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Die
Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Gleitlagerbuchsen,
die einen außen
mit einer Korrosionsschutzschicht versehenen Metallmantel als Träger und
eine Gleitschicht aus Kunststoff aufweisen. Gleitlagerbuchsen, die
nach der eingangs genannten Art hergestellt sind, sind allgemein
bekannt und finden vielseitige Verwendung in Scharnieren und Lagern
verschiedenster Art, insbesondere im Automobilbereich. Der Betrieb
der Gleitlagerbuchsen ist wartungsfrei, d. h. eine Schmierung der
Lager ist nicht erforderlich. Der Einbau der Gleitlagerbuchsen in
die entsprechenden Scharniere und Lager erfolgt in der Regel durch
Einpressen mit geeigneten Werkzeugen. Die Gleitlagerbuchsen werden
daher auch als einpressbare wartungsfreie Gleitlagerbuchsen bezeichnet.
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Beispiele
für bekannte
einpressbare Gleitlagerbuchsen sind u. a. in den Druckschriften
DE 35 34 242 ,
EP 0 217 462 und
WO 90/12965 A1 beschrieben.
Derartige Buchsen weisen üblicherweise
einen Metallmantel auf, der auf seiner Innenseite mit einer Kunststoff-Gleitschicht
("Laufschicht") auf Basis von Fluorpolymer-Compounds
(z. B. PTFE mit Glasfaser-Graphit-Füllstoff)
versehen ist. Je nach gewünschten
Laufeigenschaften enthält
die Kunststoff-Gleitschicht zusätzlich
noch ein Zinn/Bronze-Drahtgewebe oder ein Streckmetall als Verstärkungsmaterial,
welches in den Fluorpolymer-Compound eingebettet ist. Ferner ist
beispielsweise aus der
WO
99/05425 A1 bekannt, als Kunststoff- Gleitschicht ein oberflächenstrukturiertes
Metallblech mit wabenförmigen
Ausnehmungen vorzusehen, wobei das Fluorpolymer-Compound adhäsiv auf der Oberfläche des
Metallblechs haftet und die wabenförmigen Ausnehmungen ausfüllt. Metallmantel
und Kunststoff-Gleitschicht werden in den beschriebenen Gleitlagerbuchsen üblicherweise
durch einen Schmelzklebefilm (z. B. PFA, ETFE) miteinander verbunden.
Die
DE 38 81 511 T2 offenbart
ein Verfahren zur Verbesserung der Gleiteigenschaften eines metallischen
Trägermaterials
durch gemeinsames mechanisches Aufbringen von Gleitmittelteilchen
und Metallpulver. Das Metallpulver bildet während des mechanischen Aufbringens
eine poröse plattierte
Auflage, die die Gleitmittelteilchen einschließt wodurch die Gleiteigenschaften
des metallischen Trägermaterials
erhöht
werden. Die
DE 1 521
386 B offenbart eine Promotermasse zum mechanischen Aufbringen
von metallischen Überzügen auf
metallische Gegenstände.
In einer rotierenden Trommel in Gegenwart von pulverförmigen Überzugsmaterial,
Prellmedien, einer sauren Substanz und Wasser.
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Zum
Schutz vor Korrosion ist es ferner üblich, den Metallmantel der
Gleitlagerbuchse auf seiner Außenseite
und an den Stirnseiten mit einer Korrosionsschutzschicht aus Zink
oder Zink/Nickel, Zinn, Zink-Aluminium und gegebenenfalls Chrom
zu versehen. Bei der Herstellung von bekannten Gleitlagerbuchsen
erfolgt das Aufbringen der Zink- bzw. Zink/Nickelschicht durch galvanisches
Verzinken, d. h. die fertigen Gleitlagerbuchsen werden in ein galvanisches
Zink- bzw. Zink/Nickelbad
gegeben, in dem die korrosionsschützende Zink- bzw. Zink/Nickelschicht
elektrolytisch abgeschieden wird.
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Untersuchungen
der Anmelderin im Vorfeld der Erfindung haben nun gezeigt, dass
beim galvanischen Verzinken der Gleitlagerbuchsen Zinkabscheidungen
auf der Laufschicht im Flanschbereich entstehen, die sich nachteilig
auf die Gleiteigenschaften der Buchsen auswirken. Es wird angenommen,
dass die Zinkabscheidungen dadurch entstehen, dass bei der Flanschformung
in der Kunststoff-Laufschicht Mikrorisse entstehen, über welche
der Elektrolyt bis auf die Metallverstärkung (z. B. Bronzegewebe)
eindringen kann und somit die elektrolytische Abscheidung von Zink
ermöglicht.
Es wurde festgestellt, dass die Zinkabscheidungen trotz ihrer geringen
Menge im Mikrogrammbereich einen nachteiligen Effekt auf die Anfangsgleiteigenschaften
der Gleitlager haben. Insbesondere wurde festgestellt, dass die
Zinkabscheidungen in der Einlaufphase der Gleitlagerbuchse zu einer
Erhöhung
des Reibungskoeffizienten sowie zu einer Verringerung des Tragvermögens und
der Verschleißbeständigkeit
führen.
Der erhöhte
Abrieb wirkt sich nachteilig auf die Lebensdauer der Gleitlager
aus.
