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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Identifikation und/oder Kennzeichnung von Holz, insbesondere
von Rund- oder Schnittholz.
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Gemäß dem Stand
der Technik und entsprechend der praktischen Anwendung wird Rundholz, also
Baumstämme
oder -stammteile, zu Beginn seines Weges vom Wald, also dem Ort
des Fällens
bzw. Schlagens, zum Werk stofflich identifiziert. Dies erfolgt in
der Regel in der Form einer ersten waldseitigen Kennzeichnung bzw.
Markierung. Der Begriff Kennzeichnung kann hierbei als individuenbezogene Datenzuweisung
verstanden werden. Gekennzeichnet wird in der Regel eine Schnittfläche des
Rundholzes.
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Eine
derartige Kennzeichnung erfolgt in der Regel durch das Anbringen
von Basisdaten oder durch das Anbringen einer Kennung, die entweder nur
der Identifikation dient oder zusätzliche Daten umfaßt. Zu diesen
zusätzlichen
Daten zählen
beispielsweise die oben erwähnten
Basisdaten. Das Anbringen von Basisdaten erfolgt üblicherweise
entweder durch Anschreiben, beispielsweise mittels Kreide, oder
durch Ansprühen,
beispielsweise mittels einer Farbspraydose. Beispielsweise offenbart
die US-A-4,169,173 das Anbringen von Farbmarkierungen. Das Anbringen
einer Kennung erfolgt beispielsweise durch das Anbringen eines Schilds
oder eines Transponders. Beispielsweise offenbart die EP-A-1 246
152 das Anbringen eines externen Signierelements
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Bei
den Basisdaten handelt es sich beispielsweise um Daten wie Baumart,
Maße,
Qualität,
Käufer,
Eigentümer,
etc. Eine Kennung kann aus unterschiedlichen Materialien bestehen
bzw. mit unterschiedlichen Materialen erfolgen, wobei die Identifikation
beispielsweise durch eine Kennnummer erfolgt.
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Die
herkömmliche
Art der Identifikation bzw. Kennzeichnung von Holz hat mehrere Nachteile.
So fällt
bei der Durchführung
der Identifikation bzw. Kennzeichnung ein hoher Anteil manueller
Arbeit an. Ferner sind lediglich eingeschränkte Möglichkeiten der Autorisierung
beim Anschreiben oder Ansprühen bzw.
bei der Herstellung und beim Anbringen einer individuellen Kennung
vorhanden. Auch besteht die Gefahr personenabhängiger Veränderungen sowie eine hohe Störanfälligkeit
aufgrund menschlichen Versagens beim Anschreiben oder Ansprühen bzw. bei
der Herstellung und beim Anbringen der individuellen Kennung. Weiterhin
wirkt sich die Gefahr der Verschmutzung, der Zerstörung, des
Abhandenkommens und/oder des Unleserlichwerdens des Angeschriebenen
oder Angesprühten
bzw. der Kennung, beispielsweise aufgrund von Manipulation oder Transportvorgängen bzw.
-schäden,
nachteilig auf die herkömmliche
Art der Identifikation oder Kennzeichnung von Holz aus. Hieraus
ergeben sich unter anderem eingeschränkte Möglichkeiten einer automatisierten
Ablesung der Kennung. Weiterhin besteht je nach eingesetztem Material,
beispielsweise Plastik, und den Kosten der Kennung, beispielsweise eines
Transponders, die Notwendigkeit des Entfernens des eingesetzten
Materials bzw. der Kennung vor der Weiterverarbeitung des Holzes
im Werk.
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Hinzu
kommt, daß die
herkömmlichen
Methoden das zentrale Anliegen der Identifikation und Kennzeichnung
von Rundholz und den daraus im Sägewerk
produzierten Schnitthölzern,
nämlichen
einen individuellen Stamm oder Stammabschnitt (Rundholz) durch sämtliche
Verarbeitungsstufen hindurch bis zum fertigen Endprodukt (Schnittholz,
Produkt) – und
umgekehrt vom Endprodukt zurück
zum Ausgangmaterial – (rück-)verfolgen
zu können,
nur ungenügend
erfüllen.
