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Die
Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur anaeroben Reinigung von
Abwasser nach dem Oberbegriff des Hauptanspruchs.
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Es
sind so genannte Bioreaktoren zum anaeroben Reinigen von Abwässern bekannt,
bei denen das zu reinigende Abwasser in einen Behälter eingeleitet
wird, in dem sich Mikroorganismen in Form eines Schlammbettes befinden.
Das Anwendungsgebiet solcher Bioreaktoren umfasst alle Abwasserarten,
die durch anaerobe Abbauvorgänge
biologisch gereinigt werden können.
Die abzubauenden Substanzen können
im Abwasser in gelöster
Form oder als dispergierte Feststoffe vorliegen. Üblicherweise handelt
es sich um eine Mischung aus gelösten
und dispergierten Substanzen.
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Zur
Reinigung solcher Abwässer
wurden unterschiedliche Reaktortypen entwickelt. Aus der
EP 0 170 332 und auch aus
der
DE 198 15 616 ist
eine Vorrichtung bekannt, die auf dem so genannten UASB-Verfahren
(Upflow Anaerobic Sludge Bed) basiert und die einen aufrecht stehenden
Behälter
umfasst, in dem im Bodenbereich eine Abwasserleitung einmündet, die
mit einem üblichen
Verteilsystem für das
Abwasser versehen sein kann. In dem unteren Bereich befindet sich
eine mit Mikroorganismen versetzte Sinkschlammzone. Über die
Höhe des
Behälters
ist eine Mehrzahl von Gassammlern angeordnet, von denen Gasleitungen
einerseits in eine Steigleitung und andererseits in eine Abfuhrleitung
münden, die
beide mit einer Gas-Schlamm-Trenneinrichtung verbunden sind. Eine
Abzweigung der Steigleitung mündet
in die Sinkschlammzone am Boden des Behälters, so dass ein Teil des
vom Gassammler kommenden Gases als Gasheber zum Heben des Sinkschlamms
einsetzbar ist. Oberhalb der oberen Gassammler, die gleichzeitig
zum Abhalten von Schwimmschlamm dienen, ist ein Überlauf zum Abführen des
gereinigten Abwassers vorgesehen.
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Weiterhin
ist aus der
EP 0 169 620 ein
Reaktor bekannt, der gleichfalls zur anaeroben Reinigung von Abwasser
dient und in dem ein Verteilsystem für die Zufuhr von Abwasser in
die Nähe
des Bodenbereichs eines Behälters
vorgesehen ist. Das Verteilsystem umfasst eine Mehrzahl von in einer
Ebene liegenden Rohrleitungen, die schräg nach unten gerichtete Ausströmöffnungen
aufweisen. Auf diese Weise soll die Strömungsenergie des Wassers ausgenutzt werden,
um das Wasser mit dem sich im unteren Bereich befindenden Schlamm
zu mischen.
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Die
am Markt etablierten Reaktoren beruhen in hohem Maße auf dem
oben angegebenen UASB-Verfahren und sind für relativ hohe Raumbelastungen
im Bereich von 15 – 30
kg css/m3/d ausgelegt. Trotz ihrer prinzipiell
guten Eignung für
die anaerobe Abwasserreinigung haben diese Reaktoren die Gemeinsamkeit,
dass sie speziell bei sehr leicht abbaubaren Abwasserinhaltsstoffen
Probleme mit der Schlammimmobilisierung haben. Im praktischen Betrieb
werden die Folgen dieser Problematik durch zwei Phänomene erkennbar,
nämlich
durch einen langsamen, kontinuierliche verlaufenden Biomasseaustrag
und damit verbundenem fortschreitenden Leistungsverlust oder durch
spontan erfolgendem massiven Biomasseaustrag mit der Folge einer
ernsten Betriebsstörung
durch den schnell auftretenden vollkommenen Leistungsverlust. Diese
Schwachpunkte der Reaktoren sind bei Herstellern und Betreibern
hinlänglich
bekannt. Hieraus erklärt
sich auch die Vielzahl der Entwicklungen auf dem Bereich der Abscheidertechnik,
die darauf abzielen, diese Probleme zu lösen. Die Ursache des Problems
ist aber mit einer Optimierung der Abscheidertechnik nicht zufrieden
stellend zu beheben.