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Nachteilig
an dem galvanischen Verzinken der Gleitlagerbuchsen ist ferner,
dass es häufig
zu einer Beschädigung
von einzelnen Buchsen durch Lichtbogenüberschläge und dadurch zu einer relativ
hohen Ausschussrate an defekten Buchsen kommt. Die Lichtbogenüberschläge sind
auf den mangelhaften elektrischen Kontakt der polymerbeschichteten
Buchsen und die damit verbundenen lokalen Feldkonzentrationen während der
Elektrolyse zurückzuführen.
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Aus
der DIN-Norm ISO 12683 ist ferner bekannt, metallische Bauteile
mechanisch zu plattieren, d. h. mit einem Zinküberzug zu versehen, der mit
Hilfe einer geeigneten Trommelvorrichtung aufgebracht wird. Das Verfahren
wird auch als Kugelplattieren bezeichnet, denn es beruht im Wesentlichen
darauf, dass in der Trommel Glaskügelchen unterschiedlicher Abmessungen
Zinkstaubpartikel in die Oberfläche
der zu plattierenden Bauteile eindrücken. Bei diesem Verfahren
wird weder elektrischer Strom, noch Wärmezufuhr benötigt.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Herstellung
von Gleitlagerbuchsen der eingangs genannten Art bereitzustellen,
welche ausgezeichnete Gleiteigenschaften und eine hervorragende Korrosionsbeständigkeit
aufweisen. Insbesondere soll durch das Aufbringen der Korrosionsschutzschicht
die Funktion und die Lebensdauer der Buchsen nicht beeinträchtigt werden.
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Diese
Aufgabe wird erfindungsgemäß durch
ein Verfahren zur Herstellung einer Gleitlagerbuchse umfassend einen
außen
mit einer Korrosionsschutzschicht versehenen Metallmantel als Träger und
eine Gleitschicht aus Kunststoff gelöst, bei dem
- – die Kunststoff-Gleitschicht
mit dem Metallmantel innig verbunden ist und ein Verbundmaterial
bildet,
- – Streifenzuschnitte
davon gerollt und geflanscht werden,
- – die
Buchsen zunächst
mit einem mild alkalischen Reiniger gereinigt und entfettet werden
und
- – das
Auftragen des Korrosionsschutzmittels durch Umwälzen der Gleitlagerbuchse in
einem Gemisch, enthaltend pulverförmiges Korrosionsschutzmittel
und Hartstoffkörper
erfolgt.
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Im
Gegensatz zu bekannten Herstellungsverfahren, die ein elektrolytisches
Aufbringen der Korrosionsschutzschicht (z. B. durch galavanisches
Verzinken) vorsehen, erfolgt das Aufbringen des Korrosionsschutzmittels
im erfindungsgemäßen Verfahren
auf mechanische Art, nämlich
durch Eindrücken
in die Oberfläche
des Metallmantels.
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So
drücken
beim erfindungsgemäß vorgesehenen
Umwälzen
der Gleitlagerbuchse in einem Gemisch enthaltend pulverförmiges Korrosionsschutzmittel
und Hartstoffkörper
die Hartstoffkörper
die Korrosionsschutzmittel-Partikel in die Oberfläche des
Metallmantels der Gleitlagerbuchsen ein.
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Vor
dem Plattierungsvorgang ist erfindungsgemäß vorgesehen, die Gleitlagerbuchsen
zunächst gründlich zu
reinigen und zu entfetten. Die Entfettung kann auf beliebige Weise
erfolgen, insbesondere bietet sich als Fettlöser heiße, alkalische Seifenlösung an.
Die entfetteten Buchsen können
anschließend
in ein Säurebad
getaucht und dann mit Wasser gespült werden.
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Überraschend
wurde festgestellt, dass das erfindungsgemäße mechanische Aufbringen des
Korrosionsschutzmittels gegenüber
den üblichen
galvanischen Verfahren zu einer höheren Lebensdauer und zu verbesserten
Gleiteigenschaften der Gleitlagerbuchsen führt. Insbesondere wurde festgestellt,
dass es bei dem mechanischen Auftragen des Korrosionsschutzmittels
im Gegensatz zu den galvanischen Verfahren nicht zu einer Bildung
von Zinkablagerungen im Flanschbereich der Laufschicht kommt. Dass
mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
das Auftreten von Zinkablagerungen im Flanschbereich vermieden werden
kann war insbesondere deswegen überraschend,
weil auch beim erfindungsgemäßen Verfahren
die Flanschbereiche der Buchsen in direkten Kontakt mit Zinkpulver
(oder anderem Metallpulver) kommen. Dieser Kontakt führt jedoch überraschenderweise
nicht zu einer dauerhaften Zinkablagerung in den genannten Bereichen.
Die bei den herkömmlichen
galvanisch verzinkten Gleitlagerbuchsen beim Einlaufen infolge der
Zinkablagerungen beobachtete unerwünschte Erhöhung des Reibungskoeffizienten
und Verringerung des Tragvermögens
und der Verschleißbeständigkeit
treten bei dem erfindungsgemäßen Verfahren
nicht auf. Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten
Gleitlagerbuchsen weisen gegenüber
den üblichen
galvanisch verzinkten Gleitlagerbuchsen eine erhöhte Lebensdauer auf.
