gestik, Mimik oder Sprache vorgesehen. Um dem Benutzer den Bezug der projizierten Bedienelemente zur realen Anlage zu erleichtern, wird zusätzlich ein Abbild der realen Anlage projiziert, wobei es sich insbesondere um ein direkt aufgenommenes Bild der Anlage handelt, welches den aktuellen Zustand der Anlage reflektiert und somit die Reaktion der Anlage auf Benutzereingaben zugänglich macht. Zusätzlich zu der visuellen Information sind auch akustische und/oder haptische Informationen zur Vermittlung des Anlagenzustandes vorgesehen.
Description
- Die Erfindung betrifft ein System und ein Verfahren zum Bedienen und Beobachten insbesondere industrieller Anlagen oder Anlagenkomponenten, wobei eine von der Anlage bzw. Anlagenkomponente hardwaretechnisch entkoppelte Bedienung durch einen Benutzer vorgesehen ist.
- Eine derartiges System bzw. Verfahren kommt beispielsweise im Bereich der Automatisierungstechnik, bei Produktions- und Werkzeugmaschinen sowie komplexen Komponenten, Geräten und Systemen zum Einsatz.
- Die Bedienkonzepte in solchen Industrieanlagen sind heute in der Regel PC-basiert. D. h. die Bedienung mit Mouse und Tastatur wurde aus dem Bürobereich in industrielle Anwendungen übertragen. Auch die Bedienphilosophie wird überwiegend aus bekannten Anwendungen übernommen.
- In vielen Anlagen existieren zentrale Leitwarten, in denen eine Vielzahl von Rechnern unterschiedliche Sichten auf die Anlage bieten. Dies gilt z. B. für die Prozessleittechnik in Chemie/Pharma/NUG etc., Walzwerke oder Energieverteilungsanlagen. Darüber hinaus sind viele Teilanlagen mit fest installierten „Vorort-Bediengeräten", sogenannten Operator Panels, ausgerüstet. Diese Operator Panels sind überwiegend in fertigungstechnischen Anlagen vorzufinden.
- Aus
DE 101 35 837 A1 ist ein System und Verfahren bekannt, welches eine ortsunabhängige und berührungslose Bedienung und Beobachtung einer Anlage ermöglicht. Zur Bedienung der Anlage weist das System ein Spracherkennungssystem auf, das dem Benutzer einen interaktiven Zugriff auf die Anlage ermöglicht. Der Zustand der Anlage wird dem Benutzer in Form eines virtu ellen Displays projiziert oder auf einem Großbildschirm dargestellt. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine ortsunabhängige und von der realen Anlagenhardware entkoppelt Bedienung und Beobachtung einer Anlage zu ermöglichen, wobei eine möglichst einfache und intuitive Bedienung für einen Benutzer erzielt werden soll.
- Diese Aufgabe wird durch ein System zum Bedienen und Beobachten mindestens einer Anlage und/oder Anlagenkomponente mit einer Wiedergabeeinheit, einer Befehlserfassungseinheit zur Erfassung von Benutzereingaben und einer Verarbeitungseinheit gelöst, wobei die Verarbeitungseinheit zur Verknüpfung zweier Bildinformationsmengen zu einer dritten Bildinformationsmenge dient, wobei die erste Bildinformationsmenge auf einem Abbild der Anlage und/oder Anlagenkomponente basiert, die zweite Bildinformationsmenge zur Darstellung von Bedienelementen vorgesehen ist und die dritte Bildinformationsmenge zur Visualisierung mittels einer Bildwiedergabeeinheit der Wiedergabeeinheit vorgesehen ist.