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Durch
die biologische Überlastung
verlieren die für
alle Reaktortypen kennzeichnenden Schlammgranulate ihre Fähigkeit
zum Stoffaustausch, insbesondere zur Abgabe des erzeugten Biogases
vollkommen oder zumindest teilweise. Der Einschluss des erzeugten
Biogases reduziert das spezifische Gewicht der Granulate, die im
Normalfall schwerer sind als Wasser. Hierdurch nimmt deren Sinkgeschwindigkeit
ab, die im optimalen Fall Werte von über 80 m/h im Wasser aufweisen
kann. Die derart geschädigten
Granulate weisen keine nennenswerte Sinkgeschwindigkeit mehr auf.
In Extremfällen führt dieses
bis zum Aufschwemmen der Granulate. Durch den in diesem Fall fehlerhaften
Dichteunterschied zwischen dem Abwasser und den Schlammgranulaten
versagen alle Abscheidertechniken, da für diese zumindest eine geringfügig höhere Dichte der
zurückhaltenden
Feststoffe erforderlich ist.
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Der
Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur
anaeroben Reinigung von Abwasser zu schaffen mit der Betriebsprobleme, die
auf eine Schlammüberlastung
zurückzuführen sind,
verhindert oder deutlich reduziert werden.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die
kennzeichnenden Merkmale des Hauptanspruchs in Verbindung mit den
Merkmalen des Oberbegriffs gelöst.
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Dadurch,
dass die Abwasserzulaufanordnung mindestens zwei Verteilerebenen
aufweist, in denen jeweils Rohrleitungen mit Ausströmöffnungen angeordnet
sind, wird die biologische Schlammüberlastung im Normalbetrieb
des Reaktors, auch bei sehr leicht abbaubaren Abwasserinhaltsstoffen
vermieden. Bei einem Überschreiten
der Nennbelastung des Reaktors werden die auftretenden Überbelastungserscheinungen
deutlich vermindert.
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Durch
die in den Unteransprüchen
angegebenen Maßnahmen
sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen möglich.
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Besonders
vorteilhaft ist, dass die Verteilung der Abwasserzuführung in
den unterschiedlichen Ebenen abhängig
vom Prozessverlauf, z.B. vom Methan-Kohlendioxidverhältnis und
auf der Basis des pH-Wertes im Schlammbad durch getrennte Antriebe bzw.
Pumpen über
eine Regeleinrichtung geregelt werden kann.
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Dadurch,
dass der Behälter
komplett von der Atmosphäre
abgeschlossen ist und einen Gassammelraum im oberen Teil des Behälters vorgesehen ist,
kann in einfa cher Weise über
ein Ablaufsystem eine Zweiphasen-Trennung
von Abwasser und Biogas vorgenommen werden. Dies wird dadurch unterstützt, dass
aufgrund der erfindungsgemäßen Abwasserverteilung
eine hohe Sinkgeschwindigkeit der Schlammgranulate gewährleistet
werden kann.
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Mit
der Zweiphasentrennung kann die Vorrichtung vereinfacht werden,
da keine aufwendigen Dreiphasenabscheider mehr notwendig sind.
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Vorteilhaft
ist, insbesondere bei sehr schlanken Reaktoren mit hohen Ausströmgeschwindigkeiten,
den Reaktor bzw. Behälter
oberhalb des Schlammbetts mit Leitblechen auszurüsten, die einen Teil des Biogases
zu den Behälterwänden lenken und
in der mittleren Zone einen beruhigten Bereich erzeugen. Dadurch
können
sich eventuell durch die Ausströmung
mitgerissene Schlammpartikel besser absetzen.
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Ausführungsbeispiele
der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden in der
nachfolgenden Beschreibung näher
erläutert.