Hierbei gestaltet sich die (Rück-)Verfolgung
umso schwieriger, je zahlreicher und unterschiedlicher die Produkte
sind, zu denen ein einzelner Stamm bzw. Stammabschnitt verarbeitet
wird, und in je mehr Produkte, beispielsweise Bretter, Bohlen und
Kanthölzer
unterschiedlicher Bauarten, Maße,
Qualitäten,
etc., ein individueller Stamm bzw. Stammabschnitt zerfällt. Gleichzeitig
gewinnt die (Rück)Verfolgung
beispielsweise für
die Rohstoffmengen-Steuerung, die Workflow-Überwachung oder die Ausbeute-Optimierung
bei einer hohen Anzahl an Produkten und insbesondere unterschiedlichen
Produkten an Bedeutung. Aufgrund der beschriebenen Nachteile stößt die Rückverfolgung von
Schnittholz(-produkten) zu ihrem Herkunftsstamm, soweit überhaupt
existent, bereits bei einer geringen Anzahl möglicher Endprodukte an ihre Grenzen.
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Eine
effektive und effiziente Identifikation und/oder Kennzeichnung von
Holz, insbesondere entlang des gesamten Produktionszyklus vom Baum bis
zum Endprodukt, ist somit mit den im Stand der Technik bekannten
Verfahren nicht oder nur ungenügend
möglich.
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Es
ist somit Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren und
eine Vorrichtung zur Identifikation und/oder Kennzeichnung von Holz
bereitzustellen, das bzw. die die Nachteile des Standes der Technik überwindet.
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Diese
Aufgabe wird erfüllt
durch die Verfahren bzw. Vorrichtungen gemäß den unabhängigen Patentansprüchen. Die
abhängigen
Patentansprüche
beschreiben bevorzugte Ausführungsformen
der erfindungsgemäßen Verfahren
bzw. Vorrichtungen.
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Insbesondere
betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Identifikation
und/oder Kennzeichnung von Holz, insbesondere von Rund- oder Schnittholz,
wobei mindestens ein individuelles Merkmal des Holzes derart erfaßt wird,
daß eine
Zuordnung individueller Eigenschaften zur Identifikation und/oder
Kennzeichnung erfolgt, und/oder daß ein Vergleich mit in einem
Speicher abgelegten Daten erfolgt. Vorzugsweise wird mindestens
ein individuelles Merkmal des Holzes mittels einer Erfassungseinrichtung
erfaßt
und mit in einem Speicher abgelegten Daten verglichen und/oder mittels
einer Recheneinheit abrufbar in einem Speicher derart abgelegt,
daß eine Zuordnung
individueller Eigenschaften zur Identifikation und/oder Kennzeichnung
erfolgt.
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Weiterhin
betrifft die vorliegende Erfindung eine Vorrichtung zur Identifikation
und/oder Kennzeichnung von Holz, insbesondere von Rund- oder Schnittholz
aufweisend eine Erfassungseinrichtung zum Erfassen mindestens eines
individuellen Merkmals des Holzes und einem Speicher sowie einer
Recheneinheit zum derartigen Ablegen des Merkmals in einem Speicher,
daß eine
Zuordnung individueller Eigenschaften zur Identifikation und/oder
Kennzeichnung erfolgt, und/oder ein Vergleich mit in einem Speicher
abgelegten Daten erfolgt.
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Ein
der vorliegenden Erfindung zugrunde liegender Gedanke ist die natürliche Individualität eines jeden
Baumes und damit die Individualität eines jeden Stammes, also
eines jeden gefällten
Baumes, eines jeden Stammabschnittes (bzw. -ausschnittes), also
eines zu kürzeren
Abschnitten eingeschnittenen Stammes, sowie eines jeden Stückes Schnittholz, also
durch mechanische Be- und Verarbeitung aus Stammabschnitten entstandenen
Holzteiles oder Holzproduktes.
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Träger dieser
Individualität
und Medium der Identifizierung ist das baumindividuelle Jahrringmuster,
dessen botanische Grundlagen im Folgenden kurz beschrieben werden.
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Grundlage
des Baumwachstums ist das Kambium. Das Kambium ist eine totipotente
Zellschicht, die zwischen Holz und Rinde liegt, und die an den äußersten
Spitzen von Zweigen, Ästen
und Hauptstamm konzentriert, als Knospe, vorkommt.