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Darüber hinaus
weisen die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten
Gleitlagerbuchsen gegenüber
den galvanisch verzinkten Buchsen eine verbesserte Haftung zwischen.
Metallmantel und Kunststoff-Gleitschicht auf. Eine Ablösung der
Kunststoff-Gleitschicht, insbesondere im anfälligen Flanschbereich, findet
nicht statt. Zudem hat sich gezeigt, dass das erfindungsgemäße Verfahren
gegenüber
dem herkömmlichen
galvanischen Verfahren schonender ist und zu weniger Beschädigungen
der Buchsen und damit zu einer geringeren Ausschlussrate bei der
Fertigung führt.
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Die
Merkmale der Unteransprüche
geben vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens
an.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
eignet sich zur Herstellung von Gleitlagerbuchsen aller Art und
ist nicht auf bestimmte Gleitlagerbuchsen beschränkt. Wesentlich ist lediglich,
dass die Gleitlagerbuchse einen Verbund von Metallmantel und Kunststoff-Gleitschicht
aufweist. Üblicherweise
weist die Gleitlagerbuchse einen an seinen Stirnseiten offenen hohlen
zylindrischen Körper
auf, der auf seiner Außenseite
den Metallmantel und auf seiner Innenseite die Kunststoff- Gleitschicht aufweist.
Die Gleitlagerbuchse kann an mindestens einer ihrer Stirnseiten
einen Flansch aufweisen, der ein einfaches Einpressen der Buchse
in ein Scharnier oder Lager ermöglicht.
Insbesondere ist das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung
von wartungsfreien Gleitlagern geeignet.
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Der
Metallmantel der Gleitlagerbuchsen kann aus beliebigen Metallen
und Metallegierungen bestehen. Besonders geeignete Metalle sind
Stahl, Edelstahl, Aluminium, Bronze, Messing, Titan und/oder Kupfer sowie
Legierungen aus diesen Metallen.
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Die
Kunststoff-Gleitschicht der Gleitlagerbuchsen enthält einen
Gleitlagerwerkstoff aus Kunststoff. Kunststoffe, die für solche
Zwecke geeignet sind, weisen neben guten Gleiteigenschaften in der
Regel eine hohe mechanische Belastbarkeit und/oder eine hohe Temperaturbeständigkeit
auf. Geeignete Kunststoffe sind beispielsweise Kunststoffe auf Basis
von fluorhaltigen Polymeren, insbesondere Polytetrafluorethylen
(PTFE), Polyfluoralkoxyalkenen (PFA, MFA) und/oder Tetrafluorethylen-Hexafluorpropylen
(FEP), sowie auch nicht fluorhaltige Polymere, wie insbesondere
Polyether-Etherketon
(PEEK) oder Polyethylen (PE), insbesondere hochmolekulares Polyethylen
(HMW-PE) und/oder ultrahochmolekulares Polyethylen (UHMW-PE).
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Die
Kunststoff-Gleitschicht kann zur Verbesserung des Tragvermögens und
zur Verringerung des Verschleißes,
Kaltflusses und der Haftreibung organische und/oder anorganische
Füllstoffe
enthalten ("Compounds"). Bevorzugte Kunststoff-Compounds
enthalten Glasfasern, Kohle, Graphit und/oder ein aromatisches Polyester.
Besonders geeignet sind Fluorpolymer/Glasfaser/Graphit-Compounds, Fluorpolymer/Kohle/Graphit-Compounds
und Fluorpolymer/aromatischer Polyester-Compounds.
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Die
Kunststoff-Gleitschicht der Gleitlagerbuchsen kann zur Verstärkung ferner
eine metallische Komponente enthalten, wobei die metallische Komponente
ein Verstärkungsmaterial
mit offener Struktur, ein Gewebe, insbesondere ein Drahtgewebe,
ein Streckmetall, ein Vlies, insbesondere ein Metallvlies, ein Metallschaum,
eine poröse
Metallschicht und/oder eine Lochblende sein kann. Im Fall einer
porösen
Metallschicht (insbesondere eine poröse Bronzeschicht) ist diese
vorzugsweise auf den Metallmantel aufgesintert. Die metallische
Komponente kann aus beliebigen Metallen oder Metallegierungen bestehen.
Vorzugsweise besteht sie aus einem Material ausgewählt aus
Bronze, Kupfer, Chrom, Nickel, Zink, Zink-Eisen-Legierung, Zink-Nickel-Legierung,
Aluminium, Zinnbronze, Stahl, Edelstahl und Legierungen davon.
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Die
Kunststoff-Gleitschicht der Gleitlagerbuchse ist mit dem Metallmantel
innig verbunden und bildet ein Verbundmaterial. Vorzugsweise wird
die Kunststoff-Gleitschicht mit dem Metallmantel über einen
Heißschmelzklebefilm,
insbesondere aus Ethylen-Tetrafluorethylen-Copolymer (ETFE), und/oder
Perfluoralkoxy-Copolymer (PFA), verbunden. Möglich ist jedoch auch, den
Metallmantel und die metallische Komponente der Kunststoff-Gleitschicht
(z. B. Drahtgewebe oder -streckmetall) metallisch, z. B. durch Versintern
oder Schweißen,
miteinander zu verbinden und anschließend das Gleitmaterial in die
metallische Komponente einzubringen. Bei einer derartigen metallischen
Verbindung ist die Verwendung eines Schmelzklebers zur Verbindung
von Metallmantel und Kunststoff-Gleitschicht
nicht erforderlich.