- Diese Aufgabe wird weiter durch ein Verfahren zum Bedienen und Beobachten mindestens einer Anlage und/oder Anlagenkomponente mit Hilfe einer Wiedergabeeinheit, einer Befehlserfassungseinheit zur Erfassung von Benutzereingaben und einer Verarbeitungseinheit gelöst, wobei mit Hilfe der Verarbeitungseinheit zwei Bildinformationsmengen zu einer dritten Bildinformationsmenge verknüpft werden, wobei die erste Bildinformationsmenge auf einem Abbild der Anlage und/oder Anlagenkomponente basiert, die zweite Bildinformationsmenge Bedienelemente darstellt und die dritte Bildinformationsmenge mittels einer Bildwiedergabeeinheit der Wiedergabeeinheit visualisiert wird.
- Das erfindungsgemäße System bzw. Verfahren sieht eine überlagerte Darstellung zweier Bildinformationsmengen vor. Die ers te Bildinformationsmenge dient zur möglichst realitätsnahen Darstellung der zu bedienenden Anlage bzw. Anlagenkomponente und die zweite zur Darstellung von Bedienelementen, durch die der Benutzer einen Zugriff auf die abgebildete Anlage und/oder Anlagenkomponente erhält. Gegenüber einer schematischen Darstellung realer Anlagen/Anlagenkomponenten oder Prozesse in Bedienmasken erfordert ein realistisches Abbild der Maschine von dem Benutzer sehr viel weniger Abstraktionsvermögen. Der Benutzer muss nicht mehr aus einem schematischen Bild ableiten, wie die reale Anlage aussieht. Dadurch wird eine intuitive Benutzerführung gewährleistet. Darüber hinaus muss der Benutzer nicht mehr zwangsläufig Fachmann sein oder speziell auf eine schematische Benutzeroberfläche geschult werden, um diese zu beherrschen.
- Die Benutzereingaben zur Bedienung der Anlage werden mit Hilfe der Befehlserfassungseinheit erfasst und mittels der Verarbeitungseinheit in ein Steuerungssignal konvertiert, das an die Anlage/Anlagenkomponente transferiert wird.
- Durch das erfindungsgemäße System kann somit ein hohe Zahl an Bediengeräten und der damit verbundene Verkabelungsaufwand (Energieversorgung, Datenbus etc.) eingespart werden. Der Benutzer sieht ein Abbild der realen Maschine und eine insbesondere kontextabhängige Einblendung eines oder mehrerer Bedienelemente und kann die Anlage durch Betätigung der dargestellten Bedienelemente steuern. Durch das erfindungsgemäße System wird somit die Verwendung und die damit verbundene Verschmutzung herkömmlicher, im Industrieumfeld positionierter Bediengeräte wie Keybords, Mouse, Touchscreens etc. vermieden. Da die eingeblendeten Bediengeräte nicht an die Hardware der Anlage gekoppelt sind, kann die Bedienung der Anlage auch an einem von der Anlage entfernten Ort stattfinden.
- Um ein möglichst realitätsnahes Abbild der Anlage bzw. Anlagenkomponente auf Basis der ersten Bildinformationsmenge zu erzeugen, weist in einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung das System eine Bilderfassungseinheit zur Erfassung der ersten Bildinformationsmenge auf. Hierdurch wird der Aufwand für die Projektierung des Systems erheblich reduziert, da die Vorprojektierung eines Anlagenbildes entfällt.
- Ein aktuelles Abbild der Anlage kann dem Benutzer zur Verfügung gestellt werden, indem die Bilderfassungseinheit als Kamerasystem zur insbesondere kontinuierlichen Erfassung der ersten Bildinformationsmenge ausgeführt ist. Dadurch erhält der Benutzer immer eine aktuelle Darstellung und ist nicht auf Archivbilder angewiesen. Der Benutzer hat somit die Möglichkeit, den aktuellen Anlagenzustand und die Reaktionen der Anlage auf die von ihm generierten Benutzerkommandos zu beobachten. Alternativ kann das Abbild der Anlage von dem Kamerasystem durch eine Einzelaufnahme erzeugt werden. Diese Einzelaufnahme kann darüber hinaus in diskreten zeitlichen Abständen wiederholt werden, um ein aktualisiertes Abbild der Anlage zu erzeugen.