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Das
Wachstum der Bäume
erfolgt dadurch, daß das
Kambium in bestimmten Rhythmen nach innen Holz- und nach außen Bast-
und Rindenzellen absondert. Die zugrunde liegenden Rhythmen könne sich
je nach geographischem Wachstumsort des Baumes unterscheiden wobei
bei Bäumen
der gemäßigten und
borealen Zonen ein jährlicher
Wachstumsrhythmus vorliegt und bei Bäumen der Tropen und Subtropen
ein jahreszeitlicher, beispielsweise "regenzeitlicher", Rhythmus gegeben ist. Somit erfolgt
das Wachstum der Bäume
indem Zweige und Äste
aus den Knospen heraus seitlich in die Länge wachsen und der Hauptstamm
in die Höhe
wächst. Zusätzlich findet
an den bereits verholzten Teilen des Baumes ein Dickenwachstum statt.
Somit werden Zweige und Äste,
vor allem aber der Hauptstamm eines Baumes jedes Jahr um die Breite
eines sogenannten Jahrrings, das ist die Dicke der nach innen abgesonderten
holzigen Zellschicht, dicker. Die äußerste Holzschicht, also der äußerste Jahrring,
ist demnach der jüngste
des Baumes. Entsprechend finden sich zunehmend ältere Jahrringe weiter innen und
unten im Stamm.
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Das
Kambium ist während
des Sommerhalbjahres, bzw. bei Bäumen
der Tropen und Subtropen zu bestimmten Zeiten, beispielsweise Regenzeiten, aktiv.
Entsprechend den baumphysiologischen Notwendigkeiten, beispielsweise
in Mitteleuropa, werden im Frühjahr,
der Zeit des Saftsteigens, weitlumige Holzzellen gebildet und im
Sommer/Spätsommer englumige,
dickwandige Zellen mit in erster Linie stabilisierender Funktion.
Danach kommt die Aktivität des
Kambiums zum Erliegen, um im Frühjahr
des Folgejahres erneut einzusetzen. Daher grenzen an die dickwandigen
Zellen des letztjährigen
Herbstes die dünnwandigen
Zellen des darauffolgenden Frühjahrs.
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Somit
entstehen, beispielsweise bei mitteleuropäischen Bäumen, der Jahrring und die
Jahrringgrenze zellschichtscharf. Der Jahrring bzw. die Jahrringgrenze
sind beispielsweise aufgrund unterschiedlicher Braunfärbungen
sichtbar und beispielsweise anhand unterschiedlicher Härte fühlbar. Insbesondere
ist das sogenannte Früh(-jahrs-)holz
hell, wohingegen die Färbung
des sogenannten Spät(-sommer-)holzes
deutlich dunkler ausfällt.
Weiterhin ist das Früh(-jahrs-)holz
weich, wohingegen das Spät(-sommer-)holz
deutlich härter
und dichter ist.
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Das
Aussehen, insbesondere die Breite, Dichte sowie Breiten- und Dichtenunterschiede
im Verlauf eines einzelnen Jahrringes ist abhängig von der Zahl der Zellschichten
und von den jeweiligen Zelldurchmessern bzw. dem jeweiligen Verhältnis von
Zellwanddicke zu Zelldurchmesser. Daher ist die jeweils konkrete
Ausformung eines jeden Jahrrings eines jeden Baumes das Ergebnis
eines baumindividuell einzigartigen Zusammenwirkens der wesentlichen
wachstumssteuernden Einflussfaktoren, wie Klima, Standort, Konkurrenzverhältnisse
und genetische Ausstattung. Zu den klimatischen Einflussfaktoren
gehören
beispielsweise Länge
der Vegetationszeit und Wasserversorgung wohingegen zu den standortabhängigen Einflussfaktoren
beispielsweise Nährstoffangebot,
mikrostandörtliche
Besonderheiten, die beispielsweise Schiefstand oder Windbelastung
verursachen etc., gehören.
Zu den Konkurrenzverhältnissen
zählen
beispielsweise Schatten durch benachbarte Bäume.