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Im
Folgenden wird der im erfindungsgemäßen Verfahren angewendete mechanische
Plattierungsvorgang zum Aufbringen der Korrosionsschutzschicht näher beschrieben.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
zeichnet sich dadurch aus, dass zur Ausbildung der Korrosionsschutzschicht
ein Korrosionsschutzmittel in Pulverform mechanisch auf den Metallmantel
der Gleitlagerbuchse aufgetragen wird. Den Vorgang des mechanischen
Auftragens bezeichnet man auch als Plattieren.
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Als
Korrosionsschutzmittel kommen beliebige Materialien in Frage, die
geeignet sind, als Oberflächenbeschichtung
die Korrosionsanfälligkeit
des Materials zu vermindern. Beim Korrosionsschutzmittel handelt
es sich vorzugsweise um ein duktiles Material, insbesondere um ein
duktiles Metall, das sich beim Plattieren in die Oberfläche des
Metallmantels eindrücken
läßt. Besonders
geeignet als Korrosionsschutzmittel sind Metallpulver, insbesondere
Zink, Zinn, Aluminium, Cadmium und/oder Legierungen davon. Es sind
aber auch nichtmetallische Korrosionsschutzmittel wie bestimmte
duktile Polymere denkbar. Gemäß einer
besonderes bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung wird Zink, insbesondere in Form von Zinkstaub, als
Korrosionsschutzmittel verwendet.
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Das
Korrosionsschutzmittel liegt in Pulverform vor. Unter Pulvern im
Sinne der Erfindung sind Teilchen mit einem mittleren Teilchendurchmesser
von 20 mm bis 1 μm
zu verstehen. Das Aufbringen erfolgt umso einfacher, je kleiner
der mittlere Teilchendurchmesser des verwendeten Pulvers ist. Vorteilhafterweise
liegt dieser bei 1 μm
bis 1 mm, vorzugsweise bei 3 bis 20 μm, noch bevorzugter bei 1 bis
10 μm und
insbesondere bei 3 bis 8 μm.
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Als
Hartstoffkörper
werden vorzugsweise kugelförmige
Hartstoffkörper,
z. B. Glaskugeln, eingesetzt. Die Hartstoffkörper weisen vorzugsweise einen
mittleren Teilchendurchmesser von 0,1 bis 10 mm, insbesondere von
0,4 bis 1,2 mm, auf. Die Größe der verwendeten
Hartstoffkörper
hat einen Einfluß auf
die Schnelligkeit und die Körnigkeit
der erhaltenen Beschichtung. Große Körper mit einem Teilchendurchmesser
von 3 bis 10 mm weisen eine hohe Stoßwirkung auf, was zu einem
schneller verlaufenden Plattierungsvorgang führt. Der Vorteil der Verwendung
von kleineren Körpern
mit einem mittleren Teilchendurchmesser von 0,1 bis 0,5 mm liegt
dagegen darin, dass sie Agglomerate zerschlagen, die sich unter
den Verfahrensbedingungen aus dem Beschichtungsmittel bilden und
zu einer unerwünschten
grobkörnigen
Beschichtungsoberfläche
führen.
Die Verwendung kleinerer Körper
führt daher
zwar zu einem langsameren Beschichtungsvorgang, liefert im Ergebnis
jedoch eine feinkörnigere
Beschichtung.
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Um
die Vorteile von großen
und kleinen Hartstoffkörpern
zu kombinieren, können
auch Mischungen aus diesen verwendet werden. Es hat sich gezeigt,
dass sich mit einem Mischungsverhältnis von 10 : 90 bis 50 :
50 Vol.%, insbesondere 20 : 80 bis 30 : 70 Vol.%, von Körpern mit
einem Teilchendurchmesser von 3 bis 10 mm zu Körpern mit einem mittleren Teilchendurchmesser
von 0,1 bis 0,5 mm eine Beschichtung erzielen lässt, die für den Einsatz von Gleitlagerbuchsen
besonders vorteilhafte Oberflächen-
und Korrosionsschutzeigenschaften aufweist. Vorzugsweise werden Glaskugeln
verschiedener Größe im angegebenen
Mischungsverhältnis
eingesetzt.
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Als
Material für
die Hartstoffkörper
eignen sich beliebige Materialien, deren Härte größer ist, als die Härte der
Korrosionsschutzmittel-Partikel. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung werden als Hartstoffkörper Glaskugeln eingesetzt,
da Glaskugeln einfach und preiswert, in vielen Größen erhältlich, ungiftig,
chemisch inert, nicht absorbierend, verschleißfest und wiederverwertbar
sind sowie eine geringe Reibungszahl und hohe Stoßfestigkeit
aufweisen.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung liegen Hartstoffkörper
und Gleitlagerbuchsen im Gemisch zu etwa gleichen Volumenteilen
vor. Es kann jedoch auch ein höherer
oder geringerer Anteil an Hartstoffkörpern gewählt werden. Ein höherer Anteil
an Hartstoffkörpern
ist insbesondere bei der Beschichtung von schweren Gleitlagerbuchsen
zweckmäßig, oder
auch wenn eine hohe Schichtdicke gewünscht wird. Üblicherweise
beträgt
das Volumenverhältnis
Hartstoffkörper
zu Gleitlagerbuchsen im erfindungsgemäßen Verfahren etwa 0,3 bis
etwa 3, insbesondere 1.