- Neben Bildinformationen können in einer vorteilhaften Ausführungsform dem Benutzer auch akustische, haptische oder geruchsbildende Signale zur Beschreibung des Anlagenzustandes übermittelt werden, indem die Wiedergabeeinheit neben einer Bildwiedergabeeinheit zur Wiedergabe der dritten Bildinformationsmenge auch eine Tonwiedergabeeinheit zur Wiedergabe von Akustiksignalen und/oder eine Wiedergabeeinheit zur Wiedergabe haptischer Signale und/oder eine Wiedergabeeinheit zur Wiedergabe geruchsbildender Signale umfasst. Z. B. kann das Schwingen einer Maschine an den Benutzer als haptisches Signal übertragen werden. Dazu trägt der Benutzer ein Schwingungsgerät, das die Schwingungen an seinen Körper überträgt. Die aktuelle Auswirkung wird in eine Schwingung umgewandelt und direkt an das Schwingungsgerät des Benutzers weitergeleitet.
- Das Wissen über die aktuelle Schwingung kann auf zwei Arten ermittelt werden:
- – Das Schwingungsverhalten ist projektiert. Es wird festgelegt, welche Schwingung z.B. für welche Drehzahl des Motors weitergegeben wird.
- – Das Schwingen wird direkt an der Maschine aufgezeichnet und genau so weitergegeben. Eventuell kann noch eine Umsetzung auf die Möglichkeiten des Schwingungsgerätes vorgenommen werden.
- Weiterhin kann die Schwingung auch über Schallwellen als akustisches Signal an den Benutzer übertragen werden.
- Eine sehr realitätsnahe Visualisierung der zu bedienenden Anlage wird in einer vorteilhaften Ausführungsform dadurch erreicht, dass die Bildwiedergabeeinheit als Projektionsgerät ausgeführt ist und zur Darstellung der dritten Bildinformationsmenge auf einer Projektionsfläche oder holografisch in Luft dient. Durch das Mittel der Projektion wird die räumliche Begrenzung der Darstellungsfläche, wie sie eine Bildschirm basierte Visualisierung beispielsweise aufweisen würde, und die damit verbundene eingeschränkte Wahrnehmungsmöglichkeit weitgehend umgangen.
- Die Darstellung der Bildinformationen mit Hilfe der Projektion hat schließlich auch den Vorteil, dass dem Benutzer eine berührungslose Bedienung der Anlage bzw. Anlagenkomponente ermöglicht wird. Hierdurch werden Verschmutzungen etwaigen Bediengeräts vermieden.
- Die Befehlerfassungseinheit weist vorteilhafter Weise eine Bilderkennungseinheit zur Erfassung einer Körperbewegung eines Benutzers und zur Generierung entsprechender Bilderkennungsinformationen und/oder eine Spracherkennungseinheit zur Erfassung von akustischen Befehlen des Benutzers und zur Generierung entsprechender Spracherkennungsinformationen auf.
- Die bei herkömmlichen Bediengeräten angewandte Bedienung per Fingerdruck kann durch diese Lösung einfach auf andere Bewegungen wie Gestik und Mimik ausgeweitet werden. Z. B. kann der Bediener durch eine spezifizierte Armbewegung eine Maschine stoppen. Die Bedienung mittels akustischer Signale erlaubt es dem Bediener, seine Hände für andere Tätigkeiten frei zu halten.
- In einer vorteilhaften Ausführungsform dient die zweite Bildinformationsmenge zur Kennzeichnung virtueller Bedienelemente. Diese Bedienelemente werden dem Benutzer schematisch in das durch die ersten Bildinformationsmenge dargestellte Abbild der realen Anlage eingeblendet, um so eine möglichst intuitive Zuordnung der Bedienoberfläche zur Anlage zu ermöglichen.