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Der
gleiche Jahrringe, betrachtet an verschiedenen Schnittstellen entlang
der Länge
des Baumstammes, d.h., zu Lebzeiten des Baumes in verschiedenen
Baumhöhen,
kann zweifelsfrei durchgehend identifiziert werden, d.h. der gleiche
Jahrring ist auf verschiedenen Schnittflächen des gleichen Baumstammes
eindeutig zu identifizieren bzw. gleiche Jahrringe auf verschiedenen
Schnittflächen
können
einander eindeutig zugeordnet werden. Dieses Phänomen ergibt sich aus dem Baumwachstum,
das – einfach
gesprochen – außen und
oben ansetzt. Wird ein Baumstamm beispielsweise geometrisch als ein
Holzkegel betrachtet, so wächst
er – vereinfacht ausgedrückt – dadurch,
daß Jahr
für Jahr
einen neuen Mantel aus Holz bildet und daß sich dieser Holzmantel über den
bereits bestehenden Holzkegel legt. Diese Wachstumsgesetzmäßigkeit
bedingt, daß eine Stammscheibe
aus dem Stammfuß,
also vorzugsweise die Fällschnittfläche, alle
Jahrringe eines Baumes zeigt, wobei sich diejenigen aus der Kindheit
des Baumes weiter innen und diejenigen aus höheren Lebensaltern weiter außen befinden.
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Bei
der Holzernte werden Bäume
ca. 20 bis 30cm über
dem Boden abgeschnitten bzw. gefällt. Das
auf der Schnittfläche
bzw. Fällschnittfläche des Baumstammes
sichtbar werdende Jahrringmuster umfaßt, wie eingangs beschrieben,
sämtliche
Jahrringe aus dem Leben des Baumes außer denjenigen, die in den
ersten Lebensjahren gebildet wurden, als der Baum noch nicht die
Höhe erreicht
hatte, in der der Fällschnitt
geführt
wurde.
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Das
Aussehen des Jahrringmusters eines Baumes entsteht demnach aus der
Abfolge der einzelnen Jahrringe bzw. ihrer Muster und ist daher (baum-)individuell,
vergleichbar dem Fingerabdruck eines Menschen oder einem Barcode.
Ferner sind die Jahrringe Träger überindividueller
Ausprägungen (z.B.
stets sehr schmal im Jahr 1947) in Abhängigkeit von bestimmten Ereignissen
(1947 war extremes Trockenjahr).
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Vorzugsweise
handelt es sich bei dem mindestens einen individuellen Merkmal der
vorliegenden Erfindung um zumindest einen Abschnitt (bzw. Ausschnitt)
eines baumindividuellen Jahrringmusters. Ein derartiges Jahrringmuster
bzw. ein derartiger Abschnitt eines baumindividuellen Jahrringmusters
schließt
sowohl die natürlichen
baumindividuellen Jahrringmuster(ausschnitte) als auch jegliche
individualisierende Veränderungen
des Jahrringmusters oder Jahrringmusterausschnitts ein. Hierzu gehören beispielsweise
jahrring- bzw. jahrringmuster-beeinflussende Jahrring-Anomalien
(beispielsweise aufgrund von Ästen,
Fäule,
Harzgallen oder Verfärbungen)
sowie jahrring- bzw.
jahrringmuster-beeinflussende Jahrringveränderungen oder Jahrring-Überdeckungen
(beispielsweise aufgrund mechanischer Einwirkungen wie Risse im
Holzkörper oder
infolge von Sägeschnitten
oder infolge äußerer Einwirkung
durch anhaftende Materie wie z.B. Verschmutzung oder (Farb-)Markierung
etc.).
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Das
Identitätsmerkmal
baumindividuelles Jahrringmuster hat gegenüber anderen, ebenfalls auf der
Individualität
eines Baumstamms beruhenden möglichen
Erkennungsverfahren, die beispielsweise auf der Basis individueller
Stammmasse, -länge, -durchmesser,
-krümmung
oder -exzentrizität
beruhen, den entscheidenden Vorteil, bei der mechanischen Be- und
Verarbeitung nicht unkenntlich gemacht oder zerstört zu werden,
sondern lediglich "aufgeteilt" zu werden. Hierbei
bleibt die Option einer rückblickenden
(gedanklichen) Wiederherstellbarkeit des Ausgangsbaumes oder -stammes
erhalten. Zusätzlich
ist das Jahrringmuster per se bereits Informationsträger entscheidender,
verwendungstechnischer und ausbeuterelevanter Rundholzeigenschaften,
so daß seine
Verwendung, insbesondere seine qualitative Auswertung beispielsweise
hinsichtlich Äste,
Fäule,
Reaktionsholz oder Verfärbungen,
zusätzliche
Optionen für
eine Rohstoffmengensteuerung eröffnet.