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Das
erfindungsgemäßen Verfahren
wird vorzugsweise in einer in einer mit dem Gemisch gefüllten rotierenden
Trommel durchgeführt,
in der das Gemisch umgewälzt
wird. Um die Umwälzung
des Gemischs in der Trommel zu verbessern, weist die Trommel vorzugsweise
innenseitig Ecken auf. Eine weitere Verbesserung des Umwälzvorganges
kann dadurch erzielt werden, dass die Trommel einen Boden aufweist
und der Querschnitt der Trommel zum Boden hin abnimmt. Die Trommel
sollte ferner gegenüber
den verwendeten Substanzen resistent sein.
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Vorzugsweise
wird daher eine Trommel aus rostfreiem Stahl eingesetzt, die zusätzlich noch
mit säure- bzw.
abriebresistentem Kunststoff oder Gummi beschichtet sein kann.
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Gemäß einer
weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung enthält
das Gemisch neben Korrosionsschutzmittel und Gleitlagerbuchsen noch
eine Flüssigkeit,
insbesondere Wasser. Vor allem, wenn ein Metallpulver, z. B. Zinkstaub,
als Korrosionsschutzmittel eingesetzt wird, hat es sich als vorteilhaft
erwiesen, dem Gemisch Wasser beizumengen und die wässrige Phase
des Gemischs auf einen pH-Wert von 0 bis 7, insbesondere von 1 bis
3 einzustellen.
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Die
Einstellung des pH Wertes kann durch Zugabe einer Säure erfolgen.
In einem sauren Medium wird die Oberfläche des Metallmantels der Gleitlagerbuchsen
angeätzt
und somit aktiviert. Je höher
der pH-Wert ist, desto langsamer verläuft generell der Beschichtungsprozess.
Der pH-Wert sollte daher 0 bis 7, vorzugsweise 1 bis 3 und noch
bevorzugter 1,7 bis 2,5 betragen. Die Einstellung des pH-Wertes
erfolgt durch Zugabe einer Säure.
Vorzugsweise handelt es sich bei der Säure um eine nichtoxidierende
Säure.
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Das
Volumenverhältnis
von Hartstoffkörpern
und Gleitlagerbuchsen zu Flüssigkeit
beträgt
vorzugsweise etwa 2 : 1. Dabei ist es vorteilhaft, den Flüssigkeitsstand
so einzustellen, dass er sich während
des Rotierens der Trommel knapp oberhalb der festen Bestandteile
des Gemischs befindet.
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Neben
den genannten Komponenten können
dem Gemisch noch übliche
Additive wie Aktivatoren, Promotoren, Entschäumungsmittel und Metallsalze,
insbesondere Kupfersalze, zugegeben werden. Die Zugabe derartiger
Additive ist allgemein üblich
und dem Fachmann aus der Literatur zum mechanischen Verzinken allgemein
bekannt.
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Gute
Ergebnisse erzielt man ferner, wenn die Temperatur des Gemischs
bei 5 bis 40°C,
insbesondere bei 21 bis 26°C,
liegt. Arbeitet man bei höheren
Temperaturen, erreicht man einen schnellen Beschichtungsvorgang,
der allerdings zu der Ausbildung einer eher grobkörnigen Oberfläche führt. Bei
niedrigen Temperaturen findet die Beschichtung dagegen langsamer
statt, wobei jedoch eine ebenmäßigere Oberfläche ausgebildet
wird.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung schließen
sich an den Beschichtungsprozess noch weitere Oberflächenbehandlungsschritte
an. So können
die Gleitlagerbuchsen nach dem mechanischen Plattieren beispielsweise
noch in üblicher
Weise chromatiert und/oder versiegelt werden. Als Chromatierung
kommt insbesondere eine Gelbchromatierung (Cr-VI) oder Blauchromatierung
(Cr-III) in Frage. Als Versiegelung kommt insbesondere eine Versiegelung
mit einem Silikat-Sealer in Betracht.
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Nachfolgend
wird ein möglicher
Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens
beispielhaft beschrieben.
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Die
zu beschichtenden Gleitlagerbuchsen werden – gegebenenfalls nach einer
Vorreinigung – im
Gemisch mit Hartstoffkörpern
(z. B. Glaskugeln) und Wasser in eine Trommel gefüllt.
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Dem
Gemisch kann zusätzlich
noch ein Aktivator wie Glycolether, insbesondere Nonylphenolglycolether,
zugegeben werden. Vorzugsweise werden die Aktivatoren dem Gemisch
in saurer Lösung,
insbesondere in verdünnter
Schwefelsäure,
zugegeben.
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Alle
Komponenten werden durch kurzes Rotieren der Trommel (etwa 2 min)
miteinander vermischt.