- Für den Fall, dass die zu bedienende Anlage bereits eigene reale Bedienelemente aufweist, ist es vorteilhaft, dass die zweite Bildinformationsmenge zur Kennzeichnung dieser real an der Anlage oder Anlagenkomponente vorhandenen Bedienelemente dient. Somit kann die Anlage wie in der Realität bedient werden. Der Benutzer kann z. B. direkt einen Motor einschalten oder ein Ventil öffnen, indem er die Abbildung des Motors oder des Ventils berührt.
- Im Folgenden wird die Erfindung anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele näher beschrieben und erläutert. Es zeigen:
-
1 eine schematische Darstellung eines Systems zum Bedienen und Beobachten insbesondere industrieller Anlagen oder Anlagenkomponenten und -
2 eine Darstellung eines typischen Anwendungsszenarios einer Ausführungsform des in1 gezeigten Systems. -
1 zeigt eine schematische Darstellung eines Systems1 zum Bedienen und Beobachten insbesondere industrieller Anlagen oder Anlagenkomponenten. - Das System
1 weist eine Verarbeitungseinheit5 auf, mit dem eine erste Bildinformationsmenge6 und eine zweite Bildinformationsmenge7 zu einer dritten Bildinformationsmenge8 verknüpft werden. Mit Hilfe der ersten Bildinformationsmenge6 wird ein möglichst realitätsnahes Abbild einer realen Anlage2 beschrieben. Die zweite Bildinformationsmenge7 kennzeichnet Bedienelemente der realen Anlage2 . - Die Verarbeitungseinheit
5 verknüpft nun die erste Bildeinformationsmenge6 und die zweite Bildinformationsmenge7 zu der dritten Bildinformationsmenge8 derart, dass bei einer Darstellung der dritten Bildinformationsmenge8 die Bedienelemente in das reale Abbild der Anlage2 eingeblendet werden. Zur Darstellung der Bildinformationen für einen Benutzer weist das System1 eine Wiedergabeeinheit3 auf. - Der Benutzer ist nun in der Lage, die eingeblendeten Bedienelemente mit Hilfe von Gestik, Mimik oder auch Sprachbefehlen zu bedienen und somit die reale Anlage
2 zu steuern. Die auf diese Weise von dem Benutzer generierten Befehle werden von einer Befehlerfassungseinheit4 erkannt und in ein von der Verarbeitungseinheit5 lesbares Signal umgewandelt. Die Verarbeitungseinheit5 steuert schließlich in Abhängigkeit der Benutzerbefehle die reale Anlage2 . - Das beschriebene System
1 ermöglicht dem Benutzer eine von der Hardware der Anlage2 entkoppelte Bedienung. Durch die erste Bildinformationsmenge6 wird dem Benutzer hierzu ein möglichst realitätsnahes Abbild der Anlage2 eingeblendet und somit die Möglichkeit gegeben, die durch die zweite Bildinformationsmenge7 beschriebenen Bedienelemente möglichst kontextnah zur realen Anlage2 zu sehen. Auf diese Weise wird dem Benutzer eine intuitive Bedienung der Anlage2 ermöglicht. - Bei der Wiedergabeeinheit
3 kann es sich beispielsweise auch um ein Projektionsgerät handeln, mit dem die dritte Bildin formationsmenge8 auf eine Projektionsfläche oder auch holografisch in Luft dargestellt wird. Eine Bedienung der projizierten und durch die zweite Bildinformationsmenge7 beschriebenen Bedienelemente durch den Benutzer wird von der Befehlserfassungseinheit4 erkannt und ausgewertet. Durch das Mittel der Projektion ist eine berührungslose Bedienung der Anlage2 möglich. Auf diese Art und Weise werden Verschmutzungen von Bedienelementen vermieden. -