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In
dieser Doppelfunktion des baumindividuellen Jahrringmusters sowohl
als durchgängiges Identitätsmerkmal,
also als Identitätsmerkmal,
das sowohl dem Baum als auch dem daraus hergestellten Brett anhaftet,
als auch in seiner Besonderheit, per se bereits Informationsträger zu sein,
unterscheidet sich die vorliegende Erfindung insbesondere von den
im Stand der Technik bekannten Methoden der Identifikation und Kennzeichnung
von Holz.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung tritt somit an die Stelle einer herkömmlichen "stofflichen" Kennung, also der Identifikation und
gleichzeitig individuellen Kennzeichnung des Holzes mittels eines
auf- oder angebrachten Materials, das berührungslose Erkennen und Wiedererkennen
des Holzes selbst anhand seines individuellen Jahrringmusters bzw. anhand
von Teilen bzw. Ausschnitten davon.
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Die
vorliegende Erfindung erlaubt ferner das entsprechende Identifizieren
und/oder Kennzeichnen von Holz in seinen verschiedenen Verarbeitungsstadien
wie Baumstamm, Stammteil, Schnittholz und Schnittholzprodukt und
gewährleistet
die Möglichkeit der
Rückverfolgung
des Gegenstandes bzw. Produkts einer späteren Verarbeitung zum Baumstamm oder
zu Zwischenprodukten wie Stammteil oder Schnittholz sowie zu assoziierten
Daten. Hierbei wird entsprechend der vorliegenden Erfindung die
Individualität
eines Baumstammes nicht erst durch beispielsweise An- oder Aufbringen
von Kennzeichen etc. herbeigeführt,
sondern jedem Baum natürlicherweise
zugehörige,
individuelle und unverwechselbare Merkmale zur Identifikation und/oder
Kennzeichnung verwendet.
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Im
Folgenden wird die vorliegende Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsformen
unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert.
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Zur
Verdeutlichung zeigt 1 eine Prinzipskizze eines gefällten Baumstammes 1 (Rundholz), wobei
das baumindividuelle Jahrringmuster auf der Stirnseite 2a des
Baumstammes 1 sowie der Stirnseite 2b des Baumstumpfs 3 sichtbar
ist. Deutlich zu erkennen ist hierbei die wechselnde Struktur zwischen hellem
Frühholz
und dunklem Spätholz
sowie das durch die Jahrringe gebildete individuelle Muster. Beispielhaft
gezeigt sind Jahrringmusterausschnitte 3a und 3b,
anhand derer eine Identifikation und/oder Kennzeichnung des Holzes
durchgeführt
werden kann.
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Gemäß einer
bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform
erfolgt das Erfassen mindestens eines individuellen Merkmals des
Holzes mittels computergestützter
Mustererkennungsverfahren. Für
die Identifikation und/oder Kennzeichnung von Rundholz bietet das
baumindividuelle Jahrringmuster die Möglichkeit des Erkennens und
Wiedererkennens eines einzelnen Stammes bzw. Stammteils (Identifikation)
sowie des Zuordnens individueller Eigenschaften (Kennzeichnung).
Hierbei erfolgt vorzugsweise eine digitalisierte Erfassung, besonders bevorzugt
einschließlich
datentechnischer Speicherung, Verarbeitung und/oder Weiterleitung
etc. zumindest eines Teilausschnitts des Jahrringmusters der Fällschnittfläche eines
Baumstammes oder der (Fäll-)Schnittfläche eines
Stammabschnittes als erstmalige Aufnahme und als einmalige, unverwechselbare
Kennung und/oder als datentechnischer Aufhänger für die auf den individuellen
Baumstamm oder den individuellen Stammabschnitt bezogene Datenzuweisung
(Attributierung).