Es zeigen:
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1 eine
schematische Ansicht auf ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
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2 eine
perspektivische schematische Ansicht auf die erfindungsgemäße Abwasserzulaufanordnung,
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3 eine
schematische perspektivische Ansicht auf die Ablaufanordnung in
der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
und
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4 ein
zweites Ausführungsbeispiel
der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
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Der
in 1 dargestellte Reaktor 1 bzw. Vorrichtung
zur anaeroben Reinigung von Abwasser weist einen Behälter 2 in
Form einer Säule
auf. In dem Behälter 2 befindet
sich ein Schlammbett 3, das vorwiegend aus granulat- oder
pelletförmig
immobilisierten Mikroorganismen besteht. Das Schlammbett 3 befindet
sich im Wesentlichen in der unteren Hälfte des Behälters 2,
während
das Wasser in steigendem Reinigungsgrad nach oben aufschwemmt. Im
Reaktorkopf, d.h., oberhalb einer Wasserlinie 20 ist ein Gassammelraum 4 vorgesehen,
in dem sich aufsteigendes Biogas sammelt. Eine Ausströmleitung 5 ist mit
dem Gassammelraum 4 verbunden und führt das Biogas ab. Der Reaktor 1 bzw.
der Behälter 2 ist
vollständig
von der Atmosphäre
abgeschlossen, so dass das im Reaktor 1 befindliche Abwasser
keine Kontaktfläche
mit der Umgebungsluft aufweist.
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Im
Bereich des Schlammbettes 3 ist eine Abwasserzulaufanordnung 6 vorgesehen,
wie sie näher in 2 dargestellt
ist. Die Abwasserzulaufanordnung 6 weist im Ausführungsbeispiel
zwei Verteilerebenen 7, 8 auf, wobei im Ausführungsbeispiel
entsprechend 2 von einer Zulaufrohrleitung 9, 10 in jeder
Ebene parallel angeordnete lang gestreckte Rohrleitungen 11 abgehen.
Die lang gestreckten Rohrleitungen 11 weisen über ihre
Länge verteilt Ausströmöffnungen 12 auf.
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Selbstverständlich können mehrere
Verteilerebenen 7, 8 vorgesehen sein, die sich
hierbei im gesamten Bereich des Schlammbetts 3 befinden
können,
vorzugsweise sind sie jedoch in der unteren Hälfte des Schlammbetts 3 angeordnet.
Dabei können
je nach Bedarf die Abstände
zwischen den Ebenen gleichmäßig oder
nach oben zunehmend sein. Die unterste Zulaufebene 7 ist
in unmittelbarer Bodennähe
vorgesehen. Bei höherer
Anordnung in Bezug auf den Behälter 2 sollte
der maximale Abstand zum Boden 50 cm nicht überschreiten.
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Grundsätzlich können die
Ausströmöffnungen 12 in
beliebigen Winkeln zur Bodenfläche
angeordnet sein. Im Regelfall sind die Ausströmöffnungen 12 parallel
zur Bodenfläche
des Behälters 2 angeordnet,
falls die unterste Verteilerebene 7 einen erhöhten Abstand
zum Boden aufweist, sollten die Ausströmöffnungen 12 dieser
Ebene 7 zum Boden gerichtet sein. Durch die Zuführung des
Abwassers, insbesondere durch Steuerung der Ausströmgeschwindigkeit des
Abwassers aus den Ausströmöffnungen 12 wird das
Schlammbett 3 expandiert, jedoch nicht fluidisiert.
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Selbstverständlich müssen die
Rohrleitungen nicht lang gestreckt sein, wie in 2 gezeigt
ist, sie können
in einer anderen Ausführungsbeispiel auch
gebogen oder gekrümmt
sein.
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In 1 geschieht
der Zulauf des Abwassers in die verschiedenen Verteilerebenen 7, 8 über eine
gemeinsame Leitung 13, die an eine entsprechende Pumpe
angeschlossen ist. In einem anderen Ausführungsbeispiel, wie es in 4,
aber auch in 2 angedeutet ist, können die
Ebenen 7, 8 von getrennten Zufuhrleitungen 14, 15 gespeist
werden, wobei auch getrennte Pumpen vorgesehen sein können. Dadurch
kann die Verteilung der Abwasserzuführung in den unterschiedlichen
Ebenen abhängig vom
Prozessverlauf gesteuert bzw. geregelt werden, wobei für die Steuerung/Regelung
Steuer-Regeleinrichtungen vorgesehen sind, die auf Basis des Methan/Kohlendioxidverhält nisses
im Biogas und auf Basis des pH-Wertes im Schlammbett angesteuert werden.