2 zeigt eine Darstellung eines typischen Anwendungsszenarios einer Ausführungsform des in1 gezeigten Systems1 . Um ein möglichst realitätsnahes und aktuelles Abbild einer realen Anlage2 zu erzeugen, wird diese mit Hilfe einer als Kamerasystem ausgeführten Bilderfassungseinheit9 kontinuierlich aufgenommen. Das Kamerasystem9 dient somit zur Erzeugung einer ersten Bildinformationsmenge6 . Eine zweite Bildinformationsmenge7 enthält Bildinformationen über Bedienelemente der realen Anlage2 . Hierbei kann es sich sowohl um real an der Anlage2 vorhandene Bedienelemente handeln als auch um eine rein schematische Darstellung virtueller Bedienelemente der Anlage2 . Die erste Bildinformationsmenge6 und die zweite Bildinformationsmenge7 werden mit Hilfe einer Verarbeitungseinheit5 zu einer dritten Bildinformationsmenge8 verknüpft, bei der die durch die zweite Bildinformationsmenge7 beschriebenen Bedienelemente in das reale Abbild der Anlage2 , das durch die erste Bildinformationsmenge6 beschrieben wird, eingeblendet werden. - Die dritte Bildinformationsmenge
8 wird mit Hilfe eines Projektionsgerätes3a auf einer Projektionsfläche13 für den Benutzer14 sichtbar gemacht. Ebenso erhält der Benutzer14 ein Akustiksignal10 , das zur Beschreibung des Anlagenzustandes dient. Dieses Akustiksignal10 wird dem Benutzer14 mit Hilfe einer Tonwiedergabeeinheit3b hörbar gemacht. Zur Erzeugung des Akustiksignals10 kann beispielsweise in der Nähe der Anlage2 ein Mikrofon angebracht sein. - Der Benutzer
14 ist in dem dargestellten Anwendungsszenario in der Lage, Steuerungsbefehle an die Anlage2 in Form von Gestik und Mimik und in Form von Sprachsignalen zu vermitteln. Hierzu enthält das System eine Bilderfassungseinheit4a , mit der Körperbewegungen des Benutzers14 erfasst und entsprechende Bilderkennungsinformationen11 generiert werden können, die an die Verarbeitungseinheit5 weitergegeben werden. - Zur Erfassung und Verarbeitung der Sprachbefehle des Benutzers
14 enthält das System eine Spracherfassungseinheit4b , mit der die Sprachbefehle erfasst und entsprechende Spracherkennungsinformationen12 generiert werden. Auch die Spracherkennungsinformationen12 werden an die Verarbeitungseinheit5 weitergegeben. - Die Verarbeitungseinheit
5 generiert aus den Bilderkennungsinformationen11 und den Spracherkennungsinformationen12 ein entsprechendes Steuersignal15 , mit dem die Anlage2 gesteuert werden kann. - In dem beschriebenen Anwendungsszenario des Systems
1 kann sich der Benutzer14 an einem von der Anlage2 entfernten Ort befinden und den aktuellen Zustand der Anlage2 mit Hilfe von Bild- und Akustiksignalen verfolgen. Darüber hinaus ist der Benutzer14 in der Lage, durch Gestik und Mimik und durch Sprachsignale berührungslos die Anlage2 zu steuern. - Durch die überlagerte Darstellung der von der Kamera