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Um
eine Grundierung für
die Beschichtung zu erhalten, kann dem Gemisch als nächster Verfahrensschritt
ein Metallsalz, insbesondere ein Kupfersalz wie Kupfersulfat zugegeben
werden. Darüber
hinaus können
dem Gemisch auch noch Promotoren wie Zinnsalze, insbesondere Zinnsulfat,
als Reaktionsbeschleuniger zugegeben werden. Vorzugsweise werden
die Promotoren dem Gemisch in saurer Lösung, insbesondere in einem
Gemisch aus verdünnter
Schwefel- und Salzsäure
zugegeben. Die Promotorlösung
kann ferner noch Tenside und/oder organische Salze als Additive
enthalten. Ferner können
dem Reaktionsgemisch noch übliche Entschäumungsmittel
wie zugegeben werden. Diese Komponenten werden ebenfalls durch kurzes
Rotieren der Trommel (4 bis 8 min) mit den anderen Bestandteilen
vermengt.
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Um
eine Basis für
die Beschichtung zu schaffen, kann nun eine geringe Menge an Korrosionsschutzmittel
als Flash zugefügt
werden, wobei so lange rotiert wird, bis die Gleitlagerbuchsen einen
silbrigen Schimmer aufweisen.
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Um
gleichmäßige Schichtdicken
zu erhalten, wird das Korrosionsschutzmittel vorzugsweise portionsweise
in mehreren Schritten, insbesondere in 2 bis 5 Schritten, vorzugsweise
3 bis 5 Schritten, noch bevorzugter in 3 Schritten, zugegeben. Die
Zugabe erfolgt vorzugsweise jeweils mit einem Zeitabstand von 5
bis 60 Minuten, insbesondere 10 bis 20 Minuten, besonders bevorzugterweise
etwa 15 Minuten. Nach vollständiger
Zugabe des Korrosionsschutzmittels wird der pH-Wert mit Hilfe des
Aktivators und/oder durch Säurezugabe
auf einen Wert zwischen 1,6 und 2,0 eingestellt. Dieser Wert wird
vorzugsweise bis zum Ende des Beschichtungsprozesses konstant gehalten.
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Wenn
die Gleitlagerbuchsen die erwünschte
Schichtdicke erreicht haben, werden sie gewaschen und von den übrigen Komponenten
des Gemischs getrennt. Die Abtrennung kann beispielsweise durch
Abtrennung über
Siebe oder auch mittels Magneten erfolgen.
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Gegenstand
der Anmeldung ist ferner eine durch das erfindungsgemäße Verfahren
hergestellte Gleitlagerbuchse.
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Nachfolgend
wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen näher beschrieben.
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Vergleichsbeispiel 1:
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Aus
einem 1,0 mm Metall/Kunststofflaminat vom Typ Norglide® PRO
XL der Saint-Gobain Performance Plastics Pampus GmbH, Willich (DE)
mit folgenden Schichtaufbau
- 1. Metallmantel:
Kaltband DC4, beidseitig Cu/Bz plattiert, Bz-seitig strukturiert,
- 2. Heißschmelzklebefilm
(PFA-Film)
- 3. Kunststoff-Gleitschicht: Fluorpolymer-Compoundfolie (PTFE
und organische Füllstoffe)
wurden
aus Streifenzuschnitten von 10 mm Breite mittels eines Stanz-Biegeautomaten
in einem Serienwerkzeug etwa 12.000 Stück gerollte und geflanschte
Bundbuchsen in den nachfolgend angegebenen Abmessungen gefertigt: | a)
Flanschdurchmesser: | 13
mm |
| b)
Innendurchmesser: | 7
mm |
| c)
Wanddicke: | 0,98
mm |
| d)
Länge: | 7
mm |
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Zur
Erlangung eines Korrosionsschutzes zur Verwendung als PKW-Türscharnierlager wurden 6.000 Stück der zuvor
beschriebenen Buchsen in üblicher
Weise galvanisch verzinkt und anschließend zum Schutz gegen Weißrost gelbchromatiert
(Cr-VI).
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Bei
36% der so hergestellten galvanisch verzinkten und zum Schutz gegen
Weißrost
gelbchromatierten Buchsen wurden leichte Zinkabscheidungen auf der
Laufschicht des Flansches beobachtet. Diese Abscheidungen sind dadurch
bedingt, dass bei der Flanschformung in der Polymerlaufschicht Mikrorisse
entstehen über
welche der Elektrolyt bis auf die Bronzegewebeverstärkung eindringen
kann und somit die elektrolytische Abscheidung von Zink ermöglicht.
Durch die auf der PTFE-Laufschicht abgelagerten Zinkpartikel werden
die Einlaufeigenschaften und die Lebensdauer der Gleitlagerbuchsen
negativbeeinflusst.
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Ferner
wurden bei 23% der Buchsen deutliche Folienablösungen im Flanschbereich festgestellt.
Es wurden ferner bei allen Buchsen von den Schnittkanten ausgehende
Unterwanderungen der Folie bis zu 3 mm Tiefe beobachtet. Im Flanschbereich
und an den unterwanderten Schnittkanten ließ sich die Polymerfolie relativ
leicht mit Hilfe eines Entgradmessers ablösen. Unterhalb der abgelösten Folie
zeigte sich eine deutliche Korrosion der Metalloberfläche durch
den Angriff des über
die dünne
Polymerschicht eindiffundierten Elektrolyten.