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Die
entsprechende (s.o.) Erfassung eines Teilabschnitts eines Jahrringmusters
der Schnittflächen
von Stammteilen, beispielsweise der zum Rücken oder Abtransport verladenen
Stämme
oder Stammteile (Rundhölzer),
ermöglicht,
insbesondere mit Hilfe computergestützten Musterabgleichs zur Wiedererkennung,
sowohl die Überwachung
des Materialflusses als auch die datentechnische Zuweisung gegebenenfalls
zusätzlich
erhobener rundholzindividueller, vorzugsweise durch qualitative
digitale Analyse mit Hilfe wissensbasierter Dateninterpretationsprogramme
gewonnener Eigenschaften sowie eine zeitlich dem Rohstoff (Rundhölzer) vorausseilende Übermittlung
seiner Eigenschaften zum Zwecke frühzeitiger werkseitiger Disposition
hinsichtlich Rohstoffmengensteuerung und – ausbeuteoptimierung. Ferner
werden die datentechnische Zuweisung und Abfrage bzw. Rückverfolgung
verarbeitungs- bzw. transporthistorischer Daten (bspw. wann, wie,
wo durch wen bearbeitet, transportiert, gelagert etc.) ermöglicht.
Es ergibt sich somit die Möglichkeit
der Anwendung eines Verfahrens entsprechend dem bekannten Audit-Trail.
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Bei
Schnitthölzern,
beispielsweise Brettern, Bohlen, Kanthölzern etc., bietet das objektspezifische
Jahrringmuster der Stirnseiten, d.h., von Flächen die im wesentlichen parallel
zur Fällschnittfläche ausgebildet
sind, die Möglichkeiten
der Identifikation und/oder der Kennzeichnung sowie der Verfolgung
des einzelnen Werkstücks
einschließlich
der Rückverfolgung
seiner Herkunft bis zurück
zum Ausgangsbaum. Eine bevorzugte digitalisierte Erfassung, besonders
bevorzugt einschließlich
datentechnischer Speicherung, Verarbeitung, Weiterleitung und/oder
gegebenenfalls Export des stirnseitigen Jahrringmusters von Schnitthölzern, beispielsweise eines
beliebigen Einschnittproduktes wie Brettern, Bohlen, Kanthölzern etc.,
ermöglicht
mit Hilfe computergestützten
Musterabgleichs sowohl die Identifikation als auch die Kennzeichnung
und Herkunftsanalyse der Holzes, vorzugsweise zum Zwecke der Rohstoffmengen-Steuerung,
Workflow-Überwachung
und/oder Ausbeute-Optimierung.
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In
diesem Zusammenhang ist zu beachten, daß die Zuordnung eines Schnittholzes,
beispielsweise eines Brettes, bis zurück zum Ausgangbaum auch dann,
besonders einfach und zweifelsfrei möglich ist, wenn die Stirnseite
des Brettes einen Teil bzw. ein Abschnitt der Fällschnittfläche des Stammes oder Stammabschnitts
war bzw. ist. Referenzmuster für
den Musteraus- bzw. Abschnitt des Schnittholzes ist dann das Muster
desjenigen Stammes bzw. Stammabschnitts, aus dem es herausgesägt wurde.
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Weiterhin
ist es, wenngleich häufig
schwieriger und aufwendiger, möglich,
ein beispielsweise ausschließlich
aus dem oberen Teil eines Baumes gesägtes Schnittholz diesem Baum
auch dann zuzuordnen, wenn als Referenzmuster lediglich das Jahrringmuster
zur Verfügung
steht, daß beim
Fällschnitt im
Wald auf der Stubbenoberfläche,
d.h., der stammseitigen Fällschnittfläche, bzw.
spiegelbildlich auf der Stammfußoberfläche sichtbar
ist.
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Das
Aussehen eines bestimmten Jahrringes im Bereich der Höhe des Stammfußes bzw.
des Fällschnittes
kann sich zwar graduell vom Aussehen des gleichen Jahresringes in
x Metern Baumhöhe
unterscheiden, die prinzipielle Wiedererkennbarkeit anhand bestimmter
Charakteristika des Jahrringes uns insbesondere anhand des spezifischen
Musters zweier oder mehrerer benachbarter Jahrringe ist jedoch gewährleistet.
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Hieraus
ergibt sich unmittelbar die mögliche stufenweise
Zuordnung, also die Möglichkeit
der Zuordnung über
verschiedene einander zugeordnete Zwischenschritte.
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Gemäß bevorzugter
erfindungsgemäßer Ausführungsformen
basiert die Identifikation und/oder Kennzeichnung von Holz auf einer
computergestützten
Jahrringmustererkennung.