9 aufgenommenen Anlage2 und den Bedienelementen, die durch die zweite Bildinformationsmenge7 dargestellt werden, wird dem Benutzer14 ein möglichst realitätsnahes und aktuelles Bild der Anlage2 vermittelt. Auf diese Weise ist der Benutzer14 in der Lage, Reaktionen auf die von ihm initiierten Steuerbefehle direkt zu beobachten. Weiterhin wird dem Benutzer14 durch die realitätsnahe Darstellung der Anlage2 wenig Abstraktionsvermögen abverlangt. - Neben dem in
2 beschriebenen Anwendungsszenario, bei dem eine Projektion des realen Anlagebildes und der Bedienelemente auf eine Projektionsfläche13 durchgeführt wird, ist auch eine Projektion in Luft möglich. Hierbei wird die dritte Bildinformationsmenge8 holografisch dargestellt. Da man bei dieser Art der Darstellung nicht auf eine Projektionsfläche angewiesen ist, ist ein noch flexiblerer Einsatz des Systems1 mit Hilfe der holografischen Darstellung möglich. Das entsprechende Bild kann an verschiedenen Orten in Abhängigkeit der aktuellen Position des Benutzers14 eingespielt werden. Hierzu wird der Benutzer14 z. B. per Funk oder per optischer Bilderkennung geortet und identifiziert. Der Projektor befindet sich an der Decke und projiziert das Bild in das Sichtfeld des Benutzers14 . - Zur Vermittlung des Anlagenzustandes kann dem Benutzer
14 neben den Bildinformationen8 und dem Akustiksignal10 auch ein haptisches Signal zur Verfügung gestellt werden. Hierzu trägt der Benutzer14 ein Schwingungsgerät mit sich, das die Schwingung an seinen Körper weitergibt. Die Verarbeitungseinheit5 erkennt die aktuelle Bedienung des Benutzers14 und vergleicht diese mit der Reaktion der Anlage2 . Schwingt die Anlage aufgrund eines bestimmten Maschinenzustandes, so wird diese Schwingung in ein Schwingungssignal umgewandelt, und dem Benutzer14 mit Hilfe des Schwingungsgerätes erkenntlich gemacht. - Zusammenfassend betrifft die Erfindung ein Bedien- und Beobachtungssystem für industrielle Anlagen, das eine von der Anlage hardwaretechnisch entkoppelte Bedienung der Anlage und eine hardwaretechnisch entkoppelte Visualisierung des Anlagenzustandes erlaubt. Zur Bedienung der Anlage werden einem Benutzer hierfür notwendige virtuelle und/oder reale Bedienelemente zur Bedienung der Anlage durch Projektion auf eine Projektionsfläche oder nach dem Prinzip der Holografie in Luft visualisiert. Der Benutzer kann auf die projizierten Be dienelemente durch Fingerdruck zugreifen. Alternativ ist auch eine Bedienung durch Gestik, Mimik oder Sprache vorgesehen. Um dem Benutzer den Bezug der projizierten Bedienelemente zur realen Anlage zu erleichtern, wird zusätzlich eine Abbild der realen Anlage projiziert, wobei es sich insbesondere um ein direkt aufgenommenes Bild der Anlage handelt, welches den aktuellen Zustand der Anlage reflektiert und somit die Reaktion der Anlage auf Benutzereingaben zugänglich macht. Zusätzlich zu den visuellen Information sind auch akustische und/oder haptische Informationen zur Vermittlung des Anlagenzustandes vorgesehen.