Angestrebt wird eine auf KI(Künstliche
Intelligenz)-Methoden (z.B. Neuro-Fuzzy-Systeme) basierende Steuerung.
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Für gereinigtes
Abwasser ist im oberen Teil des Behälters 2 eine Ablaufanordnung 16 für gereinigtes
Abwasser vorgesehen, die näher
in 3 dargestellt ist, wobei der Behälter 2 in 3 nur
durch einen Zylindermantel angedeutet ist. Die Ablaufanordnung 16 besteht
aus einem Rohrsystem mit einer Ablaufleitung 18, in die
mehrere parallel angeordnete lang gestreckte Rohrleitungen 17 münden. Die
Rohrleitungen 17 weisen Ablauföffnungen 19 auf, die über die
Länge der
Rohrleitungen 17 verteilt sind und die nach oben, d.h.
in Richtung der Gassammelkammer 4 gerichtet sind, damit
kein Biogas in die Ablauföffnungen
gelangt. Wie zu erkennen ist, liegt die Ablaufanordnung 16 dicht
unter der Gas-Wassertrennlinie 20 im Reaktor, sollte jedoch
einen vorgegebenen Mindestabstand, der bei einem Reaktor mit einer Höhe von 20
m und einem Reaktordurchmesser von 5 m ca. 30 cm beträgt, nicht
unterschreiten, um zu vermeiden, dass bei wechselnden Gasdrücken Biogas
in den Abwasserablauf gelangen kann.
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Das
Ablaufsystem 16 und die Biogassammelkammer 4 mit
der Biogasleitung 5 stellen ein Zweiphasen-Trennsystem
dar, das aufgrund der hohen Sinkgeschwindigkeit der Schlammgranulate,
die durch die Abwasserzulaufanordnung gewährleistet wird, möglich wird.
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Die
Zweiphasentrennung wird durch ein Ausführungsbeispiel entsprechend 4 weiter
verbessert, bei dem oberhalb des Schlammbetts 3 Biogasleitbleche 21 vorgesehen
werden, die schräg
angeordnet sind, derart, dass sie einen Teil des Biogases, der durch
die Pfeile angedeutet ist, zu den Behälterwänden gelenkt wird. Dadurch
entsteht in der mittleren Zone unterhalb des Ablaufsystems 16 ein
beruhigter Bereich 22, in dem sich eventuell durch Ausströmung mitgerissene
Schlammpartikel besser absetzen können.
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In
diesem Ausführungsbeispiel
ist auch die getrennte Zuführung
des Abwassers zu den Verteilerebenen 7, 8 dargestellt
und durch zusätzliche
Pumpen 23, 24, die durch eine Steuer-/Regeleinheit 25 geregelt
werden können,
realisiert.
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Für die Auslegung
der Abwasserzulaufanordnung 6 spielt die Anzahl der Zulauföffnungen 12 eine
merkbare Rolle. In der bisherigen Praxis wird die Festlegung der
Düsenanzahl
auf Basis hydraulischer Berechnungen durchgeführt (z.B. Einstellung einer bestimmten
Reynoldszahl am Düsenausgang).
Die Belastung im Einlaufbereich bleibt unberücksichtigt. Die erforderliche
Anzahl von Zulauföffnungen 12 wird nach
dem derzeitigen Stand mit einer Anordnung in einer Ebene in Anzahl
der Öffnungen
pro m2 Reaktorgrundfläche angegeben. Bei der Abwasserzulaufanordnung 6 mit
mehreren Verteilerebenen ist dieser Parameter unzureichend, zudem
gibt er keinen Aufschluss über
Schlammbelastung im unmittelbaren Bereich des Reaktorzulaufs.