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Im
Salzsprühtest
nach DIN 50021 wurden statt der geforderten 120 Stunden nur 72 Stunden
Standzeit bis zum Beginn von Rotrost erreicht. Die Unterwanderung
und Folienablösung
wurde im Salzsprühtest
deutlich verstärkt.
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Beispiel 1:
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Zur
Erlangung eines Korrosionsschutzes zur Verwendung als PKW Türscharnierlager
wurden etwa 6.000 Stück
Buchsen vom gleichen Typ wie in Vergleichsbeispiel 1 (ca. 50 1 Schüttvolumen)
mechanisch verzinkt.
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Hierzu
wurden die Buchsen zunächst
mit einem mild alkalischen Reiniger gereinigt und entfettet und anschließend in
eine konisch ausgeführte
achteckige Beschichtungstrommel gefüllt. Nach dem Befüllen mit
einer etwa gleichen Menge, bezogen auf das Volumen, Glaskugeln (Durchmesserspektrum
0,4–1,2
mm) und einer gleichen Menge, bezogen auf das Volumen, Leitungswasser
wurde die Beschichtungstrommel mit 30 U/min in Rotation versetzt.
Anschließend
wurden zur Einleitung des Beschichtungsvorgangs 1 l einer 1%igen Lösung von
Nonylphenolpolyglykolether in verdünnter Schwefelsäure (Aktivator
B der Firma Tolkmit Industries, Balve, DE), 50 g einer 5%igen Zinnsulfatlösung in
einem Gemisch aus verdünnter
Schwefel- und Salzsäure (Promotor
2001 der Firma Tolkmit Industries, Balve, DE), 50 g Zinkpulver als
Zink-Flash mit einer mittleren Teilchengröße von < 30 μm
hinzugefügt
und 10 min rotiert. In einem Zeitabstand von 10 min wurde 4 Mal
jeweils 150 g Zinkpulver hinzugefügt und für weitere 30 min rotiert. Der
pH-Wert der wässrigen
Phase betrug hierbei 1 bis 2, was in regelmäßigen Abständen überprüft wurde. Nach dem Beschichtungsvorgang
wurden die Lager aus der Trommel genommen, mit Wasser gespült und getrocknet.
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Die
so hergestellten Buchsen wiesen eine gleichmäßige Zinkschicht mit einer
Dicke im Bereich von 12 bis 18 μm
auf. Die Buchsen wiesen weder Zinkablagerungen auf der Gleitschicht,
noch Folienablösungen
oder Unterwanderungen der Polymerschicht auf. Im Salzsprühtest nach
DIN 50021 wurde von allen Prüfbuchsen eine
Beständigkeit
gegen Rotrost größer 130
h erreicht. Die Buchsen zeichneten sich gegenüber den nach Vergleichsbeispiel
1 hergestellten Buchsen durch verbesserte Einlaufeigenschaften aus.
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Vergleichsbeispiel 2:
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Aus
einem 0,5 mm Metall/Kunststofflaminat vom Typ Norglide® T
0,5 der Saint-Gobain Performance Plastics Pampus GmbH, Willich (DE)
mit folgendem Aufbau:
- 1. Metallmantel: Kaltband
DC4, beidseitig galvanisch verzinkt und gelbchromatiert
- 2. Heißschmelzklebefilm
(EFTE-Film)
- 3. Kunststoff-Gleitschicht: Fluorpolymer-Compoundfolie (PTFE
+ Kohle/Graphit)
wurden aus Streifenzuschnitten von 11
mm Breite mittels eines Stanz-Biegeautomaten in einem Serienwerkzeug
36.000 Stück
gerollte und geflanschte Bundbuchsen in den nachfolgend angegebenen
Abmessungen gefertigt:. | a)
Flanschdurchmesser: | 17
mm |
| b)
Innendurchmesser: | 11
mm |
| c)
Wanddicke: | 0,48
mm |
| d)
Länge: | 7
mm. |
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Zur
Erlangung eines Korrosionsschutzes zur Verwendung als PKW-Motorhaubenscharnierlager
wurden 30.000 Stück
der zuvor beschriebenen Buchsen in üblicher Weise galvanisch verzinkt
und anschließend zum
Schutz gegen Weißrost
gelbchromatiert [Cr(VI)].
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Bei
ca. 3% der so hergestellten Buchsen wurden starke Deformationen
sowohl im Flanschbereich wie auch im zylindrischen Teil der Buchsen
festgestellt. Als Ursache für
diese Deformationen wurde eine mechanische Verformung durch die
relativ schweren Elektroden in der Galvanisiertrommel identifiziert.
Es wurden weiter 11 Buchsen mit Beschädigungen durch Lichtbogenüberschläge aussortiert.
Durch die oben beschriebenen Defekte war eine 100%ige Kontrolle
der Buchsen erforderlich. Im Salzsprühtest wurde eine Beständigkeit gegen
beginnenden Rotrost von 132 h ermittelt.