Claims (16)
- System (
1 ) zum Bedienen und Beobachten mindestens einer Anlage und/oder Anlagenkomponente (2 ) mit einer Wiedergabeeinheit (3 ), einer Befehlserfassungseinheit (4 ) zur Erfassung von Benutzereingaben und einer Verarbeitungseinheit (5 ) dadurch gekennzeichnet, dass die Verarbeitungseinheit (5 ) zur Verknüpfung einer ersten und einer zweiten Bildinformationsmenge (6 ,7 ) zu einer dritten Bildinformationsmenge (8 ) dient, wobei die erste Bildinformationsmenge (6 ) auf einem Abbild der Anlage und/oder Anlagenkomponente (2 ) basiert, die zweite Bildinformationsmenge (7 ) zur Darstellung von Bedienelementen vorgesehen ist und die dritte Bildinformationsmenge (8 ) zur Visualisierung mittels einer Bildwiedergabeeinheit (3a ) der Wiedergabeeinheit (3 ) vorgesehen ist. - System (
1 ) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das System eine Bilderfassungseinheit (9 ) zur Erfassung der ersten Bildinformationsmenge (6 ) aufweist. - System (
1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bilderfassungseinheit (9 ) als Kamerasystem zur insbesondere kontinuierlichen Erfassung der ersten Bildinformationsmenge (6 ) ausgeführt ist. - System (
1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wiedergabeeinheit (3 ) eine Tonwiedergabeeinheit (3b ) zur Wiedergabe von Akustiksignalen (10 ) und/oder eine Wiedergabeeinheit zur Wiedergabe haptischer Signale und/oder eine Wiedergabeeinheit zur Wiedergabe geruchsbildender Signale aufweist. - System (
1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bildwiedergabeeinheit (3a ) als Projektionsgerät ausgeführt ist und zur Darstellung der dritten Bildinformationsmenge (8 ) auf einer Projektionsfläche (13 ) oder holografisch in Luft dient. - System (
1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Befehlserfassungseinheit (4 ) eine Bilderkennungseinheit (4a ) zur Erfassung einer Körperbewegung eines Benutzers (14 ) und zur Generierung entsprechender Bilderkennungsinformationen (11 ) und/oder eine Spracherkennungseinheit (4b ) zur Erfassung von akustischen Befehlen des Benutzers (14 ) und zur Generierung entsprechender Spracherkennungsinformationen (12 ) aufweist. - System (
1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Bildinformationsmenge (7 ) zur Kennzeichnung virtueller Bedienelemente dient. - System (
1 ) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Bildinformationsmenge (7 ) zur Kennzeichnung real an der Anlage oder Anlagenkomponente (2 ) vorhandener Bedienelemente dient. - Verfahren zum Bedienen und Beobachten mindestens einer Anlage und/oder Anlagenkomponente (
2 ) mit Hilfe einer Wiedergabeeinheit (3 ), einer Befehlserfassungseinheit(4 ) zur Erfassung von Benutzereingaben und einer Verarbeitungseinheit (5 ) dadurch gekennzeichnet, dass mit Hilfe der Verarbeitungseinheit (5 ) zwei Bildinformationsmengen (6 ,7 ) zu einer dritten Bildinformationsmenge (8 ) verknüpft werden, wobei die erste Bildinformationsmenge (6 ) auf einem Abbild der Anlage und/oder Anlagenkomponente (2 ) basiert, die zweite Bildinformationsmenge (7 ) Bedienelemente darstellt und die dritte Bildinformationsmenge (8 ) mittels einer Bildwiedergabeeinheit (3a ) der Wiedergabeeinheit (3 ) visualisiert wird. - Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass mit Hilfe einer Bilderfassungseinheit (
9 ) die erste Bildinformationsmenge (6 ) erfasst wird. - Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass mit Hilfe eines Kamerasystems die erste Bildinformationsmenge (
6 ) insbesondere kontinuierlich erfasst wird. - Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass Akustiksignale (
10 ) mit Hilfe einer Tonwiedergabeeinheit (3b ) und/oder haptische Signale und/oder geruchsbildende Signale wiedergegeben werden. - Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass mit Hilfe eines Projektionsgeräts die dritte Bildinformationsmenge (
8 ) auf einer Projektionsfläche (13 ) oder holografisch in Luft dargestellt wird. - Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass mit Hilfe einer Bilderkennungseinheit (
4a ) eine Körperbewegung eines Benutzers (14 ) erfasst und entsprechende Bilderkennungsinformationen (11 ) generiert werden und/oder mit Hilfe einer Spracherkennungseinheit (4b ) akustische Befehle des Benutzers (14 ) erfasst und entsprechende Spracherkennungsinformationen (12 ) generiert werden. - Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass anhand der zweiten Bildinformationsmenge (
7 ) virtuelle Bedienelemente gekennzeichnet werden. - Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass anhand der zweiten Bildinformationsmenge (
7 ) real an der Anlage oder Anlagenkomponente (2 ) vorhandene Bedienelemente gekennzeichnet werden.
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