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Basis
für das
erfindungsgemäße Verfahren bzw.
die erfindungsgemäße Vorrichtung
ist die Holzverarbeitung. Ausgehend von dem Grundgedanken, daß das detailreichste,
umfassendste Jahrringmuster eines Baumes an der Fällschnittfläche zu finden
ist, ist davon auszugehen, daß eben
dieses detailreichste, umfassendste Jahrringmuster eines Baumes
zeitgleich mit dem Beginn seiner Verarbeitung zur Erfassung zur
Verfügung
steht. Hierbei ist ferner davon auszugehen, daß die Treffsicherheit der Erkennung und
Wiedererkennung des Rundholzes mit steigendem Detaillierungsgrad
des Jahrringmusters zunimmt, so daß das Jahrringmuster der Fällschnittfläche für ein bevorzugtes
computergestütztes
Mustererkennungsverfahren gut geeignet ist. Aber auch Schnittflächen in
größeren Baumhöhen oder
Schnittflächen,
die entstehen wenn ein gefällter
Stamm in mehrere Stammabschnitte oder Schnitthölzer zersägt wird und die gegenüber beispielsweise
der Fällschnittfläche weniger
und/oder nur jüngere
Jahrringe und damit ein merkmalärmeres
bzw. weniger detailliertes Muster aufweisen, sind angesichts hochauflösender Bildtechniken
prinzipiell ohne Einschränkungen
für die
computergestützte
Jahrringmustererkennung geeignet. Gleiches trifft zu, wenn es sich
bei dem wiederzuerkennenden Muster um ein Teil bzw. einen Ausschnitt
eines bereits bekannten Musters handelt. Dies ist beispielsweise
der Fall, wenn ein Stamm in Bretter zersägt wird, deren Stirnflächen Abschnitte
der Fallschnittfläche
des Baumstammes sind.
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Vorzugsweise
erfolgt das Erfassen des mindestens einen individuellen Merkmals
des Holzes mittels einer Bilderfassungstechnik bzw. Bilderfassungseinheit.
Dem liegt zugrunde, daß die
Schnittfläche
des Fällschnittes
bzw. das entsprechende Jahrringmuster bei jedem Baumstamm unmittelbar
nach dem Fällen
und damit am Beginn der Verarbeitungskette zugänglich und sichtbar und damit
auch abbildbar, vorzugsweise digital abbildbar, ist. Einschnittflächen, die
beim weiteren Zersägen
des Baumstammes in Stammabschnitte entstehen, sind ebenfalls nach
jedem Einschnitt zugänglich,
sichtbar und, vorzugsweise digital, abbildbar. Wenn ein solcher
Einschnitt im Wald erfolgt, ist eine digitale Abbildbarkeit spätestens
dann gegeben, wenn jeder einzelne Stammabschnitt zum Abtransport
manipuliert werden muss. Wenn dieser Einschnitt im Sägewerk erfolgt, dann
spätestens
beim Ausrichten des Stammteils zur Einschnittoptimierung. Bei der
Weiterverarbeitung eines Stammabschnitts, beispielsweise innerhalb
eines Sägewerks
beim Zersägen
der Bretter, ist davon auszugehen, daß die Möglichkeiten der Erfassung, vorzugsweise
eines stirnseitigen Jahrringmusterausschnitts prinzipiell immer
besser werden, da mit zunehmender Be- und Verarbeitung eine Homogenisierung
des Rohstoffes eintritt und die Bilderfassung zunehmend leichter
standardisierbar ist.
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Vorzugsweise
erfolgt die Erfassung des mindestens einen individuellen Merkmals
des Holzes mittels Bildverarbeitungstechniken bzw. mittels Bildverarbeitungsvorrichtungen.
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Hierbei
wird vorzugsweise zumindest ein eindimensionaler Abschnitt des Holzes
erfasst und vorzugsweise mittels einer Recheneinheit verarbeitet.
Gemäß einer
weiteren bevorzugten erfindungsgemäßen Ausführungsform erfolgt die Erfassung
eines zweidimensionalen Abschnitts des Holzes, vorzugsweise eines
zweidimensionalen Abschnitts bzw. Ausschnitts oder Teils des Jahrringmusters.