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Beispiel 2:
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Zur
Erlangung eines Korrosionsschutzes zur Verwendung als PKW-Motorhaubenscharnierlager
wurden etwa 6.000 Stück
Buchsen vom gleichen Typ wie in Vergleichsbeispiel 2 zunächst wie
im Beispiel 1 beschrieben mechanisch verzinkt, wobei insgesamt 300
g Zink verwendet und eine Zinkschicht der Dicke 15 μm gebildet
wurde. Anschließend
wurde zur Passivierung blauchromatiert [Cr(III)] sowie mit einem
Sealer vom Typ Finigard 105 der Firma Coventya in Gütersloh/DE
beschichtet.
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Nach
visueller Begutachtung der so hergestellten mechanisch verzinkten,
blaupassivierten und versiegelten Buchsen konnten keine Defekte
festgestellt werden. Im Salzsprühtest
wurde eine ausgezeichnete Beständigkeit
gegen Rotrost von über
300 h erreicht. Die Buchsen zeichneten sich gegenüber den
nach Vergleichsbeispiel 2 hergestellten Buchsen durch verbesserte
Einlaufeigenschaften aus.
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Vergleichsbeispiel 3:
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Aus
einem 0,75 mm Metall/Kunststofflaminat vom Typ Norglide® T
0,75 der Saint-Gobain Performance Plastics Pampus GmbH, Willich
(DE) mit folgendem Schichtaufbau
- 1. Metallmantel:
Kaltband DC4, beidseitig galvanisch verzinkt und gelbchromatiert
- 2. Heißschmelzklebefilm
(EFTE-Film)
- 3. Kunststoff-Gleitschicht: Bronzegewebe verstärkte Gleitschicht
(E-PTFE + Glasfaser/ Graphit)
wurden aus Streifenzuschnitten
von 8,5 mm Breite mittels eines Stanz-Biegeautomaten in einem Serienwerkzeug
38.000 Stück
gerollte und geflanschte Bundbuchsen in den nachfolgend angegebenen
Abmessungen gefertigt: | a)
Flanschdurchmesser: | 20
mm |
| b)
Innendurchmesser: | 13
mm |
| c)
Wanddicke: | 0,78
mm |
| d)
Länge: | 5
mm |
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Zur
Erlangung eines Korrosionsschutzes zur Verwendung als PKW-Mehrgelenkscharnierlager
wurden 32.000 Stück
der zuvor beschriebenen Buchsen in üblicher Weise galvanisch verzinkt.
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Anschließend wurde
zum Schutz gegen Weißrost
gelbchromatiert (Cr-VI).
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Bei
36% der so hergestellten Buchsen wurden leichte Zinkabscheidungen
auf der Laufschicht des Flansches beobachtet. Diese Abscheidungen
sind dadurch bedingt, dass bei der Flanschformung in der Polymerlaufschicht
Mikrorisse entstehen über
welche der Elektrolyt bis auf die Bronzegewebeverstärkung eindringen
kann und somit die elektrolytische Abscheidung von Zink ermöglicht.
Die auf der PTFE-Laufschicht abgelagerten Zinkpartikel führen beim
Betrieb der Gleitlagerbuchsen zu einem erhöhten Abrieb in der Einlaufphase und
zu einer Verkürzung
der Lebensdauer. Die Buchsen wiesen im Salzsprühtest eine Beständigkeit
gegen Rotrost von größer 120
h auf.
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Beispiel 3:
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Zur
Erlangung eines Korrosionsschutzes zur Verwendung als PKW-Mehrgelenkscharnierlager
wurden etwa 6.000 Stück
Buchsen vom gleichen Typ wie in Vergleichsbeispiel 3 zunächst wie
im Beispiel 1 beschrieben mechanisch verzinkt, wobei insgesamt 300
g Zink verwendet und eine Zinkschicht der Dicke 15 μm gebildet
wurde. Anschließend
wurden die Buchsen mit einem Silikat-Sealer durch Tauchen, Schleudern
und Trocknen beschichtet.
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Nach
visueller Begutachtung der so hergestellten Buchsen konnten weder
Zinkablagerungen noch andere Unregelmäßigkeiten festgestellt werden.
Im Salzsprühtest
wurde eine gute Beständigkeit
gegen Rotrost von über
140h erreicht. Es wurde durch tribologische Untersuchungen festgestellt,
dass die zuvor beschriebene Korrosions-Schutzbehandlung das Reibungs- und Abriebverhalten
der Gleitlager nicht negativ beeinflußt.
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Die
vorstehend beschriebenen Beispiele zeigen, dass die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten
mechanisch verzinkten Lagerbuchsen folgende Vorteile gegenüber ebensolchen
galvanisch verzinkten Lagerbuchsen besitzen:
Die Haftung der
Kunststoff-Gleitschicht an dem Metallmantel wird durch das mechanische
Verzinken nicht beeinträchtigt.
Aus diesem Grund finden weder Ablösungen noch Unterwanderungen
der Gleitschicht statt, so dass keine Bereiche mit erhöhter Korrosionssuszeptibilität entstehen.
Ferner werden mechanische Deformationen und feldkonzentrationsbedingte
Beschädigungen
der Buchsen durch Lichtbogenüberschläge vermieden.
Weiterhin wird die Gleitfähigkeit
der Gleitschicht nicht durch Ablagerungen an Korrosionsschutzmittel
beeinträchtigt,
was zu einer Verbesserung der Einlaufeigenschaften und zu einer
Erhöhung
der Lebensdauer der Gleitlagerbuchsen führt.