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Für die Auslegung
der Abwasserzulaufanordnung 6 in zwei oder mehreren Ebenen
werden die folgenden Definitionen und Parameter verwendet:
Es
wird eine Zulaufzone VZ[m3]
definiert, die den Bereich des Reaktors 1 beschreibt, in
dem sich die Ausströmöffnungen 12 befinden
und in dem die Biomasse des Reaktors 1 in direkten Kontakt
mit unbehandeltem Abwasser kommt. Die Definition der Zulaufzone
ermöglicht
die Bestimmung der Schlammbelastung im Zulaufbereich und gibt damit
Aufschluss über einen
biologisch relevanten Parameter.
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Zur
räumlichen
Festlegung wird definiert, dass die Zulaufzone VZ sich
innerhalb der folgenden Grenzen befindet
Untere Grenze: Reaktorboden
Seitengrenze:
seitliche Reaktorabgrenzung
Obergrenze: 0,5 m über der
letzten Zulaufebene
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Dieser
pauschal angesetzte Abstand von 0,5 m ist in der Praxis mit Sicherheit
ausreichen. Genau genommen müssten
die Abmessungen des Reaktors sowie die hydraulischen Verhältnisse
(Wasser-Aufströmgeschwindigkeit,
Turbulenzen) mit berücksichtigt
werden.
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Für die Bestimmung
der Initialbelastung wird davon ausgegangen, dass das komplette
Abwasser die Zulaufzone VZ des Reaktors 2 passieren
muss. Die Schmutzfracht ist in dieser Zone zwar nicht vollständig abgebaut,
dennoch wird durch eine andauernd hohe Initialbelastung der Schlamm
gestresst. Insbesondere kann eine hohe Initialbelastung bei leicht
abbaubaren Wasserinhaltsstoffen schnell zum Auftreten von Überlasterscheinungen
führen.
Daher muss die Initialbelastung niedrig gehalten werden.
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Der
neu eingeführte
Begriff "Initialbelastung" (Zulaufzonenbelastung)
wurde zur Abgrenzung der Belastung der Zulaufzone von der Raumbelastung des
Reaktors (in der Praxis häufig
auch einfach "Reaktorbelastung" genannt) gewählt.
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Die
Initialbelastung B
I des Schlamms errechnet
sich aus:
wobei B
CSB die
organische Belastung des Reaktors
ist und V
Z das
Volumen der Zulaufzone [m
3] ist.
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Berechnungsbeispiel
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Im
Folgenden wird für
die Initialbelastung des Schlamms bei einer Abwasserzulaufanordnung nach
dem Stand der Technik und nach der Erfindung eine Beispielsrechnung
durchgeführt:
Als
Ansatz werden eine gängige
Geometrie und ein mittlerer Belastungswert für Industriereaktoren gewählt:
Reaktordurchmesser
(d): 5 m,
Reaktorhöhe
(h): 20 m,
Organische Belastung (BCSB)
8000 kgCSB/d.
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In
einem herkömmlichen
Reaktorsystem ergibt sich hieraus eine Initialbelastung für den Schlamm
von:
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Initialbelastung
mit einer Abwasserzulaufanordnung in mehreren Ebenen mit einer Verteilung
der Ausströmöff nungen
12 im
Bereich von 0 – 3
m Höhe:
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Durch
diese deutlich niedrigere Initialbelastung bei einer Abwasserzulaufanordnung
mit mehreren Ebenen wird die Betriebsstabilität des Reaktors erheblich gesteigert.
Die Berechnung setzt eine möglichst
gleichmäßige Verteilung
von Zulaufebenen/Zulauföffnungen
in der Zulaufzone voraus.
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Für eine homogene
Verteilung des Abwassers muss eine ausreichende Anzahl von Ausströmöffnungen
12 in
der Zulaufzone vorhanden sein. Die Anordnungsdichte D
D der
Ausströmungsöffnungen
12 berechnet
sich aus der Gesamtanzahl der Ausströmöffnungen sowie der Größe der Zulaufzone
V
Z:
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Es
lässt sich
abschätzen,
dass der Parameter DD bei den Reaktoren
zwischen 4/m3 und 1/m3 liegen
wird.